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Full text of "Des Claudius Ptolemäus Handbuch der astronomie .."

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DES  CLAUDIUS  PTOLEMÄUS 
HANDBUCH  DER  ASTRONOMIE 

ZWEITER  BAND 

AUS  DEM  GRlECnisCHEN  ÜBERSETZT  UND  MIT 
ERKLÄRENDEN  ANMERKUNGEN  VERSEHEN 

VON 

KARL  MANITIIJS 


DRUCK  UND  VERLAG  VON  B.  G.  TEUBNER  LEIPZIG  1913 


Inhaltsverzeichnis 
des  zweiten  Bandes. 

Siebentes  Buch. 


Seite 


Erstes  Kapitel  Nachweis,  daß  die  Fixsterne  ewig  die- 
selbe Lage  zueinander  beibehalten  ...         3 

Zweites  Kapitel.  Nachweis,  daß  die  Fixsternsphäre  eine 
in  der  Richtung  der  Ekliptikzeichen  vor  sich  gehende 
Bewegung  hat ........  12 

Drittes  Kapitel.  Nachweis,  daß  die  in  der  Richtung  der 
Zeichen  vor  sich  gehende  Bewegung  der  Fixsternsphäre 
sich  um  die  Pole  der  Ekliptik  vollzieht      ....       16 

Viertes  Kapitel.     Einrichtung  des  Fixsternkatalogs      .     .       29 

Fünftes  Kapitel.    Sternbestand  der  nördlichen  Halbkugel       32 

Achtes  Buch. 

Erstes  Kapitel.     Sternbestand  der  südlichen  Halbkugel    .  49 
Zweites  Kapitel.     Die  Lage  der  Milchstraße    ...          ,64 

Drittes  Kapitel      Anfertigung  eines  Himmelsglobus      .     .  72 
Viertes  Kapitel.    Die  besonderen  Stellungen,  in  welche  die 

Fixsterne  gelangen 77 

Fünftes  Kapitel  Mitaufgänge,  Mitkulminationen  und  Mit- 
untergänge der  Fixsterne 83 

Sechstes  Kapitel      Heliakische  Auf-  und  Untergänge  der 

Fixsterne 87 

Neuntes  Buch. 

Erstes  Kapitel      Die  Reihenfolge  der  Sphären  der  Sonne, 

des  Mondes  und  der  fünf  Wandelsterne     ...  .92 

Zweites   Kapitel.     Schwierigkeiten    des   Vorhabens,   eine 

Theorie  der  Planeten  aufzustellen 94 

Drittes  KapiteL    Die  periodischen  Wiederkehren  der  fünf 

Wandelsterne    .  99 

Viertes   Kapitel.     Tafeln   der  mittleren  Bewegungen   der 

fünf  Planeten  in  Länge  und  Anomalie  ....  .     103 

Fünftes  Kapitel.    Vorbemerkungen  zu  den  Hypothesen  der 

fünf  Wandelsterne 119 


lY  Inhaltsverzeichnis.  1 

Seite  J 

Sechstes  Kapitel.     Art  und  Unterschied  der  Hypothesen,  122  = 

Siebentes  Kapitel.     Nachweis  des  Apogeums   des  Merkur  ] 

und  der  Weiterbewegung  desselben 130  j 

Achtes  Kapitel    Nachweis  daß  der  Merkur  während  eines  i 

Kreislaufs  zweimal  in  die  größte  Erdnähe  gelangt  .     .  136  ; 

Neuntes  Kapitel.     Das  Verhältnis   der  Exzentrizität  und  ] 

die  zahlenmäßige  Größe  des  Epizykels  des  Merkur  .     .  140  j 

Zehntes  Kapitel.     Korrektion  der  periodischen  Bewegun-  j 

gen  des  Merkur 146  l 

Elftes  Kapitel.    Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des  j 

Merkur 155  j 

H 
Zehntes  Buch.  1 

Erstes  Kapitel.  Nachweis  des  Apogeums  der  Yenus  .  .  156  *■ 
Zweites  Kapitel.     Zahlenmäßige  Größe  des  Epizykels  der  \ 

Venus 158  ; 

Drittes  Kapitel.  Das  Verhältnis  der  Exzentrizität  der  Venus  161  ; 
Viertes  Kapitel.     Korrektion  der  periodischen  Bewegun-  i 

gen  der  Venus 164  i 

Fünftes  Kapitel.    Epoche  der  periodischen  Bewegungen  \ 

der  Venus 171  \ 

Sechstes  Kapitel.     Vorbemerkungen  zu  den  Nachweisen  ! 

für  die  übrigen  Planeten 172  1 

Siebentes  Kapitel.     Nachweis  der  Exzentrizität  des  Mars  1 

und  seines  Apogeums    .  ....  176  1 

Achtes  Kapitel,     Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des  ] 

Epizykels  des  Mars 195  ] 

Neuntes  Kapitel.     Korrektion  der  periodischen  Bewegun-  | 

gen  des  Mars 199  | 

Zehntes   Kapitel.    Epoche  der  periodischen  Bewegungen  ^ 

des  Mars 203 


Elftes  Buch.  J 

j 

Erstes  Kapitel.    Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apo- 
geums des  Jupiter 204 

Zweites  Kapitel    Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des 

Epizykels  des  Jupiter   .  220  | 

Drittes  Kapitel.    Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  ; 

des  Jupiter ...     223  i 

Viertes   Kapitel.     Epoche  der  periodischen   Bewegungen 

des  Jupiter 227 

Fünftes  Kapitel.  Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apo- 
geums des  Saturn 228  \ 

i 


Inhaltsverzeichnis.  V 

Seite 

Sechstes  Kapitel.    Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des 

Epizykels  des  Saturn 243 

Siebentes  Kapital.  Korrektion  der  periodischen  Bewegun- 
gen des  Saturn 247 

Achtes  Kapitel.   Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des 

Saturn 251 

Neuntes  Kapitel.  Gewinnung  der  genauen  Örter  aus  den 
periodischen  Bewegungen  auf  dem  Wege  geometrischer 
Konstruktion 252 

Zehntes   Kapitel.     Praktische  Anleitung   zur  Aufstellung 

von  Tabellen  der  Anomalien 253 

Elftes  Kapitel.    Die  Tabellen  zur  Berechnung  der  genauen 

Länge  der  fünf  Planeten        260 

Zwölftes  Kapitel  Berechnung  der  Länge  der  fünf  Pla- 
neten nach  den  Tabellen 260 


Zwölftes  Buch. 

Erstes  Kapitel.  Vorbemerkungen  zur  Rückläufigkeit  •.  .  267 
Zweites  Kapitel.     Nachweis   der  Rückläufigkeitsstrecken 

des  Saturn 278 

Drittes  Kapitel.      Nachweis    der  Rückläufigkeitsstrecken 

des  Jupiter 285 

Viertes    Kapitel.     Nachweis   der  Rückläufigkeitsstrecken 

des  Mars 289 

Fünftes  Kapitel.     Nachweis   der   Rückläufigkeitsstrecken 

der  Venus 293 

Sechstes  Kapitel.     Nachweis  der  Rückläufigkeitsstrecken 

des  Merkur 297 

Siebentes  Kapitel.     Praktische  Anleitung  zur  Aufstellung 

einer  Tabelle  für  die  Stillstände 303 

Achtes  Kapitel.  Zahlen  der  genauberechneten  Anomalie  312 
Neuntes  Kapitel.    Nachweis  der  größten  Elongationen  der 

Venus  und  des  Merkur 312 

Zehntes  Kapitel.     Größte  Elongationen  von   der  genauen 

Sonne  (Tabelle) 324 


Dreizehntes  Buch. 

Erstes  Kapitel.    Die  Hypothesen  zur  Erklärung  des  Laufs 

in  Breite  der  fünf  Planeten 325 

Zweites  Kapitel.  Art  der  Bewegung  der  nach  den  Hypo- 
thesen eintretenden  Neigungswinkel  und  Schiefstände     329 

Drittes  Kapitel.  Zahlenmäßiger  Betrag  der  Neigungswin- 
kel und  der  Schiefstände  von  Fall  zu  Fall     ....     334 


YI  Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Viertes  Kapitel.    Praktische  Anleitung  zur  Aufstellung  von 

Tabellen  für  die  Einzelörter  in  Breite 342 

Fünftes  Kapitel.   Die  Tabellen  zur  Bestimmung  der  Breite     375 

Sechstes  Kapitel.     Berechnung  der  Abweichung  der  fünf 

Planeten  in  Breite  nach  den  Tabellen 375 

Siebentes  Kapitel.    Heliakische  Auf-  und  Untergänge  der 

fünf  Planeten 380 

Achtes  Kapitel.  Nachweis,  daß  das  eigenartige  Verhalten 
der  Venus  und  des  Merkur  mit  den  Hypothesen  in  Ein- 
klang steht 386 

Neuntes  Kapitel.  Schlüssel  zur  Bestimmung  der  Elonga- 
tionen  von  der  Sonne  bei  den  heliakischen  Auf-  und 
Untergängen  von  Fall  zu  Fall 393 

Zehntes  Kapitel.  Tabellen  der  heliakischen  Auf-  und  Unter- 
gänge der  fünf  Planeten 394 

Elftes  Kapitel.     Schlußwort 395 

Anhang. 

Erläuternde  Anmerkungen 396 

Nachtrag  zu  Seite  129,  ii 435 

Verzeichnis  der  Abweichungen  von  dem  Text 

Heibergs. 

Im  ersten  Bande 436 

Im  zweiten  Bande 438 

Berichtigungen. 

Zum  ersten  Bande 440 

Zum  zweiten  Bande 440 

Namenverzeichnis 441 


DES  CLAUDIUS  PTOLEMÄÜS 
HANDBUCH  DEE  ASTRONOMIE 

ZWEITEK  BAND 

BUCH  vii-xni 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.   II. 


Siebentes  Buch. 

Erstes  Kapitel. 

Nachweis,  daß  die  Fixsterne  ewig  dieselbe  Lage 

zueinander  beibehalten. 


Nachdem  wir,  lieber  Syrus,  in  dem  ersten  Bande  unseres  { jj^ 
Handbuchs  die  Erscheinungen  bei  Sphaera  recta  und  bei 
Sphaera  obliqua  besprochen,  dann  weiter  die  Hypothesen 
der  Bewegungen  von  Sonne  und  Mond  und  ihrer  demgemäß  : 
der  Theorie  nach  eintretenden  Stellungen  erörtert  haben,  5  ; 
werden  wir  nunmehr,  weil  es  die  Voraussetzung  der  weite-  i 
ren  theoretischen  Betrachtung  bildet,  das  Kapitel  von  der  \ 
Sternenwelt  in  Angriff  nehmen,  und  zwar  zunächst,  wie  es  \ 
die  logische  Reihenfolge  verlangt,  das  Kapitel  von  den  so-  j 
genannten  Fixsternen.  10; 

Da  muß  denn  zuallererst  über  diese  Benennung  folgende  \ 
Bemerkung  vorausgeschickt  werden.  Weil  die  Sterne  an  Ha ' 
sich  sowohl  die  gleichen  Figuren  als  auch  die  gleichgroßen  ] 
Abstände  scheinbar  ewig  zueinander  beibehalten,  so  dürften  j 
wir  sie  treffend  als  „Fixsterne"  bezeichnen.  Weil  aber  ihre  15; 
ganze  Spbäre,  an  welcher  sie  wie  angewachsen  umschwingen,  \ 
in  der  Richtung  der  Zeichen,  d.  i.  gegen  den  ersten  Um-  j 
Schwung  nach  Osten  zu,  scheinbar  auch  ihrerseits  einen  ! 
eigenen  fest  geregelten  Fortschritt  bewerkstelligt,  so  dürfte  | 
für  die  Sphäre  die  Bezeichnung  der  „Unbeweglichkeit"  nicht  20  j 
mehr  zutreffend  sein.  Finden  wir  doch  beide  Punkte  auf  f 
Grund  des  Beobachtungsmaterials,  welches  die  Verhältnis-  \ 
mäßig  kurze  Zeit  an  die  Hand  gibt,  durchaus  bestätigt.  [ 
Erstens  ist  schon  früher  Hipparch  nach  den  Erscheinungen,  ' 
wie  sie  ihm  vorlagen,  zu  der  vorläufigen  Annahme  dieser  ^5, 
beiden  Punkte  gelangt,  d.  h.  er  vermochte  dort,  wo  es  sich       ■ 


4  Siebentes  Buch.     Erstes  Kapitel, 

um  (die  Vorhersage  für)  einen  längeren  Zeitraum  handelt, 
Hei  3  mehr  nur  Näherungswerte  als  endgültige  Ansätze  zu  liefern, 
weil  er  nur  ganz  wenige  vor  seiner  Zeit  angestellte  Beobach- 
tungen der  Fixsterne  vorfand,  fast  nur  die  von  Aristyll 

5  und  Timocharis  aufgezeichneten,  und  auch  diese  weder 
zweifellos  sicher  noch  zuverlässig  bearbeitet.  Zweitens  ge- 
langen wir  selbst  aus  der  Vergleichung  der  heutzutage  an- 
gestellten theoretischen  Betrachtungen  mit  den  damaligen  zu 
demselben  Ergebnis,  welches  indessen  bereits  sicherer  ist, 

10  weil  die  Prüfung  auf  einer  längeren  Vorzeit  beruht  und  weil 
Hipparchs  Aufzeichnungen  über  die  Fixsterne,  die  wir  vor- 
zugsweise zur  Vergleichung  herangezogen  haben,  uns  in 
tadelloser  Fassung  überliefert  sind. 

Daß  nun  auch  bis  auf  den  heutigen  Tag  keinerlei  Ver- 

15  änderung   in   der    Stellung   der   Fixsterne    zueinander   ein- 
getreten  ist,  sondern  die  zu  Hipparchs  Zeit  beobachteten 
Alignements  auch  jetzt  noch  ohne  jede  Verschiebung  als  die- 
Ha  3  selben  sich  der  Betrachtung  darbieten,  und  zwar  nicht  allein 
die  Alignements,  welche  Sterne  des  Tierkreises  zueinander 

20  in  Beziehung  setzen,  oder  solche,  welche  die  außerhalb  des 
Tierkreises  stehenden  Sterne  mit  Sternen  in  gleicher  Lage 
verbinden  —  hätte  doch  gegen  letztere  unbedingt  eine  Ver- 
änderung eintreten  müssen,  wenn  nach  der  ersten  Hypothese, 
welche   Hipparch   aufstellt,   ausschließlich   die    Sterne   des 

25  Tierkreises  den  Fortschritt  in  der  Eichtung  der  Zeichen 
bewerkstelligten  — ,  daß  also  nicht  bloß  diese  zwei  Arten, 
sondern  auch  die  Alignements  der  Sterne  des  Tierkreises  mit 
den  außerhalb  in  beträchtlicher  Entfernung  stehenden  Ster- 
nen keinerlei  Veränderung  zeigen,  dürfte  jedem  begreiflich 

30  werden,  der  Lust  hat  nachzuprüfen   und  die  Betrachtung 

Hei  4  mit  Wahrheitssinn  zu  wiederholen,  wenn  er  die  Erscheinungen, 

wie  sie  heutzutage  sich  darbieten,  mit   den  zu   Hipparchs 

Zeit  gemachten  Aufzeichnungen  in  voller  Übereinstimmung 

findet. 

35  Wir  werden  nun  auch  hier,  damit  die  Probe  bequem  ge- 
macht werden  kann,  einige  von  den  Aufzeichnungen  mit- 
teilen, welche  am  leichtesten  wahrnehmbar  sind   und   das 


Unveränderlichkeit  des  Fix  Sternhimmels.  5        ^ 

j 

Ergebnis  des  Vergleichs  als  allgemeingültig  vor  Augen  füh-       1 
ren  können,  insofern  sie  zeigen,  daß  die  von  den  außerhalb        ' 
des  Tierkreises  stehenden  Sternen  gebildeten  Alignements       ( 
sowohl  an  sich  als  auch  im  Verhältnis  zu  solchen  des  Tier- 
kreises unverändert  geblieben  sind.  5    ; 

Hipparchs  Aufzeichnungen  über  die  Sterne  des  Tierkreises  ' 
lauten  folgendermaßen.^) 

Krebs.  Der  Stern  (a)  in  der  südlichen  Schere  des  Kreb-  { 
ses,  der  diesem  und  dem  Kopfe  der  Wasserschlange  voran-  i 
gehende  glänzende  [ß)  und  von  denen  im  Kleinen  Hund  der  10  ; 
glänzende  (a  Procyon)  liegen  nahezu  auf  einer  Geraden;  ] 
denn  der  mittelste  (ß)  weicht  von  der  durch  die  äußersten  i 
Sterne  gezogenen  Geraden  nur  IY2  ZolP^  nordöstlich  (?)  ab,  : 
während  die  Zwischenabstände  gleichgroß  sind.  | 

Löwe.    1.  Von  den   vier  Sternen  (^e%X)  im  Kopfe  des  15  ] 
Löwen  liegen  die  beiden  östlichen  (jw-f)  auf  einer  Geraden       ] 
mit   dem   Stern   (co  Hydrae)   im   Ansatz   des   Nackens  der 
Wasserschlange. 

2.  Eine  durch  den  Schwanz  (ß  Denebola)  des  Löwen  und  Ha  4 
den  Stern  (rj  Benetnasch)  am  Ende  des  Schwanzes  des  Großen  20  ; 
Bären  gezogene  Gerade  läßt  den  hellen  (a  Can.venat.  „Herz  { 
Karls  IL")  unter  dem  Schwänze  des  Großen  Bären  einen  Zoll  ' 
westlich  liegen. 

3.  Eine  durch  den  Stern  («  Can.venat.)  unter  dem  Schwänze  Hei  i 
des  Großen  Bären  und  den  Schwanz  {ß  Denebola)  des  Lö-  25  i 
wen  gezogene  Gerade  geht  genau  durch  die  vorangehenden  \ 
Sterne  (7  and  15  Com.  Bereu.)  im  Haupthaar.  ! 

Jungfrau.     1.  Zwischen   dem   nördlichen   Fuß  (fi)  der 

Jungfrau  und  dem  rechten  Fuß  (^Bootis)  des  Bootes  liegen  j 

zwei  Sterne,  von  denen  der  südliche  (109)  mit  dem  Fuße  30  i 

des  Bootes   gleichhelle   von    einer    durch  die   (genannten)  | 

Füße  (der  Jungfrau  und  des  Bootes)  gezogenen  Geraden  nach  l 

Osten  abweicht,  während  der  nördliche  (31  Bootis)  halbhelle  l 

auf  einer  Geraden  mit  den  Füßen  liegt.  j 

2.  Dem  halbhellen  (31  Bootis)  der  beiden  letztgenannten  35  i 

gehen   zwei   helle   Sterne  (43  H  und  46  H  Bootis)   voraus,  \ 

welche  mit  dem  halbhellen  (31)  ein  gleichschenkliges  Drei-  \ 


Q  Siebentes  Buch.     Erstes  Kapitel. 

eck  bilden,  dessen  Spitze  der  halbhelle  ist,  während  sie  selbst 
(43,  4  6)  auf  einer  Geraden  (?)  mit  dem  Arktur  und  dem 
südlichen  Fuße  (X)  der  Jungfrau  liegen. 

3.  Zwischen  der  Spika  und  dem  vorletzten   (y  Hydrae) 

5  im  Schwänze  der  Wasserschlange  stehen  drei  Sterne  (61, 

63,  69)  auf  einer  Geraden  (?)  miteinander;  von  diesen  liegt 

der  mittelste  ((33)  auf  einer  Geraden  mit  der  Spika  und  dem 

vorletzten  (y)  im  Schwänze  der  Wasserschlange. 

Scheren.    Nahezu  auf  einer  Geraden  mit  den  glänzen- 
10  den  Sternen  {ccß)  in  den  Scheren  steht  nach  Not  den  zu  ein 
glänzender  dreifacher  (a  Serp.  ünuk);  zu  beiden  Seiten  des- 
selben steht  nämlich  je  ein  kleiner  Stern  (k  und  29  *H  Serp.). 
Skorpion.    1.  Eine  durch  den  nachfolgenden  (X)  der  im 
Hei  6  Stachel  des  Skorpions  stehenden  Sterne  (kv)  und  das  rechte 
15  Knie  (tj  Ophiuchi)   des   Schlangenträgers   gezogene   Gerade 
halbiert  (?)  den  Abstand  der  beiden  vorangehenden  Sterne 
(O-  A  Oph.)  im  rechten  Fuße  des  Schlangenträgers. 

2.  Das  fünfte  ('9')  und  das  siebente  (a)   Schwanzgelenk 
Ha  5  liegt  auf  einer  Geraden  mit  dem  glänzenden  Stern  (o;  Arae) 
20  in  der  Mitte  des  Räucheraltars. 

3.  Der   nördlichere  ((>  Arae)  von   den 

^          Sternen    (d'ö  Arae)    an   der    Grundfläche 

^^       /       <p    des   Räucheraltars^'    steht   als   mittelster 

/  nahezu  auf  einer  Geraden  mit  dem  fünften 

25  ^f  Schwanzgelenk  ('9')  und  dem  Stern  (a  Arae) 

/;  in  der  Mitte  des  Räucheraltars,  so  daß  er 

von  jedem  der  beiden  ungefähr  den  glei- 

/  ;'  chen  Abstand  hat. 

/    i*^  Schütze.   1.  Südöstlich  von  dem  Kreis 

30        /    t«  unter  dem  Schützen  (d.  i.  von   der  Süd- 

a  *      /'*^  liehen  Krone)  liegen  zwei  helle  Sterne  (a|3), 

welche  voneinander   den    geraumen  Ab- 

ß4  stand  von   etwa   3  Ellen^^   haben.     Von 

. ihnen  steht   der  südlichere  und  glänzen- 

a)  Beide  Sterne  werden  von  Hipparch  (Comment.  p.  222,  27; 
236,8)  erwähnt,  c  Arae  ist,  als  durch  vorliegendes  Alignement 
bestimmt,  dort  nachzutragen. 


Unveränderlichkeit  des  rixsternhimmels. 


dere  (ß  ein  Doppelstern),  der  im  Fuße  des  Schützen,  nahe- 
zu auf  einer  Geraden  mit  dem  mittelsten  (a)  von  den  drei 
hellen  Sternen  {aßy  Cor.  austr.)  im  Kreis^  welche  in  eben- 
diesem  am  weitesten  nach  Osten  zu  liegen,  und  dem  nach- 
folgenden (^)  von  den  im  Viereck  (^ir 09)  einander  diagonal 
gegenüberstehenden  glänzenden  Sternen  (^0),  so  daß  die 
zwischen  beiden  (ß  und  ^)  sich  erstreckenden  Abstände  (ßa 
und  a^)  gleichgroß  (?)  sind. 

2.  Der  nördliche  (a)  der  (S  6,  3l)  genannten  weicht  von 
dieser  Geraden  nach  Osten  zu  ab  und  liegt  mit  den  glän- 
zenden Sternen  (^(?),  welche  im  Viereck  einander  diagonal 
gegenüberstehen,  auf  einer  Geraden. 

Wassermann.  1.  Die  beiden  dicht  nebeneinander  stehen- 
den Sterne  (^v  Pegasi)  im  Kopfe  des  Pferdes  und  die  nach- 
folgende Schulter  (a)  des  Wassermanns  liegen  nahezu  (?)  auf 
einer  Geraden,  zu  welcher  die  Gerade  von  der  vorangehen- 
den Schulter  (ß)  des  Wassermanns  nach  dem  Stern  (s  Enif) 

am  ünterkinnbacken  des     ^. 

öirrah 


10 


15 

Hei' 


Pferdes  parallel  verläuft. 

2.  Die  vorangehende 
Schulter  (ß)  des  Wasser- 
manns, der  glänzende  (^) 
von  den  zwei  Sternen 
(^^  Peg.)  am  Halse  des 
Pferdes  und  der  Stern 
(a  Andr.  Sirrah)  am  Na- 
bel des  Pferdes  liegen 
auf  einer  Geraden  und 
die  Abstände  {^ß  und 
^a)  sind  gleichgroß. 

3.  Eine  durch  das  Maul 
(s  Enif)  des  Pferdes  und 
den  östlichen  (rj)  von 
den  vier  Sternen  (^r^^ity) 
im  Wasserkrug  gezogene 
Gerade  halbiert  nahezu 
unter    rechten   Winkeln 


Scheat 


20 


Algenih 


Markab\ 


ß* 


'k 


7t 

V 


,ff 


^ß 


Fomalhaut 
die    Gerade,    welche    dUrch    die 


30  ! 


35  ) 


3  Siebentes  Buch.    Erstes  Kapitel. 

beiden  dicht  nebeneinander  stehenden  Sterne  {'^v  Peg.)  im 
Kopfe  des  Pferdes  geht. 
Ha  6  Fische.  Der  Stern  (j3)  an  der  Schnauze  des  südlichen 
Fisches  steht  mit  dem  glänzenden  (o;  Markab)  an  den  Schul- 
5  tern  und  dem  glänzenden  (ß  Scheat)  an  der  Brust  des  Pferdes 
auf  einer  Geraden. 

Widder.     1.  Der  vorangehende  Stern  ((3  Triang.)  an  der 

Grundlinie  des  Dreiecks  weicht  einen  Zoll  östlich  von  einer 

Geraden    ab,  welche    durch  den    Stern  (a)   am   Maule   des 

10  Widders  und  den  linken  Fuß  (j  Alamak)  der  Andromeda  gebt, 

2.  Die  vorangehenden  (ßy)   von   den  Sternen  (aßy)  im 

Kopfe  des  Widders  liegen  mit  dem  Halbierungspunkte  der 

Grundlinie  (ßy  Triang.)  des  Dreiecks  auf  einer  Geraden. 

Stier.   1.  Die  ostwärts  stehenden  Sterne  (ae)  der  Hyaden 

15  und  in  dem  Fell,   welches  der  Orion  in  der  linken  Hand 

hält,  von  Süden  gezählt  der  sechste  (tc^  Or.)  stehen  auf  einer 

Geraden. 

2.  Eine  durch  das  vorangehende  Auge  (d)  des  Stiers  und 
Hei  8  den  von  Süden  siebenten  Stern  im  Fell  (o^  Or.)  gezogene 
20  Gerade  läßt  den  glänzenden  Stern  {a  Aldebaran)  der  Hyaden 
einen  Zoll  nördlich  liegen. 

Zwillinge.  Mit  den  Köpfen  (a  Kastor  und  ß  Pollux) 
der  Zwillinge  liegt  auf  einer  Geraden  ein  Stern  (^  Cancri 
Tegmine),  welcher  hinter  dem  nachfolgenden  Kopf  (ß)  das 
25  Dreifache  des  Abstandes  der  Köpfe  (östlich)  zurückbleibt, 
während  er  mit  den  südlicheren  {öd")  von  den  vier  Sternen 
{öd-yri  Oancri)  um  den  Nebelfleck  (die  sog.  Krippe,  £  Cancri) 
auf  einer  Geraden  liegt. 

Von  diesen  und  ähnlichen  Alignements,  welche  so  ziem- 
30  lieh  über  die  ganze  Sphäre  weg  einen  Anhalt  zum  Vergleich 
bieten,  sehen  wir  kein  einziges  bis  auf  den  heutigen  Tag 
verändert,  was  doch  in  sehr  bemerkbarer  Weise  in  der  Zwi- 
schenzeit von  etwa  260  Jahren*^  geschehen  sein  müßte,  wenn 

a)  Sonst  stets  265  Jahre,  nämlich  von  128  v.  Chr.  bis  138  n.  Chr. ; 
so  S.  15,9;  20,21.  Vgl.  I  142,  i4;  143,1,  wo  es  sich  nm  eine 
Zwischenzeit  von  285  ägyptischen  Jahren  (von  146  v.  Chr.  bis 
140  n.  Chr.)  handelt. 


Unveränderlichkeit  des  Fixsternhimmels.  9 

ausschließlich  die  im  Tierkreis  stehenden  Sterne  den  Fort-  Ha  \ 
schritt  nach  Osten  bewerkstelligten.  : 

Damit  aber  auch  unsere  Nachkommen  an  der  Hand  einer  \ 
noch  größeren  Anzahl  von  ähnlichen  Alignements  den  auf  i 
eine  längere  Zwischenzeit  gegründeten  Vergleich  anstellen  6  j 
können,  werden  wir  noch  von  den  Alignements,  welche  in  \ 
älterer  Zeit  nicht  zur  Aufzeichnung  gelangt,  sondern  erst  ; 
von  uns  beobachtet  worden  sind,  diejenigen  hinzufügen,  \ 
welche  besonders  leicht  wahrgenommen  werden  können.  Als  j 
Ausgangspunkt  wählen  wir  den  10  ■ 

Widder.  Von  den  drei  Sternen  {ccßy)  im  Kopfe  des  i 
"Widders  liegen  die  beiden  nördlicheren  {aß)  mit  dem  glän-  \ 
zenden  Stern  {s  Persei)  im  südlichen  Knie  des  Perseus  und  Hei  i 
der  sog.  Capeila  auf  einer  Geraden. 

Stier.  1.  Eine  durch  die  sog.  Capeila  und  den  glänzen-  15  j 
den  Stern  (a  Aldebaran)  der  Hyaden  gezogene  Gerade  läßt  1 
den  Stern  (t,  Aur.)  im  vorangehenden  Fuße  des  Fuhrmanns  \ 
ein  wenig  östlich  liegen.  ' 

2.  Die  sog.  Capeila  und  der  dem  nachfolgenden  Fuße  des  \ 
Fuhrmanns  mit  der  Spitze  des  nördlichen  Stierhorns  gemein-  20  \ 
same  Stern  (/3)  liegen  mit  dem  Stern  (y  Bellatrix)  in  der  j 
vorangehenden  Schulter  des  Orion  auf  einer  Geraden.  } 

Zwillinge.  Die  glänzenden  Sterne  (a/3)  in  den  Köpfen  * 
der  Zwillinge  liegen  mit  dem  glänzenden  Stern  (O  Hydrae)  ; 
im  Nacken  der  Wasserschlange  nahezu  auf  einer  Geraden.  26  \ 

Krebs.     1.   Die   beiden   dicht   nebeneinander   stehenden        | 
Sterne  (tjc  Urs.  maj.)  im  Vorderfuße  des  Großen  Bären,  der       { 
Stern  {t)  an  der  Spitze  der  nördlichen  Schere  des  Krebses 
und  der  nördliche  Esel  (y)  liegen  auf  einer  Geraden.  j 

2.  Der  südliche  Esel  (^),  der  glänzende  Stern  {a  Procyon)  30  i 
im  Kleinen  Hund  und  der  zwischen  ihnen  stehende  helle  (|3),  ' 
welcher  dem  Kopf  der  Wasserschlange  vorangeht,  liegen  i 
nahezu  (?)  auf  einer  Geraden.  \ 

Löwe.  1.  Eine  von  dem  mittelsten  (y)  der  glänzenden  < 
Sterne  (^yt^)  im  Nacken  des  Löwen  nach  dem  glänzenden  35  ' 
Stern  (a  Alphard)  in  der  Wasserschlange  gezogene   Gerade  Ha  s 


10  Siebentes  Buch.    Erstes  Kapitel. 

läßt  den  Stern  (a  Regulus)  im  Herzen  des  Löwen  ein  wenig 
östlich  liegen. 

2.  Eine  Gerade,  gezogen  von   dem  glänzenden  Stern  (d) 

an  der  Hüfte  des  Löwen  nach  dem  glänzenden  (7  Phekda) 

5  am  Hinterschenkel  des  Großen  Bären,  welcher  im  Viereck 

Hei  10  von  der  nachfolgenden  Seite  der  südliche  ist,  läßt  die  beiden 

dicht   nebeneinander   stehenden    Sterne   (y'^  Urs.  maj.)    am 

Ende  des  nachfolgenden  Fußes  des  Großen  Bären  ein  wenig 

westlich  liegen. 

10       Jungfrau.    1.  Eine  von  dem  Stern  (^)  auf  dem  Schenkel 

der  Jungfrau  nach  dem  vorletzten  (y  Hydrae)  in  dem  Ende 

des  Schwanzes  der  Wasserschlange  gezogene  Gerade  läßt  die 

sog.  Spika  ein  wenig  westlich  liegen. 

2.  Eine   von   der   Spika   nach   dem   Stern   (ß  Bootis)  im 
15  Kopfe  des  Bootes  gezogene  Gerade  läßt  den  Arktur  ein  wenig 

östlich  (vielmehr  stark  westlich!)  liegen.*^^ 

3.  Die  Spika  und  die  Sterne  (öy  Corvi)  auf  den  Flügeln 
des  Raben  liegen  auf  einer  Geraden. 

4.  Die  Spika,  der  Stern  (^)  auf  dem  Schenkel  der  Jung- 
20  frau  und  von  den  drei  Sternen  (jitv  Bootis)  in  dem  voran- 
gehenden Schienbein  des  Bootes  der  nördliche  glänzende  (?^  "i 
liegen  auf  einer  Geraden. 

Scheren.    1.  Die  glänzenden  Sterne  (a|3)  in  den  Scheren 
liegen  mit  dem  Stern  (tt  Hydrae)  am  Ende  des  Schwanzes 
25  der  Wasserschlange  auf  einer  Geraden. 

2.  Der  glänzende  Stern  (a  Zuben-el-dschenubi)  in  der  süd- 
lichen Schere,  der  Arktur  und  von  den  drei  Sternen  {s^rj 
Urs.  maj.)  im  Schwänze  des  Großen  Bären  der  mittelste 
(^  Mizar)  liegen  auf  einer  Geraden. 
30  .3.  Der  glänzende  Stern  (ß  Zuben-el-schemali)  ia  der  nörd- 
lichen Schere,  der  Arktur  und  der  Stern  {y  Phekda)  am 
Hinterschenkel  des  Großen  Bären  liegen  auf  einer  Geraden. 

Skorpion.  1.  Der  Stern  (^  Oph.)  im  nachfolgenden 
Schienbein  des  Schlangenträgers,  der  im  fünften  Schwanz- 

a)  Die  Ortsveränderung  gegen  die  benachbarten  Sterne  be- 
trägt ungefähr  drei  Vollmondbreiten  in  westlicher  Richtung. 
Vgl.  Hipp.  Comment.  p.  192,  9;  194,  s  und  die  erl.  Anm  26  dazu. 


1 
Unveränderlichkeit  des  Fixsternhimmels.  H       '• 

gelenk  ('9')  des  Skorpions  und  von  den  beiden  dicht  neben- 
einander stehenden  (Av)  im  Stachel  des  Skorpions  der  voran-       j 
gebende  (y)  liegen  aut  einer  Geraden.  j 

2.  Der  vorangehende  (ö)  von  den  drei  Sternen  (taa)  in  | 
der  Brust  des  Skorpions  und  die  zwei  Sterne  (t^^  Oph.)  in  5^ 
den  Knien  des  Schlangenträgers  bilden  ein  gleichschenkliges  Hei ; 
Dreieck,  an  dessen  Spitze  der  vorangehende  ((?)  von  den  Ha  ' 
drei  Sternen  in  der  Brust  steht.  ; 

Schütze.    1.  Der  Stern  (|3)  zweiter  Größe  im  vorderen 
südlichen  Knöchel  des  Schützen  steht  mit  dem  Stern  (y)  an  10 
der  Pfeilspitze  und  dem  Stern  (rj  Oph.)  im  nachfolgenden       ;■ 
Knie  des  Schlangenträgers  auf  einer  Geraden.  | 

2.  Der  Stern  (a)  am  Knie  desselben  Beines  des  Schützen,  j 
welcher  neben  dem  (Südlichen)  Kranz  steht,  liegt  mit  dem  - 
Stern  (y)  an  der  Pfeilspitze  und  dem  Stern  (^  Oph.)  im  vor-  15 ' 
angehenden  Knie  des  Schlangenträgers  auf  einer  Geraden. 

Steinbock.  1.  Eine  von  dem  glänzenden  Stern  (a Wega)  in       \ 
der  Leier  nach  den  Sternen  (aß)  in  den  Hörnern  des  Stein-       \ 
bocks  gezogene  Gerade  läßt  den  glänzenden  Stern  (a  Atair) 
im  Adler  ein  wenig  östlich  liegen.  20  i 

2.  Eine  von  dem  glänzenden  Stern  (a  Atair)  im  Adler  i 
nach  dem  Stern  erster  Größe  (a  Fomalhaut)  am  Maule  des  j 
Südlichen  Fisches  gezogene  Gerade  halbiert  nahezu  den  Ab-  j 
stand  zwischen  den  zwei  glänzenden  Sternen  (y  6)  im  Schwänze  1 
des  Steinbocks.  25  i 

Wassermann.  Eine  von  dem  Stern  erster  Größe  {a  Fo-  | 
malhaut)  am  Maule  des  Südlichen  Fisches  nach  dem  Stern  | 
(g  Enif)  am  Maule  des  Pferdes  gezogene  Gerade  läßt  den  i 
glänzenden  Stern  (a)  an  der  nachfolgenden  Schulter  des  \ 
Wassermanns  ein  wenig  östlich  liegen  (s.  Fig.  S.  7).  30  • 

Fische.  Die  Sterne  (cc  Pisc.  austr.  und  ß  Piscium)  an  ] 
den  Mäulern  der  beiden  südlichen  Fische  und  die  voran-  \ 
gehenden  [a  Markab  und  ß  Scheat)  des  Vierecks  im  Pferde  ■ 
liegen  auf  einer  Geraden  (s.  Fig.  S.  7).  ^ 

Prüft  man  wieder  auch  gerade  auf  diese  Alignements  hin  35  ■ 
die  Sternbilder  nach  dem  Sternbestand  des  Himmelsglobus  ' 
Hipparchs,  so   wird  man  die  Lage  der  betreffenden  Sterne  Hei  | 


12  Siebentes  Buch.    Zweites  Kapitel. 

auf  dem  Globus,  wie  sie  der  damaligen  Beobachtung  ent- 
sprechend zur  Auftragung  gelangt  ist,  ohne  wesentliche  Ab- 
weichungen als  die  nämliche  wie  heutzutage  finden. 


Zweites  Kapitel. 

Nachweis,  daß  die  Fixsternsphäre  eine  in  der  Richtung 

der  Ekliptikzeichen  vor  sich  gehende  Bewegung  hat. 

Ja  10       Aus  diesem  und  ähnlichem  Beobachtungsmaterial   kann 
5  uns   der   Schluß  nahegelegt  werden,  daß  schlechthin  allen 
sog.  Fixsternen  einerlei  Verhalten  und  dieselbe  Bewegung 
eigen  sei.   Daß  aber  auch  ihre  Sphäre  eine  ganz  eigenartige 
Bewegung  in  der  dem  Umschwung  des  Weltalls  entgegen- 
gesetzten Richtung  vollziehe,  d.h.  nach  der  Seite  hin,  welche 
10  östlich  des  durch  die  beiden  Pole  des  Äquators  und  der 
Ekliptik  gezogenen  größten  (Kolur-)  Kreises  (vgl.  123, 14—22) 
liegt,  das  wird  uns  hauptsächlich  daraus  ersichtlich,  daß  die 
nämlichen  Sterne  in  vergangener  Zeit  nicht  dieselben  Ent- 
fernungen wie  heutzutage  von  den  Wende-  und  Nachtgleichen- 
15  punkten  einhalten,  sondern  je  nach  der  Länge  der  verflossenen 
Zwischenzeit  gegen  früher  in  immer  größerer  Entfernung 
östlich  der  betreffenden  Punkte  gefunden  werden. 

In  der  Schrift  „Über  die  Veränderung  der  Wende-  und 
Nachtgleichenpunkte"  gelangt  nämlich  Hipparch  durch  Ver- 
20  gleichung  von  zu  seiner  Zeit  (vgl.  I  136,  26)  genau  beob- 
achteten Mondfinsternissen  mit  solchen,  welche  noch  früher 
von  Timocharis  beobachtet  worden  waren,  zu  dem  Ergebnis, 
lei  13  daß  die  Spika  von  dem  Herbstnachtgleichenpunkt  gegen  die 
Eichtung  der  Zeichen  zu  seiner  Zeit  6*^,  zu  Timocharis'  Zeit 
la  11  dagegen  nahezu  8®  entfernt  stand.    Er  drückt  sich  nämlich 
26  schließlich  folgendermaßen  aus:  „Wenn  also  z.  B.  die  Spika 
früher  in  der  Länge  der  Zeichen  8^  westlich  des  Herbst- 
punktes stand*),  jetzt  aber  nur  noch  6°"  usw.    Aber  auch 
bei  den  anderen  Fixsternen,  welche  er  in  die  Vergleichung 

a)  D.  h.  in  iTp  22°  ohne  Rücksicht  auf  ihre  südliche  Breite, 
die  unverändert  2"  beträgt. 


Bewegung  der  Fixsternsphäre.  13        '. 

miteinbezogen  hat,  weist  er  nach,  daß  in  der  Eichtung  der  j 
Zeichen  ein  Weiterrücken  von  gleichgroßem  Betrage  statt-  :j 
gefunden  habe.  j 

Als  wir  selbst  die  scheinbaren  Entfernungen  der  Fixsterne  | 
von  den  Wende-  und  Nachtgleichenpunkten,  wie  sie  sich  zu  5  j 
unserer  Zeit  darbieten,  mit  den  von  Hipparch  beobachteten  j 
und  aufgezeichneten  Abständen  verglichen,  fanden  wir  gleich-  ] 
falls,  daß  ein  WeiteiTÜcken  in  der  Richtung  der  Ekliptik-  | 
zeichen  dem  oben  mitgeteilten  Fortschritt  entsprechend  statt-  j 
gefunden  habe.  Angestellt  haben  wir  die  Prüfung  dieser  10  { 
Erscheinung  mit  dem  für  solche  Zwecke  von  uns  kon-  j 
struierten  Instrument  (1254  ff.)  durch  Beobachtungen  der  ' 
von  Fall  zu  Fall  gebotenen  Elongationen  des  Mondes  von  ■ 
der  Sonne.  Wir  stellten  den  einen  (d.  i.  den  äußeren)  Astro-  ] 
labring  auf  den  zur  Stunde  der  Beobachtung  (durch  Elon-  15  ; 
gation  und  Parallaxe)  gegebenen  scheinbaren  Ort  des  Mon-  , 
des  ein  und  drehten  den  anderen  (inneren)  auf  den  anzu- 
visierenden Fixstern,  um  Mond  und  Fixstern  gleichzeitig  in  ! 
ihren  Positionen  in  die  Visierlinie  zu  bekommen.  Auf  diese  i 
Weise  erhielten  wir  aus  dem  Abstand  von  dem  Monde  auch  20  ; 
für  jeden  der  glänzenden  Fixsterne  den  zurzeit  eingenom-  ^ 
menen  Ort.  5 

So  beobachteten  wir,  um  ein  Beispiel  zu  geben,  im  zweiten  Hei : 
Jahre  Antonius  am  9.  ägyptischen  Pharmuthi  (23.  Februar 
139  n.  Chr.),  als  in  Alexandria  die  Sonne  eben  im  Begriff  25  ; 
war  unterzugehen,  während  der  letzte  Grad  des  Stiers  (oder 
TTO*^)  kulminierte,  d.i.  öYg  Äquinoktialstunden  nach  dem  Ha  i 
Mittag  des  9*®^,  daß  der  scheinbare  Mond  von  der  in  )(  3^  ^ 
anvisierten  Sonne  eine  Elongation  von  92^  7'  30"  hatte.*)  [ 
Als  nach  einer  halben  Stunde  die  Sonne  bereits  unter-  30  \ 
gegangen  war  und  der  vierte  Teil  der  Zwillinge  (d.  i.  TT  7^  30')        { 


a)  Hiernach  wäre  der  scheinbare  Ort  des  Mondes,  d.  h.,  weil 
zurzeit  östlich  des  Meridians,  der  durch  die  in  der  Kichtung  der 
Zeichen  wirkende  Längenparallaxe  vermehrte  genaue  Ort,  um 
5%  Uhr  92«  T  30"  -  [27«  X  -f  60«]  =  H  5«  7'  30".  Aber  dieser 
Ort  wird  S.  14,  9  noch  berichtigt. 


14  Siebentes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

kulminierte*',  betrug,  als  der  scheinbare  Mond  in  derselben 
Stellung  anvisiert  wurde^',  der  scheinbare  Abstand  des  Sterns 
(Regulus)  im  Herzen  des  Löwen  von  dem  Monde  an  dem 
anderen  (äußeren)  Astrolabring  wieder  in  der  Richtung  der 
5  Zeichen  öTVg  Ekliptikgrade.  Nun  war  zuerst  (d.i.  bei  Be- 
ginn der  Beobachtung)  der  genaue  Ort  der  Sonne  )(  3^  3', 
so  daß  der  scheinbare  Mond  bei  der  Elongation  von  92*^  7'  30' 
in  der  Richtung  der  Zeichen  damals  (d.  i  noch  östlich  des 
Meridians)  ohne  wesentlichen  Fehler^)  in  TT  5"  10'  stand,  wo 

10  er  auch  nach  unseren  Voraussetzungen  (d.  i,  nach  den  Mond- 
tafeln) stehen  mußte.^^  Nach  Verlauf  der  halben  Stunde 
mußte  sich  aber  der  Mond  ungefähr  ^/^  in  der  Richtung 
der  Zeichen  weiterbewegt  haben^^',  während  seine  (Längen-) 
Parallaxe  gegen  die  erste  Stellung  ungefähr  7i2^  gegen  die 

15  Richtung  der  Zeichen^'  betragen  mußte.   Mithin  stand  nach 

biei  15  Verlauf  der  halben  Stunde  der  scheinbare  Mond  in  TT  5^  20' 

(d.  i.  in  TT  5»  10'  +  [15'  —  5']).    Folglich  stand  der  Stern 

im  Herzen,  da  sein  scheinbarer  Abstand  von  dem  Monde  in 

der  Richtung  der  Zeichen  57"  10'  betrug,  in  ^  2<^  30',  d.h. 

20  er  hatte  von  dem  Sommerwendepunkt  eine  Entfernung  von 
32^  30'. 

Nun  hatte  dieser  Stern  im  50*^^  Jahre  der  dritten  Kal- 
lippischen  Periode  (129/128  v.Chr.),  wie  Hipparch  als  Be- 

a)  Indem  während  dieser  halben  Stunde  TVg  Äquatorgrade 
den  Meridian  passiert  hatten,  wodurch  der  Mond  etwa  2"  west- 
lich des  Meridians  zu  stehen  kam. 

b)  D  h.  unter  Annahme  derselben  scheinbaren  Elongation, 
mithin  ohne  Rücksicht  auf  die  inzwischen  vor  sich  gegangene 
Eigenbewegung  und  Änderung  der  Parallaxe,  wurde  der  innere 
Astrolabring.  auf  den  ersten  Ort  eingestellt  bleibend,  von 
neuem  auf  den  Mond  gedreht.     S.  Anm.  3. 

c)  D.  i.  infolge  des  berichtigten  Sonnenorts  3'  weiter  östlich, 
aber  mit  Vernachlässigung  von  30". 

d)  Bei  der  stündlichen  mittleren  Bewegung  in  Länge  von 
0^  32'  56"  etwas  mehr. 

e)  Weil  er  nunmehr  2*^  westlich  des  Meridians  stand,  woraus 
sich  die  gegen  die  Richtung  der  Zeichen  wirkende  Längen- 
parallaxe erklärt. 


Bewegung  der  Fixsternsphäre.                         15  ] 

obaclater    aufzeiclinet*),   vom  Sommerwendepunkt  ab  eben-  \ 

falls  wieder  in  der  Richtung  der  Zeichen   eine  Entfernung  \ 

von  29^  50'.    Folglich  ist  der  Stern  im  Herzen  des  Löwen  iia  u 
in  der  Richtung  der  Ekliptikzeichen  2°  40'  weitergerückt. 

Da  die  Zwischenzeit  seit  Hipparchs  Beobachtung  bis  zum  6  j 

ersten  Jahre  der  Regierung  Antonius  (137/138  n.  Chr.),  in  ' 

welchem  gerade  auch  wir  die  Örter  der  meisten  Fixsterne  \ 

durch  Beobachtung  festgestellt  haben,  ungefähr  (128  +  137)  j 

265  Jahre  beträgt,  so  ist  auf  diesem  Wege  gefunden  wor-  ;| 

den,  daß  in  rund  100  Jahren  ein  Fortrücken  von  einem  10  j 

Grad  in  der  Richtung  der  Zeichen  stattgefunden  hat.    Das  i 

ist  offenbar  auch   die  mit  Vorbehalt  hingestellte  Annahme  * 

Hipparchs  gewesen,  der  in  der  Schrift  „Über  die  Länge  des  } 

Jahres"  also  sagt:  „Wenn  nämlich  aus  diesem  Grunde  die  ' 
Wenden  und  die  Nachtgleichen  in  einem  Jahre  mindestens  15 

Vioo°   gögßii   cliö   Richtung    der   Zeichen   zurückgingen,   so  Hei  le 

müßten  sie  in  300  Jahren  mindestens  3°  zurückgegangen  \ 

sein."  j 

Nachdem  wir  auf  dieselbe  Weise  auch  die  Spika  und  die  j 

glänzendsten  in  der  Nähe  der  Ekliptik  stehenden  Sterne  von  20  ; 

dem  Monde  aus  anvisiert  hatten  und  dann  weiter  direkt  von  ^ 

diesen  Sternen  aus  bequemer  auch  die  anderen,  fanden  wir  ^ 

ihre  Abstände  voneinander  ungefähr  wieder  gleichgroß  wie  \ 

die  von  Hipparch  beobachteten,  während  die  Entfernungen  \ 

von  den  Wende-  und  Nachtgleichenpunkten  gegen  Hipparchs  25  i 

Aufzeichnung  bei  jedem  ungefähr  um  obige  2^  40'  in  der  i 

Richtung  der  Zeichen  zugenommen  hatten.  \ 


a)  Nach  Hipparch  (Comment.  p.  240, 20)  stand  er  in  Q  30 ^ 


16  Siebentes  Buch.     Drittes  Kapitel. 


Drittes  Kapitel. 

Nachweis,  daß  die  in  der  Richtung  der  Zeichen  vor  sicl]| 

gehende  Bewegung  der  Fixsternsphäre  sich  um  die  Pol^ 

der  Ekliptik  vollzieht.  I 

I 
Hn  14      Daß  also  auch  die  Fixsternsphäre  in  der  Richtung  de» 

Ekliptikzeichen  den  oben  annähernd  bestimmten  Fortschri" 

bewerkstelligt,  ist  uns  durch  vorstehendes  verständlich  ge 

worden.    Indem  es   nun  die  weitere  Aufgabe  ist,  die  Ar 

5  der  geschilderten  Bewegung  zu  untersuchen,  d.  h.  ob  sie  sie 

um  die  Pole  des  Äquators  oder  um  die  Pole  der  Ekliptikä 

vollziehe,  so  würde  die  Frage  schon  mit  dem  Vorrücken  im 

Länge  entschieden  sein  —  denn  ebenso  wie  die  durch  die: 

Hei  17  Pole  des  Äquators  gezogenen  größten  (Deklinations-)  Kreisel 

10  in  der  Ekliptik  ungleiche  Bogen  abschneiden,  schneiden  auchi 
die  durch  die  Pole  der  Ekliptik  gezogenen  größten  (Breiten-)^ 
Kreise  auf  dem  Äquator  ungleiche  Bogen  ab*^  —  wenn; 
nicht  in  der  (verhältnismäßig)  so  kurzen  Zeit  der  Fortschritt- 
in Länge  nur  ganz  unbedeutend  wäre  und  deshalb  (bei  Be-^ 

16  Ziehung  desselben  auf  den  Äquator)  der  aus  dem  genann-; 
ten  Grunde  sich  etwa  äußernde  Unterschied  (der  Bogen)^ 
noch  kaum  bemerkbar  sein  könnte.  Am  besten  dürfte  diese! 
Frage  entschieden  werden  durch  die  Positionen  der  Fix-1 
Sterne  in  Breite,  wie  sie  ehemals  waren  und  wie  sie  heut-i 

20  zutage  sind;  denn  zu  welchem  der  beiden  Kreise,  zum  Aqua-, 

tor  oder  zur  Ekliptik,  die  Fixsterne  ewig  dieselben  schein-: 

baren  Abstände  in  Breite  einhalten,  um  dessen  Pole  wird; 

sich  offenbar  auch   die  Bewegung  ihrer  Sphäre  vollziehen.; 

Ha  15       Schon  Hipparch  erklärt  sich  nun  für  die  Bewegung  um; 

25  die  Pole  der  Ekliptik;  er  betont  nämlich  in  der  Schrifti 
„Über  die  Veränderung  der  "Wende-  und  Nachtgleichen-; 
punkte"  den  Umstand,  daß  gerade  wieder  die  Spika  nachi 
den  von  Timocharis  und  von  ihm  selbst  ansrestellten  Be-| 


a)  So  daß  die  bei  allen  Sternen  gleichgroß  gefundenen; 
Bogen  des  Vorrückens  in  Länge  nur  auf  eine  parallel  zur! 
Ekliptik  verlaufend^  Bewegung  hinweisen  können.  i 


Bewegung  um  die  Pole  der  Ekliptik.                   17  'l 

obachtungen  nicht  zum  Äquator,  sondern  zur  Ekliptik  den  j 
Betrag  ihres  Abstandes  in  Breite  innegehalten  habe  und  i 
nach  wie  vor  2°  südlich  der  Ekliptik  stehe.   Deshalb  nimmt  ] 
er  auch  in  der  Schrift  „Von  der  Länge  des  Jahres"  einzig 
und  allein  die  Bewegung  an,  welche  sich  um  die  Pole  der    5  ; 
Ekliptik  vollzieht,  ist  aber  gleichwohl  seiner  Sache   noch  Hei  u 
nicht  gewiß,  wie  er  selbst  versichert ,  weil  erstens  auf  die 
Beobachtungen  der  Astronomen  aus  der  Schule  des  Timo-  j 
charis  wegen  ihrer  sehr  oberflächlichen  Fassung  kein  rechter  ■ 
Verlaß  sei,  und  weil  zweitens  der  in  der  Zwischenzeit  ein-  lO 
getretene  Unterschied  noch  nicht  groß  genug  sei,  um  aus 
ihm  einen  sicheren  Schluß  ziehen  zu  können.    Wir  dagegen, 
die  wir  die  in  Frage  stehende  Erscheinung  sowohl  auf  Grund 
einer  noch  längeren  Vorzeit  als  auch  so  ziemlich  an  allen 
Fixsternen  beobachtet  vorfinden,  können  natürlich  schon  mit  15  \ 
größerer  Zuversicht  an  die  Bewegung  der  Fixsterne  um  die  ] 
Pole  der  Ekliptik  glauben.    Indem  wir  nämlich  für  jeden  i 
Fixstern  seinen  Abstand  von  der  Ekliptik  in  Breite  auf  dem  ' 
durch  deren  Pole  gezogenen  größten  (Breiten-)  Kreis  durch  | 
Beobachtung  feststellten,  fanden  wir  fast  genau  dieselben  20  ; 
Beträge,  wie  sie  zu  Hipparchs  Zeit  aufgezeichnet  und  zu-  ; 
sammengestellt  worden  sind,  oder  wenigstens  mit  einer  ganz  ' 
geringen  Differenz  behaftet,   wie  eine  solche  direkt  bei  den  \ 
Beobachtungen  schon  infolge  eines  kleinen  Versehens  ein- 
treten kann.   Wenn  wir  dagegen  die  Abstände  vom  Äquator  25  j 
auf  dem  durch  dessen  Pole  gezogenen  größten  (Deklinations-)  Ha  i( 
Kreis  durch  Beobachtung  feststellten,  fanden  wir  weder  die 
von  uns  gewonnenen  Beträge  in  ÜbereinstimmuBg  mit  den 
von  Hipparch  in  derselben  Hinsicht  aufgezeichneten,   noch  j 
diese  wieder  mit  den  noch  früher  von  den  Astronomen  aus  30  ! 
der  Schule  des  Timocharis  überlieferten.   Gerade  aus  diesen  . 
(älteren)  Aufzeichnungen   fanden  wir  nun  den  sich  gleich-  : 
bleibenden  Betrag  der  Breite  zur  Ekliptik  nur  noch  mehr  ä 
bestätigt,  wogegen  stets  nördlicher  als  der  ältere  Abstand  ^ 
vom  Äquator  die  Sterne  auf  der  Halbkugel  von  der  Winter-  35 
wende   über  den  Frühlingspunkt  bis  zur  Sommerwende  ge-  Hei  i\ 
funden  wurden,  stets  südlicher  die  Sterne  auf  der  entgegen- 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  IL  2 


18 


Siebentes  Buch.    Drittes  Kapitel. 


gesetzten  Halbkugel.  Und  zwar  ergaben  sich  bei  den  Sternen 
in  der  Nähe  der  Nachtgleichenpunkte  größere,  bei  denen  in 
der  Nähe  der  Wendepunkte  geringere  Unterschiede  (gegen 
früher),  etwa  dem  Betrag  entsprechend,  um  welchen  die  ost- 
5  wärts  liegenden  Teile  der  Ekliptik  bei  gleichgroßem  Fortschritt 
in  Länge  (auf  der  einen  Halbkugel)  weiter  nördlich  oder  (auf 
der  anderen)  weiter  südlich  des  Äquators  zu  liegen  kommen. 
I.  Um  an  einigen  besonders  deutlichen  Beispielen  die  ge- 
schilderte Bewegung  noch  besser  zu  veranschaulichen,  werden 

10  wir  für  jede  der  näherbezeichneten  Halbkugeln  die  Abstände 
der  Sterne  in  Breite  vom  Äquator  (d.  i.  ihre  Deklination), 
gemessen  auf  dem  durch  dessen  Pole  gezogenen  größten 
Kreis,  zusammenstellen,  wie  sie  erstens  zur  Zeit  der  Astro- 
nomen aus  der  Schule  des  Timocharis  (und  Aristyll),  zwei- 

15  tens  zur  Zeit  des  Hipparch  und  drittens  in  derselben  Hin- 
sicht von  uns  gewonnen  worden  sind. 

A.  Die  Halbkugel  mit  dem  Frühlingspunkt. 
1.  Der  glänzende  Stern 

Tim.+  5<^48'|Hipp.+  5^48' 


im  Adler  (Atair) 
20  2.  Die  Mitte  der  Pleias 

Uli  17      (Alkyone) 

H3i  20  3.  Der  glänzende  der  Hy- 

aden  (Aldebaran)    .  . 

4.  Der  glänzendste  im 
25      Fuhrmann,diesog.Ca- 

pella .  . 

5.  Der  Stern  in  der  voran- 
geh enden  Schulter  des 
Orion  (Bellatrix)  .  .  . 

30  6.  Der  Stern  in  der  nach- 
folgen denSchulter  des 
Orion  (Beteigeuze)  .  . 

7.  Der  glänzende  Stern 
am  Maule  des  Hundes 

35       (Sirius)    .   ....... 

8.  Der  vorang.  von  den 
glänzenden  Sternen  in 
den  Köpfen  der  Zwil- 
linge (Kastor) 

40  9.  Der  nachfolgende 

Hei  21        (Pollux)   ........ 


„    -|-14«30' 
„    +   8^45' 

Ar.  +40°  0' 

Tim.+   1^2' 

„    +   3«o0' 

„    -16^20' 

Ar  H-33<>  0' 
„    +30«  0' 


+  15^10' 
+   9°45' 

+  40<'24' 

+   1<'48' 

+  4^20' 

-16<>  0' 

+  33n0' 

+  30«  0' 


Wir+  5  «50' 
„+16«15' 
„  +11«  0' 

„  +41«10' 

„  +   2  «30' 


+   5  «15', 
-15«45' 

+  33«24' 
+  30«10' 


Bewegung  um  die  Pole  der  Ekliptik. 


19 


Bei  allen  diesen  Sternen,  welche  hinsichtlich  ihrer  Lage 
in  Länge  von  den  oben  bezeichneten  Halbkugeln  der  mit 
dem  Frühlingspunkt  angehören,  sind  die  späteren  Stellungen 
zum  Äquator  in  Breite  alle  nördlicher  geworden  als  die 
zeitlich  früheren,  und  zwar  bei  den  Sternen  (wie  1,  8  und  9) 
in  der  Nähe  der  Wendepunkte  selbst  um  einen  ganz  geringen 
Betrag,  dagegen  um  einen  ziemlich  beträchtlichen  bei  den 
Sternen  (wie  2  und  3)  in  der  Nähe  der  Nacbtgleichenpunkte, 
was  durchaus  dem  Fortschritt  um  die  Pole  der  Ekliptik  in 
der  Richtung  der  Zeichen  entspricht,  weil  auch  die  nach- 
folgenden Abschnitte  dieses  Halbkreises  (der  Ekliptik)  immer 
nördlicher  werden  als  die  vorangehenden*^  und  zwar  die 
Abschnitte  in  der  Nähe  der  Nachtgleichenpunkte  wieder  mit 
größeren  Unterschieden  (gegen  früher),  die  in  der  Nähe  der 
Wendepunkte  mit  geringeren  Unterschieden. 


Ha  18^ 


10 


15      1 


B.  Die  entgegengesetzte  Halbkugel. 


l.Der  Stern  im  Herzen 
des  Löwen  (Regulus) 

2.  Die  sog.  Spika   .  .  .  . 

3.  Von  den  3  Sternen  im 
Schwänze  des  Großen 
Bären  der  letzte  (Be- 
netnasch) 

4.  Der  vorletzte  in  der 
Mitte  des  Schwanzes 
(Mizar) 

5.  Der  drittletzte  am 
Ansatz  des  Schwanzes 
(Alioth) 

6.  Der  Arktur 


Tim.+  21''20' 
„    +    1'24' 


Ar. +61^30' 
„    +67*^15' 


„    +68''30' 
Tim.  r  31^30' 


Hipp +20  "40' 
„     +   0«36' 


+  60^45' 
+  66^30' 


+  67^36' 
+  31''  0' 


Wir+ig'^öo'        ; 

„   —    0^30' Hol  23! 
20      ! 


„  +59  «40' 


+  65*^  0' 


25 


„   +66<>15'  Ha  19' 
„  +29^50'  30       ■ 


a)  Die  vom  Widderpunkt  in  der  Richtung  der  Zeichen  ver- 
laufenden Grade  (T  8  TT)  erheben  sich  immer  mehr  über  den 
Äquator,  die  von  da  gegen  die  Richtung  der  Zeichen  verlaufen- 
den Grade  (X  '^^  o')  nähern  sich  immer  mehr  dem  Äquator 
von  Süden  her  und  zwar  geht  die  Zunahme  der  nördlichen  oder 
die  Abnahme  der  südlichen  Deklination  anfangs  stärker,  gegen 
die  Wendepunkte  hin  in  geringerem  Maße  vor  sich. 


äo 


Siebentes  Buch.     Drittes  Kapitel. 


7.  Von  den  glänzenden 
Sternen  in  den  Scheren 
des  Skorpions  der  am 
Ende    der    südlichen 

5       Schere  (Zuben-el- 
dschenubi) 

8.  Der  am  Ende  der  nörd- 
lichen Schere  (Zuben- 

Hei  23      el-schemali) 

10  9.  Der  glänzende  in  der 
Brust  des  Skorpions, 
der  sog.  Antares  .  .  . 


Tim.-  ö«»  0' 
„  +  1°12' 
„    -18°20' 


Hipp.-  5»36' 
„  +  0«24' 
„     -19»  0' 


Wir-  7 «10' 
„  -  1»  0' 
„   -20^5' 


Bei  allen  diesen  Sternen  sind  umgekehrt,  der  entgegen- 
gesetzten Lage  entsprechend,  die  späteren  Positionen  zum 

15  Äquator  in  Breite  verhältnismäßig  südlicher  geworden  als 
die  zeitlich  früheren. 

IL  Auch  aus  vorstehendem  Material  läßt  sich  die  Tat- 
sache ableiten,  daß  der  Fortschritt  der  Fixsternsphäre  in 
Länge  in  der   Richtung   der   Zeichen  in  rund  100  Jahren, 

2Q_  wie  oben  (S.  15,  lO)  bereits  bemerkt,  einen  Grad  beträgt, 
mithin  2^  40'  in  den  265  Jahren,  die  zwischen  den  Beob- 
achtungen Hipparchs  und  den  unserigen  liegen.  Ganz  be- 
sonders deutlich  dürfte  sich  dies  ans  dem  Unterschied  in 
Breite  herausstellen,   welcher  bei  den  Sternen  in  der  Nähe 

25  der  Nachtgleichenpunkte  gefunden  worden  ist. 

A.  Die  Halbkugel  mit  dem  Frühlingspunkt. 
1.  Die  Mitte  der  Pleias  (Alkyone),  zu  Hipparchs  Zeit 
15*^10'  nördlich  des  Äquators  gefunden,  zu  unserer  Zeit 
16^15',  ist  in  der  Zwischenzeit  um  1*^5'  nördlicher  ge- 
30  worden.  Ebensoviel  beträgt  nahezu  der  Unterschied  in  Breite 
Hei  24  zum  Aquator  zwischen  den  genannten  2^/^^  der  Ekliptik  am 
Ende  des  Widders,  die  auf  den  Fortschritt  in  Länge  in  der 
Richtung  der  Zeichen  entfallen,  welcher  in  derselben  Zeit 
stattgefunden  hat.*) 

a)  Angenommen,  die  Alkyone  habe  zu  Hipparchs  Zeit  (vgl. 
Comment.  p.  214, 12)  auf  dem  durch  Y  30"  gehenden  Deklina- 
tionskreis gestanden,  mithin  zur  Zeit  des  Ptolemäus  auf  dem 
durch  ^  2**  40'  gehenden,  so  gibt  die  Tabelle  der  Ekliptikschiefe, 


Ha 


Bewegung  um  die  Pole  der  Ekliptik.  21 

2.  Die  sog.  Capella,  zu  Hipparchs  Zeit  40°  24'  nörd- 
lich des  Äquators  gefunden,  zu  unserer  Zeit  41^  .10',  ist 
Yg®  nördlicher  geworden.  Ebensoviel  beträgt  wieder  der 
Unterschied  in  Breite  zum  Äquator  zwischen  den  273°  der 
Ekliptik  um  die  Mitte  des  Stiers.*^  5 

3.  Der  Stern  (y  Bellatrix)  in  der  vorangehenden  Schul- 
ter des  Orion,  zu  Hipparchs  Zeit  1°  48'  nördlich  des  Äqua- 
tors gefunden,  zu  unserer  Zeit  2®  30',  ist  ungefähr  ^s"  nörd- 
licher geworden.  Ebensoviel  beträgt  ungefähr  der  Unter- 
schied in  Breite  zum  Äquator  zwischen  den  2°  40'  der  10 
Ekliptik  nach  dem  zweiten  Drittel  des  Stiers.^^ 

B.  Die  entgegengesetzte  Halbkugel. 

1.  Die  Spika,  zu  Hipparchs  Zeit  O'^  36'  nördlich  des 
Äquators  gefunden,  zu  unserer  Zeit  0^  30'  südlich  desselben, 
ist  1"  6'  südlicher  geworden.   Ebensoviel  beträgt  wieder  der  15 
Unterschied  in  Breite  zum  Äquator  zwischen  den  2°  40'  der 
Ekliptik  am  Ende  der  Jungfrau.'^) 

,  .  /Ha  21 

2.  Der  Stern  (rj  Benetnasch)  am  Ende  des  Schwanzes  JHei  25 
des  Großen  Bären,  zu  Hipparchs  Zeit  60^45'  nördlich  des 
Äquators  gefunden,  zu  unserer  Zeit  59^40',  ist  1^5'   süd-  20 
lieber   geworden.     Ebensoviel   beträgt  der  Unterschied  in 

selbst  wenn  man  ^  3°  statt  H  2^40'  annimmt,  als  Unterschied 
der  Meridianbogen ,  welche  zwischen  diesem  Ekliptikstück  (von 
30°  bis  33<^  Länge)  und  dem  Äquator  liegen,  nur  12^3' 30" 
-11M0'  =  1«3'30". 

a)  Der  Unterschied  der  Deklination  zwischen  dem  Ekliptik- 
stück von  8  14^' 30'  (vgl.  Hipp.  Comm.  p.  248,  4)  bis  H  17M0', 
d.  i.  zwischen  den  Längen  44"  30'  bis  47*^10',  beträgt  nach  der 
Tabelle  der  Schiefe  17"  15'  -  16"  27'  =  0"  48', 

b)  Der  Unterschied  der  Deklination  zwischen  H  25"  (vgl.  Hipp. 
Comm.  p.  186, 10)  und  «  27° 40',  d.  i.  zwischen  55"  bis  57" 40' 
Länge,  beträgt  19"  59'  -  19"  20'  =  0"  39'. 

c)  Der  Unterschied  der  Deklination  zwischen  np  24"  (vgl.  Hipp. 
Comm.  p.  196, 19)  und  Tip26"40',  d.  i.  zwischen  3"20'  und  6"  des 
Ekliptikquadranten  rückwärts  des  Herbstpunktes,  beträgt 
2"25'-l"20'  =  l"5'. 


22  Siebentes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

Breite   zum  Äquator   zwischen  den   2^40'  der  Ekliptik  im 
ersten  Drittel  des  Zeichens  der  Scheren.^^ 

3.  Der  Arktur,  zu  Hipparchs  Zeit  31^  nördlich  des  Äqua- 
tors gefunden,  zu  unserer  Zeit  29^50',  ist  l^lO'  südlicher 
5  geworden.    Ebensoviel  beträgt  ungefähr  der  Unterschied  in 
Breite  zum  Äquator  zwischen  den  ebenfalls  im  ersten  Drittel 
der  Scheren  gelegenen  2^' 40'  der  Ekliptik.^^ 

III.  Noch  anschaulicher  dürfte  uns  der  Nachweis  der  Er- 
scheinung, die  uns  hier  beschäftigt,  an  der  Hand  folgender 
10  Beobachtungen  gelingen. 

A.  Die  Pleias  betreffend. 

1.  Timocharis  macht  als  Beobachter  in  Alexandria  fol- 
gende Aufzeichnung.  Im  47*®^  Jahre  der  ersten  Kallippi- 
schen  TGjährigen  Periode  am  8.  Anthesterion,  d.  i.  am  29. 
15  ägyptischen  Athyr  (29.  Januar  283  v.  Chr.),  bedeckte  am 
Ende  der  dritten  (Nacht-)  Stunde  die  südliche  Hälfte  des 
iiei  26  scheinbaren  Mondes'')  genau  das  nachfolgende  Drittel  oder 
die  Hälfte  der  Pleias. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  465*®  Jahr  seit  Nabonassar 

20  auf  den  29/30.  ägyptischen  Athyr,  3  bürgerliche  Stunden 

vor  Mitternacht,  d.  s.  SYgÄquinoktialstunden  (8^40°^  abends), 

weil  die  Sonne  in  z^  7^  stand  ^^;  ungefähr  ebensoviel  Äqui- 

noktialstunden  vor   Mitternacht   ergibt   die   Rechnung  mit 

gleichförmigen  Sonnentagen.    Zu  dieser  Stunde  war  nach 

Ha  22  den  früher  von  uns  nachgewiesenen  Unterlagen   (d.  i.  nach 

26  den  Mondtafeln) 


a)  Der  Unterschied  der  Deklination  zwischen  su  4^  (vgl.  Hipp. 
Comm.  p.  242, 18)  und  sl  6H0'  beträgt  2Ul' -  l*»  37' =  1**4'. 

b)  Der  Unterschied  der  Deklination  zwischen  sl  IV  (vgl.  Hipp. 
Comm.  p.  194,  3)  und  Sh  13«  40'  beträgt  b""  29'  -4^25'  =  1*^4',  also 
beträchtlich  hinter  obiger  Angabe  zurückbleibend. 

c)  Weil  die  östliche  Elongation  82°  beträgt,  so  stand  der  Mond 
etwas  über  einen  halben  Tag  vor  dem  ersten  Viertel. 

d)  Die  Aufgabe,  aus  dem  Sonnenort  das  Verhältnis  der  bür- 
gerlichen Stunde  zur  Äquinoktialstunde  zu  finden,  wird  I  98,24 
prelöst. 


Bewegung  um  die  Pole  der  Ekliptik.  23 

der  genaue  Ort  des  Mondes  \j    0^  20' 

d.  i.  seine  Entfernung  vom  Frühlingspunkt  30^  20' 

seine  (wahre)  nördliche  Breite  3^  45' 

der  scheinbare  Ort  in  Länge  für  Alexandria^^       Y  29''20' 
seine  scheinbare  nördliche  Breite  3^  35',  5 

weil  TT  20'^  kulminierte.*^' 

Folglich  war  das  nachfolgende  Ende  der  Pleias  da- 
mals vom  Frühlingspunkt  in  der  Richtung  der  Zeichen  un- 
gefähr 29^30'  entfernt,  weil  das  Mondzentrum  (in  T  29"  20') 
noch  (10'  westlich)  voranging,  und  stand  ungefähr  3^40'  10 
nördlich  der  Ekliptik;  denn  das  Ende  (der  Pleias)  war  (seiner- 
seits) wieder  ein  wenig  (d.  i.  5')  nördlicher  als  das  Mond- 
zentrum. 

2.  Agrippa  macht  als  Beobachter  in  Bithynien  folgende  Hei  27 
Aufzeichnung.   Im  1 2*®^  Jahre  Domitians  am  7*®^  des  landes-  15 
üblichen  Monats   Metroos  bedeckte   zu  Beginn   der  dritten 
Nachtstunde  der  Mond*')  mit  dem  südlichen  Hörn  den  nach- 
folgenden Teil  der  Pleias. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  840*®  Jahr  seit  Nabonassar 
auf  den  2/3.  ägyptischen  Tybi  (29.  November  92  n.  Chr.),  20 
4  bürgerliche  Stunden  vor  Mitternacht,  d.  s.  5  Äquinoktial- 
stunden  (7^  abends),  weil  die  Sonne  in  f  6^  stand.  Auf  den 
Meridian  von  Alexandria  reduziert,  fand  folglich  die  Beob- 
achtung öVs  Äquinoktialstunden  vor  Mitternacht  (6^40°^ 
nachmittags)  statf^),  oder  nach  Rechnung  mit  gleichförmigen  'J5 
Sonnentagen  b^/^.    Zu  dieser  Zeit  war 

a)  D.  i.  der  durch  die  Längenparallaxe  verminderte  Ort; 
weil  der  Mond  etwa  SVg  Stunden  westlich  des  Meridians  stand, 
wirkt  sie  gegen  die  Richtung  der  Zeichen. 

b)  Der  kulminierende  Grad,  aus  der  Länge  der  bürgerlichen 
Stunde  nach  I  99,i7  zu  berechnen,  läßt  die  Entfernung  des 
Mondortes  vom  Meridian  erkennen  (hier  52  Äquatorgrade). 

c)  2yj  Tage  vor  dem  Vollmond,  weil  die  östliche  Elongation 
147"  beträgt.  Daß  in  dieser  Phase  von  dem  südlichen  Hörn  die 
Rede  ist,  muß  auffallen. 

d)  20°^  früher,  weil  der  Meridian  von  Bithynien  (Heraklea?) 
5"  östlich  von  dem  Meridian  von  Alexandria  angenommen  wird. 
Vgl.  I  Anh.  Anm.  1. 


24  Siebentes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

der  genaue  Ort  des  Mondzentrums  ^3^    7' 

die  (wahre)  nördliche  Breite  4^  50' 

der  scheinbare  Ort  in  Länge  für  Bithynien      \)'3^15' 

Ha  23       die  scheinbare  nördliche  Breite  4^    O', 

5  weil  )(  20<^  kulminierte.*) 

Folglich  war  der  nachfolgende  Teil  der  Pleias  damals  in 
Länge  vom  Frühlingspunkt  in    der  Richtung   der  Zeichen 
33<^15'  entfernt  und  stand   3M0'  nördlich  der  Ekliptik.^) 
Hei  28      Schlußfolgerung.    Der  nachfolgende  Teil  der  Pleias  stand 
10  in  Breite  nördlich  der  Ekliptik  auf  dem  durch   deren  Pole 
gezogenen  größten  Kreis  damals  genau  wie  heutzutage  3^40', 
hat  sich  aber  in  Länge  vom  Frühlingspunkt  weg  in  der  Rich- 
tung der  Zeichen  3^45'  weiterbewegt  —  denn  nach  der  ersten 
Beobachtung  stand  er  29^30',  nach  der  zweiten  33^15'  von 
15  ihm  entfernt  — ,  während  die  zwischen  den  beiden  Beobach- 
tungen liegende   Zeit   (840  —  465  =)  375  Jahre   beträgt. 
In  100  Jahren  hat  sich  demnach  der  nachfolgende  Teil  der 
Pleias  einen  Grad  in  der  Richtung  der  Zeichen  weiterbewegt. 

B.  Die  Spika  betreffend. 

20  1.  Timocharis  macht  als  Beobachter  in  Alexandria  fol- 
gende Aufzeichnung.  Im  36*®^  Jahre  der  ersten  Kailippischen 
Periode  am  15.  Elaphebolion,  d.  i.  am  5.  Tybi,  erreichte  der 
Mond^)  zu  Beginn  der  dritten  (Nacht-)  Stunde  mit  der  Mitte 
seines  dem  Nachtgleichen aufgang  zugewendeten  Randes  die 

25  Spika.  Und  die  Spika  ging  durch  (den  Mond),  indem  sie 
von  seinem  Durchmesser  genau  den  dritten  Teil  nach  Norden 
zu  abschnitt. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  454*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf 
den  5/6.  ägyptischen  Tybi  (9.  März  294  v.  Chr.),  4  bürger- 


a)  Demnach  stand  der  Mond  etwa  (40  Äquatorgrade  oder) 
2%  Stunden  östlich  des  Meridians,  woraus  sich  die  in  der  Rich- 
tung der  Zeichen  wirkende  Längenparallaxe  erklärt. 

b)  Somit  muß  das  südliche  Hörn  etwa  20'  tiefer  als  das  Mond- 
zentrum geschätzt  werden.     S.  Anm.  2  a.  E. 

c)  Kurz  nach  dem  Vollmond,  da  er  die  diametrale  Stellung 
zur  Sonne  erst  mit  7^  überschritten  hatte. 


Bewegung  um  die  Pole  der  Ekliptik.  25 

liehe  Stunden,  d.  s.  nahezu  auch  4  Äquinokti  aistun  den  vor 
Mitternacht  (8^  abends),  weil  die  Sonne  in  )( 15^  stand;  die 
gleiche  Zahl  von  Stunden  vor  Mitternacht  ergibt  auch  die 
genaue  Rechnung  mit  gleichförmigen  Sonnentagen.   Zu  dieser  Hei  29 
Stunde  war  wieder  5 

der  genaue  Ort  des  Mondzentrums  in  Länge        IT];  21*21'  iia  24 
d.  i.  die  Entfernung  vom  Sommer  Wendepunkt  in 

der  Richtung  der  Zeichen  81^21' 

die  (wahre)  südliche  Breite  1°  50' 

die  scheinbare  Entf .  vom  Sommerwendepunkt  in  Länge  82*    5'    10 
die  scheinbare  südliche  Breite  nahezu  2*    O', 

weil  6p  15*  kulminierte.*^ 

Folglich  war  die  Spika  damals  in  Länge  von  dem  Sommer- 
wendepunkt aus  dem  oben  (S.  23,  9)  angegebenen  Grunde 
(weil  das  Mondzentrum  noch  15'  westlich  voranging)  82*20'  15 
entfernt  und  stand  nahezu  2*  südlich  der  Ekliptik. 

2.  Ferner  berichtet  Timocharis  folgendes.  Im  48*®^  Jahre 
derselben  Periode  am  6*®"  Tage  des  letzten  Drittels  des 
Pyanepsion,  d.  i.  am  7.  Thoth,  berührte  die  Spika,  als  von 
der  zehnten  (Nacht-)  Stunde  ungefähr  eine  halbe  Stunde  ver-  20 
flössen  und  der  Mond^^  aus  dem  Horizont  eben  aufgegangen 
war,  genau  das  nördliche  Hörn  des  scheinbaren  Mondes. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  466^®  Jahr  seit  Nabonassar 
auf  den  7/8.  ägyptischen  Thoth  (9.  November  283  v.  Chr.), 
(9V2  —  6  =)  3V2  bürgerliche  Stunden  nach  Mitternacht,  wie  25 
er  selbst  angibt;  das  wären  SVg  Äquinoktialstunden,  weil  die 
Sonne  etwa  in  der  Mitte  des  Skorpions  stand.    Allein,  wie 
eine  einfache  logische  Erörterung  zeigt,  sind  es  nur  2'^/^  Stun-  Hei  30 
den  nach  Mitternacht;  denn  so  viel  Äquinoktialstunden  nach 
Mitternacht  (2^30"^  nachts)  kulminiert  TT  22*30',  während  .SO 
nahezu   die    gleichen    Grade    der  Jungfrau  (1I])  22^  5')  auf- 
gehen, in  denen  damals  der  Mond  stand,  als  er,  wie  Timocharis 
angibt,  „eben  aufging".    Nach  der  Rechnung  mit  gleichför- 

a)  Demnach   stand   der  Mond  etwa  (64  Äquatorgrade  oder) 
47«  Stunden  östlich  des  Meridians. 

b)  Etwa  einen  halben  Tag  vor  dem  letzten  Oktanten,  weil  die 
westliche  Elongation  52**  beträgt. 


26  Siebentes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

migen  Sonnentagen  finden  wir  aber  nur  2  Äquinoktialstunden 
nach  Mitternacht  verflossen.    Zu  dieser  Zeit  war  wieder  für 
das  Mondzentrum 
Ha  25  die  genaue  Entfernung  vom  Sommerwendepunkt       81^  30' 
5  die  (wahre)  südliche  Breite  2°  10' 

die  scheinbare  Entfernung  in  Länge  82^  30' 

die  scheinbare  südliche  Breite^)  2^15'. 

Folglich  stand  die  Spika  auch  nach  dieser  Beobachtung 
genau  wieder  nahezu  2°  südlich  der  Ekliptik^^  und  war  vom 
10  Sommerwendepunkt  82^30'  entfernt. 

Schlußfolgerung.  In  den  (466  — 454=)  12  Jahren, 
welche  zwischen  den  beiden  Beobachtungen  liegen,  hat  sich 
die  Spika  ungefähr  10'  in  der  Richtung  der  Zeichen  weiter- 
bewegt. 

15  3.  Der  Geometer  Menelaos  berichtet,  in  Eom  folgende  Be- 
obachtung gemacht  zu  haben.  Im  ersten  Jahre  Trajans  am 
15/16.  Mechir  sei  die  Spika,  als  die  10*®  (Nacht-)  Stunde 
voll  war,  von  dem  Monde ^)  bedeckt  gewesen;  denn  man  habe 
sie  nicht  gesehen.  Aber  gegen  das  Ende  der  11*^^  Stunde 
Hei  31  sei  beobachtet  worden,  daß  sie  dem  Zentrum  des  Mondes 

21  weniger  als  sein  Durchmesser  bei  gleichgroßem  Abstand  von 
seinen  Hörnern  westlich  voraus  gewesen  sei. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  845*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf 
den  15/16.  ägyptischen  Mechir  (11.  Januar  9  8  n.  Chr.),  4  bürger- 

25  liehe  Stunden  nach  Mitternacht,  wo  das  Mondzentrum  un- 
gefähr mit  der  Spika  zusammenfiel,  oder  5  Äquinoktialstun- 
den (5^  früh),  weil  die  Sonne  in  ^  20^  stand,  auf  den  Meri- 


a)  Bei  nahezu  90*^  Zenitabstand  muß  der  überwiegend  größere 
Teil  der  Höhenparallaxe  auf  die  ostwärts  wirkende  Längen- 
parallaxe entfallen.    Den  kulminierenden  Grad  s.  S.  25,30. 

b)  Da  das  Mondzentrum  ungefähr  15'  südlicher  als  die  Spika 
stand,  so  beträgt  die  südliche  Breite  der  letzteren  „nahezu"  2°. 

c)  Etwa  2  Tage  vor  dem  letzten  Viertel  bei  114*^  westlicher 
Elongation.  Man  vergleiche  die  drei  Tage  spätere  Beobachtung 
S.  28,15,  bei  welcher  der  Mond  einen  Tag  nach  dem  letzten 
Viertel  stand. 


Bewegung  um  die  Pole  der  Ekliptik.  27 

dian  von  Alexandria ^^  reduziert  6Y3,  nach  der  Rechnung 
mit  gleichförmigen  Sonnentagen  67^  oder  ein  wenig  mehr. 
Zu  dieser  Stunde  war  für  das  Mondzentrum 
die  genaue  Entfernung  vom  Sommerwendepunkt       85^45' 
die  (wahre)  südliche  Breite  nahezu  1^  20'    5 

die  scheinbare  Entfernung  in  Länge  86^15' 

die  scheinbare  südliche  Breite  2^    O', 

weil  ^  7^/2^  kulminierte.^) 

Folglich  hatte  auch  die  Spika  damals  dieselbe  Position.  Ha  26 
Schlußfolgerung.   Die  Spika  stand  zur  Zeit  des  Timocharis  10 
wie  zu  unserer  Zeit  wieder  um  den  gleichen  Betrag,  d.  i.  2^ 
südlich  der  Ekliptik,  in  Länge  dagegen  ist  sie  seit  der  Be- 
obachtung im  36^®^  Jahre  (294  v.  Chr.)  in  der  Zwischenzeit 
von  (845  —  454  =)  391  Jahren  in  der  Richtung  der  Zeichen 
3^55'  vorgerückt,  und  3°  45'  seit  der  Beobachtung  im  48*^^  15 
Jahre  (283  v.  Chr  )  in  der  Zwischenzeit  von  (845  —  466  =)  HeiS2 
379  Jahren.    Es  ergibt  sich  demnach  auch  aus  diesen  Be- 
obachtungen ein  Fortschritt  der  Spika  in  der  Richtung  der 
Zeichen  von  ungefähr  einem  Grade  in  100  Jahren. 

0.  Den  Stern  (/3)  in  der  Stirn  des  Skorpions  betreffend.  20 
1.  Timocharis  berichtet  als  Beobachter  in  Alexandria  fol- 
gendes. Im  36*®^  Jahre  der  ersten  Kailippischen  Periode  am 
25.  Poseideon,  d.  i.  am  16.  Phaophi,  hatte  bei  Beginn  der 
;j[Qten  (;N'acht-)  Stunde  der  scheinbare  Mond'')  mit  seinem  nörd- 
lichen Rande  ganz  genau  den  nördlichen  {ß)  von  den  drei  25 
Sternen  (jtöß)  in  der  Stirn  des  Skorpions  erreicht. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  454*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf 
den  16/17.  ägyptischen  Phaophi  (21.  Dezember  21)5  v.  Chr.), 


a)  Der  Meridian  von  Rom  wird  somit  auf  20"  westlich  des 
Meridians  von  Alexandria  geschätzt,  was  etwa  4**  zuviel  ist. 

b)  Demnach  stand  der  Mond  in  »r  26'' 15'  etwa  «/g  Stunde 
westlich  des  Meridians.  Daß  in  dieser  Stellung  die  Längen- 
parallaxe den  Ort  des  Mondes  in  der  Richtung  der  Zeichen  vor- 
rückt, kann  nicht  richtig  sein. 

c)  Etwa  y^  Tag  vor  dem  letzten  Oktanten,  weil  die  westliche 
Elongation  54*^  beträgt. 


28  Siebentes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

3  bürgerliche  Stunden  nach  Mitternacht,  d.  s.  S^g  Äquinoktial- 
stunden  (3^  24°^  nachts),  weil  die  Sonne  in  ^26^  stand,  nach 
der  Rechnung  mit  gleichförmigen  Sonnentagen  S'^/q.  Zu  dieser 
Stunde  war  für  das  Mondzentrum 
6  die  genaue  Entfernung  vom  Herbstgleichenpunkt  31^15' 
die  (wahre)  nördliche  Breite  1°  20' 

die  scheinbare  Entfernung  in  Länge  32^    O' 

die  scheinbare  nördliche  Breite  1^    5', 

weil  ^15^  kulminierte.**^ 

10       Folglich  war  der  nördlichste  (ß)  von  den  drei  Sternen 
(Ttdß)  in  der  Stirn   des  Skorpions  in  Länge  damals  vom 
^*  ^Merbstgleichenpunkt   gleichfalls    32^    entfernt    und    stand 
ungefähr  1^  20'  nördlich  der  Ekliptik.^) 

2.  Menelaos  berichtet  als  Beobachter  in  Rom  folgendes. 

15  Im  ersten  Jahre  Trajans  am  18/19.  Mechir  stand  gegen  Ende 
der  1 1*®^  (Nacht-)  Stunde  das  südliche  Hörn  des  scheinbaren 
Mondes  °^  auf  einer  Geraden  mit  dem  mittelsten  (ö)  und  dem 
südlichen  (ti)  von  den  Sternen  {nöß)  in  der  Stirn  des  Skor- 
pions, während  sein  Zentrum  hinter  dieser  Geraden  (östlich) 

20  zurückblieb  und  so  weit  von  dem  mittelsten  Stern  (^)  abstand, 
wie  der  mittelste  (6)  von  dem  südlichen  (tt).  Den  nördlichen 
(j3)  von  den  Sternen  in  der  Stirn  schien  der  Mond  zu  be- 
decken; denn  er  war  nirgends  sichtbar. 

Der  Zeitpunkt  fällt  wieder  in  das  845*®  Jahr  seit  Nabo- 

25  nassar  auf  den  18/19.  ägyptischen  Mechir  (14.  Januar  98  n. 
Chr.),  5  bürgerliche  Stunden  nach  Mittemacht,  d.s.  Q^/^Äqui- 
noktialstunden  (6^  10°^  früh),  weil  die  Sonne  in  /?  23"  stand, 
auf  den  Meridian  von  Alexandria  reduziert,  TYg,  ungefähr 
ebensoviel  nach  der  Rechnung  mit  gleichförmigen  Sonnen- 

30  tagen.    Zu  dieser  Stunde  war  für  das  Mondzentrum 

a)  Demnach  stand  der  Mond  in  itx  2°  etwa  4  y^  Stunden  östlich 
des  Meridians  nur  wenige  Grade  über  dem  Horizont,  woraus  sich 
die  starke  Längenparallaxe  erklärt. 

b)  D.  i.  etwa  15'  oder  einen  Halbmesser  weiter  nördlich  als 
das  Mondzentrum. 

c)  Einen  Tag  nach  dem  letzten  Viertel,  weil  die  westliche 
Elongation  77 '^  beträgt. 


Siebentes  Bach.     Viertes  Kapitel.  29 

die  genaue  Entfernung  vom  Herbstgleichenpunkt  35^  20' 
die  (wahre)  nördliche  Breite  2®  10 

die  scheinbare  Entfernung  in  Länge  35°  55 
die  scheinbare  nördliche  Breite  1^  20', 

weil  ^  30**  kulminierte.*)  5 

Folglich  hatte  der  nördlichste  (ß)  von  den  Sternen  in  der 
Stirn  des  Skorpions  ungefähr  dieselbe  Position. 

Schlußfolgerung.    Auch  an  diesem  Stern  ist  ehemals  wie  Hei  u 
heutzutage  derselbe  Abstand  von  der  Ekliptik  in  Breite  be- 
obachtet worden,  während  er  in  Länge  in  der  zwischen  den  10 
Beobachtungen   verflossenen   Zeit,   welche  (845  —  454  ==) 
391    Jahre   beträgt,   vom  Herbstgleichenpunkt   ab   in   der  Ha  28 
Richtung  der  Zeichen  3^  55'  vorgerückt  ist.    Hieraus  folgt 
wieder,  daß  der  Fortschritt  dieses  Sterns  in  der  Richtung  der 
Zeichen  in  100  Jahren  einen  Grad  beträgt.  15 


Viertes  Kapitel. 
Einrichtung  des  Fixsternkatalogs. 

Aus  der  vergleichenden  Beobachtung  dieser  Sterne,  welche 
in  ähnlicher  Weise  auch  an  den  übrigen  glänzenden  Fixsternen 
vorgenommen  wurde,  sowie  aus  dem  übereinstimmenden  Ab- 
stand der  übrigen  Sterne  von  den  sicher  bestimmten  haben 
wir  es  bestätigt  gefunden,  daß  erstens  die  Fixsternsphäre  den  20 
Fortschritt  von  der  festgestellten  Größe,  soweit  der  (verhältnis- 
mäßig) so  kurze  Zeitraum  es  an  die  Hand  zu  geben  vermag, 
von  den  Wende-  und  Nachtgleichenpunkten  aus  in  der  Rich- 
tung der  Zeichen  bewerkstelligt,  und  daß  zweitens  die  also 
sich  äußernde  Bewegung  der  Sphäre  sich  um  die  Pole  des  25 
durch  die  Mitte  der  Tierkreisbilder  gehenden  schiefen  Kreises 
vollzieht,  aber  nicht  um  die  Pole  des  Äquators,  d.  i.  des 
ersten  Umschwungs.  Demnach  haben  wir  es  für  unsere  nächste 


a)  Demnach  stand  der  Mond  in  vti  6^  wenig  über  5°  östlich 
des  Meridians,  wo  der  überwiegend  größere  Teil  der  Höhenparal- 
laxe auf  die  Breitenparallaxe  entfallen  muß. 


30  Siebentes  Buch.    Viertes  KapiteL 

Aufgabe  gehalten,  die  für  jeden  der  besprochenen  und  der 
Hei  35  übrigen  Fixsterne  für  die  Gegenwart  beobachteten  Positionen 
in  Länge  und  Breite  zu  katalogisieren,  nicht  die  theoretisch 
auf  den  Äquator  bezogenen,  sondern  diejenigen,  welche  mit 
5  Bezug  auf  die  Ekliptik  auf  dem  durch  deren  Pole  und  je 
den  betreffenden  Stern  gezogenen  größten  Kreis  gemessen 
werden.    Denn  nur  auf  diesen  Kreisen  bleiben  bei  der  vor- 
Ha  29  stehend  angenommenen  Bewegungsrichtung  die  auf  die  Eklip- 
tik bezogenen  Positionen  der  Sterne  in  Breite  für  alle  Zeiten 

10  notwendigerweise  dieselben,  während  der  Fortschritt  in  Länge 
in  der  Richtung  der  Zeichen  in  gleichen  Zeiten  gleiche  Bo- 
genstücke  zusetzt. 

So  haben  wir  denn  wieder  mit  demselben  Instrument  — 
deshalb  hierzu  geeignet,  weil  die  an  ihm  angebrachten  Astro- 

15  labringe  um  die  Pole  der  Ekliptik  gedreht  werden  können  — 
alle  Sterne  bis  zu  denen  der  sechsten  Größe  beobachtet,  soweit 
es  möglich  war  letztere  anzuvisieren.  Wir  handhabten  das 
Instrument  in  der  Weise,  daß  wir  den  einen  (d.  i.  den  äußeren) 
der  besagten  Astrolabringe  stets  nach  einem  mit  Hilfe  des 

20  Mondes  (vgl.  I  257,33)  schon  vorher  bestimmten  glänzenden 
Stern  auf  den  betreffenden  Grad  des  Ekliptikringes  einstell- 
ten, während  wir  den  zweiten  (inneren)  Bing,  der  an  seinem 
ganzen  Umfang  eingeteilt  ist  und  auch  in  Breite  nach  den 
Polen  der  Ekliptik  zu  verschoben  werden  kann,  seinerseits 

25  auf  den  zu  bestimmenden  Stern  einstellten,  bis  auch  dieser, 

wie  der   Grundstern  (an  dem  äußeren  Astrolabring),  durch 

Hei  36  die  Absehöffnung  des  eigens  auf  ihn  eingestellten  Ringes  in 

die  Visierlinie  kam.    War  dies  geschehen,  so  wurden  uns 

sofort  beide  Örter  des  zu  bestimmenden  Sterns  durch  den 

30  auf  ihn  eingestellten  Astrolabring  gleichzeitig  angezeigt  (vgl. 
I  258,17):  der  Ort  in  Länge  wird  durch  den  gemeinsamen 
Schnittpunkt  des  Astrolabringes  mit  dem  Ekliptikring  be- 
stimmt, der  Ort  in  Breite,  durch  den  Bogen  zwischen  dem 
vorgenannten  Schnittpunkt  und  der  ü  b  e  r  dem  Horizont  stehen- 

35  den  Absehöffnung. 

Damit  uns  nun  auch  in  dieser  Hinsicht  der  Sternbestand 
des  Globus  beliebig  zur  Verfügung  stehe,  haben  wir  ihn  in 


Einrichtung  des  Fixsternkatalogs.  31 

Tabellen  zu  vier  Spalten  angeordnet.'')    In  der  ersten  Spalte 
steht  für  jeden  Stern,  der  einem  Sternbild  angehört,  die  ihm  Ha  so 
der  dargestellten  Gestalt  nach  zukommende  Bezeichnung,  in 
der  zweiten  der  Ort  in  Länge  innerhalb  der  Zeichen,  wie 
er  sich  aus  den  Beobachtungen  für  den  Anfang  der  Regierung  5 
Antonius  (137   n.   Chr.)  ergibt  —   wobei   der  Anfang   der 
Quadranten  wieder  von  den  Wende-  und  Nachtgleichenpunk- 
ten aus  gerechnet  wird  — ,  in  der  dritten  der  Abstand  von 
der  Ekliptik  in  Breite,  je  nachdem  er  nördlich  f-f )  oder  süd- 
lich (— )  ist,  in  der  vierten  Spalte  endlich  die  Schätzung  der  10 
Größe. 

Während  die  Abstände  in  Breite  ewig  dieselben  bleiben, 
können  die  Positionen  in  Länge  auch  den  Ort  für  andere 
Zeiten  sofort  an  die  Hand  geben:  unter  der  Annahme,  daß 
der  Zuwachs  in  100  Jahren  einen  Grad  beträgt,  zieht  man  15 
die  Grade,  welche  auf  die  Zwischenzeit  zwischen  der  (hier 
gegebenen)  Position  und  dem  in  Frage  gezogenen  Zeitpunkt 
entfallen,  von  den  Graden  der  (gegebenen)  Position  ab,  wenn  Hei  37 
es  sich  um  die  (zurückliegende)  ältere  Zeit  handelt,  addiert 
sie  dagegen  zu  ihnen,  sobald  die  (erst  kommende)  spätere  20 
Zeit  in  Frage  steht. 

Was  die  zur  Beschreibung  der  Gestalt  dienenden  charak- 
teristischen Bezeichnungen  anbelangt,  so  sind  sie  einmal  der 
Annahme  entsprechend  zu  verstehen,  welche  der  bildlichen 
Anordnung  des  Sternbestandes  zugrunde  liegt,  zweitens  mit  25 
Bezug  auf  die  durch  die  Pole  der  Ekliptik  gehenden  Grenz- 
linien: wir  bezeichnen  Sterne  als  anderen  „vorangehend"  oder 
,, nachfolgend",  je  nachdem  sie  die  hiermit  bezeichnete  Stellung 
in  den  (westlich)  vorangehenden  oder  (östlich)  nachfolgenden 
Graden  der  Ekliptik  innehaben;  „südlicher"  oder  „nördlicher"  30 
nennen  wir  Sterne,  je  nachdem  sie  dem  die  betreffende  Be- 
zeichnung führenden  Ekliptikpol  näher  stehen.    Was  ferner 
die  charakteristischen  Beziehungen  der  einzelnen  Sterne  zu 
der  dargestellten  Gestalt  an  sich  betrifft,  so  haben  wir  uns  Ha  31 
nicht  durchgängig  an  die  Hezeichnungen  gehalten,  die  unsere  35 


a)  Die  Zahl  der  Spalten  ist  auf  sechs  erhöht  worden.  S.  Anm.  4. 


32 


Siebentes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 


Vorgänger  gebraucht  haben,  ebensowenig  wie  diese  ihren 
einstigen  Vorgängern  gefolgt  sind,  sondern  wir  haben  viel- 
fach andere  Benennungen  eingeführt,  je  nachdem  es  die  bessere 
Charakterisierung  und  gefälligere  Abrundung  der  ümrißlinien 
5  forderte.  So  versetzen  wir  z.  B.  die  Sterne  (yd  Virg.),  welche 
Hipparch  in  die  „Schultern"  der  Jungfrau  setzt*),  in  die 
„Seiten"  derselben,  weil  ihr  Abstand  von  den  Sternen  (v^oit 
Virg.)  im  Kopf  sichtlich  größer  ist  als  der  Abstand  von  den 
Sternen  (a^  Virg.)  vorn  in  den  Händen.     Die  hiernach  be- 

10  messene  Lage  (der  Sterne  y  und  6  zwischen  Kopf  und  Hän- 
den) paßt  demnach  entschieden  gut  zu  den  Seiten,  ist  aber 
mit  den  Schultern  gänzlich  unvereinbar.  Bequem  dürfte 
man  ohne  weiteres  auf  die  abweichend  bezeichneten  Sterne 
kommen,  wenn  man  die  im  Katalog  angegebenen  Positionen 

15  direkt  zum  Vergleich  heranzieht. 

Die  Anordnung  des  Katalogs"*)  gestaltet  sich  folgendermaßen. 


Ha  32) 
Hei  38 


Fünftes  Kapitel. 

Sternbestand  der  nördlichen  Halbkugel. 

A.  Sternbilder  außerhalb  des  Tierkreises. 


imbronn 

Bajer 

Sternbeschreibung 

Länge 

Breite 

Größe 

370* 
5780 
5393 

5019 

5206 
4725* 

4872* 
4611 

a 
6 
e 

? 

V 

Y 

5 

Kleiner  Bär- 

1.  Der  am  Ende  des  Schwanzes 

2.  Der  nach  diesem  im  Schwänze  •    .    .    . 

3.  Der  nach  diesem  vor  dem  Ansatz  des 
Schwanzes  . 

TT    0^10' 
n    S»30' 

TT  160 

n29°40' 
G    3»  40' 

G17O30' 
O26<>10' 

Gi3° 

+ 

+ 

+ 

+ 
+ 

4- 

+ 

+ 

660 
70« 

740  20' 

75040' 
77040' 

72050' 
74050' 

710  10' 

3 
4 

4 

4 

4 

2 
2 

4 

4.  Der  südliche  der  vorangehenden  Seite 
des  Vierecks 

5.  Der  nördliche  derselben  Seite    .... 

6.  Der  südliche  von  denen  in   der  nach- 
folgenden Seite                        .        . 

7.  Der  nördliche  derselben  Seite    .... 

7  Sterne:  2  zweiter,  1  dritter, 

4  vierter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogen : 

8.  Der  auf  einer  Geraden  mit  den  Sternen 
{^Y)  in   der  nachfolgenden  Seite,  und 
zwar  südlicher  stehende 

a)  So  im  Kommentar  p.  242,  5  und  270,  2. 


Großer  Bär. 


33 


Bayer 


Sternbeschreibuiig 


Länge 


Breite       Größe 


0 

1. 

A 

2. 

Tf^ 

3. 

9 

4. 

h 

5. 

d 

6. 

t 

7. 

h 

8. 

V 

9. 

<p 

10. 

^ . 

11. 

t 

12. 

X 

13. 

e 

14. 

f 

15. 

a 

16. 

ß 

17. 

d 

18. 

y 

19. 

i 

20. 

h'- 

21. 

V 

22. 

V 

23. 

^ 

24 

s 

25. 

c 

26. 

V 

27. 

27 

8  C.  Ten 
40  Lim 


88  Lim 
llL.min, 

8  L.  min, 
lOL.min 
31  Lim 


Großer  Bär. 
Der  am  Ende  der  Schnauze    ... 
Der  vorangehende   von   denen  in  den 

beiden  Augen 

Der  nachfolgende  derselben    .    .    . 
Der  vorangehende  von  den  2  auf  der  Stirn 

Der  nachfolgende  derselben 

Der  am  Ende  des  vorangehenden  Ohres 
Der  vorangehende  von  den  2  am  Halse 

Der  nachfolgende  derselben 

Der  nördlichere  von  den  2  auf  der  Brust 

Der  südlichere  derselben 

Der  am  linken  Knie 

Der  nördlichere  von  denen   am  Ende 

des  linken  Vorderfußes 

Der  südlichere  derselben 

Der  oberhalb  des  rechten  Knies    .    .    . 

Der  unter  dem  rechten  Knie 

Von  denen  im  Viereck   der   auf  dem 

Rücken 

Von  denselben  der  in  den  Weichen.  . 
Der  am  Ansatz  des  Schwanzes  .... 
Der  übrige  am  linken  Hinterschenkel. 
Der  vorangehende  von  denen  am  Ende 

des  linken  Hinterfußes 

Der  diesem  nachfolgende 

Der  an  der  linken  Kniekehle 

Der  nördlichere  von  denen  am  Ende 

äes  rechten  Hinterfußes 

Der  südlichere  derselben 

Von  den  3  im  Schwanz  der  erste  nach 

dem  Ansatz 

Der  mittelste  derselben 

Der  dritte,  d.  i.  der  am  Ende  des 

Schwanzes 

Sterne:  6  zweiter,  8  dritter,  8  vierter, 
5  fünfter  Größe. 
Unter  ihm  stehende,  nicht  in  das  Bild 
miteinbezogene  Sterne: 

28.  Der  unter  dem  Schwanz  abwärts  nach 
Süden  zu 

29.  Der  diesem  vorangehende  schwächere 

30.  Der  südlichere  von  denen  zwischen 
den  Vorderfüßen  (tu)  des  Bären  und 
dem  Kopf  (/ux)  des  Löwen 

31.  Der  nördlicher  von  diesem  stehende   . 

32.  Von  den  übrigen  drei  schwachen  der 
nachfolgende 

33.  Der  diesem  vorangehende 

34.  Der  weiter  noch  letzterem  vorangehende 

35.  Der  zwischen  den  Vorderfüßen  und  den 
Zwillingen. 

8  Sterne:  1  dritter,  2  vierter, 
1  fünfter  Größe,  4  schwache. 


TT  25»  20' 

TT  25050' 
TT  26° 20' 
TT  26010' 
TT  260  40' 
TT  28° 10' 
Q  0030' 
O    20 30' 

G  90 
Gii° 

Q  100 40' 
O    50  30' 

o 

3 


5040 
5050' 


G 17040' 
G  22010' 
Q  3010' 
Q   30 


12010' 

180 
Q  290 50' 


270 50' 
200 10' 


QI50 
G  130  20' 

G  16° 10' 
G  12°  10' 

Gii^io' 
G  00  0' 


+  390 50' 

+  430 
+  430 

+  470 10' 

+  470 
+  50030' 

+  430  50' 

+  44020' 

+  4  20 

+  440 
+  350 

+  290 20' 
+  280 20' 
+  360 
+  330 

+  490 
+  440  30' 
+  510 
+  45030' 

+  290 20' 
+  280  15' 
+  35015' 

+  25050' 
+  250 

+  530 30' 
+  550  40' 

+  540 


+  39045' 
+  410  20' 


+  17015' 
+  190 10' 

+  200 
+  220  30' 


220  15' 


schw, 
schw, 
schw, 

schw, 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II. 


34 


Siebentes  Buch.   Fünftes  Kapitel. 


AmbroDD 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


5431* 

5584* 

5567 

5700 

5714* 

5901* 

5999 
5939 
6065* 
6271 


6223 
6434* 
6525 
6340 

6116 

6257 
5654* 

5904 


5623 
5310 

5388 
5450 
5221^ 

5091 


4433 


4493 

4078 


3782 


Drache. 

1.  Der  an  der  Zunge 

2.  Der  im  Bachen 

3.  Der  oberhalb  des  Auges 

4.  Der  an  der  Kinnlade 

5.  Der   oberhalb  des  Kopfes 

6.  Der  nördliche  von  den  3  auf  einer  Ge- 
raden in  der  ersten  Biegung  des  Nackens 

7.  Der  südliche  derselben 

8.  Der  mittelste  derselben 

9.  Der  letzterem  östlich  nachfolgende  .    . 

10.  Von  dem  Viereck  in  der  nächsten  Win- 
dung der  sudliche  der  vorangehenden 
Seite 

11.  Der  nördliche  der  vorangehenden  Seite 

12.  Der  nördliche  der  nachfolgenden  Seite 

13.  Der   südliche   der  nachfolgenden  Seite 

14.  Von  dem  Dreieck  in  der  nächsten  Bie- 
gung der  südliche 

15.  Der  vorangehende  von  den  2  übrigen 
des  Dreiecks 

16.  Der  nachfolgende  derselben 

17*.  Der   vorang.  von   den   8  im   nächsten 

vorangehenden  Dreieck 

18.  Von  den  2  übrigen  des  Dreiecks  der 
südliche 

19.  Von  den  i  übrigen  der  nördlichere.    . 

20.  Von  den  2  kleinen  westlich  des  Drei- 
ecks der  nachfolgende 

21.  Der  vorangehende  derselben 

22.  Der  südlichere  von  den  3  nächsten  auf 
einer  Geraden 

23*.  Der  mittelste  der  drei 

24.  Der  nördlichere  derselben       .    .        .    . 

25.  Der  nördlichere  von  den  2  westwärts 
folgenden 

26.  Der  südlichere  derselben 

27.  Der  westlich  von  diesen  in  der  "Win- 
dung am  Schwänze 

28.  Der  vorangehende  von  den  zwei  von 
letzterem  ziemlich  weit  abstehenden    . 

29.  Der  nachfolgende  derselben     ... 

30.  Der  an  diese  nach  dem  Schwanz  hin 
anschließende 

31.  Der  letzte  am  Ende  des  Schwanzes 

31  Sterne :   8  dritter,  16  vierter, 
5  fünfter,  2  sechster  Größe. 


■IL  260  40' 

nxiio50' 

11113°  10' 

nX  27020' 
nX  29040' 

/  24040 
;^  2020' 

/  280 50 
S'  190  30' 


A 

^ 


X    80 
"  200 30' 
,     7040 
X  220 50' 

y  100 40' 

Y  21040' 

T  260 10' 

TT  130 20' 

8  200 20' 
8  11° 50' 

Q  280 40' 
G  210 40' 

11p  90 

Tip    9020' 

np  80 20' 

Ttp  100 
11]>  10020' 

Hp  120 40' 


G  130 10 


+  820 20' 
+  78015' 
+  8O02O' 
+  8103O' 


+  810  40' 
+  830 
+  780 50' 
+  7705O' 

+  8O03O' 

+  810 20' 
+  80O15' 

+  84» 30' 

+  870 30' 
+  840 50' 

+  87030 
-1-  860  50' 

+  810  15' 
+  830 
+  840 50' 

+  780 
+  74040' 

+  70O 

4-  640 40' 
+  650 30' 

-t-  610  15' 
+  560  15 


6578* 

7676 

7014* 

6945> 


Cepheas.  1 

1.  Der  im  rechten  Fuß I  M  5° 

2.  Der  im  linken  Fuß i  8  ^o 

3.  Der  unter  dem  Gürtel   an  der  rechten  1 

Seite I  Y  '"20' 

4.  Der  über   der  rechten  Schulter  berüh- 
rende         X  160  40' 


Anm.    Zu  den  mit  *  bezeichneten  Keihenzahlen  der  dritten  Spalte  s.  Anm.  4. 


Cepheus.  Bootes. 


35 


Bajer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


6754  I 

6660 

7182' 
7430 
7252 
7225 
7229 


7085* 
7324* 


5.  Der  über  dem  rechten  Ellbogen  beruh 
rende    

6.  Der  unter  demselben  Ellbogen  gleich- 
falls berührende 

7.  Der  auf  der  Brust 

8.  Der  an  dem  linken  Arm 

9.  Von  den  3  in  der  Tiara  der  südliche  . 

10.  Der  mittelste  der  drei 

11.  Der  nördlichere  der  drei 

11  Sterne:  1  dritter,  7  vierter, 

3  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 

12.  Der  der  Tiara  vorangehende 

13.  Der  der  Tiara  nachfolgende 

2  Sterne:  1  vierter,  1  fünfter  Größe. 


X    9»20' 

XIO» 
X  28°30' 

y  7030' 

X  16O20' 
X  17°20' 
X19« 


X  13° 40' 
X  21°20' 


+  72» 

+  740 
+  65° 30' 
+  62° 30' 
+  60° 15' 
+  61° 15' 
+  61°20' 


64° 
59°30' 


4526* 

4544* 

4590 

4543 

4614 

4760* 

4825* 

4869* 


4820 


4784 

c 

4768 

V' 

4788 

b 

4758 

(O 

4678 

e 

4625 

a 

4610 

? 

4648* 

4441* 

V 

4401 

t 

4415 

V 

4534*       a 


Bootes. 

1.  Der    vorangehende  von   den  3  in  der 
linken  Hand 

2.  Der  mittelste  südlichere  der  drei  .    .    . 

3.  Der  nachfolgende  der  drei 

4.  Der  am  linken  Ellbogen 

5.  Der  an  der  linken  Schulter 

6.  Der  im  Kopf 

7.  Der  an  der. rechten  Schulter 

8*.  Der  nördlichere  als  letzterer  an  der 

Keule   ...,.,..,.. 

9.  Der    noch   nördlichere    am    Ende    der 

Keule 

10.  Von   den   2   unterhalb   der  Schulter  in 

der  Keule  der  nördlichere 

11*.  Der  südlichere  derselben 

12.  Der  am  Ende  der  rechten  Hand  .    .    . 

13.  Von    den    2    an    der    Handwurzel    der 
vorangehende 

14.  Der  nachfolgende,  derselben 

15.  Der  am  Ende  des  Griffs  der  Keule  .    . 

16.  Der  am  rechten  Schenkel  im  Schurzfell 

17.  Von  den  2  im  Gürtel  der  nachfolgende 

18.  Der  vorangehende  derselben 

19.  Der  an  der  rechten  Ferse 

20.  Von   den  3  in   dem   linken  Schienbein 
der  nördliche 

21.  Der  mittelste  der  drei  .    , 

22.  Der  südliche  derselben 

22  Sterne:  4  dritter,  9  vierter, 

9  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogen: 

23.  Der  rötliche  zwischen   den  Schenkeln, 
der  sog.  Arktur 

1  Stern  erster  Größe. 


TT])  2°  20' 
np  4° 10' 
11})  5°  20 
TIV  9°  40 
np  19° 40' 
Hj)  26° 40' 
Sh    5° 40' 

Sh    5°40' 

Sh    5° 


-n])27° 


58°  40' 
58° 20' 
60° 10' 
54° 40' 
49° 
53°50'!  4.3 
48° 40'     4.3 


53° 15' 


57° 30' 


Sh    7° 40' 

+  46° 30' 

SU    8° 30' 

+  45° 30' 

SL    8°  10' 

+  41° 20' 

Sh    6° 40' 

+  41° 40' 

Sh    7° 

+  42° 30' 

SL    7° 20' 

+  40° 20' 

iL    0°   0' 

+  40° 15' 

lip  25° 40' 

+  41° 40' 

11p  25° 

4-  42°  10' 

SL    5°20' 

+  28° 

Tip  21°  20' 

+  28° 

11p  20°  30' 

+  26° 30' 

11p  21°  20' 

+  25° 

+  31°30' 


36 


Siebentes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


imbroDii     Bajer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


4920* 

4884* 

4908 

4970 

4966* 

5004 
5056 
5078 


Nördliche  Krone. 

1.  Der  glänzende  in  der  Krone 

2.  Der  allen  vorangehende 

3.  Der  diesem  nachfolgende  nördlichere. 

4.  Der  weiter  diesem  nachfolgende  nörd- 
lichere  

5.  Der  dem  glänzenden  südwärts    nach- 
folgende   

6.  Der  weiter  diesem  nahe  nachfolgende . 

7.  Der  hinter  diesen  wieder  nachfolgende 

8.  Der  allen  in  der  Krone  nachfolgende. 

8  Sterne:  1  zweiter,  5  vierter, 
1  fünfter,  1  sechster  Größe. 


14° 40' 
11° 40' 
11° 50' 


irL13°40' 


17° 10' 
19°  10' 
21°20' 
21040' 


+  44°30' 
+  46° 30' 

+  48° 

+  50° 30' 

+  44° 45' 
+  44° 50' 
+  46° 10' 
+  490 20' 


5460* 

a 

5239* 

ß 

5189* 

y 

5111* 

y. 

5462* 

ö 

5561* 

X 

5645* 

/" 

5770 

0 

5716 

V 

5710 

^ 

5298* 

^ 

5394 

8 

5401 

d 

5436 

c 

5471 

7t 

5486 

e 

5528* 

9 

5705 

> 

5613 

i 

5549 

X 

5601 

V 

5687 

z 

5307 

n 

5258 

0 

5185 

X 

5125 

<p 

5090 

V 

5029 

/ 

Herkules. 

1.  Der  im  Kopf 

2.  Der  an  der  rechten  Schulter  neben  der 
Achsel 

3.  Der  am  rechten  Arm 

4.  Der  am  rechten  Ellbogen 

5.  Der  an  der  linken  Schulter 

6.  Der  am  linken  Arm 

7.  Der  am  linken  Ellbogen 

8.  Von  den  3  an  der  linken  Handwurzel 
der  nachfolgende 

9.  Von  den  übrigen  2  der  nördliche    .    . 

10.  Der  südlichere  derselben 

11.  Der  in  der  rechten  Seite 

12*.  Der  in  der  linken  Seite 

13.  Der  nördlichere  als   dieser  am  linken 
Hinterbacken 

14.  Der  am  Ansatz  desselben  Schenkels    . 

15.  Von    den    3    am   linken  Schenkel   der 
vorangehende 

16.  Der  diesem  nachfolgende 

17.  Der  weiter  diesem  nachfolgende    .    .    . 

18.  Der  am  linken  Knie 

19.  Der  am  linken  Schienbein 

20.  Von  den  3  am  Ende  des  linken  Fußes 
der  vorangehende 

21.  Der  mittelste  der  drei 

22.  Der  nachfolgende  derselben 

23.  Der  am  Ansatz  des  rechten  Schenkels 

24.  Der  nördlichere  als  dieser  an  demsel- 
ben Schenkel 

25.  Der  am  rechten  Knie 

26.  Von    den    2    unter    dem   rechten  Knie 
der  südlichere 

27.  Der  nördlichere  derselben 

28.  Der  an  der  rechten  Wade 

[Der  am  Ende  des  rechten  Fußes  ist  der- 
selbe wie  der  (1')  am  Ende  der  Keule 
(des  Bootes).     Ohne  diesen] 

28  Sterne:  6  dritter,   17  vierter,  2  fünfter, 
3  sechster  Größe. 


TTI.1704O' 


+  37°  30' 


Tr[    3°  40' 
VI    1°40' 

ua28° 

TIX  16°  40' 
TIX  22° 
11X27040' 

+  430 
+  40»  10 
+  37° 10' 

-f-  48° 
+  49° 30' 
+  52° 

/    5°  30' 
/    1040' 
/    1°30' 
nX    3°  50' 
IIX  10°  10' 

+  520  50' 
+  540 
+  530 
+  50040' 
+  53030 

TIX  10° 
TTX  11°  10' 

+  560 30' 
+  580 30 

TlXl*** 
TTX  15°  20' 
TIX  16°  20' 
^    0050' 
TTX  220 10' 

+  59050' 
-1-  60°  20 
+  61° 15 
+  61° 
+  69° 20' 

TTj,  150  20' 
TTX  16°  50' 
TTX  19°  40' 
TTX    0°40' 

-1-  70O15' 
+  710  15 
+  720  15' 
-f-  60O15' 

Sh  25° 20' 
Sh  15° 40' 

+  63° 
+  65° 30' 

Sh  13° 40' 
irLlO°10' 
Sh  110 10' 

+  63° 40' 
+  640  15 
+  6O0 

Herkules.  Leier.  Schwan. 


37 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


5207^ 


Nicht  in  das  Bild  miteinbezogen: 
Der  südlicher  als  der  am  rechten  Arm  (y) 

stehende 

1  Stern  fünfter  Größe. 


VI    2°40' 


38° 10' 


5961* 
6001* 


6005* 
6078 


6211* 


6226 
6046^ 


6042 
6112* 


6123 


Leier. . 

1.  Der  glänzende  an  der  Muschel,  die 
sog.  Leier  (Wega) 

2.  Von  den  2  neben  ihm  dicht  beisammen 
stehenden  der  nördliche 

3.  Der  südlichere  derselben 

4.  Der  diesen  nachfolgende  in  der  Mitte 
zw.  dem  Ansatz  der  Hörner 

5.  Von  den  2  dicht  beisammen  stehenden 
auf  der  östlichen  Seite  der  Muschel 
der  nördliche 

6.  Der  südlichere  derselben 

7.  Von  den  2  vorangehenden  am  Steg 
der  nördlichere 

8.  Der  südlichere  derselben 

9.  Von  den  2  nachfolgenden  am  Steg  der 
nördlichere 

10*.  Der  südlichere  derselben 

10  Sterne:  1  erster,  2  dritter, 
7  vierter  Größe. 


/  17°20' 

/  20° 20' 
/  20° 20 

/  23°40' 


+  62° 


2° 
1°40' 


/21° 
/  20° 50 

/  24° 10 
^  24°10' 


62°40' 
61° 


60° 


+  61°20' 
+  60° 20' 

+  56° 10' 
+  55° 

+  55° 20' 
+  54° 45' 


6308* 

/* 

6352 

<P 

6463 

rj 

6615 

y 

6726* 

a 

6393* 

ö 

6344 

& 

6310 

i 

6236 

Y. 

6747 

S 

6759* 

l 

6899 

C" 

6816 

V 

6868 

5 

6562 

Ol 

6564 

0-- 

6662 

w^- 

6915* 

r 

6927 

a 

Schwan. 

1.  Der  am  Schnabel 

2.  Der  diesem  nachfolgende  im  Kopf  .    . 

3.  Der  mitten  am  Hals 

4.  Der  an  der  Brust 

5.  Der  glänzende  im  Schwanz 

6.  Der  im  Bug  des  rechten  Flügels  .    .    . 

7.  Von  den  3  im  rechten  Fittig  d.  südliche 

8.  Der  mittelste  von  den  drei 

9.  Der  nördliche  derselben  am  Ende  des 
Fittigs 

10.  Der  im  Bug  des  linken  Flügels     .    .    . 

11.  Der  nördlichere  derselben  in  der  Mitte 
desselben  Flügels 

12.  Der   am   Ende   des  Fittigs   des  linken 
Flügels 

13.  Der  im  linken  Fuße 

14.  Der  am  linken  Knie 

15.  Von   den   2  im  rechten  Fuße   der  vor- 
angehende   

16.  Der  nachfolgende  derselben 

17.  Der  nebeiförmige  am  rechten  Knie  .    . 
17  Sterne :  1  zweiter,  5  dritter,  9  vierter, 

2  fünfter  Größe. 
Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene  Sterne : 

18.  Von   den   2   unter   dem   linken  Flügel 
der  südlichere 

19.  Der  nördlichere  derselben 

2  Sterne  vierter  Größe. 


^    4° 30' 

+  49° 

^    9° 

+  50° 30' 

^  16°20' 

+  54° 30 

"^  28°30' 

+  .^7°20 

asÄ    9°  10' 

+  60° 

^  19°20' 

+  64° 40 

^22°  30' 

+  69° 40 

JJ'21°10' 

+  71° 30 

^  16° 40' 

+  74° 

aw    0°50' 

+  49° 30 

»»    3° 50' 

+  52°10' 

K^    6°  40 

+  44° 

SM  10° 

+  55° 10 

(KÄ  14°  30' 

+  57° 

a^    loiO' 

+  64° 

a^Ä    2°  40' 

+  64° 30' 

s^l2°10' 

+  64° 45 

<s&  10°  40' 
«w  13° 50' 


49°  40' 
51°40' 


38 


Siebentes  Bucli.    Fünftes  Kapitel. 


Ambroni)     Bayer  I  Sternbeschreibung 


Länge 


Breite       Größe 


131 
144* 
191* 
231 

353 

480 
637* 
279 
302 

7761* 

115 

19 

7739 


Kassiopeia. 

Der  im  Kopf 

Der  auf  der  Brust . 

Der  nördlichere  als  dieser  im  Gürtel  . 
Der  über   dem   Sessel   in   der  Gegend 

der  Schenkel ., 

Der  an  den  Knien 

Der  an  dem  Schienbein 

Der  am  Ende  des  Fußes 

Der  am  linken  Arm 

Der  unterhalb  des  linken  Armbugs  ,    . 

Der  am  rechten  Ellbogen 

Der  oberhalb  des  Fußes  des  Throns    , 

Der  in  der  Mitte  der  Lehne 

Der  am  Ende  der  Lehne , 

Sterne:  4  dritter,  6  vierter,  1  fünfter, 
2  sechster  Größe. 


Y  7050' 

Y  10° 50' 

Yis*» 

Y  16° 40' 

Y  20"  40' 

Y  270 

^    1°40' 

Y  14° 40' 

Y  17°  40' 

Y  2°  20' 

Y  15° 

Y  7°  50' 

Y  3°  40' 


45° 20' 
46° 45' 
47°  50' 

49° 

45° 30' 
47° 45' 
47° 20' 
44°  20' 
45° 
50° 

52° 40' 
51° 40' 
51° 40' 


602* 

745* 

822 

716* 

763 

842 

919* 

947 


978 
1006 
845 
840* 

850 

827* 

788 

1186 

1129 

1142 

1169* 

1209 

1303 

1019 

1096* 

1102 

1016*[ 

1079 


Peraeus. 
Der  Nebelfleck  am  Ende   der  rechten 

Hand 

Der  am  rechten  Armbug  .    .    ...    .    . 

Der  an  der  rechten  Schulter 

Der  an  der  linken  Schulter 

Der  im  Kopf 

Der  im  Raum  zwischen  den  Schultern 
Der  glänzende  in  der  rechten  Seite.  . 
Von   den   drei  nach  dem  in  der  Seite 

der  vorangehende    

Der  mittelste  der  drei 

Der  nachfolgende  derselben 

Der  am  linken  Armbug 

Von  denen  im  Medusenhaupte  der  glän- 
zende    

Der  diesem  nachfolgende 

Der  dem  glsnzenden  vorangehende  .  . 
Der  weiter  diesem  vorangehende  letzte 

Der  am  rechten  Knie 

Der  ihm  vorangehende  über  dem  Knie 
Von  den  2  oberhalb  der  Kniekehle  der 

vorangehende    

Der   nachfolgende    an    der    Kniekehle 

selbst 

Der  an  der  rechten  Wade 

Der  am  rechten  Fußknöchel 

Der  am  linken  Schenkel       

Der  am  linken  Knie 

Der  an  der  linken  Wade 

Der  an  der  linken  Ferse 

Der  ihm   nachfolgende    am   Ende  des 

linken  Fußes 

26  Sterne:  2  zweiter,  5  dritter, 

16  vierter,  2  fünfter  Größe, 

1  nebeiförmiger. 


Y  26° 40' 

+  40° 30' 

M  i°io' 

+  37° 30 

8    2°  40' 

+  34° 30 

Y  27°30' 

+  32° 20' 

^    0°40' 

+  34° 30 

y    1°30' 

+  31° 10 

8    4° 50' 

+  30° 

^    5°2o' 

+  27° 50' 

8    7° 

+  27° 40 

J5    7°  40' 

+  27°20' 

8    0°30' 

+  27° 

Y  29° 40' 

+  23° 

Y29°10' 

+  21° 

Y  27°40' 

+  21° 

Y26°50' 

+  22° 15' 

8  14°50' 

+  28° 

813° 

+  28° 10 

8  12° 20' 

+  25° 

814° 

+  26° 15' 

8  14°  10' 

+  24° 30 

8  16° 20' 

+  18° 45' 

8    6°  50' 

+  21° 50' 

8    8° 40' 

+  19° 15' 

8    8°  20' 

+  14° 45 

8    4°  10' 

+  12° 

8    6°  20' 


+  11° 


Perseus,  Fuhrmann.  Schlangenträger. 


39 


Sternbesclireibuiig 


Länge 


Breite 


1172 

1178 

750 


/ 

H34  Cam. 
16 


Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 
Sterne : 

27.  Der  östlich  von  dem  am  linken  Knie  («) 

28.  Der  nördlich  von  denen  am  rechten  Knie 

29.  Der    denen   im    Medusenhaupt    voran- 
gehende . 

3  Sterne:  2  fünfter  Größe,  1  schwacher. 


^  11" 50' 
Y  240 40' 


+  18° 
+  31° 


20° 40' 


1821 

1785   ! 
1518*j 

1831 
1773   I 
1837* 
1435*1 
1461 

1440   i 

1409 

1589* 

1629 

1600 

1387 


Fuhrmann. 

1.  Von  den  2  am  Kopf  der  südlichere.    . 

2.  Der  nördlichere  über  dem  Kopf    .    .    . 

3.  Der   an   der   linken   Schulter,  die  sog. 
Capeila 

4.  Der  an  der  rechten  Schulter 

5.  Der  am  rechten  Armbug 

6.  Der  an  der  rechten  Handwurzel   .    .    . 

7.  Der  am  linken  Armbug        

8.  Von  den  2  an  der  linken  Handwurzel, 
den  sog.  Zicklein,  der  nachfolgende 

9.  Der  vorangehende  derselben   .    .    .    .    . 

10.  Der  am  linken  Fußknöchel 

11.  Der   am   rechten  Fußknöchel,   gemein- 
sam mit  dem  Hörn  {[i  Tauri) 

12.  Der  nördlich  des  letzteren  im  Gewand- 
saum     

13.  Der   noch    nördlichere    als    dieser  am 
Hinterbacken 

14.  Der  kleine  über  dem  linken  Fuß  .    .    . 

14  Sterne :  1  erster,  1  zweiter, 

2  dritter,  7  vierter,  2  fünfter, 

1  sechster  Größe. 


J\    2°  30 
TT  2°  20' 


^ 


25° 
2°  50' 
J\    1°10' 
TT  2°  50' 
J5  22° 

«  22°  10' 

8  22° 

8  19°  50' 

8  25° 40' 

8  26° 

8  26° 20' 
8  20"  40' 


-I-  30° 
+  31° 50' 

+  22° 30' 
+  20° 
+  15° 15' 
+  13° 20' 
+  20° 40' 

+  18° 
-H  18° 
+  10° 10' 

+    5° 

+     8°  30' 

H-  12°  10' 
+  16° 


5585* 
5627 

5649 
5357 

5374 

5238* 

5153* 

5169 
5594 
5707 

5737* 
5438* 
5491 
5455* 

5499 
5529 


Schlangentiäger. 

1.  Der  im  Kopf 

2.  Von  den  2  an  der  rechten  Schulter  der 
vorangehende    

3.  Der  nachfolgende  derselben 

4.  Von  den  2  an  der  linken  Schulter  der 
vorangehende 

5.  Der  nachfolgende  derselben 

6.  l)er  am  liuken  Armbug 

7.  Von  den  2  am  Ende  der  linken  Hand 
der  vorangehende 

8.  Der  nachiolgende  derselben 

9.  Der  am  rechten  Armbug 

10.  Von  den  2  am  Ende  der  rechten  Hand 
der  vorangehende 

11.  Der  nachfolgende  derselben 

12.  Der  am  rechten  Knie 

13*.  Der  an  dem  rechten  Schienbein  .    .    . 

14.  Von  den  4  im  rechten  Fuß  der  voran- 
gehende   

15.  Der  diesem  nachfolgende 

16.  Der  weiter  letzterem  nachfolgende   .    . 


TT],  24°  50' 

TT],  28° 
Vi{  29° 

TT],  13°  20' 
TT[i4°40' 
TT],    8°  20' 

n  5° 

TT].    6° 
TT],  26°  40' 

/  2°  20' 
\^  3°  20' 
TT],  21°  10' 
TT],  23°  40' 

TT],  23° 
TT],  24°  20' 
TT].i5° 


27° 15' 
26° 30' 

33° 

31° 50' 
24° 30' 

17° 

16°  30' 
15° 

13° 40' 

14° 20' 

7°30' 

2°  15' 

2°  15' 
1°30' 
0°20' 


40 


Siebentes  Bucli.   Fünftes  Kapitel. 


Bayer 


Sternbesclireibuiig 


Länge 


Breite 


5556 
5618 

5265 
5237 

5208 
5197 
5242 
5203^ 


5721 

5724* 
5730* 
5752* 

5767 


25. 


Der  letzte  nachfolgende  von  den  vier 
Der  diesen  nachfolgende,  der  die  Ferse 

berührt 

Der  am  linken  Knie 

Von  den  3  auf  einer  Geraden   an  dem 
linken  Schienbein  der  nördliche   .    .    . 

Der  mittelste  derselben 

Der  südliche  der  drei 

Der  an  der  linken  Ferse 

Der  die  Höhlung  des  linken  Fußes  be- 
rührende      

24  Sterne:  5  dritter,  ]3  vierter, 

6  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 
Der  nördliche  von  den  3   östlich  der 

rechten  Schulter 

Der  mittelste  der  drei 

Der  südliche  derselben 

Der    den    3    nachfolgende    über    dem 

mittelsten ... 

Der  alleinstehende  nördlichere  als  die 

vier 

5  Sterne  vierter  Größe. 


111  25»  50' 

nx  27010' 

IT],  12010' 

TTX  110  40' 
IT],  10040' 
TTX  9050' 
TT],  12020' 

TU,  100  40' 


/  20 

/  2040' 

/  30 

/  30  40' 

/  4040' 


+  50 20' 

+  30 10' 

+  1040' 

+  0040' 


+  280 10' 
+  260 20' 
+  250 

+  270 

+  330 


4960 

5014 

5045 

4984* 

4995 

5081 

4918* 

4985 
4969 
5007 
4996 


5217 

5493* 

5588 

5606 
5719 

5854 

6081=» 


üOph. 


Schlange. 

1.  Von  dem  Viereck  im  Kopfe   der    am 
Ende  der  Kinnlade 

2.  Der  die  Nüstern  berührende 

3.  Der  am  Schlaf 

4.  Der  am  Ansatz  des  Nackens 

5.  Der  in  der  Mitte  des  Vierecks  im  Rachen 

6.  Der  außerhalb  nördlich  des  Kopfes  .  . 

7.  Der  nach   der   ersten  Krümmung   des 
Nackens 

8.  Von  den  3  nach  diesem  der  nördliche 

9.  Der  mittelste  der  drei 

10.  Der  südliche  derselben 

11.  Der  nach  der  folgenden  Krümmung 
der  linken  Hand  {s  ö)  des  Schlangen- 
trägers vorangehende     

12.  Der  den  Sternen  in  der  Hand  nach- 
folgende   

13.  Der  nach  dem  rechten  Hinterschenkel 
des  Schlangenträgers 

14.  Von  den  2  ihm  nachfolgenden  der  süd- 
lichere  

15.  Der  nördlichere  derselben 

16.  Der  nach  der  rechten  Hand  (vt)  an 
der  Krümmung  des  Schwanzes  .... 

17.  Der  diesem  nachfolgende,  gleichfalls 
im  Schwänze 

18.  Der  am  Ende  des  Schwanzes 

18  Sterne:  5  dritter,  i2  vierter, 
1  fünfter  Größe. 


lTL  180  50' 
Sh  210 40' 

sh  24020' 

Sh22° 

Jli21o20' 

^0.26010' 

ia2lO40' 
irL24O50' 

lTL  24020' 

urL26O20' 


^280  50' 
TT],    80 10' 

Tri,  230  40' 

TT],  270 

nt  270 50' 
/  3040' 

/    80 40' 
P^  180 20' 


+  380 
+  40O 
+  360 
+  34015' 
+  37015' 
-f-  420  30' 


+  160 30 

+  13015' 

-f-  100  30' 

-1-    803O' 
+  IO05O' 

+  2üO 

-f-  2101O' 
+  270 


Pfeil.  Adler.  Delphin. 


41 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


6481 

6407* 

6400 

6354 

6360 


Pfeil. 

1.  Der  einzeln  stehende  an  der  Spitze  .    . 

2.  Von  den  3  am  Schaft  der  nachfolgende 

3.  Der  mittelste  derselben 

4.  Der  vorangehende  von  den  drei    .    .    . 

5.  Der  am  Ende  des  Einschnitts  am  Schaft 

5  Sterne:  1  vierter,  3  lüniter, 
1  sechster  Größe. 


^10°  10' 
^  6»  40' 
Z  5»50' 
;r  4»40' 
§'  3»  20' 


39»  20' 
39» 10' 
39° 30' 
39» 
38» 40' 


6512 
6451* 
6411* 

6415 

6390* 

6458 
6317 

6349 
6155* 


6546 
6275 

6331 
6330 
6156 


Adler. 

1.  Der  in  der  Mitte  des  Kopfes 

2.  Der  diesem  vorangehende  am  Halse    . 

3.  Der  gliinzende  auf  dem  Bücken,  der 
sog.  Atair 

4.  Der  nördlich  in  der  Niihe  des  letzteren 
stehende 

5.  Von  den  2  an  der  linken  Schulter  der 
vorangehende    

6.  Der  nachfolgende  derselben 

7.  Von  den  2  an  der  rechten  Schulter  der 
vorangehende    

8.  Der  nachfolgende  derselben 

9.  Der  unter  dem  Schwänze  des  Adlers 
weiter  ab  stehende,  der  die  Milchstraße 
berührt 

9  Sterne:  1  zweiter,  4  dritter, 

1  vierter,  3  fünfter  Größe. 

Sterne  bei  dem  Adler,  welche  den 

Antinous  bilden. 

10.  Von    den   2    südlich    des   Kopfes    des 
Adlers  der  vorangehende 

11.  Der  nachfolgende  derselben 

12.  Der  südwestlich  von  der  rechten  Schul- 
ter des  Adlers  . 

13.  Der  südlich  von  letzterem  stehende.  . 
14*.  Der  noch  südlichere  als  dieser  .  .  . 
15.  Der  allen  vorangehende 

6  Sterne:  4  dritter,  1  vierter, 
1  fünfter  Größe. 


Z    7»10' 
Z    4» 50' 

+  26» 50 
+  27» 10 

Z   ^W 

+  29»  10' 

Z    4»40' 

+  30» 

Z    3» 10' 
Z    6» 

+  31» 30 
+  31» 30 

/  29» 40' 
^    1»10' 

+  28»  40 
+  26» 40 

/22»10' 

+  86» 40 

Z    3»40' 
5'    8»  50' 

/26» 
^  28» SO' 
^  29»40' 
^  21» 10' 


21° 40' 
19» 10' 


25» 


+  15° 30' 
+  18» 10' 


6664 


6703 

6688" 


6713 
6729 


6746* 
6670 


Delphin. 

3   im   Schwänze   der 


Von   den 

gehende  

Von  den  übrigen  2  der  nördlichere.    . 

Der  südlichere  derselben 

Von  denen  im  rhombusförmigen  Vier- 
eck der  südliche  der  vorangeh.  Seite  . 
Der  nördlichere  der  vorangehenden  Seite 
Von  der  nachfolgenden  Seite  des  Ehom- 

bus  der  südliche 

Der  nördliche  der  nachfolgenden  Seite 
Von  den  3  zwischen  Schwanz  und 
Rhombus  der  südliche 


^  17»40' 
:g'  18»  40' 
^  18» 40' 

^  18° SO' 
S'20»10' 

^21°20' 
?^23°10' 

^17°  30' 


-J-  29°10' 
+  29» 
+  27»45' 

+  32» 
4-  33»  50' 

+  32° 
+  33° 10' 

+  30» 15' 


42 


Siebentes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


Imbrono 

Bajer 

Sternbesclireibung 

Länge 

Breite 

Größe 

6678 
6695 

c 

^ 

9.  Von  den  übrigen.  2  nördlichen  der  vor- 

^17°  30' 

5' 19° 

+  31° 50' 
+  31° 30' 

6 
6 

10.  Der  übrige  nachfolgende  derselben  .    . 

10  Sterne:  5  dritter,  2  vierter, 

3  sechster  Größe. 

6916 
6958 
6886* 
6908* 

a 
1 

Füllen. 

1.  Von  den  2  im  Kopf  der  vorangehende 

2.  Der  nachfolgende  derselben 

3.  Von  den  2  am  Maule  der  vorangehende 

4.  Der  nachfolgende  derselben 

4  schwache  Sterne. 

S'26°20' 

^28° 
15'  26°20' 
S'  27°  40' 

+  20° 30' 
+  20° 40' 
+  25° 30' 
+  25° 

schw. 
schw. 
schw. 
schw. 

14* 

34 

7499* 

7503* 

7588 

7610 
7393 

7385 
7404 

742t 

7378 

7403 
7453 
7432 
7213 

7180 

7077* 

7217 

7193 

7084* 

a  Andr. 

y 

a 
t 

V 

n 

0 

Q 
a 
& 

V 

e 

Tt 
l 

y. 

Pferd. 
1.  Der  am  Nabel,  zugleich  im  Kopf  der 

X17°50' 

X  12° 10' 

X    2° 10' 

^  26° 40' 

X    4° 30' 
X    5° 

*jj29° 
*»28°30' 

f«i26°10' 

i«Ä27° 

fti*18°50' 
sii20°30' 
s^21°20' 
;t^20°30' 

xxt    9°  20' 
^    8° 
xxi    5°  20' 
ft^23°20' 
^i*17°20' 
s»12°20' 

4-  26° 
4-  12°  30' 
4-  31° 
4-  19°  40' 

+  25° 30' 

4-  25° 

+  35° 
4-  34°  30' 

+  29° 
4-  29°  30' 

-1-  18° 
+  19° 
4-  15° 
+  16° 

4-  16°  30' 
+  16° 
4-  22°  30' 
+  41° 10' 
+  34° 15' 
4-  36°  50' 

2.3 
2.3 
2.3 
2.3 

4 

4 

3 
5 

4 
4 

3 
4 
5 
5 

3 

4 

3.2 
4.3 
4.3 
4.3 

2.  Der   an   der  Hüfte   und  am  Ende  des 
Flügels 

3.  Der   an   der  rechten  Schulter  und  am 
Ansatz  des  Beins 

4.  Der    auf    dem    Bücken    und     an    der 
Schulter  des  Flügels 

5.  Von  den  2  im  Rumpf  unter  dem  Flügel 

6.  Der  südlichere  derselben 

7.  Von  den  2  im  rechten  Knie  der  nörd- 

8.  Der  südlichere  derselben 

9.  Von    den   2    dicht   nebeneinander   auf 
der  Brust  der  vorangehende 

10.  Der  nachfolgende  derselben 

11.  Von    den    2    dicht  nebeneinander    am 
Ha'se  der  vorangehende 

12.  Der  nachfolgende  derselben 

13.  Von  den  2  in  der  Mähne  der  südlichere 

14.  Der  nördlichere  derselben 

15.  Von    den    2    dicht   nebeneinander   im 
Kopf  der  nördlichere 

16.  Der  südlichere  derselben 

17.  Der  am  Maule 

18.  Der  am  rechten  Knöchel 

19.  Der  am  linken  Knie              .                .    , 

20.  Der  am  linken  Knöchel 

20  Sterne:  4  zweiter,  4  dritter, 
9  vierter,  3  iünfter  Größe. 

141 

132 

139 

61 

7t 
S 

o 

Ändromeda. 

1.  Der  in  dem  Eaume  zwischen  den  Schul- 
tern   

X  25° 20' 
X  26° 20 
X24°20' 

X  23° 40' 

+  24° 30' 

+  27° 
+  23° 

+  32° 

3 
4 
4 

4      ! 
i 

2.  Der  an  der  rechten  Schulter 

3.  Der  an  der  linken  Schulter 

4.  Von   den  3  am   rechten  Arm  der  süd- 
liche  

Andromeda.  Triangel.  Widder. 


43 


imbroan 

Bayer 

55 

^ 

5. 

73 

Q 

6. 

7668 

i 

7. 

7678 

y. 

8. 

7666 

k 

9. 

188 

c 

10. 

238 

v 

11. 

295* 

/^ 

12. 

236 

f^ 

13< 

198 

V 

14. 

544* 

y 

15. 

438 

(pPers. 

16. 

410 

üPers. 

17. 

404 

V 

18. 

423 

t 

19. 

293 

<P 

20. 

341 

5 

21. 

368 

CO 

22. 

7489 

0 

23. 

Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


Der  nördliche  derselben 

Der  mittelste  der  drei 

Von  den  3  am  Ende  der  rechten  Hand 

der  südliche 

Der  mittelste  derselben 

Der  nördliche  der  drei 

Der  am  linken  Arm 

Der  am  linken  Armbug 

Von  den  3  über  dem  Gürtel   der  süd- 
liche  

'.  Der  mittelste  derselben 

Der  nördliche  der  drei 

Der  über  dem  linken  Fuß 

Der  im  rechten  Fuß 

Der  südlichere  als  dies  r 

Von    den  2  in  der   linken  Kniekehle 

der  nördlichere .    .    . 

Der  südlichere  derselben 

Der  am  rechten  Knie 

Von  den  2  in  der  Schleppe   der  nörd- 
lichere      

Der  südlichere  derselben 

Der  den  3  am  Ende  der  rechten  Hand 

außerhalb  vorangehende 

23  Sterne:  4  dritter,  15  vierter, 
4  lünfter  Größe. 


i 


24040' 
25" 


X  19°  40' 
X  20° 40' 
X  220  10' 
X  24° 10' 

X  2.040' 

Y  30 50' 

Y  2" 

Y  1°50' 
Y16°50' 

Y  17010' 

Y  150 10' 

Y  120 20' 
Y120 

Y  100 10' 

Y  12040' 

Y  140 10' 

X  110 40' 


4-  33030' 
+  32O20' 

+  410 
+  420 
4-  440 
+  170  30' 
+  15050' 

+  260  20' 
+  300 
+  320 30' 
+  280 
+  370 20' 
+  350 40' 

+  290 
-t-  280 
+  350 30' 

+  340  30' 
+  320 30' 

+  440 


482 
564 


598 
600 


Triangel. 

1.  Der  an  der  Spitze  des  Dreiecks     .    .    , 

2.  Von  den  3  an  der  Grundlinie  der  vor 
angehende  

3.  Der  mittelste  derselben 

4.  Der  nachfolgende  der  drei 

4  Sterne:  3  dritter,  1  vierter  Größe. 


Y  11° 

Y  160 

Y  160 20' 

Y  16050' 


+  160 30' 

+  200 40' 
+  I904O' 
+  190 


In  nördlichen  Sternbildern  in  Summa  360  Sterne: 

3  erster,  18  zweiter,  81  dritter,  177  vierter,  58  fünfter, 

13  sechster  Größe;  9  schwache,  1  nebeiförmiger. 

B,  Sternbilder  des  Tierkreises. 


483* 

r 

492 

(i 

584 

V 

604 

^ 

502 

t 

693 

V 

797* 

s 

Widder. 

1.  Von  den  2  im  Hörn  der  vorangehende 

2.  Der  nachfolgende  derselben    .    . 

3.  Von  den  2  an  der  Schnauze  der  nörd- 
lichere  

4.  Der  südlichere  derselben  .... 
5*.  Der  am  Halse 

6.  Der  an  der  Hüft- 

7.  Der  am  Ausatz  des  Schwanzes  . 


Y 

60  40' 

Y 

70  40' 

T 

11° 

Yll°30'| 

iT 

60  50' 

Y 

170  40' 

Y  21O20' 

70  20' 
80  20' 

704O' 

60 

5050' 

60 

4050' 


44 


Siebentes  Bucli.   Fünftes  Kapitel. 


Bajer 


Sternbesohreibung 


Länge 


Breite 


855 

874 
908 
776 
756 
729 


559 

749* 

737 

720 
702* 


8.  Von  den  3  im  Schwänze  der  voran- 
gehende   

9.  Der  mittelste  der  drei 

10.  Der  nachfolgende  derselben    ,    .    .    .    . 

11    Der  am  Hinterschenkel 

12.  Der  unter  der  Kniekehle 

13*.  Der  am  Ende  des  Hinterbeins  .    .    .    . 

1 3  Sterne :  2  dritter ,  4  vierter, 

6  lünfter,  1  sechster  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 

14.  Der  über  dem  Kopf,  den  Hipparch  an 
die  Schnauze  setzt 

15.  Von  den  4  über   der   Hüfte  der  nach- 
folgende glänzendere 

16.  Von    den   übrigen  3   schwächeren   der 
nördliche 

1  7.  Der  mittelste  der  drei 

18.  Der  südliche  derselben 

5  Sterne:  1  dritter,  1  vierter, 
3  fünfter  Größe. 


Y  23° 50' 

+ 

1°40' 

Y  25020' 

+ 

2°30' 

Y  27" 

+ 

1°50' 

Y  19°  40' 

+ 

1°30' 

Y18° 

— 

1°30' 

Yi5° 

— 

5°  15' 

Y  10° 40' 

Y  21° 40' 

Y  21°  ^0' 

Y  19°  40' 
Y19°10' 


+  10° 30 

+  10° 10' 

+  12° 40' 
+  11° 10' 
+  10°  40' 


959 
955 
935 
929 
1053* 

/ 
s 

0 
e 

1. 
2. 
3. 

1109* 

1182 

1120 

1320 

1305* 

1205 

X 

/«* 

V 

d 
Y 

8*. 
10* 

1230 

6' 

1264* 

■9-' 

13Ö6* 

a 

1263 

s 

1383 

i 

1473 

m 

17. 

1475 
1681 
1342* 
1589* 

7^ 

t 

20*. 
21. 

Stier. 
Von  den  4  am  Abschnitt  der  nördliche 

Der  au  ihn  anschließende 

Der  weiter  an  diesen  anschließende.    . 

Der  südlichste  der  vier 

Der  diesen  nachfolgende   am  rechten 

Schulterblatt 

Der  an  der  Brust 

Der  am  rechten  Knie 

Der  am  rechten  Knöchel 

Der  am  linken  Knie 

.  Der  am  linken  Ellbug 

Von  den  sog.  Hyaden  in  der  Stirn  der 

an  den  Nüstern 

Der  zwischen   diesem   und  dem  nörd- 
lichen Auge  (s) 

Der  zwischen  ihm  (y)   und   dem  süd- 
lichen Auge  (a) 

Der  rötliche  glänzende  der  Hyaden  im 

südlichen  Auge 

Der  übrige  (der  Hyaden)  im  nördlichen 

Auge 

Der  am  Ansatz   des    südlichen   Horns 

und  des  Ohres 

Von  den  2  am  südlichen  Hörn  der  süd- 
lichere  

Der  nördlichere  derselben 

Der  an  der  Spitze  des  südlichen  Horns 
Der  am  Ansatz  des  nördlichen  Horns 
Der  an  der  Spitze  des  nördlichen  Horns, 
derselbe  wie  der  am  rechten  Fuße  (y) 
des  Fuhrmanns 


Y  26° 20 
Y26° 

Y  24°  20' 

Y  24°  20' 

Y  29° 40' 
X  3°40 
^  6°  40 
8  3° 
{512°  10' 
^10°  20' 

8    9° 

^  10°20' 

J5  10°50' 

^  12° 40' 

^  11° 50' 

J517°30' 

^20°  20' 
^20° 
^  27° 40' 
^  15°40' 

8  25° 40' 


—  6° 

—  7°15' 

—  8° 30' 

—  9°15' 


—  8° 

—  12° 40' 

—  14°  50' 

—  10° 

—  13° 

—  5°45' 

—  4°  15' 

—  5°  50' 

—  5° 10' 

—  3° 

—  4° 

—  5° 

—  3° 30' 

—  2°  30' 

—  0°15' 


+     5° 


stier.  Zwillinge. 


45 


Bajer 


ternbeschreibung 


Länge 


Breite 


H38 


10 


ISO 

129 
118 

125 
132 
136 

139 


22.  Von  den  2  nahe  beisammen  stehenden 
am  nördlichen  Ohr  der  nördlichere.    . 

23.  Der  südlichere  derselben 

24.  Von  den  2  kleinen  am  Halse  der  vor- 
angehende   

25.  Der  nachfolgende  derselben 

26.  Von  der  vorangehenden  Seite  des  Vier- 
ecks im  Nacken  der  südlichere  .... 

27*.  Der  nördlichere  der  vorangehend.  Seite 

28.  Der  südlichere  der  nachfolgenden  Seite 

29.  Der  nördlichere  der  nachfolgenden  Seite 

30.  Von   der   Pleias   das  nördlichere  Ende 
der  vorangehenden  Seite 

31.  Das  südliche  Ende  der  vorangehenden 
Seite 

32*.  Das  nachfolgende  dichteste  Ende  der 

Pleias  (mit  dem  Hauptstern) 

33*.  Der  außerhalb  stehende  kleine  nörd- 
lich der  Pleias 

32  Sterne :  1  erster,  6  dritter, 

11  vierter,  13  fünfter, 

1  sechster  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 

34.  Der  unter  dem  rechten  Fuß   und  dem 
Schulterblatt 

35.  Von  den  3  über  dem   südlichen  Hörn 
der  vorangehende    

36*.  Der  mittelste  der  drei  ........ 

37.  Der  nachfolgende  derselben 

38.  Von  den  2  unter   der   Spitze   des  süd- 
lichen Horns  der  nördlichere 

39.  Der  südlichere  derselben 

40.  Von   den   5   nachfolgenden  unter  dem 
nördlichen  Hörn  der  vorangehende  .    . 

41.  Der  diesem  nachfolgende 

42.  Der  weiter  diesem  nachfolgende    .    .    . 

43.  Von  den  übrigen  2  nachtolgenden  der 
nördlichere 

44.  Der  südlichere  derselben 

11  Sterne:  1  vierter,  10  fünfter  Größe. 


8120 
^  11»40 

8    80  30' 

812° 
8  11"  40' 

8  20 10' 

8  20  30' 

8  30  40' 

8  30  40' 


Y250 

^200 
8  240 
^260 

H290 
^290 

^270 
M290 

n  1° 

TJ    20  20' 
TT   30 20' 


0030' 
00 15' 

O04O' 
10 

50 

70  20' 
30 
50 

4030' 

30  40' 

3020' 

50 


—  17030' 

—  20 

—  1045' 

—  20 

—  60  20' 

—  7040' 

+  O04O' 

+  10 

4-  1020' 

-f-  30  20' 

+  1015' 


a 

1. 

ß 

2. 

d- 

3. 

t 

4. 

i 

5. 

V 

6 

y. 

7. 

Zwillinge. 
Der  im  Kopf  d.  vorangehenden  Zwillings 
Der  rötliche  im  Kopf  des  nachfolgen- 
den Zwillings 

Der  am  linken  Ellbogen  des  voran- 
gehenden Zwillings 

Der  an  demselben  Arm 

Der  ihm  nachfolgende  in  dem  Baume 

zwischen  den  Schultern 

Der  diesem  nachfolgende  an  der  rech- 
ten Schulter  desselben  ZwilUngs  .  .  . 
Der  an  der  nachfolgenden  Schulter  des 
nachfolgenden  Zwillings 


TT  23020' 

+ 

90  30' 

TT  260 40' 

+ 

60  15' 

TT  160  40' 
TT  180  40' 

+ 
+ 

100 
7020' 

n22o 

+ 

50  30' 

n24o 

+ 

40  50' 

TT  260  40' 

+ 

2040' 

46 


Siebentes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


ImkroiiD 

Bajer 

Sternbeschreibung 

Länge 

Breite 

dröße 

2436 

A 

8.  Der   in   der  rechten  Seite   des  voran- 

gehenden Zwillings 

TT  21° 40' 

+     2°  40 

5 

2464 

63 

9.  Der  in   der  linken   Seite  des  nachfol- 

genden Zwillings 

TT  23°  10' 

-1-    0°20' 

5 

2150* 

8 

10.  Der  am  linken  Knie  des  vorang.  Zw.  . 

ni3° 

+     1°30' 

3 

2302* 

C 

11.  Der  unter  dem  linken  Knie  des  nach- 

folgenden Zwillings 

TT  18° 15' 

—    2°  30' 

3 

2413* 

6 

12.  Der  am  linken  Schoß  des  uachf.  Zw.  . 

n  21° 40' 

—    0°30' 

3 

2399* 

X 

13.  Der  über  dem    rechten   Armbug  des- 

selben Zwillings 

TJ  21° 40' 

—    6° 

3 

1941* 

n 

14.  Der   am  vorgesetzten  Fuß   des  voran- 

gehenden Zwillings 

TT    6°  30' 

—    1°30' 

4.3 

1997 

h 

15.  Der  diesem  nachfolgende  in  demselben 

Fuße 

TT    8°  30' 

—    1°15' 

4.3 

2046* 

V 

16.  Der  am  Ende  des  rechten  Fußes  des 

vorangehenden  Zwillings 

mo°io' 

-    3° 30' 

4.3 

2108* 

Y 

17.  Der    am   Ende   des  linken   Fußes  des 

nachfolgenden  Zwillings 

ni2° 

-    7° 30' 

3 

2161 

S 

18.  Der  am  Ende  des  rechten  Fußes  des 

nachfolgenden  Zwillings 

n  14°  40' 

—  10°  30' 

4 

18  Sterne:  2  zweiter,  5  dritter, 

9  vierter,  2  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne: 

1871 

1 

19.  Der  dem  vorgesetzten  Fuß  (t])  des  vor- 

angehenden Zwillings  vorangehende    . 

n  4°  10' 

—    0°40' 

4 

1944 

X  Aur. 

20.  Der  dem  vorangehenden   Knie  (e)  vor- 

angehende glänzende 

n    6°  30' 

+    5° 50' 

4.3 

2201 

d 

21.  Der  dem  linken  Knie  (c)  des  nachfol- 

genden Zwillings  vorangehende.    .    .    . 

TT  15°  10' 

—    2° 15' 

5 

2600 

9 

22.  Von  den  8  auf  einer  Geraden,  die  dem 
rechten  Arm  {k)  des  nachf.  Zw.  nach- 

folgen, der  nördliche 

n  28° 20' 

—    1°20' 

5 

2546 

f 

23.  Der  mittelste  der  drei 

n  26° 20' 

—    3°  20' 

5 

2505 

68 

24.  Der  südliche  derselben  neben  dem  Ell- 

bogen (X)  des  Armes 

17  26° 

—    4°  30' 

5 

2765* 

i:canc. 

25*.  Der  den  3  vorgenannten  nachfolgende 

glänzende .   '.    . 

G    3° 

—    2° 40' 

4 

7  Sterne:  3  vierter,  4  fünfter  Größe. 

Krebs. 

2949* 

e 

1.  Die    Mitte    des    auf    dem    Bruststück 

stehenden  Nebelflecks,  der  sog.  Krippe 

G  10° 20' 

+    0°20' 

neb. 

2898 

n 

2.  Von    den   2   vorangehenden    des  Vier- 

ecks um  den  Nebelfleck  der  nördlichere 

G    7°40' 
G   8° 

+     1°15' 

4.5 

2892 

& 

3.  Von  den  2  vorangeh.  der  südlichere    . 

—    1°10' 

4.5 

2969* 

Y 

4.  Von  den  2  nachfolgenden  des  Vierecks, 

den  sog.  Eseln,  der  nördliche.    .    .    . 

G  10°  20' 
G  11^20' 
G  16° 30' 
G    8°20' 
G    2°  40' 
G    7°  10' 

-1-     2°  40' 

4.3 

2977* 

ö 

5.  Der  südliche  der  2  vorgenannten  .    .    , 

—    0°10' 

4.3 

3050* 

a 

6.  Der  an  der  südlichen  Schere 

-    5°  30' 

4 

2989* 

i 

7.  Der  an  der  nördlichen  Schere    .... 

+  11°  50' 

4 

2739 

i"^ 

8.  Der  am  nördlichen  Hinterfuß     .... 

+     1° 

5 

2799 

{i 

9.  Der  am  südlichen  Hinterfuß 

—    7°30' 

4.3 

9  Sterne:  7  vierter,  1  fünfter  Größe, 

1  nebeiförmiger. 

Krebs.  Löwe. 


47 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


3144 
3108 


3112 


Nicbt  in  das  Bild  miteinbezogene 
Sterne : 

10.  Der  über  dem  Bug  der  südlichen  Schere 

11.  Der    dem    Ende   der   südlichen   Schere 
nachfolgende 

12.  Von   den   2   nachfolgenden   über    dem 
Nebelfleck  der  vorangehende 

13.  Der  nachfolgende  derselben 

4  Sterne:  8  vierter,  2  fünfter  Größe. 


O  19« 40' 

0  21°  10' 

Ol4° 
IslT» 


20  20' 


—    5°40' 


7015' 
4050' 


3196 

3235 

3348 

3319 

3447 

3467* 

3401 

3407* 

3405 

3375 

3313 

3240 

3302* 

3384 

3532 

3528 

3597 

3613 
3674 

3721* 
3723 

3727 

3750* 

3742 

3768* 

3813 

3867* 


3582 


41  L.mlD 


3641* 
3683 


31 


Löwe. 

Der  am  Ende  der  Nüster 

Der  im  Bachen 

Von  den  2  im  Kopf  der  nördlichere    . 

Der  südlichere  derselben 

Von  den  3  am  Halse  der  nördliche.    . 
Der  anschließende  mittelste  der  drei    . 

Der  südliche  derselben 

Der  im  Herzen,  der  sog.  Begulus  .    . 
Der  südlichere  als  dieser,  etwa  auf  der 

Brust 

Der  ein  wenig  dem  im  Herzen  voran- 
gehende   

Der  am  rechten  Knie        

Der  an  der  rechten  Vorderklaue  .    .    . 
Der  an  der  linken  Vorderklaue.    .    .    . 

Der  am  linken  Knie 

Der  an  der  linken  Achsel 

Von  den  3  am  Bauch  der  vorangehende 
Von  den  übrigen  2  nachfolgenden  der 

nördliche 

Der  südlichere  derselben 

Von   den   2   an   der  Hüfte   der  voran- 
gehende   

Der  nachfolgende  derselben 

Von   den   2   an   den  Hinterbacken  der 

nördlichere 

Der  südlichere  derselben 

Der  an  den  Hinterschenkeln 

Der  an  den  hinteren  Kniekehlen  .    .    . 
Der  südlichere  als  dieser,  etwa  an  den 

Ellbogen 

.  Der  an  den  Hinterklauen 

Der  am  Ende  des  Schwanzes 

27  Sterne:  2  erster,  2  zweiter, 

6  dritter,  8  vierter,  5  fünfter, 

4  sechster  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 
Von  den  2  über  dem  Rücken  der  vor- 
angehende   

Der  nachfolgende  derselben 

Von    den    3    unter   den   Weichen    der 

nördliche 

Der  mittelste  derselben 


61180  20' 
Q  210 10' 
924020' 
Q  240 10' 
D  0°10' 
Ö  20 10' 
Q  0040' 
Q    2«»  30' 

Q    3030' 

Q  00  0' 
R  27020' 
Q  24» 10' 
Q  27020' 
Q  2030' 
Ö  9"  10' 
Q    7° 

Q  10" 20' 
Q  12° 10' 

Q  11° 20' 
Q  14010' 

Q  140 20' 
D  160 20' 
Ö  200 20' 
Q  210 40' 

D  24040' 
Q  270 30' 
Q  24030' 


80 10' 


+ 

10" 

+ 

7030' 

+ 

120 

+ 

9030 

+ 

110 

+ 

8°  30' 

+ 

4030' 

+ 

QOIO' 

- 

1050 



00 15' 

00  0 

— 

3040 



4010 



4015 

0010 

+ 

40 

+  5020' 
+   2020' 

+  120  15' 
+  13040 

-f-  110 10' 

+  9040' 

+  5050' 

+  10  15' 

—  0050' 

—  3010' 
+  110 50' 


130 20' 
15030' 


+    10 10' 
—    0030' 


48 


Siebentes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


3664 
4037 


3979 


d 
15  Com. 


7  Com, 
23  Com. 


32.  Der  südlicbe  derselben 

33.  Der  nördlichste  Teil  der  zwischen  den 
äußersten  Sternen  von  Löwe  und  Bär 
gelegenen  nebeltörmigen  Gruppe,  des 
sog.  Haupthaares 

34.  Von  den  südlichen  Ausläufern  des 
Haupthaares  der  vorangehende  .    .    .    . 

35.  Der  nachfolgende  derselben  in  einer 
Figur  von  der  Form  eines  Efeublattes 
5  Sterne:  1  vierter,  4  fünfter  Größe 

und  das  Haupthaar. 


Ä?24<>50' 
Q  24»  20' 
D  28° 30' 


—    2°  40' 

+  30° 
+  25° 
+  25°  30' 


3850 

3849 
3928 

3910 
3873* 

3997 

4109* 
4187 
4224* 
4177 

4111 

4126 
4198 

4298* 

4337 

4326 

4331 
4370 

4305 
4391* 
4439 
4532 

4512 

4595* 

4552 


Jungfrau. 

1.  Von  den  2  oben  am  Schädel  der  süd- 
liche  

2*.  Der  nördlichere  derselben 

3.  Von    den   2    ihnen   nachfolgenden   im 
Antlitz  der  nördlichere 

4.  Der  südlichere  derselben 

5.  Der   am  Ende   des  südlichen,  d.  i.  lin- 
ken Flügels 

6.  Von  den  4  im  linken  Flügel  der  vor- 
angehende  

7.  Der  diesem  nachfolgende 

8.  Der  weiter  diesem  nachfolgende    .    . 

9.  Der  letzte  nachfolgende  von  den  vier. 

10.  Der   in   der   rechten  Seite  unter  dem 
Gürtel 

11.  Von  den  3  im  rechten,  d.  i.  nördlichen 
Flügel  der  vorangehende 

12.  Von  den  übrigen  2  der  südliche    .    .    . 

I  13.  Der  nördliche  derselben,  die  sog.  Vin- 
demiatrix 

14.  Der    am    Ende   der   linken  Hand,  die 
sog.  Spika 

15.  Der  unter  dem  Gürtel,  etwa  am  rech- 
ten Hinterbacken 

16.  Von  der  voraug.  Seite  des  Vierecks  am 
linken  Schenkel  der  nördliche    .... 

17*.  Der  südliche  der  vorangehenden  Seite 
18.  Von  den  2  der  nachfolgenden  Seite  der 

nördlichere 

19*.  Der  südlichere  der  nachfolgenden  Seite 

20.  Der  am  linken  Knie 

21.  Der  am  rechten  Hinterschenkel.    .    .    . 

22.  Von    den    3    in   der   Schleppe   um  die 
Füße  der  mittelste 

23.  Der  südliche  derselben 

24.  Der  nördliche  der  drei 

25.  Der  am  Ende  des  linken,  d.  i.  südlichen 
Fußes 

26.  Der  am  Ende    des   rechten,  d.  i.  nörd- 
lichen Fußes 

26  Sterne:  1  erster,  6  dritter, 
7  vierter,  10  fünfter,  2  sechster  Größe. 


26°  20' 
26° 


^ 


0°40' 
0°30' 


tip  8°l.ö' 
lip  13  '  10' 
UV  17° 30' 
lip  21° 

np  14°  20' 

np  8°  10' 

tl])10°10' 

npi2°io' 

'tTp26°40' 

^24°  50' 

11])  26°  20' 
11p  27°  15' 

Sh    0°   0' 
lip  28° 
Sh    l°40' 
lip  28° 

SL  6°  40' 
Sh  7°20' 
SL    8°  20' 

JL10° 

Sh  12°  40' 


-}-    4°  15' 
+    5°  40' 


5°  30' 

0°20' 

1°30' 
2°  50' 
2°  30' 
1°40' 

8°  30' 

13° 30' 
11° 40' 


+  15°  10' 


+  8°  40' 

+  3°  20' 

+  0°  10' 

+  1°30' 

—  3» 

—  1°30' 
+  8° 30' 

-t-  7«  10' 

+  2°  40' 

+  11°40' 

-1-  0»30' 

+  9°  50' 


Achtes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


49 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


Größe 


4100 

4170 
4217 
4239 

4271 

4413 


27, 


31 


32 


Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 
Von  den   3    auf   einer  Geraden    unter 
dem  linken  Ellbogen  der  vorangebende 

,  Der  mittelste  derselben 

Der  nachfolgende  der  drei 

Von    den    3    etwa    auf  einer    Geraden 
unter  der  Spika  der  vorangehende   .    . 

•=.  Der   mittelste  derselben,   ein  Doppel- 
stern      

Der  nachfolgende  der  drei 

6  Sterne:  4  fünfter,  2  sechster  Größe. 


np  14040' 

n|)22°15' 

nV27oio' 

11p  28°  10' 

sh  50 


—  3030' 

—  3030' 

—  3°20' 

—  7° 10' 

—  8°  20' 

—  70  50' 


Achtes  Buch. 


4696* 

4688* 
4827* 

4746* 
4799 

4774* 

4917* 
5023 


5051 

5084* 

5017 

4940 

4955 
4761 

4921* 

4938* 


37 

48 

SSc. 

JL 

41 


y  Sc. 
2HSc. 
0  Sc. 


Erstes  Kapitel. 
Sternbestand  der  südlichen  Halbkugel. 

A.  Sternbilder  des  Tierkreises. 
Scheren. 

1.  Von   denen    am   Ende    der    südlichen 
Schere  der  glänzende 

2.  Der  nördlichere  als  dieser  u.  schwächere 
8.  Von   denen   am  Ende    der   nördlichen 

Schere  der  glänzende 

4.  Der  ihm  vorangehende  schwache  .    .    . 

5.  Der  in  der  Mitte  der  südlichen  Schere 

6.  Der  diesem  vorangehende  an  derselben 
Schere 

7.  Der  in  der  Mitte  der  nördlichen  Schere 

8.  Der  ihm  nachf.  in  derselben  Schere    . 

8  Sterne:  2  zweiter,  4  vierter, 

2  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 

9.  Von  den  3  nördlicheren   als  die  nörd- 
liche Schere  der  vorangehende  .... 

10.  Von  den  2  nachfolgenden  der  südlichere 

11.  Der  nördliche  derselben 

12.  Von  den  3  zwischen   den  Scheren  der 
nachfolgende 

13.  Von  den  übrigen  2  vorangehenden  der 
nördliche 

14*.  Der  südliche  derselben 

15.  Von  den  3  südlicheren  als  die  südliche 
Schere  der  vorangehende 

16.  Von  den  übrigen  2  nachfolgenden  der 
nördlichere 

17.  Der  südlichere  derselben 

9  Sterne:  1  dritter,  5  vierter, 
2  fünfter,  1  sechster  Größe. 


^18° 

suir 

+ 

+ 

00  40' 
20  30' 

ifL  22010' 

Sh  17040' 

11.240 

4- 
+ 

80  50' 
80  30' 
10  40' 

Sh  210 20' 
iL  270 50' 
11X   30 

+ 
+ 
+ 

10  15' 
4045' 
30  30' 

LfL260lO' 
ni    30 40' 
111    40  20' 

+ 

+ 
-t- 

90 

60  40' 
90  15' 

111    30  30' 

+ 

00  30' 

ir|,   00  40' 
11],    10 10' 

+ 

00  20' 
1030' 

Sh230 

— 

7030' 

llt    10 10' 
111    20 

— 

80  30' 
90  40' 

5 
4 

4 

4 

4.5 


5 
4.5 
4.5 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  IL 


50 


Achtes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


Sternbesclireibung 


Länge 


5087^ 


5061 
5054 
5040 

6 

5129* 

V 

5097 
5178* 

0)' 

a 

5223* 

a 

5254 

5128 

t 

5164 
5326 

d 

5333 
5348 

& 

5343 
5440 
5583 
5637 

5403 

X 

5562* 
5518 

l 

V 

5650 
5533 
5509 


G 
d  Oph 
43  Oph 


Skorpion. 

1.  Yon    den    3    glänzenden   in   der   Stirn 
der  nördliche 

2.  Der  mittelste  derselben 

8.  Der  südlichere  der  drei 

4.  Der  noch  südlichere  als  dieser  an  einem 
der  Füße 

5.  Yon  den  2  Begleitern  des  nördlichsten 
(ß)  der  glänzenden  der  nördliche  .    .    . 

6.  Der  südliche  derselben  (ein  doppelter) 

7.  Von  den  3  glänzenden  im  Körper  der 
vorangehende    

8.  Der  rötliche    mittelste    derselben,    der 
sog.  Antares 

9.  Der  nachfolgende  der  drei 

10.  Von  den  2  unter  ihnen  etwa  am  äußer- 
sten Fuße  der  vorangehende 

11.  Der  nachfolgende  derselben 

12.  Der   im    1.  Schwanzgelenk  vom    Kör- 
per ab 

13.  Der  nach  diesem  im  2.  Schwanzgelenk 
14*.  Der   nördliche   des   Doppelsterns    im 

3.  Schwanzgelenk 

15.  Der  südlichere  des  Doppelsterns   .    .    . 

16.  Der  folgende  im  4.  Schwanzgelenk   .    . 

17.  Der  nach  ihm  im  5.  Schwanzgelenk.    . 

18.  Der   weiter   folgende   im   6.  Schwanz- 
gelenk 

19.  Der  im   7.  Schwanzgelenk   neben  dem 
Stachel 

20.  Von  den  2  im  Stachel  der  nachfolgende 

21.  Der  vorangehende  derselben 

21  Sterne:  1  zweiter,  13  dritter, 
5  vierter,  2  lüniter  Größe. 
Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 
Sterne: 
22*.  Der  dem  Stachel  nachfolgende  nebei- 
förmige     

23.  Von  den  2   nördlich   des  Stachels   der 

vorangehende    

24*.  Der  nachfolgende  derselben 

3  Sterne:  2  iünfter  Größe, 
1  nebeliörmiger. 


/    1°10' 

11125030' 
111  25°  30' 


Hl    6°20' 
Hl    5° 40' 
Hl    5° 40' 

+ 

1°20' 
1°40' 
5° 

111    6° 

~ 

7050' 

Hl    7° 
Hl    6° 20' 

+ 

4- 

1°40' 
0°30' 

Hl  10°  40' 

— 

3°  45' 

Hl  12° 40' 
Hl  14° 30' 

— 

4° 
5°30' 

Hl    9° 20' 
Hl  10° 40' 

— 

6°  30' 
6°  40' 

111  18°  30' 
Hl  18°50' 

- 

11° 
15° 

11120° 
111  20°  10' 
111  23°  10' 
Hl  28° 10' 

- 

18° 

18° 40' 
19° 30' 
18° 50' 

/    0°30' 

16° 40' 

Hl  29° 
H127°30' 
Hl  27° 

15° 10' 
13°20' 
13° 30' 

13°  15 


6°  10' 
4°  10' 


5746 
5841 


5862 
5892 


5798' 
6060 


Schütze. 

1.  Der  an  der  Pfeilspitze 

2.  Der  an  der   von  der  linken   Hand  er- 
faßten Stelle  (des  Bogens) 

3.  Der  im  südlichen  Teile  des  Bogens.    . 

4.  Von    denen   im    nördlichen   Teile    des 
Bogens  der  südlichere 

5.  Der   nördlichere    derselben    am    Ende 
des  Bogens 

6.  Der  an  der  linken  Schulter         .    .    .    . 


/    4°  30' 

—    6°  30 

/    7°  40' 
/    8° 

—  6»  30 

-  10° 50 

/    9° 

—    1°30 

/    6°40' 
/  15°20' 

+  2°  50 
—    3°  10 

Skorpion.  Schütze.  Steinbock. 


51 


Bajer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


5^ 

9. 

0 

10. 

n 

11. 

d 

12. 

Q 

V 

13. 

14. 

e^ 

15. 

9 

16 

57 

17. 

i^ 

18. 
]9. 

^ 

20. 

t 

21. 

t 

22. 

a 

23. 

24. 

V 

25. 
26. 

t 

27. 

CO 

28. 

^ 

29. 

b 

30. 

c 

31 

7.  Der  diesem  vorangebende  am  Pfeil .    .  ^  13° 

8.  Der  nebeiförmige  Doppelstern  im  Auge  /^  15°10' 

.  Von  den  3  im  Kopf  der  vorangehende  y^  15° 40' 

.  Der  mittelste  derselben j,;^  17°40' 

.  Der  nachfolgende  der  drei /^  19°  10' 

.  Von    den    3   im   nördlichen    Oberkleid 

der  südliche  . ^  21°20' 

.  Der  mittelste  derselben j<^  22°20' 

.  Der  nördliche  der  drei P^  22°50' 

.  Der  den  3  nachfolgende  schwache    .    .  j^  25°  40' 
.  Von  den  2  im  südlichen  Oberkleid  der 

nördlichere /^  29°30' 

.  Der  südlichere  derselben j<7<  27°40' 

.  Der  an  der  rechten  Schulter j<^  22°40' 

.  Der  am  rechten  Armbug y^  24° 50' 

.  Von   den   3  auf  dem    Kücken   der   im 

Baum  zwischen  den  Schultern   ...      ;  ^^  20° 
.  Der  mittelste  derselben   am   Schulter- 
blatt   /  17°40' 

.  Der  übrige  unter  der  Achsel y^  16°  20' 

.  Der  am  vorderen  linken  Knöchel  ...;/'  17° 40' 

.  Der  am  Knie  desselben  Fußes    .    .    .    .  ^  17° 

.  Der  am  vorderen  rechten  Knöchel    .    .  ^^    6° 40' 

.  Der  am  linken  Schenkel /  27°20' 

.  Der  am  hinteren  rechten  Ellbogen   .    .  ^^  23°  50' 
.  Von   den  4  im  Ansatz   des  Schwanzes 

der  vorangehende  der  nördlichen  Seite  y^  27°  40' 

.  Der  nachfolgende  der  nördlichen  Seite  y^  28°  50' 

.  Der  vorangehende  der  südlichen  Seite  y^  28°  50' 

.  Der  nachfolgende   der  südlichen  Seite  y^  29°  40' 

31  Sterne:  2  zweiter,  9  dritter, 

9  vierter,  8  iünfter,  2  sechster  Größe, 

1  nebeiförmiger. 


—  3°  30' 

+    0°45' 

+  2° 10' 
+  1°30' 
+    2° 

+  2°  50' 

+  4°  30' 

+  6°  30' 

+  5° 30' 

+  5°  50' 

+  2° 

—  1°50' 

—  2°'.0' 

—  2°30' 

—  4°  30' 

—  6°45' 

—  23° 

—  18° 

—  13° 

—  13° 30' 

—  20°  10' 

—  4°50' 

—  4° 50' 

—  5°  50' 

—  6° 30' 


Steinbock. 

1.  Von  den  3  im  nachfolgenden  Hörn  der 
nördliche 

2.  Der  mittelste  derselben 

3.  Der  südliche  der  drei 

4.  Der  an  der  Spitze   des  vorangehenden 
Homs 

5.  Von   den  3  an  der  Schnauze   der  süd- 
liche  

6.  Von  den  übrigen  2  der  vorangehende. 

7.  Der  nachfolgende  derselben 

8.  Der    den    3    vorangehende    unter   dem 
rechten  Auge 

9*.  Von  den  2  am  Halse  der  nördlichere 

10.  Der  südlichere  derselben 

11.  Der  am  linken  gebeugten  Knie  .    .    .    . 

12.  Der  unter  dem  rechten  Knie 

13.  Der  an  der  linken  Schulter 

14.  Von  2  dicht  nebeneinander   stehenden 
unter  dem  Bavich  der  vorangehende     . 


^    7°20' 

-t- 

7°  20' 

5'    7°40' 

+ 

6°  40' 

^    7°  20' 

+ 

5° 

7    5° 

+ 

8' 

7    9° 

+ 

00  45' 

•^    8°40' 

+ 

1«45' 

^    8° 50' 

+ 

10  30' 

:^    6°  10' 

+ 

OHO' 

^S'  11°  40' 

4- 

3»  50' 

^  11°50' 

+ 

0«50' 

^  11°40' 



8»  40' 

;^  10°50' 

— 

6«  30' 

S'  16° 40' 

— 

7*40' 

20° 10' 


e'so' 


52 


Achtes  Buch.     Erstes  Kapitel. 


Ambronn 


Bajer 


Stembeschreibung 


Länge 


Breite 


6987 
6911 


6875 


6948 
7034 

7062 
7051" 

7091* 
7056 

7123 
7088 
7080 


17. 


22. 


Der  nacMolgende  derselben 

Von  den  3  in  der  Mitte  des  Leibes  der 

nachfolgende 

Von  den  übrigen  2  vorangehenden  der 

südlichere 

Der  nördlichere  derselben 

Von  den  2  auf  dem  Bücken  der  voran- 
gehende   

Der  nachfolgende  derselben 

,  Von  den  2   am   Steißbein  des  Bück- 
grats der  vorangehende    ....... 

Der  nachfolgende  derselben    .... 

Von  den  2  in  der  Gegend  des  Schwan- 
zes der  vorangehende 

Der  nachfolgende  derselben 

Von    den   4   im    nördlichen    Teil    des 

Schwanzes  der  vorangehende 

Von  den  übrigen  3  der  südliche   .    .    . 

Der  mittelste  derselben 

Der  nördliche  derselben  am  Ende  des 

Schwanzes 

28  Sterne:  4  dritter,  9  vierter, 
9  fünfter,  6  sechster  Größe. 


g'  20° 20' 

^18°  30' 

;5'  160  40' 
'^  160  40' 

S' 160  40' 

^210 

J7  230 20' 
f?25o 

^  24050' 
J^  260  20' 

^  260 50' 

^  280 40' 
'^  27040' 

S'  280  40' 


—  40 

—  2050' 


00  0' 
—    0050' 


—  4045' 

—  4030' 


7050 

7179* 

7167 

7007* 

7036 

6883 

6784 
6748 
7275* 
3295 

7310* 

7345 
7256* 

7269 
7321 
7183 

7214 
7444* 

7417 

7300* 
7410 


Wassermann. 

1.  Der  im  Kopf  des  Wassermanns    .    .    . 

2.  Von  den  2  an  der  rechten  Schulter  der 
glänzendere 

3.  Der  unter  ihm  stehende  schwächere    . 

4.  Der  an  der  linken  Schulter 

5.  Der  unter  ihm  auf  dem  Bücken,  etwa 
unter  der  Achsel. 

6.  Von  den  3  in  der  linken  Hand  am  Man- 
tel der  nachfolBteude 

7.  Der  mittelste  derselben 

8.  Der  vorangehende  der  drei 

9.  Der  am  rechten  Ellbogen 

10.  Von  den  3  am  Ende  der  rechten  Hand 
der  nördliche 

11.  Von  den  übrigen  2  nördlichen  der  voran- 
gehende   

12.  Der  nachfolgende  derselben 

13.  Von  den  2  dicht  beieinander  stehenden 
an  d.  Vertief,  d.  rechten  Hüfte  d.  vorang. 

14*.  Der  nachfolgende  derselben 

15.  Der  auf  dem  rechten  Hinterbacken  .    . 

16.  Von    den    2    auf  dem   linken   Hinter- 
backen der  südliche 

17*.  Der  nördlichere  derselben 

18.  Von  den  2  an   der  rechten  Wade  der 
südlichere 

19.  Der    nördlichere   derselben    unter   der 
Kniekehle 

20.  Der  am  linken  Hinterschenkel   .    .    . 

21.  Von  den   2   an   der   linken  Wade   der 
südlichere 


axt    0O20' 


«j»  50 10' 
S'  260 30' 

5^27020' 

^17040' 
'^  160 10' 
S'  14040' 
a^    9030' 

»»11040' 

!Kal20 
asftl3O20' 

ssa    6010' 
(Wi    70 
(KÄ    80  40' 

Ä»  1040' 
»»    30 10' 

Äsa  110  40' 

(K«110  20' 
iKÄ    40  40' 

ai*    80  20' 


+  15045' 

+  110 
+     9040' 
+     80 50' 


+  5030' 

-H  80 

+  80  40' 

+  80  45' 

+  10045' 

+  90 

+  80 30' 

+  30 10' 

+  30 

—  00 50' 

—  10  40' 

—  00 15' 


—  50 

—  50  40' 


—  100 


Wassermann.  Fisclie. 


53 


Bajer 


Sternbesclireibung 


Länge 


Breite 


131 H 


«P.  a, 


2  Ceti 


22.  Der  nördlichere  derselben  unter  dem 
Knie 

23*.  Von  denen  im  Wasserguß  von  d.  Hand 
ab  der  vorangehende 

24*.  Der  anschließende  aüdlich  des  vor- 
genannten   

25.  Der  an  diesen  anschließende  nach  der 
Krümmung 

26.  Der  weiter  diesem  nachfolgende    .    .    . 

27.  Der  in  der  Krümmung  südlich  von 
diesem 

28.  Von  den  2  südlich  des  letzteren  der 
nördlichere 

29*.'  Der  südlichere  der  zwei 

30.  Der  von  diesen  nach  Süden  abstehen- 
de einzelne 

31.  Von  den  2  nach  letzterem  dicht  bei- 
einander stehenden  der  vorä.ngehende 

32*.  Der  nachfolgende  derselben      .    .    .    . 

33.  Von  den  3  in  der  anschließenden  Gruppe 
der  nördliche 

34.  Der  mittelste  der  drei 

35*.Der  nachfolgende  derselben    .        .    . 

36.  Desgleichen  von  den  folgenden  3  der 
nördliche 

37.  Der  südliche  der  drei .    . 

38.  Der  mittelste  derselben 

39*.Von  den  3  in  der  noch  übrigen  Gruppe 

der  vorangehende 

40.  Von  den  2  übrigen  der  südlichere    .    . 

41.  Der  nördlichere  derselben 

42.  Der  letzte  im  Wasserguß  an  der 
Schnauze  des  Südl.  Fisches    ... 

42  Sterne:  1  erster,  9  dritter,  18  vierter, 

13  fünfter,  1  sechster  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene  Sterne: 

43.  Von  den  3  der  Krümmung  des  Wasser- 
gusses  nachf.  der  vorangehende        .    . 

44.  Von  den  2  übrigen  der  nördlichere.    . 

45.  Der  südlichere  derselben 

3  Sterne  vierter  Größe. 


26» 40' 
29» 40' 


7»  50' 

—    9» 

15» 

+    2» 

14» 50' 

+    0»10' 

17»40' 
20» 

—  1»10' 

—  0»30' 

20» 30' 

—    1»40' 

19» 
19» 50' 

—  3»30' 

—  4» 10' 

20» 50' 

—    8»15' 

22» 40' 
23»  10' 

—  11» 

—  10»50' 

21»40' 
22» 10' 
23» 10' 

—  14« 

—  14»45' 

—  15» 40' 

17» 

18» 20' 
17»30' 

—  14» 10' 

—  15»45' 

—  15» 

11»50' 
12» 20' 
13»10' 

—  15»  20' 

—  14»  45' 

—  14» 

7» 

—  20»  20' 

—  15»  30' 

—  14» 40' 

—  18»  15' 


Fische. 

Der  an  dem  Maule  des  vorangehenden 

Fisches        , 

Von  den  2  am  Schädel   desselben  der 

südlichere , 

Der  nördlichere  derselben    .       ... 
Von  den  2  auf  dem  Bücken  der  voran- 
gehende   

Der  nachfolgende  derselben 

Von    den    2    am    Bauche    der  voran- 
gehende   

Der  nachfolgende  derselben 

Der  im  Schwänze  desselben  Fisches    . 


xm  21»40' 
«»24»  10' 


a«»28»10' 
X    0»40' 

aa»26» 
^  29» 40' 
X    6» 


9»  15' 

7»  30' 
9»20' 

9»  30' 
7»  30' 

4»  30' 
3»  30' 
6»  20' 


54 


Achtes  Buch.     Erstes  Kapitel 


Sternbesclireibung 


Länge 


71 


114* 
196 


255 
316* 


331 
380 

431 

486 

538* 

450 

409 


363 

306* 

308 
241 

229 

202* 

268* 


307 
334 
315* 
340 


7759 


7775 

7776 


V 

9 
99  H 


27 


9.  Von  denen  im  Band  desselben  der 
erste  vom  Schwanz  ab     .    .    .      .    .    .    . 

10.  Der  nachfolgende  derselben 

11.  Von  den  folgenden  3  glänzenden  der 
vorangehende   

12.  Der  mittelste  derselben 

I  13.  Der  nachfolgende  der  drei 

j  14.  Von  den   2  kleinen   unter  letzteren  in 

I  d.  Krümmung  d.  nördlichere 

!  15.  Der  südlichere  derselben      

16.  Von  den  3  nach  der  Krümmung  der 
vorangehende    

17.  Der  mitte'ete  derselben 

18.  Der  nachfolgende  der  drei 

19.  Der  im  Knoten  der  beiden  Bänder  .    . 

20.  Von  denen  im  nördl.  Bande  der  voran- 
gehende vom  Knoten  ab 

21.  Von  den  3  nach  ihm  folgenden  der 
südliche 

22.  Der  mittelste  derselben 

23.  Der  nördliche  von  den  3  am  Ende  des 
Schwanzes  ... 

24.  Von  den  2  am  Maule  des  nachfolgen- 
den Fisches  der  nördlichere 

25.  Der  südliche  derselben  .    .        

26.  Von  den  3-  kleinen  im  Kopf  der  nach- 
folgende       

27.  Der  mittelste  derselben 

28.  Der  vorangehende  der  drei 

29.  Von  den  3  in  der  Kückenflosse  nach 
dem  am  Ellbogen  (»;)  der  Andromeda 
der  vorangehende 

30.  Der  mittelste  derselben 

31.  Der  nachfolgende  der  drei 

32.  Von  den  2  am  Bauch  der  nördlichere 

33.  Der  südlichere  derselben 

34.  Der  in  der  nachfolgenden  Ilücken- 
flosse  am  Schwänze 

34  Sterne  :  2  dritter,  22  vierter,  3  fünfter, 

7  sechster  Größe. 
Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene  Sterne: 

35.  Von  dem  Viereck  unter  dem  voran- 
gehenden Fisch  der  vorangehende  der 
2  nördlichen 

36.  Der  nachfolgende  derselben 

37.  Von  der  südlichen  Seite  der  voran- 
gehende   

38.  Der  nachfolgende  der  südlichen  Seite. 

4  Sterne  vierter  Größe. 


Xis« 

XIT'IO' 
X20«30' 
X23» 

X22''20' 
X23'> 

X  26«30' 
X  28*40' 

Y  0«40' 

Y  2« 30' 

Y  0''30' 

Y  OlO' 

Y  0*40' 

Y  00  30' 

Y  20 

Y  l''40' 

X  280  40' 

X  27040' 

X270 


X  250 40' 
X  260  20' 
X  270 40' 

Y  20  10' 
X  290 50' 

Y  00   0' 


X  10  10' 

X  20  15' 

X  0040' 

X  20  20' 


In  Bildern  des  Tierkreises  in  Summa  346  Sterne: 
5  erster,  9  zweiter,  64 dritter,  1 33  vierter,  1 05 fünfter, 
27  sechster  Größe,  3  nebeiförmige  und  das  Haupthaar, 


Walfisch.  Orion. 


55 


B.  Sternbilder  außerhalb  des  Tierkreises. 


Bayer 


ternbeschreibung 


Länge 


Breite 


804 

X 

1. 

817* 

a 

2. 

722* 

y 

3. 

699 

ö 

4. 

681* 

V 

5. 

730 

^' 

6. 

632 

^Ar. 

7. 

638 

Q 

8. 

667 

a 

9. 

701 

e 

10. 

727 

jt 

11. 

448 

t 

12. 

528 

V 

13. 

478* 

^ 

14. 

.'52 

.9 

15. 

291 

rj 

16. 

244 

<P' 

17* 

234 

(p^ 

18. 

206 

<p- 

19. 

169 

(p^ 

20. 

67 

i 

21. 

164* 


Walfisch. 

,  Der  am  Ende  der  Nüster 

,  Von  den  ä  an  der  Schnauze  der  nach- 
folgende am  Ende  der  Kiefer  .  .  .  . 
,  Der  mittelste  derselben  mitten  im  Maule 
,  Der  vorangehende  der  3  am  Kinnbacken 
.  Der  an  der  Augenbraue  und  dem  Auge 
Der  nördlichere  als  dieser,   etwa    am 

(Stirn-)  Haar 

.  Der  diesen  vorangehende,  etwa  in  der 

Mähne 

,  Von  dem  Viereck  auf  der  Brust  der 
nördliche  der  vorangehenden  Seite  .  . 
.  Der  südliche  der  vorangehenden  Seite 
.  Der  nördliche  der  nachfolgenden  Seite 
,  Der  südliche  der  nachfolgenden  Seite 
,  Von  den  3  im  Leibe  der  mittelste     .    . 

,  Der  südliche  derselben 

,  Der  nördliche  der  drei 

Von   den  2   nahe   der   Schwanzgegend 

der  nachfolgende 

Der  vorangehende  derselben 

".  Von  dem  Viereck  in  der  Schwanz- 
gegend der  nördl.  der  nachf.  Seite  .  . 
Der  südliche  der  nachfolgenden  Seite 
Der  nördliche  der  vorangehenden  Seite 
Der  südliche  der  vorangehenden  Seite 
Von  den  2  an   den  Schwanzenden  der 

am  nördlichen  Ende 

,  Der  am  südlichen  Schwanzende     .    .    . 
22  Sterne;  10  dritter,  8  vierter, 
4  fünfter  Größe, 


Y  17°40' 

Y  17» 40' 

Y  12» 40' 

Y  10»  30' 

Y  10» 10' 

Y  12» 40' 

Y  7»  40' 

Y  3» 

Y  3»20' 

Y  6» 40' 

Y  7' 
X22» 
X23* 
X25» 


$ 


19» 40' 
15» 


Xii"    , 

X  10» 40' 
X  9»  20' 
X    9" 

X  4'20' 
X    5*40' 


—  7*45' 

—  12»  20' 

—  11»  30' 

—  14» 

—  8»  10' 

—  6»  20' 

—  4»  10' 

—  24»  30' 

—  28» 

—  25» 10' 

—  27»  30' 

—  25»  20' 

—  30»  50' 

—  20« 

—  15» 40' 

—  15» 40' 

—  13«  40' 

—  14»  40' 

—  13» 

—  14» 

—  9»  40' 

—  20»  20' 


1658^ 
1811=» 

1588" 
1626" 
1861 
1960 
1923 


1948 
1925 
1799 

1869 
1702 

1653 


Orion. 

1.  Der  nebeiförmige  im  Kopf  des  Orion.  ^  27» 

2.  Der  glänzende  rötliche  an  der  rechten 
Schulter TT    2» 

3.  Der  au  der  linken  Schulter H  24» 

4.  Der  unter  diesem  nachfolgende.    .    .    .  ^  25» 

5.  Der  am  rechten  Armbug FI    4»  20' 

6.  Der  am  rechten  Ellbogen !  TT    6»  20' 

7*.Von  dem  Viereck  am  Ende  der  rechten 

Hand  der  nachfolgenue  der  südlichen 

Seite,  ein  Doppelstern TT    6*30' 

8.  Der  vorangehende  der  südlichen  Seite  TT    6» 

9.  Der  nachfolgende  der  nördlichen  Seite  TT    7» 20' 

10.  Der  vorangehende  der  nördlichen  Seite  TT    6*40' 

11.  Von  den   2   in    der   Keule   der  voran- 
gehende     TT    1»40' 

12.  Der  nachfolgende  derselben TT    4*40' 

13.  Von   den   4   auf  dem   Rücken,   ungef. 

auf  einer  Geraden,  der  nachfolgende  .  J^  27»  50' 

14.  Der  diesem  vorangehende ^  26»  20' 


—  13»  30' 

—  17» 

—  17»  30' 

—  18» 

—  14»  30' 

—  11»50' 


10» 
9»  45' 
8»  15' 
8»  15' 

3»  45' 
4»  15' 

19*40' 
20» 


56 


Achtes  Buch,     Erstes  Kapitel. 


imbronn 

Bajer 

Sternbeschreibung 

Länge 

Breite 

Größe 

1628* 

«1 

15.  Der  weiter  letzterem  vorangehende  .    . 

H  25»20' 

—  20«  10' 

6 

1604 

V 

16.  Der  übrige  vorangehende  der  vier    ,    . 

g  24» 10' 

—  20« 40' 

5 

1492 

15 

17.  Von  denen  im   Fell   der  linken  Hand 

der  nördliche 

^  20» 30' 
K  19» 20' 

—    8« 

4 

1459 

11 

18.  Der  zweite  vom  nördlichsten  ab    .    .    . 

—    8»  10' 

4 

1411 

0^ 

19.  Der  dritte  vom  nördlichsten  ab.    .    .    . 

§18» 

—  10»  15' 

4 

1404 

7t^ 

20.  Der  vierte  vom  nördlichsten  ab     .    .    . 

8  16»20' 

—  12»  50' 

4 

1382 

Jt"^ 

21.  Der  fünfte  vom  nördlichsten  ab    .    .    . 

K  15» 10' 

—  14» 15' 

4 

1380 

7t^ 

22.  Der  sechste  vom  nördlichsten  ab  .    .    . 

8  14» 50' 

—  15«  50' 

3 

1386 

n^ 

23.  Der  siebente  vom  nördlichsten  ab    .    . 

8  14° 50' 

—  17«  10' 

3 

1400 

n" 

24.  Der  achte  vom  nördlichsten  ab.    . 

8  15» 20' 

—  20«  20' 

3 

1429* 

7t« 

25.  Der  letzte  nnd   südlichste  von  denen 

1635* 

s 

im  Fell 

J^  16» 20' 
H  25» 20' 

-21«  30' 
—  24«  10' 

3 

2 

26.  Von  den  3  im  Gürtel  der  vorangehende 

1674 

e 

27.  Der  mittelste  derselben 

>-(  27»  20' 

—  24«  50' 

2 

1715* 

f 

28.  Der  nachfolgende  der  drei 

§28»  10' 

—  25»  40' 

2 

1586* 

0 

29.  Der  am  Schwertgriff 

8  23» 50' 

—  25»  50' 

3 

1667* 

30.  Von  den   3  dichtgedrängten   am  Ende 

des  Schwertes  der  nördliche 

8  26»30' 

—  28»  20' 

4 

1665* 

■9- 

31.  Der  mittleste  derselben 

8  26» 40' 

-29»  10' 

3.4 

1669* 

i 

32.  Der  südliche  der  drei 

8  27» 

—  29»  50' 

3 

1703 

d 

33.  Von  den  2  unter  der  Spitze  des  Schwer- 

tes der  nachfolgende 

H  27»40' 

—  30»  40' 

4 

1637 

V 

34.  Der  vorangehende  derselben 

J5  26» 30' 

—  30»  50' 

4 

1523* 

ß 

35.  Der  glänzende    am  Ende  des    linken 

Fiißes  mit  dem  Fluß  gemeinsame     .    . 

H  19« 50' 

—  31«  30' 

1 

1540 

t 

36*.Der  nördlichere   als  dieser  über   dem 

Knöchel  an  der  linken  Wade 

8  21' 

—  30«  15' 

4.3 

1583 

e 

37.  Der  unter  der  linken  Ferse  außerhalb 

8  23» 20' 

—  31»  10' 

4 

1764 

y. 

38.  Der  unter   dem   rechten,  d.i.  nachfol- 

genden Knie 

IT    0»10' 

—  33«  30' 

3.2 

38  Sterne:  2  erster,  4  zweiter,  8  dritter. 

15  vierter,  3  fünfter,  5  sechster  Größe, 

1  nebeiförmiger. 

Fluß  (Eridanus). 

1494 

X 

1.  Der  nach  dem  iß)  am  Ende  des  Fußes 

des  Orion  am  Anfange  des  Flusses  .    . 

J5  18»  20' 

—  31«50' 

4.3 

1483 

ß 

2.  Der  nördlichere  als  dieser  in  der  Krüm- 

mung bei  der  Wade  (r)  des  Orion   .    . 

8  18» 30' 

-28«  15' 

4 

1444 

^ 

3.  Von  den  nach  diesem  folgenden  2  der 

nachfolgende 

8  18« 
8  14» 40' 

—  29«  50' 

4 

1396 

0} 

4.  Der  vorangehende  derselben 

—  28«  15' 

4 

1359 

H- 

5.  Von  den  weiter  folgenden  2  der  nach- 

folgende   

K13«10' 

—  25«50' 

4 

1311 

V 

6.  Der  vorangehende  derselben 

8  10»  10' 

—  25»  20' 

4 

1238 

S 

7.  Von    den    3    nach    diesem    der  nach- 

folgende   

8    6«  20' 

—  26» 

5 

1184* 

0^ 

8.  Der  mittelste  derselben 

§    5»  30' 

—  ?7» 

4 

1164 

Ol 

9.  Der  vorangehende  der  drei 

8    2» 50' 

—  27«  50' 

4 

1104 

Y 

10.  Von  den  4  im  folgenden  Abstand  der 

nachfolgende 

^27« 
Y24»20' 

—  32«  50' 

3 

1043 

7t 

11.  Der  diesem  vorangehende 

—  81« 

4 

1020 

d 

12.  Der  weiter  letzterem  vorangehende 

Y24»10' 

—  28«  50' 

3 

974 

8 

13.  Der  vorangehende  der  vier 

Y22» 

—  28« 

3 

Fluß.  Hase.  Großer  Hund. 


57 


imbronn 

Bajer 

Sternbesclireibung 

Länge 

Breite 

Größe 

884 

c 

14. 

Desgl.    von    den  4  im  folgenden  Ab- 

stand der  nachfolgende.        

Y  i7no' 

—  25  30' 

3 

823* 

?' 

15. 

Der  diesem  vorangehende    .    . 

Y  14030' 

—  23050' 

4 

830 

r 

16. 

Der  weiter  letzterem  vorangehende  .    . 

Y12<>10' 

—  23020' 

3 

783 

rj 

17. 

Der  vorangehende  von  den  vier    .    . 

Y10<'30' 

—  23015' 

4 

733 

t^ 

18. 

Der   erste   in    der   Windung    des    Fl., 

der  d.  Brust  des  Walfisches  berührt   . 

Y  5010' 

—  320  10' 

4 

758 

f"- 

19. 

Der  diesem  nachfolgende 

Y  5050' 

-  340 50' 

4 

824 

t^ 

20. 

Von  den  folgenden  3  der  vorangehende 

Y    80  50' 

—  380  30' 

4 

906* 

«4 

21. 

Der  mittelste  derselben 

Y13»50' 

—  380  10' 

4 

977 

t^ 

22. 

Der  nachfolgende  der  drei  .        .    . 

YIT^SO' 

—  3ao 

4 

1052 

t^ 

23. 

Von  den  folg.  etwa  ein  Trapez  bilden- 

den vier  der   nördl.  der  vorang.  Seite 

Y21<>20' 

—  410  20' 

4 

1060 

t~ 

24. 

Der     südlichere    der    vorangehenden 

Seite 

Y  21030' 

—  420  30' 

5 

1088 

t^ 

25. 

Der  vorangehende  der  nachfolgenden 

Seite 

Y  22010' 

—  43015' 

4 

1110 

tr« 

26. 

Der  diesem  vorangehende  letzte  der  vier 

Y  240  40' 

—  43020' 

4 

1302 

v^ 

27. 

Von   den   ostwärts    abstehenden   dicht 

beieinander   stehenden   2  d.  nördliche 

H  4» 10' 

-  500  20' 

4 

1312 

v""- 

28. 

Der  südlichere  derselben  ... 

8    5° 

—  51045' 

4 

1247 

d 

29. 

Von  den  2  folgenden  nach  der  Krüm- 

mung der  nachfolgende        .    .        .    , 

Y  280  10' 

-53050' 

4 

1206 

u* 

30. 

Der  vorangehende  derselben    .    . 

Y  25050' 

—  53010' 

4 

1089 

y5 

31. 

Von  den  3  im  folgenden  Abstand  der 

nachfolgende 

Y  1^°50' 

—  530 

4 

1072 

g 

32. 

Der  noittelste  derselben 

Y  14050' 

—  53030' 

4 

1065 

h 

33. 

Der  vorangehende  der  drei      

Yii^so' 

—  52030' 

4 

805* 

d- 

34. 

Der  äußerste  glänzende  des  Flusses    . 

Y  00  10' 

—  53030' 

1 

34  Sterne  :  1  erster,  5  dritter,  26  vierter. 

2  fünfter  Größe. 

. 

Hase. 

1508* 

t 

1. 

Von  dem  Viereck  an  den   Ohren  der 

nördliche  der  vorangehenden  Seite 

^  19040' 

—  350 

5 

1513* 

y. 

2. 

Der  südliche  der  vorangehenden  Seite 

^  19050' 

—  360  30' 

5 

1560 

V 

3. 

Der  nördliche  der  nachfolgenden  Seite 

K  210  20' 

—  350  40' 

5 

1558 

l 

4. 

Der  südliche  der   nachfolgenden  Seite 

^  210  20' 

—  360  40' 

5 

1512 

i« 

5. 

Der  am  Kinn 

8  19">10' 

—  39015' 

4.3 

1472 

s 

6. 

Der  am  Ende  der  linken  Vorderpfote 

g  160  10' 

-  450 15' 

4.3. 

1646* 

a 

7. 

Der  in  der  Mitte  des  Leibes  .    .    .    ,    : 

g  25050' 

—  41030' 

3 

1617* 

ß 

8. 

Der  unter  dem  Bauch  ....... 

g  240 50' 

—  440  20' 

3 

1790 

d 

9. 

Von   den   2  in   den  Hinterpfoten  der 

nördlichere 

TT   1" 

-440 10' 

4.3 

1745* 

Y 

10. 

Der  südlichere  derselben  ..... 

^290 

-450  50' 

4.3 

1758 

c 

11. 

Der  an  der  Hüfte   ... 

rr  0»  0' 

—  380  20' 

4.3 

1827 

n 

12 

Der  am  Ende  des  Schwanzes         .    .    . 
12  Sterne  :  2  dritter,  6  vierter, 
4  fünfter  Größe. 

TT   2040' 

—  380  10' 

4.3 

Großer  Hund. 

2167* 

a 

1. 

Der  glänzendste  rötliche   am  Maule,  d. 

sog.  Hundsstern  (Sirius) 

n  170 40' 

—  39010' 

1 

2243 

d- 

2. 

Der  an  den  Ohren . 

n  19040' 

-350 

4 

2257* 

/* 

3 

Der  am  Kopf 

n  210  20' 

-360  30' 

5 

58 


Achtes  Bucb.    Erstes  Kapitel. 


Imbronn 

Bayer 

Sternbeschreibung 

Länge 

Breite 

Größe 

2309* 

y 

4.  Von  den  2  am  Hälse  der  nördliche    .    . 

TT  23»  20' 

—  37«  45' 

4 

2260 

i 

5*.Der  südliche  derselben          ... 

TT  21» 20' 

—  40« 

4 

2255 

7t 

6.  Der  an  der  Brust        

TT  20«  30' 

—  42«  40' 

5 

2127 

yi 

7.  Yon  2  am  rechten  Knie  der  nördliche 

TJ  16« 10' 

-41»  15' 

5 

2115 

V- 

8.  Der  südlichere  derselben                      .    . 

ni6« 

—  42»  30' 

5 

2003 

f. 

9.  Der  am  Ende  der  Vorderpfote       .    . 

nii" 

-41«  20' 

3 

2077 

10.  Von  den  "2  am  linken  Knie  der  voran- 

«ehende 

ni4»40' 

—  46»  30' 

5 

2101 

r^ 

11.  Der  nachfolgende  derselben        .    .    . 

TT  16« 10' 

—  45»  50' 

5 

2306 

02 

12.  Von  den  2  an  der  linken  Schulter  der 

nachfolgende 

TJ  24« 40' 

—  46»  10' 

4 

2248 

o' 

13.  Der  vorangehende  derselben 

TJ  21« 40' 

—  47» 

5 

2339* 

6 

14.  Der  am  Ansatz  des  linken  Schenkels 

TT  26« 40' 

—  48»  45' 

3.4 

2277* 

e 

15.  Der  unter  dem  Bauch  im  Eaume  zw. 

den  Schenkeln 

TT  23« 40' 

—  51»  30' 

3 

2211 

X 

16.  Der  am  Bug  der  rechten  Pfote  .    .    ,    . 

n23» 

-55»  10' 

4 

1993* 

c 

17.  Der  am  Ende  der  rechten  Pfote    .    . 

TT    9»  40' 

—  53«  45' 

3 

2449 

V 

18.  Der  am  Schwanz                 

18  Sterne:  1  erster,  5  dritter,  5  vierter, 

7  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne : 

Q    2«  10' 

—  50»  40' 

3.4 

2800 

19  Mon. 

19.  Der  nördUch  vom  Kopf  des  Hundes    . 

TT  19» 30' 

—  25»  15' 

4 

1905 

.9  Col. 

20.  Von  den  4  unter  den  Hinterpfoten  etwa 
auf  einer  Geraden  stehenden  der  süd- 

lichste             

nio« 

—  61»  30' 

4 

1971 

^   » 

21.  Der  nördlichere  als  dieser 

TT  11*20' 

—  58» 45' 

4 

2005 

^ 

22*.Der  noch  nördliche  e  als  letzterer    . 

ni3« 

-57» 

4 

2054* 

X 

23.  Der  noch  übrige  nördlichere  der  vier. 

TT  14» 10' 

-56» 

4 

1756 

/iCol. 

24*.  Von  den  3  westlich   dieser   vier  etwa 
auf  einer  Geraden  stehenden   der  vor- 

angehende   

^28« 
TT    0«20' 

—  55»  30' 

4 

1807 

^   » 

25.  Der  mittelste  derselben 

—  57»40' 

4 

1845 

y  ., 

26.  Der  nachfolgende  der  drei 

TJ    2» 20' 

—  59»  50' 

4 

1796 

ß  » 

27.  Von  den  2  glänzenden  unter  letzteren 

der  nachfolgende 

^29« 
8  26« 

—  59« 40' 

2 

1721* 

a  » 

28.  Der  vorangehende  derselben 

—  57»  40' 

2 

1642 

e   » 

29.  Der  übrige   südlichere   als    die  vorge- 

nannten  

^22"  10' 

-59»  30' 

4 

11  Sterne:  2  zweiter,  9  vierter  Größe. 

Kleiner  Hund  (Procyon). 

2463 
2649* 

Der  im  Nacken 

TT  25« 

—  14« 

4 

Der   glänzende   an   den  Hinterpfoten,   der 

sog.  Procyon 

TT  29*10' 

—  16»  10' 

1 

2  Sterne:  1  erster,  1  vierter  Größe. 

Argo. 

1 

2683 

e  Pupp. 

1.  Von  den  2  am  Galjon  der  vorangeh.   . 

Q10«20' 

—  42»  30' 

5 

2748 

'     »> 

2.  Der  nachfolgende  derselben 

Gl4«20' 

—  43»  20' 

3 

2634 

1     » 

3.  Von  den  2  dicht  beieinander  stehenden 
über    dem    kleinen  Schild  am    Hinter- 

2628 

0     „ 

teil  der  nördlichere 

O    8«  50' 

—  45» 
-46»  10' 

4 

4 

4.  Der  südlichere  derselben 

9    8«  40' 

Kleiner  Hund,    Argo. 


59 


Barer 


Sternbesclireibung 


Länge 


Breite 


2550 
2554* 

2530 

2595 
2562 
2682 
2446 

2408* 
2545 

2567 
2611 
2667 
2730 


2777 


2794 
2990 


3001 
2965 


2929 

2958 

2983" 
3025 

3055 
3115 

3244 

2764" 
2851 


3198 
3377 
3333=' 

3589 
2134 


m  Pupp. 


H  47  irtr. 
X  PupP' 
H3Arg. 

7t  Pnpp. 
/    » 

c     „ 
b     „ 


d  V'el. 


D    „ 
C   „ 

a   „ 

Y  ,) 

f  " 
Ji  Vel. 

Y  » 
f  Car. 
6  Vel. 


9^    » 

ü  Car. 


r  Pupp, 


27. 


Der  diesen  vorangehende 

Der  glänzende  in  der  Mitte  des  klei- 
nen Schildes 

Von   den  3  unter   dem   kleinen  Schild 

der  vorangehende    

Der  nachfolgende  derselben 

Der  mittelste  der  drei \ 

Der  an  der  kleinen  Gans 

Von  den  2  am  Kiel  des  Hinterteils  der 

nördlichere 

Der  südlichere  derselben 

Von  denen  am  Verdeck  des  Hinterteils 

der  nördlichere 

Von  den  3  folgenden  der  vorangehende 

Der  mittelste  derselben 

Der  nachfolgende  der  drei 

Der  diesen  nachfolgende  glänzende  am 

Verdeck 

Von  den  2  schwachen  unter  dem  glän- 
zenden der  vorangehende. 

Der  nachfolgende  derselben 

Von  den  2  über  dem  genannten  glän- 
zenden der  vorangehende 

Der  nachfolgende  derselben 

Von  den  3  an  den  Schildchen  etwa  am 

Mastbehälter  der  nördliche 

Der  mittelste  derselben 

Der  südliche  der  drei 

Von  den  2  unter  letzteren  dicht  bei- 
einander stehenden  der  nördlichere  .    . 

Der  südlichere  derselben 

Von  den  2  in  der  Mitte  des  Mastes  der 

südliche 

Der  nördlichere  derselben 

Von  den  2    an   der  Spitze  des  Mastes 

der  vorangehende    

Der  nachfolgende  derselben 

Der  unterhalb  des  nachfolgenden  dritten 

Schildcheus 

Der  an  der  Schnittlinie  des  Verdecks  . 
Der  zwischen  den  Steuerrudern  am  Kiel 
Der  diesem  nachfolgende  schwache  .  . 
Der    diesem    nachfolgende     glänzende 

unter  dem  Verdeck 

Der  von  diesem  südlich  stehende  glän- 
zende am  nuteru  Kiel 

Von  den  3- letzterem  nachfolgenden  der 

vorangehende 

Der  mittelste  derselben 

Der  nachfolgende  der  drei 

Von  den  2  diesen  nachfolgenden  der 
vorangehende  dicht  an  der  Schnittlinie 

Der  nachfolgende  derselben 

Von  den  2  am  nördlichen,  d  i.  voran- 
gehend. Steuerruder  der  vorangehende 
Der  nachfolgende  derselben 


O  5«  20' 
Q  9»  20' 
O    80  30' 


G    4P 

O  4° 
Oiono' 

O  12"  10' 
Q  13» 40' 
O  16«  30' 

0  21"  10' 

Q  18«  10' 
G21« 

Q23«10' 
G24«20' 


TT    4« 
TT  20» 10' 


—  45«  30' 

—  47»  15' 

—  49»  45' 

—  49»  30' 

—  49« 15' 
-49»  50' 

—  53» 

—  58«  40' 

—  55»  30' 

—  58» 40' 

—  57»  15' 

—  57»  50' 

—  58«  40' 


—  59«  20' 

—  56« 40' 

—  57»  40' 

—  51»  30' 

—  55»  40' 
-57»  10' 

—  60» 

—  61» 15' 

—  51«  50' 

—  49« 

-43»  20' 

—  43»  30' 

—  54»  30' 

—  51»  15' 

—  63« 

—  64«  30' 

—  63»  50' 

—  69» 40' 

—  65»  40'! 

—  65»  50' 

—  67«  20' 

—  62»  50' 

—  62«  15' 

—  65» 50' 

—  65»  40' 


60 


Achtes  Bnch.    Erstes  Kapitel. 


imbronn 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite 


2030* 
2223 


a  Arg. 
t  Pupp. 


44,  Von  den  2  am  andern  Steuerruder  der 

vorangehende,  der  sog.  Kanobus 

45*.Der  noch  übrige  nachfolgende  derselben 

45  Sterne:  1  erster,  6  zweiter, 

11  dritter,  19  vierter,  7  fünfter, 

1  sechster  Größe. 


TT17''10' 
17  29» 


75» 
710  45' 


2941 

2933 

2995= 

2972 
3049 

3102 

3142 
3246 


3221" 
3208 

3210* 

3300 

3344 
3419 
3500 

3563 
3617 
3711 

3687 
3793 

3832 
3883" 
4272 

4490 


3518 


9> 

V 

ß  Grat. 


50  Mon. 
rfSit. 


Wasserschlange. 

1.  Von  den  5  im  Kopf  der  südlichere  der 
2  vorangehenden  an  den  Nüstern  .    .    . 

2.  Der  nördlichere  derselben  oberhalb  des 
Auges 

3.  Von    den   2   ihnen  nachfolgenden   der 
nördliche,  etwa  am  Schädel 

4.  Der  südlichere  derselben  am  Eachen  . 

5.  Der  allen  nachfolgende,  etwa  am  Kinn- 
backen  

6.  Von  den  2  im  Ansatz  des  Jsackens  der 
vorangehende 

7.  Der  nachfolgende  derselben 

8.  Von  den  3  folgenden  in  der  Krümmung 
des  Nackens  der  mittelste 

9.  Der  nachfolgende  der  drei 

10.  Der  südlichste  derselben 

11.  Von   den   2   südlich   dicht  beieinander 
stehenden  der  schwache  nördliche 

12.  Von  den  2  dicht  beieinander  stehenden 
der  glänzende 

18.  Von    den    3   nachfolgenden   nach    der 
Krümmung  der  vorangehende    .... 

14.  Der  mittelste  derselben 

15.  Der  nachfolgende  der  drei 

16.  Von  den  drei  folgenden  auf  einer  Ge- 
raden der  vorangehende 

17.  Der  mittelste  derselben 

18.  Der  nachfolgende  der  drei  .... 

19.  Von  den  2  nach  dem  Fuß  des  Bechers 
der  nördlichere 

20.  Der  südlichere  derselben 

21.  Von    den    3   nach  diesen  ein  Dreieck 
bildenden  der  vorangehende 

22.  Der  nüttelste  südlichere  derselben    .    . 

23.  Der  nachfolgende  der  drei 

24.  Der  nach  dem  Eaben  in  der  Schwanz- 
gegend  

25*.Der  am  Ende  des  Schwanzes 

25  Sterne:  1  zweiter,  3  dritter, 

19  vierter,  1  fünfter,  1  sechster  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 

Sterne: 

26.  Der  südlich  des  Kopfes 

27.  Der  in  einiger  Entfernung  den  Sternen 
{t'^it^)  im  Nacken  nachfolgende    .   .   . 

2  Sterne  dritter  Größe. 


Q14» 
6313»  20' 


Ois^äo' 

Gl5»30' 

017°  30' 

Q  200  20' 
O  23» 20' 


Ttp    1» 
nj)    2»  20' 

np  12» 10' 
11])14»30' 

n])i6»io' 

SU    0»   0' 
SU  13» 30' 


Q  12» 30' 

QU» 


■15» 
■13»  10' 

■  11» 30' 
-14»  15' 

•12»  15' 

■  11»  50' 

■  13»  40' 

-15»  20' 
14» 50' 
17» 10' 

19»  45' 

. 20»  30' 

26» 30' 
26» 
23» 15' 

24» 40' 
23» 15' 
22» 10' 

25045' 
30» 10' 

31» 20' 
33» 10' 
31»20' 

13040' 
13» 40' 


23015' 
16» 20' 


Wasserschlange.  Becher.  Rabe.  Zentaur. 


61 


Bayer 


Sternbeschreibung 


3941* 

3948 
4004 
3973 

4051* 

4068 
4077 


Länge 


Becher. 

3661*       a          1.  Der    am    Fuße    des    Bechers    mit    der 
Wasserschlange  gemeinsame 

J756*       y          2.  Von   den   2   in   dör  Mitte   des  Bechers 
der  südlichere 

3739         §  3.  Der  nördlichere  derselben    ...... 

3848         f  4.  Der  am  südlichen  Rande  der  Mündung 

3753         e  5.  Der  am  nördlichen  Eande    .... 

3894         r\  6,  Der  am  südlichen  Henkel    .... 

3809         d-         7.  Der  am  nördlichen  Henkel ..... 
7  Sterne  vierter  Größe. 


Rabe- 

1.  Der    am    Schnabel    mit    der    Wasser- 
schlange  gemeinsame 

2.  Der  am  Halse  beim  Kopf 

3.  Der  auf  der  Brust 

4.  Der    im   vorangehenden,   d.  i.   fechten 
Flügel ;   .    .   . 

5.  Von   den  2   im  nachfolgenden    Flügel 
der  vorangehende 

6.  Der  nachfolgende  derselben    .    .    .    .    . 

7.  Der     am    Ende    des    Fußes    mit    der 
"Wasserschlange  gemeinsame  .    .    . 

7  Sterne:  5  dritter,  1  vierter, 
1  fünfter  Größe. 


Q  26<»20' 

np  2030' 
Tip  0»  0' 

ITJ)    7» 
Q  290  20' 

np   9» 10' 

Tip    1«40' 


—  230 


19«  20' 
18« 

18«  30' 
13« 40' 
16« 10' 
11«  30' 


np  15«20' 
1ipi4«20' 
irp  16«  4:0' 

Tip  13»  20' 

Tip  16«  40' 
Tip  17« 

11P20«30' 


21«  40' 
19«  40' 
18« 10' 

14« 50' 

12« 30' 
11«  40' 

18» 10' 


4410 
4429* 
4386 

4423* 
4278 

4491 

4320* 

4560 

4569 
4655 

4658 

4407 

4408 
4451 
4489 
4617 
4736 
4438 


Zentaur. 

1.  Von  den  4  im  Kopf  der  südlichste  .    . '  iTL  10«  30 

2.  Der  nördlichste  derselben lTIi  10« 

3.  Von  den  noch  übrigen  2  mittelsten  der 
vorangehende uTL    9«10' 

4.  Der  nachfolgende  noch  übrige  der  vier  Su  10« 

5.  Der  an  der  linken,  d.  i.  vorangehenden 
Schulter !  lTL    6«10' 

6.  Der  an  der  rechten  Schulter ;  Lail5«40' 

7.  Der  am  linken  Schulterblatt jfL    9«10' 

8.  Von  den  4  im  Thyrsusstabe   der  nörd- 
lichere der  2  vorangehenden Sh  18»  10' 

9.  Der  südlichere  derselben ^  19»  10' 

10.  Von  den  noch  übrigen  2  der  am  Ende 

des  Thyrsusstabes ufL  22« 

11.  Der   noch  übrige   südlichere   als    der 
letztere iri|22»30' 

12.  Von   den   3    in  der   rechten  Seite  der 
vorangehende '  Sh  13»  20' 

13.  Der  mittelste  derselben j  lTL  14» 

14.  Der  nachfolgende  der  drei La|15»10' 

15.  Der  am  rechten  Arm. "  .    .    .    lTL  16»20' 

16.  Der  am  rechten  EUbogen !il;22»50' 

17.  Der  am  Ende  der  rechten  Hand    .    .    .1  irL27»30' 

18.  Der   glänzende    am   Ansatz    des    Men-| 
schenleibes i  iXI.  18« 


—  21«  40' 

—  18»  50' 

—  20» 30' 

—  20» 

—  25« 40' 

—  22»  30' 

—  27«  30' 

—  22«  20' 

—  23« 45' 

—  18«  15' 

—  20«  50' 

-r  28« 20' 

—  29«  20' 

—  28« 

—  26«30' 
-25»  15' 

—  24« 15' 

—  33»  30' 


62 


Achtes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


Bayer 


Sternbeschreibung 


Länge 


Breite       Größe 


4453 

f ' 

4464 

4301* 

4204 

/ 

4105* 

Y 

3954 
3939 

', 

4355* 

s 

4058 

yCr. 

3967 
4131* 

4033* 
3808 

«  « 

4634* 
4470 

a 
ß 

19.  Von  den  2  schwachen  nördlicheren  als 
letzterer  der  nachfolgende 

20.  Der  vorangehende  derselben 

21.  Der  am  Ansatz  des  Kückens 

22.  Der    diesem    vorangehende     auf    dem 
Pferderücken 

23.  Von  den  3  an  der  Hüfte   der  nachfol- 
gende   

24.  Der  mittelste  derselben 

25.  Der  vorangehende  der  drei 

26.  Von  den  2  am  rechten  Schenkel  dicht 
beieinander  stehenden  der  vorangehende 

27.  Der  nachfolgende  derselben 

28.  Der    auf   der   Brust  unter  der  Achsel 
des  Pferdes 

29.  Von  den  2  unter  dem  Bauche  der  vor- 
angehende   

30.  Der  nachfolgende  derselben 

31*.  Der    am    Bug    des    rechten    (Hinter-) 

Fußes 

32.  Der  am  Knöchel  desselben  Fußes.    .    . 

33*.  Der  unter  demBug  des  linken  (Hinter-) 
Fußes 

34*.  Der    an    der  Höhlung    des  Huts  des- 
selben Fußes 

35.  Der  am  Ende  des  rechten  Vorderlußes 

36*.  Der    am    Knie    des  linken    (Vorder-) 
Fußes 

37.  Der     außerhalb     unter     dem    rechten 

Hinterfuß 

37  Sterne:  1  erster,  5  zweiter, 
7  dritter,  16  vierter.  8  iünfter  Größe. 


11.16«  50' 

Sh  12« 10' 

SU    9« 

Sh    5»  50' 
lO,    5» 
Sh    2»  40' 

Sh    2» 40' 
Sh    3«  20' 

iL  18» 20' 

irL16»20' 
Shll'^W 

tTLlO« 
LfL15«20' 

Sh    6«  20' 

ILIIOIO' 
ITl    8«  20' 

Sh  24« 10' 

Sh  140 40' 


—  31« 

—  33» 

—  34»  50' 

—  37«40' 

—  40« 

—  43» 

—  41« 

—  46« 10' 

—  46» 45' 

—  40»  45' 

—  4S« 

—  43»  45' 

-51»  10' 

—  51«  40' 


55» 10' 


—  55«  20' 

—  41«  10' 


—  45»  20' 

—  49«  10' 


4732 


4693 
4905* 


4848* 
4762* 
4794* 
4826* 

4841 
4796 
4606 

4629 

4628* 

5057* 

5092 

4942 


Wolf. 
Der  am  Ende  des  Hinterfußes  bei  der 

Hand  [y.)  des  Zentauren 

Der  am  Bug  desselben  Fußes 

Von  den  2  am  Schulterblatt  der  voran- 
gehende   

Der  nachfolgende  derselben 

Der  in  der  Mitte  des  Leibes  des  Wolfes 
Der  am  Bauch  unter  den  Weichen  .    . 

Der  am  Schenkel 

Von  den  2  am  Ansatz   des    Schenkels 

der  nördlichere 

Der  südlichere  derselben  ....... 

Der  am  Ende  der  Hüfte 

Von    den   3   am  Ende    des  Schwanzes 

der  südliche 

Der  mittelste  der  drei 

Der  nördliche  derselben 

Von  den  2  im  Nacken  der  südlichere. 

Der  nördlichere  derselben 

Von  den  2  an  der  Schnauze  der  voran- 
gehende . 


^0.28« 

il]i25«50' 

in. 

1« 

IT 

4»  10' 

n 

3« 

IT 

0«10' 

111 

0«30' 

in 

4«  40' 

in 

3«  40' 

in 

5»  40' 

Sh  22« 

JL21«50' 

^23« 

in 

8»  50' 

in. 

9«  20' 

n 

5»  40' 

24»  50' 
29« 10' 

21»15' 
21« 

25« 10' 
27« 


28« 30' 
30» 10' 
33» 10' 

31« 20' 
30» 30' 
29° 20' 
17« 
15»20' 

13»20' 


Wolf.    Räucheraltar.    Südliche  Krone.    Südlicher  Fisch. 


63 


Baver 


Stern  beschreibung 


Länge 


Breite 


4999 
4806 

4828 


17.  Der  nachfolgende  derselben 

18.  Von  den  2  im  Vordertuß  der  südlichere 
19*.  Der  nördlichere  derselben 

19  Sterne:  2  dritter,  11  vierter, 
6  lünfter  Größe. 


nX  6"  40' 
LrL27''10' 
JL26<'30' 


—  11«  50' 

—  11»  50' 

—  10« 


5569 
5744 
5550 
5369 

5507 

5508 
5360 


Räacheraltar. 

1.  Von  den  2  an  der  Basis  der  nördlichere 

2.  Der  südlichere  derselben 

3.  Der  in  der  Mitte  des  kleinen  Altars    . 

4.  Von    den    3    an    der    Brandstelle    der 
nördliche 

5.  Von   den   übrigen  2  dicht  beieinander 
stehenden  der  südlichere 

6.  Der  nördlichere  derselben 

7.  Der  am  Ende  der  Brennröhre    .    .    .    . 
7  Sterne:  5  vierter,  2  fünfter  Größe. 


in  27« 40' 
/    3« 
in,  26«  20' 

IIX  20«  40' 

^^l  25«  lO' 
nt  25« 

111  20«  50' 


—  22«  40' 

—  25«  45' 
-26«  30' 

—  30«  20' 

—  34« 10' 

—  33« 20' 

—  34«  15' 


5879 

6008 
6062 
6121 
6162 

6177 

6170 

6147* 

6089 

6094 
5974 

5926* 
5925 


aTel. 


Südliche  Krone. 

1.  Der   außerhalb    des    südlichen  Bogens 
vorangehende    

2.  Der  nachfolgende  in  der  Krone  selbst 

3.  Der  diesem  nachfolgende 

4.  Der  weiter  letzterem  nachfolgende   .    . 

5.  Der  nach  diesem  vor  dem  Knie  (a)  des 
Schützen 

6.  Der   nach    diesem   nördlichere  als  der 
glänzende  (a)  am  Knie 

7.  Der  nördlichere  als  dieser 

8.  Der  noch  nördlichere  als  letzterer    .    . 

9.  Von  den  2  vorangehenden  nach  diesem 
im  nördlichen  Bogen  der  nachfolgende 

10.  Der  vorangehende  von  den  2,  schwachen 

11.  Der   letzterem   eine    geraume    Strecke 
vorangehende    

12.  Der  weiter  letzterem  vorangehende  .    . 

13.  Der   letzte    südlichere    als    der    vorge- 
nannte   

13  Sterne:  5  vierter,  6  lünfter, 
2  sechster  Größe. 


/  9«  10' 
^  11« 40' 
/  13« 10' 
^  14050' 

/16«10' 

/17« 
/  16« 50' 
/16«30' 

/  15« 10' 
/  14«  40' 

/  11« 50' 
/    9« 40' 

/    9«  10' 


— 21«30' 

—  21« 

—  23« 

—  20« 

—  18-30' 

—  17«  10' 

—  16« 

—  15«  10' 

—  15« 20' 

—  14«  50' 

-   14«  40' 

—  15« 50' 

—  18« 30' 


7463* 

a 

7325* 

1^ 

7431* 

Y 

7456* 

d 

7372 

s 

7194 

/" 

7320 

? 

7236 

X 

Südlicher  Fisch. 

0.  Der  am   Maule,   derselbe   wie  am  An- 
fang des  Wassergusses 

1.  Von    den    3    im   südlichen  Bogen    des 
Kopfes  der  vorangehende 

2.  Der  mittelste  derselben 

3.  Der  nachfolgende  der  drei 

4.  Der  am  Kiemen 

5.  Der  an  der  südlichen  Kückenflosse  .    . 

6.  Von  den  2  am  Bauch  der  nachfolgende 

7.  Der  vorangehende  derselben 


xxt  0«40' 
as*  4«  10' 
tau    5»  20' 

axa  4« 20' 
'^  25»  10' 
xü  1«10' 
^  28«  50' 


-  20« 20' 

-  20« 20' 

-  22« 15' 

—  22«  30' 

-  16« 15' 

—  19«  30' 

-  15« 10' 

—  14*40' 


64 


Achtes  Buch.    Zweites  Kapitel. 


Ambronn 

Bayer 

Sternbeschreibung 

Länge 

Breite 

Größe 

7155* 

7096* 

7074 

7124 

6761* 
6858 

i 

Y  Gr. 

a  Mlcr. 

Y  .. 

8.  Von  den  3  in    der   nördlicben   Flosse 
der  nachfolgende 

^  25» 10' 
S'21»50' 

S'21» 
JS'  20»  10' 

S'    8» 

S'ii»io' 

S'14» 

^12« 

IS'  13»  50' 
S'13»50' 

-15» 

—  16»  30' 

—  18»  10' 

—  22«  15' 

—  22«  20' 
-22«  10' 

—  21«  10' 

—  20«  50' 

-17« 
-14»  50' 

4 

9.  Der  mittelste  derselben 

10.  Der  vorangehende  der  drei 

11.  Der  am  Ende  des  Schwanzes 

11  Sterne:  9  vierter,  2  fünfter  Größe. 

Nicht  in  das  Bild  miteinbezogene 
Sterne: 

12.  Von    den    dem    Fisch    vorangehenden 
3  glänzenden  der  vorangehende     .    .    . 

13.  Der  mittelste  derselben 

14*.Der  nachfolgende  der  dr.  i 

15.  Der  diesem  vorangehende  schwache    . 

16.  Von  den  noch  übrigen  2  nach  ^Norden 
der  südlichere 

4 
4 
4 

3.4 

3.4 

3.4 

5 

4 

17.  Der  nördlichere  derselben 

6  Sterne:  3  dritter,  2  vierter, 
1  fünfter  Größe. 

4 

In  südlichen  Sternbildern  in  Summa  316  Sterne: 

7  erster,  18  zweiter,  63  dritter,  164  vierter, 

54  fünfter,  9  sechster  Größe,  1  nebeiförmiger. 

Gesamtsumme  1022  Sterne: 

15  erster,  45  zweiter,  208  dritter,  474  vierter, 

217  fünfter,  49  sechster  Größe,  9  schwache, 

5  nebeiförmige,  hierüber  das  Haupthaar. 

Ha  84 
Hei  170. 


Zweites  Kapitel. 
I  Die  Lage  der  Milchstraße. 

Der  Fixsternkatalog  ist  hiermit  zum  Abschluß  gebracht. 
Wie  es  die  logische  Reihenfolge  fordert,  werden  wir  im  An- 
schluß daran  die  Lage  der  Milchstraße  schildern,  so  gut  dies 
möglich  ist  und  wie  es  uns  die  Beobachtung  ihrer  einzelnen 
Teile  an  die  Hand  gegeben  hat.  Gleichzeitig  wollen  wir 
den  Versuch  machen,  der  scheinbaren  Formlosigkeit,  welche 
sie  hier  und  da  zeigt,  bestimmten '  Umriß  zu  verleihen. 

Daß  der  Kreis  der  Milchstraße  nicht  ein  Kreis  schlecht- 
hin, sondern  ein  Gürtel  ist,  der  allenthalben  sozusagen  die 


Die  Milchstraße.  65 

Farbe  der  Milch  zeigt  —  daher  auch  die  Benennung  — ,  aber 
auch  nicht  ein  gleichförmiger  und  regelrechter  Gürtel,  son- 
dern ein  nach  Breite,  Färbung,  Dichtigkeit  und  Lage  ver- 
schiedengearteter, sowie  daß  er  an  einer  Stelle  doppelt  ist: 
diese  Wahrnehmung  dürfte  sich  wohl  schon  bei  oberflächlicher  6 
Betrachtung  dem  Auge  aufdrängen.  Geht  man  aber  auf 
Einzelheiten  ein,  die  einer  aufmerksameren  Beobachtung  be- 
dürfen, so  finden  wir  folgendes  zu  berichten. 

Der  doppelte  Teil  des  Gürtels  hat  sozusagen    zwei  Zu- 
sammenschlußstellen, die  eine  bei  dem  Räucheraltar,  die  andere  10 
bei  dem  Schwan,  jedoch  nur  in  dem  Sinne,  daß  der  voran- 
gehende (westliche)  Gürtel  mit  dem  andern  (östlichen)  in 
keinerlei   Zusammenhang   steht   —   denn    er   läßt   an 
beiden  Zusammenschlußstellen,  sowohl  ander  bei  dem  Räucher- 
altar als  auch  an  der  bei  dem  Schwan,  (freie)  Zwischen-  15 
räume  — ,  während  der  nachfolgende  (östliche)  Gürtel  mit 
dem  übrigen  Teile  der  Milchstraße  allenthalben  zusammen-  Hei  i7i 
hängt  und  mit  ihm  einen  Gürtel  bildet,  durch  welchen  wohl 
auch  ein  genau  die  Mitte  einhaltender  größter  Kreis  gehen 
könnte.    Diesen  Gürtel  wollen  wir  zuerst  besprechen,  wobei  Ha  85 
wir  mit  seinen  südlichsten  Teilen  beginnen.  21 

Diese  Teile  gehen  durch  die  Füße  des  Zentauren,  sind 
aber  wesentlich  dünner  und  lichtärmer.  Der  Stern  (ß  Crucis) 
am  Bug  des  rechten  Hinterfußes  (Kat.  31)  ist  ein  wenig 
südlicher  als  die  nördliche  Grenzlinie  der  Milchstraße,  gleicher-  25 
weise  der  Stern  (ß)  am  Knie  des  linken  Vorderfußes  (Kat.  36) 
und  der  (a  Crucis)  unter  dem  Knöchel  des  rechten  Hinter- 
fußes (Kat.  32).  Dagegen  liegt  der  Stern  (k)  am  Bug  des 
linken  Hinterfußes  (Kat.  33)  mitten  in  der  Milchstraße, 
während  der  (?)  am  Knöchel  desselben  Fußes  (Kat.  34)  und  30 
der  (a)  am  Knöchel  des  rechten  Vorderfußes  (Kat.  35)  von 
dem  südlichen  Rande  ungefähr  2®,  wie  der  größte  Kreis  360' 
hat,  nach  Norden  zu  entfernt  liegen.  Die  Teile  in  der  Gegend 
der  Hinterbeine  sind  ein  wenig  dichter. 

Im  weiteren  Verlauf  ist  der  nördliche  Rand  der  Milch-  35 
Straße  von  dem  Stern  (^)  an  der  Hüfte  des  Wolfes  (Kat.  10) 
ungefähr  lY2^  entfernt,  während  der  südliche  Rand  den  Stern  (^) 

Ptjlemäus,  übers,  v.  Manitius.  II.  5 


QQ  Achtes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

an  der  Brennröhre  des  Rauche raltars  (Kat.  7)  inner- 
halb liegen  läßt,  aber  von  den  beiden  dicht  nebeneinander 
stehenden  (yß)  an  der  Brandstelle  (Kat.  5.6)  den  nördlicheren 
(ß)  und  von  den  beiden  (ö-ö-)  an  der  Basis  (Kat.  1.  2.)  den 
5  südlicheren  {&)  noch  berührt.  Der  Stern  (f)  im  nördlichen 
Teile  der  Brandstelle  (Kat.  4)  und  der  Stern  (a)  in  der  Mitte 
Hei  172  derselben  (Kat.  3)  liegen  in  der  Milchstraße  selbst.  Diese 
Teile  sind  wesentlich  dünner. 

Weiterhin  schließt  der  nördliche  Teil  der  Milchstraße  die 

10  drei  Schwanzgelenke  (ß-Loc)  vor  dem  Stachel  (Xv)  des  Skor- 
pions (Kat.  17 — 21)  und  den  dem  Stachel  nachfolgenden 
Nebelfleck  (Kat.  22)  ein,  während  der  südliche  Rand  den 
Stern('»^)  am  vorderen rechtenKnöchel des  Schützen  (Kat. 25) 
berührt  und  den  (6)  an  der  linken  Hand  (Kat.  2)  in  sich 

15  schließt.  Der  Stern  (e)  im  südlichen  Teil  des  Bogens  (Kat.  .3) 
Ha  86  steht  außerhalb  der  Milchstraße,  der  Stern  (j)  an  der  Pfeil- 
spitze (Kat.  1)  mitten  darin;  auch  die  Sterne  (X^)  im  nörd- 
lichen Teil  des  Bogens  (Kat.  4.  5)  liegen  in  der  Milchstraße, 
jeder  von  beiden  etwas  mehr  als   1^  von  dem  ihm  nahen 

20  Rande  entfernt,  der  südliche  (X)  vom  südlichen,  der  nördliche 
(^)  vom  entgegengesetzten.  Die  Teile  in  der  Gegend  der 
drei  Schwanzgelenke  (-O-tJc)  sind  ein  wenig  dichter,  die  um 
die  Pfeilspitze  (y)  sind  stark  verdichtet  und  erscheinen  rauch- 
artig. 

25  Die  weiterhin  sich  anschließenden  Teile  sind  ein  wenig 
dünner  und  erstrecken  sich  unter  Einhaltung  nahezu  derselben 
Breite  längs  des  Adlers  hin.  Der  Stern  ('9')  am  Ende  des 
Schwanzes  der  Schlange  (Kat.  18),  welche  der  Schlangen- 
träger hält,  liegt  im  reinen  Himmelsblau  und  ist  ein  wenig 
Hei  173  mehr  als  1^  von  dem  vorangehenden  (westlichen)  Rande  der 

31  Milchstraße  entfernt.  Von  den  unter  dem  Adler  liegenden 
glänzenden  Sternen  liegen  die  beiden  vorangehenden  (Kat.  12. 
15)  in  der  Milchstraße  selbst,  der  südlichere  (A  Ant.)  1^  ent- 
fernt von  dem  nachfolgenden  (östlichen)  Rande,  der  nörd- 

35  liebere  (ö  Ant.)  2^.     Der  nachfolgende  (ö)  von  den  Sternen 

(ft(?)  in  der  rechten  Schulter  des  Adlers  (Kat.  7.  8)  berührt 

^  den  nämlichen  Rand,  der  vorangehende  ((i)  wird  innerhalb 


Die  Milchstraße.  67 

eingeschlossen,  ebenso  auch  der  vorangehende  glänzende  (y) 
von  den  Sternen  (ycp)  im  linken  Flügel  (Kat.  5.  6.)  Der 
glänzende  Stern  (a)  auf  dem  Rücken  (Kat.  3)  und  die  beiden 
(ßo)  mit  ihm  auf  einer  Geraden  (?)  stehenden  (Kat.  2.  4) 
berühren  nahezu  gleichfalls  den  nämlichen  ßand.  Alsdann  5 
liegt  der  ganze  Pfeil  in  der  Milchstraße  eingeschlossen,  und 
zwar  ist  der  Stern  (y)  an  der  Spitze  (Kat.  1)  1^  von  dem 
östlichen  Rande  entfernt,  der  (ß)  am  Ende  des  Einschnitts 
am  Schaft  (Kat.  5)  2*^  von  dem  westlichen.  Die  beiderseits 
des  Adlers  liegenden  Teile  sind  ein  wenig  dichter,  die  übrigen  10 
ein  wenig  dünner. 

Weiterhin  tritt  die  Milchstraße  an  den  Schwan  heran, 
und  zwar  wird  der  nordwestliche  Rand  in  einer  hakenför-  Ha  87 
migen   Abzweigung   von   dem   Stern  (l)   in    der   südlichen 
Schulter  des  Schwans  (Kat,  11)  begrenzt,  ferner  von  dem  15 
unter   ihm   in    dem  nämlichen  Flügel   (Kat.  10)  stehenden 
Stern  (s)  und  von  den  beiden  Sternen  (v^)  in  dem  südlichen 
Fuße  (Kat.  13. 14),  während  der  südöstliche  Rand  von  dem 
Stern  (^)  am  Ende  des  südlichen  Fittigs  (Kat.  12)  begrenzt 
wird  und  die  nicht  in  das  Bild  miteinbezogenen  zwei  Sterne  20 
(tö)  unter  demselben  Flügel  (Kat.  18.  19)  so  einschließt, 
daß   sie   von   diesem   Rande  ungefähr   2^  entfernt  bleiben. 
Die  um  den  Flügel  gelegenen  Teile  sind  ein  wenig  dichter.  Hei  i74 

Die  weiterhin  folgenden  Teile  hängen  zwar  mit  diesem 
Gürtel  zusammen,  sind  aber  bedeutend  dichter  und  gehen  25 
wie  von  einem  anderen  Anfangspunkte  aus;  denn  sie  neigen 
sich  den  äußersten  Teilen  des  anderen  Gürtels  zu  und  schließen 
sich,  indem  sie  eine  Lücke  nach  diesem  hin  lassen,  von  der 
südlichen  Seite  her  an  den  Gürtel  an,  mit  dessen  Beschrei- 
bung wir  zunächst  beschäftigt  sind.    Dieser  ist  an  der  Zu-  30 
sammenschlußstelle  zwar  sehr  dünn,  fängt  aber  hinter  der 
nach  dem  anderen  Gürtel  zu  gelassenen  Lücke  an  dichter 
zu  werden,  und  zwar  von  dem  glänzenden  Stern  (a)  am  Sterz 
des  Schwanes  (Kat.  5)  und  der  im  nördlichen  Knie  (Kat.  17) 
stehenden  nebeiförmigen  Gruppe    (co^  mit  o)^  und  ro^)   ab.  35 
Dann  beschreiben  diese  Teile  einen  leichten  Bogen  bis  zu 
dem  Stern  (^)  im  südlichen  Knie  (Kat.  14)  und  erstrecken 


68  Achtes  Bucli.     Zweites  Kapitel. 

ihre   allmählich  abnehmende  Dichtigkeit  bis  zur  Tiara   des 

Cepheus.     Begrenzt  werden   sie  an    der  nördlichen  Seite 

durch  den  südlichen  (s)  von  den  drei  Sternen  (s^l)  in  der 

Tiara  (Kat.  9.  10.  11)  und  dem  (6)  diesen  nachfolgenden 

5  (^Kat.  13).    Hier  bilden  diese  Teile  zwei  Ausläufer;  der  eine 

verläuft  in  nordöstlicher,  der  andere  in  südwestlicher  Richtung. 

Alsdann  umschließt  die  Milchstraße  die  Kassiopeja  ganz 

mit  Ausschluß  des  Sterns  (t)  am  Ende  des  Fußes  (Kat.  7). 

Ha  88  Der  südliche  Rand  wird  begrenzt  von  dem  Stern  (^)  im  Kopf 

10  der  Kassiopeja  (Kat.  l),  der  nördliche  von  dem  Stern  (x) 

am  Euße  des  Throns  (Kat.  11)  und  von  dem  Stern  (e)  an 

dem  Schienbein  der  Kassiopeja  (Kat.  6) ;  die  übrigen  Sterne 

dieses  Bildes  und  seiner  Umgebung  liegen  alle  innerhalb  der 

Hei  175  Milchstraße.    Die  Teile  an  den  Rändern  verlaufen  in  dünnerem 

15  Erguß,  während  die  in  der  Mitte  der  Kassiopeja  gelegenen 

eine  in  der  Längsrichtung  sich  erstreckende  Dichtigkeit  zeigen. 

Weiterhin  liegt  die  rechte  Seite  des  Perseus  innerhalb  der 

Milchstraße.  Ihre  nördliche  Seite,  welche  sehr  dünn  ist,  begrenzt 

der  vereinzelte  Stern  (H  34  Cam.)  außerhalb  des  rechten  Knies 

20  des  Perseus  (Kat.  28),  die  südliche  Seite,  welche  sehr  dicht 
ist,  der  glänzende  Stern  (a)  in  der  rechten  Seite  (Kat.  7)  und 
von  den  drei  (öi^jö)  südlich  davon  stehenden  (Kat.  8.  9.  10) 
die  beiden  nachfolgenden  (ipö).  In  ihr  umschlossen  liegt 
auch  der  Nebelfleck  (Ji)  am  Griff  (Kat.  1),  ferner  die  Sterne 

25  (t)  im  Kopf  (Kat.  5),  (y)  an  der  rechten  Schulter  (Kat.  3) 
und  (j])  am  rechten  Armbug  (Kat.  2),  mitten  in  der  Milch- 
straße das  Viereck  (Älfic)  im  rechten  Knie  (Kat.  17. 18. 19), 
ferner  der  Stern  (d)  an  der  rechten  Wade  (Kat.  20),  endlich 
gleichfalls  noch  ein  wenig  innerhalb  der  südlichen  Seite  der 
Stern  (e)  an  der  rechten  Ferse  (Kat.  21). 

30  Hierauf  läuft  der  Gürtel,  indem  er  den  Eindruck  merklich 
dünneren  Ergusses  macht,  durch  den  Fuhrmann.  Der 
Stern  (a)  an  der  linken  Schulter,  die  sogenannte  Capeila 
(Kat.  3),  und  die  beiden  Sterne  (vt)  am  rechten  Ellbogen 

35  (Kat.  5)  berühren  nahezu  den  nordöstlichen  Rand  der  Milch- 
straße, der  kleine  Stern  (2)  über  dem  linken  Fuß  (Kat.  14) 
im  Gewandsaum  grenzt  die  südwestliche  Seite  ab,  der  Stern 


Die  Milchstraße.  69 

(x)  über  dem  rechten  Fuß  (Kat.  12)  liegt  Yg"  innerhalb  der- 
selben Seite,  während  die  beiden  dicht  nebeneinander  stehen-  Hei  i76 
den  Sterne  (t^^)  am  linken  Ellbogen,  die  sogenannten  Zick- 
lein (Kat.  8.  9),  in  der  Mitte  des  Gürtels  liegen.  Ha  89 

Weiterhin  geht  die  Milchstraße  durch  die  Füße  derZwil-  6 
linge,  indem  sie  gerade  bei  den  Sternen  an  den  Enden  der 
Füße  eine  gewisse  in  der  Längsrichtung  sich  erstreckende 
Dichtigkeit  entwickelt.  Der  nachfolgende  (l)  von  den  drei 
auf  einer  Geraden  stehenden  Sternen  (136,139,1)  unter  dem 
rechten  Fuße  [ß  Tauri)  des  Fuhrmanns  (Kat.  Zw.  19),  von  10 
den  beiden  (%^%^)  in  der  Keule  des  Orion  (Kat.  11.  12)  der 
nachfolgende  {%*)  und  von  den  vier  Sternen  {^vf^f^)  am 
Ende  seiner  Hand  (Kat.  7  — 10)  die  beiden  nördlichen  (f^f^) 
begrenzen  den  vorangehenden  (westlichen)  Rand  der  Milch- 
straße, der  helle  Stern  (x  Aur.)  unter  der  rechten  Hand  ('9')  16 
des  Fuhrmanns  (Kat.  Zw.  20)  und  der  Stern  {^)  am  Ende 
des  nachfolgenden  Fußes  des  nachfolgenden  Zwillings  (Kat.  18) 
liegen  ungefähr  1°  innerhalb  der  nachfolgenden  (östlichen) 
Seite,  während  die  Sterne  (rj^vy)  an  den  Enden  der  übrigen 
Füße  (Kat.  14 — 17)  mitten  in  der  Milchstraße  liegen.  20 

Von  dort  geht  der  Gürtel  an  dem  Kleinen  und  dem 
Großen  Hund  vorbei,  indem  er  den  Kleinen  Hund  nach 
Osten  zu  abtrennt,  so  daß  das  ganze  Bild  nicht  unbeträcht- 
lich außerhalb  der  Milchstraße  liegt,  während  er  den  Großen 
Hund  nach  Westen  zu  abtrennt,  so  daß  er  gleichfalls  fast  25 
ganz  außerhalb  liegt.  Denn  es  trifft  den  Stern  (o^)  auf  seinem 
Rücken  (Kat.  12)  ein  wolkenähnlicher  Ausläufer,  der  auch 
nahezu  die  letzterem  hintereinander  folgenden  drei  Sterne 
(65,  67,  68  H)  im  Nacken  (?)  des  Gro'ßen  Hundes  berührt,  wo- 
gegen der  Stern  (19  Mon.)  über  dem  Kopf  des  Großen  Hundes  30 
(Kat.  19),  der  außerhalb  und  weiter  weg  vereinzelt  steht,  un- 
gefähr 2^/2^  innerhalb  des  östlichen  Randes  liegt.  Es  ist  diese 
Strömung  in  ihrer  ganzen  Ausdehnung  merklich  dünner. 

Hierauf  geht  die  Milchstraße  durch  die  Argo,    Der  nörd-  Hei  177 
liehe  und  vorangehende  (m)  von  den  Sternen  in  dem  kleinen  36 
Schild  des  Hinterteils  (Kat.  5)  begrenzt  den  westlichen  Rand 
des  Gürtels,  der  Stern  (>t)  in  der  Mitte  des  Schildes  (Kat.  6), 


70  Achtes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

die  beiden  (qt)  unter  letzterem  dicht  nebeneinander  stehen- 
den (Kat.  7.  8),  der  glänzende  (^)  am  Anfang  des  Verdecks 
Ha  90  bei  dem  Steuerruder  (Kat.  17)  und  von  den  drei  Sternen 
(ö%(p)  am  Kiel  (Kat.  37.  38.  39)  der  mittelste  (jc)  berühren 
5  nahezu  die  nämliche  (westliche)  Seite.  Den  östlichen  Rand 
begrenzt  der  nördliche  (^d)  von  den  drei  Sternen  (dab)  am 
Mastbehälter  (Kat.  22.  23.  24),  während  der  glänzende  Stern 
(i)  am  Galjon  (Kat.  2)  1^  innerhalb  derselben  Seite  und  der 
helle  Stern  {X)  unter  dem  nachfolgenden  kleinen  Schild  am 

10  Verdeck  (Kat.  31)  um  den  nämlichen  Betrag  eines  Grades 
außerhalb  derselben  Seite  liegt.  Der  südliche  (ß)  von  den 
zwei  hellen  Sternen  (ßcc)  in  der  Mitte  des  Mastes  (Kat.  27. 
28)  berührt  dieselbe  (östliche)  Seite;  die  beiden  glänzenden 
Sterne  (ye)  an  derselben  Schnittlinie  des  Kiels  (Kat.  35.36) 

15  stehen  ungefähr  2^  innerhalb  des  vorangehenden  (westlichen) 
Randes.  Von  hier  aus  schließt  sich  nunmehr  die  Milchstraße 
an  den  durch  die  Füße  des  Zentauren  gehenden  Gürtel  an. 
Diese  durch  die  Argo  gehende  Strömung  ist  ziemlich  dünn ; 
wesentlich  dichter  sind  die  Teile  derselben,  welche  um  den 

20  kleinen  Schild,  um  den  Mastbehälter  und  um  die  Schnitt- 
linie des  Kiels  herum  liegen. 

Nachdem  der  eingangs  erwähnte  Gürtel,  wie  (S.  65,14) 
gesagt,  einen  (freien)  Zwischenraum  nach  dem  bisher  be- 
schriebenen Gürtel  hin  bei  dem  Räucheraltar  gelassen  und 

25  von  dort  seinen  Anfang  genommen  hat,  schließt  er  die  vom 

Hei  178  Körper  des  Skorpions  ab  (Kat.  12.  13.  14)  gezählten  drei 

Schwanzgelenke  (ffx^)  ein  und  läßt  den  nachfolgenden  (r) 

von   den   drei   Sternen   (aar)   im  Körper  (Kat.  7.  8.  9)   1^ 

außerhalb  des  westlichen  Randes  liegen,  während  der  Stern 

30  (rj)  im  vierten  Schwanzgelenk  (Kat.  16)  im  reinen  Himmels- 
blau zwischen  den  beiden  Gürteln  liegt,  von  jedem  ungefähr 
gleich  weit,  d.  i.  wenig  mehr  als  einen  Grad  entfernt.  Hierauf 
beschreibt  der  vorangehende  (westliche)  Gürtel  eine  kreis- 
bogenförmige Biegung  nach  Osten  und  wird  an  der  west- 

35  liehen  Seite  der  Milchstraße  begrenzt  von  dem  Stern  (t^)  am 

Ha  91  rechten  Knie  des  Schlangenträgers  (Kat.  12),  an    der 

östlichen  von  dem  Stern  (^)  an  demselben  Schienbein  (Kat.  13), 


Die  Milchstraße.  71 

während  der  vorangehende  (^Ä)  von  den  Sternen  (^Ad-b51)  am 
Ende  des  nämlichen  Fußes  (Kat.  14 — 17)  dieselbe  Seite  be- 
rührt. Dann  begrenzt  weiterhin  den  westlichen  Rand  der 
Stern  (ft)  unter  dem  rechten  Armbug  des  Schlangenträgers 
(Kat.  9),  den  östlichen  der  vorangehende  (y)  von  den  beiden  5 
Sternen  (vv)  am  Ende  der  nämlichen  Hand  (Kat.  10.  11). 
Von  dort  ab  erstreckt  sich  ein  ziemlich  großer  Zwischenraum 
von  reinem  Himmelsblau,  in  welchem  die  beiden  Sterne  (^tj) 
im  Schwänze  der  Schlange  (Kat.  16. 17)  nach  dem  Stern  (t) 
am  Ende  (der  Hand)  liegen.  Der  gesamte  (bisher)  beschrie-  10 
bene  Teil  dieses  Gürtels  besteht  aus  einer  ganz  dünnen,  fast 
luftartigen  Strömung  mit  Ausnahme  des  Teiles,  welcher  die  drei 
Schwanzgelenke  (eft^)  einschließt,  der  merklich  dichter  ist. 

Nach  dem  Zwischenraum  beginnt  die  Milchstraße  wieder  Hei  179 
von  neuem  bei  den  vier  Sternen  (Kat.  25 — 28),  die  der  rechten  15 
Schulter  (ßy)  des  Schlangenträgers  (Kat.2.  3)  nachfolgen. 
Den  östlichen  Rand  dieses  Gürtels  begrenzt  Berührung  haltend 
der  vereinzelt  stehende  helle  Stern  (^)  unter  dem  Schwänze 
des  Adlers  (Kat.  9),  den  entgegengesetzten  der  von  den  oben- 
genannten vier  Sternen  weiter  weg  nördlich  stehende  (Kat.  29).  20 

Von  da  ab  zieht  sich  dieser  Gürtel,  dünn  wie  er  ist,  auch 
noch  zu  einem  schmalen  Streifen  in   den  Teilen  zusammen, 
welche  dem  Stern  (ß)  am  Schnabel  des  Schwans  (Kat.  l) 
vorangehen,  so  daß  scheinbar  der  Eindruck  einer  Lücke  her- 
vorgerufen wird.    Der  übrige  Teil  desselben  von  dem  Stern  26 
(ß)  am  Schnabel  bis  zu  dem  Stern   (y)   an  der  Brust  des 
Schwans  (Kat.  4)  ist  indessen  sowohl  breiter  als  auch  be- 
deutend dichter    Der  Stern  (rj)  amHalse  des  Schwans  (Kat.  3) 
liegt  in  der  Mitte  dieses  dichten  Teils.   Es  zweigt  sich  aber 
von  dem  Stern  (y)  an  der  Brust  ein  dünner  Teil  nach  Norden  30 
ab  bis  zu  dem  Stern  (d)  an  der  Schulter  des  rechten  Flügels  Ha  92 
(Kat.  6)  und  den  beiden  dicht  nebeneinander  stehenden  {0^0^) 
am  Ende  des  rechten  Fußes   (Kat.  15.  16),  wodurch,  wie 
(S.  67,28)  gesagt,  nach  dem  anderen  Gürtel  hin  eine  reine 
Lücke  entsteht,  welche  von  den  genannten  Sternen  (ßrjy)  des  35 
Schwans  bis  zu  dem  glänzenden  Stern  (a)  am  Sterz  (Kat.  5) 
reicht. 


72  Achtes  Buch.    Drittes  Kapitel. 


Drittes  Kapitel. 
Anfertigung  eines  Himmelsglobus. 

Die  in  der  Milchstraße  beachtenswerten  Erscheinungen 
sind  hiermit  ihrer  Lage  nach  beschrieben.  Nun  wollen  wir 
Hei  180  aber  das  Bild,  welches  der  Himmelsglobus  darbieten  soll, 
auch  mit  den  für  die  Fixsternsphäre  nachgewiesenen  Hypo- 
5  thesen  in  Einklang  bringen;  wurde  doch  nach  ihnen  auch 
diese  Sphäre  ähnlich  wie  die  Sphären  der  Wandelsterne  von 
dem  ersten  Umschwung  scheinbar  von  Osten  nach  Westen 
um  die  Pole  des  Äquators  herumbewegt,  aber  auch  von  einer 
in   entgegengesetzter  Richtung  fortschreitenden  Bewegung 

10  um  die  Pole  der  Ekliptik  geleitet.  So  werden  wir  denn 
zur  Anfertigung  dieses  Globus  und  zur  Auftragung  des  Stern- 
bestandes folgenden  Weg  einschlagen. 

Für  die  Farbe  der  den  Untergrund  bildenden  Kugel  wer- 
den wir  einen  etwas  dunkleren  Ton  wählen,  wie  er  nicht 

15  der  Luftfärbung  des  Tages,  sondern  mehr  dem  Dunkel  der 
Nacht  entspricht,  bei  welchem  die  Sterne  sichtbar  werden. 
Nachdem  wir  auf  der  Kugel  genau  diametral  gegenüber  zwei 
Punkte  bestimmt  haben,  werden  wir  um  diese  als  Pole  einen 
größten  Kreis  beschreiben,  welcher  jederzeit  in  der  Ebene 

20  der  Ekliptik  liegen  soll,  worauf  wir  unter  rechten  Winkeln 

zu  ihm  einen  zweiten  Kreis  durch  seine  Pole  ziehen.    Von 

Ha  93  einem  der  Schnittpunkte  ausgehend,  welche  dieser  Kreis  mit 

ersterem  bildet,   werden  wir  dann  den  Ekliptikkreis  unter 

Beisetzung  der  Zahlen  zu  praktisch  gewählten  Abschnitten 

25  in  die  üblichen  360  Grade  teilen.  Hierauf  werden  wir  aus 
hartem  Holz,  welches  sich  nicht  mehr  verzieht,  zwei  allseitig 
so  genau  abgeschärfte  Ringe  herstellen,  daß  ihre  Oberflächen 
in  vier  Kanten  zusammenstoßen^^ ;  der  kleinere  muß  an  seiner 
ganzen  konkaven  Fläche  mit  dem  Globus  Berührung  halten. 
Hei  181  während  der  andere  nur  wenig  größer  sein  darf.    In  der 

31  Mitte  der  konvexen  (Rund-) Fläche  beider  Ringe  werden  wir 

a)  D.  h.  daß  die  Querschnitte  dieser  Ringe  Quadrate  darstellen. 
Vgl.  I  41,  26  und  Prodi  Hypotyp.  p.  43,  c. 


Himmelsglobus.  *  73 

ihre  Dicke  genau  halbierende  Linien  einritzen.*^    Nachdem 
wir  durch  diese  Linien  hindurch  in  die  eine  der  durch  sie 
geschiedenen   Seitenflächen  Einschnitte   bis   zu  der   Hälfte 
des  Kreisumfangs  gemacht^^  werden  wir  auch  die   durch 
diese  Einschnitte  abgegrenzten  Halbkreise  (beider  Ringe)  in  5 
die  (auf  sie  entfallenden)  180  Grade  teilen.     Ist  dies  ge- 
schehen, so  treffen  wir  die  Bestimmung,  daß  der  kleinere 
Ring  mit  der  (Mittellinie  der)  Fläche  des  bezeichneten  (Ring-) 
Abschnitts  jederzeit  durch  die  beiden  Pole  des  Äquators  und 
der  Ekliptik  und  weiter  durch  die  Wendepunkte  gehen  (d.  i.  10 
als  Breitenkreis  dienen)  soll.    Nachdem  wir  ihn   diametral 
gegenüber  an  den  Enden  des  durch  die  Einschnitte  gekenn- 
zeichneten Abschnitts  mit  bis  zur  Mitte  reichenden  Bohr 
löchern  versehen  haben,  werden  wir  ihn  vermittelst  kleiner 
Stifte  auf  die  Pole  (der  Ekliptik)  aufsetzen,  welche  wir  auf  15 
dem   Globus  festgelegt  hatten,  so   daß  er  über  die  ganze 
Kugeloberfläche  herumbewegt  werden  kann. 

Um  einen  bleibenden  Ausgangspunkt  für  die  Auftragung 
des  Fixsternbestandes  zu   erhalten,   weil   es  keine  Gewähr 
bietet,  direkt  an  der  Ekliptik  des  Globus   die  Wende-  und  20 
Nachtgleichenpunkte  zu  kennzeichnen,  wenn  die  Entfernung 
der  aufzutragenden  Sterne,  auf  diese  Punkte  bezogen,  nicht 
dieselbe  bleibt,  so  werden  wir  (als  Fundamentalstern)  den 
glänzendsten  Fixstern  —  ich  meine  den  (Sirius)  am  Maule  Ha  ö4 
des  Großen  Hundes  —  auf  dem  die  Ekliptik  (des  Globus)  25 
unter  rechten  Winkeln  schneidenden  (Breiten-)  Kreis  durch 
einen  Punkt  bezeichnen:  dies  geschieht  auf  der  Höhe  des 


a)  Diese  Linien  sollen  die  genaue  Einstellung  der  Mitte  der 
Ringe  auf  die  durch  die  Sterne  gehenden  Breitenkreise  bzw. 
auf  den  Kolur'der  Wenden  vermitteln. 

b)  Der  Umfang  beider  Ringe  wird  hierdurch  halbiert,  weil 
nur  die  eine  Hälfte  des  Umfangs  eingeteilt  werden  soll,  bei 
dem  kleineren  Ring  als  Breitenkreis  die  von  Ekliptikpol  zu 
Ekliptikpol  reichende,  bei  dem  größeren  als  Meridiankreis  die 
vom  ^'ordpol  bis  zum  Südpol  reichende.  Diese  Gradteilung  ist 
natürlich  auf  der  einen  Seitenfläche  der  Ringe  an  dem  inneren 
Rande  vorzunehmen,  welcher  der  Oberfläche  des  Globus  am 
nächsten  liegt. 


74  '       Achtes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

Grades,  der  den  Anfang  der  Einteilung  (der  Ekliptik)  bildet, 
Hei  182  und  zwar  in  demjenigen  Abstand  von  der  Ekliptik  nach 
ihrem  südlichen  Pole  hin,  wie  ihn  die  (im  Katalog)  ver- 
zeichneten (SOVß)  Grade  in  Breite  an  die  Hand  geben.  Bei 
Ö  allen  anderen  Fixsternen  werden  wir  weiterhin  die  bezeich- 
nenden Punkte  in  der  Reihenfolge  des  Katalogs  machen. 
Hierzu  wird  der  (Kolur-)Ring,  welcher  an  dem  durch  die 
Einschnitte  begrenzten  Abschnitt  (von  Ekliptikpol  zu  Eklip- 
tikpol)  eingeteilt  ist,  um   die  Pole   der  Ekliptik   gedreht. 

10  Zunächst  legen  wir  nämlich  stets  die  Fläche  seiner  durch 
die  Einschnitte  abgegrenzten  Seite  an  denjenigen  Punkt  der 
Ekliptik  an,  welcher  von  dem  Anfangspunkt  der  Zählung, 
der  an  dem  durch  den  Hundsstern  gehenden  Gradabschnitt 
liegt,  ebenso  viele  Grade  in  Länge  entfernt  ist,  wie  nach  dem 

1^  Katalog  der  Stern,  um  den  es  sich  handelt,  vom  Hundsstern 
absteht.  An  dem  Punkte  der  (bis  hierher  in  Länge)  weiter- 
geschobenen eingeteilten  Seite  angelangt,  welcher  wieder 
ebenso  viele  Grade  von  der  Ekliptik  absteht,  wie  dem  be- 
treffenden Stern  im  Katalog  nach  dem  nördlichen  oder  nach 

20  dem  südlichen  Ekliptikpol  hin  Abstand  zukommt,  werden 
wir  an  dieser  Stelle  den  Ort  des  Sterns  durch  einen  Punkt 
kenntlich  machen.  Schließlich  setzen  wir  der  Reihe  nach 
die  gelbe  oder  die  für  einige  (z.  B.  die  roten)  Sterne  beson- 
ders charakteristische  Farbe  in  dem  Maße  auf,  wie  es  zu 

25  dem  für  jeden  Stern  eingeschätzten  Größenbetrag  im  rich- 
tigen Verhältnis  steht. 

Die  ümrißzeichnungen  der  einzelnen  Sternbilder  werden 

Ha  95  wir  so  einfach  als  möglich  ausführen,  indem  wir  die  unter 

dasselbe  Bild  fallenden  Sterne  nur  durch  Linien  umreißen, 

30  und  zwar  durch   Linien,   die   sich  von   der  Farbe,  in  wel- 
cher der  ganze  Globus  gehalten  ist,  nicht  allzusehr  abheben, 
damit   weder   der   praktische    Zweck,    der  sich   aus   dieser 
charakteristischen  Linienführung  ergeben  soll,  verfehlt  werde. 
Hei  1S3  noch  die  Aufsetzung  bunter  Farben  die  Ähnlichkeit  des  Bil- 

35  des  mit  der  Wirklichkeit  beeinträchtige.  Dadurch  erreichen 
wir,  daß  der  auf  den  ersten  Blick  in  das  Auge  fallende  Ver- 
Sfleich  uns  leicht  werde  und  unschwer  im  Gedächtnis  zu  be- 


Himmelsglobus.  75 

halten  sei,  sobald  wir  uns  schon  bei  dem  Bilde,  welches  der 
Globus  bietet,  daran  gewöhnen,  in  den  Konstellationen  bloße 
Phantasiegebilde  zu  erblicken. 

Nachdem  wir  nun  auch  die  Lage  der  Milchstraße  nach 
den  oben  dargelegten  Positionen  und  Alignements  und  nicht  5 
minder    den    Dichtigkeitsverhältnissen    oder    Lücken    ent- 
sprechend aufgetragen  haben,  werden  wir  auch  den  größeren 
Eing,  welcher  dauernd  Meridian  sein  soll,  mit  dem  kleineren, 
der  den  Globus  umschließt,  in  Verbindung  bringen,  und  zwar 
um  Pole,  welche  mit  denen  des  Äquators  identisch  sind.    Zu  10 
diesem  Zweck  werden  wir  zunächst  diese  Punkte  auf  dem 
größeren,  d.  i.  dem  (feststehenden)  Meridianring,  wieder  an 
den  Enden  der  durch  die  Einschnitte  abgegrenzten  und  ein- 
geteilten Seite,  welche  (bei  Sphaera  recta  ganz)   über  dem 
Horizont  liegen  wird,  diametral  gegenüber  mit  (nach  innen  15 
gerichteten)  Polstiften  versehen.    Für  diese  sind  auf  dem 
kleineren  Ring,  der  durch  beide  Pole  (sowohl  den  der  Eklip- 
tik als   den  des  Äquators)  geht,  an  den  Enden  der  Bogen, 
welche  beiderseits  diametral  gegenüber  von   den  Ekliptik- 
polen die  23^51'  der  Schiefe  Abstand  haben,  an  den  Ein-  20 
schnittsteilen  des  Einges*^  kleine  Erhöhungen  gelassen,  in 
denen  sich  die  Lager  für  die  Polstifte  (des  Meridianringes) 
befinden  sollen. 

Die  durch  Einschnitte  (an  den  Ekliptikpolen)  abgegrenzte 
Seite  des  kleineren  Einges,  welche  natürlich  jederzeit^)  mit  Ha  96 
dem  durch   die  Wendepunkte  gehenden  Meridian   (d.  i.  mit  26 
dem  Kolur  des  Globus)   zusammenfallen   muß,  werden  wir 
nun  für  jeden  gegebenen  Fall  (dauernd)  auf  denjenigen  Punkt  Hei  i84 
der  Ekliptikteilung  (des  Globus)  einstellen,  welcher  so  viel 
Grade  von  dem  durch  den  Hundsstern  gehenden  Anfang  (der  30 

a)  Der  Plural  t&v  tivkIcov  ist  sicher  falsch:  nur  der  kleinere 
Ring,  der  Kolur,  welcher  sich  mit  dem  Globus  unter  dem  fest- 
bleibenden größeren  Ring  um  die  Pole  des  Äquators  drehen  soll, 
kann  Lager  für  die  Polstifte  des  Meridianringes  haben. 

b)  Sobald  dieser  Ring  auf  die  beschriebene  Weise  unter  den 
feststehenden  Meridianring  eingesetzt  ist;  als  um  den  Globus 
drehbarer  Breitenkreis  war  er  ja  nur  zar  Auftragung  der  Sterne 
verwendet  worden. 


76  Achtes  Buch,     Drittes  Kapitel. 

Zählung)  entfernt  ist,  als  der  Hundsstern  zu  der  in  Frage 
kommenden  Zeit  vom  Sommerwendepunkt  absteht.  Diese 
(Länge  des  Hundssterns)  beträgt  z.  B.  zu  Anfang  der  Regie- 
rung Antonius  (137  n,  Chr.)  12^  20'  gegen  die  Richtung  der 
5  Zeichen.*^  Den  Meridianring  aber  werden  wir  unter  rechten 
Winkeln  mit  dem  vom  Gestell  (des  Globus)  dargestellten 
Horizont  in  feste  Verbindung  bringen,  so  daß  er  von  der 
scheinbaren  Fläche  des  letzteren  halbiert  wird,  aber  in  der 
eigenen  Ebene  gedreht  werden  kann,  damit  wir  von  Fall  zu 

10  Fall  den  nördlichen  Pol  an  der  Meridianteilung  um  den 
Bogen  der  zugrunde  gelegten  geographischen  Breite  über 
den  Horizont  erheben  können. 

Kein  großer  Nachteil  wird  uns  daraus  erwachsen,  daß  es 
nicht  möglich  gewesen  ist,  auf  dem  Globus  selbst  den  Äqua- 

15  tor  und  die  Wendekreise  anzubringen.  Es  wird  nämlich  der 
an  der  eingeteilten  Seite  des  Meridianringes  in  der  Mitte 
zwischen  den  Polen  des  Äquators  liegende  Punkt,  welcher 
von  jedem  dieser  Pole  die  90  Grade  des  Quadranten  Ab- 
stand  hat,   dieselbe   Geltung   haben    wie    die   Punkte   des 

20  Äquators,  während  diejenigen  Punkte  (der  Meridianteilung), 
welche  von  diesem  Punkt  einen  nördlichen  oder  südlichen 
Abstand  von  23^51'  haben,  als  die  Punkte  des  betreffenden 
Wendekreises  gelten  werden,  d.  h.  durch  den  nördlich  so 
weit  abstehenden   Punkt  werden  die  Punkte  des  Sommer- 

25  Wendekreises  gehen,  durch  den  südlich  so  weit  abstehenden 

die  Punkte  des  Winterwendekreises.  Werden  also  die  Sterne, 

die  in  Frage  kommen,  vermittelst  der  ersten,  d.  i.  der  von 

Osten  nach  Westen  vor  sich  gehenden  Umdrehung  an  die 

Fei  185  eingeteilte  Seite  des  Meridianringes  gebracht,  so  können  auch 

Ha  97  ihre  Abstände  vom  Äquator  oder  von  den  Wendekreisen  in 

31  jedem  einzelnen  Falle  wieder  an  derselben  Einteilung  (dieses 
Ringes)  abgelesen  werden,  weil  er  eben  einen  durch  die  Pole 
des  Äquators  gehenden  (Deklinations-)  Kreis  darstellt. 


a)  D.  h.  der  Ort  des  Sirius  liegt  für  137  n.Chr.  in  Länge  12^20' 
rückwärts  des  Wendepunktes  G  0^  d.  i.  in  TT  17 ''40'.  Zum  An- 
fang der  Regierung  Antonius  vgl.  S.  15,«  u.  I  Anh.  Anm.  30. 


Achtes  Buch.    Viertes  Kapitel.  77 

Viertes  Kapitel. 

Die  besonderen  Stellungen,  in  welche  die  Fixsterne 

gelangen. 

Nachdem  das  eigenartige  Verfahren  der  Auftragung  des 
Fixsternbestandes  dargelegt  ist,  bleibt  noch  übrig,  das  Ka- 
pitel von  den  Stellungen  der  Fixsterne  zu  behandeln. 

Abgesehen  von  den  Stellungen,  welche  die  Fixsterne  ledig- 
lich zueinander  einnehnaen,  wie  z.  B.  wenn  gewisse  Sterne  6 
auf  einer  Geraden  stehen,  ein  Dreieck  oder  andere  mathe- 
matische Figuren  bilden,  werden  drei  Klassen  von  Stellungen, 
in  welche  die  Fixsterne  gelangen,  von  der  Theorie  in  Be- 
tracht gezogen:  erstens   die  Stellungen,  in  welche  sie  aus- 
schließlich zu  den  Wandelsternen,  zur  Sonne  und  zum  Monde  10 
oder   zu   den    Teilen   der  Ekliptik  gelangen;    zweitens   die 
Stellungen,   in   welche   sie   ausschließlich  zu  der  Erde   ge- 
langen; drittens  die   Stellungen,  in   welche  sie  gleichzeitig 
sowohl  zu  der  Erde  als  auch  zu  den  Wandelsternen,  zu  der 
Sonne  und  zu  dem  Monde  oder  zu  den  Teilen  der  Ekliptik  15 
gelangen. 

I.  Die  Stellungen,  in  welche  die  Fixsterne  ausschließlich 
zu  den  Wandelsternen  und  zu  den  Teilen  der  Ekliptik  ge- 
langen, sind  zwiefach  aufzufassen: 

A.  In  einem  allgemeinen  Sinne:  die  Fixsterne  und  die  20 
Wandelsterne  kommen  entweder  auf  ein  und  denselben  durch 
die  Pole  der  Ekliptik   gehenden  (Breiten-)  Kreis   zu  stehen 
oder  halten  zueinander,  auf  verschiedenen  (Breiten-)  Kreisen  Hei  i86 
stehend,  die  Abstände  der  Seiten  des  (gleichseitigen)  Drei- 
ecks, des  Quadrats  oder  des  (regelmäßigen)   Sechsecks  ein,  25 

d.  h.  Abstände  von  120®,  90^  oder  30®. 

B.  In  einem  besonderen  Sinne:  es  kann  einer  der  Wandel- 
sterne unter  einem  Fixstern  weggehen.    In  Betracht  kommen 
diejenigen  Fixsterne,  deren  Örter  in  dem  dreikantigen  Aus- 
schnitt*^ des  Tierkreises  liegen,  welcher  den  Lauf  der  Wandel-  Ha  98 
sterne  in  Breite  umfaßt.    Derart  sind  31 


a)  Zwei  nördlich  und  südlich  der  Ekliptik  verlaufende  Kanten 
des  Prismas  werden  von  den  durch  die  örter  der  größten  nörd- 


78  Achtes  Bucli.    Viertes  Kapitel. 

a)  die   Stellungen   zu   den  fünf  Wandelsternen  bei 
den  scheinbaren  Konjunktionen*)  oder  Bedeckungen; 

b)  die   Stellungen  zur   Sonne  und  zum  Monde  bei 
den  heliakischen  oder  lunaren  Untergängen,  bei  den  Kon- 

5  junktionen  und  bei  den  heliakischen  oder  lunaren  Aufgängen. 
Heliakischen  oder  lunaren  Untergang  nennen  wir  den  Zeit- 
punkt, zu  welchem  ein  Stern,  in  die  Strahlen  der  Lichtkörper 
gelangend,  anfängt  unsichtbar  zu  werden,  Konjunktion  den 
Zeitpunkt,  zu  welchem  die  Bedeckung  des  Sterns  zentral 
10  ist,  heliakischen  oder  lunaren  Aufgang  den  Zeitpunkt,  zu 
welchem  er,  den  Strahlen  der  Lichtkörper  entronnen,  wieder 
anfängt  sichtbar  zu  werden. 

IL  Die  ausschließlich  zur  Erde  eintretenden  Stellungen 
der  Fixsterne,  vier  an  der  Zahl,  werden  von  einigen  Astro- 
15  nomen  mit  einem   gemeinsamen  Namen   „Kardinalstel- 
lungen"  genannt;   die  besonderen   Namen  sind  Aufgang, 
obere  Kulmination,  Untergang  und  untere  Kulmination. 

A.  Sphaera  recta.    Wo  der  Äquator  in  den  Zenit  zu 
liegen  kommt,  gehen  alle  Fixsterne  auf  und  unter  und  kul- 

20  minieren  bei  jeder  Umdrehung  einmal  über   und  einmal 
unter  dem  Horizont,  weil  die  Pole  des  Äquators  alsdann 
Hei  187  den  Horizont  berühren  und  keinen  Parallelkreis  weder  zum 
immersichtbaren  noch  zum  immerunsichtbaren  machen. 

B.  Sphaera  parallela.    Wo   der  Pol  in  den  Zenit  zu 
'25  liegen  kommt,  geht  kein  Fixstern  weder  auf  noch  unter, 

weil  alsdann  der  Äquator  die  Lage  des  Horizonts  einnimmt 
und  die  eine  der  durch  ihn  geschiedenen  Halbkugeln  sich 
dauernd  über,   die   andere   dauernd  unter  dem  Horizont 


liehen  und  südlichen  Breite  gehenden  Parallelen  zur  Ekliptik 
gebildet,  die  dritte  Kante  verläuft  bei  dem  täglichen  Umschwung 
parallel  zur  Ekliptik  durch  das  Auge  des  Beobachters. 

a)  Unter  dieser  Art  von  Konjunktionen  (■koXXtjösls)  versteht 
man  nicht  nur  diejenigen  Annäherungen  von  Planeten  an  Fix- 
sterne, bei  denen  die  beiden  Sterne  wie  aneinander  geklebt  er- 
scheinen, sondern  auch  noch  die  Annäherung  bis  auf  einige 
Grade. 


Stellungen  der  Fixsterne.  79 

dreht,  so  daß  jeder  Stern  im  Verlauf  einer  Umdrehung 
zweimal  kulminiert,  der  eine  Teil  der  Sterne  zweimal 
über,  der  andere  Teil  zweimal  unter  dem  Horizont. 

C.  Sphaera  obliqua.    Da  bei  den   anderen  Stellungen  Ha  99 
der  Sphäre,  welche  (bei  Neigung  der  Achse)  zwischen  den    5 
beschriebenen  liegen,  einige  Kreise  immersichtbar  und  andere 
immerunsichtbar  werden,  so  haben  die  von  diesen  Kreisen 
nach  den  Polen  hin  eingeschlossenen  Sterne  weder  Aufgang 
noch  Untergang,  aber  bei  jeder  Umdrehung  zwei  Kulmi- 
nationen:   die   in   dem  immersichtbaren    Kreise    liegenden  10 
Sterne  über  dem  Horizont,  die  in  dem  immerunsichtbaren 
liegenden  unter  dem  Horizont.    Die  übrigen  auf  den  grö- 
ßeren Parallelkreisen  stehenden  Sterne  gehen  sowohl  auf 
als   unter  und  kulminieren  bei  jeder   Umdrehung   einmal 
über  und  einmal  unter  dem  Horizont.  15 

Die  von  einer  Kardinalstellung  bis  wieder  zu  der  näm- 
lichen verstreichende  Zeit  ist  überall  dieselbe ;  denn  sie  um- 
faßt für  die  sinnliche  Wahrnehmung  eine  Umdrehung.  Auch 
die  von  einer  Kardinalstellung  bis  zur  diametral  gegenüber-  Hei  188 
gelegenen  verstreichende  Zeit  ist,  theoretisch  auf  den  Meri-  20 
dian  bezogen,  überall  dieselbe;  denn  sie  umfaßt  die  Hälfte 
einer  Umdrehung.    Wird  sie  aber  theoretisch  auf  den  Hori- 
zont bezogen,   so  ist  sie  wieder  dieselbe  (nur  dann),  wenn 
der  Äquator  im  Zenit  liegt;  denn  alsdann  umfaßt  sie  eben- 
falls wieder  die  Hälfte  einer  Umdrehung,  weil  in  diesem  25 
Fall  sämtliche  Parallelkreise  nicht  nur  von  dem  Meridian, 
sondern  auch  von  dem  Horizont  halbiert  werden.    Bei  den 
anderen  Stellungen  (der  Sphäre  bei  geneigter  Achse)  ist  aber 
weder  die  über  dem  Horizont  noch  die  unter  dem  Horizont 
(zwischen  Auf- und  Untergang  bzw.  Untergang  und  Wiederauf-  30 
gang)  verstreichende  Zeit  an  sich  bei  allen  Sternen  die  gleiche; 
ebensowenig  ist  bei  jedem   Stern  die  über  dem  Horizont 
(d.  i.  zwischen  Aufgang  und  Untergang)  verstreichende  Zeit 
gleich  der  unter  dem  Horizont  (nach  Untergang  bis  Wieder- 
aufgang)  verstreichenden;   dies   ist  nur   der  Fall  bei  den-  35 
jenigen  Sternen,  welche  im  Äquator  selbst  stehen,  weil  dieser 
allein  auch  bei  Sphaera  obliqua  von  dem  Horizont  halbiert 


80  Achtes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

wird,  während  alle  anderen  Parallelkreise  in  unähnliche  und 
ungleiche  Bogen  zerschnitten  werden. 

Dementsprechend  ist  auch  die  Zeit  vom  Aufgang  bis  zur 
oberen  Kulmination  für  jeden  Stern  gleich  der  Zeit  von  der 
5  oberen  Kulmination  bis  zum  Untergang,  und  ebenso  die  Zeit 
Ha  100  vom  Untergang  bis  zur  unteren  Kulmination  gleich  der  Zeit 
von  der  unteren  Kulmination  bis  zum  Aufgang,   weil  der 
Meridian  sowohl  die  über  dem  Horizont  als  auch  die  unter 
dem  Horizont  liegenden  Bogen  der  Parallelkreise  halbiert. 
10  Dagegen  ist  die  Zeit  vom  Aufgang  bis  zur  oberen  Kulmi- 
nation ungleich  der  Zeit  vom  Untergang  bis  zur  unteren 
Kulmination  bei  Sphaera  obliqua,  gleich  bei  Sphaera  recta, 
weil  nur  bei  letzterer  durchweg  die  über  dem  Horizont  lie- 
genden Bogen  (der  Parallelkreise)  gleich  sind  den  unter  dem 
15  Horizont  liegenden.    Infolgedessen  gehen  bei  Sphaera  recta 
die  gleichzeitig  kulminierenden  Sterne  stets  sowohl  gleich- 
zeitig auf  als  auch  gleichzeitig  unter,   insoweit  wenigstens 
Hei  189  ihr  Fortschritt  um  die  Pole  der  Ekliptik  nicht  wahrnehmbar 
ist.    Dagegen   gehen   bei   Sphaera   obliqua   die   gleichzeitig 
20  kulminierenden  Sterne  weder  gleichzeitig  auf  noch  gleich- 
zeitig unter,  sondern  die  südlicheren  gehen  stets  später  auf 
als  die  nördlicheren  und  gehen  auch  eher  wieder  unter. 

HI.  Die  von  der  Theorie  in  Betracht  gezogenen  Stellungen 
der  Fixsterne,  welche  gleichzeitig  zur  Erde  und  zu  den 
25  Wandelsternen  oder  zu  den  Teilen  der  Ekliptik  eintreten, 
faßt  man  wieder  im  allgemeinen  nach  den  Aufgängen,  Kul- 
minationen und  Untergängen  ins  Auge,  die  gleichzeitig  mit 
einem  Planeten  oder  einem  Teile  der  Ekliptik  erfolgen.  Die 
speziell  zur  Sonne  (in  dieser  Hinsicht)  eintretenden  Stellungen 
30  werden  von  der  Theorie  in  neun  Klassen  geschieden. 

1.  Der  sog.  Früh-Oststand  findet  statt,  wenn  der  Stern 
mit  der  Sonne  in  den  östlichen  Horizont  tritt.  Zu  unter- 
scheiden sind 

a)  der  nichtsichtbare  Morgen-Nachaufgang,  wenn  der 
Ha  101  Stern  selbst,  im  Anfangsstadium  seines  heliakischen  Unter- 
36  gangs  begriffen,  gleich  nach  der  Sonne  aufgeht; 


Stellungen  der  Fixsterne.  81 

b)  der  wahre  Morgen-Mitaufgang,  wenn  der  Stern 
gleichzeitig  und  zusammen  mit  der  Sonne  in  den  östlichen 
Horizont  tritt; 

c)  der  sichtbare  Morgen-Voraufgang,  wenn  der  Stern,  Hei  i90 
im  Anfangsstadium  seines  heliakischen  Aufgangs  begriffen,    5 
vor  der  Sonne  aufgeht. 

2.  Die  sog.  Früh-Kulmination  findet  statt,  wenn  der 
Stern  selbst,  während  die  Sonne  im  östlichen  Horizont  steht, 
entweder  über  oder  unter  dem  Horizont  kulminiert.  Zu  unter- 
scheiden sind  wieder  10 

a)  die  nichtsichtbare  Morgen-Nachkulmination,  wenn 
der  Stern  gleich  nach  Sonnenaufgang  kulminiert; 

b)  die  wahre  Morgen-Mitkulmination,  wenn  der  Stern 
gleichzeitig  mit  Sonnenaufgang  kulminiert; 

c)  die  Morgen-Vorkulmination,  wenn  die  Sonne  gleich  15 
nach  Kulmination  des   Sterns  aufgeht.    Findet  die  Kulmi- 
nation über  dem  Horizont  statt,  so  ist  sie  sichtbar. 

3.  Der  sog.  Früh-Weststand  findet  statt,  wenn  der  Stern 
im  westlichen  Horizont  steht,  während  die  Sonne  im  östlichen 
steht.    Zu  unterscheiden  sind  wieder  20 

a)  der  nichtsichtbare  Morgen-Nachuntergang,  wenn 
der  Stern  gleich  nach  Sonnenaufgang  untergeht; 

b)  der  wahre  Morgen-Mituntergang,  wenn  der  Stern 
gleichzeitig  mit  Sonnenaufgang  untergeht; 

c)  der  sichtbare   Morgen -Voruntergang,   wenn   die  Ha  102 
Sonne  gleich  nach  dem  Untergang  des  Sterns  aufgeht.  26 

4.  Der  sog.  Meridian -Oststand  findet  statt,  wenn  der  Hei  191 
Stern  im  Osthorizont  steht,  während  die  Sonne  kulminiert. 

Zu  unterscheiden  sind  wieder 

a)  dernichtsichthareTages-Meridian-Oststand,  wenn  30 
der  Stern  aufgeht,  während  die  Sonne  über  dem  Horizont 
kulminiert; 

b)  der  sichtbare  Nacht-Meridian-Oststand,  wenn  der 
Stern  aufgeht,  während  die  Sonne  unter  dem  Horizont  kul- 
miniert. 

Ptolemäu8,  übers,  v.  Manitius.   II.  ß 


82  Achtes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

5.  Die  sog.  Mittag-Kulmination  findet  statt,  wenn  die 
Sonne  und  der  Stern  gleichzeitig  in  den  Meridian  treten. 
Auch  hier  sind  zu  unterscheiden 

a)  zwei  nichtsichtbare  Tages-Kulminationen ,  wenn 
5  bei  Kulmination  der  Sonne  über  dem  Horizont  der  Stern 

a)  gleichzeitig  mit  ihr  über  dem  Horizont, 
ß)  ihr  diametral  gegenüber  unter  dem  Horizont 
kulminiert; 

b)  zwei  Nacht-Kulminationen,  wenn  die  Sonne  unter 
10  dem  Horizont  kulminiert,  und  zwar 

cc)  die  nichtsichtbare,  wenn   der   Stern  mit   der 
Sonne  gleichfalls  unter  dem  Horizont  kulminiert; 

ß)  die  sichtbare,  wenn  der  Stern  der  Sonne  dia- 
metral gegenüber  über  dem  Horizont  kulminiert. 
15  6.  Der  sog.  Meridian- Weststand  findet  statt,  wenn  der 

Stern  im  westlichen  Horizont  steht,  während  die  Sonne  kul- 
miniert.   Zu  unterscheiden  sind  wieder 

a)  der    nichtsichtbare   Tages  -  Meridian -Weststand, 
Hei  192  wenn  der  Stern  untergeht,  während  die  Sonne  über  dem 

20  Horizont  kulminiert; 

b)  der  sichtbare  Nacht -Meridian -Weststand,  wenn 
Ha  103  der  Stern  untergeht,  während  die  Sonne  unter  dem  Horizont 

kulminiert. 

7.  Der  sog.  Spät-Oststand  findet  statt,  wenn  der  Stern 
25  im  östlichen  Horizont  steht,  während   die  Sonne  im  west- 
lichen steht.    Zu  unterscheiden  sind  wieder 

a)  der  sichtbare  Abend-Nachaufgang,  wenn  der  Stern 
gleich  nach  Sonnenuntergang  aufgeht; 

b)  der  wahre  Abend -Mitaufgang,  wenn  der  Stern 
30  gleichzeitig  mit  Sonnenuntergang  aufgeht; 

c)  der  nichtsichtbare  Abend- Voraufgang ,  wenn  die 
Sonne  gleich  nach  dem  Aufgang  des  Sterns  untergeht. 

8.  Die  sog.  Spät-Kulmination  findet  statt,  wenn  der 
Stern,   während   die   Sonne  im  westlichen  Horizont   steht, 

35  entweder  über    oder  unter  dem  Horizont  kulminiert.     Zu 
unterscheiden  sind  wieder 


Achtes  Buch.    Fünftes  Kapitel.  83 

a)  die  sichtbare  Abend-Nachkulmination,  wenn  der 
Stern  gleich  nach  Sonnenuntergang  kulminiert; 

b)  die  wahre  Abend-Mitkulmination,  wenn  der  Stern 
gleichzeitig  mit  Sonnenuntergang  kulminiert; 

c)  die  nichtsichtbare  Abend -Vorkulmination,  wenn  Hei  193 
gleich  nach  Kulmination  deg  Sterns  die  Sonne  untergeht.     6 

9.  Der  sog.  Spät- Weststand  findet  statt,  wenn  der  Stern 
gleichzeitig  mit  der  Sonne  in  den  westlichen  Horizont  tritt.  Ha  104 
Zu  unterscheiden  sind  wieder 

a)  der  sichtbare  Abend -Nachuntergang,  wenn   der  10 
Stern  selbst,  im  Anfangs  st  adi  um  seines  heliakischen  Unter- 
gangs begriffen,  gleich  nach  der  Sonne  untergeht; 

b)  der  wahre  Abend-Mituntergang,  wenn  der  Stern 
zusammen  und  gleichzeitig  mit  der  Sonne  untergeht;  . 

c)  der  nichtsichtbare  Abend-Voruntergang,  wenn  der  15 
Stern,  im  Anfangsstadium  seines  heliakischen  Aufgangs  be- 
griffen, vor  der  Sonne  untergeht. 

Fünftes  Kapitel. 

Mitaufgänge,  Mitkulminationen  und  Mituntergänge 

der  Fixsterne. 

Unter  den  vorstehend  beschriebenen  Verhältnissen  können 
die  Zeiten  (d.  s.  die  Kalenderdaten)  der  wahren,  theoretisch 
auf  das  Zentrum  der  Sonne  bezogenen  Mitaufgänge,  Mit-  20 
kulminationen  und  Mituntergänge  ohne  weiteres   lediglich 
auf  dem  Wege   geometrischer  Konstruktion   aus   der  nach 
dem  Sternenstand  gegebenen  Lage  von  uns  bestimmt  wer- 
den, weil  auch  die  Punkte  der  Ekliptik,  mit   denen  jeder  Hei  194 
Fixstern  kulminiert  und  auf-  oder  untergeht,  mit  Hilfe  der  25 
zu  Gebote  stehenden  Lehrsätze  auf  dem  Wege  geometrischer 
Konstruktion  nachweisbar  sind. 

I.  Mitkulminationen. 
Es  sei  AB  TA  der  durch  die  beiden  Pole  des  Äquators 
und  der  Ekliptik  gehende  (Kolur-) Kreis,  A ET  sei  der  Halb-  SO 
kreis  des  Äquators  um  den  Pol  Z,  BEA  der  Halbkreis  der 

6* 


g4  Achtes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 

Ekliptik  um  den  Pol  H.    Durch  die  Pole  der  Ekliptik  sei 
Ha  105  als  Bogen  eines  größten  Kreises  H0KA  gezogen,  auf  dem 

man  sich  den  Fixstern,  um 
welchen  es  sich  handelt,  in 
Punkt  0  zu  denken  hat.  Mit 
Bezug  auf  die  so  gezogenen 
(Breiten-)  Kreise  sind  ja  die 
Positionen  der  Fixsterne  von 
uns  beobachtet  und  katalo- 
10    y     1/  \  ""-^--^^      gisiert   worden.     Nun   ziehe 

man  auch  durch  die  Pole  des 
Äquators  Z0MN  als  Bogen 

eines  größten  Kreises. 

Daß   der  in  0   angenom- 
16  mene  Stern  gleichzeitig  mit  den  Punkten  M  der  Ekliptik 
und  N  des  Äquators  kulminiert,  ist  klar^^,  daß  aber  diese 
Hei  195  Punkte  bestimmbar  sind ,  und  somit  auch  der  Bogen  0  N 
(auf  welchem  in  Punkt  M  die  Sonne  steht),  wird  auf  fol- 
gendem Wege  ersichtlich  werden. 
20       Da  in  Bogen  zweier  größter  Kreise,  d.  i.  in  die  Bogen  A  H 
und  AN,  die  (in  Punkt  0  sich  schneidenden)  Bogen  größter 
Kreise  HA  und  NZ  hineingezogen  sind,  so  gilt  nach  dem 
im  ersten  Bande  des  Handbuchs  (S.  51,  l)  bewiesenen  Satz 
2shHK  ^  2shHJ\      2shQH 
2shKZ        2sbAe  '  ^s&NZ  * 
25       Nun  sind  AZ,  NZ  und  HK  ohne  weiteres  als  Quadranten 
gegeben;  ferner  ist 

K0  als  Breite    Ides  Sterns  dem  Katalog  zu 
KB  als  Länge^^J  entnehmen, 
ZH  und  KA  der  Tabelle  der  Ekliptikschiefe.*^) 

a)  Weil  alle  drei  Punkte  auf  demselben  Deklinationskreis  ZN 
liegen. 

b)  Weil  B  der  Winterwendepunkt  ist. 

c)  ZH  als  die  Schiefe  der  Ekliptik,  KA  allerdings  nur  unter 
der  Voraussetzung,  daß  KA  als  Normale  zur  Ekliptik  unwesent- 
lich verschieden  ist  von  dem  Meridianbogen  KE,  den  Ptolemäus 
verschweigt,  obgleich  auch  an  der  unförmlichen  Figur  des  Ori- 
ginals der  Meridianquadrant  ZE^  aber  falsch,  gezogen  ist. 


Mitkulminationen.  85 

Es  ist  also  klar,  daß  von  den  in  obiger  Gleichung  stehen- 
den Bogen  gegeben  sein  werden  HA  (als  AZ  +ZH),  AZ, 
HA  (als  HK-fKA),  A0  (als  KA+KG)  und  NZ;  folg- 
lich wird  sich  auch  der  (in  der  Gleichung)  noch  übrige 
Bogen  0N  (d.  i.  die  südliche  Deklination  des  Sterns)  be-  5 
stimmen  lassen.    Nun  gilt  ferner  der  Satz  (I  49, 3l) 

2sbZH  _  2sbZe      2sbN^  pa'^ioß 

JsbHX  ~  Jsbm    '   2sbAA  '  \Beil9Q 

Nach  vorstehendem  sind  von  den  in  der  Gleichung  stehen- 
den Bogen  gegeben  Z  H ,  HA,Z0(als  NZ— 0N)und0N; 
mit  KB  ist  ferner  gegeben  durch  die  gleichzeitigen  Aufgänge  lO 
des  Äquators  und  der  Ekliptik  bei  Sphaera  recta  der  (Äqua- 
tor-) Bogen  AA*);  folglich  wird  auch  der  (in  der  Gleichung) 
noch  übrige  Bogen  NA  sich  bestimmen  lassen. 

Schließlich  wird  demnach  mit  dem  ganzen   (Äquator-) 
Bogen  NA(=NAH-AA)  auch  der  Ekliptikbogen  MB  ge-  15 
geben  sein  (und  damit  der  Grad  der  Sonne  und  der  Ka- 
lendertag der  Kulmination). 

II.  Mitauf-  und  Mituntergänge. 

Auch  die  mit  den  Fixsternen  gleichzeitig  auf-  oder  unter- 
gehenden Punkte   des  Äquators  und   der  Ekliptik  werden  20 
mit  Hilfe  der  Mitkulminationen 
leicht  auf  folgende  Weise   ge- 
wonnen. 

1.  Es  sei  AB  TA  der  Meri- 
dian, ein  Halbkreis  des  Aqua-  /  \^  ^  \  ^  25 
tors  sei  AEF  um  den  (süd- 
lichen) Pol  Z,  und  BEA  ein 
Halbkreis  des  Horizonts.  Der 
Stern  soll  in  dem  Punkte  H 
des  Horizonts  aufgehen.    Durch            2'*"^'--^ --^^  30 


a)  Indem  man  mit  dem  von  :?  0°  ab  gegebenen  Ekliptikbogen 
K  B  in  die  Tabelle  für  Sphaera  recta  (I  94)  eingeht  und  der  zweiten 
Spalte  den  Äquatorbo^en  -  A  entnimmt,  welcher  nur  unter  der 
Anm.c)  hingestellten  Voraussetzung  dem  Bogen  AA  gleich  ist. 


86  Achtes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 

die  Punkte  Z  und  H  ziehe  man  Z  H  0  als  Quadranten  eines 
größten  Kreises. 

Da  nun  wieder  die  (in  Punkt  H  sich  schneidenden)  Bogen 
Hei  197  Z  0  und  B  E  in  Bogen  zweier  größter  Kreise,  d.  i.  in  die 
5  Bogen  AZ  und  AE,  hineingezogen  sind,  so  gilt  wieder  (vgl. 
I  49  3l) 

2sbZB   _  SsbZH     SslOE 
2sbBk  ~  2sbHe  '  SshEA  * 
Ha  107       Von  den  in  der  Gleichung  stehenden  Bogen  sind  (Z  B  + 
BA=)ZA,  (ZH  4-H0=)Z0  und  E  Aals  Quadranten  ge- 
10  geben;  es  ist  ferner  ZB  als  die  Polhöhe  gegeben  (somit  BA 
als  die  Äquatorhöhe),  bestimmbar  mit  Hilfe  (der  Berech- 
nung) der  Mitkulmination  sind  der  Punkt  0  des  Äquators*^ 
und  der  Bogen  H0   (somit  ZH   als  Z0  — H0);  folglich 
wird  auch  der  (in  der  Gleichung)  noch  übrige  Bogen  0E 
15  sich  bestimmen  lassen. 

2.  Es  ist  leicht  einzusehen,  daß  bei  den  Mituntergängen,  wenn 
wir  einen  0  E  gleichen  Bogen  westlich  von  0  aus  abtragen, 
wie  z.  B.  0  K ,  der  (in  H  mit  dem  Punkt  E  aufgehende)  Stern 
gleichzeitig  mit  dem  Punkt  K  des  Äquators  untergehen  wird, 

20  weil  sich  alsdann  erstens  der  Untergang  (von  der  Mitkul- 
mination des  Äquatorpunktes  0  ab)  auf  einem  dem  Bogen 
BH  gleichen  Bogen  (des  Horizonts)  vollzieht^^,  und  weil 
zweitens  westlich  des  Meridians  ein  gleichgroßer  (Stunden-) 
Winkel  gebildet  wird,  wie  der  (Z.  A  Z  0)  ist,  welcher  an  der 

25  vorliegenden  Figur  östlich  des  Meridians  von  den  Bogen 
AZ  und  Z0  gebildet  wird. 

3.  Ohne  weiteres  wird  sich  nun  aus  den  für  jede  geo- 
graphische Breite  nachgewiesenen  gleichzeitigen  Auf-  und 
Untergängen  (von  Teilen)  des  Äquators  und  der  Ekliptik 

30  (I  94—97)    einerseits    der   mit    dem    Punkt  E   des   Äqua- 

Hei  198  tors  uud  dem  Stern  gleichzeitig  aufgehende,  anderseits  der 

mit  dem  Punkt  K  und  dem  Stern  gleichzeitig  untergehende 

a)  Der  Bogen  H0  entspricht  an  der  vorigen  Figur  (s.  S.  85,  5) 
dem  Bogen  ÖN,  d.  i.  der  südlichen  Deklination  des  Fixsterns. 

b)  Die  Untergangsweite  des  Sterns  wird  gleich  der  Aufgaugs- 
weite  BH  sein. 


Achtes  Buch.     Sechstes  Kapitel.  87 

Grad  der  Ekliptik  bestimmen  lassen.^)  Ferner  ist  klar, 
daß  die  theoretisch  auf  das  Zentrum  der  Sonne  bezogenen 
Aufgänge,  Kulminationen  und  Untergänge  der  Fixsterne, 
d.  h.  ihre  sog.  wahren  gleichzeitigen  Kardinalstellungen, 
zu  den  Zeiten  stattfinden  werden,  zu  denen  sich  in  den  be-  5 
treffenden  Punkten  der  Ekliptik  der  genaue  Ort  der  Sonne 
befindet. 

Sechstes  Kapitel. 
Heliakische  Auf-  und  Untergänge  der  Fixsterne. 

Für  die  heliakischen  Auf-  oder  Untergänge  finden  wir  Ha  i08 
die  Methode  der  geometrischen  Konstruktion,  bei  welcher 
lediglich  von  der  Position   der  Fixsterne  (ohne  Rücksicht  10 
auf  ihre  Stellung  zur  Sonne)  ausgegangen  wurde,  nicht  mehr 
ausreichend.   Läßt  sich  nämlich  auf  diesem  Wege  z.  B.  auch 
nachweisen,   mit   welchem  Ekliptikgrad   dieser   oder  jener 
Stern  aufgeht,  so  ist  es  doch  nicht  möglich,  auf  dem  gleichen 
Wege  die  Größe  des  (Ekliptik-)  Bogens  zu  bestimmen,  wel-  15 
chen  die  Sonne  noch  unter  dem  Horizont  stehen  muß,  damit 
der  Stern  erstmalig  sichtbar  oder  unsichtbar  werde.    Denn 
dieser  Bogen  kann  weder  bei  allen  Sternen  derselbe  sein, 
noch  bei  denselben  Sternen  unter  allen  Umständen  der  gleiche. 
Er  muß  vielmehr  verschieden  sein  20 

erstens  im  Verhältnis  zur  Größe  der  Sterne, 
zweitens  im  Verhältnis  zu  ihrem  Breitenabstand  von 

der  Sonne, 
drittens  im  Verhältnis  zur  Änderung  der  Neigung  der 
Ekliptik.  25 

Denken  wir  uns  den  Kreis  AB  TA  _^  _  Heii99 

als  Meridian,  AEZf  als  einen 
Halbkreis  der  Ekliptik  und  BEA 
als  einen  Halbkreis  des  Horizonts 

um  den  Pol  H,  so  ist  folgendes    '"(\^    \  ^^    30 

klar. 

1.  Wenn  von  den  Sternen,  wel- 
che mit  dem  Ekliptikpunkt  E  auf- 
gehen, der  größere  erstmalig  sieht- 


38  Achtes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 

bar  zu  werden  beginnt,  während  die  Sonne  beispielshalber 
den  Bogen  EZ  unter  dem  Horizont  entfernt  steht,  wird  der 
kleinere   Stern,   auch  wenn  er  den  gleichgroßen  Breiten- 
abstand von  der  Sonne  hat,  erstmalig  sichtbar  werden,  wenn 
6  die  Sonne  einen  größeren  Bogen  als  EZ  entfernt  steht 
und  somit  geringeren  lichten  Schein  entwickelt. 
Ha  109       2.  Wenn  bei  gleicher  Größe   der  Sterne  derjenige,  wel- 
cher in  Breite  annähernd  in  Punkt  E  steht,  bei  der  Ent- 
fernung EZ  erstmalig  sichtbar  wird,  muß  der  Stern,  welcher 
10  weiter  als  ersterer  (von  E  in  Breite)  entfernt  steht,  schon 
bei  geringerer  Entfernung  (der  Sonne)  sichtbar  werden, 
weil  selbst  bei  derselben  Entfernung  der  Sonne  unter  dem 
Horizont   der  in   der  Ekliptik   selbst  und   (näher)   an   der 
Sonne   entwickelte  lichte  Schein  stärker  ist  als  derjenige, 
15  welcher  sich  in  weiterer  Entfernung  (wo  der  Stern  steht) 
geltend  macht. 

3.  Je  mehr  bei  gleicher  Größe  derjenigen  Sterne,  welche 
Hei  200  mit  dem  gleichgroßen  Abstand  in  Breite  aufgehen,  die  Eklip- 
tik gegen  den  Horizont  geneigt  ist  und  dadurch  den  /.  AEZ 
20  kleiner  macht,  um  so  größer  als  EZ  muß  die  Entfer- 
nung (der  Sonne)  sein,  bei  welcher  der  Stern   erstmalig 
sichtbar  wird. 

Wenn  wir,  wie  dies  an  der  folgenden  Figur  geschieht, 
durch  die  Pole  des  Horizonts 
und  die  in  Punkt  Z  stehende 
Sonne  den  Halbkreis  H0ZK 
legen*),  welcher  natürlich  (als 
Höhenkreis)  den  Horizont  unter 
rechten  Winkeln  schneiden  wird, 
so  bleibt  die  Entfernung  der 
Sonne  unter  dem  Horizont  für 
dieselben  Sterne  unter  allen  Um- 
ständen dem  (Sehungs-)  Bogen 
Z  0  gleich,  weil  bei  dem  in  die- 

a)  Da  es  sich  um  einen  Halbkreis  handelt,  so  ist  die  Bezeich- 
nung H  0  Z  K ,  welche  Cod.  D  unter  Einschub  von  0  durch  zweite 
Hand  bietet,  der  Bezeichnung  0ZK  des  Textes  vorzuziehen. 


Heliakisclie  Auf-  und  Untergänge.  89 

ser  Hinsicht  gleichgroß  bleibenden  Abstand  (der  Sonne)  auch 
der  über  den  Horizont  sich  erstreckende  lichte  Schein  gleich- 
stark ist ;  dagegen  muß  der  Bogen  EZ,  während  der  Bogen  Z0, 
wie  gesagt,  derselbe  bleibt,  um  so  kleiner  werden,  je  steiler 
die  Ekliptik  steht,  und  um  so  größer,  je  mehr  sie  geneigt  ist.  5 

Es  bedarf  mithin  für  jeden  einzelnen  Stern  zur  Fest- 
stellung der  Entfernung  der  Sonne  unter  dem  Horizont  in 
der  Ekliptik  der  Beobachtung.   Und  wenn  die  auf  dem  zum 
Horizont  senkrechten  (Höhen-)  Kreis  gemessene  Entfernung, 
wie  an  der  vorliegenden  Figur  der  (Sehungs-) Bogen  Z0,  10 
nicht  einmal  an  allen  Orten  des  bewohnten   Gebietes   der 
Erde  für  dieselben  Sterne  die  nämliche  bleibt,  weil  die  an  Ha  iio 
sich  gleichstarke  Leuchtkraft  (der  Sonne)  in  der  dichteren  Hei  201 
Atmosphäre  der  nördlichen  Breiten  nicht  den  gleichen  lich- 
ten Schein  verbreitet,  so  werden  wir  nicht  mit  den  Beobach-  15 
tungen  einer  einzigen   geographischen   Breite   auskommen, 
sondern  solche  auch  für  alle  übrigen  Breiten  anstellen  müssen. 
Wenn  dagegen  für  dieselben  Sterne  der  Z0  entsprechende 
(Sehungs-) Bogen  allerorten  als  der  nämliche  gewahrt  bleibt, 
wofür   allerdings   die  Wahrscheinlichkeit  spricht  —    denn  20 
auch  die  Leuchtkraft  der  Sterne  muß  in  derselben  Weise 
(wie  die  der  Sonne)  von  dem  Unterschied  der  Atmosphäre 
abhängig  sein  — ,'  so  werden  uns  bereits  die  für  eine  einzige 
geographische  Breite  beobachteten  Entfernungen  (d.  s.  die 
Ekliptikbogen  EZ)  ausreichen,   um  auch  die  übrigen   auf  25 
dem  Wege   geometrischer  Konstruktion   daraus   abzuleiten, 
mag  sich  die  Neigung  der  Ekliptik  ändern  je  nach  dem  Be- 
obachtungsort oder  infolge  des  nachgewiesenen  Fortschritts 
der  Fixsternsphäre  in  der  Richtung  der  Zeichen. 

Es  sei  an  der  (S.  88,  23)  erklärten  Figur  aus  der  Beobach-  30 
tung  einer  beliebigen  geographischen  Breite  die  Entfernung 
EZ  gegeben.  Da  wieder  die  (in  Punkt  E  sich  schneidenden) 
Bogen  B0  und  ZA  in  Bogen  zweier  größter  Kreise,  d.i.  in 
die  Bogen  HB  und  HZ,  hineingezogen  sind,  so  gilt  die 
Gleichung  (wie  S.  85,  7)  35 

2shAB       2sbkE     2sbZÖ 

2sbBH  ^  2sbEZ  '  2sbQH' 


90  Achtes  Buch,     Sechstes  Kapitel. 

Von  den  in  der  Gleichung  stehenden  Bogen  sind  B  H  und 
0H   ohne  weiteres  als  Quadranten   gegeben.    Da  ferner  E 
als  der  Punkt,  mit  welchem  der  Stern  aufgeht,  als  gegeben 
Hei 202  angenommen  wird,   so   ist   auch  A   als   der  kulminierende 
5   Punkt   (der  Ekliptik)   nach  den  mit  Hilfe   der   Aufgangs- 
tafeln  zu   lösenden  Aufgaben  (I  99,26)  bestimmbar,  d.h. 
Ha  111  hierdurch    ist    der   Bogen    AE   gegeben,   und    der    Bogen 
EZ    aus    der   Beobachtung.    Auch   der  Bogen  AH  ist  be- 
stimmbar, indem  er  sich  zusammensetzt^^  aus  dem  Aquator- 
10  abstand  (d.  i.  der  Deklination)  des  (kulminierenden  Ekliptik-) 
Punktes  A,  welcher  der  Tabelle  der  Schiefe  zu  entnehmen 
ist,  und  dem  auf  demselben  Meridian  (B  H)  gemessenen  Zenit- 
abstand  des   Äquators,   welcher  der  Polhöhe   gleich   ist.^^ 
Folglich  wird  auch  der  (in   der  Gleichung)   noch   übrige 
15  Bogen  Z0  sich  bestimmen  lassen. 

Ist  dieser  (Sehungs-) Bogen  gefunden  und  bleibt  er  aller- 
orten (vgl.  S.  89,  19)  der  nämliche,  so  werden  wir  mit  Hilfe 
desselben  auch  die  zahlenmäßigen  Beträge  des  (Aufgangs-) 
Bogens  EZ,  wie  sie  bei  den  anderen  Neigungen  (der  Eklip- 
20  tik)  eintreten,  aus  denselben  Bogen  (wie  oben)  gewinnen. 
Denn  es  gilt  wieder  die  Gleichung^^ 

^s6BH  ^2shQH     2sbEZ  ^ 
2sb^B  ~  SsbZQ  '  2sl)^E* 

Von  den  in  der  Gleichung  stehenden  Bogen  ist  jetzt  (der 

Sehungsbogen)  Z0  gegeben  (sowie  als  Quadranten,  wie  oben, 

25  BH  und  0H);  ferner  läßt  sich  mit  Hilfe  des  oben  (S.  86, 14) 

gelieferten  Nachweises  der  Punkt  E  bestimmen,  welcher  in 

der  geographischen  Breite,  der  die  Untersuchung  gilt,  gleich- 


a)  Als  Summe  von  Zenitabstand  des  Äquators  und  Deklination 
des  Punktes  A,  wenn  die  Deklination  südlich  ist,  als  Differenz 
von  Zenitabstand  und  Deklination,  wenn  letztere  nördlich  ist. 
Vgl.  I  Anh.  Anm.  6. 

b)  Der  noch  fehlende  Bogen  AB,  d.i.  die  Äquatorhöhe,  ist 
der  Komplementbogen  zu  dem  durch  die  Polhöhe  gegebenen 
Zenitabstand  des  Äquators. 

c)  Es  ist  dieselbe  wie  S..89,  35,  nur  daß  die  Zähler  mit  den 
Nennern  vertauscht  sind. 


Heliakische  Auf-  und  Untergänge.  91 

zeitig  mit  dem  Stern  aufgeht,  endlich  werden  ebenso  wieder 
die  Bogen  AE  und  AB  gewonnen.*^  Folglich  ist  auch  der 
(in  der  Gleichung)  noch  übrige  Bogen  EZ  der  Ekliptik  be- 
stimmbar. 

Dasselbe  methodische  Verfahren  wird  von  uns  auch  für  Hei  203 
die  im  Westhorizont  stattfindenden  heliakischen  Unter-  6 
gänge  wahrgenommen  werden,  nur  mit  dem  Unterschied, 
daß  an  der  sonst  gleichen  Figur  die  Lage  der  Ekliptik  ihrer 
Neigung  entsprechend  nach  der  anderen  (d.  i.  niedersteigen- 
den) Seite  gezeichnet  zu  verstehen  ist,  weil  der  Horizont-  10 
bogen  BA  als  der  westliche  angenommen  wird. 

Um  auch  dieses  Kapitel  nicht  übergangen  zuhaben,  halten  Ha  112 
wir  vorstehende  Ausführungen  zur  Erläuterung  der  Aufgaben, 
welche  auf  diesem  theoretischen  Gebiete  der  Lösung  harren, 
für  ausreichend.  Weil  aber  der  Beobachter,  welcher  auf  diesem  15 
Gebiete  derartige  Voraussagungen  sammelt,  mit  einer  Fülle 
von  Faktoren  zu  rechnen  hat,  nicht  nur  wegen  der  unzähli- 
gen Differenzen,  welche  die  verschiedenen  Beobachtungsorte 
und  Neigungen  der  Ekliptik  verursachen,  sondern  auch  wegen 
der  unendlichen  Zahl  der  Sterne   an   sich,  weil  ferner  das  20 
Beobachtungsgeschäft  gerade  hinsichtlich  der  heliakischen 
Auf-  und  Untergänge  überaus   mühevoll   und  nicht  leicht 
wahrzunehmen  ist,  da  sowohl  das  Auge  des  Beobachters  selbst, 
als  auch  die  Beschaffenheit  der  Atmosphäre,  die  an  den  ins 
Auge  gefaßten   Stellen  herrscht,  den  Zeitpunkt  des  ersten  25 
mutmaßlichen  Sehens  ungleichmäßig  und  unsicher  machen 
kann,  wie  mir  persönlich  aus  eigener  Erfahrung  bei  den 
Differenzen,  die  sich  bei  derartigen  Beobachtungen  ergeben, 
zur  Genüge  klar  geworden  ist,  weil  zu  alledem  auch  infolge 
des  Fortschritts  der  Fixsternsphäre  die  Mitaufgänge,  Mit-  30 
kulminationen  und  Mituntergänge   für  jede   geographische 
Breite  nicht  einmal  ewig  dieselben  bleiben  können,  wie  wir 

a)  Bogen  AE  durch  Berechnung  des  kulminierenden  Grades 
aus  dem  aufgehenden,  worauf  sich  dann  aus  der  Deklination 
des  kulminierenden  Grades  und  dem  Zenitabstand  des  Äquators 
der  Bogen  AB  ergibt.    Vgl.  S.  90,  4— 13. 


92  Neuntes  Buch.     Erstes  Kapitel. 

sie   für  die   Gegenwart  mit  Aufgebot  einer  Unsumme  von 
Hei  204  Zahlen  und  Nachweisen  ausklügeln  würden,  so  haben  wir 
eine  derartige  Zeitverschwendung  gemieden  und  begnügen 
uns  für  den  vorliegenden  Zweck  mit  den  Ergebnissen,  welche 
5  annäherungsweise  entweder  direkt  aus   den  früheren  Auf- 
zeichnungen oder  aus  der  Handhabung  des  Globus  von  Fall 
zu  Fall  gewonnen  werden  können.     Sehen  wir  ja  doch,  daß 
auch   den   an   die   heliakischen    Auf-   und  Untergänge    ge- 
knüpften Witterungsanzeichen,  falls  man  diesen  Vorgängen 
10  und  nicht  vielmehr  den  Stellen  der  Ekliptik  die  Ursache  zu- 
Ha  113  schreibt,  immer  nur  der  Wert  einer  ungefähr  annähernden 
Voraussage,  keineswegs  die  Geltung  einer  festen  Regel  oder 
gar  der  Unabänderlichkeit  zukommt;  denn  die  Ursache  (des 
Witterungswechsels)  tritt  im  allgemeinen  wohl  ein,  ist  aber 
1 5  in  ihrer  Wirkung  nicht  direkt  von  dem  ersten  Zeitpunkt  der 
heliakischen  Auf-  und  Untergänge  abhängig,  sondern  viel- 
mehr von  den  Stellungen,  die  in  Opposition  zur  Sonne  statt- 
finden und  von  den  hierbei  von  Fall  zu  Fall  eintretenden 
Positionswinkeln  des  Mondes. 


Neuntes  Buch. 

Erstes  Kapitel. 

Die  Reihenfolge  der  Sphären  der  Sonne, 
des  Mondes  und  der  fünf  Wandelsterne. 

Hei 206)  Was  man  über  die  Fixsternwelt  in  der  Hauptsache  in 
21  einem  wissenschaftlichen  Kommentar  zur  Sprache  bringen 
kann,  soweit  die  bisher  festgestellten  Himmelserscheinungen 
diesem  Vorhaben  förderlich  sind,  dürfte  hiermit  ungefähr  er- 
schöpft sein.  Da  für  das  vorliegende  Handbuch  die  Theo- 
25  rien  der  fünf  Wandelsterne  noch  ausstehen,  so  werden  wir, 
um  unnötige  Wiederholungen  zu  vermeiden,  die  Mitteilungen 
über  dieselben,  soweit  dies  angängig  ist,  unter  einen  gemein- 
samen Gesichtspunkt  zusammenfassen  und  die  jeden  einzelnen 


Reihenfolge  der  Sphären.  93 

betreffenden  Beweisführungen  erst  im  Anschluß  daran  be- 
handeln. 

Was  zunächst  die  Reihenfolge  der  Planetensphären  an- 
belangt, denen  gleichfalls  die  Lagerung  um  die  Pole   des 
schiefen  Kreises  der  Ekliptik  eigen  ist,  so  finden  wir  so  ziem-  5 
lieh  bei  allen  ersten  Astronomen  volle  Übereinstimmung  über 
folgende  zwei  Punkte: 

1.  Alle  Planetensphären  befinden  sich  in  größerer  Erdnähe 
als  die  Fixsternsphäre,  aber  in  größerer  Erdferne  als  die 
Sphäre  des  Mondes.  10 

2.  Die  drei  Sphären  des  Saturn,  des  Jupiter  und  des  Mars, 

von  denen  die  Sphäre  des  Saturn  die  größte  und  die    des  Ha  ii5 
Jupiter  nach  der  größeren  Erdnähe  hin  die  zweite  ist,  während 
die  des  Mars  unter  der  des  Jupiter  liegt,  befinden  sich  in 
größerer  Erdferne  als  die  übrigen  Planetensphären  und  die  15 
Sphäre  der  Sonne. 

Dagegen  sehen  wir,  daß  die  Sphären  der  Venus  und  des  Hei  207 
Merkur  bei  den  älteren  Astronomen  unter  die  Sphäre  der 
Sonne  gesetzt,   aber  bei  einigen  späteren  gleichfalls  über 
dieselbe  verlegt  werden,  weil  niemals  ein  Vorübergang  dieser  20 
Planeten  vor  der  Sonne  stattgefunden  hat.  Uns  scheint  dieser 
angeblich  entscheidende  Grund  deshalb  nicht  stichhaltig  zu 
sein,  weil  es  Planeten  unter  der  Sonne  geben  kann,  ohne 
daß  dieselben  durchaus  in  einer  durch  die  Sonne  und  unser 
Auge  gehenden  Ebene  zu  liegen  brauchen;  sie  können  viel-  25 
mehr  in  einer  anderen  Ebene  liegen  und  aus  diesem  Grunde 
keinen  scheinbaren  Vorübergang   an    der   Sonne   bewerk- 
stelligen, wie  ja  auch  bei  Passierung  der  unterhalb  der  Sonne 
verlaufenden  Bahnstrecke  des  Mondes  zur  Zeit  der  Konjunk- 
tionen meistens  keine  Finsternisse  eintreten.  30 

Da  aber  auch  sonst  diese  Frage  nicht  entschieden  werden 
kann,  weil  keiner  der  Planeten  eine  wahrnehmbare  Parallaxe 
zeigt,  eine  Erscheinung,  nach  welcher  allein  die  Entfernungen 
sich  bestimmen  lassen,  so  scheint  größere  Glaubwürdigkeit 
die  Anordnung  der  älteren  Astronomen  zu  verdienen,  welche  35 
der  Mittellage  der  Sonne  natürlicher  entsprechend  die  zur 
Opposition  gelangenden  Planeten  von  denen  scheidet,  welche 


94  Neuntes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

diese  Stellung  nicht  erreichen,  sondern  immer  in  der  Nähe 
der  Sonne  verweilen.  Wenigstens  darf  diese  Anordnung 
letztere  Planeten  von  der  Sonne  weg  nicht  in  so  große  Erd- 
nähe versetzen,  daß  die  Annäherung  eine  bemerkenswerte 
5  Parallaxe  zur  Folge  haben  könnte. 

Zweites  Kapitel. 
Schwierigkeiten  des  Vorhabens,  eine 
Theorie  der  Planeten  aufzustellen. 

Hei  203)  Die  Frage  nach  der  Reihenfolge  der  Sphären  dürfte  hier- 
mit erledigt  sein.  Wenn  wir  uns  die  Aufgabe  gestellt  haben, 
auch  für  die  fünf  Wandelsterne,  wie  für  die  Sonne  und  für 
den  Mond,   den  Nachweis  zu  führen,  daß  ihre  scheinbaren 

10  Anomalien  alle  vermöge  gleichförmiger  Bewegungen 
auf  Kreisen  zum  Ausdruck  gelangen,  weil  nur  diese  Be- 
wegungen der  Natur  der  göttlichen  Wesen  entsprechen,  wäh- 
rend Regellosigkeit  und  Ungleich  förmigkeit  ihnen  fremd 
sind,  so  darf  man  wohl  das  glückliche  Vollbringen  eines 

15  solchen  Vorhabens  als  eine  Großtat  bezeichnen,  ja  in  Wahr- 
heit als  das  Endziel  der  auf  philosophischer  Grundlage  be- 
ruhenden mathematischen  Wissenschaft.  Freilich  ist  dieses 
Unternehmen  aus  vielen  Gründen  mit  großen  Schwierigkeiten 
verbunden  und  begreiflicherweise  noch  von  niemand  vorher 

'20  mit  Erfolg  in  Angriff  genommen  worden. 

Betrachten  wir  nämlich  zunächst  einmal  die  Feststellung 
der  periodischen  Bewegungen  eines  jeden  Planeten,  für  welche 
ein  Versehen,  das  bei  der  noch  so  genauen  Vergleichung 
von  Beobachtungen  von  dem  Auge  in  Bezug  auf  minimale 

25  Teile  gemacht  worden  sein  kann,  schneller  eine  wahrnehm- 
bare Differenz  im  Verlauf  der  Zeit  verursacht,  wenn  die 
Prüfung  auf  einer  kürzeren  Zwischenzeit  beruht,  lang- 
samer, wenn  sie  auf  einer  längeren  beruht,  so  ist  die 
Zeit,  seit  welcher  wir  Aufzeichnungen  von  Planetenbeobach- 

30  tungen  besitzen,  für  ein  so  weitblickendes  Unternehmen  ver- 
hältnismäßig kurz  und  läßt  für  eine  unvergleichlich  längere 
Zeit  nur  eine  recht  unsichere  Voraussage  zu. 


Schwierigkeiten  einer  Theorie  der  Planeten.  95 

Was  zweitens  die  Feststellung  der  Anomalien  anbelangt, 
so  bringt  keine  geringe  Erschwerung  die  Wahrnehmung  mit 
sich,  daß  an  jedem  Planeten  zwei  scheinbare  Anomalien  sich  iia  117 
geltend  machen,  die  nach  Größe  und  Wiederkehrzeit  un- Hei  209 
gleich  sind;  die   eine  wird  theoretisch  in  ursächliche  Be-  5 
Ziehung  zur  Sonne  gesetzt,  die  andere  in  Beziehung  zu  den 
Teilen  der  Ekliptik;  doch  sind  beide  durchweg  miteinander 
vermischt,  so   daß  es  infolgedessen  schwer  hält,   die  jeder 
einzelnen  anhaftende  Eigentümlichkeit  auszuscheiden.     Ein 
weiterer  Übelstand   ist    der,  daß    die    Aufzeichnungen   der  10 
alten  Beobachtungen  größtenteils  recht  verständnislos  und 
oberflächlich  gehalten  sind.    Die  mehr  zusammenhängenden 
Beobachtungsreihen    betreffen    nämlich    Stillstände    und 
heliakische   Auf-   und  Untergänge;    aber  bei   keiner 
dieser  eigenartigen  Erscheinungen  ist  die  Feststellung  abso-  15 
lut  zuverlässig:   die   Stillstände  können  für  den  genauen 
Zeitpunkt  durchaus  keinen  sicheren  Anhalt  bieten,  weil  viele 
Tage  vor  wie  nach  dem  eigentlichen  Stillstand  der  örtliche 
Fortschritt  ganz  unmerklich  ist,  während  die  heliakischen 
Auf-  und  Untergänge  nicht  nur  die  Ort  er  sofort  mit  der  20 
erstmaligen  oder  der  letztmaligen  Sichtbarkeit  der  Planeten 
dem  Auge  wieder  entschwinden  lassen,  sondern  auch  hin- 
sichtlich der  Zeiten  mit  Fehlern  behaftet  sein  können,  so- 
wohl wegen  des  verschiedenen  Zustandes  der  Atmosphäre,  als 
auch  infolge  des  Unterschieds  der  Sehkraft  der  Beobachter.  25 

Überhaupt  ergeben  die  Beobachtungen,  welche  mit  Be- 
zug auf  einen  Fixstern  bei  größerem  Abstand  (des  Planeten) 
angestellt  werden,  wenn  man  sich  dabei  nicht  in  jeder  Be- 
ziehung als  geschickter  und  erfahrener  Beobachter  anstellt, 
einen   durch  Rechnung  schwer  festzustellenden  und  daher  30 
nur  annähernd  richtigen  zahlenmäßigen  Betrag  der  Messung 
nicht  allein   deshalb,    weil   die  zwischen  den  beobachteten 
Sternen  gezogenen  Linien  verschiedene  und  nicht  durchweg 
rechte  Winkel  mit  der  Ekliptik  bilden,  was  natürlich  bei 
dem  mannigfachen  Wechsel   der  Neigung  der  Ekliptik  für  Hei  210 
die  zahlenmäßige  Berecnnung  (des  Planeten-)  Ortes  in  Länge  36 
und  Breite  mancherlei  Irrungen  im  Gefolge  hat,  sondern  auch  Ha  118 


96  Neuntes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

deshalb,  weil  die  nämlichen  Abstände  in  der  Nähe  des  Hori- 
zontes dem  Auge  größer  und  bei  den  Kulminationen  kleiner 
erscheinen,  weshalb  selbstverständlich  die  Messungen  bald 
größer  bald  kleiner  ausfallen  können,  als  der  vorliegende 
5  Abstand  wirklich  beträgt. 

Daher  glaube  ich  auch,  daß  Hipparch,  dieser  größte  Freund 
der  Wahrheit,  sowohl  aus  allen  hier  mitgeteilten  Gründen 
als  auch  ganz  besonders  deshalb,  weil  er  von  seinen  Vor- 
gängern noch  kein  so  bedeutendes  Material  an  genauen  Be- 

10  obachtungen  erhalten  hatte,  als  er  selbst  uns  geliefert  hat, 
sich  zwar  gründlich  mit  der  Theorie  der  Sonne  und  des  Mondes 
beschäftigt  und  auch,  soweit  es  möglich  war,  mit  allen  ihm 
zu  Gebote  stehenden  Mitteln  den  Nachweis  geliefert  hat, 
daß  man  dabei  mit  der  Annahme  gleichförmiger  Bewegungen 

15  auf  Kreisen  zum  Ziel  gelange,  daß  er  dagegen  zu  einer  Theorie 
der  fünf  Wandelsterne  in  den  auf  uns  gekommenen  Kommen- 
taren überhaupt  gar  nicht  erst  den  Grund  gelegt,  sondern  le- 
diglich die  Beobachtungen  derselben  zu  ersprießlicherer  Ver- 
wendung geordnet  und  an  ihnen  den  Beweis  geführt  hat,  daß 

20  die  Erscheinungen  mit  den  Hypothesen  der  damaligen  Astro- 
nomen nicht  in  Einklang  zu  bringen  seien.  Denn  allem  An- 
scheine nach  glaubte  er  nicht  lediglich  die  Erklärung  ab- 
geben zu  dürfen,  daß  jeder  Planet  eine  doppelte  Anomalie 
zeige,  oder  daß  bei  jedem  ungleich  e  Rückläufigkeitsstrecken 

25  von  so  und  so  großer  Länge  einträten,  während  die  übrigen 
Astronomen  ihre  Beweise  auf  dem  Wege  geometrischer  Kon- 
struktion unter  Annahme  einundder selben  Anomalie  und 
Rückläufigkeitsstrecke  führten ;  auch  beschränkte  er  sich  nicht 
auf  die  Erklärung,  daß  diese  Erscheinungen  bei  Annahme 

30  von  Exzentern  oder  mit  der  Ekliptik  konzentrischen  Kreisen, 
Hei  211  welche  Epizyklen  in  Umlauf  versetzen,  oder  wohl  gar  unter 
Kombination  beider  Kr.eisarten  zum  Ausdruck  gelangen,  wo- 
bei so  und  so  groß  die  auf  die  Ekliptik  bezogene  Anomalie,  so 
und  so  groß  die  im  Verhältnis  zur  Sonne  eintretende  Ano- 
Ha  119  malie  ausfalle;  denn  darauf  haben  sjch  so  ziemlich  alle  ver- 

3*5  legt,  die  an  der  Hand  der  sogenannten  „Tafeln  für  ewige 
Zeiten"  die  gleichförmige  Bewegung  auf  Kreisen  nachweisen 


Schwierigkeiten  einer  Theorie  der  Planeten.  97 

wollten,  es  aber  grundfalsch  anstellten  und  den  Beweis  dafür 
schuldig  blieben,  so  daß  die  einen  das  gesteckte  Ziel  über- 
haupt nicht,  die  anderen  wenigstens  einigermaßen  erreichten. 
Vielmehr  hat  er  in  Erwägung  gezogen,  daß  es  einem  Manne, 
der  es  auf  allen  Gebieten  mathematischen  Wissens  zu  solcher  5 
Gründlichkeit  und  zu  so  starkem  Wahrheitssinn  gebracht, 
nicht  genügen  könne  bei  den  angedeuteten  Zielen  stehen 
zu  bleiben,  worauf  es  den  anderen  nicht  ankam,  sondern  daß 
es,  wenn  man  seine  eigene  Überzeugung  auch  seinen  zukünf- 
tigen Interessenten  beibringen  wolle,  unbedingt  geboten  sei,  10 
an  der  Hand  klarer  und  einwandfreier  Erscheinungen  den 
zahlenmäßigen  Betrag  beider  Anomalien  und  den  periodischen 
Lauf  nachzuweisen  und  dann  wieder,  ohne  beides  zu  scheiden, 
Lage  und  Reihenfolge  der  Kreise  ausfindig  zu  machen,  auf 
denen  Anomalie  und  periodischer  Lauf  vor  sich  geht,  sowie  15 
die  Art  ihrer  Bewegung,  kurz  und  gut  so  ziemlich  die  ge- 
samten Erscheinungen  mit  der  Eigenart  der  Kreishypothese 
in  Einklang  zu  bringen:  diese  Aufgabe,  meine  ich,  ist  auch 
ihm  mit  unüberwindlichen  Schwierigkeiten  verknüpft  er- 
schienen. 20 

Nicht  um  unser  Vorhaben  in  das  rechte  Licht  zu  setzen, 
haben  wir  diese  Erklärungen  abgegeben,  sondern  um  einige 
Erleichterungen  zu  rechtfertigen.   Wenn  wir  von  der  Sache 
an  sich  irgendwo  genötigt  werden,  ein  mit  der  Logik  nicht 
ganz  in  Einklang  zu  bringendes  Mittelchen  anzuwenden,  wie 
z.  B.  wenn  wir  unsere  Beweise  unter  der  Annahme  führen,  25 
daß  die  von  der  Bewegung  an  ihren  Sphären  beschriebenen 
Kreise  feine  Linien   seien  und   in  derselben  Ebene  mit  der  Hoi  212 
Ekliptik  liegen,  weil  diese  Annahme  zur  Erleichterung  des 
Beweisverfahrens  dient,  oder  weim  wir  uns  genötigt  sehen,  30 
gewisse  Axiome  vorauszusetzen,  welche    ihre   Feststellung 
nicht  von  einem  vor  Augen  liegenden  Anfang  aus,  sondern 
auf  dem  Wege   zusammenhängender  Erprobung    und  An- 
passung erlangt  haben,  oder  genötigt  sind,  nicht  für  alle  Ha  120 
Planeten  dieselbe  unterschiedslos  gleiche  Art  der  Bewegung  35 
oder  der  Neigung  ihrer  Kreise  anzunehmen,  so  machen  wir 
diese  Konzessionen  mit  dem  guten  Gewissen,  daß  erstens 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius    II.  7 


98  Neuntes  Buch.    Zweites  Kapitel. 

die  nicht  ganz  zu  billigende  Anwendung  eines  derartigen 
Mittelchens,  insofern  sich  keine  wesentliche  Differenz  infolge- 
dessen einzustellen  droht,  der  Lösung  unserer  Aufgabe  keinen 
Eintrag  tun  wird,  daß  zweitens  die  ohne  Beweis  herangezo- 
5  genen  Axiome,  wenn  sie  einmal  mit  den  Erscheinungen  in 
Übereinstimmung  befunden  werden,  nicht  ohne  eine  gewisse 
methodische  Erwägung  gefunden  sein  können,  wenn  auch 
die  Art  und  Weise  ihrer  Feststellung  schwer  auseinander- 
zusetzen ist,  sintemal  es  überhaupt  für  die  ersten  Anfänge 

10  entweder  gar  keine  oder  nur  eine  ihrer  Natur  nach  schwer 
zu  definierende  Urheberschaft  gibt,  und  daß  drittens  wohl 
niemand  die  Möglichkeit  eines  Unterschiedes  in  der  Art  der 
Kreishypothese  für  verwunderlich  und  unlogisch  halten  dürfte, 
da  auch  die  an  den  Planeten  selbst  festgestellten  Erschei- 

15  nungen  ungleichartig  gefunden  werden,  wofern  nur  Hand 
in  Hand  mit  dem  Prinzip,  für  alle  Planeten  schlechthin  die 
gleichförmige  Bewegung  auf  Kreisen  aufrecht  zu  er- 
halten, auch  alle  Erscheinungen  von  dem  höheren  und  all- 
gemeineren Gesichtspunkt  der  Gleichartigkeit  der  Hypothesen 

20  aus  ihre  Erklärung  finden. 

Hei  213      Was  die  Beobachtungen  anbelangt,  so  haben  wir  zu  den 

für  jeden  Planeten  zu   führenden  Beweisen  nur  solche  zur 

Mitbenutzung  herangezogen,  welche  in  hervorragender  Weise 

die  Gewähr  der  Zuverlässigkeit  zu  bieten  vermochten,  d.  h. 

25  erstens  diejenigen,  welche  bei  Konjunktion  oder  wenigstens 
bei  großer  Annäherung  an  Fixsterne  oder  auch  an  den  Mond 
gemacht  sind,  zweitens  ganz  besonders  diejenigen,  welche 
an  den  astrolabischen  Instrumenten  angestellt  worden  sind. 
Wird  doch  das  Auge  vermittelst  der  an  den  (Astrolab-) 
Ha  121  Ringen  diametral  gegenüber  angebrachten  AbsehÖfifnungen*^ 

31  gewissermaßen  auf  eine  Gerade  (mit  den  Objekten)  versetzt, 
sieht  die  gleichgroßen  Abstände  allenthalben  auf  ähnlichen 
Bogen  verlaufen  und  vermag  die  auf  die  Ekliptik  bezogenen 
Örter  eines  jeden  Objekts  in  Länge  und  Breite  mit  aller 

35  Schärfe  wahrzunehmen,  in  Länge  dadurch,  daß  der  am  Astrolab 

a)  Sogenannte  Diopter  trägt  nur  der  unter  dem  inneren  Astro- 
labring  angebrachte  schmale  bewegliche  Ring.     S.  I  256,  27. 


Neuntes  Buch.   Drittes  Kapitel.  99 

der  Ekliptik  entsprechende  Ring  auf  die  Beobachtungsobjekte 
eingestellt  wird,  in  Breite  dadurch,  daß  die  Absehöffnungen, 
welche  an  den  durch  die  Ekliptikpole  gehenden  (Astrolab-) 
Ringen  diametral  gegenüber  angebracht  sind,  auf  diese  Ob- 
jekte gerichtet  werden.  6 

Drittes  Kapitel. 
Die  periodischen  Wiederkehren  der  fünf  Wandelsterne. 

Nachdem  diese  Vorbemerkungen  erledigt  sind,  werden  wir 
zunächst  die  von  Hipparch  berechneten  periodischen  klein- 
sten Wiederkehren  mitteilen,  die  einen  jeden  der  fünf  Wan- 
delsterne zu  dem  Ausgangspunkt  (seiner  mittleren  Bewegung) 
zurückführen.    Dieselben  haben  zwar  unserseits  eine  Kor-  10 
rektion  erfahren,  als  nach  Gelingen   des   Nachweises   der 
Anomalien  die  genaue  Vergleichung  der  Epochen  (der  pe- 
riodischen Bewegungen),  wie  wir  seinerzeit  erklären  werden*^, 
sich  möglich  machte,  indessen  werden  sie  von  uns  voran- 
gestellt, um  zur  Berechnung  der  Anomalien  die  Einzelbeträge  H^i  214 
der  mittleren  Bewegung  eines  jeden  Planeten  in  Länge  und  ^^ 
Anomalie   als   gegebene   Größen   zur  Verfügung  zu  haben, 
obgleich  eine  wesentliche  Differenz  ja  nicht  eintreten  würde, 
wenn  man  hier  den  mittleren  Lauf  auch  nur  mit  dem  an- 
nähernd richtigen  Werte  zur  Benutzung  heranziehen  wollte.  20 
Im  allgemeinen  ist  unter  Bewegung  in  Länge  die  des  Epi- 
zykelmittelpunktes  auf  dem  Exzenter,  unter  Bewegung  in 
Anomalie  die  des  Planeten  auf  dem  Epizykel  zu  verstehen. 

Die  57  Wiederkehren  in  Anomalie  des  Saturn  fanden 
wir  sich  vollziehen  in  59  Sonnenjahren,  wie  sie  zu  unserer  Ha  122 
Zeit  üblich  sind  —  d.  h.  in  Jahren,  welche  von  Wende  oder  26 
Nachtgleiche  bis  wieder  zu  demselben  Punkte  laufen  —  und 
hierüber  1^/,  zusammenfallend  mit  2  Umläufen^^  des  Pla- 

a)  Diese  Erklärung  wird  für  jeden  Planeten  am  Schluß  des 
Kapitels  gegeben,  welches  die  Korrektion  seiner  periodischen 
Bewegungen  behandelt:  IX.  10,  X.  4.  9,  XI.  8.  7. 

b)  Es  sind  die  sogenannten  tropischen  Umläufe  der  Pla- 
neten. Für  Saturn  z.  B.  beträgt  ein  tropischer  Umlauf  (u)  hier- 
nach (59»-j-  ly/) :  (2^  -f  1043')  =  29^  182<i. 

7* 


100  Neuntes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

neten  (von  einer  Wende  bis  wieder  zu  derselben)  und  hier- 
über 1^43'.  Was  nämlich  die  drei  Planeten  anbelangt, 
welche  von  der  Sonne  immer  wieder  überholt  werden,  so 
durchläuft  die  Sonne  in  der  Wiederkehrperiode  des  betref- 
5  fenden  Planeten  stets  ebensoviele  (Jahres-)  Kreise  (a),  als 
die  Summe  der  Umläufe  (u)  des  Planeten  in  Länge  und  der 
Wiederkehren  (w)  in  Anomalie  beträgt  (59* -|- 1*^45' =  2^ 
-t- 1^3' +  57^).*) 

Die  65  Wiederkehren  in  Anomalie  des  Jupiter  fanden 
10  wir  sich  vollziehen  in  71  Sonnenjahren  gleichen  Sinnes  we- 
niger 4*^  54',  zusammenfallend  mit  6  Umläufen  des  Planeten 
Hei  215  von  einer  Wende  bis   wieder  zu  derselben   weniger  4^50' 
(71^  —  4^54'  =  6^  -  4^50'  +  65^). 

Die  37  Wiederkehren  in  Anomalie  des  Mars  fanden  wir 
15  sich  vollziehen  in  79  heutzutage  üblichen  Sonnenjahren  und 
hierüber  3*^13',  zusammenfallend  mit  42  Umläufen  des  Pla- 
neten von  einer  Wende  bis  wieder  zu  derselben  und  hier- 
über Sno'  (79*-f  3'il3'  =  42^-f-30lO'  +  37^). 

Die  5  Wiederkehren  in  Anomalie  der  Venus  fanden  wir 
20  sich  vollziehen  in  8  heutzutage  üblichen  Sonnenjahren  we- 
niger 2^18',  zusammenfallend  mit  8  Umläufen  des  Planeten, 
welche  ebensovielen  der  Sonne  gleich  sind,  weniger   2^15' 
(8*  -  2*1 18'  =  8^  —  2<^  15'  =  5^). 

Die  145  Wiederkehren  in  Anomalie  des  Merkur  fanden 
25  wir  sich  vollziehen  in  46  ebensolchen  Jahren  und  hierüber 
1*12',    zusammenfallend    mit   46   Umläufen    des    Planeten, 
welche  wieder  ebensovielen  der  Sonne  gleich  sind,  und  hier- 
über 1<^  (46*  +  l'i  2'  =  46^  +  1<^  =  145^). 

Verwandeln  wir  für  jeden  Planeten  die  Zeit  der  Wieder- 

Ha  123  kehr  nach  der  von  uns  (I  146,  u)  nachgewiesenen  Länge 

31  des  Jahres  (von  365'il4'48")  in  Tage  und  die  Anzahl  der 

Wiederkehren  in  Anomalie  in  Grade,  deren  auf  einen  Kreis 

360  entfallen,  so  werden  wir  haben  für 


a)  Länge  (a)  der  Sonne  =  Länge  (u)  -f  Anomalie  (w)  des  Pla- 
neten nach  dem  später  (Buch  X,  Kap.  6)  bewiesenen  ^a^- 


Periodische  Wiederkehren.  101 

Saturn  21561^  18'  =  20520°  der  Anomalie 

Jupiter  25927^  37' =  23400«    „  „  Hei  216 

Mars  28857'^  53' =  13  320°    „  „ 

Venus  2919*^40'=    1800°    „ 

Merkur  16802**  24' =  52  200°   „  „  5 

Dividieren  wir  nun  Planet  für  Planet  mit  der  Zahl  der 
Tage  in  die  zugehörige  Zahl  der  Grade  der  Anomalie,  so 
erhalten  wir  als  täglichem  ittlere  Be  wegung  i  n  Anomalie  für 

Saturn  0°67'    7"  43'"  41^^  43^  40^ 

Jupiter  0°54'    9"    2"' 46^^  26^    O^i  10 

Mars  0°  27'  41"  40'"  19^^  20^  58^i 

Venus  0°  36' 59"  25'"  531^11^  28^1 

Merkur  3°    6' 24"    6'"  59^^  35^  50^'. 

Nehmen  wir  hiervon  Planet  für  Planet  den  24*®^  Teil,  so  Hei  217 
erhalten  wir  als  stündliche  mittlere  Bewegung  in  Ano-  15 
malie  für 

Saturn       0°  2'  22"  49'"  19^^  14V  19^1  lo^n 

Jupiter       0°  2' 15"  22'"  361^  56V    5V1 

Mars  0°  1'    9"  14'"  10^^  48^  22^1  25^" 

Venus         0°  1' 32"  28'"  341V  42V  58^1  40^"  20 

Merkur       0°  7' 46"    0'"  17^^  28^  59^1  35vn 

Multiplizieren  wir  femer  die  täglichen  Beträge  jedes  Pla- 
neten mit  30,  so  erhalten  wir  als  die  monatliche  mittlere 
Bewegung  in  Anomalie  für 

Saturn       28°33' 51"  50'"  51^^  50^  O^i  26 

Jupiter      27°    4' 31"  23'"  13^^    o^  O^i 

Mars  13°  50' 50"    9'"  40^^  29^  O^i 

Venus        18°29'42"56'"35iV44V0vi 

Merkur      93°  12'    3"  29'"  47^^  55^  O^i.  Ha  m 

Multiplizieren  wir  desgleichen  die  täglichen  Beträge  mit  30 
den  365  Tagen  des  ägyptischen  Jahres,  so  erhalten  wir  als 
die  jährliche  mittlere  Bewegung  in  Anomalie  für 
Saturn       347°  32'    0"  48'"  50^^  38^  20^1 
Jupiter      329°  25'    1"  52"' 28^^  lO^    o^i 
Mars  168°  28'  30"  17'"  42^^  32^  50^1  35 


102  Neuntes  Buch.    Drittes  Kapitel. 

Venus        225 <>    1'  32"  28'"  34i^'  39^  lö^i 

Merkur        53  •^  56'  42"  32"'  32^^  69^  lO^i  Überschuß. 

Multiplizieren  wir  ebenso  jeden  jährlichen  Betrag  mit  18, 
Hei  218  so  erhalten  wir,  gerade  wie  bei  der  Aufstellung  der  Tafeln 
5  für  die  Lichtkörper,  als  mittleren  Überschuß  der  Anomalie 
der  Periode  von  18  ägyptischen  Jahren  für 
Saturn       135*^36' 14"  39'"  111^30^    O^i 
Jupiter      169*^  30'  33"  44'"  27^^    0^    O^'i 
Mars  152<'33'    5"  18'"  45^^  51^    O^'i 

10  Venus  90*  27'  44"  34'"  23^^  46^  30^ 

Merkur     251«    0' 45"  45'"  ÖS^^  45^'    O^i. 

Im  weiteren  Anschluß  hieran  werden  wir  auch  die  Be- 
träge der  mittleren  Bewegung  in  Länge  erhalten.    Doch 
können  wir  es  uns  hierbei  ersparen,  die  Anzahl  der  Umläufe 
15  (in  Länge)  in  Grade  zu  verwandeln  und  in  die  Zahl  der  Grade 
mit  der  für  jeden  Planeten  gegebenen  Zahl  der  Zeit  zu  divi- 
dieren.   Denn  für  die  Venus  und  den  Merkur  werden  wir 
selbstverständlich  dieselben  Beträge  erhalten,  wie  sie  früher 
(I  147)  für  die  Sonne  festgesetzt  worden  sind*\  während 
20  wir  für  die  drei  übrigen  Planeten  nur  die  Differenzen  zwischen 
den  betreffenden  Zahlen  (der  Länge)  für  die  Sonne  und  den 
(oben  gefundenen)  Beträgen  der  Anomalie  für  jeden  Pla- 
neten zu  bilden  haben.^)    Auf  diesem  Wege   erhalten  wir 
als  die  tägliche  mittlere  Bewegung  in  Länge  für 
25  Saturn       O'^    2'    0"  33'"  31'^  28^' 51^'^ 

Jupiter      0<^    4'  59"  14'"  26i^^  46^  31^'^ 
Mars  0«  31'  26"  36'"  53^^  51^  33^i, 

Ha  125  als  die  stündliche  für 

Hei2i9  Saturn       0<^0'    5"    1'"  23^^  48^  42^'i    7^"  30vni 

30  Jupiter      0*^0' 12"  28'"    6^^    6^56^117^1130^^™ 

Mars  O^*  1'  18"  36'"  32^^  14^  39^'i 


a)  Weil  die  Mittelpunkte  der  Epizyklen  dieser  Planeten  mit 
dem.  mittleren  Ort  der  Sonne  zusammenfallen. 

b)  Nach  dem  Buch  X,  Kap.  6  bewiesenen  Satz  (vgl.  S.  100, 
Anm.  a)) :  Länge  der  Sonne  abzüglich  der  Anomalie  des  Planeten 
=  Länge  des  Planeten. 


¥ 


Neuntes  Buch.     Viertes  Kapitel.  103 

als  die  monatliche  für 

Saturn  1<>  0' 16"  45"' 44»^  25^  30^i 
Jupiter  2°  29'  37"  13"'  23^^  15^  30^^ 
Mars        lö^'  43'  18"  26'"  öö^^  46^  30^1, 

als  die  jährliche  für  5 

Saturn  12<>  13'  23"  56'"  301^^  30^  15^1 
Jupiter  30»  20'  22"  52"'  52^^  58^  35^1 
Mars  191<>  16'  54"  27'"  38^^  35^  45^^, 

als  die  mittlere  Bewegung  in  18  Jahren  bzw.  (bei  Jupiter 
und  Mars)  als  Überschuß  derselben  für  10 

Saturn         220^' 10"  57'"    9^^    4^  30^i 

Jupiter        ISG'^  6'  51"  51'"  53^^  34^  30^1 

Mars  203*^  4'  20"  17'"  34^^  43^  30^i. 

Wir  werden  nun  wieder  zum  praktischen  Handgebrauch 
für  alle  Planeten  der  Reihe  nach  Tafeln  der  Summierung  16 
vorstehend  mitgeteilter  Bewegungsstrecken  aufstellen,  und 
zwar  wieder,  wie  sonst,  jede  zu  45  Zeilen  in  je  3  Teilen.*^ 
Die  erste  Tafel  wird  die  Summierungen  der  18jährigen 
Perioden,  die  zweite  die  der  Jahre  und  der  Stunden  (zu 
18  +  24  Zeilen),  die  dritte  die  der  Monate  und  der  Tage  20 
(zu  12  +  30  Zeilen)  enthalten. 

Viertes  Kapitel. 
Tafeln  der  mittleren  Bewegungen  der  fünf  Planeten    |Ha  126 
in  Länge  und  Anomalie.  Hei  220 

Die  Tafeln  gestalten  sich  folgendermaßen. 


a)  Der  erste  Teil  enthält  die  Argumentzahlen  der  betreffen- 
den Zeitabschnitte,  der  zweite  die  Ansätze  der  Gradzahlen  für 
die  Länge,  der  dritte  den  Ansatz  der  Grad  zahlen  für  die  Ano- 
malie.   Vgl.  1 147,  31. 


104 


Planetentafeln.  Saturn. 


I. 

Ta 

fei  für 

Period 

en 

ZU  18  J 

ahren. 

Jahre 

Län 
Mittlerer  Ort 

S'26°43' 

A 

aomali  e 

Apogeum  IIX  14°  10' 

Mittlerer  Ort  34 

'2' 

18 

220° 

1' 

10" 

57'" 

91V 

4V  30VI 

135« 

36' 

14" 

S9'" 

HIV 

30V 

OVI 

S6 

80 

2 

21 

54 

18 

9   0 

271 

12 

29 

18 

23 

0 

0 

64 

300 

3 

32 

51 

27 

13   30 

46 

48 

43 

58 

57 
36 

34 

30 
0 

0 

72 

160 

4 

43 

48 

36 

18 

0 

182 

24 

46 

0 

90 

20 

5 

54 

45 

45 

22 

30 

318 

1 

13 

15 

57 

80 

0 

108 

240 
100 

7 
8 

5 
16 

42 
40 

54 

27 
31 

0 

93 
229 

37 
13 

27 
42 

55 
34 

9 

0 

30 

0 

126 

3 

30 

20 

0 

144 

820 

9 

27 

37 

12 

36 

0 

4 

49 

57 

13 

33 

0 

0 

162 

180 

10 

38 

34 

21 

40 

30 

140 
276 

26 
2 

11 

26 

52 
31 

43 

30 
0 

0 

180 

40 

11 

49 

31 

30 

45 

0 

55 

0 

198 

260 

13 

0 

28 

39 

49 

30 

f.1 

38 

41 

11 

6 

80 

0 

216 

120 

14 

11 

25 

48 

54 

0 

187 

14 

55 

50 

18 

0 

0 

234 

340 

15 

22 

22 

57 

58 

30 

322 

51 

10 

29 

29 

30 

0 

252 

200 

16 

33 

20 

7 

3 

0 

98 

27 

25 

8 

41 

0 

0 

270 

60 

17 

44 

17 

16 

7 

30 

234 

3 

39 

47 

52 

30 

0 

288 

280 

18 

55 

14 

25 

12 

0 

9 

39 

54 

27 

4 

0 

0 

306 

140 

20 

6 

11 

34 

16 

30 

145 

16 

9 

6 

15 

30 

0 

324 

0 

21 

17 

8 

43 

21 

0 

280 

52 

23 

45 

27 

0 

0 

342 

220 

22 

28 

5 

52 

25 

30 

56 

28 

38 

24 

38 

SO 

0 

360 

80 

23 

39 

3 

1 

SO 

0 

192 

4 

53 

3 

50 

0 

0 

378 

^00 

24 

50 

0 

10 

34 

30 

327 

41 

7 

43 

1 

30 

0 

396 

160 

26 

0 

57 

19 

39 

0 

103 

17 

22 

22 

13 

0 

0 

414 

20 

27 

11 

54 

28 

43 

30 

238 

53 

37 

1 

24 

30 

0 

432 

240 

28 

22 

51 

37 

48 

0 

14 

29 

51 

40 

36 

0 

0 

450 

100 

29 

33 

48 

46 

52 

30 

150 

6 

6 

19 

47 

80 

0 

468 

320 

30 

44 

45 

55 

57 

0 

285 

42 

20 

58 

59 

0 

0 

486 

180 

31 

55 

43 

5 

1 

30 

61 

18 

35 

38 

10 

30 

0 

504 

40 

33 

6 

40 

14 

6 

0 

196 

54 

50 

17 

22 

0 

0 

522 

260 

34 

17 

37 

23 

10 

30 

332 

31 

4 

56 

33 

80 

0 

540 

120 

35 

28 

34 

32 

15 

0 

108 

7 

19 

35 

45 

0 

0 

558 

340 

36 

39 

31 

41 

19 

30 

243 

43 

34 

14 

56 

30 

0 

576 

200 

37 

50 

28 

50 

24 

0 

19 

19 

48 

54 

8 

0 

0 

594 

60 

39 

1 

25 

59 

28 

30 

154 

56 

3 

33 

19 

30 

0 

612 

280 

40 

12 

23 

8 

83 

0 

290 

32 

18 

12 

31 

0 

0 

630 

140 

41 

23 

20 

17 

37 

30 

66 

8 

32 

51 

42 

30 

0 

648 

0 

42 

34 

17 

26 

42 

0 

201 

44 

47 

30 

54 

0 

0 

666 

220 

43 

45 

14 

85 

46 

30 

337 

21 

2 

10 

5 

30 

0 

684 

80 

44 

56 

11 

44 

51 

0 

112 

57 

16 

49 

17 

0 

0 

702 

300 

46 

7 

8 

53 

55 

30 

248 

33 

31 

28 

28 

SO 

0 

720 

160 

47 

18 

6 

3 

0 

0 

24 

9 

46 

7 

40 

0 

0 

738 

20 

48 

29 

8 

12 

4 

30 

159 

46 

0 

46 

51 

30 

0 

756 

240 

49 

40 

0 

21 

9 

0 

295 

22 

15 

26 

3 

0 

0 

774 

100 

50 

50 

57 

30 

13 

30 

70 

58 

30 

5 

14 

30 

0 

792 

320 

52 

1 

54 

39 

18 

0 

206 

34 

44 

44 

26 

0 

0 

810  180  1 

53   12  1 

51 

48 

22   30  1 

342  10  1 

59 

23 

37 

SO 

0 

Planetentafeln.  Saturn. 
IIa.  Tafel  für  Jahre. 


105 


Anzahl 

Län 

ge 

An  omalie 

1 

120 

13' 

23" 

56"' 

30IV 

30V 

15VI 

347° 

32' 

0" 

48"' 

50IV 

38V 

20VI 

2 

24 

26 

47 

53 

1 

0 

80 

335 

4 

1 

87 

41 

16 

40 

3 

36 

40 

11 
35 

49 
46 

31 

30 

1 

45 

322 
310 

86 

8 

2 
3 

26 
15 

31 

55 
83 

0 

4 

48 

53 

2 

0 

22 

20 

i   5 

61 

6 

59 

42 

32 

31 

15 

297 

40 

4 

4 

18 

11 

40 

1   6 

73 

20 

23 

39 

3 

1 

30 

285 

12 

4 

53 

3 

50 

0 

7 

85 

33 

47 

35 

33 

31 

45 

272 

44 

5 

41 

54 

28 

80 

8 

97 

47 

11 

32 

4 

2 

0 

260 

16 

6 

30 

45 

6 

40 

9 

HO 

0 

35 

28 

34 

S2 

15 

247 
235 

48 
20 

7 
8 

19 

8 

85 

45 
28 

0 

10 

122 

13 

59 

25 

5 

2 

30 

26 

20 

11 

134 

27 

23 

21 

35 

32 

45 

222 

52 

8 

57 

17 

1 

40 

12 

146 

40 

47 

18 

6 

3 

0 

210 

24 
56 

9 
10 

46 
34 

7 

40 

18 

0 

13 

158 

54 

11 

14 

36 

33 

15 

197 

58 

20 

14 

171 

7 

35 

11 

7 

3 

30 

185 

28 

11 

23 

48 

56 

40 

15 

183 

20 

59 

7 

87 

33 

45 

173 

0 

12 

12 

39 

35 

0 

16 

195 

34 

23 

4 

8 

4 

0 

160 

32 

13 

1 

30 

13 

20 

17 

207 

47 

47 

0 

38 

34 

15 

148 

4 

13 

50 

20 

51 

40 

18 

220 

1 

10 

57 

9 

4 

80 

185 

36 

14 

39 

11 

30 

0 

IIb 

Ta 

fei 

für 

Sti] 

md 

en. 

Anzahl 

1 

.äng 

'6 

Ar 

lom 

alle 

1 

Oo 

0' 

5" 

1'" 

23^v 

48V 

42^1 

Oo 

2' 

22" 

49" 

I9IV 

14V 

I9VI 

2 

0 

0 

10 

2 

47 

37 

24 

0 

4 

45 

38 

38 

28 

38 

3 

0 

0 

15 

4 

11 

26 

6 

0 

7 

8 

27 

57 

42 

57 

4 

0 

0 

20 

5 

85 

14 

48 

0 

9 

31 

17 

16 

57 

17 

5 

0 

0 

25 

6 

59 

3 

81 

0 

11 

54 

6 

36 

11 

b6 

6 

0 
0 

0 
0 

80 
35 

8 
9 

22 

52 
40 

13 

0 

14 
16 

16 
39 

55 
45 

55 

25 
40 

55 

7 

46 

55 

0 

14 

14 

8 

0 

0 

40 

11 

10 

29 

37 

0 

19 

2 

34 

«3 

54 

33 

9 

0 

0 

45 

12 

34 

18 

19 

0 

21 

25 

28 

5:{ 

8 

52 

10 

0 

0 

50 

13 

58 

7 

1 

0 

23 

48 

18 

12 

23 

12 

11 

0 

0 

55 

15 

21 

55 

43 

0 

26 

11 

2 

31 

37 

31 

12 

0 

1 

0 

16 

45 

44 

25 

0 
0 

28 
80 

33 
56 

51 
41 

50 

51 
6 

50 

9 

13 

0 

1 

5 

18 

9 

83 

8 

10 

14 

0 

1 

10 

19 

33 

21 

50 

0 

33 

19 

30 

29 

20 

28 

15 

0 

1 

15 

20 

57 

10 

32 

0 

35 

42 

19 

48 

84 

47 

16 

0 

1 

20 

22 

20 

59 

14 

0 

38 

5 

9 

7 

49 

7 

17 

0 

1 

25 

13 

44 

47 

56 

0 

40 

27 

58 

27 

3 

26 

18 

0 

1 

30 

25 

8 

36 

38 

0 

42 

50 

47 

46 

17 

45 

19 

0 

1 

35 

26 

32 

25 

20 

0 

45 

13 

37 

5 

32 

4  1 

20 

0 

1 

40 

27 

56 

14 

2 

0 

47 

36 

26 

24 

46 

23  1 

21 

0 
0 

1 
1 

45 
50 

29 
30 

20 

2 
51 

45 

0 
0 

49 
52 

59 
22 

15 
5 

44 

0 
15 

42 

2 

82 

43 

27 

3 

23 

0 

1 

55 

32 

7 

40 

9 

0 

54 

44 

54 

22 

29 

21 

24 

0 

2 

0 

33 

31 

28 

51 

0 

57 

7 

48 

41 

43 

40 

106 


Planetentafeln.   Saturn. 


III 

\   T 

afel  fü 

r  M 

ona 

te. 

Tage 

Länge 

Anomalie 

30 

1» 

0' 

16" 

45"' 

44IV 

25V 

30^1 

28» 

83' 

51" 

50'" 

5liv 

50V 

OVi 

60 

2 

0 

33 

31 

28 

51 

0 

57 

7 

43 

41 

43 

40 

0 

90 

3 

0 

50 

17 

13 

16 

30 

85 

41 

35 

32 

35 

30 

0 

120 

4 

1 

7 

2 

57 

42 

0 

114 

15 

27 

23 

27 

20 

0 

150 

5 

1 

23 

48 

42 

7 

30 

142 

49 

19 

14 

19 

10 

0 

180 

6 

1 

40 

84 

26 

SS 

0 

171 

23 

11 

5 

11 

0 

0 

210 

7 

1 

57 

20 

10 

58 

30 

199 

57 

2 

56 

2 

50 

0 

240 

8 

2 

14 

5 

55 

24 

0 

228 

30 

54 

46 

54 

40 

0 

270 

9 

2 

30 

51 

39 

49 

30 

257 

4 

46 

37 

46 

30 

0 

300 

10 

2 

47 

37 

24 

15 

0 

285 

38 

38 

28 

88 

20 

0 

330 

11 

8 

4 

23 

8 

40 

30 

314 

12 

80 

19 

30 

10 

0 

360 

12 

3 

21 

8 

53 

6 

0 

342 

46 

22 

10 

22 

0 

0 

I] 

[Ib. 

rafel  für  Tage. 

Inzahl 

Länge 

Anomalie 

1 

0» 

2' 

0" 

33'" 

31IV 

28V 

5ivi 

0» 

57' 

7" 

48"' 

4liv 

43V 

40VI 

2 

0 

4 

1 

7 

2 

57 

42 

1 

54 

15 

27 

23 

27 

20 

3 

0 

6 

1 

40 

34 

26 

33 

2 

51 

23 

30 

11 
54 

5 
46 

11 
54 

0 

4 

0 

8 

2 

14 

5 

55 

24 

3 

48 

40 

5 

0 

10 

2 

47 

37 

24 

15 

4 

45 

38 

38 

28 

38 

20 

6 

0 

12 

3 

21 

8 

53 

6 

5 

42 

46 
54 

22 
5 

10 

22 
5 

0 

7 

0 

14 

3 

54 

40 

21 

57 

6 

39 

52 

40 

8 

0 

16 

4 

28 

11 

50 

48 

7 

37 

1 

49 

33 

49 

20  . 

9 

0 

18 

5 

1 

43 

19 

39 

8 

34 

9 

33 

15 

33 

0 

10 

0 

20 

5 

35 

14 

48 

30 

9 

31 

17 

16 

57 

16 

40 

11 

0 

22 

6 

8 

46 

17 

21 

10 

28 

25 

0 

39 

0 

20 

12 

0 

24 

6 

42 

17 

46 

12 

11 

25 

32 

44 

20 

44 

0 

13 

0 

26 

7 

15 

49 

15 

3 

12 

22 

40 

28 

2 

27 

40 

14 

0 

28 

7 

49 

20 

43 

54 

13 

19 

48 

11 

44 

11 

20 

15 

0 

30 

8 

22 

52 

12 

45 

14 

16 

55 

65 

25 

65 

0 

16 

0 

32 

8 

56 

23 

41 

36 

15 

14 

8 

39 

7 

38 

40 

17 

0 

34 

9 

29 

55 

10 

27 

16 

11 

11 

22 

49 

22 

20 

18 

0 

86 

10 

3 

26 

39 

18 

17 

8 

19 

6 

31 

6 

0 

19 

0 

38 

10 

36 

58 

8 

9 

18 

5 

26 

50 

12 

49 

40 

20 

0 

40 

11 

10 

29 

37 

0 

19 

2 

34 

33 

54 

83 

20 

21 

0 

42 

11 

44 

1 

6 

34 

51 

19 
20 

59 
56 

42 
50 

17 

1 

36 

17 
0 

0 

22 

0 

44 

12 

17 

32 

42 

18 

40 

28 

0 

46 

12 

51 

4 

3 

33 

21 

53 

57 

44 

59 

44 

20 

24 

0 

48 

13 

24 

35 

32 

24 

22 

51 

5 

28 

41 

28 
11 

0 
40 

25 

0 

50 

13 

58 

7 

1 

15 

23 

48 

13 

12 

23 

26 

0 

52 

14 

31 

38 

30 

6 

24 

45 

20 

56 

4 

55 

20 

27 

0 

54 

15 

5 

9 

58 

57 

25 

42 

28 

39 

46 

89 

0 

28 

0 

56 

15 

88 

41 

27 

48 

26 

39 

36 

23 

28 

22 

40 

29 

0 

58 

16 

12 

12 

56 

39 

27 

36 

44 

7 

10 

6 

20 

30 

1 

0 

18 

45 

44 

25 

30 

28   33  1 

51 

50 

51 

50   0  1 

Planetentafeln.   Jupiter. 


107 


I.  Tafel  f 

ür  Perioden  zu  18  Jahren. 

Län 

«e 

A 

Jahre 

Mittlerer  Ort  ^4»  41' 

Apogeum  lips«  9' 

Mittlerer  Ort  146"  4' 

18 

186» 

6' 

51" 

51'" 

53IV 

34V 

30^1 

169» 

30' 

33" 

44'" 

27IV 

ov 

OVi 

36 

12 

13 

43 

43 

47 

9 

0 

339 

1 

7 

28 

54 

0 

0 

54 

198 

20 

35 

35 

40 

43 

30 

148 

31 

41 

13 

21 

0 

0 

72 

24 

27 

27 

27 

34 

18 

0 

318 

2 

14 

57 

48 

0 

0 

90 

210 

34 

19 

19 

27 

52 

30 

127 

32 

48 

42 

15 

0 

0 

108 

36 

41 

11 

11 

21 

27 

0  . 

297 

3 

22 

26 

42 

0 

0 

126 

222 

48 

3 

3 

15 

1 

30 

106 

33 

56 

11 

9 

0 

0 

144 

48 

54 

54 

55 

8 

36 

0 

276 

4 

29 

55 

36 

0 

0 

162 

235 

1 

46 

47 

2 

10 

30 

85 

35 

3 

40 

3 

0 

0 

180 

61 

8 

38 

38 

55 

45 

0 

255 

5 

37 

24 

30 

0 

0 

198 

247 

15 

30 

30 

49 

19 

30 

64 

36 

11 

8 

57 

0 

0 

216 

73 

259 

22 

29 

22 
14 

22 
14 

42 

54 

28 

0 

234 
43 

6 
37 

44 
18 

53 
37 

24 

0 
0 

0 

234 

36 

30 

51 

0 

252 

85 

36 

6 

6 

30 

3 

0 

213 

7 

52 

22 

18 

0 

0 

270 

271 

42 

57 

58 

23 

37 

30 

22 

38 

26 

6 

45 

0 

0 

288 

97 

49 

49 

50 

17 

12 

0 

192 

8 

59 

51 

12 

0 

0 

306 

283 

56 

41 

42 

10 

46 

30 

1 

39 

33 

35 

39 

0 

0 

324 

110 

3 

83 

34 

4 

21 

0 

171 

10 

7 

20 

6 

0 

0 

342 

296 

10 

25 

25 

57 

55 

30 

340 

40 

41 

4 

33 

0 

0 

360 

122 

17 

17 

17 

51 

30 

0 

150 

11 

14 

49 

0 

0 

0 

378 

308 

24 

9 

9 

45 

4 

30 

319 

41 

48 

33 

27 

0 

0 

396 

134 

31 

1 

1 

38 

39 

0 

129 

12 

22 

17 

54 

0 

0 

414 

320 

37 

52 

53 

32 

13 

30 

298 

42 

56 

2 

21 

0 

0 

432 

146 
332 

44 
51 

44 
36 

45 
37 

25 

48 
22 

0 

108 

277 

13 
44 

29 
3 

46 
31 

48 

0 
0 

0 

450 

19 

30 

15 

0 

468 

158 

58 

28 

29 

12 

57 

0 

87 

14 

37 

15 

42 

0 

0 

486 

845 

5 

20 

21 

6 

31 

30 

256 

45 

11 

0 

9 
36 

0 
0 

0 

504 

171 

12 

12 

13 

0 

6 

0 

66 

15 

44 

44 

0 

522 

357 

19 

4 

4 

53 

40 

30 

235 

46 

18 

29 

3 

0 

0 

540 

183 

25 

55 

56 

47 

15 

0 

45 

16 

52 

13 

30 

0 

0 

558 

9 

32 

47 

48 

40 

49 

30 

214 

47 

25 

57 

57 

0 

0 

576 

195 

39 

39 

40 

34 

24 

0 

24 

17 

59 

42 

24 

0 

0 

594 

21 

46 

31 

32 

27 

58 

30 

193 

48 

33 

26 

51 

0 
0 

0 

612 

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18 

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108 


Planetentafeln.   Jupiter. 


IIa  Tafel  für  J 

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0 

10 

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4 

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13 

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24 

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6 

10 

0 

14 

64 

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20 

20 

21 

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10 

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50 

26 

14 

34 

20 

0 

15 

95 

5 

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14 

38 

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15 

28 

7 

2 

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0 

16 

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6 

6 

7 

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29 

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30 

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0 

17 

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35 

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5 

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6 

51 

51 

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Planetentafeln.    Jupiter. 


109 


III 

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0 

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29 

19 

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0 

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0 

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1 

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14 

39 

30 

2 

;  55 

57 

24 

22 

4 

14 

53 

42 

0 

|28 

2 

19 

38 

44 

29 

42 

28 

25 

16 

13 

17 

40 

8 

0 

29 

2 

24 

37 

58 

56 

28 

59 

26 

10 

22 

20 

26 

34 

0 

30 

2 

29 

37 

13 

23 

15 

30 

27 

4 

31 

23 

13 

0 

0 

IIQ  Planetentafeln.    Mars. 

I.  Tafel  für  Perioden  zu  18  Jahren. 


Ljin 

pe 

Jahre 

Mittlerer  Ort  W  S^SS' 

Apogeum 

6^  160  40' 

Mittlerer  Ort  327°  13' 

18 

2030 

4' 

20" 

17'" 

34^v 

43V 

30^1 

152° 

33' 

5" 

18"' 

45^v 

51^ 

qVI 

36 

46 

8 

40 

35 

9 

27 

0 

305 

6 

10 

37 

31 

42 

0 

54 

249 

13 

0 

52 

44 

10 

30 

97 

39 

15 

56 

17 

33 

0 

72 

92 

17 

21 

10 

18 

54 

0 

250 

12 

21 

15 

3 

24 

0 

90 

295 

21 

41 

27 

53 

37 

30 

42 

45 

26 

33 

49 

15 

0 

108 

138 

26 

45 

28 

21 

0 

195 

18 

31 

52 

35 

6 

0 

126 

341 

30 

22 

3 

3 

4 

80 

347 

51 

37 

11 

20 

57 

0 

144 

184 

34 

42 

20 

37 

48 

0 

140 

24 

42 

30 

6 

48 

0 

162 

27 

39 

38 

12 

31 

30 

292 

57 

47 

48 

52 

39 

0 
0 

180 

230 

43 

22 

55 

47 

15 

0 

85 

30 

53 

7 

88 

30 

198 

73 

47 

43 

13 

21 

58 

30 

238 

3 

58 

26 

24 

21 

0 

216 

276 

52 

3 

30 

56 

42 

0 

30 

37 

3 

45 

10 

12 

0 

2«4 

119 

56 

23 

48 

31 

25 

30 

183 

10 

9 

3 

56 

3 

0 

252 

323 

0 

44 

6 

6 

9 

0 

335 

43 

14 

22 

41 

54 

0 

270 

166 

5 

4 

23 

40 
15 

52 
36 

30 

128 
280 

16 
49 

19 
25 

41 
0 

27 

45 
36 

0 

288 

9 

9 

24 

41 

0 

13 

0 

306 

212 

13 

44 

58 

50 

19 

30 

73 

22 

30 

18 

59 

27 

0 

324 

55 

18 

5 

16 

25 

3 

0 

225 

55 

35 

37 

45 

18 

0 

342 

258 

22 

25 

33 

59 

46 

30 

18 

28 

40 

56 

31 

9 

0 

360 

101 

26 

45 

51 

34 

30 

0 

171 

1 

46 

15 

17 

0 

0 

378 

304 

31 

6 

9 

9 

13 

30 

323 

34 

51 

34 

2 

51 

0 

396 

147 

35 

26 

26 

43 

57 

0 

116 

7 

56 

52 

48 

42 

0 

414 

350 

39 

46 

44 

18 

40 

SO 

268 

41 

2 

11 

34 

33 

0 

432 

193 

44 

7 

1 

53 

24 

0 

61 

14 

7 

80 

20 

24 

0 

450 

36 

48 

27 

19 

28 

7 

30 

213 

47 

12 

49 

6 

15 

0 

468 

239 

52 

47 

37 

2 

51 

0 

6 

20 

18 

7 

52 

6 

0 

486 

82 

57 

7 

54 

37 

34 

30 

158 

53 

23 

26 

37 

57 

0 

504 

286 

1 

28 

12 

12 

18 

0 

311 

26 

28 

45 

23 

48 

0 

522 

129 

5 

48 

29 

47 

1 

30 

103 

59 

34 

4 

9 

39 

0 

540 

332 

10 

8 

47 

21 

45 

0 

256 

32 

39 

22 

55 

30 

0 

558 

175 

14 

29 

4 

56 

28 

30 

49 

5 

44 

41 

41 

21 

0 

576 

18 

18 

49 

22 

31 

12 

0 

201 

38 

50 

0 

27 

12 

0 

594 

221 

23 

9 

40 

5 

55 

30 

354 

11 

55 

19 

13 

3 

ü 

612 

64 

27 

29 

57 

40 

39 

0 

146 

45 

0 

37 

58 

54 

0 

630 

267 

31 

50 

15 

15 

22 

30 

299 

18 

5 

56 

44 

45 

0 

648 

110 

36 

10 

32 

50 

6 

0 

91 

51 

11 

15 

30 

36 

0 

666 

313 

40 

30 

50 

24 

49 

30 

244 

24 

16 

84 

16 

27 

0 

684 

156 

44 

51 

7 

59 

33 

0 

36 

57 

21 

53 

2 

18 

0 

702 

359 

49 

11 

25 

34 

16 

30 

189 

30 

27 

11 

48 

9 

0 

720 

202 

53 

31 

43 

9 

0 

0 

342 

3 

32 

30 

34 

0 

0 

738 

45 

57 

52 

0 

43 

43 

30 

134 

36 

37 

49 

19 

51 

Ü 

756 

249 

2 

12 

18 

18 

27 

0 

287 

9 

43 

8 

5 

42 

0 

774 

92 

6 

32 

35 

53 

10 

30 

79 

42 

48 

26 

51 

83 

0 

792 

295 

10 

52 

53 

27 

54 

0 

232 

15 

53 

45 

37 

24 

0 

810 

138 

15 

13 

11 

2 

37 

30 

24 

48 

59 

4 

23 

15 

0 

Planetentafeln.  Mars. 
IIa.  Tafel  für  Jahre. 


111 


Anzahl 

Län 

?e 

Anomalie 

1 

1910 

16' 

54" 

27'" 

38IV 

35V 

45  VI 

168° 

28' 

30" 

17'" 

42IV 

32V 

50  VI 

2 

22 

33 

48 

55 

17 

11 

80 

336 

57 

0 

35 

25 

5 

40 

8 

213 

50 

48 

22 

55 

47 

15 

145 

25 

30 

53 

7 

88 
11 

30 

4 

45 

7 

37 

50 

34 

23 

0 

313 

54 

1 

10 

50 

20 

5 

236 

24 

32 

18 

12 

58 

45 

122 

22 

31 

28 

82 

44 

10 

6 

67 

41 

26 

45 

51 

34 

30 

290 

51 

1 

46 

15 

17 

0 

7 

258 

58 

21 

13 

80 

10 

15 

99 

19 

32 

8 

57 

49 

50 

8 

90 

15 

15 

41 

8 

46 

0 

267 

48 

2 

21 

40 

22 

40 

9 

281 

32 

10 

8 

47 

21 

45 

76 

16 

32 

39 

22 

55 

30 

10 

112 

49 

4 

36 

25 

57 

80 

244 

45 

2 

57 

5 

28 

20 

11 

304 

5 

59 

4 

4 

33 

15 

58 

13 

33 

14 

48 

1 

10 

12 

135 

22 

53 

81 

43 

9 

0 

221 

42 

3 

32 

30 

34 

0 

13 

326 

39 

47 

59 

21 

44 

45 

80 

10 

33 

50 

13 

6 

50 

14 

157 

56 

42 

27 

0 

20 

30 

198 

39 

4 

7 

55 

89 

40 

15 

349 

13 

36 

54 

38 

56 

15 

7 

7 

34 

25 

38 

12 

30 

16 

180 

30 

31 

22 

17 

32 

0 

175 

36 

4 

43 

20 

45 

20 

17 

11 

47 

25 

49 

56 

7 

45 

344 

4 

35 

1 

8 

18 

10 

18 

203 

4 

20 

17 

84 

48 

80 

152 

33 

5 

18 

45 

51 

0 

IIb 

.  Ta 

fei 

für 

Stl 

ind 

en. 

Ariahl 

3 

.än{ 

?e 

Anomalie          1 

1 

0° 

1' 

18" 

36'" 

82iv 

14V 

39VI 

0 

1' 

9" 

14'" 

lO^v 

48V 

22  VI 

2 

0 

2 

37 

13 

4 

29 

18 

0 

2 

18 

28 

21 

36 

44 

3 

0 

S 

55 

49 

36 

48 

6 

0 

3 

27 

42 

32 

25 

7 

4 

0 

5 

14 

26 

8 

58 

35 

0 

4 

36 

56 

48 

13 

29 

5 

0 

6 

83 

2 

41 

13 

14 

0 

5 

46 

10 

54 

1 

52 

6 

0 

7 

51 

39 

13 

27 

53 

0 

6 

55 

25 

4 

50 

14 

7 

0 

9 

10 

15 

45 

42 

32 

0 

8 

4 

39 

15 

38 

36 

8 

0 

10 

28 

52 

17 

57 

11 

0 

9 

13 

53 

26 

26 

59 

9 

0 

11 

47 

28 

50 

11 

49 

0 

10 

23 

7 

87 

15 

27 

10 

0 

13 

6 

5 

22 

26 

28 

0 

11 

32 

21 

48 

3 

44 

11 

0 

14 

24 

41 

54 

41 

7 

0 

12 

41 

35 

58 

52 

6 

12 

0 

15 

43 

18 

26 

55 

46 

0 

18 

50 

50 

9 

40 

29 

13 

0 

17 

1 

54 

59 

10 

25 

0 

15 

0 

4 

20 

28 

51 

14 

0 

18 

20 

31 

81 

25 

4 

0 

16 

9 

18 

31 

17 

13 

15 

0 

19 

39 

8 

3 

39 

43 

ü 

17 

18 

32 

42 

5 

36 

16 

0 

20 

57 

44 

85 

64 

22 

0 

18 

27 

46 

52 

53 

58 

17 

0 

22 

16 

21 

8 

9 

0 

0 

19 

37 

1 

3 

42 

21 

18 

0 

23 

34 

57 

40 

23 

39 

0 

20 

46 

15 

14 

30 

48 

19 

0 

24 

53 

34 

12 

38 

18 

0 

21 

55 

29 

25 

19 

5 

20 

0 

26 

12 

10 

44 

52 

57 

0 

23 

4 

43 

36 

7 

28 

tl 

0 

27 

30 

47 

17 

7 

86 

0 

24 

18 

57 

46 

55 

50 

22 

0 

28 

49 

23 

49 

22 

15 

0 

25 

23 

11 

57 

44 

18 

23 

0 

30 

8 

0 

21 

36 

54 

0 

26 

32 

26 

8 

32 

85 

24 

0 

31 

26 

36 

53 

51 

33 

0 

27 

41 

40 

19 

20 

58 

112 


Planetentafeln.    Mars. 


Illa.  Tafel  für  Monate. 


Tage 

Län 

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30 

15° 

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41 

32 

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29 

1 

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53 

13 

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0 

5. 

23 

20 

38 

41 

56 

0 

150 

78 

36 

32 

14 

38 

52 

30 

69 

14 

10 

48 

22 

25 

0 

180 

94 

19 

50 

41 

34 

39 

0 

83 

5 

0 

58 

2 

54 

0 

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110 

3 

9 

8 

30 

25 

30 

96 

53 

51 

7 

43 

23 

0 

240 

125 

46 

27 

35 

26 

12 

0 

110 

46 

41 

17 

23 

52 

0 

270 

141 

29 

46 

2 

21 

58 

30 

124 

37 

31 

27 

4 

21 

0 

300 

157 

13 

4 

29 

17 

45 

0 

138 

28 

21 

36 

44 

50 

0 

330 

172 

56 

22 

56 

13 

31 

30 

152 

19 

11 

46 

25 

19 

0 

360 

188 

39 

41 

23 

9 

18 

0 

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10 

1 

56 

5 

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2 

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13 

47 

43 

6 

0 

55 

23 

20 

38 

41 

56 

3 

1 

34 

19 

50 

41 

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39 

1 

23 

5 

0 

58 

2 

54 

4 

2 

5 

46 

27 

35 

26 

12 

1 

50 

46 

41 

17 

23 

52 

5 

2 

37 

13 

4 

29 

17 

45 

2 

18 

28 

21 

36 

44 

50 

6 

3 

8 

39 

41 

23 

9 

18 

2 

46 

10 

1 

56 

5 

48 

7 

3 

40 

6 

18 

17 

0 

51 

3 

13 

51 

42 

15 

26 

46 

8 

4 

11 

32 

55 

10 

52 

24 

3 

41 

33 

22 

34 

47 

44 

9 

4 

42 

59 

32 

4 

43 

57 

4 

9 

15 

2 

54 

8 

42 

10 

5 

14 

26 

8 

58 

35 

30 

4 

36 

56 

43 

13 

29 

40 

11 

5 

45 

52 

45 

52 

27 

3 

5 

4 

38 

23 

32 

50 

38 

12 

6 

17 

19 

22 

46 

18 

36 

5 

32 

20 

3 

52 

11 

36 

13 

6 

48 

45 

59 

40 

10 

9 

6 

0 

1 

44 

11 

32 

84 

14 

7 

20 

12 

36 

34 

1 

42 

6 

27 

43 

24 

30 

53 

32 

15 

7 

51 

39 

13 

27 

53 

15 

6 

55 

25 

4 

50 

14 

30 

16 

8 

23 

5 

50 

21 

44 

48 

7 

23 

6 

45 

9 

35 

28 

17 

8 

54 

32 

27 

15 

36 

21 

7 

50 

48 

25 

28 

56 

26 

18 

9 

25 

59 

4 

9 

27 

54 

8 

18 

30 

5 

48 

17 

24 

19 

9 

57 

25 

41 

3 

19 

27 

8 

46 

11 

46 

7 

38 

22 

20 

10 

28 

52 

17 

57 

11 

0 

9 

13 

53 

26 

26 

59 

20 

21 

11 

0 

18 

54 

51 

2 

33 

9 

41 

35 

6 

46 

20 

18 

22 

11 

31 

45 

31 

44 

54 

6 

10 

9 

16 

47 

5 

41 

16 

23 

12 

3 

12 

8 

38 

45 

39 

10 

36 

58 

27 

25 

2 

14 

24 

12 

34 

38 

45 

32 

37 

12 

11 

4 

40 

7 

44 

23 

12 

25 

13 

6 

5 

22 

26 

28 

45 

11 

32 

21 

48 

3 

44 

10 

26 

13 

37 

31 

59 

20 

20 

18 

12 

0 

3 

28 

28 

5 

8 

27 

14 

8 

58 

36 

14 

11 

51 

12 

27 

45 

8 

42 

26 

6 

28 

14 

40 

25 

13 

8 

3 

24 

12 

55 

26 

49 

1 

47 

4 

29 

15 

11 

51 

50 

1 

54 

57 

13 

23 

8 

29 

21 

8 

2 

30 

15 

48 

18 

26 

55 

46 

30 

13  1  50 

50 

9 

40 

29 

0 

Planetentafeln.    Venus. 


113 


I. 

Tafel  für  Perioden  zn  18  Jahren. 

Län 

«e 

Jahre 

Mittlerer  Or 

hl 

«45' 

Apogeum 

MO' 

Mittlerer  Ort  71«  7' 

18 

355« 

37' 

25" 

36'" 

20IV 

34V 

30VI 

90» 

27' 

44"  34"' 

23^v 

46V 

30^1 

36 

351 

14 

51 

12 

41 

9 

0 

180 

55 

29   8 

47 

33 

0 

54 

346 

52 

16 

49 

1 

43 

30 

271 

23 

18  43 

11 

19 

30 

72 

342 

29 

42 

25 

22 

18 

0 

1 

50 

58  !l7 

35 

6 

0 

90 

338 

7 

8 

1 

42 

52 

30 

92 

18 

42  ;51 

58 

52 

30 

108 

333 

44 

33 

38 

3 

27 

0 

182 

46 

27  '26 

22 

89 

0 

126 

329 

21 

59 

14 

24 

1 

30 

273 

14 

12   0 

46 

25 

30 

144 

324 

59 

24 

50 

44 

36 

0 

3 

41 

56  35 

10 

12 

0 

162 

320 

36 

50 

27 

5 

10 

30 

94 

9 

41   9 

33 

58 

30 

180 

316 

14 

16 

3 

25 

45 

0 

184 

37 

25  43 

57 

45 

0 

198 

311 

51 

41 

39 

46 

19 

30 

275 

5 

10  |18 

21 

31 

30 

216 

307 

29 

7 

16 

6 

54 

0 

5 

32 

54  :52 

45 

18 

0 

234 

303 

6 

32 

52 

27 

28 

30 

96 

0 

39  27 

9 

4 

30 

252 

298 

43 

58 

28 

48 

3 

0 

186 

28 

24  1  1 

32 

51 

0 

270 

294 

21 

24 

5 

8 

87 

30 

276 

56 

8  35 

56 

37 

30 

288 

289 

58 

49 

41 

29 

12 

0 

7 

23 

53  10 

20 

24 

0 

306 

285 

36 

15 

17 

49 

46 

30 

97 

51 

37  44 

44 

10 

30 

324 

281 

13 

40 

54 

10 

21 

0 

188 

19 

22  !19 

7 

57 

0 

342 

276 

51 

6 

30 

30 

55 

30 

278 

47 

6  53 

31 

43 

30 

360 

272 

28 

32 

6 

51 

30 

0 

9 

14 

51  27 

55 

30 

0 

378 

268 

5 

57 

43 

12 

4 

30 

99 

42 

36   2 

19 

16 
3 

30 

396 

263 

43 

23 

19 

32 

39 

0 

109 

10 

20  86 

43 

0 

414 

259 

20 

48 

55 

53 

13 

30 

280 

38 

5  11 

6 

49 

30 

432 

254 

58 

14 

32 

18 

48 

0 

11 

5 

49  145 

30 

36 

0 

450 

250 

35 

40 

8 

34 

22 

30 

101 

33 

34  19 

54 

22 

30 

468 

246 

13 

5 

44 

54 

57 

0 

192 

1 

18  |54 

18 

9 

0 

486 

241 

50 

31 

21 

15 

31 

30 

282 

29 

3  |28 

41 

55 

30 

504 

237 

27 

56 

57 

36 

6 

0 

12 

56 

48   3 

5 

42 

0 

522 

233 

5 

22 

33 

56 

40 

30 

103 

24 

32  '37 

29 

28 

30 

540 

228 

42 

48 

10 
46 

17 

15 

49 

0 

193 

284 

52 
20 

17  !ll 
1  '46 

53 

15 
1 

0 

558 

224 

20 

13 

37 

30 

17 

30 

576 

219 

57 

39 

22 

58 

24 

0 

14 

47 

46  20 

40 

48 

0 

594 

215 

35 

4 

59 

18 

58 

30 

105  1  15 

30  ,55 

4 

34 

21 

30 

612 

211 

12 

30 

35 

39 

33 

0 

195 

43 

16 

29 

28 

0 

630 

206 

49 

56 

12 

0 

7 

30 

286 

11 

0 

3 

52 

7 

30 

648 

202 

27 

21 

48 

20 

42 

0 

16 

38 

44 

38 

15 

54 

0 

666 

198 

4 

47 

24 

41 

16 

30 

107 

6 

29 

12 

39 

40 

SO 

684 

193 

42 

13 

1 

1 

51 

0 

197 

34 

13 

47 

3 

27 

0 

702 

189 

19 

38 

37 

22 

25 

30 

288 

1 
29 

58 
42 

21 
55 

27 

13 
0 

30 

720 

184 

57 

4 

13 

43 

0 

0 

18 

51 

0 

738 

180 

34 

29 

50 

3 

34 

30 

108 

57 

27 

30 

14 

46 

30 

756 

176 

11 

55 

26 

24 

9 

0 

199 

25 

12 

4 

38 

33 

0 

774 

171 

49 

21 

2 

44 

43 

30 

289 

52 

56 

89 

2 

19 

30 

792 

167 

26 

46 

39 

5 

18 

0 

20 

20 

41 

13 

26 

6 

0 

810 

163 

4 

12 

15 

25 

52 

30 

110 

48 

25  47 

49 

52 

30 

Ptolemäua ,  übers,  v.  Manitius.  II. 


114 


Planetentafeln.    Venus. 
IIa.  Tafel  für  Jahre. 


Anzahl 

Länge 

Anomalie 

1 

3590 

45' 

24" 

45"' 

21IV 

8V 

35VI 

225» 

1' 

82" 

28"' 

34IV 

39V 

I5VI 

2 

359 

30 

49 

30 

42 

17 

10 

90 

3 

4 

57 

9 

18 

30 

3 

359 

16 

14 

16 

3 

25 

45 

315 

4 

37 

25 

43 

57 

45 

4 

359 

1 

39 

1 

24 

34 

20 

180 

6 

9 

54 

18 

37 

0 

5 

358  47 

3 

46 

45 

42 

55 

45 

7 

42 

22 

53 

16 

15 

6 

358 

32 

28 

32 

6 

51 

30 

270 

9 

14 

51 

27 

55 

30 

7 

358 

17 

53 

17 

28 

0 

5 

135 

10 

47 

20 

2 

34 

45 

8 

358 

3 

18 

2 

49 

8 

40 

0 

12 

19 

48 

37 

14 

0 

9 

357 

48 

42 

48 

10 

17 

15 

225 

13 

52 

17 

11 

53 

15 

10 

357 

34 

7 

33 

31 

25 

50 

90 

15 

24 

45 

46 

32 

30 

11 

357 

19 

32 

18 

52 

34 

25 

315 

16 

57 

14 

21 

11 

45 

12 

357 

4 

57 

4 

13 

43 

0 

180 

18 

29 

42 

55 

51 

0 

13 

356 

50 

21 

49 

34 

51 

35 

45 

20 

2 

11 

30 

30 

15 

14 

356 

35 

46 

34 

56 

0 

10 

270 

21 

34 

40 

5 

9 

30 

15 

356 

21 

11 

20 

17 

8 

45 

135 

23 

7 

8 

39 

48 

45 

16 

356 

6 

36 

5 

38 

17 

20 

0 

24 

39 

37 

14 

28 

0 

17 

355 

52 

0 

50 

59 

25 

55 

225 

26 

12 

5 

49 

7 

15 

18 

355 

37 

25 

36 

20 

34 

30 

90 

27 

44 

34 

23 

46 

30 

II  t 

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Anzahl 

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1 

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2' 

27" 

50'" 

43IV 

3V 

ivi 

0» 

1' 

32" 

28'" 

34IV 

42V 

58VI 

2 

0 

4 

55 

41 

26 

6 

2 

0 

3 

4 

57 

9 

25 

57 

3 

0 

7 

23 

32 

9 

9 

3 

0 

4 

37 

25 

44 

8 

56 

4 

0 

9 

51 

22 

52 

12 

5 

0 

6 

9 

54 

18 

51 

54 

5 

0 

12 

19 

13 

35 

15 

6 

0 

7 

42 

22 

53 

34 

53 

6 

0 

14 

47 

4 

18 

18 

7 

0 

9 

14 

51 

28 

17 

52 

7 

0 

17 

14 

55 

1 

21 

9 

0 

10 

47 

20 

3 

0 

50 

8 

0 

19 

42 

45 

44 

24 

10 

0 

12 

19 

48 

37 

43 

49 

9 

0 

22 

10 

36 

27 

27 

11 

0 

13 

52 

17 

12 

26 

48 

10 

0 

24 

38 

27 

10 

30 

12 

0 

15 

24 

45 

47 

9 

46 

11 

0 

27 

6 

17 

53 

33 

14 

0 

16 

57 

14 

21 

52 

45 

12 

0 

29 

34 

8 

36 

36 

15 

0 

18 

29 

42 

56 

35 

44 

13 

0 

32 

1 

59 

19 

39 

16 

0 

20 

2 

11 

31 

18 

42 

14 

0 

34 

29 

50 

2 

42 

18 

0 

21 

34 

40 

6 

1 

41 

15 

0 

36 

57 

40 

45 

45 

19 

0 

23 

7 

8 

40 

44 

40 

16 

0 

39 

25 

31 

28 

48 

20 

0 

24 

39 

37 

15 

27 

38 

17 

0 

41 

53 

22 

11 

51 

21 

0 

26 

12 

5 

50 

10 

37  . 

18 

0 

44 

21 

12 

54 

54 

23 

0 

27 

44 

34 

24 

63 

36 

19 

0 

46 

49 

3 

37 

57 

24 

0 

29 

17 

2 

59 

36 

34 

20 

0 

49 

16 

54 

21 

0 

25 

0 

30 

49 

31 

34 

19 

33 

21 

0 

51 

44 

45 

4 

3 

27 

0 

32 

22 

0 

9 
43 

2 
45 

32 
30 

22 

0 

54 

12 

35 

47 

6 

28 

0 

33 

54 

28 

23 

0 

56 

40 

26 

30 

9 

29 

0 

35 

26 

57 

18 

28 

29 

24 

0 

59 

8 

17 

13 

12 

31 

0 

36 

59 

25 

53 

11 

28 

Planetentafeln.    Venus. 


115 


Illa   Tafel  für  Monate. 


Tage 

Länge 

A 

Qomalie 

30 

290 

34' 

8" 

36'" 

36^"^ 

15V 

30  VI 

18° 

29' 

42" 

56'" 

35IV 

44V 

OVi 

60 

59 

8 

17 

13 

12 

31 

0 

36 

59 

25 

53 

11 

28 

0 

90 

88 

42 

25 

49 

48 
25 

46 

2 

30 

55 
73 

29 

58 

8 
51 

49 
46 

47 

12 
56 

0 

120 

118 

16 

34 

26 

0 

22 

0 

150 

147 

50 

43 

3 

1 

17 

30 

92 

28 

34 

42 

58 

40 

0 

180 

177 

24 

51 

39 

37 

33 

0 

110 

58 

17 

39 

34 

24 

0 

210 

206 

59 

0 

16 

13 

48 

30 

129 

28 

0 

36 

10 

8 

0 

240 

236 

33 

8 

52 

50 

4 

0 

147 

57 

43 

32 

45 

52 

0 

270 

266 

7 

17 

29 

26 

19 

30 

166 

27 

26 

29 

21 

36 

0 

300 

295 

41 

26 

6 

2 

35 

0 

184 

57 

9 

25 

57 

20 

0 

330 

325 

15 

34 

42 

38 

50 

30 

203 

26 

52 

22 

33 

4 

0 

360 

354 

49 

43 

19 

15 

6 

0 

221 

56 

35 

19 

£ 

48 

0 

11 

[Ib. 

rafel  f 

iir  Tag 

e. 

Anzahl 

I 

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A 

Qomalie 

1 

0° 

59' 

8" 

17"' 

13=^^ 

12V 

31VI 

0° 

36' 

59'' 

25"' 

53IV 

nv 

28VI 

2 

1 

58 

16 

34 

26 

25 

2 

1 

13 

58 

51 

46 

28 

56 

3 

2 

57 

24 

51 

39 
52 

37 
50 

38 

1 

50 

27 

58 
57 

17 
43 

39 

34 

45 

24 

4 

3 

56 

33 

8 

4 

2 

32 

52 

5 

4 

55 

41 

26 

6 

2 

35 

3 

4 

57 

9 

25 

57 

20 

6 

5 

54 

49 

43 

19 

15 

6 

3 

41 

56 

35 

19 

8 

48 

7 

6 

53 

58 

0 

32 

27 

37 

4 

18 

56 

1 

12 

20 

16 

8 

7 

53 

6 

17 

45 

40 

8 

4 

55 

55 

27 

5 

31 

44 

9 

8 

52 

14 

34 

58 

52 

39 

5 

32 

54 

52 

58 

43 

12 

10 

9 

51 

22 

52 

12 

5 

10 

6 

9 

54 

18 

51 

54 

40 

11 

10 

50 

31 

9 

25 

17 

41 

6 

46 

53 

44 

45 

6 

8 

12 

11 

49 

39 

26 

38 

30 

12 

7 

23 

53 

10 

38 

17 

36 

13 

12 

48 

47 

43 

51 

42 

43 

8 

0 

52 

36 

31 

29 

4 

14 

13 

47 

56 

1 

4 

55 

14 

8 

37 

52 

2 

24 

40 

32 

15 

14 

47 

4 

18 

18 

7 

45 

9 

14 

51 

28 

17 

52 

0 

16 

15 

46 

12 

35 

31 

20 

16 

9 

51 

50 

54 

11 

8 

28 

17 

16 

45 

20 

52 

44 

32 

47 

10 

28 

50 

20 

4 

14 

56 

18 

17 

44 

29 

9 

57 

45 

57 

18 

11 
11 

5 

42 

49 
49 

45 
11 

57 

26 
37 

24 

19 

18 

48 

37 

27 

10 

49 

50 

52 

20 

19 

42 

45 

44 

24 

10 

20 

12 

19 

48 

37 

43 

49 

20 

21 

20 

41 

54 

1 

37 

22 

51 

12 
13 

56 
33 

48 
47 

3 

29 

37 

0 

12 

48 

22 

21 

41 

2 

18 

50 

22 

30 

16 

23 

22 

40 

10 

36 

3 

47 

53 

14 

10 

46 

55 

23 

23 

44 

24 

23 

39 

18 

53 

17 

0 

24 

14 

47 

46 

21 

16 

35 

12 

25 

24 

38 

27 

10 

30 

12 

55 

15 

24 

45 

47 

9 

46 

40 

26 

25 

37 

35 

27 

43 

25 

26 

16 

1 

45 

13 

2 

58 

8 

27 

26 

36 

43 

44 

56 

37 

57 

16 

38 

44 

38 

56 

9 

36 

28 

27 

35 

52 

2 

9 

50 

28 

17 

15 

44 

4 

49 

21 

4 

29 

28 

35 

0 

19 

23 

2 

59 

17 

52 

43 

30 

42 

82 

32 

30 

29 

34 

8 

36 

36 

15 

30 

18 

29 

42 

56 

35 

44 

0 

8* 


116 


Planetentafeln.    Merkur. 


I.  Tafel  f 

ür  Perioden  zu  18  Ja 

hren. 

Jahre 

Länge 
Mittlerer  Ort  ¥00  45' 

Anomalie 

Apogeum  SL  1°  10' 

Mittlerer  Ort  210  55' 

18 

355" 

37' 

25" 

36'" 

20IV 

34V 

SOVi 

251« 

0' 

45" 

45'" 

53IV 

45V 

QVI 

86 

351 

14 

51 

12 

41 

9 

0 

142 

81 

31 

47 

SO 

0 

54 

346 

52 

16 

49 

1 

48 

30 

33 

17 

17 

41 

15 

0 

72 

342 

29 

42 

25 

22 

18 

0 

284 

0 

3 

3 

35 

0 

0 

90 

338 

7 

8 

1 

42 

52 

80 

175 

3 

48 

49 

28 

45 

0 

108 

333 

44 

88 

38 

3 

27 

0 

66 

34 

35 

22 

80 

0 

126 

329  21 

59 

14 

24 

1 

30 

317 

20 

21 

16 

15 

0 

144 

324 

59 

24 

50 

44 

86 

0 

208 

6 

7 

10 

0 

0 

162 

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36 

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27 

5 

10 

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53 

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0 

180 

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14 

16 

3 

25 

45 

0 

350 

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38 

57 

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0 

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51 

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0 

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0 

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6 

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48 

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0 

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26 

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0 

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0 

0 

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0 

13 

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0 

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0 

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0 

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6 

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30 

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30 

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29 

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0 

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17 

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0 

0 

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5 

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0 

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0 

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0 

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48 

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53 

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30 

13 

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0 

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0 

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18 

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0 

0 

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40 

8 

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22 

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0 

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5 

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0 

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0 

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21 

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0 

0 

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237 

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57 

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6 

0 

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5 

0 

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233 

ö 

22 

38 

56 

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30 

79 

7 

10 

58 

45 

0 

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15 
49 

0 

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38 

56 
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52 

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15 

0 

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37 

30 

46 

0 

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57 

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22 

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0 

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24 

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0 

0 

594 

215 

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4 

59 

18 

58 

30 

3 

10 

14 

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0 

612 

211 

12 

30 

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0 

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0 

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0 

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206 

49 

56 

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0 

7 

30 

145 

41 

46 

21 

15 

0 

648 

202 

27 

21 

48 

20 

42 

0 

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27 

32 

15 

0 

0 

666 

198 

4 

47 

24 

41 

16 

30 

287 

28 

13 

18 

8 

45 

0  1 

684 

193 

42 

13 

1 

1 

51 

0 

178 

28 

59 

4 

2 

30 

0 

lOii 

189 

19 

38 

37 

22 

25 

30 

69 

29 

44 

49 

56 

15 

0 

720 

184 

57 

4 

13 

43 

0 

0 

320 

30 

30 

85 

50 

0 

0 

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180 

34 

29 

50 

8 

84 

80 

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31 

16 

21 

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0 

756 

176 

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55 

26 

24 

9 

0 

102 

32 

2 

7 

87 

80 
15 

0 

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49 

21 

2 

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43 

80 

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32 

47 

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31 

0 

792 

167 

26 

46 

39 

5 

18 

0 

244 

33 

33 

89 

25 

0 

0 

1  810 

163  i  4 

12 

15 

25 

52 

80 

135 

34 

19 

25 

18 

45 

0 

Planetentafeln.    Merkur. 
IIa.  Tafel  für  Jahre. 


117 


iDzahl 

Läng 

e 

A 

Qomalie 

1 

3590 

45' 

24'' 

45'" 

21IV 

8V 

85VI 

530 

56' 

42" 

32'" 

32IV 

59V 

10^1 

2 

359 

30 

49 

30 

42 

17 

10 

107 

53 

25 

5 

5 

58 

20 

S 

359 

16 

14 

16 

3 

25 

45 

161 

50^ 

7 

37 

38 

57 

30 

4 

359 

1 

39 

1 

24 

34 

20 

215 

46 

50 

10 

11 

56 

40 

5 

358 

47 

3 

46 

45 

42 

55 

269 

4.S 

32 

42 

44 

55 

50 

6 

358 

32 

28 

82 

6 

51 

80 

823 

40 

15 

15 

17 

55 

0 

7 

358 

17 

53 

17 

28 

0 

5 

17 

36 

57 

47 

50 

54 

10 

8 

358 

3 

18 

2 

49 

8 

40 

71 

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40 

20 

23 

53 

20 

9 

357 

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42 

48 

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17 

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30 

22 

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56 

52 

30 

10 

357 

34 

7 

33 

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25 

50 

179 

27 

5 

25 

29 

51 

40 

11 

357 

19 

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18 

52 

34 

25 

233 

28 

47 

58 

2 

50 

50 

12 

357 

4 

57 

4 

13 

43 

0 

287 

20 

30 

80 

85 

50 

0 

13 

356 

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17 

13 

3 

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10 

14 

356 

35 

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34 

56 

0 

10 

?<5 

18 

55 

36 

41 

48 

20 

15 

356 

21 

11 

20 

17 

8 

45 

89 

10 

S8 

8 

14 

47 

30 

16 

356 

6 

86 

5 

38 

17 

20 

143 

7 

20 

40 

47 

46 

40 

17 

355 

52 

0 

50 

59 

25 

55 

197 

4 

3 

18 

20 

45 

50 

18 

355 

37 

25 

36 

20 

34 

30 

251 

0 

45 

45 

58 

45 

0 

IIb 

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Anzahl 

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7' 

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I7IV 

28V 

59VI 

2 

0 

4 

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6 

2 

0 

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0 

34 

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0 

7 

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9 

9 

3 

0 

23 

18 

0 

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26 

58 

4 

0 

9 

51 

22 

52 

12 

5 

0 

31 

4 

1 

9 

55 

58 

5 

0 

12 

19 

13 

85 

15 

6 

0 

38 

50 

1 

27 

24 

57 

6 

0 

14 

47 

4 

18 

18 

7 

0 

46 

36 

1 

44 

53 

57 

7 

0 

17 

14 

.^5 

1 

21 

9 

0 

54 

22 

2 

2 

22 

57 

8 

0 

19 

42 

45 

44 

24 

10 

2 

8 

2 

19 

51 

56 

9 

0 

22 

10 

86 

27 

27 

11 

9 

64 

2 

37 

20 

56 

10 

0 

24 

38 

27 

10 

30 

12 

17 

40 

2 

54 

49 

55 

11 

0 

27 

6 

17 

53 

33 

14 

25 

26 

3 

12 

18 

55 

12 

0 

29 

84 

8 

36 

36 

15 

33 

12 

3 

29 

47 

55 

13 

0 

32 

1 

59 

19 

39 

16 

40 

58 

3 

47 

16 

54 

14 

0 

84 

29 

50 

2 

42 

18 

48 

44 

4 

4 

45 

54 

15 

0 

36 

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40 

45 

45 

19 

56 

30 

4 

22 

14 

53 

16 

0 

39 

25 

31 

28 

48 

20 

4 

16 

4 

39 

43 

53 

17 

0 

41 

53 

22 

11 

51 

21 

12 

2 

4 

57 

12 

52 

18 

0 

44 

21 

12 

54 

54 

23 

19 

48 

5 

14 

41 

52 

19 

0 

46 

49 

8 

37 

57 

24 

27 

34 

5 

32 

10 

52 

20 

0 

49 

16 

54 

21 

0 

25 

35 

20 

5 

49 

39 

51 

21 

0 

51 

44 

45 

4 

3 

27 

43 

6 

6 

7 

8 

51 

23 

0 

54 

12 

35 

47 

6 

28 

50 

r.2 

6 

24 

37 

50 

23 

0 

56 

40 

26 

30 

9 

29 

58 

38 

6 

42 

6 

50 

,  24 

0 

59 

8 

17 

13 

12 

31 

3 

6 

24 

6 

59 

35 

50 

118 


Planetentafeln.   Merkur. 


III 

a.  T 

afel  fü 

r  M 

onate. 

Tage 

Länge 

A 

nom 

alle 

30 

29» 

34' 

8" 

36'" 

36iv 

15V 

30VI 

930 

12' 

3" 

29'" 

47IV 

55V 

OVi 

60 

59 

8 

17 

13 

12 

31 

0 

186 

24 

6 

59 

35 

50 

0 

90 

88 

42 

25 

49 

^8 

46 

30 

279 

36 

10 

29 

23 

45 

0 

1  120 

118 

16 

34 

26 

25 

2 

0 

12 

48 

13 

59 

11 

40 

0 

150 

147 

50 

43 

3 

1 

17 

30 

106 

0 

17 

28 

59 

35 

0 

180 

177 

24 

51 

39 

37 

33 

0 

199 

12 

20 

58 

47 

30 

0 

1  210 

206 

59 

0 

16 

13 

48 

30 

292 

24 

24 

28 

35 

25 

0 

240 

236 

33 

8 

52 

50 

4 

0 

25 

36 

27 

58 

23 

20 

0 

270 

266 

7 

17 

29 

26 

19 

30 

118 

48 

31 

28 

11 

15 

0 

300 

295 

41 

26 

6 

2 

35 

0 

212 

0 

34 

57 

59 

10 

0 

330 

325 

15 

34 

42 

38 

50 

30 

305 

12 

38 

27 

47 

5 

0 

360 

354 

49 

43 

19 

15 

6 

0 

38 

24 

41 

57 

35 

0 

0 

I 

IIb. 

Tafel  für  Tag 

e. 

Anzahl 

1 

I 

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re 

A 

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1 

Oo 

59' 

8" 

17'" 

13IV 

12V 

3ivi 

30 

6' 

24" 

6'" 

59IV 

35V 

50VI 

2 

1 

58 

16 

34 

26 

25 

2 

6 

12 

48 

13 

59 

11 

40 

3 

2 

57 

24 

51 

39 

37 

33 

9 

19 

12 

20 

58 

47 

30 

4 

3 

56 

33 

8 

52 

50 

4 

12 

25 

36 

27 

58 

23 

20 

5 

4 

55 

41 

26 

6 

2 

35 

15 

32 

0 

34 

57 

59 

10 

6 

5 

54 

49 

43 

19 

15 

6 

18 

38 

24 

41 

57 

35 

0 

7 

6 

53 

58 

0 

32 

27 

37 

21 

44 

48 

48 

57 

10 

50 

8 

7 

53 

6 

17 

45 

40 

8 

24 

51 

12 

55 

56 

46 

40 

9 

8 

52 

14 

34 

58 

52 

39 

27 

57 

37 

2 

56 

22 

30 

10 

9 

51 

22 

52 

12 

5 

10 

31 

4 

1 

9 

55 

58 

20 

11 

10 

50 

31 

9 

25 

17 

41 

34 

10 

25 

16 

55 

34 

10 

12 

11 

49 

39 

26 

38 

30 

12 

37 

16 

49 

23 

55 

10 

0 

13 

12 

48 

47 

43 

51 

42 

43 

40 

23 

13 

30 

54 

45 

50 

14 

13 

47 

56 

1 

4 

55 

14 

43 

29 

37 

37 

54 

21 

40 

15 

14 

47 

4 

18 

18 

7 

45 

46 

36 

1 

44 

53 

57 

30 

16 

15 

46 

12 

35 

31 

20 

16 

49 

42 

25 

51 

53 

33 

20 

17 

16 

45 

20 

52 

44 

32 

47 

52 

48 

49 

58 

53 

9 

10 

18 

17 

44 

29 

9 

57 

45 

18 

55 

55 

14 

5 

52 

45 

0 

19 

18 

43 

37 

27 

10 

57 

49 

59 

1 

38 

12 

52 

20 

50 

20 

19 

42 

45 

44 

24 

10 

20 

62 

8 

2 

19 

51 

56 

40 

21 

20 

41 

54 

1 

37 

22 

51 

65 

14 

26 

26 

51 

32 

30 

22 

21 

41 

2 

18 

50 

35 

22 

68 

20 

50 

33 

51 

8 

20 

23 

22 

40 

10 

36 

3 

47 

.53 

71 

27 

14 

40 

50 

44 

10 

24 

23 

39 

18 

53 

17 

0 

24 

74 

33 

38 

47 

50 

20 

0 

25 

24 

38 

27 

10 

30 

12 

55 

77 

40 

2 

54 

49 

55 

50 

26 

25 

37 

35 

27 

43 

25 

26 

80 

46 

27 

1 

49 

31 

40 

27 

26 

36 

43 

44 

56 

37 

57 

83 

52 

51 

8 

49 

7 

30 

28 

27 

35 

52 

2 

9 

50 

28 

86 

59 

15 

15 

48 

43 

20 

29 

28 

35 

0 

19 

23 

2 

59 

90 

5 

39 

22 

48 

19 

10 

30 

29 

34 

8 

36 

36 

15 

30 

93 

12 

3 

29 

47 

55 

0 

Neuntes  Buch.     Fünftes  Kapitel.  119 


Fünftes  Kapitel. 

Vorbemerkungen  zu  den  Hypothesen  der  iün! 

Wandelsterne. 

Da  sich  an  die  Aufstellung  vorstehender  Tafeln  zunächstfaei  250 
das  Kapitel  von  den  Anomalien  anzuschließen  hat,  welche 
bei  dem  Lauf  in  Länge  der  fünf  Wandelsterne  eintreten,  so 
haben  wir  zunächst  zur  allgemeinen  Orientierung  folgendes 
zu  bemerken.  5 

Der  einfachsten  Bewegungen,  die  zugleich  zur  Lösung 
des  vorliegenden  Problems  ausreichen,  gibt  es  wie(S.  96,30) 
gesagt  zwei:  die  eine  geht  auf  Kreisen  vor  sich,  welche  zur 
Ekliptik  exzentrisch  liegen,  die  andere  auf  Kreisen,  welche 
mit  der  Ekliptik  konzentrisch  sind  und  Epizyklen  in  Um-  10 
lauf  versetzen.  Nun  gibt  es  gleicherweise  für  jeden  Planeten 
auch  zwei  scheinbare  Anomalien:  die  eine  wird  theo- 
retisch auf  die  Teile  der  Ekliptik  bezogen,  die  andere  auf 
die  Stellungen  zur  Sonne. 

Was   zunächst  die  letztere  Anomalie  anbelangt,  so   er-  15 
hielten  wir  aus  der  Beobachtung  verschiedener  unmittelbar 
aufeinander  folgender  Stellungen  (zur  Sonne)  in  denselben 
Teilen  der  Ekliptik  das  Ergebnis,  daß  bei  den  fünf  Wandel- 
sternen die  Zeit  von  der  größten  Bewegung  bis  zur  mittle- 
ren jederzeit  größer  ist  als  die  von  der  mittleren  bis  zur  20 
kleinsten   Bewegung*',   eine   charakteristische   Erscheinung, 
welche  bei  der  exzentrischen  Hypothese  nicht  eintreten  kann, 
da   bei   ihr  das  Gegenteil   stattfinden  muß  (vgl.  1 153, 22). 
Denn  erstens   geht  bei   dieser  Hypothese  der  größte  Lauf 
jederzeit  in  der  größten  Erdnähe  vor  sich,  zweitens  ist  —  25 
und  das  gilt  für  beide  Hypothesen  —  der  Bogen  (des  Ex- 
zenters oder  des  Epizykels)  von  dem  Perigeum  bis  zu  demjg^.  J^J 

a)  Weil  die  Planeten  in  der  Zeit  von  der  größten  zur  mittle- 
ren Bewegung  rückläufig  und  stationär  werden,  während 
sie  in  der  Zeit  von  der  mittleren  zur  kleinsten  Bewegung  durch- 
gängig rechtläufig  sind. 


120  Neuntes  Buch.     FünfteB  Kapitel. 

Punkte  der  mittleren  Bewegung  kleiner  als  der  Bogen  von 
diesem  Punkte  bis  zu  dem  Apogeum.*^  Nun  kann  allerdings 
bei  der  epizyklischen  Hypothese  diese  Erscheinung  in  dem 
Fall  eintreten,  wenn  der  größte  Lauf  nicht  im  Perigeum 
5  (des  Epizykels),  wie  bei  dem  Monde,  sondern  im  Apogeum 
vor  sich  geht,  d.h.  wenn  der  Planet  von  dem  Apogeum  aus 
nicht  gegen  die  Richtung  der  Zeichen,  wie  der  Mond 
(1219,6),  sondern  in  der  Eichtung  der  Zeichen  seinen 
Fortschritt  (auf  dem  Epizykel)  bewerkstelligt.   Daher  legen 

10  wir  die  Annahme  zugrunde,  daß  diese  Art  der  Anomalie 
vermittelst  der  Epizyklen  zum  Ausdruck  gelangt. 

Was  zweitens  die  theoretisch  auf  die  Teile  der  Ekliptik 
bezogene  Anomalie  anbelangt,  so  erhielten  wir  vermittelst 
der  Ekliptikbogen,  welche  sich  bis  zu  denselben  heliakischen 

15  Aufgängen  oder  denselben  Stellungen  erstrecken,  das  gegen- 
teilige Ergebnis,  daß  die  Zeit  von  der  kleinsten  Bewegung 
bis  zur  mittleren  immer  größer  ist  als  die  von  der  mittle- 
ren bis  zur  größten  Bewegung^',  wieder  eine  charakteristische 
Erscheinung,  welche  zwar  bei  jeder  der  beiden  Hypothesen 

20  eintreten  kann  —  wir  haben  diesen  Punkt  bei  der  Würdi- 
gung der  Gleichartigkeit  beider  Hypothesen  im  Anfang 
des  Abschnitts  von  der  Sonne  (I  153,22)  ausführlich 
besprochen  —  aber  doch  eigentlich  mehr  eine  Begleit- 
erscheinung der  exzentrischen  Hypothese  ist.    So  legen  wir 

2ö  denn  die  Annahme  zugrunde,  daß  diese  Art  der  Anomalie 
nach  der  exzentrischen  Hypothese  zum  Ausdruck  gelange, 
weil  die  andere  Anomalie  ausschließlich  als  eine  Eigentüm- 
lichkeit der  epizyklischen  Hypothese  erfunden  worden  ist. 
Nun  fanden  wir  aber  weiter  bei  fortgesetzter  genauer  An- 

30  passung  und  Vergleichung  des  von  Fall  zu  Fall  durch  die 
Beobachtung  festgestellten  Laufs  mit  den  aus  der  Kombi- 
nation beider  Hypothesen  sich  ergebenden  Leitpunkten,  daß 

a)  Tgl.  die  Figuren  zu  Anm.  24  u.  35  im  Anhang  zu  Band  I. 

b)  Weil  auch  bei  den  Planeten,  wie  bei  der  Sonne  und  dem 
Monde,  der  scheinbare  Lauf  in  der  Erdferne  kleiner  ist  als 
der  gleichförmige,  größer  dagegen  in  der  Erdnähe. 


Vorbemerkungen  zu  den  Hypothesen.  121 

der  Verlauf  der  Bewegung  nicht  so  ganz  einfach  sein  könne./g^.  ^^^^ 
Erstens  können  die  Ebenen,  in  denen  wir  die  Exzenter  be- 
schreiben, nicht  unbeweglich  sein,  weil  dann  die  durch  beide 
Mittelpunkte  —  durch  den  des  betreffenden  Exzenters  und 
den  der  Ekliptik  —  gehende  Gerade,  auf  welche  die  Theorie    5 
die  Apogeen  und  die  Perigeen  verlegt,  ewig  in  derselben 
Entfernung  von  den  Wende-  oder  den  Nachtgleichenpunkten 
verharren  müßte.     Zweitens  können   die  Epizyklen   wieder 
ihre  Mittelpunkte  nicht  auf  diesen  Exzentern  zum  Umlauf 
gelangen  lassen,  deren  Zentren  es  sind,  an  denen  bei  gleich-  10 
förmiger  Herumleitung  der  Bewegung  in  der  Richtung  der 
Zeichen  die  Epizjklen  in  den  gleichen  Zeiten  die  gleichen 
Winkel  bilden  müssen.    Wir  fanden  vielmehr,  daß  erstens 
auch  die  Apogeen  der  Exzenter  einen  ganz  geringen  von  den 
Wendepunkten  aus  in  der  Richtung  der  Zeichen  vor  sich  15 
gehenden  Fortschritt  bewerkstelligen,  welcher  wieder  gleich- 
förmig um  den  Mittelpunkt  der  Ekliptik  verläuft  und  für 
alle  Planeten  ungefähr  ebensogroß  ist,  wie  er  an  der  Fix- 
sternsphäre wahrgenommen  worden  ist  —  d.  h.  in  100  Jahren 
vom  Betrage  eines  Grades  — ,  soweit  es  wenigstens  mög-  20 
lieh  ist,  aus  dem  vorliegenden  Material  einen  Einblick  zu 
gewinnen.    Zweitens  fanden  wir,  daß  die  Mittelpunkte  der 
Epizyklen  auf  Kreisen  umlaufen,  die   zwar    . 
gleichgroß   sind,   wie  die  (ersten)  Exzenter, 
welche  die  Anomalie  bewirken,  aber  nicht  um 
dieselben  Zentren  beschrieben  werden.   Viel- 
mehr liegen  bei  den  anderen  (vier)  Planeten 
diese  Zentren  in  den  Halbierungspunkten  (Z) 
der  Strecke  (AE),  welche  zwischen  den  Mittel-     iz 
punkten  (A)  jener  (die  Anomalie  bewirken-      [„          [^ 
den)  Exzenter  und  dem  Mittelpunkt  (E)  der 
Ekliptik  liegt.   Nur  bei  dem  Merkur  läuft  dieser  (den  Epi- 
zykel  tragende)  Kreis  um  ein  Zentrum  (H),  welches  ebenso- 
großen Abstand  von  dem  es  (H)  herumleitenden  Mittelpunkt 
(Z)  hat,  wie  dieser  (Z)  von  dem  Zentrum  (A)  des  die  Ano-  35 
malie  bewirkenden  Exzenters  nach  dem  Apogeum  zu  absteht, 
und  letzteres  Zentrum  (A)  wieder  von  dem  für  das  Auge 


25 
H 


30 


122 


Neuntes  Buch.     Seclistes  Kapitel. 


angenommeneu   Mittelpunkt  (E).*)     Denn  nur  bei   diesem 

Hei  253  Planeten  fanden  wir,  wie  schon  bei  dem  Monde,  daß  der 

Ha  159  (den  Epizykel  tragende)  Exzenter  von  dem  obenbezeichneten 

Zentrum   (Z)   in  der   dem   Epizykellauf  entgegengesetzten 

5  Richtung,   d.  i.  wieder   gegen   die  Richtung  der  Zeichen, 

eine  Umdrehung  im  Jahre  herumgeleitet  wird,  da  auch  der 

Merkur  zweimal  bei  dem  einen  Umlauf  scheinbar  in  die 

größte  Erdnähe  gelangt,  wie  dies  bei  dem  Monde  zweimal 

in  einem  Monate  geschieht. 

Sechstes  Kapitel. 
Art  und  Unterschied  der  Hypothesen. 

10  Die  aus  den  vorstehend  erklärten  Gründen  vorgenommene 
Kombination  der  Hypothesen  dürfte  auf  folgendem  Wege 
dem  Verständnis  nähergebracht  werden. 

I.  Was  zunächst  die  Hypothese  der  anderen  (vier)  Pla- 
neten anbelangt,  so  denke  man  sich  als  den  (die  Anomalie 
15  A  bewirkenden)  Exzenter  den  Kreis 

ABf  um  das  Zentrum  A;  der 
durch  A  und  den  Mittelpunkt 
der    Ekliptik    gehende    Durch- 
messer sei  AAP,  auf  welchem 
der  Mittelpunkt  E  der  Ekliptik, 
d.  i.  das  Auge  des  Beobachters, 
den  Punkt  A  zum  Apogeum  und 
den  Punkt  f  zum  Perigeum  ma- 
chen  soll.     Nachdem  man   die 
Strecke  AE  in  Punkt  Z  halbiert 
hat,  beschreibe  man  um  Z  als 
Zentrum  mit  der  Strecke  AA  den  Kreis  H0K,  welcher  dem- 
Hei 254  nach  natürlich  dem  Kreise  ABf  gleich  ist,  und  um  0  als 
Zentrum  den  Epizykel  AM.    Alsdann  ziehe  man  die  Ver- 
30  bindungslinie  A0MA. 

a)  So  daß  die  drei  Strecken  HZ,  ZA  und  AE  einander  gleich 
sind.  Infolgedessen  wird  das  Zentram  H  des  beweglichen  Ex- 
zenters bei  jedem  Umlauf  einmal  mit  dem  Zentrum  A  des  die  Ano- 
malie bewirkenden  Exzenters  zusammenfallen. 


20 


25 


Unterschied  der  Hypothesen.  123 

Die  erste  Annahme,  welche  wir  zu  machen  haben,  ist  die, 
daß  die  Ebene  der  Exzenter  schiefgestellt  sei  gegen  die 
Ebene  der  Ekliptik,  und  ebenso  die  Ebene  der  Epizyklen 
schiefgestellt  gegen  die  Ebene  der  Exzenter.    Das  ist 
notwendig  wegen  des  Laufs  der  Planeten  in  Breite  nach  5 
den  später  (Buch  XIII)  von  uns  hierüber  zu  führenden  Be-  Ha  leo 
weisen.    Was  indessen  den  Lauf  in  Länge  anbelangt,  so 
können  wir  uns  der  Erleichterung  halber  sämtliche  Kreise 
in  der  Ebene  der  Ekliptik  liegend  denken,  weil  bei  so  kleinen 
Neigungswinkeln,  wie  sie  sich  bei  jedem  Planeten  durch-  10 
gängig  herausstellen  werden,  keine  nennenswerte  Differenz 
(für  den  Lauf)  in  Länge  eintreten  wird. 

Weiter  legen  wir  folgende  Annahmen  zugrunde.    Erstens 
bewegt  sich  die  ganze  Ebene  (in  der  wir  sämtliche  Kreise 
annehmen)  gleichförmig  in  der  Richtung  der  Zeichen  um  15 
den  Mittelpunkt  E  herum:  hierdurch  trägt  sie  die  Apogeen 
und  Perigeen  (der  Exzenter)  in   100  Jahren  einen   Grad 
weiter.    Zweitens  wird  der  Epizykeldurchmesser  A0M  von 
dem  Zentrum  A*^  wieder  gleichförmig  in  der  Richtung  der 
Zeichen,  wie  es   der  Wiederkehr  des  Planeten  in  Länge  Hei 255 
entspricht,  herumgeleitet:  hierdurch  führt  er  die  Epizykel-  21 
punkte  A  und  M  sowie  den  jederzeit  auf  dem  Exzenter  H  0  K 
liegenden  Mittelpunkt  0  mit  herum.    Drittens  bewegt  sich 
der  Planet  selbst  wieder  gleichförmig  auf  dem  Epizykel  A  M : 
hierdurch  vollzieht  er  seine  Wiederkehren  mit  Bezug   auf  25 
den  jederzeit  nach  dem  Zentrum  A  gerichteten  Durchmesser 
(des  Epizykels)  entsprechend  dem  mittleren  Lauf  in  Ano- 
malie zur  Sonne^)  und  unter  der  Voraussetzung,  daß  sein 
Fortschritt  im  Apogeum  A  in  der  Richtung  der  Zeichen  vor 
sich  gehe.  30 

IL  Die  bei  dem  Merkur  sich  einstellende  Besonderheit  der 
Hypothese  dürften  wir  auf  folgende  Weise  veranschaulichen. 

a)  D.  h.  von  einer  Leitlinie  (radius  vector),  die  von  diesem 
Zentrum  aus  durch  den  Mittelpunkt  des  Epizykels  geht  und  mit 
dem  Durchmesser  A0M  stets  zusammenfällt. 

b)  D.  h.  den  Beträgen  entsprechend,  wie  sie  S.  101  f.  festgestellt 
worden  sind. 


124 


Neuntes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 


Der  Exzenter  der  Anomalie  sei  der  Kreis  ABT  um  das  Zen- 
trum A,  der  durch  A  und  den  Ekliptikmittelpunkt  E  durch 
das   Apogeum   A   gehende   Durchmesser   sei   AAEF.    Auf 
Ha  161  letzterem  trage  man  nach  dem  Apogeum  A  zu  die  Strecke 
5  AZ  gleich  AE  ab. 

Die  übrigen  Annahmen  bleiben  dieselben,  d.h.  erstens 
trägt  die  ganze  Ebene  das  Apogeum  in  der  Richtung  der 
Zeichen  um  den  Mittelpunkt  E  um  ebensoviel  weiter,  wie 
bei  den  anderen  Planeten ;  zweitens  wird  der  Epizykel  gleich- 
10  förmig  in  der  Richtung  der  Zeichen  von  der  Leitlinie  AB 
um  das  Zentrum  A  herumgeleitet;  drittens  bewegt  sich  der 
Planet  auf  dem  Epizykel  ebenso  wie  die  anderen.   Dagegen 

wird  hier  das  Zentrum  (H)  des 
anderen  dem  ersten  wieder  glei- 
.0  chen  Exzenters,  auf  welchem  je- 
derzeit der  Mittelpunkt  (K)   des 
Epizykels  liegen  wird,   von   der 
Leitlinie  ZH0  gleichförmig  und 
gleichschnell  wie  der  Epizykel  um 
das  Zentrum  Z  herumgeführt  wer- 
den, aber  in  der  entgegengesetzten 
Richtung  wie  der  Epizykel  (läuft), 
d.  h.  gegen  die  Richtung  der  Zei- 
chen.  Die  Folge  davon  wird  sein, 
25  daß  die  beiden  Leitlinien  AKB  und  ZH0  einmal  im  Jahre 
eine  Wiederkehr  mit  Bezug  auf  die  Punkte   der  Ekliptik 
bewerkstelligen   (d.  h.  in  die  Ausgangslage   zurückkehren), 
mit   Bezug    aufeinander    aber  selbstverständlich  zweimal 
(auf  die  Gerade  A  f  zu  liegen  kommen).    Hierbei  wird  das 
30  Zentrum  (H)  von  dem  Punkte  Z  stets  die  Strecke  ZH,  die 
ihrerseits  jeder  der  beiden  Strecken  AE  und  AZ  gleich  ist. 
Abstand  haben.    Die  Folge  wird  sein,  daß  erstens  der  kleine 
Kreis,  welcher  von  der  gegen  die  Richtung  der  Zeichen  ver- 
laufenden Bewegung  dieses  Punktes  (H)  mit  dem  Abstand 
35  ZH  um  das  Zentrum  Z  beschrieben  wird,  durchaus   auch 
durch  das  Zentrum  A  des  ersten  unbeweglichen  Exzenters 
geht,  daß  zweitens  der  bewegliche  Exzenter,  an  der  Figur 


Hei  256 


Unterschied  der  Hypothesen.  125 

0K,  in  jedem  gegebenen  Fall  um  das  Zentrum  H  mit  dem 
Abstand  H0,  der  gleich  ist  dem  Abstand  AA,  verläuft,  und 
daß  drittens  der  Epizykel  jederzeit  seinen  Mittelpunkt  auf 
diesem  (beweglichen  Exzenter)  hat,  wie  z.  B.  an  der  Figur 
in  Punkt  K.  5 

Die  hier  mitgeteilten  Annahmen  werden  dem  Verständnis 
noch  geläufiger  werden  bei  den  Nachweisen,  die  wir  weiter-  hu  i62 
hin  bezüglich  der  zahlenmäßigen  Beträge,  mit  denen  wir 
für  jeden  einzelnen  Planeten  zu  rechnen  haben,  noch  führen 
müssen.   Bei  dieser  Gelegenheit  werden  auch  die  Gründe  in  10 
schärferen  Umrissen  zutage  treten,  welche  die  Aufstellung  Hei  257 
der  Hypothesen  veranlaßt  haben. 

Vorausgeschickt  muß  noch  folgende  Bemerkung  werden. 
Die  Wiederkehren  des  Laufs  in  Länge  sind  nicht  an  die 
Punkte  der  Ekliptik  gebunden,  in  denen  die  Apogeen  oder  15 
Perigeen  der  Exzenter  liegen,  weil  wir  die  Veränderlichkeit 
dieser  Punkte  (infolge  der  Präzession)  als  erwiesen  annehmen. 
Daher  entsprechen  die  von  uns  auf  dem  oben  (S.  102,  12) 
dargelegten  Wege  ermittelten  Bewegungen  in  Länge  nicht 
den  theoretisch  auf  die  Apogeen  der  Exzenter  bezogenen  20 
Wiederkehren,  sondern  denjenigen  Bewegungen,  welche  sich 
mit  Bezug  auf  die  Wende-  und  Nachtgleichenpunkte  inner- 
halb der  zurzeit  feststehenden  Jahreslänge  vollziehen.*^   Der 
erste  Beweis,  den  wir  demnach  zu  führen  haben,  ist  der, 
daß  auch  nach  den  hier  aufgestellten  Hypothesen^)  folgen-  25 
der  Satz  gilt: 

Wenn  der  mittlere  Ort  des  Planeten  in  Länge  beiderseits 
von  den  Apogeen  oder  den  Perigeen  gleichweit  entfernt 
liegt,  so  stellt  sich  in  jeder  dieser  beiden  Entfernungen  die 
gleichgroße  Differenz  der  auf  die  Ekliptik  bezogenen  Ano-  30 
malie  ein  und  es  tritt  (somit)  auf  dem  Epizykel  nach  der- 


a)  Dieselbe  Bemerkung  war  oben  (S.  99,  26)  zu  den  Wieder- 
kehren in  Anomalie  gemacht  worden. 

b)  Gerade  wie  dies  für  die  Sonne  und  den  Mond  nachgewiesen 
worden  ist.     Vgl.  1 163,  i5. 


126 


Neuntes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 


Hei  258 


selben  Seite*^  die  größtmögliche  Elongation  (des  Pla- 
neten) von  dem  mittleren  Ort  ein. 

I.  Beweis  für  die  Hypothesen  der  vier  ersten  Planeten. 
Es  sei  der  Exzenter,  auf  dem  sich  der  Mittelpunkt  des  Epi- 
zykels  bewegt,  der  Kreis  AB  PA  um  das  Zentrum  E  und  den 
Durchmesser  AEf,  auf  welchem  der  Mittelpunkt  der  Eklip- 
tik in  Punkt  Z  angenommen  sei.     Das  Zentrum  des   die 

Anomalie  bewirkenden  Exzen- 
ters, d.  i.  das  Zentrum,  um  wel- 
ches wir  den  mittleren  Lauf 
desEpizykels  in  gleichförmiger 
Bewegung  vor  sich  gehen  las- 
sen, sei  H.   Man  ziehe  die  (in 
Punkt   H)    sich   schneidenden 
Sehnen  BH0  und  AHK,  von 
denen  jede  gleichweit   von 
dem  Apogeum  A  entfernt  sei, 
so  daß  die  Winkel  AHB  und 
AHA   einander   gleich   seien, 
20  und  beschreibe  um  die  Punkte  B  und  A  gleichgroße  Epi- 
zyklen.    Alsdann  ziehe  man  die  Verbindungslinien  BZ  und 
A  Z  und  von  Punkt  Z,  d.  i.  von  dem  Auge,  nach  derselben 
Seite^)  an  die  Epizyklen  die  Tangenten  ZA  und  ZM. 
Ich  behaupte,  daß  erstens  die  Winkel  der  auf  die  Eklip- 
25  tik  bezogenen   Anomalie   einander  gleich   seien,  d.  h.  daß 
L  HBZ=  L  HAZ,  und  daß  zweitens  die  Winkel  der  auf 
dem  Epizykel  eintretenden  größten  Elongation  einander  gleich 


a)  Es  kann  nur  diejenige  Seite  des  Epizykels  gemeint  sein, 
welche  von  dem  Apogeum  des  Exzenters,  mag  der  Epizykel  vor 
oder  nach  demselben  stehen,  gleichweit  entfernt  ist.  Was  die 
Elongationen  der  Venus  anbelangt,  so  zeigt  die  Figur  links  des 
Apogeums  in  Punkt  A  eine  größte  Elongation  als  Abendstern, 
rechts  in  Punkt  M  eine  solche  als  Morgenstern. 

b)  Auch  hier  ist  inl  ta  avzci  ii^qt}  in  demselben  Sinne  wie 
oben  zu  verstehen,  obgleich  links  die  Abendseite  und  rechts  die 
Morgenseite  des  Epizykels  von  der  Tangente  berührt  wird.  Diese 
Bezeichnung  kehrt  auch  S.  128,19  u.  S.  156,5  wieder.  Man  erwartet 
vielmehr  inl  xa  ivccvrlcc  wie  Buch  X,  Kap.  3  i.  A. 


Unterschied  der  Hypothesen.  127 

seien,  d.h.  daß  /.BZA=/.AZM.  Ist  dies  der  Fall,  so 
werden  auch  die  zahlenmäßigen  Beträge  der  aus  der  Ver- 
einigung (mit  der  Anomaliedifferenz)  gewonnenen  (schein- 
baren) größten  Elongationen  von  dem  mittleren  Ort  gleich- 
groß sein.  5 

Man  fälle  von  den  Punkten  B  und  A  auf  die  Tangenten 
ZA  und  ZM  die  Lote  BA  und  AM,  und  von  E  auf  die 
Sehnen  B0  und  AK  die  Lote  EN  und  EZ.  Dann  ist  (in 
den  rechtwinkligen  Dreiecken  HNE  und  HZE) 

/.NHE=/,=HE  (als  Scheitelwinkel  gleicher  Winkel),  10 
/.HNE  =  /.HEE  als  Rechte, 

H  E  =  H  E  als  gemeins.  Seite  der  gleichw.  Dreiecke, 
(mithin  AHNE^AHEE)  (Eukl.  L  26). 

Demnach  sind  einander  gleich  einerseits  die  Katheten  N  H 
und  EH,  anderseits  der  Katheten  EN  und  EE.   Mithin  sind  Hei  259 
die  Sehnen  B0  und  AK  (nach  Eukl.  III.  14)  von  dem  Mittel-  16 
punkt  E  gleichweit  entfernt,  demnach  einander  gleich.  Folg- 
lich sind  auch  ihre  Hälften  (nach  Eukl.  III.  3)  gleichgroß, 
so  daß  auch 

B  H  =  A  H  als  Differenzen  (gleichgroßer  Linien),  20 
o         .-f/        HZ=HZals  gemeinsame  Seite, 

1/.BHZ  =  /.AHZ  von  gleich.  Seiten  eingeschlossen, 
(mithin  aBHZ^AAHZ)  (Eukl.  I.  4) 
.      y      i  grl  BZ  =  grlAZ, 
tolglich |^HBZ  =  /.HAZ.     (Erstes  Ziel  des  Beweises.)  25 

Ferner  ist!        B  A  =  A  M  als  epÄm, 
etiler  is^  |  /.  ß  A  Z  =  ^  A  M  Z  als  Rechte, 
(mithin  aBAZ^AAMZ)  (Eukl.  L  26) 
folglich   /,  BZA  =  ^AZM,  was  zu  beweisen  war. 

II.  Beweis  für  den  Merkur.    Der  durch  die  Zentren  und  Ha  i64 
das  Apogeum  der  Kreise  gehende  Durchmesser  sei  ABT;  31 
als  Mittelpunkt  der  Ekliptik  sei  A  angenommen,  B  als  Zen- 
trum des  die  Anomalie  bewirkenden  Exzenters,  und  f  als 
der  Punkt,  um  welchen  sich  das  Zentrum  des  den  Epizykel 
tragenden  Exzenters  bewegt.   Man  ziehe  wieder  nach  beiden  35 
Seiten  (des  Apogeums  von  B  aus)  die  Geraden  BA  und  BE 


128 


Neuntes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 


als  Leitlinien  der  gleichförmigen  in  der  Richtung  der  Zei- 
chen vor  sich  gehenden  Bewegung  des  Epizykels  und  (von 
r  aus)  die  Geraden  FZ  und  PH  als  Leitlinien*)  der  gleich- 
schnell gegen  die  Richtung  der  Zeichen  verlaufenden  Her- 
5  umführung  des  (den  Epizykel  tragenden)  Exzenters,  so  daß 
selbstverständlich  (infolge  Gleichheit  der  Bewegung)  die  bei 
r  und  B  gebildeten  Winkel  gleichgroß   sind  und  (deshalb) 
BA  parallel  zu  FZ  und  BE  parallel  zu  TH  verläuft.    Nun 
Hei  260  bestimme  man  auf  den  Geraden  FZ  und  FH   die  Mittel- 
10  punkte  der  Exzenter^):  es  seien  dies  die  Punkte  0  und  K. 

Die  um  dieselben  beschriebe- 
nen Exzenter,  auf  denen  die 
Epizyklen  stehen,  sollen  durch 
die  Punkte  A  und  E  gehen. ^^ 
Nachdem  man  nun  wieder  um 


A  und  E  gleichgroße  Epizy- 
klen beschrieben  hat,  ziehe  man 
die  Verbindungslinien  AA  und 
AE,  und  nach  derselben  Seite 
an  die  Epizyklen  die  Tan- 
genten AA  und  AM. 
Es  soll  also  der  Beweis  geführt  werden,  daß  auch  in  die- 
sem Fall  erstens  die  Winkel  der  auf  die  Ekliptik  bezogenen 
Anomaliedifferenz  einander  gleich  sind,  d.h.  daß  ^AAB 
25  =^AEB,  und  daß  zweitens  ebenfalls  einander  gleich  sind 
die  Winkel  der  auf  dem  Epizykel  eintretenden  größten  Elon- 
gationen,  d.  h.  daß  /.AAA  =  /.EAM. 

Man  ziehe  die  Verbindungslinien  B0,  BK  und  0A,  KE 
und  fälle  von  F  auf  die  Geraden  BA  und  BE  die  Lote  FN 


a)  Insofern  als  Leitlinien  zu  bezeichnen,  als  der  auf  ihnen  lie- 
gende Mittelpunkt  (einerseits  K,  anderseits  0)  des  beweglichen 
Exzenters  durch  sie  herumgeleitet  wird. 

b)  D  h.  die  jeweilige  Lage  des  an  der  Fig.  S.  124  mit  H  be- 
zeichneten Mittelpunktes  des  beweglichen  Exzenters. 

c)  Durch  A  der  um  K  beschriebene  Kreis ,  durch  E  der  um  0 
beschriebene,  wie  an  der  von  mir  beigegebenen  Figur  deutlicher 
ist,  als  an  der  in  fehlerhaften  Verhältnissen  gezeichneten  Skelett- 
figur des  Originals. 


Unterschied  der  Hypothesen. 


129 


und  rZ,  von  den  Punkten  A  und  E  auf  die  Geraden  fZ 
und  PH  die  Lote  AZ  und  EH,  endlich  auf  die  Geraden  AA 
und  AM  die  Lote  AA  und  EM.  Dann  ist  (in  den  recht- 
winkligen Dreiecken  FNB  und  FEB) 


(mithin 


folglich 


Ferner  ist 


0A 
/.0ZA 
(mithin  /\OZA; 
folglich    £A0Z 

Ferner  ist 

(mithin 

folglich 

(Nun  war 

folglich 

(Ferner  ist  j  ^^^^g 

(mithin  A  B  0  A 
folglich     grl  B  A 


Ferner  ist 


BA 
/.ABA 
(mithin  A  ABA 


/_rBN  =  /.rBZ  (nach  Annahme), 
/LrNB  =  /.rZB  als  Rechte, 

TB  =  TB  als  gemeinsame  Seite, 
A  TNB^  A  TEB)  (Eukl.  L  26) 

TN  =  r  =  , 

AZ  =  EH.    (im  Parallelogramm) 

/.  K  H  E  als  Rechte, 

A  K  H  E)  (als  rechtwinklig) 

LEKH. 

PK  nach  Annahme, 

TB  als  gemeinsame  Seite, 

/.KTB, 

AK  TB)  (Eukl.  1.4) 

=  Z.rKB. 

:    /.EKH) 

=  /l  B  K  E.  (als  Erg.  vorst.  W.  zu  180*^) 

■grlEK]   .     ,  ^    .    , 

arl  BK]  ^^  ^^^S^-  Dreiecken,) 

A  BKE)  (Eukl.  I.  4) 
^rZBE. 

BA  als  gemeinsame  Seite, 

:^EBA, 

:  A  EBA)  (Eukl.  I.  4) 
/_  A  E  B,  (Erstes  Ziel  des  Beweises.) 
grlAA  =  grl  A  E. 


6 

Hei  261 


10 


15 


20 


25 


30 


a)  Weil  die  Punkte  A  und  E  nach  Annahme  vom  Apogeum 
gleichweit  entfernt  sind,  so  liegen  die  Halbmesser  KA  und  0E 
auf  einer  Geraden;  werden  beide  um  das  gemeinsame  Stück  0K 
verkürzt,  so  erhält  man  0  A  =  K  E. 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  11.  9 


130  Neuntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

AA  =  EM,  (als  ephm) 


Ferner  ist-^  ^^^^  _  ^  ^^^^  ^^^^  Rechte) 

(mithin  AAAA^AEMA)  (als  rechtwinklig) 
folglich    /_AAA  =  /.EAM,  was  zu  beweisen  war. 


Siebentes  Kapitel. 

Nachweis  des  Apogeums  des  Merkur  und  der 

Weiterbewegung  desselben. 

Ha  166      NacÄ  Feststellung  dieser  theoretischen  Sätze  erledigten 
6  wir  zunächst  die  Frage,  in  welchen  Teilen  der  Ekliptik  das 
Hei  262  Apogeum  des  Planeten  Merkur  liegt,  auf  folgendem  Wege. 
Wir  suchten  Beobachtungen  der  größten  Elongationen,  bei 
denen  die  Position  (des  Planeten)  als  Morgenstern  von  dem 
10  mittleren  Ort  der  Sonne,  welcher  zugleich  der  mittlere  Ort 
des  Planeten  ist,  gleichweit  entfernt  war  wie  die  Position 
als   Abendstern.    Ist   diese    (beiderseitige)   Entfernung  ge- 
funden, so  muß  nach  dem  soeben  von  uns  geführten  Beweis 
das  Apogeum  des  (festbleibenden)  Exzenters  den  zwischen 
15  den  beiden  Positionen  in  der  Mitte  liegenden  Punkt   ein- 
nehmen. 

Wir  fanden  nun  für  diesen  Zweck  nur  wenige  Beobach- 
tungen geeignet,  weil  die  betreffende  Syzygie*)  nur  selten 
mit  der  erforderlichen  Schärfe  der  Beobachtung  zugänglich 
20  ist.  Indessen  können  sie  wenigstens  die  vorliegende  Auf- 
gabe veranschaulichen.  Derartige  Beobachtungen  jüngeren 
Datums  sind  folgende. 

Im  16*®^  Jahre  Hadrians  am  16/17.  ägyptischen    Pha- 

menoth  abends  (2.  Februar  132  n.Chr.)  beobachteten  wir 

25  vermittelst  der  Einrichtung  des  Astrolabs   den  Merkur  in 

seiner  größten  Elongation  von  dem  mittleren  Orte  der  Sonne. 

.  Als  er  damals  mit  Bezug  auf  den  glänzenden  Stern  (Alde- 

a)  Unter  Syzygie  sind  die  paarweise  zusammengehörigen 
größten  Elongationen  zu  verstehen,  in  denen  der  Planet,  von 
dem  mittleren  Ort  der  Sonne  auf  entgegengesetzten  Seiten  des 
Apogeums  gleichweit  entfernt,  einerseits  als  Abendstern,  ander- 
seits als  Morgenstern  erscheint. 


Apogeum  des  Merkur.  131 

baran)  der  Hjaden  anvisiert  wurde,  ergab  sich  als  sein  schein- 
barer Ort  in  Länge  )(  1^.  Nun  war  zur  genannten  Zeit^) 
der  mittlere  Ort  der  Sonne  i:^  9^45';  folglich  betrug  die 
größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  als  Abendstern  21^15'. 

Im  18*®°  Jahre  Hadrians  am  18/19.  ägyptischen  Epiphi  iia  i67 
früh  morgens  (4.  Juni  134  n.Chr.)  ergab  sich  für  den  Mer-    6 
kur  in  seiner  größten  Elongation,  als  er  bei  recht  schwachem  Hei  263 
Glänze  mit  Bezug  auf  den  glänzenden  Stern  (Aldebaran)  der 
Hyaden  anvisiert  wurde,  als  scheinbarer  Ort  \j  18^45'.   Nun 
war  zu  dieser  Zeit^)  der  mittlere  Ort  der  Sonne  TT  10®.  10 
Folglich  betrug  auch  in  diesem  Fall  die  größte  Elongation 
vom  mittleren  Ort  als  Morgenstern  21^15'. 

Da  also  nach  der  ersten  Beobachtung  der  mittlere  Ort 
des  Planeten  crc  9^45',  nach  der  zweiten  TT  10'^  war  und 
der  in  der  Mitte  zwischen  diesen  Positionen  liegende  Punkt  15 
der  Ekliptik  in  T  9^52' 30"  fällt,  so  dürfte  für  die  damalige 
Zeit  der  durch  das  Apogeum  gehende  Durchmesser  in  dieser 
Lage  anzunehmen  sein. 

Wiederum  beobachteten  wir  am  Astrolab  im  ersten  Jahre 
Antonius  am  20/21.  ägyptischen  Epiphi  (4.  Juni  138  n.Chr.)  20 
abends  den  Merkur  in  seiner  größten  Elongation  von  dem 
mittleren  Ort  der  Sonne.  Als  er  damals  mit  Bezug  auf  den 
Stern  (Regulus)  im  Herzen  des  Löwen  anvisiert  wurde,  er- 
gab sich  als  sein  scheinbarer  Ort  ^  7^.  Nun  war  zu  der 
genannten  Zeit''^  der  mittlere  Ort  der  Sonne  TT  10^30';  26 
folglich  betrug  die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  als 
Abendstern  26^30'. 

Desgleichen  ergab  sich  im  4*^^^  Jahre  Antonius  am  18/19. 
ägyptischen  Phamenoth  (2.  Februar  141  n.  Chr.)  frühmor- 
gens wieder  in  der  größten  Elongation  unter  Anvisierung  Hei  264 
mit  Bezug  auf  den  sog.  Antares  als  sein  scheinbarer  Ort  31 
^  13^30',  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  ^10^  war.^> 

a)  Für  die  Zeit  878*  195'^  7^'  berechnet  sich  nach  den  Sonnen- 
tafeln der  mittlere  Ort  mit  -o.*  9» 44' 23". 

b)  Für  die  Zeit  SSO«'  317<i  17^  ergibt  die  Nachprüfung  TT  9  <'o6'42". 

c)  Für  die  Zeit  884^319^81»  ergibt  die  Nachprüfung  TT  10<'33'28". 

d)  Für  die  Zeit  887*  197^  18^  ergibt  die  Nachprüfung  «.•  10^0'29". 


132  Neuntes  Buch,    Siebentes  Kapitel. 

Folglich  betrug  auch  in  diesem  Fall  die  größte  Elongation 
vom  mittleren  Ort  als  Morgenstern  genau  wieder  26^30'. 
Da  nach  der  ersten  Beobachtung  der  mittlere  Ort  des 
Planeten  TT  10^30',  nach  der  zweiten  :==:  10^  war  und  der 
5  in  der  Mitte  dazwischen  liegende  Punkt  der  Ekliptik  in 
d!ri'  10^15'  fällt,  so  dürfte  für  die  damalige  Zeit  der  durch 
das  Apogeum  gehende  Durchmesser  in  dieser  Lage  anzu- 
nehmen sein. 

An  der  Hand  dieser  Beobachtungen  fanden  wir  demnach, 

10  daß  das  Apogeum  ohne  wesentlichen  Fehler  in  den  10*®^  Grad 
des  Widders  oder  der  Scheren  fällt,  während  es  nach 
den  älteren  Beobachtungen,  die  bei  den  größten  Elongationen 
angestellt  worden  sind,  im  6*®"  Grade  der  nämlichen  Zeichen 
lag,  wie  sich  aus  den  erhaltenen  Mitteilungen  berechnen  läßt. 

15  Im  23*^^^  Jahre  der  Zeitrechnung  des  Dionysius^\  am  Mor- 
gen des  21.  Hydron^\  stand  nämlich  „Stilbon"  von  dem 
glänzendsten  Stern  (^)  im  Schwänze  des  Steinbocks  (Deneb 
Algedi)  drei  Mondbreiten^^  nach  Norden  zu  ab.  Es  stand 
aber   dazumal  besagter   Fixstern    nach    unseren    Anfangs- 

20  punkten,  d.  h.  nach  denjenigen,  welche  von  den  Wende-  und 

Nachtgleichenpunkten  ab  gerechnet  werden,  in  /^  22^20',^^ 

und   ebenda   selbstverständlich*'^    auch   der  Planet  Merkur, 

Hei  265  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  gegebenermaßen  ^^c  18^10' 

war.^^    Denn  der  Zeitpunkt  fiel  in  das  486*®  Jahr  seit  Na- 

25  bonassar  auf  den  17/18.  ägyptischen  Choiak  frühmorgens 
(12.  Februar  262  v.Chr.).  Folglich  betrug  die  größte  Elon- 
gation vom  mittleren  Ort  als  Morgenstern  25^50'. 


a)  Der  Zahl  x-O-'  des  griechischen  Textes  habe  ich  die  Lesart 
V.CC  des  Cod.  G  vorgezogen,  die  von  zweiter  Hand  auch  im  Cod.  D 
über  v,d'  steht,  eine  Verbesserung,  welche  schon  Böckh  (Sonnenkr. 
d.  Alten,  S.  295)  der  Übersetzung  des  Gerhard  von  Cremona  (vi- 
gesimo  primo  die  iransacto  mensis  ydros)  entnommen  hat. 

b)  Nach  dem  Sternkatalog  steht  d  Capricorni  in  S'  26*^20' 
mit  2°  südl.  Breite,  folglich  genau  4  Jahrhunderte  früher  4*^  rück- 
wärts dieses  Ortes. 

c)  Da  er  3  Mondbreiten  =  lYg®  nördlich  stand,  so  war  sein 
Ort  in  Länge  S'  22^20'  bei  V/  südl.  Breite. 

d)  Für  485^106*20^^  ergibt  die  Nachprüfung  ««  18"8'2". 


Apogeum  des  Merkur.  133 

Eine  dieser  größten  Eiongation  genau  gleichkommende 
als  Abendstern  haben  wir  unter  den  auf  uns  gekommenen 
Beobachtungen  freilich  nicht  gefunden,  aber  mit  Hilfe  von 
zwei  am  nächsten  kommenden  Elongationen  haben  wir  die 
gleichgroße  auf  folgendem  Wege  berechnet.  5 

Im  nämlichen  23*®^  Jahre  der  Zeitrechnung  des  Dionysius  Ha  ifi9 
blieb  am  Abend  des  4.  Tauron  der  Mer-  ß^ 

kur  hinter  der  Verbindungslinie    der  j\ 

Hörner  (ß  ^)  des  Stiers  drei  Mondbreiten  |  \ 

östlich  zurück,  während  sein  Vorüber-  j  \         <^k  10 

gang  an  dem  (mit  dem  Fuhrmann)  ge-  I    \         ! 

meinsamen  Stern  (ß)  in  einem  Abstand  I      \       1 

von  mehr  als  drei  Mondbreiten  nach  1       \      1 

Süden  zu  erwarten  stand,  so  daß  sein 
Ort  (in  Länge)  wieder  nach  unseren  ^J^ 
Anfangspunkten  (4^  zurück)  \i  23^  40'  \  1 

(d.  i.  gleich  der  damaligen  Länge  von  ^)  \  i 

war.    Der  Zeitpunkt  fällt  wieder  in  das  i 

486^®  Jahr  seit  Nabonassar  auf  den  30.  ^£ 

ägyptischen  Mechir^^zum  l.Phamenoth  (2 5. April 262  v.Chr.)  20 
abends,  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  y  29^30'  war.^^ 
Folglich  betrug  die  größte  Eiongation  von  dem  mittleren 
Ort  als  Abendstern  24no'. 

Im  2  8*®^  Jahre  der  Zeitrech-  p^ 

nung  des  Dionysius  stand  er  |   ^n,^  ^       25 

am  Abend  des  7.  Didymon  un-  |         ")L^ß 

gefähr  auf  einer  Geraden  mit 
den  Köpfen  (a|3)  der  Zwillinge, 
war  aber  von  dem  südlichen 
um  ^/g  Mondbreite  weniger  als 
den    doppelten    Abstand    der 

Köpfe    nach    Süden    entfernt.    ^^^^  ^^^  ^^^ 

Folglich  war  der  Ort  des  Merkur  (in  Länge)  wieder  nach  Hei  266 

a)  Die  von  Petau  und  Ideler  gegebene  Verbesserung  JWs;^ip  tqlcc- 
JcoöT^  stg  trjv  a  ^cciisvmd'  erscheint  Böckh  (a.  a.  0.  S.  296)  gewalt- 
sam, aber  absolut  gewiß.  Ich  halte  die  von  Halma  (Chron.  de  Ptol. 
p.  39)  vorgeschlagene  Umstellung  X'  slg  ti]v  a  ^ayLsyrnd"  für  aus- 
reichend,    b)  Für  485»  179*  7^^  ergibt  die  NachprüfungY  29^33' 3". 


30 


134  Neuntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

unseren  Anfangspunkten  TT  29^20'.  Es  fällt  dieser  Zeit- 
punkt in  das  491*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf  den  5/6.  ägyp- 
tischen Pharmuthi  (28.  Mai  257  v.  Chr.)  abends,  zu  welcher 
Stunde  der  mittlere  Ort  der  Sonne  TT  2^  50'  war.*>  Folglich 
5  betrug  diese  Elongation  26^30'. 

Es  betrug  demnach,  als  der  mittlere  Ort  Y  29^30'  war, 
die  größte  Elongation  24^10',  aber  26^30',  als  der  mittlere 
Ort  TT  2^50'  war.  Da  nun  die  Elongation  als  Morgenstern, 
zu  welcher  wir  die  entsprechende  gleichgroße    als  Abend- 

10  Stern  suchten,  25^50'  betrug,  so  fanden  wir  den  mittleren 
Ort,  von  welchem   die  Elongation  als   Abendstern  wieder 
25^50'  betragen  wird,  aus  der  Differenz  der  beiden  zur  Be- 
rechnung herangezogenen  Beobachtungen.     Es  beträgt  die 
Ha  170  Differenz  zwischen  den  nach  diesen  beiden  Beobachtungen 

15  gegebenen  mittleren  Örtern  (von  T  29^30'  bis  TT  2^50') 
33^20',  die  der  (beiden)  größten  Elongationen  (als  Abend- 
stern 26<^30'~-24'^10'  ==)  2^20'.  Somit  entfallen  auf  1^40', 
was  die  Differenz  von  25^50'  und  24^10'  (d.  i.  zwischen 
der  Elongation  als  Morgenstern  und  der  nicht  genügenden 

20  Elongation  als  Abendstern)  ist,  ungefähr  24*^.^)  Addieren 
wir  nun  letzteren  Betrag  zu  y  29^30',  so  werden  wir  als 
mittleren  Ort,  von  dem  die  größte  Elongation  als  Abend- 
stern ebenfalls  wieder  25^50'  wie  die  als  Morgenstern  be- 
tragen wird,  \j  23^30'  erhalten.  Folglich  liegt  der  in  die 
Hei267  Mitte  zwischen  ^  18^10'  (S.  132,  23)  und  \j  23^30'  fallende 

26  Punkt  (des  gesuchten  Apogeums)  in  y  5^50'. 

Wieder  im  24*®^  Jahre  der  Zeitrechnung  des  Dionysius 
stand  am  Abend  des  28.  Leonton  der  Merkur  nach  den  Be- 
rechnungen Hipparchs  ein  wenig  mehr  als  3^  westlich  von 

30  der  Spika,  so  daß  damals  nach  unseren  Anfangspunkten  sein 
Ort  (in  Länge  4«-f  3^10'  zurück)  11])  19<^30'  war.  Der 
Zeitpunkt  fällt  in  das  486*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf  den 
30.  ägyptischen  Payni  (23.  August  262  v.  Chr.)  abends,  zu 

a)  Für  490''214'i8''  ergibt  die  Nachprüfung  TT  2^52' 25". 

b)  Die  Differenzen  der  Elongationsstrecken  werden  sich  ver- 
halten wie  die  Differenzen  der  mittleren  Sonnenörter,  d.  i. 
2O20':l»40'  =  33«20':24^ 


Apogeum  des  Merkur.  135 

welcher  Stunde*)  der  mittlere  Ort  der  Sonne  Sl  27^50'  war. 
Folglich  betrug  die  größte  Elongation  von  dem  mittleren  Ort 
als  Abendstern  21^40',  wozu  wir  wieder  die  genau  ent- 
sprechende gleichgroße  als  Morgenstern  mit  Hilfe  von  zwei 
zu  Gebote  stehenden  Beobachtungen  berechnet  haben.  5 

Im  75*®^  Jahre  der  chaldäischen  Zeitrechnung  stand  am 
Morgen  des  14.  Dios  der  Merkur  „eine  halbe  Elle"^^  ober- 
halb der  südlichen  Wage  (cc  Zuben-el-dschenubi),  so  daß  für 
die  damalige  Zeit  nach  unseren  Anfangspunkten  (3^50'  zu- 
rück) sein  Ort  ^  14'^  10'  war.  Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  10 
512*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf  den  9/10.  ägyptischen  Thoth 
(30.  Oktober  236  v.  Chr.)  frühmorgens,  zu  welcher  Stunde^> 
der  mittlere  Ort  der  Sonne  111  5^10'  war.  Folglich  betrug  die 
größte  Elongation  als  Morgenstern  21^. 

Im  67*®^  Jahre  der  chaldäischen  Zeitrechnung  stand  amjjje*  ggg 
Morgen  des  5.  Apellaios  der  Merkur  „eine  halbe  Elle"  ober-  16 
halb  des  nördlichen  Sterns  (ß)  in  der  Stirn  des  Skorpions,  so  daß 
für  die  damalige  Zeit  nach  unserer  Zählung  (4^  zurück)  sein 
Ort  irt  2^20'  war.   Es  fällt  dieser  Zeitpunkt  in  das  504*®  Jahr 
seit  Nabonassar  auf  den  27/28.  Thoth  (19.  November  244  v.  20 
Chr.)  frühmorgens,  zu  welcher  Stunde  ®)  der  mittlere  Ort  der 
Sonne  il\  24^50'  war.    Folglich  betrug  diese  (größte)  Elon- 
gation 22^30'. 

Bei  diesen  beiden  Beobachtungen  beträgt  nun  wieder  die 
Differenz  der  mittleren  Örter  (von  111  5^10'  bis  Hl  24^50')  26 
19040',diedergrößtenElongationen(22030'  — 21^=)1«30'. 
Somit  entfallen  auf  40',  was  die  Differenz  zwischen  der  zur 
Untersuchung  herangezogenen  Elongation  von  21^40'  und 
der  kleineren  (der  beiden  letztbesprochenen)  im  Betrage 
von  21*' ist,  ungefähr  9*'.'^)  Addieren  wir  diese  9<^zu  iri5°10',  30 
so  werden  wir  als  mittleren  Ort,  bei  welchem  die  größte 
Elongation  als  Morgenstern  den  21^40'  der  größten  als 
Abendstern  genau  gleichkommt,   111  14*10'   erhalten.     Es 

a)  Für  485*299*8»^  ergibt  die  Nachprüfung  Q  27^52' 5". 

b)  Für  511*8^18^1  ergibt  die  Nachprüfung  7T],5^8'16". 

c)  Für  503»26*18'i  ergibt  die  Nachprüfung  ir|.  24<>49'28". 

d)  Nach  dem  Verhältnis  der  Differenzen  1«30' :  40'  =  ldHO':d^. 


136  l^euntes  Buch.     Achtes  Kapitel. 

liegt  also  wieder  der  in  der  Mitte  zwischen  <^  2  7^  50'  (S.  1 3  5,  l) 
Hei  269  und  1T\  14^10'  fallende  Punkt  (des  gesuchten  Apogeums) 
gerade  in  ^6^. 

Aus  diesen  Beobachtungen  und  aus  der  genauen  Anpassung 
5  des  Verlaufs  der  Erscheinungen  bei  den  übrigen  Planeten 
fanden  wir  schließlich  das  übereinstimmende  Ergebnis,  daß 
erstens  die  durch  die  Apogeen  und  die  Perigeen  gehenden 
Durchmesser  bei  den  fünf  Wandelsternen  einen  Fortschritt 
um  den  Mittelpunkt  der  Ekliptik  in  derEichtung  der  Zeichen 

10  bewerkstelligen,  und  daß  zweitens  zeitlich  dieser  Fortschritt 
gleichgroß  ist  wie  der  der  Fixsternsphäre.  Denn  wie  letztere 
Ha  172  nach  den  von  uns  geführten  Beweisen  in  100  Jahren  un- 
gefähr einen  Grad  weiterschreitet,  so  läßt  sich  auch  hier 
seit  der  durch  die  alten  Beobachtungen  gewährleisteten  Zeit, 

lf>  zu  welcher  das  Apogeum  des  Merkur  in  den  sechsten  Graden 
(von  Widder  und  Scheren)  lag,  bis  zu  der  Zeit  der  unser- 
seits angestellten  Beobachtungen,  zu  welcher  seine  Weiter- 
bewegung, weil  es  in  den  zehnten  Graden  (derselben  Zeichen) 
liegt,  ungefähr  4  Grade  beträgt,  eine  Zwischenzeit  von  un- 

20  gefähr  400  Jahren  feststellen. 

Achtes  Kapitel. 
Nachweis,  daß  der  Merkur  während  eines  Kreis- 
laufs zweimal  in  die  größte  Erdnähe  gelangt. 

Im  weiteren  Anschluß  an  diese  Ergebnisse   suchten  wir 

die  Beträge  der  größten  Elongationen  festzustellen,  welche 

eintreten,  wenn  der  mittlere  Ort  der  Sonne  im  Apogeum 

selbst  liegt,  und  dann  wieder,  wenn  er  sich  an  der  diame- 

Hei  270  tral  gegenübergelegenen  Stelle  befindet.    Hierzu  geeignetes 

26  Material  fanden  wir  unter  den  alten  Beobachtungen  nicht 
vor;  es  wurde  lediglich  aus  den  von  uns  selbst  am  Astrolab 
angestellten  Beobachtungen  gewonnen.  Für  diesen  Zweck 
dürfte  sich  nämlich  ganz  besonders  der  praktische  Wert  der 

30  mit  diesem  Instrument  möglichen  Anvisierung  zu  erkennen 
geben.     Auch  wenn  keine  von  den  Fixsternen,  deren  Posi- 


Zwei  Erdnähen  des  Merkur. 


137 


tionen  nach  vorausgegangener  Bestimmung  bekannt  sind, 
in  der  unmittelbaren  Nähe  der  zu  beobachtenden  Planeten 
sichtbar  sind,  was,  wenn  es  sich  um  den  Merkur  handelt, 
meistens  der  Fall  ist,  weil  der  größte  Teil  der  Fixsterne 
nur  selten  in  dem  gleichen  Abstände  von  der  Sonne  wie  der  5 
Merkur  sichtbar  sein  kann,  so  ist  doch  durch  die  Anvisierung 
auch  weitabstehender  Sterne  die  Möglichkeit  geboten,  die 
Positionen  der  in  Frage  kommenden  Planeten  in  Länge  und 
Breite  genau  zu  bestimmen. 

Im  19*^^  Jahre  Hadrians  stand  am  Morgendes  14/1 5.  ägyp-  10 
tischen  Athyr  (S.Oktober  134  n.  Chr.)  der  Merkur  in  seiner  Ha  i73 
größten  Elongation  bei  Anvisierung  mit  Bezug  auf  den  Stern 
(Regulus)  im  Herzen  des  Löwen  in  dem  scheinbaren  Ort 
ITp  20<*  12',  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  ri!^  9^  15'  war  *  , 
so  daß  die  größte  Elongation  19^3'  betrug.  15 

In  demselben  Jahre,  am  Abend  des  19.  Pachon  (5.  April 
135  n.  Chr.),  als  er  wieder  in  der  größten  Elongation  stand 
und  mit  Bezug  auf  den  glänzenden  Stern  (Aldebaran)  der 
Hyaden  anvisiert  wurde,  ergab  sich  als  sein  scheinbarer  Ort 
tf  4^20',  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  y  11^5'  war^\  20 
so  daß  hier  die  größte  Elongation  23^15'  betrug,  woraus  ohne  Hei27i 
weiteres  klar  hervorging,  daß  das  Apogeum  des 
Exzenters  in  den  Scheren  lag,  nicht  im 
Widder.«) 

Diese  Punkte  sollen  gegeben  sein.    Der  durch 
das  Apogeum  gehende  Durchmesser  sei  ABT;  als 
Mittelpunkt  der  Ekliptik,  wo  sich  das  Auge  be- 
findet, sei  B  angenommen,  A  als  der  Punkt  unter 
^  10^,  r  als  der  Punkt  unter  Y  10«.    Um  A  und      ^k 
r  beschreibe  man  gleichgroße  Epizyklen;  auf  dem         \        30 
einen  soll  A   (d.  i.  der  Punkt  der  größten  Elon-  /^^\i 
gation  als  Morgenstern)  liegen,  auf  dem  anderen  E  (   r^p 
(d.  i.  der  Punkt  der  größten  Elongation  als  Abend-  \J_^ 

a)  Für  881*73*18'»  ergibt  die  Nachprüfung  ^tl  9^14' 64". 

b)  Für  881»258d6yg'»  ergibt  die  Nachprüfung  T  11** 7' 5". 

c)  Das  Apogeum  liegt  dort,  wo  die  größte  Elongation  unter 
dem  kleineren  Winkel  erscheint. 


138  Neuntes  Bucli.     Achtes  Kapitel. 

stern).    Alsdann  ziehe  man  von  B  aus  an  diese  Epizyklen 
die  Tangenten  B  A  und  B  E  und  fälle  von  den  Mittelpunkten 
aus  auf  die  Berührungspunkte  die  Lote  AA  und  FE. 
Da  also  in  den  Scheren  die  größte  Elongation  vom  mitt- 
5  leren  Ort  als  Morgenstern  mit  19*^3'  beobachtet  wurde,  so 
ist  (als  Zentriwinkel  am  Mittelpunkt  der  Ekliptik) 
i  A;BA  =  190  3'  wie  4E=360^ 
=  38° 6'  wie  5i^  =  360^ 
Ha  174  mithin      fc  AA  =  38H'  wie  ©  AAB  =  360^ 

Hei  273  also      sAA  =  39P9'  wie        /»AB  =  120^. 

11  Da  ferner  im  Widder  die  größte  Elongation  vom  mittleren 
Ort  als  Abendstern  mit  23^15'  beobachtet  wurde,  so  ist 

/,  rBE  =  23'>15'  wie  4J?  =  360^ 
=  46'»  30'  wie  5  22  =  360*, 
15  mithin      6rE  =  46«30'  wie  ©  rEB  =  360«, 

also       s  FE  =  47^22'  wie       /^B^  =  120P. 

Weil  nun  A  A  und  FE  als  Halbmesser  des  Epizykels  einan- 
der gleich  sind,  so  ist  auch  FE  =  39^9'  wie  AB  =  120^, 
und  in  demselben  Maße  (nach  dem  Verhältnis  39^9' :  47^  22' 

20  =x:120P)  BF  =  99P9',  mithin  die  Strecke  AF  als  Summe 
(AB  +  BF  =)  219^9'.  Halbiert  man  nun  diese  Strecke  in 
Punkt  Z,  so  wird  in  demselben  Maße  AZ(=ZF)  gleich 
109^34'  sein,  und  die  Verbindungslinie  zwischen  den  Punkten 
B  und  Z  (als  AB  —  AZ)  gleich  10^25'. 

25  Hieraus  wird  zunächst  zweierlei  klar:  Punkt  Z  ist  ent- 
weder das  Zentrum  des  Exzenters,  auf  welchem  jederzeit  der 
Mittelpunkt  des  Epizykels  liegt,  oder  es  ist  der  Punkt,  um 
welchen  sich  das  Zentrum  des  besagten  Exzenters  bewegt^^; 
denn  einzig  und  allein  unter  einer  dieser  beiden  Voraussetzun- 

30  gen  kann  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  in  jeder  der  beiden 
gegebenen  diametral  gegenübergelegenen  Stellungen  (A  und 
F)  gleichweit,  wie  (mit  AZ  =  7.^^  bewiesen  wurde,  von 
Punkt  Z  entfernt  sein. 


a)  In  der  Epizykelstellung  A  würde  das  bewegliche  Zentrum 
ebensoweit  oberhalb  Z  liegen,  wie  es  bei  der  Epizykelstellung  f 
unterhalb  Z  zu  liepfen  kommen  würde. 


Zwei  Erdnähen  des  Merkur.  ]39 

Allein  wenn  Z  direkt  das  Zentrum  des  Exzenters  wäre,  auf 
welchemjederzeit  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  liegt,  so  wäre  Ha  175 
erstens  dieser  Exzenter  ein  festbleibender,  und  zweitens 
würde  von  allen  Stellungen   (des  Epizykels  auf  einem  fest- 
bleibenden Exzenter)  die  im  Widder  (d.  i.  in  f)  die  erd-  Hei 273 
nächste  sein,  weil  von  allen  Linien,  welche  sich  von  B  (dem  6 
Auge)  aus  nach  dem  um  Z  beschriebenen  Kreis  ziehen  lassen, 
die  Gerade  Bf  (nach  Eukl.  III.  7)  die  kürzeste  ist.    Nun 
wird  aber  die  Stellung  im  Widder  nicht  ausschließlich  als 
die  erdnächste  gefunden,  sondern  noch  näher  als  diese  und  10 
einander  nahezu  gleich  sind  die  Erdnähen  in  den  Zwil- 
lingen und  im  Wassermann.   Hieraus  geht  klar  hervor, 
daß  sich  das  Zentrum  des  besagten  (den  Epizykel  tragenden) 
Exzenters  um  den  Punkt  Z  in  einer  der  Herumleitung  des 
Epizykels  entgegengesetzten  Richtung,  d.  i.  gegen  die  15 
Richtung  derZeichen,  während  eines  (Epizykel-)Umlaufs  gleich- 
falls einmal  herumbewegt.    Auf  diese  Weise  wird  nämlich 
während  dieses  Umlaufs  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  zwei- 
mal in  die  größte  Erdnähe  gelangen. 

Daß  aber  in  den  Zwillingen  und  im  Wassermann  der  Epi-  20 
zykel  in  größere  Erdnähe  gelangt  als  bei  der  Stellung  im 
Widder,  geht  ohne  weiteres  aus  den  oben  mitgeteilten  Beob- 
achtungen klar  hervor.  Bei  der  Beobachtung  im  1 6*®°  Jahre 
Hadrians  am  16.  Phamenoth  (2.  Februar  132  n.Chr.)  betrug 
nämlich  die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  als  Abend-  25 
Stern  (S.  131,4)  21^^15',  bei  der  im  4*«^  Jahre  Antonius  am 
18.  Phamenoth  (2.  Februar  141  n.  Chr.)  die  größte  Elonga- 
tion vom  mittleren  Ort  als  Morgenstern  (S.  132,2)  26^30', 
während  bei  beiden  Beobachtungen  der  mittlere  Ort  der 
Sonne  ^  10^  war.  30 

Ferner  betrug  bei  der  Beobachtung  im  1 8*®^  Jahre  Hadrians 
am  19.  Epiphi  (4.  Juni  134  n.  Chr.)  die  größte  Elongation 
vom  mittleren  Ort  als  Morgenstern  (S.  131,12)  21^15',  bei 
der  im  ersten  Jahre  Antonius  am  20.  Epiphi  (4.  Juni  138  Hei  274 
n.  Chr.)  die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  als  Abend-  35 
Stern  (S.  131,2?)  26^30',  während  bei  diesen  beiden  Beob- 
achtungen der  mittlere  Ort  der  Sonne  TT  10*^  war.  Ha  i76 


140  Neuntes  Buch.    Neuntes  Kapitel. 

Folglich  beträgt  sowohl  im  Wassermann  wie  in  den  Zwil- 
lingen die  Summe  der  nach  entgegengesetzter  Richtung  ein- 
getretenen größten Elongationen  (21<*15'  +  26^ 30'=) 47^45', 
während  die  Summe  der  beiden  Elongationen  im  Widder 
5  nur  (2  x  23^15'  =)  46^30'  ausmacht;  denn  die  Elongation 
(im  Widder)  als  Abendstern,  welche  (nach  dem  S.  127,30  ge- 
führten Beweis)  gleich  ist  der  Elongation  als  Morgenstern, 
ist  (S.  137,21)  mit  nur  23^15'  beobachtet  worden. 

Neuntes  Kapitel. 
Das  Verhältnis  der  Exzentrizität  und  die  zahlen- 
mäßige Größe  des  Epizykels  des  Merkur."") 

Nachdem  diese  einleitenden  Erörterungen  erledigt  sind, 

10  bleibt  noch  der  Nachweis  zu  führen,  erstens,  um  welchen 
Punkt  der  Strecke  AB  die  jährliche  Wiederkehr  des  Epi- 
zykels in  gleichförmiger  Bewegung  in  der  Richtung  der 
Zeichen  vor  sich  geht,  und  zweitens,  welchen  Abstand  von 
Punkt  Z   das   Zentrum  des    (beweglichen)   Exzenters    hat, 

15  welcher  die  (mit  dem  Epizjkelumlauf)  gleichzeitige  Wieder- 
kehr gegen  die  Richtung  der  Zeichen  bewerkstelligt. 

Zur  Feststellung  dieser  beiden  Punkte  haben  wir  wieder 
zwei  Beobachtungen  von  größten  Elongationen  als  Morgen- 
stern und  als  Abendstern  zur  Benutzung  mit  herangezogen ; 

20  allein  bei  beiden  war  der  mittlere  Ort  vom  Apogeum  beider- 
Hei275  seits  gleichweit  90^  entfernt,  was  die  Stelle  ist,  in  welcher 
das  Maximum  der  Differenz  der  auf  die  Ekliptik  bezogenen 
Anomalie  eintritt  (I  155,  ll). 

Im  14*®^  Jahre   Hadrians   hatte   der   Merkur  am  Abend 

26  des  18.  ägyptischen  Mesore  (4.  Juli  130  n.  Chr.),  wie  wir 
in  den  von  Theon  entnommenen  Beobachtungen  gefunden 
haben,  nach  Theons  Angabe  seine  größte  Elongation  von 
der  Sonne,  während  er  hinter  dem  Stern  (Regulus)  im  Her- 

a)  Die  Kapitelüberschrift  des  Originals:  IIsqI  tov  Xoyov  yial 
Tfjg  TCriXiTiotriros  r&v  xov  tov  'Eq^iov  ccvco^ccXlcöv  steht  weder  im 
Einklang  mit  dem  Inhalt  dieses  Kapitels  noch  mit  den  ent- 
sprechenden Kapitelüberschriften  bei  den  anderen  Planeten. 


Exzentrizität  nnd  Epizykel  des  Merkur. 


141 


zen  des  Löwen  3^50'  östlich  zurückblieb.  Folglich  stand 
er  nach  unseren  Anfangspunkten  ohne  wesentlichen  Fehler 
in  (Sl  2^30'  -f  3<^50'  =)  ^  6^20',  während  der  mittlere 
Ort  der  Sonne  damals*)  6}  10^5'  (d.  i.  90^  von  T  10^  ent- 
fernt) war,  so  daß  die  größte  Elongation  als  Abendstern  Ha  m 
26^15'  betrug.  6 

Jm  2*^°  Jahre  Antonins  fanden  wir  in  der  Morgendämmerung 
zum  24.  ägyptischen  Mesore  (8.  Juli  139  n.  Chr.),  als  wir 
am  Astrolab  die  größte  Elongation  des  Merkur  beobachteten 
und  ihn  mit  Bezug  auf  den  glänzenden  Stern  (Aldebaran)  10 
der  Hjaden  anvisierten,  als  (scheinbaren)  Ort  TT  20^5', 
während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  wieder  69  10^20'  war^) 
so  daß  die  größte  Elongation  als  Morgenstern  20^15'  betrug. 

Diese  Punkte  sollen  gegeben  sein.  Es  sei  AZBF 
wieder  der  durch  ^10*^  und  Y  10^  gehende  Durchmesser  15 
(des  festbleibenden  Exzenters).  Angenommen  sei,  wie  an 
der  vorigen  Figur,  A  als  der  Punkt,  in  welchem  sich  der 
Mittelpunkt  des  Epizykels  befindet,  wenn  er  unter  ^  10^ 
steht,  und  f  als  der  Punkt,  in  welchem 
er  sich  befindet,  wenn  er  unter  Y  10° 
steht.  Der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  sei 
B  und  Z  der  Punkt,  um  welchen  das 
Zentrum  des(be weglichen)Exzenters  seinen  ■'^..-_ 
Fortschritt  gegen  die  Eich tung  der  Zeichen 
bewerkstelligt."^ 

I.  Zunächst  sei  die  Aufgabe  gestellt, 
den  Abstand  zu  finden,  welchen  von  Punkt 
B  das  Zentrum  (H)  (des  festbleibenden 
Exzenters)  hat,  um  welches  wir  die  gleich- 
förmige Bewegung  des  Epizykels  in  der 
Richtung  der  Zeichen  vor  sich  gehen  lassen 


ff 


Hei  276 


a)  Für  876*347*8^   ergibt  die  Nachprüfung  Q10^T2". 

b)  Für  885»352'il6^  ergibt  die  Nachprüfung  Q  13*^11' 9". 

c)  Zum  Verständnis  der  Lage  des  Epizykels  auf  der  Peripherie 
A0  des  beweglichen  Exzenters  ist  das  derzeitige  Zentrum  M 
dieses  Exzenters  angedeutet.     Vgl.  die  nächste  Figur, 


142  Neuntes  Buch.    Neuntes  Kapitel. 

A.  Es  sei  also  dieses  Zentrum  der  Punkt  H.    Man  ziehe 

durch  H  unter  rechtem  Winkel  zu  AT  eine  Leitlinie,  damit 

sie  (in  ihrem  Endpunkt)  vom  Apogeum  (d!;^  10^  bis  Q  10^) 

einen  Abstand  von  90^  habe,  und  nehme  auf  ihr  den  nach 

5  den  vorgelegten  Beobachtungen  (der  Lage  nach)  gegebenen 

Epizykelmittelpunkt  in  0   an,  weil  nach  ihnen  auch  der 

Ha  178  mittlere  Ort  der  Sonne  in  ^  10"  von  dem  Apogeum  (^  10^) 

90^  entfernt  ist.     Nachdem  man   um  0  den  Epizykel  KA 

beschrieben,  ziehe  man  an  ihn  von  B  aus  die  Tangenten  BK 

10  und  B  A  und  hierauf  noch  die  Verbindungslinien  0  Ä  und  0  K. 

Da  bei  dem   gegebenen   mittleren  Ort  die   größte  Elon- 

gation  von  demselben  als  Morgenstern  mit  20^15',  und  die 

größte  als  Abendstern  mit  26^15'  vorliegt,  so  ist 

Hei  277  /.  KB A  =  46^30' wie  412  =  360^ 

15         mithin  /,  K  B 0  =  46«  30'  wie  2B  =  360«,  weil  halbsogroß'"' ; 

folglich  6  0K  =  46«3O' wie  ©BK0  =  36O«, 

also  s0K  =  47^22' wie       ÄB0  =  12O^. 

Setzt  man  ephmGK  =  SQ^  9'  wie  82-10^25',   (s.S.  138,18.24) 
so  wird  B0  =  99P  9'. 

20  Nun  beträgt  die  Differenz  der  vorgelegten  größten  Elon- 
gationen  (26*^15'—  20^15'  =)  6^  d  i.  (in  der  vorliegenden 
Entfernung  vom  Apogeum)  das  Doppelte  von  der  Differenz 
der  auf  die  Ekliptik  bezogenen  Anomalie.'^  Gemessen  wird 
diese  Differenz  von  dem  /.  B  0  H,  wofür  der  Beweis  von  uns 

25  oben  (S.  128,22)  erbracht  worden  ist.    Demnach  ist 

l,  B0H=  30        wie  4B  =  360«, 

=  6°        wie  2B  =  SQ0\ 

folglich      6BH=  6«        wie©BH0  =  360«, 

Ha  179  also       sBH=  6^17' wie        äB0  =  12OP. 

30  Setzt  man  60  =  99^  9' wie  82  =  10^25', 

so  wird  BH=   5^12'  in  diesem  Maße. 


a)  Die  beiden  in  Punkt  B  gebildeten  Winkel  sind  einander 
gleich,  also  Hälften  des  ganzen  /,  K  B  A,  weil  sie  in  kongruenten 
rechtwinkligen  Dreiecken  liegen. 


Exzentrizität  und  Epizykel  des  Merkur. 


143 


Folglich  ist  B  H  ohne  wesentlichen  Fehler  halbsogroß  wie 
BZ,  mithin  jede   der  beiden  Strecken  BH  und  HZ  gleich  Hei  278 
5^12'  in  dem  Maße,  in  welchem  der  Halbmesser  des  Epizy- 
kels  39P9'  beträgt. 

B.  Weiter  ziehe  man  an  derselben  Figur  durch  Z  nach  ö 
der  der  Geraden  H  0  entgegengesetzten  Richtung  rechtwinklig 
zu  Ar  die  Gerade  ZMN,   auf  welcher  zu  dem  damaligen 
Zeitpunkt  selbstverständlich  das  Zentrum  (M)  des  Exzenters 
liegen  muß,  auf  dem  sich 

der    Epizykelmittelpunkt  y"  .  "\  10 

0  befindet,  weil  die  ent- 
gegengesetzt verlaufende 
Bewegung  der  Leitlinien 
H0  und  ZN  gleichzeitig   ^r 
zu  dem  gemeinsamen  Aus- 
gangspunkt (A)   zurück- 
kehrt.     Man    trage    der 
Strecke   Zf*^   gleich   die 
Strecke   ZN   ab,  so  daß 
ZN    ebensogut    wie    ZT 
gleich  sei  der  Summe  des 
Halbmessers  (H  f)  des  Exzenters  und  der  Verbindungslinie 
(HZ)  zwischen  den  (wechselnden)  Zentren  des  (beweglichen) 
Exzenters  und  Punkt  Z.    Nun  setze  man  auf  ZN  das  Zen- 
trum des  (beweglichen)  Exzenters  fest  —  dasselbe  sei  der  Punkt  Hei  279 
M  —  und  ziehe  die  Verbindungslinie  Z0.  26 

Da  /-MZH  (nach  Konstruktion)  ein  Rechter  und  auch 
/.0ZH   ohne  wesentlichen  Fehler^)  gleich   einem  Rechten 
anzunehmen  ist,  so  daß  die  Strecke  NZ0  von  einer  Geraden 
ganz  unwesentlich  abweicht,  da  ferner  (S.  13 8, 23  U.S.  142,19)  30 
nachgewiesen  ist,  daß 

a)  Der  griechische  Text  bietet  ZA  hier  und  nochmals  weiter 
unten,  was  unmöglich  richtig  ist,  weil  ZA  nicht  die  Summe 
(HT-f  HZ),  sondern  die  Differenz  (HA -HZ)  der  in  Betracht 
kommenden  Strecken  ist. 

b)  Wegen  der  verhältnismäßigen  Kleinheit  der  Kathete  HZ 
des  rechtwinkligen  A  Z  H  0. 


15 


20 


X44  Neuntes  Buch.     Neuntes  Kapitel. 

ZN^Zr=109P34')     .^  ,p,, 

Z0  =  B0=    99P    9'J  ^       ^ 

SO  ist  NZ0  =  208^43'  als  Summe, 

mithin  1/3  N0  =  104^22'. 

5  Die  Hälfte  von  N0  ist  aber  der  Exzenterhalbmesser 
MN  (=  MZ0),  so  daß  für  die  Strecke  ZM  (=  MZ0-Z0) 
zwischen  den  Zentren  als  Best  (104^22'-  99^9'=)  5^12' 
verbleibt. 

In  demselben  Maße  war  (S.  143,2)   auch   BH  und  HZ 
Ha  180  gleich  5p  1 2'  nachgewiesen  worden.    Folglich  sind  wir  zu 
11  dem  Ergebnis  gelangt,  daß  in  dem  Maße^  in  welchem  der 
Halbmesser  des  Exzenters   104^22'  beträgt,  jede  Verbin- 
dungslinie zwischen  den  Zentren  gleich  5^12'  und  der  Halb- 
messer des  Epizykels  gleich  39^9'  ist. 
15       Setzt  man  schließlich  den  Exzenterhalbmesser  gleich  60^, 
so  wird  in  diesem  Maße  jede  Verbindungslinie  zwischen  den 
Zentren  3^   und   der  Epizykelhalbmesser  22^30'   betragen, 
was  nachzuweisen  war. 

IL  Wenn  wir  diese  Größen  als  gegeben  annehmen,  so 

20  müssen  auch  die  in  den  (beiden)  größten  Erdnähen  ein- 
tretenden größten  Elongationen  mit  den  durch  die  Beob- 
achtung (S.  140,  3)  festgestellten  Beträgen  übereinstimmen, 
d.  h.  wenn  der  mittlere  Ort  in  ^  10^  oder  TT  10^  liegt  und 
Hei  280  somit  die  Entfernung  von  dem  Apogeum  die  Seite  des  (um- 

25  schriebenen)  Dreiecks  (d.  i.  1  20")  beträgt,  muß  der  Winkel 
am  Auge,  welcher  den  Epizykel  unterspannt,  ohne  wesent- 
lichen Fehler  47^45'  betragen.  Daß  diese  Übereinstimmung 
vorhanden  ist,  dürften  wir  auf  folgendem  Wege  in  Erfahrung 
bringen. 

30  Es  sei  ABFAE  der  durch  das  Apogeum  gehende  Durch- 
messer, auf  welchem  A  als  der  am  Apogeum  liegende  Punkt 
angenommen  sei,  B  als  der  Punkt,  um  welchen  das  Zentrum 
des  (beweglichen)  Exzenters  den  Fortschritt  gegen  die  Rich- 
tung der  Zeichen  vollzieht,  T  als  der  Punkt,  um  welchen  der 

35  Mittelpunkt  des  Epizykels  den  Fortschritt  in  der  Richtung 


Exzentrizität  und  Epizjkel  des  Merkur. 


145 


Hei  281 


der  Zeichen  vollzieht,  endlich  A  als  der  Mittelpunkt  der 
Ekliptik.  Es  sollen  beide  Bewegungen  um  die  ihnen  eigenen 
Zentren  gleichförmig  und  gleichzeitig 
von  dem  Apogeum  aus  nach  entgegen- 
gesetzter Richtung  die  Seite  des  (um- 
schriebenen) Dreiecks  (d.  h.  einen  Zentri- 
winkel von  120°)  zurückgelegt  haben; 
VZ  sei  die  Leitlinie  des  Epizykels,  BH 
die  Leitlinie  des  Zentrums  des  (beweg- 
lichen) Exzenters,  H  sei  das  Zentrum 
des  letzteren,  Z  der  Mittelpunkt  des 
Epizykels.  Nachdem  man  um  Z  den 
Epizykel  beschrieben,  ziehe  man  an  den 
letzteren  die  Tangenten  A0  und  AK^ 
hierauf  die  Verbindungslinien  PH  und 
AZ,  Z0  und  ZK,  und  fälle  von  A  auf  TZ  das  Lot  AA. 
Es  soll  bewiesen  werden,  daß 

Z.  0AK  =  47^45'  wie  4i?=360^ 


1.  Da  jeder  der  beiden  Winkel  ABH  und  ATA  die  Seite 
des  (umschriebenen)  Dreiecks  unterspannt,  so  ist  20 

^ABH  =  MrA  =  120o|   ^i,^^^i8o», 
/,rBH  =  /.  ArA=    60M 
mithin  ^BHr-f-/,BrH  =  120<^  als  Ergänzung  zu  180^») 

Nun  ist  /_  B  H  r  =  /,  B  TH ,  weil  B  T  =  B H   nach  Annahme, 
demnach  /.  B  H  T  =  /.  B  TH  =  60«  wie  2B  =  180^  25 

folglich  A  B  r  H  gleichwinklig  und  gleichseitig. 


2.  Da  ferner    (weil   auch  ==  60«)   Z-ATA^iLBTH,    so 
liegen  die  Punkte  H,  Fund  Z  auf  einer  Geraden  (HZ). 

Nun  ist  6a;ÄmHZ  =  60P  wie  vblTH  u.  rA  =  3P,  (S.  144,15) 
mithin  TZ  =  H Z  -  f  H  =  67P  in  demselben  Maße.       30 


a)  D.  i.  zur  Erfüllung  der  Gradsumme  der  drei  Winkel  des 
Dreiecks  BPH. 


PtolemäuB,  übers,  v.  Manitiua.  II. 


10 


146  Neuntes  Buch.    Zehntes  Kapitel. 

3.  Es  ist  weiter  (s.  S.  145,22) 

/,ArA=    60®         wie  4JR  =  360^ 
Hei  282  =120®         wie  5JK  =  360<'; 

,        f    sAA  =  103^65'!     .  .p.       ,«„p 

Ha  182  Setzt  man  rA=     3^        wierZ  =  67P, 

so  wird  AA=      2^36'    und  rA=    1^30'; 

10  mithin  AZ  =  TZ -TA  =  55^30' in  demselben  Maße. 

Nun  ist        AZ*4-AA=  =  AZ*, 

folglich       Ä  A Z  =    55P  34'  wie  ephm  Z  0  u.  Z  K  =  22^  30\ 

(S.  144,  17) 
Setzt  man      hAZ  =  120^, 

so  wird       sZ0u.sZK=   48^35'  in  diesem  Maße, 

(i 

folglich        /.  0AK=  47®46'  wie  4E  =  360° als  Summe, 
was  zu  beweisen  war. 


^^  mithin^)      I  f  7^?}  =   ^^'^6'  ^i«  ^-B  =  360» 


Zehntes  Kapitel. 
Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  des  Merkur. 

Hei  283  Im  Anschluß  an  diese  Beweisführungen  handelt  es  sich 
20  weiter  darum,  die  periodischen  Bewegungen  des  Merkur  und 
seine  Epochen  (Kap.  11)  festzustellen.  Was  die  Bewegungen 
in  Länge  anbelangt,  d.  s.  diejenigen,  welche  den  Epizjkel 
gleichförmig  um  das  Zentrum  f  herumtragen,  so  sind  die- 
selben ohne  weiteres  als  mit  denen  der  Sonne  identisch  ge- 
25  geben.  Dahingegen  haben  wir  die  Bewegungen  in  Anomalie, 
d.  s.  diejenigen,  welche  den  Planeten  auf  dem  Epizykel  um 
den  Mittelpunkt  desselben  herumtragen,  aus  zwei  durchaus 


a)  Mit  Überspringung  der  den  Sehnentafeln  zu  entnehmenden 
Bogen,  von  denen  die  Winkel  als  Peripheriewinkel  der  um  die 
rechtwinkligen  Dreiecke  gezogenen  Kreise  überspannt  werden. 


Korrektion  der  Bewegungen  des  Merkur.  147 

sicheren  Beobachtungen  gewonnen.  Die  eine  ist  den  zu  unserer  Ha  iss 
Zeit  aufgezeichneten  entnommen,  die  andere  aus  der  Zahl 
der  alten  ausgewählt. 

I.  Im  2*®"  Jahre  Antonius,  welches  in  das  886*®  Jahr  seit 
Nabonassar  fiel,   haben   wir   am   2/3.  ägyptischen   Epiphi  6 
(17.  Mai  139  n.  Chr)  den  Merkur  am  Astrolab  beobachtet, 
als  er  noch  nicht  zur  größten  Elongation  als  Abendstem 
gelangt  war.    Bei  der  Anvisierung  mit  Bezug  auf  den  Stern 
(Regulus)  im  Herzen  des  Löwen  ergab  sich  als  sein  eigener 
scheinbarer  Ort  TT  17^30';  zu  gleicher  Zeit  blieb  er  hinter  10 
dem  Zentrum  des  Mondes  1^10'  östlich  zurück.    Der  Zeit- 
punkt fällt  für  Alexandria  AV^  Äquinoktialstunden  vor  der 
Mitternacht   auf  den  dritten   (d.  i.  7^30"^  abends),   da  am 
Astrolab  iTp  0^5'  kulminierte,  während  die  Sonne  in  \j  23^ 
stand.   Für  diese  Stunde*^  war  nach  den  von  uns  bewiesenen  Hei  284 
Unterlagen  (d.  i.  nach  den  Sonnen-  und  Mondtafeln)  16 

der  mittlere  Ort  der  Sonne  ^  22^34' 

der  mittlere  Ort  des  Mondes  TT  12^14' 

die  Entfernung  in  Anomalie  von  dem  Apogeum 

des  Epizykels  281^20'   20 

somit  der  genaue  Ort  des  Mondzentrums^)  m7^10' 

der  scheinbare  Ort ^)       „  „  m6^20'. 

Folglich  war  der  Ort  des  Merkur  auch  hiernach,  weil  er 
1®  10'  hinter  dem  Mondzentrum  östlich  zurückblieb,  TTl  7^  30'. 

Dieses   Ergebnis  sei   zugrunde    gelegt.     Der   durch   das  25 
Apogeum  und  das  Perigeum  gehende  Durchmesser  sei  ABFAE; 
auf  demselben  sei  A  als  der  am  Apogeum  liegende  Punkt 
angenommen,  B  als  der  Punkt,  um  welchen  das  Zentrum 
des  (beweglichen)  Exzenters  den  Fortschritt  gegen  die  Rich- 
tung der  Zeichen   vollzieht,    f  als  der  Punkt,  um  welchen  30 
der  Mittelpunkt  des  Epizykels  den  Fortschritt  in  der  Rieh-  Ha  i84 
tung  der  Zeichen  vollzieht,  endlich  A  als  der  Mittelpunkt 


a)  Für  885*301^71/2^  ergibt  die  Nachprüfung:  «  22*34' 9", 
ni2<'26'2l",  281<>32'48".  Die  Differenz  hinsichtlich  der  Mond- 
örter  in  Länge  und  Anomalie  entzieht  sich  einer  Erklärung. 

b)  Durch  die  Längenparallaxe  vermindert,  weil  der  Mond 
westlich  des  Meridians  stand. 

10* 


148 


Neuntes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 


Hei  285 


10 


15 


Ha  185 
Hei  286 


der  Ekliptik.    Der  Mittelpunkt  Z  des  Epizykels  soll  unter 
der  Leitlinie  TZ  um  den  Punkt  f  den  (überstumpfen)  LfKVZ 

zurückgelegt  haben,  das  Zen- 
trum H  des  (beweglichen) 
Exzenters  unter  der  Leitlinie 
BH  um  den  Punkt  B  den 
(überstumpfen)  /.  A  B  H ,  der 
natürlich  infolge  der  in  gleich- 
langer Zeit  vor  sich  gehen- 
den Bewegungen  stets  dem 
Z.  A  rZ  gleich  ist.  Nachdem 
man  um  Z  den  Epizykel  0KA 
beschrieben,  sei  der  Planet  in 
Punkt  A  angenommen.  Nun 
ziehe  man  die  Verbindungs- 
linien FH,  HZ,  AZ,  ZA,  AA  und  fälle  von  den  Punkten  H 
und  A  aus  auf  die  Verlängerung  der  Geraden  FZ  0  die  Lote 
H  M  und  AN,  und  auf  die  Gerade  AA  von  Z  aus  das  Lot  ZZ. 
Es  sei  die  Aufgabe  gestellt,  den  Epizykelbogen  zu  finden, 
20  welcher  sich  von  dem  Apogeum  0  bis  zu  dem  Planeten  in 
Punkt  A  erstreckt. 

1.  Da  der  mittlere  Ort  der  Sonne  damals  \j21^Z4!  war 
und  das  Perigeum  des  Planeten  nahezu  in  Y  10*^  liegt,  so 
daß  sein  mittlerer  Ort  in  Länge  von  dem  Perigeum   selbst 
25  42*^34'  entfernt  war,  so  ist  (ebenso  wie  der  /.APN) 
/.rBH  =  42°W     wie  4_R  =  360^ 
=  85«  8'     wie  ^E-360^ 
Nun  ist    /,BHr  =  /.  BPH,  weil  jederzeit  Br  =  BH: 
folglich    /.  BHr=137<'26' 
6rH=    85<>   8' 
&Br  =  137®26' 
srH=    81^10' 
sBr  =  lllP49' 


30 


«[ 


mithin 


also 


wie  5E  =  360V) 
wie  (g)rBH  =  360^ 

wie  c?w  =  120P. 


a)  Da  ^  PBH  an  der  Spitze  des  gleichschenkligen  Dreiecks 
mit  42°34'  wie  4i?  =  360^  gegeben  ist,  so  eutfällt  auf  jeden  der 
beiden  Winkel  an  der  Grundlinie  %  (180^-420  34')  =  68M3' 
oder  137°  26'  wie  ^ii  =  360". 


Korrektion  der  Bewegungen  des  Merknr.  149 

Setzt  man  B  T  =  3^  (wie  exhm  H  Z  =  60^), 

so  wird  rH  =  2Pll'    in  demselben  Maße. 

2.  Es  ist  weiter  (weil  dem  L  BHV  gleich) 

/_BrH  =  137"26'     wie  ^72  =  3600, 
ferner  /_BrM=   So*»   8'     wie  ^E  =  360",*^  5 

folglich  /_HrM=    52 •'IS'     als  Differenz, 

(    5HM=    52M8'\  _.     ^PMW      Qßno 
^^t^^M    ,6rM  =  127042'r^'®'^"  =  '''' 

also!    ^"^=   ^2'^^'lwie'^rH  =  120P. 

^^^^1    ,srM  =  107P43')  10 

Setzt  man       Ä  r  H  =     2^  11'    wie  exhm  H  Z  =  60^,  (s.  Z.  2) 
so  wird         HM=     0^58'     nndrM  =  lP58'. 

(Nun  ist        HZ2-HM2  =  MZ2) 
mithin         MZ  =  60P,  weil  unbeträchtlich  <ÄHZ, 
folglich  rZ  =  MZ-rM  =  58P2'.  15 

3.  Ferner  ist  (als   mittlere   Entfernung  vom   Perigeum 
S.  148,  25  gegeben) 

/_ArN  =  85<'   8'     wie^J^  =  360^ 
5AN  =  85o   8'1      .^        ^^^^ 
,&rN  =  94°52'J  ^  ^      '  20 


mithin 
also 


SAN  =  81P10'1      .^^rA  =  120P. 
l'J 


,s  TN  =  88^23' 

Setzt  man  TA  =    3^         wie  TZ  =  58^  2',^^ 

so  wird  AN=    2^  2'     und  TN  =    2^13', 

folglich  ZN  =  rZ- TN  =  55^49'.                                     Hei  287 

(Nun  ist  ZN2-f  AN2  =  AZ2)                                              26 

mithin  hAZ=   55^51'     wie  ep7im  =  22^30'.                    Ha  186 

Setzt  man  ;iAZ  =  120P, 

so  wird  s  A  N  =      4^  22'     in  diesem  Maße, 


a)  Weil  als  Scheitelwinkel  gleich  L  ATN.     S.  S.  148,25. 

b)  Daß  rA  =  3P  wie  der  Halbmesser  HZ  des  den  Epizykel 
tragenden  Exzenters  =  60p,  in  dessen  Maße  FZ  =  58? 2',  ist 
S.  144, 15  nachgewiesen  worden. 


150 


Neuntes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 


mithin      6AN=   4»  11'  wie  ©ANZ  =  360", 

also  /_AZN=   4<>11'  wie<8i2  =  360^ 

(Nun  war  /,  ArN  =  85»  8'  wie  5i5  =  360'>) 

folglich  /,  EAZ  =  89°19'  als  Summe.     (Eukl.  I.  32) 

5  4.  Weil  damals  die  scheinbare  Entfernung  des  Planeten 
vom  Perigeum  (T  10<>  bis  TT  17^  30')  67^  30'  (wie  4R=  360<^) 
betrug,  so  ist 

/,EAA  =  135«  wie  ^i2  =  360°. 

(Nun  war  /,EAZ=    89°  19'     wie  <2i^  =  360°) 
10  folglich  /.ZA A=   45° 41'     als  Differenz, 

mithin       6ZE=   46°41'    wie  ©ZEA^SÖO", 
also       sZ=.=   46^35'     wie  äAZ  =  120P. 

Setzt  man      hAZ=   55^51' 
so  wird      sZ==   21^41' 


wie  cpÄw  ZA  =  22^30', 
in  demselben  Maße. 


16 


Hei  288 


Setzt  man 

so  wird 

mithin 


ÄZA  =  120P, 
sZH  =  115^39' 
&Z£  =  149°   2' 


also  /.ZAHi=149°   2' 
Nun  war  /,ZAA=   45041' 


in  diesem  Maße, 
wie  ©Z  =  A  =  3600, 
wie  2B  =  3600. 

wie  5JB  =  360° 


20 


Ha  187 


(mithin  /.  AZK  =  1940  43'  als  Summe.)    (Eukl.  I.  32) 

Ferner  war  /,  0ZK=     4<^11'  wie  ^E  =  360V^ 

folglich  /.0ZA  =  198O54'  als  Summe, 

=    99° 27'  wie  4i^  =  3600. 


Mithin  betrug  auch  der  Epizykelbogen  0KA,   welchen 
25  der  Merkur  nach  der  Beobachtung  von  dem  Apogeum  0  ent- 
fernt stand,  99^27',  was  nachzuweisen  war. 

II.  Im  21*®^  Jahre  der  Zeitrechnung  des  Dionysius,  wel- 
ches in  das  484*®  Jahr  seit  Nabonassar  fiel,  stand  am  Mor- 
gen des   22.  Skorpion,  d.  i.  des   18/19.  ägyptischen   Thoth 
30  (15.  November  264  v.Chr.),  „Stilbon"  von  der  Geraden  durch 
den  nördlichen  Stern  (|3)  in  der  Stirn  des  Skorpions  und 

a)  Weil  als  Scheitelwinkel  gleich  dem  Winkel  AZN,  dessen 
Größe  oben  Z.  2  nachgewiesen  wurde. 


Konfektion  der  Bewegangen  des  Merkur. 


151 


^? 


ß^ 


'^1' 


<r* 


den  mittelsten  (ß)  eine  Mondbreite  östlich  und  hatte  zwei 
Mondbreiten  Abstand  nach  Norden  von  dem  nördlichen  (|S) 
in  der  Stirn.  Nun  stand  der  mittelste  (6)  von  den  Sternen 
in  der  Stirn  des  Skorpions  nach  un- 
seren Anfangspunkten  damals  (4®  zu- 
rück) in  lt\  1°40',  und  zwar  um  den 
gleichen  Betrag  südlich  der  Ekliptik, 
während  der  nördlichste  (ß)  in  1T\  2°  20' 
stand,  und  zwar  1^20'  nördlich  der 
Ekliptik.  Folglich  stand  der  Merkur 
ohne  wesentlichen  Fehler  in  IT^  3^  20'.*) 
Daß  er  noch  nicht  zu  der  größten  Elon- 
gation  als  Morgenstern  gelangt  war, 
wird  aus  einer  Aufzeichnung  ersichtlich,  nach  welcher  er  vier 
Tage  später,  am  26.  Skorpion,  von  der  nämlichen  Geraden  in  16 
der  Richtung  der  Zeichen  (also  immer  noch  östlich)  lYg  Mond- 
breiten entfernt  war:  die  Elongation  ist  größer  geworden,  weil 
die  Sonne  sich  (in  vier  Tagen)  ungefähr  4®  (nach  Osten)  und  der 
Planet  eine  halbe  Mondbreite  (nach  Westen)  weiterbewegt  hat. 

Der  mittlere  Ort  der  Sonne  war  nach  unseren  Tafeln^)  20 
am  19.  Thoth  (6^)  in  der  Morgendämmerung  11X  20*^  50',  wäh- 
rend das  Apogeum  des  Pla- 
neten in  ^  6®  lag,  weil  die 
400  Jahre,  die  rund  zwischen 
den  Beobachtungen  liegen, 
einen  Fortschritt  des  Apo- 
geums  im  Betrage  von  etwa 
4°  bewirken. 

Diese  beiden  Punkte  sollen 
gegeben  sein.  Es  sei  wieder 
die  ähnliche  Figur  vorgelegt 
wie  oben.  Indessen  seien  we- 
gen der  Unähnlichkeit  der 
Laufstrecken     die     Winkel 

a)  Somit  entfällt  auf  die  zwei  Mondbreiten,  die  der  Merkur 
weiter  östlich  stand,  rund  1^.     S.  Anm.  2. 

b)  Für  483*17*18^  ergibt  die  Nachprüfung  rn,  20^*48' 57". 


10 
Hei  289 


152  Neuntes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 

(ATZ  und  ABH)  am  Apogeum  A  als  spitze  gezeichnet,  die 
nach  dem  Planeten  gezogenen  Verbindungslinien  (ZA  und 
AA)  seien  nach  den  weiter  vorwärts  gelegenen  Teilen  des 
Epizykels  gezogen,  und  das  Lot  ZE  komme  (von  A  aus  ge- 
6  sehen)  oberhalb  des  Epizykelhalbmessers  ZA  zu  liegen.** 
1.  Da  die  Entfernung  des  mittleren  Ortes  des  Planeten 
von  dem  Apogeum  (^  6^  bis  IT^  20^50')  44^50'  betrug, 
so  ist  (ebenso  wie  der  LATZ) 

/,ABH=    4405O'     wie  412  =  360», 
10  =    89U0'     wie5JR  =  360», 


.  ,  .    f  /.  r  B  H  =  270*' 20'     als  Supplementwinkel, 
'^^^^^''\l_  BrH=   44«50'     wie  ^i2  =  360°,^> 


Hei  290  ,      I      srH=    84^36'^^ 

also 


15       Setzt  man  Br=     3^         (wie  ea;Äw  HZ  =  60^), 

so  wird  rH=     5^33'     in  demselben  Maße. 

2.  Ferner  ist  durch  die  Annahme  (Z.  8)  gegeben 

/.ArZ=    89<>40'     wie5i2  =  360^ 
Nun  war    /_  BrH=    44<'50'     wie  5jB  =  360", 
20  folglich    ^ZrH  =  134°30'     als  Summe; 

.,a      ■'•4  Im-.ZZ]  "-"^x-"-- 

25       Setzt  man  rH=     5^33'     wie  e^r/im  H Z  =  60^, 


so  wird         HM=      5^   7'  und  TM  =  2^10' 


a)  Außerdem  ist  zu  bemerken,  daß  die  Buchstaben  0  und  K 
vertauscht  sind :  K  liegt  hier  auf  der  Geraden  fZ,  0  auf  der  Ge- 
raden AZ. 

b)  In  dem  gleichschenkligen  A  TBH  entfällt  auf  jeden  der 
beiden  Winkel  an  der  Grundlinie  die  Hälfte  des  Außenwinkels 
ABH.  Von  den  beiden  gleichen  Seiten  Br  =  BH  habe  ich,  ab- 
weichend vom  Original,  nur  eine  in  Rechnung  gezogen. 


Korrektion  der  Bewegungen  de^  Merkur.  153 

(Nun  ist        H  Z2  -  H  M2  =  M  Z2) 
mithin         MZ  =  59^47'  in  demselben  Maße, 
folglich  rZ  =  MZ-f  TM  =  61^57'. 

3.  Ferner  ist  (als  Scheitelwinkel  des  /.ATZ) 

/.ArN  =  89U0'     wie  2B  =  S60\     (S.  152,  s)  6 

Setzt  man  rA=   3^    wie  rZ  =  6lP57',*)  10 

so  wird         AN=    2^7'  und  TN  =  2^8', 
folglich  ZN  =  rZ  +  rN  =  64P5'. 

(Nun  ist        ZN2-|-AN2  =  AZ2) 
mithin      hAZ=    64^  T    in  demselben  Maße. 

Setzt  man       7iAZ  =  120P,  15 

so  wird       sAN=     3^58'  in  diesem' Maße, 

mithin      6AN=     3U8'  wie  BANZ  =  360«, 

also  /_AZN=     3U8'  wie  2E  =  Zeo''. 

(Nun  war  [_kVZ=   89U0'  wie5J?  =  360") 

folglich  LA  AZ=    850  52'  als  Differenz.     (Eukl.  1. 32)       20 

4.  Weil  der  Planet  nach  der  Beobachtung  von  dem  Apo- 
gäum (^6^  bis  irt3«20')  27^20'  (wie  472  =  360^)  ent- 
fernt war,  so  ist 

/.AAA=  54U0'  wie5i2  =  360^ 

(Nun  war  /_AAZ=  85*52'  wie  <2i2  =  360<^)                           25 

folglich  /.ZAA==  31^12'  als  Differenz, 

mithin       &ZE=  3lU2'  wie;©  Z£A  =  360^                  Hei  292 

also       sZE=  32^16'  wie  ÄAZ  =  120P.                       Ha  190 

Setzt  man         AZ=    64^   7'     wie  ep/im'ZA  =  22^30', 

so  wird         ZE=    17^15'     in  demselben  Maße.  30 


a)  rZ  ist  in  dem  Maße  des  Exzenterhalbmessers  nach  Z.  3 
gleich  61^57';  daß  in  demselben  Maße  rA  =  3P,  ist  S.  144,  15 
nachgewiesen. 


154  Neuntes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 


Setzt  man      hZA  =  120^, 

so  wird       sZE=    92^  in  diesem  Maße, 

mithin       feZH  =  100<>   8 

also  /.ZA=  =  100«   8' 

Nun  war  /_ZAA=   3m2 

(mithin  /,  AZA  =    6S^b6 

Ferner  war  /.  0ZK=     3** 48 

folglich  L  KZA=    öö^'   8 

=    32<*34 


wie  ©Z  =  A  =  360^ 

wie  <2i?  =  360<'. 

wie  ^J?  =  3600, 

als  Differenz.)    (Eukl.  I.  32) 

wie  ^i2  =  360^     (S.  153, 18) 

als  Differenz, 

wie  4E  =  360^ 


10  Mithin  war  nach  dieser  Beobachtung  der  Planet  von 
dem  Perigeum  K  des  Epizykels  32^34'  entfernt,  von  dem 
Apogeum  uatürlich  212*^34'.  Es  war  aber  die  Entfernung 
zur  Zeit  unserer  Beobachtung  gleichfalls  von  dem  Apo- 
geum des  Epizykels  mit  99^27'  nachgewiesen  worden. 

Hei  293      Die  zwischcu  den  beiden  Beobachtungen  (vom  19.Thoth 

16  6^  früh  484  Nab.  bis  zum  2.  Epiphi  7^  30"^  abends  886 
Nah.)  verflossene  Zeit  beträgt  402  ägyptische  Jahre,  (12  + 
270  4-1  =)  283  Tage  und  13V2  Stunden  ohne  wesentlichen 
Fehler.   Dieser  Zeitraum  umfaßt  1268  ganze  Wiederkehren 

20  der  Anomalie  des  Planeten;  denn  da  20  ägyptische  Jahre 
ohne  merklichen  Fehler  63  Umläufe  ausmachen^®^  so  bringen 
400  Jahre  1260  und  die  übrigen  2  Jahre  mit  Einschluß 
Ha  191  der  überschießenden  Tage  weitere  8  ganze  Umläufe.  Dem- 
nach haben  wir  das  klare  Ergebnis  gewonnen,  daß  in  402 

25  ägyptischen  Jahren,  283  Tagen  und  I3V2  Stunden  der  Mer- 
kur nach  ganzen  Wiederkehren  der  Anomalie  246^53'  dar- 
über zurückgelegt  hat:  um  so  viel  Grade  war  ja  der  zu 
unserer  Zeit  festgestellte  Ort  (99^^27')  dem  früheren  (212^34') 
voraus.*)     Ebensoviel   Grade   des   Überschusses   ergibt   die 

30  Rechnung^)  nach  den  von  uns  oben  (S.  116— 18)  vorgelegten 
Tafeln,  weil  wir  direkt  unter  Benutzung  des  vorliegend  be- 

^      handelten  Materials  die  Korrektion  der  periodischen  Bewe- 

a)  Zu  einer  ganzen  Wiederkehr  fehlten  dem  früheren  Orte 
360°-  212»34'  =  147<^26',  wozu  noch  99'^27'  der  späteren  Beob- 
achtung hinzukommen. 

b)  Die  Nachprüfung  ergibt  für  obige  Zeit  246® 53' 36". 


Nenntes  Buch.     Elftes  Kapitel.  155 

gongen  des  Merkur  vorgenommen  haben,  indem  wir  die 
obengenannte  Zeit  in  Tage  verwandelten  und  die  (1268) 
Kreise  der  Anomalie  unter  Hinzufügung  des  Überschusses 
in  Grade.  Dividiert  man  nämlich  mit  der  Anzahl  der  Tage 
in  die  Zahl  der  Grade,  so  ergibt  sich  die  tägliche  mittlere  5 
Bewegung  in  Anomalie,  wie  sie  von  uns  für  den  Merkur 
oben  (S.  101,  13)  mitgeteilt  worden  ist. 

Elftes  Kapitel. 
Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des  Merkur. 

Um  nun  auch  für  die  fünf  Wandelsterne,  wie  dies  für 
die  Sonne  und  den  Mond  geschehen  ist,  die  Epochen  an  den 
Mittag  des  1 .  ägyptischen  Thoth  des  ersten  Jahres  der  Re-  Hei  294 
gierung   Nabonassars    zu   knüpfen,   haben   wir   wieder   die  11 
Zwischenzeit  festgestellt,  welche  zwischen  diesem  Datum  und 
dem  Zeitpunkt  der  älteren  Beobachtung  (am  19.  Thoth  6^ 
früh  484  Nah.)  verflossen  ist.    Sie  beträgt  483  ägyptische 
Jahre,  17  Tage  und  18  Stunden.   Für  diese  Zeit  ergibt  die  15 
Rechnung  (nach  den  Tafeln  S.  116  ff.)  einen  Überschuß  der 
mittleren  Bewegung  in  Anomalie  von  190®  39'.^^   Wenn  wir 
diesen  Betrag  von  den  212^34'  abziehen,  welche  nach  der  Ha  192 
(älteren)  Beobachtung  über  das  Apogeum  zurückgelegt  waren, 
so  werden  wir  für  den  Mittag  des  1.  ägyptischen  Thoth  des  20 
ersten  Jahres  Nabonassars  als  Epoche  erhalten: 

1.  vom  Apogeum  des  Epizykels  in  Anomalie      21^55', 

2.  in  Länge  dieselbe  wie  die  der  Sonne,  d.i.     )(  0^45', 

3.  für  das  Apogeum  der  Exzentrizität  ^  I^IO'. 
Für  letzteres  macht  nämlich  Vioo^  (Präzession)  in  den  vor-  25 

liegenden  (483)  Jahren  4^50'  aus,  was  genau  die  Differenz 
zwischen  d!~^  1^10'  und  ^  6®  ist,  wo  zur  Zeit  der  (zugrunde 
gelegten)  Beobachtung  (S.  151,23)  das  Apogeum  festgestellt 
wurde. 


a)  Die  Nachprüfung  ergibt  190*^39' 4".  Hieraus  geht  hervor, 
daß  die  Stundenangabe  trj  7'  ^yytöra  des  griechischen  Texte» 
fehlerhaft  ist.  Diese  20°^  würden  einen  Zuschlag  von  2' 35"  aus- 
machen. Folglich  ist  /  zu  streichen  oder  y'  iyyiGta.  zu  schreiben. 


156  Zehntes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


Zehntes  Buch. 

Erstes  Kapitel. 
Nachweis  des  Apogeums  der  Venus. 

Hei  2961  ^^®  Hypothesen  des  Planeten  Merkur  und  der  zahlen- 
mäßige Betrag  seiner  Anomalien,  ferner  der  Betrag  seiner 
periodischen  Bewegungen  und  ihre  Epochen  sind  vorstehend 
endgültig  von  uns  festgestellt  worden.  Für  die  Venus  suchten 
6  wir  zunächst  wieder  mit  Hilfe  der  gleichgroßen  nach  der- 
selben Seite  eintretenden  größten  Elongationen  zu  ermitteln, 
in  welchen  Teilen  der  Ekliptik  das  Apogeum  und  das  Peri- 
geum  der  Exzentrizität  liegt.  Für  diesen  Zweck  haben  uns 
alte  paarweise  genau  sich  entsprechende  Beobachtungen 
10  nicht  zur  Verfügung  gestanden;  dagegen  haben  wir  nach  den 
zu  unserer  Zeit  angestellten  Beobachtungen  die  Sache  fol- 
gendermaßen in  Angriff  genommen. 

Unter  den  von  dem  Mathematiker  Theon  uns  überlassenen 
Ha  194  Aufzeichnungen  fanden  wir  eine  Beobachtung,  die  im  IG*®"* 
15  Jahre  Hadrians  am  21/22.  ägyptischen  Pharmuthi  (T.März 
132  n.  Chr.  7^  abends)  angestellt  war.    Nach  dieser  hatte 
die  Venus  als  Abendstern  die  größte  Elongation  von  der 
Sonne,  indem  sie  nach  seiner  Angabe  der  Mitte  der  Pleias 
um  die  Länge  der  Pleias  westlich  voranging,  während  ihr  Vor- 
20  Übergang  an  derselben  etwas  südlicher  zu  erwarten  stand. 
Da  nun  die  Mitte  der  Pleias  damals  nach  unseren  Anfangs- 
punkten in  \j  3'^  stand,  während  ihre  Länge  ungefähr  1^30' 
Hei  297  beträgt,  so  stand  die  Venus  damals  natürlich  in  \j  1^30'. 
Folglich   betrug,    da   der   mittlere    Ort   der   Sonne   zurzeit 
25  )C14^15'  war*^,  die  größte  Elongation  von  dem  mittleren 
Ort  als  Abendstern  47°  15'. 

Wir  selbst  beobachteten  im  4*®^  Jahre  Antonins^^^  am 
11/12.  ägyptischen  Thoth  (30.  Juli  140  n.  Chr.  V^ö^  früh), 
die  Venus  in  der  größten  Elongation  als  Morgenstern.    Sie 

a)  Für  878^230*7'»  ergibt  die  Nachprüfung  X  14<^14'13". 


Apogeum  der  Venus.  157 

stand  von  dem  mittelsten  Knie  (^)  der  Zwillinge  eine  halbe 
Vollmondbreite*^  nordöstlich  entfernt.  Der  Ort  des  Fixsterns 
war  zurzeit  nach  unseren  Anfangspunkten  TT  18°  15',  so  daß 
die  Venus  ohne  wesentlichen  Fehler  in  TT  18^^30'  stand, 
während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  cQ^5°45'  war.  Folg-  5 
lieh  betrug  die  größte  Elongation  als  Morgenstern  ebenfalls 
wieder  47^5'. 

Da  nach  der  früheren  Beobachtung  der  mittlere  Ort 
)(14°15'  und  nach  der  zweiten  <Q,5°45'  war,  somit  der  in 
der  Mitte  dazwischengelegene  Punkt  der  Ekliptik  einerseits  10 
in  \j  25**,  anderseits  in  )}\  25°  fällt,  so  dürfte  in  diesen 
Graden  der  durch  Apogeum  und  Perigeum  gehende  Durch- 
messer (des  Exzenters)  liegen. 

Desgleichen  fanden  wir  unter  den  von  Theon  überlassenen  Ha  195 
Beobachtungen,  daß  im  12*®^  Jahre   Hadrians   am  21/22.  15 
ägyptischen  Athyr  (11.  Oktober  127  n.  Chr.  ^/^l^  früh)  die 
Venus  als  Morgenstern  in  der  größten  Elongation  von  der 
Sonne  stand,  indem  sie  die  Länge  der  Pleias   (d.  i.  1°  30')  Hei  298 
oder  höchstens  um  ihre  eigene  Größe  (d.  i.  5')  weniger  (also 
1^25')  hinter  dem  Stern  {ß)  an  dem  Ende  des  linken  Flügels  20 
der  Jungfrau  östlich  zurückblieb,  während  ihr  Vorübergang 
an  dem  Stern  eine  Mondbreite  weiter  nördlich  zu  erwarten 
stand.   Da  nun  der  Ort  des  Fixsterns  nach  unseren  Anfangs- 
punkten damals  in  fl  28° 55'  lag^>,  so  daß  die  Venus  (l°25' 
östlich)  ohne  wesentlichen  Fehler  in  iTpO°20'  stand,  wäh-  25 
rend  der  mittlere  Ort  der  Sonne  ^  17°  52'  war*'^,  so  betrug 
die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  als  Morgenstern 
47°  32'. 


a)  UsXi^vri  dixo^irivog  ist  hier  und  S.  158,  4  mit  „Vollmond" 
übersetzt,  weil  ja  nach  dem  griechischen  Kalender  diese  Phase 
stets  zur  „Monatsmitte"  eintrat.  Für  die  Mitte  der  Monate  des 
ägyptischen  Wandeljahres  stimmt  diese  Bezeichnung  des  Mondes 
natürlich  nicht. 

b)  Der  zeitliche  Unterschied  zwischen  den  beiden  Beobach- 
tungen beträgt  rund  887  —  874  =  13  Jahre,  auf  welche  genau  ge- 
nommen 0^7' 30"  Präzession  entfallen.  Der  Sternkatalog  gibt 
die  Länge  von  ß  Virg.  nur  5'  weiter  östlich  mit  Q  29*^  an. 

^  ergibt  die  Nachprüfung  <sl  17*^52' 12". 


158  Zehntes  Buch.    Zweites  Kapitel. 

Wir  selbst  beobachteten  im  21*®^  Jahre  Hadrians  am 
9/10.  ägyptischen  Mechir  (25.  Dezember  136  n.  Chr.  ^j^l^ 
abends)  die  Venus  in  der  größten  Elongation  von  der  Sonne. 
Sie  stand  etwa  ^s  von  der  Breite  des  Vollmondes  (d.  i.  7s 
5  von  36')  westlich  von  dem  nördlichsten  {cp)  der  vier  ein 
Viereck^)  bildenden  Sterne  {(p%'*\>^'^^)  hinter  dem  nachfol- 
genden (A),  welcher  mit  (den  zwei  Sternen  i,  und  G  in)  der 
Schamgegend  des  Wassermanns  auf  einer  Geraden  steht, 
und  schien  den  Fixstern  (9)  zu  überstrahlen.    Da  der  Ort 

10  des  Fixsterns  (cp)  zurzeit  nach  unseren  Anfangspunkten  in 
sc  20®  lag  und  deshalb  die  Venus  (24'  westlich)  in  —  19^36' 
stand,  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  /?  2^4'  war^\ 
so  betrug  auch  hier  wieder  die  größte  Elongation  als  Abend- 
stern 47^32'. 

15       Die  Punkte  der  Ekliptik,  welche  zwischen  den  nach  der 

Hei 299  ersten  Beobachtung  in  :~~  17^52'  und  nach  der  zweiten  in 

/^  2®  4'  festgestellten  Örtern  in  der  Mitte  liegen,  fallen  ohne 

wesentlichen  Fehler  wieder  einerseits  in  \j  25®,  anderseits 

in  irt  25". 

Zweites  Kapitel. 
Zahlenmäßige  Größe  des  Epizykels  der  Venus. 

Ha  196       Daß  ZU  unseren  Zeiten  das  Apogeum  des  Exzenters  in 
21  \i  25®  und  das  Perigeum  in  1T\  25®  liegt,  ist  von  uns  hier- 
mit festgestellt  worden.    Im  weiteren  Verfolg  suchten  wir 
wieder  (wie  S.  136,  21)   die   größten  Elongationen  zu  den 
Zeiten,  wo  der  mittlere  Ort  der  Sonne  in  \j  25®  und  1T\  25® 
25  lag. 

Unter  den  von  Theon  uns  überlassenen  Beobachtungen 
fanden  wir,  daß  im  13*®^  Jahre  Hadrians  am  2/3.  ägyp- 
tischen Epiphi  (20.  Mai  129  n.  Chr.  5^  früh)  die  Venus  als 
Morgenstern  die  größte  Elongation  von  der  Sonne  hatte,  in- 

a)  Ein  Viereck  bilden  diese  4  Sterne  des  Wassermanns  heut- 
zutage nicht  mehr,  da  sie  nahezu  auf  einer  Geraden  unterein- 
ander stehen.  Neben  tIj^  einem  trennbaren  Doppelstern,  steht 
übrigens  noch  ein  fünfter  Stern  ip^. 

b)  Für  883*158*61/,^  ergibt  die  Nachprüfung  S'  2° 3' 54". 


Epizykel  der  Venus. 


159 


dem  sie  der  Geraden  durch  den  vorangehenden  (y)  von  den 

drei  Sternen  (aßy)  im  Kopfe  des  Widders  und  den  Stern  (38) 

im   Hinterbein    1°24'    westlich 

voranging,  wobei  sie  von  dem 

vorangehenden  Stern  (y)  im  Kopf 

ungefähr  den  doppelten  Abstand 

hatte  wie  von  dem  Stern  (38) 

im  Hinterbein.   Nun  stand  nach 

unseren    Anfangspunkten     der 

vorangehende  (y)  von  den  drei 

Sternen  im  Kopfe  des  Widders 

damals^)  (4'  zurück)  in  T  6^36' 

mit  7®  20'  nördlicher  Breite,  und 

der  Stern  (38)  im  Hinterbein  des  Widders   (5'  zurück!)  in  Hei  300 

Y14^55'  mit  5^15'  südlicher  Breite.    Folglich  stand  die  16 

Venus  in  T10°36'  mit   1^30'  südlicher   Breite.     Da   der 

mittlere  Ort  der  Sonne  damals  ^  25^  24'  war^^,  so  beträgt  Ha  iö7 

die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  44^48'. 

Wir  selbst  beobachteten  im  21*®^  Jahre  Hadrians  am 
2/3.  ägyptischen  Tybi  (18.  November  136  n.  Chr.  5^)  abends  20 
die  Venus  in  der  größten  Elongation  von  der  Sonne.  Bei 
Anvisierung  mit  Bezug  auf  die  Sterne  (ccvß)  in  den  Hörnern 
des  Steinbocks  ergab  sich  als  ihr  scheinbarer  Ort  ^  12^50', 
während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  1T\  25^  30'  war''),  so  daß 
hier  die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  47^  20'  betrug.  26 

Daraus  (daß  letzterer  Winkel  der  größere  ist)  geht  deut- 
lich hervor,  daß  in  ^25*^  das  Apogeum  und  in  il\  25®  das 
Perigeum  liegt.  Ferner  ist  uns  ersichtlich  geworden,  daß 
der  Exzenter,  welcher  den  Epizykel  der  Venus  trägt,  ein 
festbleibender  ist,  weil  an  keiner  Stelle  der  Ekliptik  die  30 
Summe  der  beiderseits  eintretenden  größten  Elongationen  Hei  30i 
vom  mittleren   Ort   weder  kleiner   gefunden  wird  als   die 

a)  Bei  der  Zwischenzeit  von  7  Jahren  beträgt  die  Präzession 
0^4' 12",  rund  4'  oder  5'.  Hiernach  ist  im  griechischen  Text  iä 
r^'d"zu  schreiben,  weil  der  Sternkatalog  dieLängemitY  1 5  ^^  angibt. 

b)  Für  STö"^ 301^17''  ergibt  die  Nachprüfung  }5  25*^23' 27". 

c)  Für  883^121<i5i^  ergibt  die  Nachprüfung  n  25<>32'19". 


160 


Zehntes  Buch.    Zweites  Kapitel. 


Summe  (2  x  44^48'  =  89^36')  der  beiden  Elongationen  (vom 
mittleren  Ort)  im  Stier,  noch  größer  als  die  Summe  (2  x 
47^20' =  94^40')  der  beiden  (Elongationen  vom  mittleren 
Ort)  im  Skorpion. 

Die  vorstehend  festgestellten  Punkte  sollen  gegeben  sein. 
Der  Exzenter,  auf  welchem  sich  jederzeit  der  Epizykel  der 

Venus  bewegt,  sei  der  Kreis  ABf 
um  den  Durchmesser  AT,  aui 
welchem  als  Zentrum  des  Ex- 
zenters A  angenommen  sei,  E  als 
der  Mittelpunkt  der  Ekliptik: 
A  sei  der  unter  \]f  25'^  und  f  der 
unter  il\  25^  gelegene  Punkt.^^ 
Um  die  Punkte  A  und  f  be- 
schreibe man  gleichgroße  Epi- 
zyklen ,  auf  denen  die  Punkte  2 
und  H  liegen.  Hierauf  ziehe  man 
die  Tangenten  EZ,  EH  und  die 
Verbindungslinien  AZ,  PH. 
20  \  y  1.  Da  /.AEZ  als  Zentriwin- 

Ha  198  —  kel  der  Ekliptik  die  im  Apo- 

gäum eintretende  größte  Elongation  des  Planeten  unter- 
spannt, welche  mit  44^48'  gegeben  ist,  so  ist 


10 


15 


25 


Hei  302 


/.AEZ  =  44^8' 

=  89*' 36' 

mithin       6AZ  =  89<*36' 

also       sAZ  =  84^33' 


wie  4i2  =  360^ 
wie  ^i?  =  360°, 
wie  ©AZE  =  360", 
wie/iAE  =  120P. 


2.  Da  desgleichen  /.FEH   die  im  Perigeum  eintretende 
größte  Elongation  unterspannt,  welche  mit  47^20'  ebenfalls 
30  gegeben  ist,  so  ist 

^rEH  =  47°20'  wie  4R  =  d60\ 

=  94U0'  wie  2R  =  S60\ 

mithin       hrH  =  UHO'  wie  ©  THE  =  360", 

also        srH;=  88^13'  wieÄrE  =  120P. 

a)  Die  Bezeichnung  der  Lage  des  Punktes  P,  welche  im  grie- 
chischen Text  fehlt,  ist  nach  Cod.  G  ergänzt  worden. 


Zehntes  Buch.     Drittes  Kapitel.  161 

3.  Setzt  man,  da  die  Epizykelhalbmesser  PH  und  AZ  ein- 
ander gleich  sind,  auch 

rH=    84^33'     wie  AE  =  120P,     (S.  160,27) 
SO  wird  rE  =  115P   1'     in  demselben  Maße, 

(        Ar=    AE-j-TE    =235P    1',  5 

mithin         A  A  =  TA  =  %  Af  =  117^  30', 
(        AE=    TA-TE    =      2^29'. 

Setzt  man         A  A  =  60^    als  exhm, 

so  wird!       AZ  =  43^10'^)}  ^"^  <^®°^s®^^®^  ^*^®-  10 

Somit  ist  die  Verbindungslinie  AE  zwischen  den  Mittel- 
punkten (der  Ekliptik  und  des  Exzenters)  mit  1^15',  und 
ier  Halbmesser  AZ  des  Epizjkels  mit  43^10'  gefunden. 

Drittes  Kapitel. 
Das  Verhältnis  der  Exzentrizität  der  Venus. 

Da  es  noch  unbewiesen  ist,  ob  die  gleichförmige  Bewe-  Ha  199 
yung   des   Epizykels   um   den  Punkt  A   vor  sich  geht,   so  15 
{teilten  wir  auch  hier  zwei  größte  Elongationen  nach  den  Hei  303 
mtgegengesetzten  Seiten  (d.  i.  eine  westliche  und  eine  öst- 
iche)  fest,  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  bei  jeder 
dieser  Elongationen)'^'  90^  von  dem  Apogeum  entfernt  lag. 

Die  erste  dieser  Beobachtungen  stellten  wir  im  1 8*®^  Jahre  20 
ladrians  am  2/3.  ägyptischen  Pharmuthi  (18.  Februar  134 
i.  Chr.  früh  6^)  an,  nach  welcher  die  Venus  als  Morgenstern 
lie  größte  Elongation  von  der  Sonne  hatte  und  bei  der  An- 
isierung  mit  Bezug  auf  den  sog.  Antares  in  ^  11^55'  stand, 

a)  Nach  dem  Verhältnis  (AE)  2^  29' :  (AA)  117^  30'  =  1^  15' :  60^. 

b)  Das  nach  Z.  3  bestehende  Verhältnis  (AZ)84P33':(AE)120P 
st  in  dem  Maße  von  AA  =  60P  gleich  dem  Verhältnis  {AZ)43P10' 
(AA  -j-  AE)  6IP  15'. 

c)  Statt  icp'  sKatSQcc  ist  die  Lesart  des  Cod.  D  icp'  syiatigag 
orgezogen  worden.  Mit  inl  tcc  iravtia  werden  hier  auf  das 
eutlichste  die  beiden  Seiten  des  Epizykels,  die  Morgen-  und 
ie  Abendseite,  bezeichnet.     Vgl.  S.  126  Anm.  b). 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II.  H 


162 


Zelintes  Buch.    Drittes  Kapitel. 


während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  damals  ^^  25^30'  war.*^^ 
Folglich  betrug  die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort 
als  Morgenstern  43^35'. 

Die  zweite  Beobachtung  stellten  wir  im  3*®^  Jahre  An- 
5  tonins  am  4/5.  ägyptischen  Pharmuthi  (18.  Februar  140 
n.  Chr.  Va^^)  abends  an,  nach  welcher  die  Venus  die  größte 
Elongation  von  der  Sonne  hatte  und  bei  der  Anvisierung 
mit  Bezug  auf  den  glänzenden  Stern  (Aldebaran)  der  Hyaden 
in  Y  13^50'  stand,  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne 
10  wieder  sc  25^^30'  war.^^^  Folglich  betrug  in  diesem  Falle 
die  größte  Elongation  vom  mittleren  Ort  als  Abendstern 
48<>20'. 

Diese  Punkte  sollen  gegeben  sein.    Der  durch  das  Apo- 

geum  und  das  Perigeum  des  Exzenters  gehende  Durchmesser 

15  sei  ABT;  A  sei  angenommen  als  der  unter  \^26^  liegende 

Punkt,  und  B  als  der  Mittelpunkt  der  Ekliptik. 

Ha  200       Es  sei  die  Aufgabe  gestellt,  das  Zentrum  zu  finden,  um 

welches  wir  die  gleichförmige  Bewegung  des  Epizykels  vor 

sich  gehen  lassen. 

Hei  304      Angenommen,  Punkt  A  sei  dieses  Zentrum.    Man  ziehe 

21  durch  dasselbe  unter  rechten  Winkeln  zu  AT  die  Gerade 

AE,  damit  der  mittlere 
Ort  des  Epizykels  den  Be- 
obachtungen entsprechend 
90^  von  dem  Apogeum 
entfernt  sei,  und  setze  auf 
ihr  den  nach  den  vorge- 
legten Beobachtungen  (als 
mittleren  Sonnenort)  ge- 
gebenen Mittelpunkt  des 
Epizykels  in  E  an.  Nach- 
dem man  um  letzteren  den 
Epizykel  Z  H  beschrieben, 
ziehe   man   an   denselben   von   B   aus   die   Tangenten  BZ 


25 


30 


a)  Für  880» 211^  18^  ergibt  die  Nachprüfung  <S4  25^30' 34". 

b)  Für  886*213*572^  ergibt  die  Nachprüfung  «s*  25*^29' 30". 


Exzentrizität  der  Venus.  Iß3 

und  BH  und  schließlich  die  Verbindungslinien  BE,    EZ, 
EH.^) 

1.  Da  nach  dem  gegebenen  mittleren  Ort  (in  «r  25°)  die 
größte  Elongation  von  demselben  als  Morgenstern  mit  43^35' 
und  die  größte  als  Abendstern  mit  48^20'  gegeben  ist,   so    5 
ist  folglich  als  Summe  beider  Winkel 

Z.ZBH  =  91«55'     wie  4i?=360«, 
demnach  /.ZBE=91°65'    wie  ^JS  =  360^  weil  halbsogroß; 
mithin      6EZ  =  9l055'     wie©EZB  =  360^  Hei  305 

also       sEZ  =  86^16'    wie  /iBE  =  120P.  10 

Setztman         EZ  =  43^10'     als  ephm, 
so  wird         B  E  =  60^  3'    in  diesem  Maße. 

2.  Da  die  Differenz  der  vorgelegten  größten  Elongationen 
im  Betrage  von  (48^20'  — 43^35'=)  4^45'  das  Doppelte 
der  derzeitigen  Differenz  der  auf  die  Ekliptik  bezogenen  Ano-  15 
malie  ist,  welche  von  dem  /-  BEA  gemessen  wird'^),  so  ist 

LBEA=    2022'30"     wie4jß=360^  Ha  20i 

=    4U5'  wie  ^JB=360°, 

mithin        6BA=   4*>45'  wie©BAE  =  360^ 

also         sBA=    4^59'  wie  7iBE  =  120P.  20 

Setztman  BE  =  60P  3'  wie  epy^m  =  43^10', 

so  wird  BA=    2^30'  in  demselben  Maße. 

3.  Nun  wurde  die  Verbindungslinie  zwischen  dem  Mittel- 
punkt B  der  Ekliptik  und  dem  Zentrum  (0)  des  Exzenters, 
luf  welchem  jederzeit  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  liegt,  25 
n  demselben  Maße  (S.  161,  9)  gleich  1^15'  nachgewiesen; 
'olglich  ist  sie  halbsogroß  wie  BA.  Wenn  wir  also  BA  in 
Punkt  0  halbieren,  so  werden  wir  den  Beweis  geliefert 
laben,  daß  in  dem  Maße,  in  welchem  der  Halbmesser  0A 

les  den  Epizykel  tragenden  Exzenters  gleich  60^  ist,  jede  Hei  sog 
ier  beiden  zwischen  den  Z*entren  liegenden  Strecken   B0  31 
md  0A  1^15'  und  der  Halbmesser  des  Epizykels  43^10' 
)eträgt,  was  nachzuweisen  war. 

a)  Die  Figur  des  Originals  ist  durch  Zeichnung  der  beiden 
Exzenter  ergänzt  worden;  nur  so  kann  0A  (Zeile  29)  als  Halb- 
aesser  des  den  Epizykel  tragenden  Exzenters  erkannt  werden. 

11* 


164 


Zehntes  Bucli.    Viertes  Kapitel. 


Viertes  Kapitel. 
Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  der  Venus. 

Die  Art  der  Hypothese  und  die  Verhältnisse  der  Ano- 
malien sind  von  uns  vorstehend  endgültig  festgestellt  worden. 
Zur  Ermittelung  der  periodischen  Bewegungen  des  Planeten 
und  ihrer  Epochen  wählten  wir  nun  wieder  zwei  durchaus 
5  sichere  Beobachtungen,  die  eine  aus  den  zu  unserer  Zeit 
angestellten,  die  andere  aus  der  Zahl  der  alten. 

I.  Wir  selbst  beobachteten  im  2*®^  Jahre   Antonius   am 
29/30.  ägyptischen  Tybi  (16.  Dezember  138  n.  Chr.  7^5'^ 
Ha  202  früh)  am  Astrolab  die  Venus  nach  der  größten  Elongation 
10  \\  als  Morgenstern  mit  Bezug  auf  die  Spika,  wobei 

^  sich  als  ihr  scheinbarer  Ort  n\  6'^  30'  ergab.  Sie 
stand  damals  mitteninne  auf  einer  Geraden  zwi- 
schen dem  nördlichsten  (/3)  von  den  Sternen  (%  8  ß) 
in  der  Stirn  des  Skorpions  und  dem  scheinbaren 
15  9i       Zentrum  des  Mondes,  und  zwar   so    inmitten, 

daß  sie  dem  Zentrum  des  Mondes  das  Andert- 
halbfache derjenigen  Strecke  westlich  voran- 
ging, um  welche  sie  östlich  hinter  dem  nörd- 
lichsten (j3)  von  den  Sternen  in  der  Stirn  zurück- 

20  Uli  blieb.    Nun  stand  der  Fixstern  (ß)  damals  nach 

'^^''  unseren  Anfangspunkten  in  11\  6^  20'  mit  1^  20' 

nördlicher  Breite,  und  der  Zeitpunkt  (der  Beobachtung)  war 

Hei  307  4^^  Aquinoktialstundeu  nach  Mitternacht,  da  am  Astrolab, 

während  die  Sonne  in  .j^  23^  stand,  iTp  2^  kulminierte.     Zu 

25  diesem  Zeitpunkt  war^^ 

der  mittlere  Ort  der  Sonne  t  22*^    9' 

der  mittlere  Ort  des  Mondes  n\  11^24' 

seine  Entfernung  vom  Apogeum  in  Anomalie  87^30' 

„  „  vom  nördl.  Grenzpunkt  in  Breite       12^22' 

mithin  der  genaue  Ort  des  Mondzentrums  ir\    5*^45' 

a)  Die  Nachprüfung  ergibt  für  885»  148"^16Y4h  als  mittleren 
Ort  der  Sonne  /  22"8'49",  als  mittleren  des  Mondes  ni  11031'53". 


Korrektion  der  Bewegungen  der  Venus. 


165 


seine  (wahre)  nördliche  Breite 

der  scheinbare  Ort  in  Länge  für  Alexandria*^ 

die  scheinbare  nördl.  Breite     „  „ 


n 


5«   0' 
4H0'. 


Ha  203 


Folglich  ergab  sich  auch  auf  Grund  dieser  Zahlen  als 
(scheinbarer)   Ort  der  Venus  U\  6"  30'  und  ihre  nördliche     5 
Breite  mit  2H0'. 

Diese  Punkte  sollen  gegeben  sein.    Der  durch  das  Apo- 
geum  gehende  Durchmesser  sei  ABFAE;   der  Punkt  A  sei 
in  Xj  25^  angenommen,   B  sei  der  Punkt,  um  welchen  der 
Epizykel  (von  der  Leitlinie  BZ)  gleichförmig  herumbewegt  10 
wird,  r  das   Zentrum  des   Ex- 
zenters, auf  welchem  der  Mittel- 
punkt   des   Epizykels   umläuft, 
endlich  A  der  Mittelpunkt  der 
Ekliptik.    Da  der  mittlere  Ort 
der  Sonne  bei  der  Beobachtung 
.jf'22°9'  war,  so  daß   auch  der 
mittlere  Ort  des  Epizykels  in  der 
Richtung  der  Zeichen  vom  Peri- 
geum  E(von  iT\^5^bis^22<'9') 
27^9'  entfernt  lag,  so  mag  sein 
Mittelpunkt  in  Z  angenommen 

sein.    Nachdem  man  um  Z  den  ^ 

Epizykel  H  0K  beschrieben,  ziehe  man  die  Verbindungslinien  Hei  sos 
AZH,  rZ,  BZ0  und  fälle  von  T  und  A  auf  die  Gerade  25 
BZ  die  Lote  TA,  A  M.   Den  Planeten  nehme  man  in  Punkt  K 
an  und  ziehe  die  Verbindungslinien  AK,  ZK;  endlich  fälle 
man  (auf  die  Gerade  AK)  das  Lot  ZN. 

Es  sei  die  Aufgabe  gestellt,  den  Bogen  0K  zu  finden, 
welchen  der  Planet  von  dem  Apogeum  0   des  Epizykels^ ^  30 
entfernt  war. 


a)  Da  der  Mond  östlich  des  Meridians  stand,  so  wirkte  die 
Längenparallaxe  in  der  Richtung  der  Zeichen. 

b)  Es  ist  das  sog.  mittlere,  auf  der  Leitlinie  BZ  liegende 
Apogeum,  von  welchem  aus  die  Bewegung  des  Planeten  auf 
dem  Epizykel  in  Anomalie  gezählt  wird. 


166  Zehntes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

1.  Es  ist  (als  Entfernung  des  Epizykels  vom  Perigeum) 

LEBZ=    27«   9'     wie  4JB  =  360°, 
=    54°  18'     wie  2R  =  SeO\ 


also 


.rA=    54^46'!  ^.^^^B^.^OP. 
,sBA  =  106^47' 


Setzt  man  rB=     1^15'    wie  ex/^m  TZ  =  60^, 

Hei  309  so  wird  rA=      0^34'     und  BA  =  1P7'. 

10  Nun  ist        rZ«-rA«  =  ZA2, 

mithin  ZA  =  rund  60^  in  demselben  Maße. 

Ha  204       2.  Weil  Br=  TA  (S.  163, 3l),  so  ist  ferner 


mithin  (      ZM  =  ZA  -  M  A  =  68^63'  1    (^j^  .^  =  60^). 
mimmi      AM(=2rA)  =    l"  8' I    ^  ^ 


15 

rmt.hTn  < 

AM(=2rA) 

(Nun  ist       Z  M2  +  A  M2  =  Z  A^) 

mithin      hZA=   58^54'  in  demselben  Maße. 

Setzt  man      hZA  =  120^, 

20  so  wird      sAM=     2^18'  in  diesem  Maße, 

mithin     6AM=     2«12'  wie  0  AMZ  =  360", 

also/,BZA=     2«12'  wie^i^  =  360'. 

(Nun  war  /,  EBZ=    54°  18'  wie5i2  =  360«)  % 

folglich  /,  EAZ=    560  30'  als  Summe.     (Eukl.  I.  32) 

25  3.  Es  ist  ferner,  weil  der  Planet  nach  der  Beobachtung 
(von  1T\6'^30'  bis  irt.25®)  18^30'  vor  dem  Perigeum  E, 
d.  i.  vor  ir\  25^  stand, 

/,EAK=    18°30'  wie  4i?  =  3600, 

=    37°  wie  5E  =  3600. 

30        (Nun  war  ^EAZ=    56°  30'  wie5jB=360°) 

folglich  /,KAZ=    93°30'  als  Summe, 

Hei  310  mithin       6ZN==    93° 30'  wie  ©ZNA  =  3600, 

also       sZN=    87^25'  wieZA  =  120P. 


Korrektion  der  Bewegungen  der  Venus.  167 

Setzt  man         Z  A  =   58^  64'    wie  ephm  Z  K  =  43^  10', 
so  wird         Z  N  =   42^  54'     in  diesem  Maße. 

Setzt  man      ;iZK=120P, 

so  wird       sZN  =  119^18'  in  diesem  Maße, 

mithin       &ZN  =  1670  38'  wie  ©ZNK  =  360o,  5 

also  /.ZKA  =  167°38'  wie  ^i2  =  3600. 

Nunwar/,KAZ=    93«30'     wie  -2JR  =  360«, 
folglich  /,  KZ H  =  261^   8'     als  Summe.     (Eukl.  I.  32)         Ha  205 

Es  war  /,BZA=     2M2'     wie  5J?  =  360^ 
ebenso  /,HZ0=      2^12',   (als  Scheitelwinkel)  10 

folglich  /,  KZ 0  =  2580  56'     als  Differenz, 
=  129"^  28'     wie  4JR=3600. 
Mithin  war  die  Venus  zu  dem  gegebenen  Zeitpunkt  von 
dem  Apogeum  0    des   Epizykels  gegen   die   Richtung   der 
Zeichen  vorstehende  129*^28'  entfernt,  und  in  der  Richtung  15 
der  Zeichen,  d.  i.  in  der  nach  der  Hypothese  (auf  dem  Epi- 
zjkel)  angenommenen  Bewegung(srichtung),  die  am  ganzen 
Kreis  fehlenden  230^32',  was  gefunden  werden  sollte. 

II.  Von  den  alten  Beobachtungen  haben  wir  eine  gewählt, 
über  welche  Timocharis  folgende  Aufzeichnung  macht.    Im  20 
13*^^  Jahre  des  Philadelphus*)  am  17/18.  ägyptischen  Me- 
sore  in  der  12*«^  (Nacht-) Stunde  (12.  Oktober  272  v.Chr. 
6^  früh),  stand  der  scheinbare  Ort  der  Venus  in  genauer 
Konjunktion  mit  dem  der  Vindemiatrix  ( e  Virg.)  gegenüber- 
stehenden Stern  (t^Virg.).     Es  ist  der  Stern,  welcher  nach  25 
unseren  Anfangspunkten  hinter  dem  Stern  (ß)  am  Ende  des  Hei  311 
südlichen  Flügels  der  Jungfrau  steht;  sein  Ort  war  im  ersten 
Jahre  Antonius  np8"l5'.    Da  das  Jahr  der  Beobachtung 
seit  Nabonassar  das  476*®  und  das  bis   zum  Regierungs- 
antritt Antonius  verflossene  Jahr^^  das  884*®  ist,  mithin  auf  30 
die  408  Jahre  betragende  Zwischenzeit  etwa  4^5' Bewegung 
der  Fixsterne  und  der  Apogeen  entfallen,  so  ist  ersichtlich, 

a)  Ptolemäus  Philadelphus  regierte  von  285 — 247  v.  Chr. 

b)  Es  ist  das  letzte  Jahr  Hadrians  gemeint.     Vgl.  I   Anh. 
Anm.  30  a.  E. 


168 


Zehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


daß  der  Ort  der  Venus  iip  4*10'  war  und  das  Perigeum  des 
Exzenters  in  ITp  20^55'  lag. 

Auch   hier   hatte   die  Venus   die   größte   Elongation   als 

Morgenstern  hinter  sich;  denn  vier  Tage  nach  der  vorge- 

5  legten  Beobachtung,  am  21/22.  Mesore,  stand  sie  nach  den 

Ha  206  Angaben  des  Timocharis  nach  unseren  Anfängen  in  llp  8^50' 

(d.  i.  4*40'  weiter  östlich).    Nach  der  ersten  Beobachtung 

war  der  mittlere  Ort  der  Sonne  ^n^S\^^  und  nach  der 

(vier  Tage)  späteren  ^20*59'.    Demnach  hatte  die  Elon- 

10  gation  bei  der  ersten  Beobachtung  (von  n\)  4*  1 0'  bis  t^iii  1 7*  3'] 

42*53'  betragen,  während  sie  bei  der  späteren  (von  1T[)8*50' 

bis  ^20*59')  nur  noch  42*9'  betrug. 

Diese  Punkte  sollen  ge- 
geben sein.  Es  sei  wieder 
die  ähnliche  Figur  vorgelegt. 
Indessen  muß  sie  den  Epi- 
zykel  auf  der  vor  dem  Peri- 
geum liegenden  Seite  zeigen, 
weil  der  mittlere  Ort  des  Epi- 
zykels  in  ^  17*3',  das  Peri- 
geum aber  (weiter  vorwärts) 
in  11X20*55'  liegt. 

1.  Es  ist  demnach  (von 
^17*3'  bis  11120*55') 


30 


L 

EBZ=    33° 52'     wie  4i?  =  360°, 

=    67044'     wie  5i2  =  360^ 

mithin ! 

,&BA  =  112016']           ^ 

also  j 

srA=    66P52'1      .^,,g^^,,p^ 
,sBA=    99^38'] 

Setzt  man 

rB=     1^15'    wie  exhmrZ^GÖ^f 

so  wird 

rA=      0^42'  und  BA  =  lP2'. 

Nun  ist 

rZ2-rA2  =  ZA2, 

mithin 

ZA  =  rund  60^  in  demselben  Maße. 

a)  Für  475*346^18^  ergibt  die  Nachprüfung  Sh  17<'2'5";  vier 
Tage  später  ist  der  mittlere  Ort  sl  20^58' 38". 


Korrektion  der  Bewegungen  der  Venus. 


169 


mithin 

(Nun  ist 

mithin 

Setzt  man 

so  wird 

mithin 


(wie  rZ  =  60P). 


Hei  318 


Ha  207 
5 


2.  Es  ist  ferner  wieder  (weil  B  r=  TA) 

AM  =  2rAl   (E^kl.  VI.  2.  4) 
ZM  =  ZA -MA  =  58^58' 
AM(=2rA)  =    1^24' 

ZM2-fAM2  =  ZA2) 
hZL=   58^59'     in  demselben  Maße. 
/iZA  =  120P, 

sAM=      2^51'     in  diesem  Maße, 
6AM=     2<>44'    wie©AMZ  =  360^ 
also/,BZA=     2<^44'    wie  -2JR  =  360«. 

(Nun  war    /,EBZ=    67044'     wie5E  =  360<') 

folglich  /,  EAZ=    70<'28'     als  Summe.     (Eukl.  I.  32) 

3.  Es  beträgt  ferner  1  E  A  K ,  welchen  der  Planet  gegen 
die  Richtung  der  Zeichen  vor  dem  Perigeum  stand,  (von  15 
11p  4^10'  bis  11120<^55')  76H5'.    Demnach  ist 

/.EAK=    760  45'     wie4i2  =  3600, 


10 


=  153°  30' 
(Nun  war   /,  EAZ=    70» 28' 

folglich  /.KAZ=    83°   2'     als  DiflFerenz,  20 

mithin       6  Z  N  =    83«   2' 
also       sZN=   79P33' 
Setzt  man         ZA=   58^59' 
so  wird         ZN=    39^   7' 
Setzt  man       /^ZK==120P, 
so  wird       sZN  =  108^45' 
mithin      6ZN  =  130* 
also  /,ZKA  =  1300 
Nun  war  /.  KAZ=    83»   2'     wie  ^jB  =  360®, 
folglich  /,  KZ 0  =  213°   2'     als  Summe.     (Eukl.  I.  32)  30 

Eswar/_BZA=     2044'    wie^i2  =  3600, 
ebenso  /,HZ0=     2° 44'     (als  Scheitelwinkel), 
folglich   /_  KZ H  =  215046'     als  Summe, 

=  107° 53'     wie  4i?  =  3600. 


wie  5i?  =  360°. 
wie  5iB  =  360°) 
als  DiflFerenz, 
wie  ©ZNA  =  360o, 
wie  /^ZA  =  120P. 

wie  e^^'^m ZK  =  43^10', 
in  demselben  Maße. 

in  diesem  Maße, 
wie  ©ZNK  =  360°, 
wie  5i2  =  360o. 


25 


Hei  314 


170  Zelmtes  Buch.     Viertes  Kapitel. 

Mithin  war  die  Venus  zu  dem  gegebenen  Zeitpunkt  von 

Ha  208  dem  Apogeum  H  des  Epizykels  in  der  Richtung  der  Zeichen 

(d.  i.  von  H  über  das  Perigeum  bis  K)  die  am  ganzen  Kreis 

fehlenden  252^7'  entfernt,  was  nachgewiesen  werden  sollte. 

5  Nun  war  zum  Zeitpunkt  unserer  Beobachtung  die  Venus 
ebenfalls  von  dem  Apogeum  des  Epizykels  230^32'  entfernt. 
Die  zwischen  den  beiden  Beobachtungen  (vom  17/18.  Me- 
sore  6^  früh  476  Nab.  bis  zum  29/30.  Tjbi  7^5^  früh  886 
Nab.)  verflossene  Zeit  beträgt  409  ägyptische  Jahre  und 

10  (13  +  5  +  129=)  167  Tage  ohne  wesentlichen  Fehler  und 
umfaßt  255  ganze  Wiederkehren  der  Anomalie;  denn  da 
8  ägyptische  Jahre  ohne  merklichen  Fehler  5  Umläufe  aus- 
machenio),  so  bringen  (8x51=)  408  Jahre  (5x51  =)  255 
Umläufe,  während  das  übrige  Jahr  mit  Einschluß  der  über- 

15  schießenden  (167)  Tage  die  Zeit  einer  weiteren  Wiederkehr 
nicht  erfüllt.*^  Hieraus  ist  uns  ersichtlich  geworden,  daß 
die  Venus  in  409  ägyptischen  Jahren  und  167  Tagen  nach 
255  ganzen  Wiederkehren  der  Anomalie  auf  dem  Epizykel 
einen  Überschuß  von  338^25'  gewinnt:  um  so  viel  Grade 
Hei  315  war  ja  der  zu  unserer  Zeit  festgestellte  Ort  (230^32')  dem 

21  früheren  (252^7')  voraus.^)  Ebensoviel  Grade  des  Über- 
schusses ergibt  die  Rechnung^ ^  nach  den  von  uns  oben  (S.l  1 3ff.) 
vorgelegten  Tafeln  der  mittleren  Bewegungen,  weil  die  Kor- 
rektion der  Bewegungen  auf  Grund  des  (vorliegend)  gefun- 

25  denen  Überschusses  des  Laufs  in  der  Weise  vorgenommen 
worden  ist,  daß  die  Zeit  in  Tage  und  die  Wiederkehren  mit 
Einschluß  des  Überschusses  in  Grade  verwandelt  wurden. 
Dividiert  man  nämlich  mit  der  Anzahl  der  Tage  in  die  Zahl 


a)  Weil  (nach  der  Anomalietabelle  S.  114f.)  in  1»  167d  nur  328° 
zurückgelegt  werden. 

b)  Zu  einer  ganzen  Wiederkehr  fehlten  dem  früheren  Ort 
die  oben  (S.  169,34)  gefundenen  107*^53';  hierzu  kommen  die  230°32' 
Überschuß  über  ganze  Wiederkehren,  welche  S.  167,  i8  aus  der 
späteren  Beobachtung  abgeleitet  wurden. 

c)  Für  409*  167*  ergibt  die  Nachprüfung  338°27'46". 


Zehntes  Buch.     Fünftes  Kapitel.  171 

der  Grade,  so  ergibt  sich  die  tägliche  mittlere  Bewegung  in 
I  Anomalie,  wie  sie  von  uns  für  die  Venus  oben  (S.  101,  12) 

;  mitgeteilt  worden  ist. 

I  Fünftes  Kapitel. 

{        Epoche  der  periodischen  Bewegungen  der  Venus. 

'      Da  auch  hier  die  Aufgabe  übrig  bleibt,  die  Epochen  der  Ha  209 
aperiodischen  Bewegungen  an  den  Mittag  des  1. ägyptischen 
Thoth   des   ersten  Jahres   der  Regierung  Nabonassars   zu 
knüpfen,  so  stellten  wir  wieder  die  Zwischenzeit  zwischen 
diesem  Zeitpunkt  und  dem  der  älteren  Beobachtung  (am    5 
17/18.  Mesore  6^  früh  476  Nah.)  fest.     Sie   beträgt   475 
ägyptische  Jahre,  346%  Tage.   Für  diesen  Zeitraum  ergibt 
die  Rechnung  nach  den  Spalten  der  Anomalie  (S.  1 1 3  ff.)  einen 
Überschuß  der  mittleren  Bewegung  von  rund  181^^)  Wenn 
wir  diesen  Betrag  von  den  (S.  1 70,  4)  nach  der  Beobach-  Hei  316 
tung  festgestellten  252°  7'  abziehen,  so  werden  wir  für  den  11 
Mittag  des  1.  ägyptischen  Thoth  des  ersten  Jahres  Nabo- 
nassars als  Epoche  erhalten: 

1.  vom  Apogeum  des  Epizykels  in  Anomalie      71°    7' 

2.  in   mittlerer  Länge  dieselbe  wie  die  der  15 
Sonne,  d.i.                                                     )(    0H5' 

3.  für  das  Apogeum  (der  Exzentrizität)         t^l6°10'. 

Daß  letzteres  zu  dem  angenommenen  Zeitpunkt  der  Epoche 
iort  liegen  muß,  ist  klar,  weil  es  nach  der  (zugrunde  ge- 
hegten) Beobachtung  (vgl.  S.  168,2)  in  \j  20^  ö5'  lag,  wäh-  20 
:-end  auf  die  Zwischenzeit  von  rund  476  Jahren  4°45'  (Prä- 
Session)  entfallen. 


a)  Für  475»346<il8^  ergibt  die  Nachprüfung  180« 58' 31" 


172  Zehntes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 

Sechstes  Kapitel. 

Vorbemerkungen  zu  den  Nachweisen 

für  die  übrigen  Planeten. 

Ha  210  Bei  diesen  beiden  Planeten,  dem  Merkur  und  der  Venus 
konnten  wir  auf  dem  vorstehend  erörterten  Wege  zur  Auf 
Stellung  der  Hypothesen  und  zum  Nachweis  der  Anomalie! 
gelangen.  Was  aber  die  drei  übrigen,  den  Mars,  den  Jupite] 
5  und  den  Saturn  anbelangt,  so  finden  wir,  daß  nur  die  Bc' 
wegungshjpothese  ein  und  dieselbe  ist,  wie  sie  für  die  Venui 
angenommen  wurde,  insofern  der  Exzenter,  auf  welchem  siel 
jederzeit  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  bewegt,  um  ein  Zeu' 
trum  beschrieben  wird,  welches  in  dem  Halbierungspunkt( 
Hei  317  der  Verbindungslinie  der  Mittelpunkte  der  Ekliptik  und  de; 

11  Exzenters  liegt,  der  die  gleichförmige  Herumleitung  des  Epi 
zykels  bewirkt.  Denn  auch  bei  diesen  Planeten  wird  (wi( 
bei  der  Venus)  die  Exzentrizität  (Z  E),  welche  aus  der  größter 
Differenz  der  auf  die  Ekliptik  bezogenen  Anomalie  erschlossei 

15  wird,  im  allgemeinen  doppeltsogroß  befunden  als  die  Exzen 
trizität  (ZA),  welche  sich  aus  dem  zahlenmäßigen  Betrag 
der  Rückläufigkeitsstrecken*^  in  den  größten  und  den  kleinster 
Entfernungen  des  Epizykels  ergibt. 

Dagegen  können  die  Nachweise,  durch  welche  wir  dit 

20  zahlenmäßigen  Beträge  einer  jeden  der  beiden  Anomaliei 
und  die  Apogeen  feststellen,  bei  diesen  Planeten  nicht  meb 
nach  derselben  Methode  wie  bei  jenen  beiden  geführt  werden 
weil  diese  (drei  Planeten)  in  Opposition  zur  Sonne  gelangen 
und  weil  aus  Beobachtungen  nicht,  wie  bei  den  größter 
Ha  211  Elongationen  des  Merkur  und  der  Venus,  ersichtlich  wird 

26  wann  der  Planet  in  den  Berührungspunkt  der  Tangente 
tritt,  welche  von  unserem  Auge  an  den  Epizykel  gezoger 
wird.  Da  also  ein  dementsprechendes  Verfahren  nicht  mii 
Erfolg  anwendbar  ist,   so  haben  wir  die  der  Beobachtung 

30  zugänglichen  diametralen  Stellungen  dieser  Planeten  zu  den: 
mittleren  Ort  der  Sonne  zur  Benutzung  herangezogen.    Ae 


a)  Insofern  diese  in  Erdnähe  kürzer  sind  als  in  Erdferne. 


Vorbemerkungen. 


173 


Hei  318 


10 


15 


der  Hand  derartiger  Beobachtungen  weisen  wir  zunächst  die 
Verhältnisse  der  Exzentrizität  und  die  Apogeen  nach. 
Denn  einzig  und  allein  in  den  von  diesem  theoretischen 
Gesichtspunkt  aus  betrachteten  Positionen  finden  wir  die 
auf  die  Ekliptik  bezogene  Anomalie  für  sich  getrennt,  weil  5 
alsdann  keinerlei  Differenz  infolge  der  im  Verhältnis  zur 
Sonne  eintretenden  Anomalie  sich  geltend  macht. 

Der  Exzenter  des  Planeten, 
auf  welchem  sich  der'  Mittel- 
punkt des  Epizykels  bewegt, 
sei  der  Kreis  ABT  um  das 
Zentrum  A,  AT  der  durch 
das  Apogeum  gehende  Durch- 
messer; auf  diesem  sei  E  der 
Mittelpunkt  der  Ekliptik  und 
Z  das  Zentrum  des  Exzenters, 
auf  welchen  der  mittlere  Lauf 
des  Epizykels  in  Länge  theo- 
retisch bezogen  wird.  Nachdem  man  um  B  den  Epizykel 
H  0  K  A  beschrieben,  ziehe  man  die  Verbindungslinien  Z  A  B  0  20 
andHBKEM. 

Ich  behaupte  zunächst,  daß,  wenn  der  scheinbare  Ort  des 
Planeten  auf  der  durch  den  Epizykelmittelpunkt  B  gehen- 
den Geraden  EH  liegt,  jederzeit  auch  der  mittlere  Ort  der 
Sonne  auf  derselben  Geraden  liegen  wird:  in  Punkt  H  an-  25 
gelangt,  steht  der  Planet  mit  dem  mittleren  Ort  der  Sonne, 
welcher  gleichfalls  bei  H  der  Theorie  nach  anzusetzen  ist,  in 
Konjunktion,  während  er  in  K  dem  mittleren  Ort  (der 
Sonne),  welcher  alsdann  der  Theorie  nach  bei  M  liegt,  dia- 
metral gegenüber  (d.  i.  in  Opposition)  stehen  wird.  30 

Bei  jedem   dieser  Planeten   bilden   die   mittleren   Entfer-  Ha  212 
üungen   von   den  Apogeen  (A  und  0)  in  Länge  (/.AZB) 
und  in  Anomalie  (/.  0BH)  zusammen*^  den  von  demselben 

a)  Unter  Zusatz  der  zahlenmäßigen  Winkelgrößen  der  vor- 
liegenden Figur  lauten  die  beiden  Gleichungen: 

/.AZB  (90^)  +  Z.  0  B  H  (360<>  -  30")  =  ^  A  E  H  (360°  -j-  60°), 
L,  AZB(90°)-  /,  AEH  (60»)=  /.  0BH(3O°). 


174  Zehntes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 

Anfangspunkt  (A)  aus  gerechneten  mittleren  Ort  der  Sonne 
(^AEH),  während  die  Differenz  zwischen  dem  Winkel 
Hei3i9(AZB)  am  Zentrum  Z,  welcher  die  gleichförmige  Bewe- 
gung des  Planeten  in  Länge  mißt,  und  dem  Winkel 
5  (AEH)  bei  E,  welcher  die  scheinbare  Bewegung  mißt, 
jederzeit  gleich  ist  dem  Winkel  (ABK  =  0BH)  bei  B, 
welcher  den  gleichförmigen  Lauf  des  Planeten  auf  dem  Epi- 
zykel  mißt.  Es  ist  demnach  klar,  daß,  wenn  der  Planet  in 
H  (vor  dem  Apogeum)  steht,  an  der  Wiederkehr  zum  Apo- 

10  geum  der  Z.0BH  fehlen  wird,  welcher  (wie  oben  gesagt) 
zusammen  mit  /.AZB,  d.h.  (im  vorliegenden  Fall)  vor 
ihm  abgezogen*^  den  von  dem  mittleren  Sonnen  ort  (H^ 
bedingten  L  A  E  H  gibt,  der  dem  scheinbaren  Orte  des  Plane- 
ten entspricht. 

15  Steht  aber  der  Planet  in  K  (nach  dem  Apogeum),  sc 
wird  er  wieder  auf  dem  Epizykel  (von  dem  mittleren  Apo- 
geum 0  ab)  den  /^  0  B  K  zurückgelegt  haben ,  welcher  zusammen 
(d.  i.  in  diesem  Fall  zu  ihm  addiert)  mit  dem  /.AZB  den 
von  dem  Apogeum  A  aus  gerechneten  mittleren  Ort  (M)  dei 

20  Sonne  geben  wird^\  der  einen  Halbkreis  (ABT)  und  darüber 

die  Differenz  von  /.AZB  —  /.ABK  =  /.rEM   beträgt  und 

dem  scheinbaren  Ort  des  Planeten  diametral  gegenüberliegt, 

Deshalb  fallen  auch  in  den  besprochenen  Stellungen  (bei 

Konjunktion  und  Opposition)  die  beiden  Geraden,  deren  eine 

25  von  dem  Epizykelmittelpunkt  B  nach  dem  Planeten,  die 
andere  von  E,  d.  i.  von  dem  Punkte,  in  welchem  sich  unser 
Auge  befindet,  nach  dem  mittleren  Ort  der  Sonne  gezogen 
wird,  auf  ein  und  dieselbe  Gerade  zusammen.''^ 


a)  Insofern  der  spitze  Winkel  0  B  H ,  welcher  den  die  Bewegung 
in  Anomalie  messenden  überstumpfen  Winkel  0BH  zu  360®  er- 
gänzt, in  Betracht  kommt,  so  daß  die  erste  obige  Gleichung  lautet: 

/.AZB  (900)-  /.  0BH  (30°)=  /.  AEH  (60«). 

b)  Die  Gleichung  wird  in  diesem  Falle  wieder  lauten: 
LAZB(9O°)4-/.0BK(18O"-3O°)=/.  ArM(180*>4-60«). 

c)  Weil  es  sich  um  Addition  und  Subtraktion  von  Winkeln 
handelt,  wobei  Voraussetzung  ist,  daß  die  betreffenden  Winkel 
in  derselben  Ebene  liegen. 


Vorbemerkungen 


175 


Bei  allen  anderen  Elongationen  halten  dagegen  diese  Ver-  Hei  320 
bindungslinien  verschiedene  Richtungen  ein,  die  jedoch  jeder-  Ha  218 
zeit  parallel  zueinander  verlaufen. 

Beweis.  Wenn  wir  in  irgend- 
einer beliebigen  Stellung  (des 
Epizykels  zur  mittleren  Sonne) 
in  der  vorliegenden  Figur  von 
3  nach  dem  Planeten  eine 
jrerade  ziehen,  z.  B.  BN,  und 
dne  ebensolche  von  E  nach 
iem  Ort  der  mittleren  Sonne, 
B.  EE,  so  ist  nach  den  oben 
)esprochenen  Sätzen 


10 


15 


/.  AEE=/,  AZ0-h^NB0  (nach  S.  173,3i) 
/.AZe=t  AEH-|-/.HBe  (Eukl.  1.15.  32) 

(/.AEE=/.  AEH-f /.HB0-f-/.NB0) 
/,AEE-/.AEH  =  /,HB0-|-/,NB0 

i  HEE=/.HBN 

EE  II  BN.       (Eukl.  1.28) 

Wir  finden  demnach  in  den  besprochenen  Stellungen,  d.  i.  20 
owohl  bei  den  Konjunktionen  als  auch  bei  den  Oppositionen*),  Hei  321 
welche  beide  theoretisch  auf  den  mittleren  Ort  der  Sonne 
ezogen  werden,  den  Planeten  in  einer  Lage,  in  welcher  er 
heoretisch  durch  den  Mittelpunkt  des  Epizykels  erschaut 
mrd,  als  ob  er  sich  überhaupt  gar  nicht  auf  einem  Epizjkel  26 
ewegte,  sondern  für  sein  Teil  die  Lage  auf  dem  Kreis  ABT 
inhaltend  von  der  Leitlinie  ZB  gleichförmig  auf  dieselbe 
Veise    wie  der   Epizykelmittelpunkt    (auf   diesem    Kreise) 
erumgeleitet  würde.     Folglich  ist  klar,   daß  es   möglich 
nn  wird,  mit  Hilfe  derartig  gewählter  Örter  die  infolge  der  30 
Exzentrizität  eintretenden  Verhältnisse  der  auf  die  Ekliptik 
ezogenenen  Anomalie  (d.  i.  den   Betrag  des  /.ZBE)  für 


a)  U^riiiatLaiiol  a-KQovvKTOLj  d.  s.  von  Beginn  bis  Ende  der 
acht  über  dem  Horizont  sichtbare  Planeten  Stellungen,  habe  ich 
urchgehends  mit  „Oppositionen"  wiedergegeben. 


176  Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

sich^^  nachzuweisen.  Da  jedoch  die  Konjunktionen  nicht 
sichtbar  sind,  so  bleibt  nur  übrig,  den  methodischen  Gang 
der  Beweisführung  an  die  Oppositionen  anzuknüpfen. 

Siebentes  Kapitel. 
Nachweis  der  Exzentrizität  des  Mars  und  seines  Apogeums. 

Ha  214       Ähnlich  wie  wir  bei  dem  Monde  (Buch  IV,  Kap.  6)  die 
6  Örter  und  Zeiten  dreier  Mondfinsternisse  festgelegt  und 
daraus  auf  dem  Wege  geometrischer  Konstruktion  das  Ver- 
hältnis seiner  Anomalie  und  die  Stelle  des  Apogeums  nach- 
gewiesen haben,  so  beobachteten  wir  auf  dieselbe  Weise  auch 
hier  an   den  astrolabischen  Instrumenten   mit   möglichster 
10  Genauigkeit  für  jeden  der  drei  Planeten  je  drei  dem  mittleren 
Ort  der  Sonne  diametral  gegenüber  eintretende  Oppositionen 
und  berechneten  nach  den  zur  Stunde  der  Beobachtung  ge- 
fundenen mittleren  Örtern  der  Sonne  bis  auf  die  Minuten 
Hei  322  genau  Zwischenzeit  und  Ort,  um  an  der  Hand  des  so  gewon- 
15  neuen  Materials  das  Verhältnis  der  Exzentrizität  und  das 
Apogeum  nachzuweisen. 

So  stellten  wir  denn  zuerst  für  den  Mars  drei  Oppositionen 
fest.    Wir  beobachteten 

die  erste  im  15*®^  Jahre  Hadrians  am  26/27.  ägyptischen 
20  Tybi  eine  Äquinoktialstunde  nach  Mitternacht  (15.  Dezem- 
ber 130  n.  Chr.  1^  nachts)  in  TT  21°; 

die  zweite  im  19*®^  Jahre  Hadrians  am  6/7.  ägyptischen 
Pharmuthi  drei  Äquinoktialstunden  vor  Mitternacht  (21.  Fe- 
bruar 135  n.  Chr.  9^  abends)  in  ^  28*^50'; 
25  die  dritte  im  2^^^  Jahre  Antonius  am  12/13.  ägyptischen 
Epiphi  zwei  Äquinoktialstunden  vor  Mitternacht  (27.  Mai 
139  n.  Chr.  10^  abends)  In  ^  2<>34'.^) 

a)  D.  i.  getrennt  von  der  in  Bezug  auf  die  Sonne  eintreten- 
den Anomalie,  welche  durch  den  Laaf  des  Planeten  auf  dem 
Epizykel  zum  Ausdruck  gelangt. 

b)  Die  Nachprüfung  ergibt  als  mittleren  Ort  der  Sonne  füi 
577a  i45d  13h  .  ^  20<»58'52",  für  881«^  215«^  9^  :  ^  28<'50'19",  füi 
885»311dl0J^:n2»31'43". 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars. 


177 


Die  Zwischenzeiten  betragen 

zwischen   erster  und  zweiter:  4*69*^20^;  Ha  215 

zwischen  zweiter  und  dritter :    4*96'^    1^. 

Nach  Abzug  ganzer  Kreise  ergibt  die  Rechnung  (nach  den 
»palten  der  Länge  des  Mars  S.  Ulf.)  5 

ür  die  erste   Zwischenzeit:   Bewegung  in  Länge    81^44', 
ür  die  zweite  Zwischenzeit:  „  „       „        9 5° 2 8'.*^ 

Wenn  wir  die  mittleren  Bewegungen  nach  den  nur  an- 
.ähernd  angesetzten  periodischen  Wiederkehren  in  Rechnung  Hei  sas 
iehen^\  so  wird  dies  bei  der  verhältnismäßig  kurzen  Zeit,  10 
ie  in  Frage  kommt,  keinen  beträchtlichen  Unterschied  aus- 
lachen. 

,    Endlich  ist  klar,  daß  nach  Abzug  ganzer  Kreise  der  schein- 
I  are  Planet  sich  bewegt  hat  in  der 
rsten  Zwischenzeit  (von  17  21®  bis  Sl  28^50')  67^50',  16 

weiten  Zwischenzeit  (von  ^28^bO'  bis  ^  2^34')  93^44'. 
Es  seien  also  in  der  Ebene  der  ^ 

Ekliptik  drei  gleichgroße  Kreise 

eschrieben.  Derjenige,welcher  den 
;  [ittelpunkt  des  Epizykels  des  Mars 

'ägt,  sei  der  Kreis  ABT  um  das 

entrumA,der  Exzenter  der  gleich- 
,  )rmigen  Bewegung  sei  der  Kreis 
1  ZH  um  das  Zentrum  0,  der  mit 

er  Ekliptik  konzentrische  Kreis 

ii  KAM  um  den  Mittelpunkt  N, 

.OTTP  der  durch  alle  drei  Zen- 

en  gehende  Durchmesser.    A  sei 

Is  der  Punkt  angenommen,   in 

elchem  der  Mittelpunkt  des  Epi- 

ykels  bei  der  ersten  Opposition 

and,  B  als  der  Punkt,  in  welchem  er  bei  der  zweiten  stand, 
als  der  Punkt,  in  welchem  er  bei  der  dritten  stand.    Man 


20 


25 


30 


a)  Die  Nachprüfung  ergibt  81° 43' 24"  und  95^27' 29". 

b)  D.h.  ohne  die  Zahlen  bis  auf  die  Sexten  genau  anzugeben. 
gl.  I  221,  6. 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II. 


12 


178  Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

ziehe  die  Verbindungslinien  GAE,  0BZ,  OHT  und  NKA, 
NAB,  NTM;  dann  ist 
Hei  324       6x1)  EZ  =  81^44'  des  ersten  periodischen  Intervalls, 
„    ZH  =  95^28'    „  zweiten  „  „        , 

Ha  216       eklh  K/\  =  67^50'  des  ersten  scheinbaren  Intervalls, 
6  „    AM  =  93U4'    „  zweiten  „  „ 

Wenn  die  Exzenterbogen  EZ  und  ZH  von  den  Ekliptik - 
bogen  K  A  und  A  M  unterspannt  würden,  so  bedürfte  es  zum 
Nachweis  der  Exzentrizität  keiner  weiteren  Untersuchung.  *) 

10  Da  aber  letztere  ihrerseits  die  Bogen  AB  und  Bf  des  mitt- 
leren Exzenters  (auf  welchem  der  Epizykel  umläuft)  unter- 
spannen, welche  nicht  gegeben  sind^),  da  ferner,  wenn  wir 
die  Verbindungslinien  NZE,  NTZ,  NHY  ziehen,  die  Ex- 
zenterbogen EZ  und  ZH  wieder  von  den  Ekliptikbogen  ZT 

15  und  TY  unterspannt  werden,  die  natürlich  gleichfalls  nicht 
gegeben  sind,  so  werden  erst  die  Differenzbogen  KZ,  AT,  M Y 
gegeben  sein  müssen''^,  damit  aus  den  (in  der  Ekliptik)  sich 
deckenden  Bogen  EZH  und  XTY  das  Verhältnis  der  Exzen- 
trizität mit  absoluter  Grenauigkeit  nachgewiesen  werde.    Nun 

20  können  aber  auch  diese  (Differenz-)  Bogen  unmöglich  genau 
bestimmt  werden,  ohne  daß  man  vorher  das  Verhältnis  der 
Exzentrizität  (des  Exzenters  um  das  Zentrum  0)  und  das 
Apogeum  feststellt.  Indessen  werden  sie  sich  (zunächst) 
wenigstens  annähernd  bestimmen  lassen,  auch  ohne  daß  diese 

25  Punkte  mit  voller  Genauigkeit  vorher  gegeben  sind,  weil  die 
Differenzen  jener  Bogen  nicht  groß  ausfallen  können.    So 

a)  Dann  wären  die  Winkel  0EN,0ZN,  0HN  der  Anomalie- 
differenz und  mit  ihnen  die  Exzentrizität  0N  ohne  weiteres  ge- 
geben. 

b)  D.  h.  nicht  gegeben  in  Graden  des  mittleren  Exzenters,  son- 
dern nur  als  in  der  Ekliptik  gemessene  Bogen  der  scheinbaren 
Intervalle. 

c)  Es  sind  die  in  der  vierten  Spalte  der  Anomalietabelle  (Heib. 
S.  440)  angesetzten  Differenzen  der  Prosthaphäresis  der  Länge, 
welche  zu  den  Beträgen  der  dritten  Spalte  auf  dem  erdfernen 
Halbkreis  des  Exzenters  EEZ  der  gleichförmigen  Bewegun« 
zu  addieren,  auf  dem  erdnahen  von  ihnen  zu  subtrahieren  sind 
Vgl.  Anm.  12. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars.  179 

werden  wir  denn  die  Berechnung  vorläufig  unter  der  An- 
nahnie  durchführen,  daß  die  Differenz  (zwischen  den  Bogen 
EZH  und  KAM)  nicht  wesentlich  größer  sei  als  die  Differenz 
zwischen  den  Bogen  KAM  und  XTY. 

I.  Vorläufiger  Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apogeums. 

Der  Exzenter  des  gleichförmigen  Laufes*^  des  Mars  sei  6 
der  Kreis  ABT;  A  sei  angenommen  als  der  Punkt  der  ersten  Hei  325 
Opposition,    B   als   der  Punkt  der 
zweiten,  f  als  der  Punkt  der  dritten. 

Innerhalb  des  Kreises  sei  als  der     /  \  ~~i~Q^^==%£    10 

Mittelpunkt  der  Ekliptik,  in  wel-    /        \  /  y^   \    Ha  217 

chem     sich     unser     Auge     befin- 
det, A   angenommen.     Nun   ziehe 
man  durchweg  von  den  drei  Punk- 
ten der  Oppositionen  Verbindungs-       ^  /  y"        15 
linien  nach  dem  Punkte  des  Auges 

—  im  vorliegenden  Fall  die  Geraden  AA,  BA,  FA.  Dann 
verlängere  man  ausschließlich  eine  dieser  drei  Verbindungs- 
linien bis  an  die  gegenüberliegende  Peripherie  des  Exzenters 

—  hier  TA  bis  E.     Zwischen  den  übrigen   zwei  Punkten  20 
der  Oppositionen  ziehe  man  eine  Verbindungslinie  —  in  diesem 
Fall  AB.     Alsdann   ziehe  man  von  dem  Schnittpunkte,  in 
welchem  der  Exzenter  von   der  verlängerten   Geraden  ge- 
schnitten wird  —  hier  von  E  —  Verbindungslinien  nach  den 
übrigen  zwei  Punkten  der  Oppositionen  —  hier  EA  und  25 
EB  —  und  fälle  auf  die  von  den  genannten  zwei  Punkten 
nach  dem  Mittelpunkt  der  Ekliptik  gezogenen  Verbindungs- 
linien Lote  —  hier  auf  AA  das  Lot  EZ,  und  auf  BA  das  Hei  326 
Lot  EH.    Endlich  fälle  man  noch  von  dem  einen  der  ge- 
nannten zwei  Punkte  ein  Lot  auf  die  Verbindungslinie,  welche  30 
von  dem  andern  dieser  Punkte  nach  dem  auf  dem  Exzenter 


a)  Es  ist  zu  beachten,  daß  dieser  Exzenter  an  der  vorigen 
Figur  mit  EZH  und  der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  mit  N  be- 
seichnet  wurde.  Es  entsprechen  daher  die  Punkte  A,  B,  f  den 
Punkten  E,  Z,  H  der  vorigen  Figur. 


12' 


180  Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

liegenden  überzähligen  Punkt  gezogen  worden  war  —  hier 
von  A  aus  auf  BE  das  Lot  A0. 

Wenn  wir  an  der  Figur  dieser  Art  die  gegebenen  Vor- 
schriften immer  einhalten,  so  werden  wir  finden,  wir  mögen 
5  sie  auf  diese  oder  jene  Weise  erfüllen,  daß  bei  Einsetzung 
der  Zahlen  dieselben  Verhältnisse  herauskommen.  Der  weitere 
Gang  des  Beweises  wird  sich,  von  den  für  den  Mars  als  be- 
kannt vorausgesetzten  Bogen  ausgehend,  folgendermaßen  ge- 
stalten. 

10       A.   1.  Da  der  Exzenterbogen  Bf   der   (vorläufigen)  An- 
na 218  nähme  nach  (S.  178,6)  93^44'  der   Ekliptik  unterspannt, 
so  ist  als  Zentriwinkel  der  Ekliptik 

/.  BAr=    93°44'  wie  4J2  =  360«, 
=  187**  28'  wie  2R  =  S60\ 
15  folglich  /,  EAH  =  172^32'   als  Nebenwinkel, 

mithin       ft  E H  =  172°  32'  wie  ©  E H  A  =  360^ 
also       s  EH  =  119^46'  wie  äAE  =  120P. 

Da  ferner  der  (Exzenter-)  Bogen  Bf  (an  sich  S.  178,4) 
95*^28'  beträgt,  so  ist  als  Peripherie winkel 

20  /,BEr=    95°28'  wie  2B  =  360''. 

Nun  war  /,  BAE  =  172°32'  wie  2B  =  360\      (s.  Z.  15) 
folglich  ^EBH=   92»        als  Erg.  zu  360''  (im  Dreieck), 
Hei  327  mithin      &EH=    92*'        wie©BHE  =  360^ 

also       sEH=    96^19'  wie  7j  BE  =  120P. 
25      Setzt  man  EH  =  119^45'  wie  hAE  =  120^, 

so  wird  BE  =  166^  29'  in  demselben  Maße. 

2.  Da  der  ganze  Exzenterbogen  ABT  der  Annahme  nach 
(S.  178,6.6)  161^34'  der  Ekliptik,  d.  i.  die  Summe  der  beider 
(scheinbaren)  Intervalle  unterspannt,  so  ist  (als  Zentriwinkel 
30  der  Ekliptik) 

/,  A Ar  =  161*^34'  wie  4J?  =  360«, 
folglich  /,AAE=    18°26'  als  Nebenwinkel, 
=    36<>52'  wie  ^E  =  360^ 
mithin       6EZ=    36<>52'  wie  ©AZE  =  360^ 
35  also       sEZ=    37^57'  wie  /iAE  =  120^ 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars. 


181 


Da  ferner  der  Exzenterbogen  ABT  (an  sich  S.  178,  3.  4) 
in  Summa  177^12'  beträgt,  so  ist  (als  Peripheriewinkel)    Ha  219 


^  AEr  =  177''12' 

Nun  war  /.AAE=   36052' 

folglich  /.  A  A  E  =  1450  56' 

mithin       6EZ  =  145<>56' 

also       sEZ  =  114^44' 


wie  2B  =  Z60\ 

wie  <2i2  =  360°, 

als  Erg.  zu  S60^  (im  Dreieck),  5 

wie  ©EZA  =  360<>, 

wie  hAE  —  120^. 


Setzt  man 
so  wird 


EZ  = 

AE  = 


37P57' 


wie  ;iAE  =  120P, 
in  demselben  Maße. 


Hol  828 


3.  Da  der  Exzenterbogen  AB  (an  sich  S.  178,3)  81*^44'  10 
beträgt,  so  ist  (als  Peripheriewinkel) 


mithin 

also 

Setzt  man 

so  wird 

Nun  war 

folglich 

Ferner  ist 
folglich 

mithin 


/,  AEB=  81U4'     wie  2E 

6A0=  81H4'( 

,&E0=  980  16') 

sA0=  78^31' 

,sE0=  90^45' 

AE=  39P42' 

A0=  25^58' 
BE  =  166^29' 


360^ 
wie  ©A0E  =  36O°, 

wie  /iAE  =  120P. 


16 


wie  ÄAE  =  120P, 
und  £0  =  30^2'. 
in  demselben  Maße, 

0B  =  BE-E0  =  136P27'      wie  A0  =  25P58'.  20 

0B2  =  18615P'l6'     und  A0*=  674^^16', 
ABä  =  19289P'32'     als  Summe, 

AE  =  120P 

AE=    39^42'.  Hei  329 


AB  =      138^53'     wie 


4.  Setzt  man  nun  als  Sehne,  die  den  Bogen  von  81^44'  Ha  220 


unterspannt, 
so  wird 


wie  exdni  =  120^, 
in  demselben  Maße, 


sAB  =  78P31' 
(        AE  =  67P50' 
1        AE  =  22^44' 
also    e;c&AE  =  21^41'     (wie  Q  ABT  =  360 ^'X 
mithin      5  AE  +  6  ABr  =  198"53',     (s.  Z.  1) 
folglich        6rE  =  161"   7'     als  Supplementbogen, 
also        s  r  E  =  118^22'    wie  exdm  =  120^. 


26 


30 


182 


Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 


B.  Wäre  die  Sehne  FE  gleichgroß  wie  der  Durchmesser 
des  Exzenters  gefunden  worden,  so  ist  klar,  daß  auf  ihr  das 
Zentrum  des  Exzenters  liegen  müßte, 
und  daß  sich  ohne  weiteres  das  Ver- 
hältnis der  Exzentrizität  heraus- 
stellen würde.  Da  FE  aber  nicht 
gleichgroß  ausgefallen  ist,  sondern 
das  Segment  EABF  größer  als  einen 
Halbkreis  gemacht  hat,  so  wird 
offenbar  das  Zentrum  des  Exzenters 
innerhalb*^  dieses  Segments  zu  lie- 
gen kommen. 

Es  sei  demnach  als  dieses  Zen- 
trum  der   Punkt   K   angenommen. 
15  Man  ziehe  durch  K  und  A  den  durch  beide  Zentren  gehen- 
den Durchmesser  AK  AM  und  fälle  von  K  auf  FE  das  Lot 
KNZ.    Nach  dem  eben  geführten  Beweis  war 


Hei  330 


20 


mithin 


srE  =  118P22' 
AE=  67^50' 
rA=    50^32' 


wie  cZwAM  =  120P; 
als  Differenz. 


Nun  ist  (nach  Eukl.  III.  35)  das  aus  den  Geraden  AE 
und  FA  gebildete  Rechteck  gleich  dem  Rechteck,  welches 
aus  den  Geraden  AA  und  AM  gebildet  wird,  also 

AErA=AAAM, 
25  mithin    AA  •AM  =  3427P'51'. 

Es  ist  ferner  (nach  Eukl.  II.  5)  die  Summe  des  aus  AA 
und  AM  gebildeten  Rechtecks  und  des  Quadrats  von  AK 
Ha  221  gleich  dem  Quadrat  des  halben  Durchmessers,  d.  i.  gleich 
dem  Quadrat  von  AK  (d.  i.  =3600^'),  also 
30  AA-AM  +  AK2  =  AK». 

Nun  ist     AK2  =  3600^''  -  3427^' 51'  =  172^' 9', 
folglich    AK  =      13P7'     wie  exhm  AK  =  60^. 


a)  Hier  habe  ich  die  Lesart  des  Cod.  D  wiedergegeben.  Vgl. 
Heib.  S.  365,  5. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars.  133 

Hiermit  ist  die  Verbindungslinie  zwischen  den  Zentren 
(der  Ekliptik  und  des  Exzenters)  gefunden. 

C.  Es  war  nachgewiesen  worden,  daß  (FE  gleich  118^22', 
also)  die  Hälfte  von  TE,  d.  i.  (nach  Eukl.  IH.  5) 

•■N^   ö9^1i;|wie^mAM  =  120P,  ' 

rA=    50^32']  Hei  331 

folglich         AN  =  TN  -  TA  =  8^  39'     wie  AK  =  13^  7'. 

Setzt  man       7^  AK  =  120^, 

so  wird       s  AN  =    79^  8'  in  diesem  Maße, 

also       ÖAN=   82*^30'  wie  ©ANK  =  360^  10 

mithin  /.AK N=    82*30'  wie5i?  =  360^ 

=   41°  15'  wie  4B=Z60\ 

folglich      &ME=   41*^15',  weil  AKN  Zentriwinkel. 

Nun  ist    6rM£=   80'>34'     als   '/^  &  TEE,  (S.  181,32) 
folglich       feriV\=    39^9'     als  Differenz.  15 

Hiermit  ist  zunächst  der  (Exzenter-)  Bogen  gefunden, 
welcher 

a)  die  Entfernung  des  Ortes  der  dritten  Opposition 
V^2^34')  bis  zu  dem  Perigeum  (M)  mißt.  Weiter-  ergibt 
jich  20 

b)  die  Entfernung  des  Ortes  der  zweiten  Opposition 
.^128'^  50')  bis  zu  dem  Apogeum  (A).  Da  (S.  178,  4)  der 
Vnnahme  nach 

&Br=*  95'^28'  (und  5  TM  =  39°  19'), 
so  ist     &BA  =  180°-[&Br-}-5rM],  25 

=    45°13'. 

c)  die  Entfernung  des  Ortes  der  ersten  Opposition  (1721°) 
'is  zu  dem  Apogeum.    Da  (S.  178,  3)  der  Annahme  nach 

&  A  B  =  81U4' (und  &  B  A  =  45°13'), 
SO  ist    &AA  =  6AB-&BA,  30 

=  36°31'. 


184 


Zelintes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 


II.  Nachweis  der  Differenzbogen. 

Die  vorstehend  gefundenen  Bo- 
gen sollen  gegeben  sein.  Die  aus 
ihnen  sich  ergebenden  Differenzen 
mit  den  für  jede  Opposition  ge- 
suchten Ekliptikbogen  wollen  wir 
nun  auf  folgendem  Wege  zu  er- 
mitteln suchen. 

A.  Es  sei  aus  der  oben  vorge- 
legten Figur  der  drei  Oppositionen 
die  Zeichnung  der  ersten  Oppo- 
sition für  sich  allein  herausgeho- 
ben. Nachdem  man  noch  die  Ver- 
bindungslinie AA  gezogen,  fälle 
16  man  von  den  Punkten  A  und  N  auf  die  Verlängerung  von 
A0  die  Lote  A0  und  NX. 


1.         6EE=  36«31',     (s.  S.  183,31  &AA) 

folglich    /.E0==  36031'     wie  4^  =  360^ 

=  73<>   2' 

20  folglich  auch  /.A  00=  73"  2' 

&A0=  73«   2' 

,&  00  =  106°  58' 

sAct)=  71^25' 

,s00=  96^27' 


mithin 


Hei  333 


26 


also^ 
Setzt  man 


so  wird 

Nun  ist 
mithin 


wie  ^J^  =  360^ 
als  Scheitelwinkel, 

wie  ©  Act)  0  =  360  ^ 
wie  ÄA0  =  12O^. 


A0=      6^33' 30"     wie  erc/^w  AA  =  60^, 

(als  Va-ÖN,  vgl.  S.  182,32) 

Act)=      3P54'     und  00  =  5^16'. 

AA2-A02  =  A(t)2, 
A0=   59^52'    in  demselben  Maße. 


30 


2.  Es  ist  ferner  (weil  0A  =  AN) 

0X  =  00     1 


NX=2A0j 


(Eukl.  VI.  2.  4) 


mithin  j        AX  =  A0  -F  OX  =  65P  8'  i    ^^.^  ^^  ^  ,,p). 
,      l        NX(=2A0)        =    7P48'J    ^ 


Exzentrizität  nnd  Apogenm  des  Mars. 


185 


(Nun  ist 

ax«  +  nx2=anO 

mithin 

hkn=    65^36'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man 

;jAN  =  120P, 

so  wird 

sNX=    14^16'     in  diesem  Maße, 

also 

6NX=    13H0'     wie  eNXA  =  360°, 

folglich  l_ 

NAX=    13« 40'     wie  <2i2  =  360». 

irdj 


so  wird 

(Nun  ist 
mithin 


in  diesem  Maße. 


ÄNE  =  120P, 
sNX=    13^10' 
6NX=    12«36' 
12*36' 


in  diesem  Maße, 
wie  ©NXE  =  360», 
wie  5J?  =  360^ 


10 


3.  Setzt  man  nun,  wie  oben  (in  dem  Maße  von  AA  =  0E)  Ha  22s 
nachgewiesen, 

N  X  =  7P  48'     wie    exhm  0  E  =  60^, 
X0  =  2<i)0         =10^32'! 
XE  =  X0  +  0E  =  7OP32'] 

XE2-}-NX2  =  NE') 
ÄNE=    71^  in  demselben  Maße. 

Setzt  man 

so  wird 

mithin 

also   ^NEX 

Nun  war  /,NAX=    13«40'     wie  5i^  =  360^ 
folglich   /.ANE=      1»  4'     als  Differenz,  (Eukl.  I. 
=      0°32'     wie  4B  =  Zm\ 
So  groß  ist  also  auch  der  Ekliptikbogen  KZ. 

B.  Es  sei  die  ähnliche  Figur 
mit  der  Zeichnung  der  zweiten 
Opposition  vorgelegt. 

1.         6ZZ  =  45n3', 

(8.  S.  183,26  6BA) 
mithin  /_Z0Z  =  45"13' 

wie  4JR  =  360°, 
=  90<»26' 

wie  5.B  =  360»; 
Folglich  /_  A00  =  9O''26' 


mithin 


als  Scheitelwinkel, 
6Acl>  =  90°26' 
,6  00=89<>34' 

wie  ©A00  =  36O°, 


15 


Hei  334 


20 


186  Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

^^^\    ,5  00  =  84^32'/ 

Hei  835      Sotzt  man         A0=   6^ 33' 30"     wie  exhm  AB  =  60^ ^ 
Ha  224  so  wird         A0  =    4^39'  und  cj) 0  =  4^38'. 

6  Nun  ist       AB'-Act>2  =  Ba)2, 

mithin         60  =  59^49'     in  demselben  Maße. 

2.  Es  ist  ferner  (weil  0A  =  AN) 


(t)X  =  (t>0   1 

NX  =  2Ac|>}   (Enkl.Vl.2.4) 


10 


mithin!        BX  =  BO  +  <1>X  =  64P27'j  ^^.^  ^b  =  60P). 
'"(       NX(=2AcD)        =    9^18')  ^  ^ 

(Nun  ist        BX2-j-NX«==BN') 
mithin      hBN=   69^  6'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man  ä  B  N  =  120^ 

15            so  wird  sNX=    17^  9'  in  diesem  Maße, 

mithin  6NX=    16» 26'  wie  ©  NXB  =  360«, 

folglich  /,NBX=    16^26'  wie5i?  =  360«. 

3.  Setzt  man,  wie  oben  (in  dem  Maße  von  AB  =  0Zj 
nachgewiesen, 

20  NX  =  9^18'     wie  exhm  QZ^QO"^, 

so  wird!  XÖ  =  2CJ)0          =    9P16'1  .^  ^.^^^^  ^^ß^ 

1  XZ  =  X0  4- 02  =  69^16') 

(Nun  ist  XZHNX'  =  NZ2) 

mithin  /jNZ=    69^52'     in  demselben  Maße. 

25       Setzt  man      7^NZ  =  120P, 

so  wird       sNX=    16^  in  diesem  Maße, 

mithin       6NX=    15»20'  wie  ©  NXZ  =  360°, 

also  /,NZX=    15<>20'  wie  ^i?  =  360^ 

Hei336         Nun  war   /,NBX=    16°26'     wie5J^  =  360^ 

30  folglich  /,  BNZ=      1''6'     als  Differenz,  (Eukl.  I.  32 ) 

=      0''33'     wie  4B  =  S60\ 
So  groß  ist  also  auch  der  Ekliptikbogen  AT. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars. 


187 


mithin 


also 


mithin 


ct>X  =  54P47'|    (^ieAr=60P). 
=    8^18']    ^  ^ 


10 


Bei  der  ersten  Opposition  hatten  wir  den  Bogen  KZ  mit 
0^32'  gefunden.    Es  ist  demnach  klar,  daß  das  theoretisch  Ha  225 
auf  den   Exzenter  bezogene    erste   Intervall  (EZ)  um   die 
beiden  Bogenstücke  (KZ  + AT),  d.  i.  um  1^5',  größer  sein 
muß  als  das  scheinbare  (KA  =  67^50')  und  somit  68^55'    5 
betragen  wird.*^ 

C.  Es  sei  nun  auch  die  Figur  der 
dritten  Opposition  vorgelegt. 

1.         6nH=    39»19', 

(s.  S.  183, 15  b  TM) 
folglich  /_n0H=    390 19' 

wie  4i?  =  3600, 
=    78«  38' 

wie  5J2  =  360^ 

6Act)=    78*^38' ^ 
,6cD0==lOl<'22'i 

wie  ©A0 0  =  360°, 

j     sA0=    76P   2'i 
\    ,s00=    92^50') 

wie  /iA0  =  12OP. 

Setzt  man    vbl  A0  =  6^  33'  30"    wie  exhm  A  r=  60^, 
so  wird         A<|)  =  4P9'  und  00  =  5^4'. 

Nun  ist        Ar2-A<t)*=r0*, 
mithin  r0-=  59^51'     in  demselben  Maße. 

2.  Es  ist  ferner  (weil  0A  =  AN) 

<t)X  =  cD0   ) 

NX  =  2Act>}   (Enkl.VI.2.4) 

rx  =  rcD- 

N  X  =  2A0 


15 


Hei  337 


20 


a)  Der  Exzenterbogen  EZ  des  mittleren  Laufs  (s.  Fig.  S.177), 
JT'elcher  in  der  Ekliptik  gemessen  unter  dem  /.ZNT  erscheint, 
'auß  um  die  beiderseitigen  Differenzbogen  KZ  und  AT  größer 

rscheinen  als  das  unter  dem  L  K  N  A  erscheinende  erste  Inter- 

all  AB. 


188  Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

(Nun  ist  rXHNX2=  TN^) 

mithin  hrN=   55^25'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man  7i  r  N  =  120^, 

so  wird  5NX=    17^59'     in  diesem  Maße, 

also  6NX=    17«  14'     wie  ©NXr=360«, 

folglich  /.NrX=    17°  14'     wie  2B  =  360". 


1 


Ha  226       3.  Setzt  man,  wie   oben  (in  dem  Maße  von  Ar=0H) 

nachgewiesen, 

N  X  =  8P 18'    wie  exhm  0  H  =  60^, 

10  .^f       X0  =  200         =10^8'].     ,.  ,r  o 

so  wird^  „  m  diesem  Maße. 

1        XH  =  0H-X0  =  49P52') 

(Nun  ist        XH^  +  NX2  =  NH2) 

Hei  338  mithin      /iNH=   50^33'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man       Ä  N  H  =  120^, 

15  so  wird       sNX=    19^42'    in  diesem  Maße, 

also       feNX=    18" 54'     wie  ©NXH  =  360», 

mithin   /_NHX=    18»54'     wie5ü;  =  360*. 

Nun  war   /.NrX=   17''14'    wie^i<:  =  360^ 

folglich   /,  TN H=      lUO'     als  Differenz,  (Eukl.  I.  32) 

20  =      0«50'     wie  4iü  =  360<>. 

So  groß  ist  also  auch  der  Ekliptikbogen  MY. 

Bei  der  zweiten  Opposition  hatten  wir  den  Bogen  AI 
mit  0^  33'  gefunden.  Es  ist  demnach  klar,  daß  das  theo- 
retisch auf  den  Exzenter  bezogene  zweite  Intervall  (Z.H] 
25  um  die  beiden  Bogenstücke  (AT-f- MY),  d.  i.  um  1*^23' 
kleiner  sein  muß  als  das  scheinbare  (AM  =  93^44')  unc 
somit  92"2l'  betragen  wird.*) 

III.  Wiederaufnahme  des  Beweisverfahrens. 
A.  Unter  Einsetzung   der  für   die    beiden  (scheinbaren' 
30  Intervalle  gewonnenen  Ekliptikbogen  (XT  und  TY)  und  dei 

a)  Der  Exzenterbogen  des  mittleren  Laufs  ZH  (s.  Fig.  S.  177) 
in  der  Ekliptik  von  dem  /_  TNY  gemessen,  muß  um  die  beider 
seitigen  Differenzbogen  AT  und  MY  kleiner  erscheinen  als  das 
unter  dem  ^ANM  erscheinende  zweite  Intervall  Bf. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars.  189 

auf  dem  Exzenter  (für  die  beiden  periodischen  Intervalle) 
natürlich  wieder  von  vornherein  gegebenen  Bogen  (EZ  und 
ZH)  nahmen  wir  das  oben  (S.  179)  erklärte  Verfahren  (I), 
mit  welchem  wir  das  Apogeum  und  das  Verhältnis  der  Ex- 
zentrizität nachweisen,  wieder  auf  und  fanden  folgende  End-  5 
ergebnisse,  auf  deren  Mitteilung  wir  uns  beschränken,  um 
nicht  durch  Wiederholung  derselben  Beweisgänge  den  Kom- 
mentar zu  stark  zu  belasten.    Wir  erhielten 

1.  Die  Verbindungslinie  zwischen  den  Zentren  Hei  339 
AK  =  11^50'  wie  exhm  =  60^  (statt  13^7'  S.  182,32);  10 

2.  die  Entfernung  von  dem  Orte  der  dritten  Opposition 
bis  zum  Perigeum,  d.  i. 

exbrN\  =  A6^S3'  (statt  39°19'  S.  183,15). 
Hieraus  ergibt  sich  weiter  Ha  227 

3.  e:c&BA  =  38<>59'  (statt  45^3'  S.  183,26),  15 

4.  exbAA  =  4:2H6'  (statt  36<^31'  S.  183,3i). 

B.  Dadurch,  daß  wir  nun  wieder  diese  Werte  bei  den 
Nachweisen  (II  ABC)  für  jede  Opposition  einsetzten,  fan- 
den wir  schließlich  die  genauen  Größenbeträge  eines  jeden 
der  gesuchten  (Differenz-) Bogen,  und  zwar  20 

1.  &KZ  =  0«28'  (statt  0°32'  S.  185, 20), 

2.  6AT=0«28'  (statt  0^33'  S.  186,3i), 

3.  &MY  =  OHO'  (statt  0«50'  S.  188,2o). 

Nun  addierten  wir  die  Beträge  für  die  erste  und  die  zweite 
Opposition  und  fügten  die  erhaltene  Summe  0^56'  zu  den  25 
67^50'  des  Ekliptikbogen s  (KA)  des  ersten  (scheinbaren) 
Intervalls.  Somit  erhielten  wir  das  theoretisch  auf  den  Ex- 
zenter bezogene  Intervall  (EZ)  genau  mit  68^46'  (statt 
68^^55'  S.  187,5). 

Ebenso  addierten  wir  die  Beträge  für  die  zweite  und  die  30 
dritte  Opposition  und  zogen  den  erhaltenen  Betrag  1^8'  ab 
von  den  scheinbaren  93^44'  des  Ekliptikbogens  (AM)  des 
zweiten  Intervalls.  Somit  fanden  wir  wieder  das  theoretisch 
auf  den  Exzenter  bezogene  Intervall  (ZH)  genau  mit  92^36' 
(statt  92^21'  S.  188,27).  35 


190 


Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 


C.  Von  diesen  Werten  ausgehend,  schritten  wir  schließ- 
lich unter  nochmaliger  Anwendung  desselben  Beweisver- 
fahrens (I)  zu  der  endgültig  genauen  Bestimmung  des  Ver- 
hältnisses der  Exzentrizität  und  des  Apogeums  und  fanden 

Hei  340        1.  vblAK  =  12^  wie  exhm  AK  =  &0^  (statt  11^50'  S.  189,  lo), 

6         2.  exbrN\  =  W21'  (statt  46<'33'  S.  189,13), 

3.  exbBA  =  AOm'  (statt  38«59'  S.  189,15),  (s.  Fig.  S.  182) 

4.  ea;6AA  =  41<>33'  (statt  42«45'  S.  189,16). 

IV,  Probe  der  Endergebnisse. 

Auf  demselben  Wege  werden 
wir  schließlich  klarlegen,  daß  die 
durch  die  Beobachtung  gewonne- 
nen scheinbaren  Intervalle 
mit  den  vorstehend  ermittelten 
zahlenmäßigen  Beträgen  in  Ein- 
klang gefunden  werden. 

A.  Es  sei  die  Figur  der  ersten 
Opposition  vorgelegt,  beschränkt 
auf  den  Exzenter  EZ,  auf  wel- 
chem sich  jederzeit  der  Mittel- 
punkt des  Epizykels  bewegt.*^ 

1.  Es  ist  (s.  oben  Z.  8  &AA) 

/.A0E  =  41^33'     wie  4R  =  S60\ 
=  83«   6'     wie  5i2  =  360^ 
25  folglich  auch  /_A00  =  83°   6'     als  Scheitelwinkel, 


mithin 

also 

30       Setzt  man 
Hei  341  so  wird 


&A<I)  =  83°   6'j 

,2,cD0  =  96«54'i 

sAcD  =  79^35' 

,5  00  =  89^50' 
A0=    6^    wie  Ä7wAA  =  60P,  (s.  Z.  5) 
Act)=    3^58' 30''  und  00  =  4^30'. 


wie  ^AcD0  =  36O°, 


wie  /iA0  =  12OP. 


a)  Der  hier  mit  EZ  bezeichnete  Exzenter  ist  an  der  Haupt- 
figur S.  177  der  mittelste  Kreis,  an  dem  die  scheinbaren  örter 
der  drei  Oppositionen  mit  A,  B  und  f  bezeichnet  sind. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Mars. 


191 


Nun  ist        AA2-Aa)2=.  A02, 
mithin         A0  =  59^50'     in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  0A  =  AN) 


NX  =  2Act>l    (Enkl.  VI.  2.  4)  , 

mithin!        AX  =  Aa>  +  0X  =  64P2O;|   (^^^  ^^^,,p). 
mixnin|       NX(=2Act))        =    7^57']    ^  ^ 

(Nun  ist        AX2  +  N  X2  =  N  A^) 
mithin       hNh=    62^52'  in  demselben  Maße. 

Setzt  man      hH^  =  120^  ^ ^ 

so  wird       sNX=   14^44'  in  diesem  Maße, 

mithin       6NX=    14«  6'  wie  ©  NXA  =  360^^ 

also    ^NAX=    14"   6'  wie<2jB  =  360^ 

=      7°    3'  wie  4jB  =  3600. 

Nun  war   /,A0E=   41°33'     wie4J2  =  360^  15 

folglich   /,ANE=    3403O'     als  Differenz.  Ha  229 

Das  ist  der  Winkel  des  schein- 
baren Ortes,  um  welchen  der 
Planet  bei  der  ersten  Opposition 
vor  dem  Apogeum  stand.  20 

B.  Es  sei  die  entsprechende  Hei  342 
Figur  der  zweiten    Opposition 
vorgelegt. 

1.  Es  ist  (s.S.  190,  7  öBA) 
der  Winkel  des  mittleren  Laufs  25 
des  Epizykels*^ 

/.B0E  =  4OO11'     wie4jB  =  360», 
=  80^22'     wie  3B  =  ^60\ 
'olglich  auch    /.N0X  =  80^22'    als  Scheitelwinkel, 


a)  Insofern  der  Epizykelmittelpunkt  von  der  Leitlinie  0B 
luf  dem  die  Anomalie  bewirkenden  Exzenter  gleichförmig  her- 
I  imgeführt  wird. 


192 


Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 


Hei  343 
11 


15 


mithin 

also 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


6  AO  =  80''22' 

,6  00  =  99°  38' 

sA<t>  =  71^26' 

,5  00  =  91^41' 


wie  ©  AO0=  360", 
wie  hAQ  =  120^. 


A0=    6^  wie  hm  AB  =  60^\ 

A0=    3^52'     nnd    0-0  =  4^35'. 

AB*-A(t)*  =  B02, 
80  =  59^53'     in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  0A  =  AN) 

NX  =  2A0}   (ß-kl.  VI.  2.  4) 

BX  =B0  +  0X 
NX(=2A0) 

BXHNX2  =  NB2) 
7i  N  B  =    64^56'     in  demselben  Maße. 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 


-'^y\   (wieAB  =  6O^0. 
=    7^44']    ^  ^ 


Setzt  man  /i  N  B  =  120^, 

so  wird  sNX=  14^19' 

mithin  &NX=  13H2' 

also  /_NBX=  13042' 

20  ==  6*51' 

Ha  230         Nun  war  /.B0E=  40»  11' 

folglich  /,  B  N  E  =  33°  20' 


in  diesem  Maße, 
wie  ©  NXB  =  3600, 
wie  ^E  =  360o, 
wie  4B  =  U0\ 

wie  4i?  =  3600, 
als  DiflFerenz. 


Das  ist  der  Winkel  des  scheinbaren  Ortes.  Demnach  lag 
der  scheinbare  Ort  des  Planeten  bei  der  zweiten  Opposition 

25  ebensoviel  Grade  hinter  dem  Apogeum.  Nun  war (S.  191,16) 
nachgewiesen,  daß  der  Planet  bei  der  ersten  Opposition 
34^30'  vor  dem  Apogeum  stand.  Folglich  beläuft  sich  das 
Intervall  von  der  ersten  Opposition  bis  zur  zweiten  in  Über- 
einstimmung mit  den   durch  die  Beobachtung  (S.  177,15) 

30  festgestellten  Graden  in  Summa  auf  67^50'. 

C.  Es  sei  nun  ebenso  die  Figur  der  dritten  Opposition 
vorgelegt. 


Exzentrizität  und  Apogenm  des  Mars. 


193 


1.  Hier  ist  (s.  S.  190,6  fo  TM)  der 
Winkel  des  gleichförmigen  Laufs  des 
Epizykels*'  E\ 

wie  4E  =  360", 
=  88*42' 

wie  4J?  =  360^ 

f    6A0  =  88U2' 
[   ,6  00  =  91*18' 

wie  ©  AcJ)0  =  36O 
j    sA0  =  83i'53' 
1     «00  =  85^49' 


mithin 


also 


Hei  344 


wie  /<A0  =  12OP. 


Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


A0=    6^  wie  ex/iwAr=60^ 

A0=    4P  11' 30"  und  00  =  4^17'. 


Ar« 

rcD 


A0ä=^cD^ 

59P5I'     in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  0A  =  AN) 

(t)0  =  (|)X     1 

NX  =  2AC1>}    (E-l^l.VI.2.4) 

rX  =  rct)-0X  =  55^34' 
NX(=2A0)        =    8^23' 

rx2  +  NX2  =  rN2) 

/irN=    56^12'     in  demselben  Maße. 


mithin ' 

(Nun  ist 
mithin 


^'1   (wie  Ar=:60P). 
l'l    ^  / 


10 


15 


Ha  231 


20 


Setzt  man       /i  r  N  =  120^, 

so  wird        sNX=  17^65'  in  diesem  Maße, 

mithin       &NX=  17^10'  wie  ©  NXr=360*, 

also    /,0rN=  17«  10'  wie  ^E  =  360*, 

=  8*35'  wie  4J?  =  360". 

Nun  war  /,  r0Z=  44*21'  wie  iE  =  360*, 

folglich   ^rNZ=  52*56'  als  Summe. 

So  viel  Grade  lag  demnach  der  scheinbare  Ort  des  Pla- 
sten bei  der  dritten  Opposition  vor  dem  Perigäum.   Nun 

I.)  D.  i.  der  Zentriwinkel  des  die  Anomalie  bewirkenden  Ex- 
»»nters  um  das  Zentrum  0. 


Hei  345 


25 


PtolemäuB,  übers,  t.  Manitius.   II. 


13 


194 


Zehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 


war  (S.  192,  22)  nachgewiesen,  daß  er  bei  der  zweiten  Op- 
position das  Apogeum  33^20'  hinter  sich  hatte.  Folglich 
wurde  die  hieraus  sich  ergebende  Differenz  von  (l80^  — 
[52^56'  4-  33^20']  =)  93H4',  d.  i.  der  Betrag,  welcher  auf 
5  das  Intervall  von  der  zweiten  Opposition  bis  zur  dritten 
entfällt,  mit  den  für  das  zweite  Intervall  durch  die  Beob- 
achtung (S.  177,  16)  festgestellten  Graden  wieder  in  Ein- 
klang gefunden. 

V.  Lage  des  Apogeums. 

10  Der  Planet  hatte,  der  Theorie  nach  auf  der  Geraden  NT 
stehend,  bei  der  dritten  Opposition  den  durch  die  Beob- 
achtung (S.  176,  27)  festgestellten  Ort  ^  2^34'  inne.  Nun 
wurde  als  Zentriwinkel  der  Ekliptik  /.rNZ  =  52^56'  wie 
4J?  =  360^  nachgewiesen;  folglich  ist  klar*\  daß  das  Peri- 

15  geum  der  Exzentrizität,  Punkt  Z,  in  /§  25^30'  lag  und  das 
Apogeum  diametral  gegenüber  in  69  25^30'. 


20 


Ha  232 


VI.  Feststellung  der  mittleren  Länge  und  der  Anomalie. 

Wenn  wir  um  den  Mittel- 
punkt r  den  Epizykel  KAM 
des  Mars  beschreiben  und  die 
Gerade  QT  (bis  M)  verlän- 
gern, so  ergibt  sich  zur  Zeit 
der  dritten  Opposition 

l.die  Entfernung  des  mitt- 
leren Ortes  des  Epizykels  von 
dem  Apogeum  des  Exzenters 
(um  0)mit  (1800-44^21'=) 
135 '39',  weil  LfeZ,  wel- 
cher (bis  zum  Perigeum)  die  Ergänzung  zu  180^  bildet, 
30  (S.  190,  6)  mit  44^21'  nachgewiesen  worden  ist; 

2.  die  Entfernung  des  mittleren  Ortes  des  Planeten  von 
dem  Apogeum  M  des  Epizykels,  d.  i.  der  Bogen  MK,  mit 
(180^— 8035'=)  171<^25',weil(S.  193,25)  L  ©TN  =  8^35' 


25 


a)  Weil  52<'56'-27<'26'  des  Schützen  =  S'  25<^30'. 


Zehntes  Buch.     Achtes  Kapitel.  195 

wie  47?  =  360^  nachgewiesen  worden  ist.  Da  dies  ein  Zentri- 
winkel des  Epizykels  ist,  so  muß  auch  der  Bogen  KA,  d.  i. 
der  Bogen  von  dem  Planeten  in  K  bis  zu  dem  Perigäum  A, 
gleich  8^35'  in  demselben  Maße  werden;  folglich  beträgt 
der  Bogen  von  dem  Apogeum  M  bis  zu  dem  Planeten  als  5 
Ergänzung  zu  180^,  wie  oben  gesagt,  171^25'. 

So  ist  uns  denn  einschließlich  der  anderen  Ergebnisse  klar 
geworden,  daß  zur  Zeit  der  dritten  Opposition,  d.  i.  im 
iweiten  Jahre  Antonius  am  1 2/1 3.  ägyptischen  Epiphi  2  Äqui- 
aoktialstunden  vor  Mitternacht  (27.  Mai  139  n.  Chr.  10^  10 
ibends),  der  Planet  Mars  in  sog.  mittlerer  Länge  von  Hei  347 
lern  Apogeum  (59  25^30')  des  Exzenters  135^39'  entfernt 
tand*\  während  er  in  Anomalie  von  dem  Apogeum  des 
Spizykels   171"  25'  entfernt  war,  was  nachzuweisen  war. 


Achtes  Kapitel. 

Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des  Epizykels 

des  Mars. 

Da  es  unsere  nächste  Aufgabe  ist,  das  zahlenmäßige  Größen-  Ha  233 
Verhältnis  des  Epizykels  nachzuweisen,  so  wählten  wir  für  16 
•lesen  Zweck  eine  Beobachtung,  welche  wir  ungefähr  drei 
Oage  nach  der  dritten  Opposition,  d.  i.  im   zweiten  Jahre 
lüitonins   am    15/16.  ägyptischen   Epiphi    3    Äquinoktial- 
tunden   vor  Mitternacht   (30.  Mai  139  n.  Chr.  9^  abends)  20 
m  Diopter  angestellt  haben:  nach  Maßgabe  des  Astrolabs 
lüminierte  ^  20°,  während  der  mittlere  Ort  der  Sonne  da- 
lals^^  TT  5^27'  war.    Als  der  Stern  in  der  Kornähre  (Spika) 
lit  Bezug   auf  seinen    eigenen    Ort  (np  26^40')   anvisiert 
Tirde,  ergab  sich  als  der  scheinbare  Ort  des  Mars  .;M°36'.  25 
leichzeitig  hatte  der  Planet  von  dem  Zentrum  des  Mondes 
der  Richtung  der  Zeichen  einen  scheinbaren  (östlichen) 


a)  Der  mittlere  Ort  war  demnach  der  scheinbare  Ort  (S.  176 
)    /2O34'  +  /.0rN,  d.i.  /  11»9'. 

b)  Für  885*314^9^  ergibt  die  Nachprüfung  77  5027' 31",  d.i. 
1  Apogeum,  wo  die  Anomaliedifferenz  =  0. 

13* 


196  Zehntes  Buch.     Achtes  Kapitel. 

Abstand  von  ebenfalls  1*^36'.    Es  war  damals*^  (nach  den 
Mondtafeln  berechnet) 
der  mittlere  Ort  des  Mondes  t    4*^20' 

Hei  348    seine  Entfernung  in  Anomalie  vom  Apogeum 

5  des  Epizykels  92«    O' 

demnach  der  genaue  Ort  n\  29^20' 

-    der  scheinbare  Ort^^  ^    0«   0'. 

Mithin  stand  auch  von  dieser  (rechnerischen)  Seite  be- 
trachtet damals  der  Mars  im  Einklang  mit  der  durch  die 
10  Anvisierung  gefundenen  Stelle  in  /  1^36',  so  daß  natürlich 
seine  Entfernung  von  dem  Perigeum  gegen  die  Richtung 
der  Zeichen  (von  ^  25®30'  bis  ^  1^36')  bS^o^'  betrug. 

Nun  beträgt  in  der  Zwischenzeit  (von  2^23^)   zwischen 
der  dritten  Opposition  (27.  Mai  10^  abends)  und  dieser  Be- 
15  obachtung  seine  Bewegung  in  Länge   l'^32',  in   Anomalie 
Ha  234  etwa  1^21'.*')  Wenn  wir  diese  Beträge  zu  den  Ortern,  welche 
wir    für    die  zugrunde  gelegte    Opposition    (S.  194,  28.33) 
nachgewiesen  hatten,  addieren,  so  werden  wir  zur  Zeit  dieser 
(späteren)  Beobachtung  die  Entfernung  des  Mars   von  dem 
20  Apogeum  des  Exzenters  in  Länge  mit  (135^39'  +  1^32'=) 
137^11'   und  die  Entfernung  von  dem  Apogeum  des  Epi- 
zykels in  Anomalie  mit  (171<^25' -f  1«  21' ==)  172<>46'  er- 
halten. 

Diese  Zahlen  sollen  gegeben  sein.    Der  den  Mittelpunkt 
25  des  Epizykels  tragende  Exzenter  sei  der  Kreis  ABT  um  das 
Zentrum  A  und  den  Durchmesser  AAP,  auf  welchem  als 
der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  der  Punkt  E  und  als  das  Zen- 
trum der  größeren  Exzentrizität  der  Punkt  Z  angenommen 

a)  Die  Nachprüfung  ergibt  als  den  mittleren  Ort  in  Länge 
/  4^33' 21",  in  Anomalie  92^2' 30"  (vgl.  S.  147  Anm.  »)).  Der 
Mondstand  beidermittlerenElongationvonl78°55'  kurz  vor  der 
Phase  des  Vollmondes.  Da  die  Differenz  der  einfachen  Ano- 
malie bei  92"  Entfernung  vom  Apogeum  ihrem  negativen 
Maximum  nahekommt,   so  ist  sie  mit  rund  — 5"  angenommen. 

b)  Da  der  Mond  östlich  des  Meridians  stand,  so  wirkte  die 
Längenparallaxe  in  der  Richtung  der  Zeichen. 

c)  Die  Nachprüfung  ergibt  für  2^23''  in  Länge  1033'1",  iu 
Anomalie  1"21'55". 


Epizykel  des  Mars. 


197 


sei.    Nachdem  man  um  B  den  Epizykel  H0K   beschrieben, 

ziehe  man  die  Geraden  ZKBH,  E0B,  AB  und  fälle  auf 

die  Gerade  ZB  die 

Lote  EA,  AM.  Der 

Planet  soll  in  Punkt 

N     des     Epizykels 

angenommen    sein. 

Nun  ziehe  man  noch 

iie     Verbindungs- 

inien  E  N,  B  N  und 

"alle   auf  die  Ver- 

ängerung  von  EN 

ron  B  aus  das  Lot 

1.  Da  die  (mitt-    ^, 
ere)Entfernung  des 
*laneten  von  dem,Apogeum  des  Exzenters  137^11'  beträgt, 
0  ist  als  die  Ergänzung  zu  180^ 

/L  BZr  =  42'>49'     wie  4i?  =  360^ 


Hei  349 
5 


10 


15 


mithin 


=  85°  38' 
6AM  =  85''38' 
,6MZ  =  94°22' 


,      (    s  AM  =  81^34'] 
^^^^1   ,.MZ  =  88i^   l'l 


wie  ^jB  =  360"; 

20 

wie  ©AMZ  =  360«, 

wie  7iAZ  =  120P. 

Ha  235 

wie  exhm  A  B  =  60^, 

Hei  350 

und  MZ  =  4i'24'. 

26 

Setzt  man   vhlLT.—    6^ 
so  wird         AM  =   4^5' 

Nun  ist        AB^-AM2=BM2, 
mithin         BM  =  59^52'     in  demselben  Maße. 

2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA=AE) 

BA  =  BM-MA  =  55^ 
EA(=2AM)        =    8^: 
BA2-f-EA2  =  BE0 
7iBE=    56P  4'     in  demselben  Maße. 


ithin  j 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 


;'^^;j   (wieAB  =  60P). 


30 


35 


198 


Zehntes  Buch.     Achtes  Kapitel. 


Setzt  man  ;iBE=120P, 

so  wird  sEA=    17^28'  in  diesem  Maße, 

also  5EA=    16''44'  wie©EAB  =  360^ 

folglich  /,ZBE=    16^44'  wie5JR=260^ 

5  3.  Es  beträgt  der  Annahme  (S.  196,  12)  nach  als  der 
Winkel,  um  welchen  der  scheinbare  Ort  des  Mars  vor  dem 
Perigeum  f  lag, 

/.rE==    53<'54'     wie  412  =  360 ^ 
=  1070  48'     wie  2B  =  3G0\ 


10 


Hei  351 
15 


Nun  war  /,ZBE=    16'44' 

ferner  /.  BZr=   85° 38' 

mithin  /,  TE  B  =  102°  22' 

folglich  /,  BEE=     5° 26' 

mithin  &BE=      5°  26' 

also  sBZ=     5P41' 


wie  2R  =  S60\ 

wie  2R  =  360°nachAnnahme, 

als  Summe, 

als  Differenz, (/,  TEE -/^TEB) 

wie  ©  BEE  =  360°, 

wie  /iBE  =  120P. 


Setzt  man 
so  wird 


BE=    56^  4'     wie  exhm  =  60^ j   (s.  S.  197,  35) 
BZ=     2^39'     in  diesem  Maße. 


Ha  236      4.  Da  der  Punkt  N  von  dem  Apogeum  H   des  Epizykels 
172^46',  mithin  von  dem  Perigeum  K  7^14'  entfernt  lag, 
20  so  ist 

/,KBN=    7°14'     wie  4i2  =  360°, 
=  14°  28'     wie  3B  =  S60\ 

Nun  war   /^KB0  =  16°44'     wie  5E  =  360°;     (s.  Z.  10) 
mithin  /.NB0=    2°  16'     als  Differenz. 

25  (Es  war  ferner /,BEZ=  5°  26'  wie  2B  =  S60'^) 

folglich  ^HNB=  7°  42'  als  Summe, 

mithin       fcB  =  =  7°42'  wie  ©  BEN  =  860°, 

also       sBE=  8^  3'  wie  /iBN  =  120P. 


30 


Setzt  man 
so  wird 


BE=    2P39' 
BN  =  39^30' 


wie  exJim 
als  ephm. 


601', 


Folglich  beträgt  das  Verhältnis  des  Exzenterhalbmessers 
zu  dem  Epizykelhalbmesser  60p:  39^30',  was  zu  finden  al? 
Aufgabe  gestellt  war. 


Zehntes  Buch.     Neuntes  Kapitel.  199 

Neuntes  Kapitel. 
Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  des  Mars. 

Zum   Zweck   der  Korrektion  der  mittleren  periodischen  Hei  352 
Bewegungen  wählten  wir  aus  der  Zahl  der   alten  Beobach- 
tungen eine,  nach  welcher  zuverlässig  versichert  wird,  daß 
im  13*^"  Jahre  der  Zeitrechnung  des  Dionysius,  am  26.  Ägon*^ 
früh,   der  Mars  den  nördlichen  Stern  (ß)  in  der  Stirn  des    5 
Skorpions  scheinbar  bedeckte. 

Die  Zeit  der  Beobachtung  fällt  in  das  52*®  Jahr  seit  dem 
Tode  Alexanders,  d.  i.  in  das  476*®  Jahr  seit  Nabonassar,  Ha  237 
auf  den  20/21.  ägyptischen  Athyr  frühmorgens  (18.  Januar 
272  V.  Chr.  6^  früh).    Zu  diesem  Zeitpunkt^)  finden  wir  die  10 
Sonne  nach  mittlerem  Lauf  in  /t  23^54',  während  der  Ort 
des  nördlichen  Sterns  (ß)  in  der  Stirn  des  Skorpions  nach 
unseren  Anfangspunkten  in  IT)  6^20'  durch  die  Beobachtung 
festgestellt  worden  ist.    Da  die  409  Jahre  von  der  Beob- 
achtung bis  zum  Regierungsantritt  Antonius  (476  bis  885  15 
Nab.)  einen  Fortschritt  der  Fixsternsphäre  von  ungefähr  4'^  5' 
bedingen,  so  mußte  zur  Zeit  der  mitgeteilten  Beobachtung 
der  (bezeichnete)  Fixstern  ((3),  und  somit  natürlich  auch  der 
Mars,  in  111  2^15'  (d.i.  4^5'  zurück)  stehen.   Da  ferner  zu 
unserer  Zeit,  d.i.  bei  dem  Regierungsantritt  Antonius,  das  Hei 353 
Apogeum  des  Mars  in  6^25^30'  lag,  so  mußte  es  zur  Zeit  21 
der  Beobachtung  in  6921^25'  liegen.    Somit  ist  klar,   daß 
der  scheinbare  Planet  damals  von  dem  Apogeum  eine  Ent- 
fernung (6>  21^25'  bis  m  2^15')  von  100'^  50'  hatte,  wäh- 
rend die  mittlere  Sonne  von  demselben  Apogeum  (6921^25'  25 
bis  ^  23^54')  182*29',  mithin  von  dem  Perigeum  natürlich 
2^29'  entfernt  war. 

Diese  Zahlen  sollen  gegeben  sein.  Der  den  Mittelpunkt 
des  Epizykels  tragende  Exzenter  sei  der  Kreis  ABT  um  das 

a)  So  mit  Böckh  statt  25.  Ägon;  s.  Anm.  6. 

b)  Für  475^  7 9d  18h  ergibt  die  Nachprüfung  nur  ^^  23''52'13". 
Aber  die  Stunde  6^  früh  wird  nicht  nur  S.  202,32  durch  die 
Zwischenzeit  bis  zur  dritten  Opposition  bedingt,  sondern  auch 
S.  203, 12    durch  die  seit  der  Epoche  verflossene  Zeit. 


200 


Zehntes  Buch.     Neuntes  Kapitel. 


10 


15 


Zentrum  A  und  den  Durchmesser  AAP,    auf  welchem  als 
der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  der  Punkt  E  und  als  das  Zen- 
trum der  größeren 
Exzentrizität      der 
Punkt  Z  angenom- 
men sei.    Nachdem 
man  um  B  den  Epi- 
zykel  H  0  beschrie- 
ben, ziehe  man  die 
Verbindungslinien 
ZBH,     AB     und 
fälle  von  Z  auf  AB 
das  Lot  ZK.     Der 
Planet  soll  in  dem 
Punkt  0  des  Epi- 
zykels  angenommen  sein.    Nun  ziehe  man  die  Verbindungs- 
Hei  354linie   B0  und  parallel  zu  ihr  von  E  aus   die  Gerade  EA, 
Ha  238  auf  welcher  natürlich  nach  den  früher  (S.  175,  l)  gegebenen 
Erläuterungen  der  Theorie  nach  der  mittlere  Ort  der  Sonne 
20  liegen  wird.    Nachdem  man  noch  die  Verbindungslinie  E0 
gezogen,  fälle  man  auf  dieselbe  (bzw.  auf  ihre  Verlängerung) 
von  A  und  B  aus  die  Lote  A  M  und  B  N ,  sowie  endlich  von 
A  aus  auf  B  N  das  Lot  A  Z ,  so  daß  die  Figur  A  M  N  E  ein 
rechtwinkliges  Parallelogramm  wird.*) 

25  1.  Als  der  Winkel  des  scheinbaren  Ortes  des  Planeten  von 
dem  Apogeum  aus,  sowie  (Zeile  29)  als  der  Winkel  des 
mittleren  Ortes  der  Sonne  ist  (s.  S.  199,  24.  27) 

/.  AE0  =  100^50'  wie  4i?  =  360^ 
l  rEA=      2^29'  wie  4i2  =  360»; 
30  mithin  /,0EA=    81«39'  wie  4i?  =  3600,b) 

=  163«  18'  wie  5i^  =  360<', 


a)  Damit  bei  M  ein  rechter  Winkel  möglich  werde,  muß  der 
Epizykel  an  der  Figur  das  gegebene  Maß  überschreiten.  Die 
Figur  des  Originals  zeigt,  daß  dies  bei  einem  kleineren  Epizykel 
nicht  möglich  ist      Zur  Fig.  s.  Anm.  9. 

b)  ^0EA  =  (18O«-/,  AE0)+^  TEA,  d.  i.  790lO' +  2"29'. 


Korrektion  der  Bewegungen  des  Mars.  201 

folglich  auch  /,  B0 E  =  163«  18',      (Eukl.  I.  29) 

mithin      6  BN  =  leS'^lS'  wie  ©  BN0  =  360^ 
also       s  BN  =  118^43'  wie  7^60  =  120^.9) 

Setzt  man  ephm  B  0  =    39^30'  wie  vblAE  =  6^, 

so  wird  B  N  =    39^   3'  in  demselben  Maße.  5 

2.  Es  ist  ferner  (wie  oben) 

/.  AE0  =  1OO^5O'  wie  4jB  =  360«, 
=  201U0'  wie  5i?  =  360°; 

folglich  /,  A EM  =  158^20'    als  Nebenwinkel,  Hei  355 

mithin       5  AM  =  158<'20'  wie  ©  AME  =  360®,  10 

also       s  AM  =  117^52'  wie  hAE  =  120^. 

Setzt  man  AE=     6^'  wie  BN  =  39i'3',    (s.  Z.  6)  Ha  289 

so  wird  AM=      5^54'  in  demselben  Maße. 

Nun  ist         AM  =  NE,    (Eukl.  I.  34) 
•  mithin  B  E  =  B  N  -  N  E  =  33^  9'  wie  exhm  A  B  =  60^.      15 

Setzt  man  hAB  =  120^, 

so  wird  sBE=    66^18'  in  diesem  Maße, 

mithin  6BE=    67<>   4'  wie  ©BEA  =  360", 

also  /.BAE=    67''   4'  wie  2R  =  S60\ 

(Nun  ist  /.E AM  =  180«        wie^i?  =  360»)  20 

mithin  /.BAM  =  247«   4'    als    Summe. 

Nun  war  /,  AEM  =  158«20'  wie  2E  =  SQ0\ 

mithin  /,MAE=    21« 40'   als  Komplementwinkel, 

demnach  /,  B  A  E  =  225«  24'  als  Differenz,  (/,  BAM  -  /.  MAE) 

folglich  /,  BAA  =  134«36'  als   Nebenwinkel,  25 

Setzt  man  AZ=     6^  wie  exhin  AB  =  60"^^  30 

so  wird  ZK=      5^32'  und  AK  =  2^19'; 

mithin  KB  =  AB  -  AK=  57^41'. 


202  Zehntes  Buch.    Neuntes  Kapitel. 

(Nun  ist         KB2-f-ZKä  =  ZB2) 
mithin       7^ZB=    57^57'  in  demselben  Maße. 

Setzt  man  hZB  =  120^, 

so  wird  sZK=    11^28'  in  diesem  Maße, 

6                 also  6ZK=   10°58'  wie  eZKB  =  360^ 

mithin  /,ZBA=    10<^58'  wie  ^i?  =  360<'.. 

Ha  240       Nun  war  /,  BAA  =  134<>36'  wie  ^J?  =  360", 
mithin  /,  BZ A  =  145"34'  als  Summe, 

=    72«  47'  wie  4E  =  860^ 

10  Folglich  war  zur  Zeit  der  mitgeteilten  Beobachtung  dei 
mittlere  Ort  des  Planeten  in  Länge,  d.  i.  der  Mittelpunkt  E 
des  Epizykels,  von  dem  Apogeum  (^  21° 25')  72H7'  ent- 
fernt und  befand  sich  somit  in  ^  4^12'. 

Nun  ist  in  demselben  Maße  der  Annahme  nach  (S.  199,  27' 
15  mit  2*^29'  der  L  FEA  gegeben,  welcher  zusammen  mit  der 
2B  des  Plalbkreises  ABT  (als  mittlerer  Ort  der  Sonne  nacl 
S.  174,15)  gleich  wird  der  Summe  des  /.  BZA  der  mitt- 
leren Länge  und  des  /.  H  B  0  der  Anomalie,  d.  i.  der  Bewe- 
gung des  Planeten  auf  dem  Epizykel.     Wir  erhalten 

20  {6ABr-f  t  rEA  =  /.BZA+^  HB0 

180H    2«29'=    72»47'4- t  HB0) 
Hei 367  somit  /,  H  B0  =  109^42'  als  Differenz. 

Folglich  war  zu  derselben  Zeit  der  Beobachtung  der  Planel 

in  Anomalie  vorstehende   109^42'   von  dem  Apogeum  des 

25  Epizykels  entfernt,  was  zu  finden  als  Aufgabe  gestellt  war 

Nun  war  von  uns  (S.  194,33)  der  Nachweis  geführl 
worden,  daß  zur  Zeit  der  dritten  Opposition  der  Planet  in 
Anomalie  von  dem  Apogeum  des  Epizykels  171^25'  ent- 
fernt war.  Er  hat  demnach  in  der  zwischen  den  beiden  Be- 
30  obachtungen  (vom  20/21.  Athyr  476  Nah.  6^  früh  bis  zum 
12/13.  Epiphi  886  Nah.  10^  abends)  verflossenen  Zeit,  welche 
410  ägyptische  Jahre  und  (10*+  210*^ -|-  11*^  +  16^==) 
23173  '^^g^  oliiie  merklichen  Fehler  beträgt,  nach  Abzug 


Zehntes  Buch.     Zehntes  Kapitel.  203 

ganzer  Kreise  6 1^43' zugesetzt.^^  Das  ist  rund^^  der  Überschuß, 
welchen  wir  in  den  von  uns  bearbeiteten  Tafeln  der  mittleren 
Bewegungen  des  Mars  finden,  weil  der  tägliche  Betrag  der  Bewe- 
gung auf  Grund  des  vorliegenden  Materials  von  uns  dadurch 
festgestellt  worden  ist,  daß  mit  der  Anzahl  der  aus  der  Zwischen-  5 
zeit  gewonnenen  Tage  dividiert  wurde  in  die  aus  der  Zahl 
der  Kreise  und  dem  Überschuß  gewonnenen  Grade. 

Z  ehntes  Kapitel. 
Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des  Mars. 

Es  beträgt  wieder  die  seit  dem  Mittag  des  1.  ägyptischen  Ha  24i 
Thoth  des  ersten  Jahres  Nabonassars  bis  zu  der  (S.  199,  7)  Hei  358 
mitgeteilten  Beobachtung  (20/21.  Athyr  476  Nah.  6^  früh)  10 
verflossene  Zeit  ohne  merklichen  Fehler  475  ägyptische  Jahre 
und  (60'i+  19^4-  18^=)  79^4  Tage.    Diese  Zeit  umfaßt 
an  Überschuß  180U0'  in  Länge  und  1#2'*29'  in  Anomalie.«) 
Wenn  wir  diese  Beträge  von  den  beiden  Ortern,  welche  nach 
der  Beobachtung   (S   202,  13.  24)    festgestellt  worden  sind,  15 
d.  i.  von  der  Länge  ::^  4^12'  und  von  den  109^42'  in  Ano- 
malie zugehöriger  Weise  abziehen,  so  werden  wir  für  den 
Mittag  des  1.  ägyptischen  Thoth  des   ersten  Jahres  Nabo- 
nassars als  Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des  Mars 
erhalten:  20 

1.  in  Länge  (180^40'  rückwärts  von  ^  4^12')    J     ^"32' 

2.  von  dem  Apogeum  des  Epizykels  in  Anomalie '^^   327^13' 

3.  für  das  Apogeum  (der  Exzentrizität)  Ö  16°  40'. 


a)  Zum  ganzen  Kreis  fehlten  dem  früheren  Ort  Seo**  —  109 H2' 
=  250*^18';  kommen  hierzu  171"25',  so  ist  von  der  Summe  421^43' 
wieder  ein  ganzer  Kreis  abzuziehen,  was  61^43'  gibt. 

b)  Für  410'*231dl6'»ergibt  die  Nachprüfung  in  Länge  61  °42'6". 
Zur  Stunde  6^  früh  der  ersten  Beobachtung  vgl.  S.  199,  Anm.  t)- 

c)  Für  475^  79*  18»^  ergibt  die  Nachprüfung  inLänge  180^38'43" 
und  in  AnomaUe  142^28' 27",  für  19^ in  Länge  genau  180*40', 
in  Anomalie  142*29' 36". 

d)  Addiert  man  zu  der  späteren  Anomaliezahl  109^42'  einen 
ganzen  Umlauf,  um  von  der  Summe  469*42'  die  von  der  Epoche  bis 
zur  Beobachtung  zurückgelegten  142*29'  abziehen,  d.  i.  rück- 
wärts zählen  zu  können,  so  erhält  mau  327*13'. 


204  Elftes  Buch.    Erstes  Kapitel. 

An  dieser  Stelle  wird  letzteres  natürlich  liegen,  weil  der 
Fortschritt  der  Apogeen  in  475  Jahren  4^45'  beträgt,  und 
weil  (S.  199,22)  das  Apogeum  des  Mars  der  (zugrunde  ge- 
legten) Beobachtung  gemäß  in  6^  21^25'  lag. 


Elftes  Buch. 

Erstes  Kapitel. 
Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apogeums  des  Jupiter. 

He*i  360 }  Nachdem  die  periodischen  Bewegungen  und  Anomalien 
6  des  Planeten  Mars  und  ihre  Epochen  nachgewiesen  sind, 
werden  wir  der  Reihe  nach  für  den  Planeten  Jupiter  auf 
die  nämliche  Weise  dieselben  Aufgaben  in  Angriff  nehmen. 
Zuerst  stellten  wir  wieder  zum  Nachweis  des  Apogeums  und 
10  der  Exzentrizität  drei  dem  mittleren  Ort  der  Sonne  dia- 
metral gegenüber  eingetretene  Oppositionen  fest.  Wir  be- 
obachteten an  den  astrolabischen  Instrumenten 

die  erste  im  17*®^  Jahre  Hadrians   am    1/2.  ägyptischen 
Epiphi   1    Stunde   vor    Mitternacht    (17.  Mai    133  n.  Chr. 
15  11^  abends)  in  ir^  23^11'*); 

die  zweite  im  21*®^  Jahre  am  13/14.  Phaophi  2  Stunden 

vor  Mitternacht  (31.  August  136  n.  Chr.    10^  abends)  in 

)C  7^54'^); 

Ha  244       die  dritte  im  V^"^  Jahre  Antonius  am  20/21.  Athyr  5  Stun- 

20  den  nach  Mitternacht  (8.  Oktober  137  n.  Chr.   5^  früh)  in 

y  14^23'«). 

Die  Zwischenzeiten  betragen 
zwischen  erster  und  zweiter:  3*106*^23^; 
zwischen  zweiter  und  dritter:  1^    37^^    7^. 


a)  Für  879*  SOO-^  11^'  ergibt  die  Nachprüfung  als  mittleren  Ort 
der  Sonne   H  23'' 12' 11". 

b)  Für  883'^42'^10''  ergibt  die  Nachprüfung  als  mittleren  Ort 
der  Sonne  i^'  7  ^52 '43". 

c)  Für  884*79*17^'  ergibt  die  Nachprüfung  als  mittleren  Ort 
der  Sonne  ^tl  14<^23'30". 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Jupiter.  205 

Der  scheinbare  Lauf  des  Planeten  beträgt  in  der 
ersten  Zwischenzeit  (von  m  [23<*  ll'bis)(  7^^  54')  104^43'; 
zweiten  Zwischenzeit  (von  )(  7^ö4'bisr  14ö23')36«29'. 
Endlich  beträgt  der  mittlere  Lauf  in  Länge  Hei  sei 

für  die   erste   Zwischenzeit^)  99^55';  5 

für  die  zweite  Zwischenzeit^)  33^26'. 

Von   diesen  Intervallen  ausgehend,  haben  wir  nach  der 
far  den  Mars  von  uns  entwickelten  Methode  zuerst  den  Nach- 
weis der  Verhältnisse  geliefert,  welche  zu  finden  als  Aufgabe 
vorliegt,  (zunächst)  wieder  unter  der  Annahme,  als  ob  es  sich  nur  10 
um  den  einen  Exzenter  (des  gleichförmigen  Laufs)  handelte. 

L  Vorläufiger  Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apogeums. 

Der  Exzenter  sei  der  Kreis  ABT; 
A  sei  als  der  Punkt  angenommen, 

in   welchem    der   Mittelpunkt    des        //f\^\\  \     15 

Epizykels  bei  der  ersten  Opposition 
stand,  B  als  der  Punkt  der  zweiten 
und  r  als   der  Punkt   der  dritten 
Opposition.    Nachdem  man  inner- 
halb des  Exzenters  ABT  den  Mittel-         \\(  /       \       y^      20 
punkt  A   der   Ekliptik   angesetzt, 
ziehe    man    die  Verbindungslinien 
^A,  BA,  FA.   Nach  Verlängerung  von  TA  bis  E  ziehe  man 
iie  Verbindungslinien  AE,  EB,   BA  und  fälle  von  E  aus 
iuf  AA  und  BA  (bzw.  die  Verlängerung)  die  Lote  EZ  und  25 
^H,  von  A  aus  auf  EB  das  Lot  A0.  Heises 

A.  1.  Da  der  Exzenterbogen  Bf  der* (vorläufigen)  An- 
aahme  nach  (oben  Z.  3)   36^29'  der  Ekliptik  unterspannt,  Ha  245 
so  ist  als  Zentriwinkel  der  Ekliptik 

/.BAT  =  36» 29'  wie  2E  =  SQ0\  30 
=72^58'  wie  4J?  =  360«, 

a)  Für  3*106*23''  ergibt  die  Nachprüfung  99°54'32". 

b)  Für  1*   31^   1^  ergibt  die  Nachprüfung  330  26' 20". 


206  Elftes  Buch.     Erstes  Kapitel. 

folglich  auch  /,  EAH  =  72<>58'  (als  Scheitelwinkel), 
mithin       5  E H  =  72«  58'  wie  ©  E H  A  =  360«, 
also       s  EH  =  71^21'  wie  hAE  =  120^. 

Da  ferner  der  (Exzenter-)  Bogen  BT  (S.  205,6)  33026' 
6  beträgt,  so  ist  als  Peripheriewinkel 

/.BEr=    33«26'  wie  -2E  =  360«. 
(Nun  war  ^  BAr=    72«58'  wie  2B  =  U0'') 
folglich  /,EBH=    39« 32'  als  Differenz, 
mithin       6EH=   39«32'  wie  ©EHB  =  360«, 
10  also       sEH=   40P35'  wie  ÄBE  =  120^ 

Setzt  man         EH=    71^21'  wie  7iAE  =  120P,  (Z.  3) 
so  wird  BE  =  210^58'  in  demselben  Maße. 

2.  Da  der  ganze  Exzenterbogen  ABT  (S.  205,  2.  3)    der 
Annahme  nach  141^12'  der  Ekliptik  unterspannt,  d.i.  die 

15  Summe  der  beiden  (scheinbaren)  Intervalle,  so  ist  als  Zen- 
triwinkel der  Ekliptik 

/.A Ar  =141«  12'  wie  4i?  =  360«, 
Hei  363  =282«  24'  wie  522  =  360«, 

folglich  /.AAE=    77« 36'  als  Nebenwinkel, 
20  mithin       6EZ=    77«36'  wie  ©  EZA  =  360«, 

also       sEZ=   75P12'  wie  äAE  =  120P. 

Da  ferner  der  Exzenterbogen  AB  f  (S.  205,  5.  6)  in  Summa 
133^21'  beträgt,  so  ist  als  Peripheriewinkel 
Ha246  /,  AEr  =  133«21'  wie  ^^i?  =  360«. 

25       Nun  war  ^AAE=    77«36'  wie  5E  =  360«, 

folglich  /,EAZ  =  149«   3' alsErgänzung zu 360«(im Dreieck), 
mithin       6EZ  =  149«   3'  wie  ©EZA  =  360«, 
also       5  EZ  =  115^39'  wie  äAE=120P. 
Setzt  man         EZ=    75^12'  wie  hAE=120^,  (Z.  21) 
30  so  wird         AE=    78^   2'  in  demselben  Maße. 

3.  Da  der  Exzenterbogen  AB  (S.  205,6)  99^55'  beträgt, 
so  ist  als  Peripherie winkel 

/AEB  =  99«55'  wie  5i2  =  360«, 


35 


mithin    !  &A0  =  99«55'|   ^.^  eA0E  =  36O«, 
i,6E0  =  8O«  5')  ^ 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Jupiter. 


207 


also 

Setzt  man 

so  wird 

Nun  war 

folglich 

Ferner  ist 
folglich 

mithin 


f  sA0=    91^52' 

l,sE0=    77^12' 

AE=    78P   2' 

A0=    58^44' 

BE  =  210^58' 


wie  äAE  =  120P. 


Hei  364 


wie  /^AE  =  120I^  (S.  206,  so) 
und  E0  =  50^12'. 
in  demselben  Maße, 
0B  =  BE  -  E0  =  160^46'  wie  A0  =  59^44' 
082  =  25845^' 55'  und  A02  =  3568P'4', 
AB2  =  29413P'59'  als  Summe, 

=  120P 
78^2' 


AB=      17lP  30'  wie 


|AE  = 
\  AE  = 


10 


4.  Setzt  man  als  Sehne,  die  den  Bogen  (AB)  von  99^55' 
imterspannt, 

s  A  B  =  91^52'  wie  exdm  =  120^,  Ha  247 

so  wird   I      A  F  =  41^47' I    ^^  demselben  Maße,  ^^ 

;  also  ex6AE  =  40U5'  (wie  QkBr=360\ 

\         mithin      &  AE-f  6  ABr  =  174«6',  (s.  S.  206, 22)  Heises 

also       s  rE=  119^ bO'  wie  exdm  =  120"^. 


B.  Da  das  Segment  EABf 
deiner  als  ein  Halbkreis  ist 
md  deshalb  das  Zentrum  des 
Exzenters  außerhalb  dieses 
jegments  liegen  muß,  so  sei 
i*unkt  K  als  dieses  Zentrum 
angenommen.  Durch  K  und 
\  ziehe  man  den  durch  die 
>eiden  Zentren  gehenden 
)urchmesser  AK  AM,  fälle 
^on  K  aus  auf  die  Sehne  f  E 
las  Lot  KN  und  verlängere 
'S  bis  E.  Nach  dem  eben- 
fefiihrten  Beweise  war 

5rE  =  119P60'l 
AE=    64^17'] 
mithin    rA=   55^33'  als  Differenz 


wie  (^mAM  =  120^ 


20 


25 


30 


35 


208  Elftes  Buch.     Erstes  Kapitel. 

Nun  ist  (nach  Eukl.  III.  35)  das  aus  den  Geraden  AE 
und  TA  gebildete  Rechteck  gleich  dem  Rechteck,  welches 
aus  den  Geraden  AA  und  AM  gebildet  wird,  also 

AE.rA  =  AA- AM, 
5  mithin  A A  •  A M  =  3570^' 66'  wie  dmAN\  =  120*'. 

Hei 866       Es  ist  ferner  (nach  Eukl.  11.5)  die  Summe  des  aus  AA 
und  AM  gebildeten  Rechtecks  und  des  Quadrats  von  AK 
gleich  dem  Quadrat   des  halben  Durchmessers,  d.  i   gleich 
dem  Quadrat  von  AK  (d.  i.  =  3600^'),  also 
10  AAAM  +  AK2  =  AK2. 

Ha  248  Nun  ist  A  K*  =  3600P'  -  3570^'  56'  =  29^'  4', 

folglich    AK  =  5^23'  wie  exhm  AK  =  60"^. 

Hiermit  ist  die  Verbindungslinie  zwischen  den  Zentren 
(der  Ekliptik  und  des  Exzenters)  gefunden. 

15       C.  Es  war  nachgewiesen  worden,  daß  (FE  gleich  119^50', 
also)  die  Hälfte  von  TE,  d.  i.  (nach  Eukl.  III.  5) 

TN  =  59^65' 


,    wie  dm  AM  =  120^, 
TA  =  55^33' 

folglich  AN  =  rN-rA  =  4*'22'  wie  AK  =  5P23'. 

20     Setzt  man  hAK==  120^, 

so  wird  sAN=    97^20'  in  diesem  Maße, 

also  6AN  =  108»24'  wie  ©ANK  =  360'', 

mithin  /.  AKN  =  108''24'  wie  ^i^  =  360^ 

=    54<>12'  wie  4  i^  =  360^ 

Hei 867          folglich  6ME=    54"  12',  weil  AK N  Zentriwinkel. 

26          Nun  ist  &rME=    87«   3'  als   %6rEE,  (S.  207,  n) 

folglich  6rM=    32** 51'  als  Differenz. 

Hiermitist  zunächst  der  (  Exzenter-)  Bogen  gefunden,  welcher 

a)  die  Entfernung  von  dem  Perigeum  bis  zu  dem  Ort  der 
30  dritten  Opposition  (V  14^23')  mißt.    Weiter  ergibt  sich 

b)  die  Entfernung  des  Ortes  der  zweiten  Opposition  ()( 7^54'  i 
bis  zu  dem  Perigeum.  Da  (S.  205,  6)  der  Annahme  nach 
das  Intervall 


Exzentrizität  nnd  Apogenm  des  Jupiter. 


209 


fc  B  r  =  33026'  (und  Z>  TM  =  32*51'), 
so  ist  6BM  =  6Br-ferM, 
=  0''35'; 

c)  die  Entfernung  von  dem  Apogeum  bis  zu  dem.  Ort  der 
srsten  Opposition  (n\  23*^  ll').   Da  (S.  205,5)  der  Annahme    5 
nach  das  Intervall 

feAB=    99»65' (und  5BM  =  0035'), 
so  ist  6AA==1800-[6AB-f-6BM], 
=    TQ^SO'. 


IL  Nachweis  der  Differenzbogen. 
Wenn  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  sich  auf  diesem  11 
Exzenter  bewegte,  so  würde  es  ausreichend  sein,  die  gefun- 
ienen  zahlenmäßigen  Beträge  als  zweifellos  richtige  Werte 
zur  weiteren  Berechnung)  zu  benutzen.    Da  er  sich  aber 
ier  Hypothese  gemäß   auf  einem  anderen  Kreise  bewegt,  Ha  249 
i.h.  auf  demjenigen,  welcher  um  den  Halbierungspunkt  der  16 
'Strecke  AK  als  Zentrum  mit  dem  Abstand  KA  beschrieben 
vird,   so   wird  es,  wie  bei  dem  Mars,  zuerst  wieder  nötig 
;ein,  die  sich  ergebenden  Differenzen  der  scheinbaren  Inter- 
valle zu  berechnen,  d.  h.  nachzuweisen,  was  der  zahlenmäßige  20 
Betrag  dieser  Intervalle  sein  würde,  wenn  man  die   bisher 
gefundenen  Verhältnisse   der  Exzentrizität   (vorläufig)   als 
•hne  wesentlichen  Fehler  richtig 

nnimmt,  wenn  sich  der  Mittel- 
iunkt   des    Epizykels    nicht    auf 

era   zweiten   Exzenter,    sondern 

uf  dem  ersten,  d.  i.  auf  dem  um 

*unkt  K   beschriebenen  bewegte, 

clcher  die  auf  die  Ekliptik  be- 

o^^ene  Anomalie  bewirkt. 

Es  sei  demnach  der  den  Mittel- 
unkt des  Epizykels  tragende  Ex- 

^nter  der  Kreis  A  M  um  das  Zen- 

nim  A    und   der   Exzenter   der 

leichförmigen    Bewegung     (des 


Hei  368 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  IL 


14 


210 


Elftes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


10 


Hei  369 

Ha  250 

17 


Epizykelmittelpunktes)  der  mit  AM  gleichgroße  Kreis  NE 
um  das  Zentrum  Z.  Nachdem  man  den  durch  die  Zentren 
gehenden  Durchmesser  NAE  gezogen*',  sei  auf  demselben 
E  als  der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  angesetzt. 

A.  Zuerst  sei  bei  der  ersten  Opposition  der  Mittelpunkt 
des  Epizykels  in  Punkt  A  angenommen.  Man  ziehe  die  Ver- 
bindungslinien AA,  EA,  ZAZ,  EE  und  fälle  von  den 
Punkten  A  und  E  aus  auf  die  Verlängerung  von  AZ  die 
Lote  AH  und  E0. 

1.  Nachgewiesen  wurde  (s.  S.  209, 9  h  AA)  als  der  Winke] 
des  gleichförmigen  Laufs  in  Länge 

/,NZE=    12n0'     wie  4 Ä- 360°; 
folglich  auch  /,AZH=    19'^ 30'     als  Scheitelwinkel, 
=  159<> 
6AH  =  159<> 
,&ZH=    21^ 
5AH  =  117^59' 
,sZH=    21^52' 

AZ=      2^42' 


mithin 


also 
Setzt  man 


wie  ^J?  =  36üO; 
wie  ©AHZ  =  360^ 

wie  ÄAZ  =  120P. 


20 


wie  exhmAPi  =  60^  als  Yg  EZ 

(vgl.  %AK  S.  208,12) 
und  ZH  =  0P30'. 


so  wird         AH=      2^39' 
Nun  ist       AA^-AH«  =  AHS 
mithin         AH  =  59^56'     in  demselben  Maße. 


25 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA 
H0  =  ZH 


mithin 


=  AE) 
2AH.    (Eu^l-^I-2-4) 


(wie  AA  =  60P). 


(Nun  ist 
mithin 


E0 

A0  =  AH  4- HO  =  60^26 

E0(=2A;H)         =    5^18 

A0«-fE0*  =  AE2) 

/iAE=    60''40'     in  demselben  Maße 


a)  Der  Durchmesser  war  mit  NAE  statt  wie  im  Original  mii 
NAM  zu  bezeichnen,  weil  nach  dem  Beispiel  der  herausgeho- 
benen Zeichnung  der  Marsfiguren  S.  184  ff.  auch  hier  und  wei- 
terhin die  Zeichnung  der  Exzenter  auf  die  herausgehobene  Op- 
position beschränkt  worden  ist,  so  daß  Punkt  M  wegfällt. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Jupiter. 


211 


Setzt  mao  hAE  =  120^, 

so  wird  sE0=    10^29' 

also  6E0=   10®   1' 

folglich  /.  EA0=    10*^   1' 

3.  Setzt  man  (wie  oben  in  dem  Maße  von  AA  =  ZZHei370 
achgewiesen)  6 

E0  =  5Pl8'     wie  exhmZE  =  60^y 


in  diesem  Maße, 
wie  ©  E0A  =  36O^ 
wie  2E  =  360«. 


so  wird 


Z0(=2ZH) 


1^1  . 


'« ]  in  diesem  Maße. 
=  0  =ZE  4- 20  =  61^1        "'*'"*'"' 


(Nun  ist 

E024.E02  =  Z 

E») 

mithin 

7iZE=    61^14' 

in  demselben  Maße 

Setzt  man 

/i  =  E  =  120P, 

so  wird 

sE0=    10^23' 

in  diesem  Maße, 

mithin 

&E0=      9«55' 

wie  ©E0E  =  36O», 

also 

/.EE0=      9055' 

wie  522  =  3600. 

Nun  war 

/.EA0=    100   1^ 

wie  2B  =  S&0\ 

folglich 

/.AEZ=      0»   6' 

als  Diiferenz, 

=      0«    3' 

wie  4i2  =  3600. 

10 


15 


Ha  251 


Das  ist  der  Winkel  der  gesuchten  Differenz.  Nun  hatte 
er  Planet  bei  der  ersten  Opposition,  der  Theorie  nach  auf  20 
jer  Geraden  EA  stehend,  als  scheinbaren  Ort  1T\  23^11' 
ine.  Hieraus  ergibt  sich  folgendes.  Wenn  der  Mittelpunkt 
es  Epizykels  sich  nicht  auf  dem  Exzenter  AM,  sondern 
uf  dem  Exzenter  N  Z  bewegte,  so  würde 
f  sich  in  Punkt  Z  des  letzteren  befin- 
en,  mithin  würde  der  scheinbare  Ort 
es  Planeten  (nicht  in  iT\23°ll',  son- 
9m)  mit  dem  Unterschied  von  0^3'  auf 
3r  Geraden  EZ  (weiter  vorwärts)  in  \ 
123«14'  liegen.  \ 

B.  Femer  sei  an  der  (sonst)  gleichen 
igur  auch  die  Zeichnung  der  zweiten 
pposition  vorgelegt,  und  zwar  soll  sie 
)gen  die  Richtung  der  Zeichen  ein  we- 
g  vor  dem  Perigeum  eingezeichnet  sein. 

■tA* 


Hei  371 


35 


212 


Elftes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


wieÄAZ  =  120P. 


10 


Ha  252 

Hei  372 

16 


20 


25 


30 


35 


1.  Nachgewiesen  wurde  (s.  S.  209,  3  5BM)   der   BogeD 
des  Exzenters  (des  gleichförmigen  Laufs) 

5EN=     0'>35', 
folglich  /.EZN=      0»35'     wie4i^  =  360^ 
=      1»10'     wie  <8E  =  360", 

'    ^^H=      ino'l   ^ie@AHZ  =  3600, 
,6ZH  =  178°50'J 
sAH=      1^13' 
,sZH=rund  120^ 
AZ=      2^42'     wie  exhni  AB  =  QO^j 
AH=      QP   2'     und  ZH  =  2P42', 
B H  =    60^,  weil  unbetr.  versch.  von  h  AB. 

2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 

EoI^Ah}    (EuM.yi.2.4) 

B0  =  BH-H0  =  57P18'}    (^ieAB^eO^), 
E0(==2AH)         =    OP   4'J    ^ 
Ä  B  E  =    57P 18'     (weil  unbetr,  >  B  0). 
/iBE  =  120P, 
sE0=      OP  8' 
5E0=      0"^   8' 
folglich    /.EB0=      0*^    8' 

3.  Setzt  man,  wie   oben  (in  dem  Maße  von  AB  =  Z£ 
nachgewiesen, 

E0  =  OP4'    wie  cx7imZE  =  60P, 
'      Z0(=2ZH)         =    oP24'|   i,  diesem  Maße. 
H0  =ZZ-Z0  =  54P36'i 
hE.E=    54P36'     (weil  unbetr.  >E0). 
/iEE  =  120P, 

OPlO' 
0°10' 

ono' 

0<^  8' 
O*'  2' 
Qo    1' 


mithin 

also 

Setzt  man 

so  wird 

mithin  auch 


mithin 

folglich  auch 

Setzt  man 

so  wird 

also 


in  diesem  Maße, 
wie  eE0B  =  36O°, 
wie  ^JB  =  3600. 


so  wird 


mithin  auch 
Setzt  man 

so  wird  sE0  = 

mithin  6E0  = 

also  /.  EZ0  = 

(Nun  war  /,  E  B  0  = 

folglich  /,  BEZ  = 


in  diesem  Maße, 
wie  eE0H  =  36O", 
wie  5^  =  360*». 
wie  5E  =  360°) 
als  Differenz, 
wie  4JR  =  360^ 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Jupiter. 


213 


Der  scheinbare  Planet  hatte  bei  der  zweiten  Opposition 
auf  der  Geraden  EB  in  )(  7^54'  gestanden.  Wenn  sein  schein-  Hei  373 
barer  Ort  wieder  auf  der  Geraden  EH  läge,  so  ist  auch  hier 
klar,  daß  der  Planet  (OH'  zurück)  in  )C  7*^53'  stehen  würde. 

C.  Es  sei  nun  auch  die  Zeichnung 
der  dritten  Opposition  vorgelegt,  und 
zwar  in  der  Richtung  der  Zeichen 
jenseits  des  Perigeums  eingezeichnet. 

1.  Der  Annahme  nach  (s.  S.  208,  27 
h  TM)  ist  der  Bogen  des  Exzenters 
(des  gleichförmigen  Laufs) 

&ZN=   32»51', 


folglich  /,EZN=    32<>61' 

wie  4B  =  S&0\ 

=    65<>42' 

wie<2jR  =  360'', 


-^^^^'•l^zHin::") -«©—-• 


also  1 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


sAH 


120P. 


„     .      wie  hAZ 
ZH  =  100^49') 

wie  exhm  A  r=  60^, 
und  ZH  =  2Pl6'. 


AZ=      2P42' 

AH=      1^28' 


AP-AH2  =  rH2, 
TH  =  59P59'     in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 

H0  =  ZH 
E0  =  2AH 

re  =rH- HO  =  57^43 

E0(=2AH) 

r0*4-E0'  =  rE2) 

7irE=   57P47'     in  demselben  Maße 

h  VE  =120^, 

sE0=      6^   5'     in  diesem  Maße, 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 


(Eukl.  VI.  2.  4) 

'y\   (wieAr=60P). 


10 


Ha  253 


15 


Hei  374 
21 


25 


30 


214 


Elftes  Buch.     Erstes  Kapitel. 


mithin       6  EG 

folglich  /.  Ere 


5»  48' 
5^8' 


wie  eEer=36o°, 

wie  ^Jü  =  360". 


3.  Setzt  man  (wie  oben  in  dem  Maße  von  Ar=  7.=.  nach- 
gewiesen) 
6  E0==2P56'     wie  e2;ÄmZE  =  60P, 

Z0(=2ZH)        =    4P32']    .      ,.  „  o 

-^      __      _^  T>     .  Mn  diesem  Maße. 

:z0-Z- -20  =  55^28' 


SO  wird 


(Nun  ist  =  02  -f-  E 0 2  =  =E*) 

mithin  äEE=   öö'^SS'  in  demselben  Maße. 

10       Setzt  man  7^  E  E  =  120^, 

Ha  254           so  wird  s  E0  =     6^20'  in  diesem  Maße, 

also  6E0=      6*^   2'  wie  ©E0H  =  36O'», 

mithin  /,eE0=      6°   2'  wie^E  =  360'>. 

(Nun  war  /.Er0=      5U8'  wie  52^  =  360°) 

15            folglich  /,rEE=»     0«14'  als  Differenz, 

Hei  375  =      0«^   7'  wie  4^  =  3600. 

Bei  der  dritten  Opposition  hatte  der  Planet,  der  Theorie 

nach    auf  der  Geraden  ET  stehend,   als  (scheinbaren)  Ort 

T  14°  23'  inne.   Wenn  er  also  wieder  (scheinbar)  auf  der  Ge- 

20  raden  EE  stünde,  so  ist  klar,   daß  sein  Ort  (0^7'  weiter 

vorwärts)  in  T  14®  30'  liegen  müßte. 

Es  war  bewiesen  worden,  daß  der  Jupiter   (theoretisch 
auf  die  Gerade  EZ  bezogen)  bei  der  ersten  Opposition  in 
11X23^14'  und  bei  der  zweiten  in  )f  7^53'  gestanden  hat. 
^5  Wenn  also  die  scheinbaren  Intervalle  des  Planeten  theore- 
tisch nicht  auf  den  Exzenter  bezogen  werden,  welcher  den 
Mittelpunkt  des  Epizykels   trägt,  sondern   auf  denjenigen, 
welcher   die   gleichförmige   Bewegung   des   Epizykelmittel- 
punktes  bewirkt,  so  betragen  sie 
30       1.  von  der  ersten  bis  zur  zweiten  Opposition 
(von  11X23014'  bis  )(  7^53') 

1040  39'  (statt  104^43'  S.  205,2), 
2.  von  der  zweiten  bis  zur  dritten  Opposition 
(von  K7<^53'  bis  T  14^30') 
35  36*^37'  (statt  36<^29'  S.  205,3). 


Exzentrizit'ät  und  Apogeum  des  Jupiter.  215 

III.  Wiederaufnahme  des  Beweisverfahrens. 

Unter  Einsetzung  dieser  Beträge  fanden  wir  bei  (noch- 
maliger) Durchführung  des  oben  (S.  205  ff.)  angewendeten 
Beweisverfahrens  (I) 

1.  die  Verbindungslinie  zwischen  den  Zentren  der  Eklip-    5 
tik  und  des  Exzenters,  welcher  die  gleichförmige  Bewegung 
des  Epizykels  bewirkt, 

(AK)  =  5P  30'  wie  exdm  =  120^  (statt  5^  23'  S.  208, 12); 

2    die  Exzenterbogen 

a)  von  dem  Apogeum  bis  zu  dem  Orte  der  ersten  Op-  10 
Position 

(&AA)  =  770  15'  (statt  79^30'  S.  209,9); 

b)  von  dem  Orte  der  zweiten  Opposition  bis  zum  Peri- 
geum 

(&BM)  =  2°50'  (statt  0°35'  S.  209,3);  15 

c)  von  dem  Perigeum  bis  zum  Orte  der  dritten  Op-  Ha  255 
Position 

(&  TM)  =  30*^  36'  (statt  32<>51'  S.  208,  27). 

IV.  Probe  der  Endergebnisse. 

Daß  diese  zahlenmäßigen  Beträge  zufällig  gleich  als  die  20 
genau  richtigen   auf  dem  eingeschlagenen  Wege   ermittelt 
sind,  geht  schon  daraus  hervor,  daß  mit  ihrer  Hilfe  nahezu 
die  nämlichen  Differenzen  der  (scheinbaren)  Intervalle  wie  Hei  376 
vorher   (S.  214,  32.  36)   errechnet   werden.*)    Nun    werden 
aber  auch  die  scheinbaren  Intervalle  des  Planeten  auf  Grund  25 
der  gefundenen  Verhältnisse  als  dieselben  befunden,  wie  sie 
(S  205,  2. 3)   durch    die  Beobachtung   festgestellt  worden 
sind.    Dies  wird  uns  auf  folgendem  Wege  klar  werden. 


a)  Daher  fehlen  hier  bei  dem  Jupiter  die  Abschnitte  B  und 
C  des  Absatzes  III  S.  189  f.  Die  Unterschiede  in  den  Entfer- 
nungen der  drei  Oppositionen  vom  Apogeum  oder  Peri- 
geum gegen  die  vorher  gefundenen  betragen  nur  je  2**  15', 
während  sie  bei  dem  Mars  (S.  189,18 — 16)  je  6^14'  ausmachten. 


216 


10 


Hei  377 
16 


20 


25 


Ha  256 


mithin 


Elftes  Buch.    Erstes  Kapitel. 

A  A.  Es  sei  wieder  die  Zeichnung 

der  ersten  Opposition  vorgelegt, 
jedoch  mit  der  Beschränkung  auf 
den  Exzenter^^  welcher  den  Mittel- 
punkt des  Epizykels  trägt. 

1.  Es  wurde  nachgewiesen  (s.S. 
215,  12  5AA),  daß 

/.AZA=    77«15'     wie4i^=360^ 
=  154<'30'     wie  ^E  =  360«; 
folglich  auch  /_  AZH  =  154° 30'    als 

Scheitelwinkel; 

6AH  =  154<»30' 
6ZH=    25°  30' 


wie  eAHZ  =  360°, 


also!     ^^H  =  117P  2']      .^^^2  =  120P. 


1 


Setzt  man  AZ  =     2^45'     wie exhtnAA  =  60^, (s.S. 215, 

so  wird  AH=      2^41'     und  ZH  =  0^36'. 

(Nun  ist  AA2-AH2  =  AH^ 
mithin         A  H  =  59^  56'     in  demselben  Maße. 


AE) 

(Eukl.  VI.  2.  4) 


2.  Es  ist  zunächst  (weil  ZA 

(H0  =  ZH) 
E0  =  2AH 

A0  =  AH  +  H0  =  6OP32' 
E0(=2AH)         =    5^22' 

A02  +  E0'  =  AE«) 
/iAE=    60^46'  in  demselben  Maße 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 


(wie  AA  =  60^). 


Setzt  man  hAE  =  120^, 

so  wird  sE0=    10^36'  iu  diesem  Maße, 

also  6E0=    10°   8'  wie  eE0A  =  36O°, 

mithin  /,EA0=    10°   8'  wie  <2i?  =  360°. 


a)  Es  ist  an  den  drei  voranstehenden  Figuren  der  Exzenter 
um  A,  auf  dem  die  scheinbaren  örter  der  drei  Oppositionen 
ebenfalls  mit  A,  B  und  f  bezeichnet  wurden. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Jupiter. 


217 


(Nun  war  /.  AZA  =  154°30'    wie  2B  =  Z60^) 
folglich    /.  AEA  =  144<'22'     als  Differenz, 
=    72°  11'     wie4i2  =  360*'. 

So  viel  Grade  stand  demnacli  der  Planet  bei  der  ersten 
Opposition  von  dem  Apogeum  in  der  Ekliptik  entfernt. 

B.  Es  sei  nun  auch  die  Figur  der 
zweiten  Opposition  vorgelegt. 

1.  Es  ist  der  Annahme  nach  (s.  S. 
215,  15Z)BM)  ^, 

/.  BZM  =  2«50' 

wie  412  =  360*, 

wie^JB  =  360^ 

^^^^^1   ,6ZH  =  174020') 

wie  ^AHZ  =  360" 


also 


.AH=      ^y\^iehAZ  =  120^. 
,sZH  =  119^51'! 

2^45'    wie  exhm  AB  =  Q0^, 


Setzt  man         AZ 

so  wird  AH=      0^8'     und  ZH  =  2^45', 

mithin  auch  BH=   rund  60?  (weil  unbetr.  <ÄAB). 

2,  Es  ist  (zunächst  wieder,  weil  ZA  =  AE, 

H0  =  ZH    I   Eukl.  VI.  2.  4) 
E0  =  2AH'  ^ 

B0  =  BH-H0  =  Ö7P15' 
E0(=2AH)        =    0^16' 
hBE=    57P  15'     (weil  unbetr.  >  B0). 

/iBE  =  120P, 

sE0=  0^33'  in  diesem  Maße, 

6E0=  0°32'  wie  ©E0B  =  36O°, 

mithin    /,EB0=  0<'32'  wie^JR  =  360*. 

(Nun  war /,  BZM=  5'»40'  wie  <2i^  =  360°) 

folglich  /,BEM=  6*^12'  als  Summe, 

=  3«   6'  wie  422  =  360°. 


mithin  | 
biglich  auch 

Setzt  man 

so  wird 

also 


*'|  (wie  AB  =  60P), 


Hei  378 


15 


20 


25 


Ha  257 


30 


218 


Elftes  Buch.    Erstes  Kapitel. 


Hei  379  Demnach  stand  der  Planet  bei  der  zweiten  Opposition 
gegen  die  Richtung  der  Zeichen  3^6'  vor  dem  Perigeum, 
Nun  war  (S.  217,  3)  nachgewiesen,  daß  er  bei  der  ersten 
Opposition  in  der  Richtung  der  Zeichen  72^11'  von  dem 
Apogeum  entfernt  war.  Folglich  be- 
läuft sich  in  Übereinstimmung  mit  dem 
A  (S.  205,  2)  aus  den  Beobachtungen 
gewonnenen  Intervall  das  scheinbare 
Intervall  von  der  ersten  bis  zur  zwei- 
ten Opposition  auf 
180^  -  [72ni' +  3^6']  =  104043'. 

C.  Es  sei  nun  auch  die  Figur  der 
dritten  Opposition  vorgelegt. 

1.  Es   war    nachgewiesen   worden, 
(s.  S.  215,  18  &rM),  daß 
wie  4i^  =  36Ö^ 
wie^JR  =  360^ 


10 


15 


20 


25 


Hei  380 
31 


Ha  258 


/.rZM=    30«  36' 
=    61*12' 


mithin 

also 

Setzt  man 

so  wird 

(Nun  ist 

mithin 


I     6AH=    61'>12' 


wie  eAHZ  =  360^ 
wie/iAZ  =  120P. 


1  ,6ZH  =  118U8' 
sAH=  6IP  6' 
,sZH  =  103^17' 

AZ=      2P45' 
AH=      1^24' 
Ar2-AH2  =  rH2) 
PH  =  59^59'     in  demselben  Maße 


wie  exhm  A  r=  60^, 
und  ZH  =  2P22'. 


2.  Es  ist  (zunächst  wieder,  weil  ZA  =  AE, 

H0==ZH    I   E^ki  yi.  2.  4) 
E0  =  2AHi  ^ 

mithin!        rO  =  m  -  HO  =  57P37|  1    ^^.^  ^,^  ^.p). 
mibnin|         e0(=2AH)  2^48')    ^ 

(Nun  ist         r02  -I-  E  0  2  =  TE^) 
mithin        hrE=   57^41'     in  demselben  Maße. 
Setzt  man        hrE  =  120^, 

so  wird       sE0=     5^50'     in  diesem  Maße, 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Jupiter.  219 


also 

6E0=      5»  34' 

wie  ©E0r=36O°, 

mithin 

/.Er0=      5*34' 

wie  512  =  360«. 

(Nun  war 

/.rZM=    61«  12' 

wie  5i2  =  360'^) 

folglich 

/.rEM=    66°46' 

als  Summe, 

=    33"  23' 

wie  4Ä  =  360«. 

So  viel  Grade  stand  demnach  der  Planet  bei  der  dritten 
Opposition  in  der  Richtung  der  Zeichen  von  dem  Perigeum 
entfernt.  Nun  war  nachgewiesen,  daß  er  bei  der  zweiten 
Opposition  gegen  die  Richtung  der  Zeichen  3^6'  vor  dem- 
selben Perigeum  stand.  Folglich  beläuft  sich  wieder  in  Über-  10 
einstimmung  mit  den  (S.  205,  s)  durch  die  Beobachtung 
festgestellten  Graden  das  scheinbare  Intervall  von  der  zwei- 
ten bis  zur  dritten  Opposition  in  Summa  auf  36^29'. 

V.  Lage  des  Apogeums. 
Der  Planet  hatte  bei  der  dritten  Opposition,  wie   oben  15 
[7i.  5)  nachgewiesen,  in  dem  durch  die  Beobachtung  (S.  204, 2l) 
festgestellten  Orte  T  14^23'  in  der  Richtung  der  Zeichen 
33^23'   von   dem   Perigeum   entfernt   gestanden.    Folglich  Hei  ssi 
ist   ohne   weiteres   klar*\    daß    damals    das    Perigeum  der 
Exzentrizität  in ){  11®  lag  und  das  Apogeum  diametral  gegen-  20 
,iiber  in  lip  11®. 

VI.  Nachweis  der  mittleren  Länge  und  der  Anomalie. 
Wenn  wir  um  den  Mittelpunkt  V  den  Epizykel  H  0  K  be- 
ichreiben,  werden  wir  ohne  weiteres  erhalten: 

1.  von  dem  Apogeum  A  des  Exzenters^^  ab  den  mittleren  25 
3rt  in  Länge  mit  (180® -f  30^^36' =)  210^^36',  weil  (oben 

3.  215, 18)  nachgewiesen  worden  ist,  daß  Z.  fZM  =  30^  36' 
vie  4J2=360<^; 

2.  den  Epizykelbogen  0  K  von  dem  Perigeum  0  bis  zu  Ha  259 
lern  Planeten  in  K  mit  2^47',  weil  (oben  Z.  2)  nachgewiesen  30 


a)  Weil  14<>23'  des  Widders  4-19®  der  Fische  =  SS**  23'. 

b)  Es  ist  der  Exzenter  des  gleichförmigen  Laufs  um  das  Zen- 
nim  Z,  dessen  Apogeum  natürlich  auf  der  Verlängerung  des 
lalbmessers  AA  liegt. 


220 


Elftes  Buch.    Zweites  Kapitel. 


worden  ist,  daß  /.  ETZ  =  5^34' 
uie  ^72  =  360^  oder  =2^47' 
wie  4i2  =  360<^. 

Zur  Zeit  der  dritten  Oppo- 
sition, d.  i.  im  ersten  Jahre  An- 
tonius am  20/21.  ägyptischen 
Athyr  5  Stunden  nach  Mitter- 
nacht (8.  Oktober  137  n.  Chr. 
5^  früh),  stand  demnach  der 
10  X  f    W     /A         Planet  Jupiter,  theoretisch  auf 

die  mittleren  Örter  bezogen,  in 
Hei 382  \       \  /  Länge     von     dem     Apogeum 

(np  11^)  des  Exzenters  210^36' 
entfernt,  d.  h.  sein  mittlerer  Ort^^ 
15  war  (y14°23'  — /.Erz  =)T  11*^36',  während  er  in  Ano- 
malie von  dem  Apogeum  H  des  Epizykels  182^47'  entfernt 
war. 

Zweites  Kapitel. 

Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des  Epizykels 

des  Jupiter. 

Zum  Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des  Epizykels 
wählten  wir  weiterhin  wieder  eine  Beobachtung,  welche  wir 

20  mit  dem  Diopter  im  2*®^  Jahre  Antonius  am  26/27.  ägyp- 
tischen Mesore  vor  Sonnenaufgang  anstellten,  d.  i.  ungefähr 
5  Äquinoktialstunden  nach  Mitternacht  (11.  Juli  139 n.Chr. 
5^  früh),  als  der  mittlere  Ort  der  Sonne  6916^11'  war^) 
und   am  Astrolab   y  2^  kulminierte.    Mit  Bezug   auf  den 

25  glänzenden  Stern  (Aldebaran)  der  Hyaden  anvisiert,  hatte 

der  Jupiter  damals  als  scheinbaren  Ort  TT  15^45'  inne  und 

die  gleiche  scheinbare  Länge  wie  das  Zentrum  des  südlicher 

Ha  260  stehenden  Mondes.    Für  jene  Stunde''^  fanden  wir  auf  Grund 

der  früher  dargelegten  Berechnungen 

a)  D.  i.  der  auf  der  Leitlinie  ZT  liegende  Ort. 

b)  Für  885'^355'il7h  ergibt  die  Nachprüfung  G  16°  11' 2". 

c)  Für  dieselbe  Zeit  ergibt  die  Nachprüfung  nach  den  Mond- 
tafeln:   n9*^10'47"    in    Länge,   272<'13'39"    in   Anomalie    und 


Epizykel  des  Jupiter. 


221 


den  mittleren  Ort  des  Mondes  in  Länge 
die  Entfernung  vom  Apogeum  des  Epizykels 

in  Anomalie 
den  genauen  Ort  des  Mondes^^ 
den  scheinbaren  Ort  für  Alexandria^^ 


n    90  0' 

272^     5'     Hei383 

n  14^50' 
n   15H5'.     5 


Da  ferner  die  Zeit  von  der  dritten  Opposition  bis  zur 
vorliegenden  Beobachtung  (vom  20/21.  Athyr  5^  früh  885 
Nab  bis  26/27.  Mesore  5^  früh  886  Nab.)  1  ägyptisches 
Jahr  und  (10  +  240  -f  26)  276  Tage  beträgt,  so  bringt  sie 
(für  den  Jupiter)  —  es  wird  keinen  merkbaren  Unterschied  10 
machen,  wenn  hierbei  mit  etwas  abgerundeten  Zahlen  ge- 
rechnet wird^)  —  in  Länge  53^17'  und  in  Anomalie  218^31'. 
Wenn  wir  diese  Beträge  zu  den  für  die  dritte  Opposition 
(S.  220,  13.  le)  nachgewiesenen  Örtern  addieren,  so  werden 
wir  zur  Zeit  dieser  (zweiten)  Beobachtung  in  Länge  von  15 
nahezu  demselben  Apogeum  (lip  11")  (210^»36'  +  53^17'=) 
263^53'  erhalten,  in  Anomalie  von  dem  Apogeum  des  Epi- 
zykels (182^47'  +  218^31' 
-360<^=)  41^18'. 

Diese  Zahlen  sollen  ge- 
geben sein.  Es  sei  wieder 
die  ähnliche  Figur  vorgelegt 
wie  (S.  197)  bei  der  Beweis- 
führung für  den  Mars,  nur 
daß  sie  den  hier  vorliegenden 
mittleren  Örtern  in  Länge 
und  in  Anomalie  entsprechend 
die  Lage  des  Epizykels  nach 
Passierung  desPerigeums  des 


231®8'44"  in  Breite,  woraus  sich  die  wahre  südliche  Breite  mit 
etwa  2^40'  ergibt.  Die  Mondörter  in  Länge  und  in  Anoraalie 
zeigen  wieder  dieselben  autfallenden  Differenzen  wie  S.147  Anm.  a). 

a)  Da  der  Mond  östlich  des  Meridians  stand,  so  wirkt  die 
Längenparallaxe  in  der  Richtung  der  Zeichen. 

b)  Für  1*276'^  ergibt  die  Nachprüfung  in  Länge  53^16' 62", 
in  Anomalie  218^30' 37". 


222 


Elftes  Buch.     Zweites  Kapitel. 


Exzenters  und  die  Stellung  des   Planeten  nach  Passierung 
des  Apogeums  des  Epizykels  zeigen  muß. 

1.  Da  die  Entfernung  des  mittleren  Ortes  in  Länge  von 
Hei  384  <ieiJi  Apogeum  des  Exzenters  2 6 3" 5 3    beträgt,  so  ist  (als 
5  die  um  180°  gekürzte  Entfernung  von  dem  Perigeum) 

/.BZr=    83^53'     wie  4i2  =  360°, 
=  167''46' 

,6ZM=  12n4' 
5AM  =  119Pl9' 
,sZM=    12^47' 


10 


15 


mithin 


also 


wie  <2i2  =  360<^; 

AMZ  =  360°, 


wie 


Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


AZ=     2^45' 
AM=      2^44' 


wie  7iAZ  =  120P. 

wie  exhm  A  B  =  60^, 
und  ZM  =  0Pl8'. 


AB*-AM»=BM*, 
BM  =  59^66'  in  demselben  Maße. 


ii385 
20 

mithin 

(Nun  ist 
mithin 

Setzt  man 

so  wird 

26 

also 

(Eukl.  VI.  2.  4) 

^'1   (wie  AB  =  60P). 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE)' 

ZM  =  MA 
EA  =  2AM 

f        BA  =  BM-MA  =  59P38' 
1       EA(=2AM)         =    6^28' 

BA2  +  EA*  =  EB«) 

hEB=   59^52'    in  demselben  Maße. 
/iEB  =  120P, 
sEA=    10^58' 
6EA=    10'30' 
mithin   /,EBZ=   10<'30'     wie^jR  =  360°. 
Nun  war   /.  BZr  =  167*'46'    wie  2B  =  S60\ 
folglich    /.  B  E  r  =  178«'  1 6'     als  Summe. 

3.  Da  das  Perigeum  f  in  )C11°  liegt   und  der  Planet 
30  (S.  220,  26)  seinen  scheinbareü  Ort  auf  der  Geraden  EK  in 

TT  15U5'  hatte,  so  ist  (von  X  11<^  bis  TT  15^5') 
Ha  262  /.KEr=    94H5'     wie4J^  =  360^ 

=  189<'30'     wie  ^E  =  360°. 


in  diesem  Maße, 
wie  ©EAB  =  360^ 


Elftes  Buch.     Drittes  Kapitel.  223 

(Nun  war  /.  BEr  =  178°16'  wie  2 B  =  360'^) 

folglich  /.  B  E  K  =    WW  als  Differenz ; 

mithin  6BN=    11*>14'  wie  ©BNE  =  360^ 

also  sBN=    11^44'  wie  ;iEB  =  120P. 

Setzt  man  EB=    59^52'     wie  exhm  =  60^^  (s.S.  222,22)     5 

so  wird  B  N  =      5^  50'     in  diesem  Maße. 

4.  Ferner  ist  (nach  Annahme  S.  221,  19  gegeben) 
6HK  =  41«18', 
mithin       HBK==41<'18'     wie  4E  =  S&0\ 

=  82*36'     wie  5J?  =  360<'.  Hei  386 

Nun  war   /,  EBZ  =  10''30'     wie  -212  =  360«,  11 

lolglich  auch   /,  H  B  0  =  10<>  30'     als  Scheitelwinkel, 
mithin  /.0BK  =  72«   6'     als  Differenz. 

Nun  war  /.  KE0  =  11*^14'  wie  5i2  =  360^  (s.  oben  Z.  2) 

folglich  /.  B  K  N  =  60«  52'  als  Differenz,                                  16 

mithin  6BN  =  60<>52'  wie©BNK  =  360^ 

also  s  BN  =  60^47'  wie/iBK  =  120P. 

Setzt  man  BN=    5^50'    Mvieexhm^   60^, 

so  wird         BK  =  11^30'    als  ephm,  was  zu  finden  war. 

Drittes  Kapitel. 
l  Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  des  Jupiter. 

Weiter  wählten  wir  wieder  zum  Zweck  (der  Korrektion)  Ha  263 
ler  periodischen  Bewegungen  aus  der  Zahl  der  mit  zweiiel-  21 
oser  Sicherheit  aufgezeichneten  alten  Beobachtungen   eine, 
lach  welcher  mit  Bestimmtheit  angegeben   wird,  daß   im 
^5*®"  Jahre*)  der  Zeitrechnung  des  Dionysius  am  10.  Par- 
fhenon  früh  der  Jupiter  den  südlichen  Esel  (ö  Cancri)  be-  26 
leckte.    Der   Zeitpunkt  fällt  in   das   83*®  Jahr   nach  dem 
["ode  Alexanders  (507  Nab.)  auf  den  17/18.  Epiphi  in  der 


a)  Daß  dieses  mit  dem  26.  Juni  241  v.  Chr.  beginnende  Jahr 
a  das  Jahr  507  Nab.  fällt,  geht  aus  der  Nachprüfung  des  mitt- 
Bren  Sonnenortes  hervor,  welcher  sich  für  606*316*18^  mit 
T  9»  55'  32"  ergibt. 


224 


Elftes  Buch.     Drittes  Kapitel. 


Morgendämmerung  (4.  September  241  v.  Chr.  6^  früh).  Füi 
diese  Stunde  fanden  wir  die  Sonne  nach  mittlerem  Lauf  ic 
Hei  387  11^9^56'.   Nun  stand  von  den  Sternen  (jörid')  um  den  Ne- 
belfleck (die  Krippe)  im  Krebs  der  sog.  südliche   Esel  (d] 
5  zur  Zeit  unserer  Beobachtung  (im  ersten  Jahre  Antoninj 
885  Nah.  S.  199,  15)  in  69  11"20',  zur  Zeit  der  herangezo- 
genen Beobachtung  natürlich  (3^47'  weiter  zurück)  in  6^  7°  33' 
weil  auf  die  (507  bis  885  Nah.)  378  Jahre,  welche  zwischer 
den  Beobachtungen  liegen,  3^47'  Zunahme  entfallen.   Folg- 
10  lieh  stand  damals  auch  der  Jupiter,  weil  er  diesen  Fixsterr 
bedeckte,  in  ^9  7^33'.   Demnach  mußte  auch  das  Apogeum, 
da  es  zu  unserer  Zeit  in  \)\}  11°  lag,  zur  Zeit  der  (alten^ 
Beobachtung  in  ilp7°13',  liegen.    Somit  ist  klar,  daß  dei 
scheinbare  Planet  von  dem  damaligen  Apogeum  des  Exzen- 
15  ters  300^20'  entfernt  stand,  während  der  mittlere  Ort  dei 
Sonne  von  demselben  Apogeum  2^43'  entfernt  war. 

Diese  Zahlen  sollen  gegeben 
sein.  Vorgelegt  sei  wieder  die 
ähnliche  Figur  wie  (S.  200) 
bei   der   Beweisführung   für 
den  Mars.    Nur  muß  sie  die 
hier  nach  der  Beobachtung 
gegebenen  Örter  zeigen,  d.  i 
erstens    die   Lage    des    Epi- 
zykels  in   B  vor   dem  Apo- 
geum A,  zweitens  die  Lage 
des  mittleren  Ortes  der  Sonne 
in  A  kurz   nach   demselben 
Apogeum,   und   deshalb  drittens  die  Stellung  des  Planeten 
30      in  0  nach  dem  Apogeum  H  des  Epizykels.   Man  ziehe  jeden- 
falls in  ähnlicher  Weise  die  Verbindungslinien  ZBH,  AB, 
Hei 388  B0,  0E  und  fälle  auf  AB  das  Lot  ZK,  auf  0E  die  Lote 
AM,  BN,  endlich  das  Lot  AE   auf  die  hier  nötige  Ver- 
längerung  von    BN,   welche    das   rechtwinklige   Parallelo- 
35  gramm  AM  NE  fertig  macht. 

1.   Als   Erfüllung   eines   Kreislaufs   in   der   Ekliptik  zu 
300^20'  ist 


Korrektion  der  Bewegungen  des  Jupiter. 


225 


/.AE0=    59«40'  wie  4B  =  S60\ 

ferner   /,  A  E A  =     2°43'  wie  4B  =  360«,  (s.  S.  224,  le) 

mithin   ^AE0=    62"  23'  als  Summe, 

folglich  auch    /,B0E=    62° 23',  (Eukl.  I,  29) 

=  124«46'  wie  2B  =  S60\ 

mithin       6  BN  =  124*' 46'  wie  ©  BN0  =  360<',  5 

also        s  B  N  =  106^  20'  wie  /^  B  0  =  120^.  Hei 

Setzt  ma.nephmBQ=    11^30', 

so  wird  BN=    10^12'  in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (als  derselbe  wie  Z.AE0) 

/.AEM=    59H0'     wie  4JB  =  360» 

=  119^20' 

folglich  /.  MAE=    60« 40' 

mithin     5AM  =  119«20' 

s  AM  =  103^34' 

AE=      2^45' 

AM=      2^23' 


also 

Setzt  man 

so  wird 

(Nun  ist 

mithin 

Setzt  man 

so  wird 

mithin 


wie  <2E  =  360«, 
als  Komplementwinkel, 
wie  ©AME  =  360«, 
wie  ÄAE  =  120P. 
wie  exhm AB  =  60^, 
in  demselben  Maße. 
AM  =  N=)    (Eukl.  I.  34) 
B  E  =  B  N  +  N  E  =  12^  35'  in  demselben  Maße. 


10 


Ha  265 


15 


also 


mithin 
also 


in  diesem  Maße, 
wie  ©  BEA  =  360«, 
wie  2B  =  S60\ 
als  Komplementwinkel. 


h  AB  =  120^, 
sBE=    25^10' 
6BE=    24«  14' 
/.BAH=    24«  14' 
/.BAM=155«46' 
(Nun  war  /,  MAE=    60" 40'     wie  ^i2  =  360«) 
folglich  /,  BAE  =  216«26'     als  Summe, 
endlich  ^  B AZ  =  143« 34' 
6  ZK  =  143« 34' 
&AK=    36«26' 
sZK  =  113P59' 
,sAK=    37P31' 
AZ=      2^45' 
ZK=      2P37' 


20 


25 


als  Nebenwinkel, 
wie  ©ZKA  =  360«, 

wie  ÄAZ  =  120P. 


Hei  390 
31 


Setzt  man 

so  wird 

mithin 


wie  exhm  AB  =  60^, 
und  AK  =  0^52', 


KB  =  AB -AK  =  59^8'. 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  IL 


15 


226  Elftes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

(Nun  ist        KB2-f  ZK2  =  ZB*) 
mithin      ÄZB=   59^12'  in  demselben  Maße. 

Setzt  man       hZB  =  120^, 

so  wird       sZK=      5^18'  in  diesem  Maße, 

Ha  266  also       6ZK=      5°   4'  wie©ZKB  =  360^ 

6  mithin  /,ZBA=     5^4'  wie<2J2  =  360^ 

(Nun  war  /.  BAZ  =  143«34'     wie  5E  =  360°) 
folglich  /.  A  Z  B  =  1480  38'     als  Summe, 

=    74M9'     wie  4i2  =  360". 

10  Hiermit  ist  der  Winkel  der  gleichförmigen  Länge  (welcher 
an  einem  Umlauf  fehlt)  gefunden. 

Nun  bildet  (s.  S.  173,  3l)  der  /.HB0  (der  Anomalie)  zu- 
sammen mit  dem  Winkel  von  180^-i-Z.BZr  (der  Länge 
vom  Apogeum  ab)  —  d.  h.  hier  unter  Abzug  des  Z.AZB*^ 

15  —  den  /.AEA  der  Sonne,  welcher  mit  2^43'  (S.  224,16) 
gegeben  ist.    Wir  erhalten 

(LHB0-LAZB  =  LAEA 
LHB0- 74019' =2»43') 
demnach   /_HB0=77O  2'    wie4_B  =  360^ 

20       Damit  ist  der  Winkel  gefunden,  welcher  den  Lauf  des 
Planeten  von  dem  Apogeum  des  Epizjkels  ab  mißt. 
Hei  391       Es  ist  demnach  von  uns  der  Beweis  erbracht  worden,  daß 
zur  Zeit  der  vorgelegten  Beobachtung  der  Jupiter,  theore- 
tisch nach  dem  mittleren  Lauf  betrachtet,  in  Länge  von  dem 

25  Apogeum  (H])  7^13')  des  Exzenters  (360<^  —  74U9' =) 
285^41'  entfernt  stand,  d.h.  daß  sein  mittlerer  OrtTT22«54' 
war,  während  er  von  dem  Apogeum  des  Epizykels  in  Ano- 
malie 77^2'  entfernt  war. 

Nun  war  aber  von  uns  (S.  220, 16)  der  Nachweis  geführt 

30  worden,  daß  er  zu  der  Zeit  der  dritten  Opposition  von  dem 
Apogeum  des  Epizykels  182^47'  entfernt  war;  er  hat  also 
in  der  zwischen  den  beiden  Beobachtungen  (vom  17/18.  Epi- 
phi  6^^  früh  507  Nah.  bis  20/21.  Athyr  5^  früh  885  Nah  ) 


a)  D.  i.  unter  Abzug  der  Länge  bis  zum  Apogeum. 


Elftes  Buch.     Viertes  Kapitel.  227 

verflossenen  Zeit,  welche  377  ägyptische  Jahre  und  (12  + 
5  +  90  +  21  ==)  128  Tage  weniger  eine  Stunde  beträgt,  nach 
Abzug  von  345   ganzen  Kreisen  in  Anomalie  einen  Über- 
schuß von  (182^47'  —  77^2'  =)  105^^45'  gewonnen.   Das  ist 
rund ^^  wieder  der  Überschuß  an  Graden  der  Anomalie,  wel-  5 
eher  aus  den  von  uns  bearbeiteten  (Tafeln  der)  mittleren 
Bewegungen  gewonnen  wird,  weil  wir  direkt  aus  dem  hier 
vorliegenden  Material  die  Feststellung  des  täglichen  Betrags 
der  Bewegung  dadurch  erzielt  haben,  daß  mit  der  Anzahl 
der  aus  der  Zwischenzeit  gewonnenen  Tage  dividiert  wurde  Ha  267 
in  die  aus  der  Zahl  der  Kreise  und  dem  Überschuß  gewon-  11 
nenen  Grade. 

Viertes  Kapitel. 
Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des  Jupiter. 

Die  seit  dem  Mittag  des  1.  ägyptischen  Thoth  des  ersten 
Jahres  Nabonassars  bis  zu  der  (S.  223,27)  vorgelegten  alten 
Beobachtung  (am  17/18.  Epiphi  6^  früh  507  Nab.)  verflos-  16 
Jene  Zeit  beträgt  ohne  wesentlichen  Fehler  506  ägyptische 
Fahre  und  (300^+16^+18^=)  31 6^^  Tage.    Diese  Zeit 
imfaßt  an  Überschuß   258^13'  in  Länge  und  290*^58'  in 
Anomalie.^)   Daher  werden  wir  auch  hier  wieder,  wenn  wir 
iliese  Grade  von  den  nach  der  Beobachtung  (S.  226,26.  28)  20 
estgestellten  Örtern  (2  85"  41'  in  Länge  und  77^2'  in  Ano- 
aalie)    zugehörigerweise    abziehen,    für    dieselbe    Zeit  der  Hei 392 
Epoche  wie  bei  den  anderen  Planeten  als  mittleren  Ort  für 
len  Planeten  Jupiter  erhalten 

.  in  Länge  (258^13'  rückwärts  von  TT  22^54')     Ai  4^41'  25 
I.  von  dem  Apogeum  des  Epizykels  in  Anomalie^)        1 46°  4' 
'.  für  das  Apogeum  der  Exzentrizität  np  2^9'. 

An  dieser  Stelle  wird  letzteres  aus  demselben  Grund  e^^ 
5^4'  rückwärts  von  np7°13')  gelegen  sein. 


a)  Die   Nachprüfung   ergibt  für  377*127^23^  in    Anomalie 
06''45'46". 

b)  Die  Nachprüfung  ergibt  für  506*316^18^  in  Länge  258" 
2' 40",   in  Anomalie  290^' 58' 0". 

c)  360« -|-77"2'- 290058' =  146«4'. 

d)  Aus  dem  bei  dem  Mars  S.  204, 1  angegebenen  Grunde. 

15* 


228  Elftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 


Fünftes  Kapitel. 
Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apogeums  des  Saturn 

Da  fär  die  vorliegende  Aufgabe  noch  übrig  bleibt,  aucl 
die  an  dem  Planeten  Saturn  theoretisch  betrachteten  Anomaliei 
und  ihre  Epochen  nachzuweisen,  so  wählten  wir,  zunächs 
wieder  zur  Feststellung  des  Apogeums  und  der  Exzentrizität 
Ha  268  wie  bei  den  anderen  Planeten,  drei  dem  mittleren  Orte  dei 
6  Sonne  diametral  gegenüber  eingetretene  Oppositionen.  Ai 
den  astrolabischen  Instrumenten  beobachteten  wir 

die  erste  im   11*®°  Jahre  Hadrians  am   7/8.  ägyptischer 

Pachon  abends  (26.  März  127  n.  Chr.  6^^  abends)  indür;  1<^13';'' 

10       die  zweite  im  17*®"  Jahre  Hadrians  am   18.  ägyptischer 

Epiphi;  hier  berechneten  wir  Zeit  und  Ort  der  genauer 

Hei  393  Opposition  mit  Hilfe  der  vor  und  nach  derselben  angestellter 

Beobachtungen  auf  4  Stunden  nach  dem  Mittag  des  18.  Epiph 

(3.  Juni  133  n.  Chr.  4^  nachmittags)  in  ^9H0';^) 

16       die   dritte  im  20*®"  Jahre  Hadrians  am  24.  ägyptischer 

Mesore;  auch  hier  berechneten  wir  wieder  die  Zeit  de] 

gen  auen  Opposition:  sie  hatte  gen  au  am  Mittag  des  24  Meson 

(8.  Juli  136  n.  Chr.  12^  mittags)  stattgefunden,  ihr  Ort  wai 

^14^14'.®) 

20  Die  beiden  Zwischenzeiten  betragen 

zwischen   erster  und  zweiter:  6^70*^22^; 
zwischen  zweiter  und  dritter:  3*35*^20^. 

Der  scheinbare  Lauf  des  Planeten  beträgt  in  der 
'ersten   Zwischenzeit  (von  :£=:  1^13'  bis  ^     dHO')    68^27' 
25  zweiten  Zwischenzeit  (von   t  9^40'  bis  .6  14^14')    34^34' 


a)  Für  873*246'i6^  ergibt  die  Nachprüfung  als  mittleren  Or 
der  Sonne  T  lM2'54". 

b)  Für  879*  317*  4h   ergibt  die  Nachprüfung  als  mittleren  Or 
der  Sonne  H  9*^39' 16". 

c)  Für  882*  353*  0^  ergibt  die  Nachprüfung  als  mittleren  Or 
der  Sonne  O  14"  14' 38". 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Saturn.  229 

Endlich  beträgt  der  mittlere  Lauf  in  Länge  (auf  Minuten) 

abgerundet 

für  die  erste   Zwischenzeit*)  75^43', 

für  die  zweite  Zwischenzeit^)  37^52'. 

Unter  Zugrundelegung  dieser  Intervalle  weisen  wir  wieder  5 
die  in  Frage  stehenden  Verhältnisse  vermittelst   desselben 
Beweis  Verfahrens,   als   ob   es  sich  zunächst  nur  um  einen 
Exzenter  handelte,  auf  folgende  Weise  nach. 

L  Vorläufiger  Nachweis  der  Exzentrizität  und  des  Apogeums. 

Um    unnötige    Wiederholungen  B^ -^..^^  10 

zu  vermeiden,   sei  (ohne  weiteres) 

die    demselben    Beweisgang     ent-     /        Y\  ^?^    { Hei  894 

sprechende  Figur  vorgelegt. 

A.  1.  Da  der  Exzenterbogen  Bf 
^S.  228,  25)    nach    der   Annahme     \  ^2^~^C^  ( /     ^^ 

34^34'  in  der  Ekliptik  unterspannt, 
30  ist  als  Zentriwinkel  der  Ekliptik 

/,  BAT  =  34^34'  wie  422  =  360% 
=  69«   8'  wie  ^i2  =  360*, 
folglich  auch  /.EAH  =  69<'  8'  (als  Scheitelwinkel),  20 

mithin      6  EH  =  69°   8'  wie  ©  EH A  =  360®, 
also       s  E  H  =  68^  5'  wie  Ä  A  E  =  120^. 

Da  femer  der  Bogen  BT  (oben  Z.  4)  37^52'  beträgt,  so 
5t  als  Peripheriewinkel 

^BEr=    37«52'  wie  ^i2  =  3600.  25 

(Nun  war  /,BAr=    69»  8'  wie  ^iJ  =  360<*) 
folglich  /,EBH=    31<^16'  als  Differenz, 
mithin       6EH=    31«  16'  wie  ©EHB  =  360«, 
also       sEH=    32^20'  wie  ÄBE  =  120P. 
Setzt  man         EH=    68^  5'  wie  7iAE  =  120P,  30 

so  wird  BE  =  252^41'  in  demselben  Maße.  Hei 395 


a)  Für  6*70^221^  ergibt  die  Nachprüfung  75*'42'51". 

b)  Für  3«»  35*  20^  ergibt  die  Nachprüfung  37°52'19". 


230  Elftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 

2.  Da  der  ganze  (Exzenter-)  Bogen  ABT  (S.  228,24.25) 
103^  1'  in  der  Ekliptik  unterspannt,  d  i.  die  Summe  der  beiden 
Intervalle,  so  ist  als  Zentriwinkel  der  Ekliptik 

/.A Ar  =  103*^   1'  wie  4J?  =  360«, 
5  folglich  /,AAE=    76" 59'  als  Nebenwinkel, 

=  153<>58'  wie  2B  =  S60'>, 
Ha  270  mithin       6  EZ  =  153<>58'  wie  ©  EZA  =  360«, 

also       sEZ  =  116^'55'  wie  hAE  =  120^. 

Da  ferner  der  Exzenterbogen  ABf  (S.  229,  3.  4)  in  Summa 
10  113^35'  beträgt,  so  ist  als  Peripherie winkel 

LAEr  =  113«35'  wie  5i?  =  360<^. 
Nun  war  /.  AAE  =  153°58'  wie  ^E  =  360^ 
folglicli   /,EAZ=    92^  27' als  Ergänzung  zu  360<>(im  Dreieck), 
mithin       6EZ=    92«27'  wie  ©  EZA  =  360^ 
15  also       sEZ=    86^39'  wie  /iAE  =  120P. 

Setzt  man         EZ  =  116^55'  wie  /iAE  =  120P, 
so  wird         AE  =  161^55'  in  demselben  Maße. 

3.  Da  der  Exzenterbogen  (AB)  (S.229,3)  75<^43'  beträgt, 
so  ist  als  Peripheriewinkel 

Hei  396  ^AEB=    75*' 43'  wie  5^  =  360», 

"  n.itMn(;-:-:::|-©AO.  =  3eO», 

also   (;-:~)   wie. AE  =  X.O. 

25      Setzt  man         AE  =  161^55'  wie  /iAE  =  120P, 
so  wird         A0=    99^43'  und  E0  =  127^51'. 
Nun  war         BE  =  252^41'  in  demselben  Maße, 

Ha  271  folglich  0B  =  BE-E0  =  124^50'  wie  A0  =  99^43'. 

Ferner  ist  0  B^  =  15583^'  22'  und  A  0«  =  9877^'  3', 

30  folglich  AB2=25460P'25'  als  Summe, 

mithin        AB=     159Pa4'wie   j^|:2^^, 

4.  Setzt  man  nun  als  Sehne,  die  den  Bogen  AB  von  75^43 
unterspannt. 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Saturn. 


231 


so  wird 


in  demselben  Maße, 


s  AB  =  73^39'  wie  exdm  =  120^, 
\     AE  =  55^23' 
\     AE  =  74P43' 
also  ea?6AE  =  77«   1'  (wie  OABr  =  360'>), 
1  6  A  E  4-  6  A  B  r  =  190036',  (s.  S.  230,  9) 
^^    ^^   1  6  rE  =  169^24'  als  Ergänzung  zu  SÖO*, 
folglich       5  rE  =  119^28'  wie  exdm  =  12Qr^. 


Hei  897 


B-  Es  sei  demnach  das  Zen- 
trum des  Exzenters  innerhalb 
des  Segments  EAP  angesetzt, 
weil  letzteres  größer  als  ein  Halb- 
kreis ist.  Dieses  Zentrum  sei 
der  Punkt  K.  Durch  K  und  A 
ziehe  man  den  durch  beide  Zen- 
tren gehenden  Durchmesser 
^KAM  des  Exzenters,  fälle  von 
K  auf  r  E  das  Lot  K  N  und  ver- 
längere es  bis  Z.  Nach  dem 
äbengefübrten  Beweise  war 

srE  =  119P28'|    ^.^    rfr«AM  =  120P, 
AE=    55P23'J  ' 

mithin  rA=    64^5'  als  Differenz. 

Nun  ist  (nach  Eukl.  III.  35)  das  aus  den  Geraden  AE  und 
"A  gebildete  Eechteck  gleich  dem  Rechteck,  welches  aus 
\A  und  AM  gebildet  wird,  also 

AE.rA  =  AA-AM, 
mithin  AA  •  AM  =  3549P'9'  wie  d5/wAM  =  120P. 


10 


15 


20 


Hei  398 

26 

Ha  272 


Es  ist  ferner  (nach  Eukl.  II.  5)  die  Summe  des  aus  AA 
md  AM  gebildeten  Rechtecks  und  des  Quadrats  von  AK 
gleich   dem  Quadrat   des   halben  Durchmessers,   d.  i.  gleich  30 
lern  Quadrat  von  AK  (d.  i.  =  3600^'),  also 

AAAM  +  AK*  =  AKl 
Nun  ist  AK2  =  3600P'-3549pV  =  50P'51S 
folglich    AK  =  7^8'  wie  exdm  =  120^. 


232  Elftes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

Hiermit  ist  die  Verbindungslinie   zwischen   den  Zentren 
(der  Ekliptik  und  des  Exzenters)  gefunden. 

C.  Es   ist   ferner   nachgewiesenermaßen   (da    FE   gleich 
119^28')  die  Hälfte  von  TE,  d.  i.  (nach  Eukl.  III.  5) 

6  l'^^'^y]   wie^mAM  =  120P, 

AE  =  55P23'J 

folglich         AN  =  EN-AE  =  4P21'  wie  AK  =  7^8'. 

Setzt  man      hAK  =  120^, 

so  wird       sAN=    73^11'  in  diesem  Maße, 

10  also       6AN=    75M0'  wie  e  ANK  =  360*, 

mithin  /,AKN=    75*»  10'  wie  <2i2  =  360«. 

=    37*35'  wie  4jB  =  360, 

folglich      6M==    37*35',  weil  AKN  Zentriwinkel. 

Hei  399        Nun  ist       6  TE  =   84*42'  als  Va^TEE,  (S.  231,6) 

15  folglich       &  TA  =  180* -[6  ME +  6  FE], 

=    57*43'. 

Hiermit  ist  zunächst  der  Bogen  gefunden,  welcher 
a)  die  Entfernung  von  dem  Apogeum  bis  zu  dem  Ort  der 
dritten  Opposition  (/^  14^14')  mißt.    Weiter  ergibt  sich 
20       b)  die  Entfernung  von  dem  Apogeum  bis  zu  dem  Ort  der 
zweiten  Opposition  (v^  9^40').  Da  (S.  229,4)  der  Annahme  nach 

6  BT  =  37*52'  (und  6  TM  =  57*43'), 
so  ist  6BA  =  &rA-6Br, 
=  19*51'; 

Ha  273       c)  die  Entfernung  des  Ortes  der  ersten  Opposition  (^  1^1 3') 
26  bis  zu  dem  Apogeum.      Da  (S.  229,3)  der  Annahme  nach 
6  AB  =  75*43'  (und  &BA  =  19*51'), 
so  ist  6AA  =  6AB-6BA, 
=  55*52'. 

II.  Nachweis  der  Differenzbogen. 
31       Da  nun  wieder  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  sich  nicht 
auf  diese  mExzenter  bewegt,  sondern  auf  demjenigen,  welcher 
mit  dem  Abstand  KA  um  den  Halbierungspunkt  der  Strecke 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Saturn. 


233 


A  K  als  Zentrum  beschrieben  wird,  so  haben  wir  im  weiteren 
Verfolg,  wie  schon  bei  den  anderen  Planeten,  die  Differenzen, 
welche  sich  für  die  in  der  Ekliptik  gemessenen  scheinbaren 
Intervalle  ergeben,  unter  der  (vorläufigen)  Annahme  be- 
rechnet, daß  die  gefundenen  Verhältnisse  annähernd  die  6 
»richtigen  seien,  wenn  man  den  Lauf  des  Epizykels  auf  den 
(bisher)  zugrunde  gelegten  Exzen-  Nr 

ter  überträgt,  welcher  die  Anomalie 
zur  Ekliptik  bewirkt.  ^ 

A.  Es  sei  die  Figur  für  den  ähn- 
lichen Beweisgang  bei  der  ersten 
Opposition  vorgelegt,  und  zwar  soll 
5ie  die  Stellung  vor  Passierung  des 
A.pogeums  A  zeigen.  g) 

1.  Nachgewiesen  wurde  (s. 
"5.232,29  &AA)  der  Winkel  des 
gleichförmigen  Laufs  in  Länge 

/.  NZZ=    55° 52'  wie  4B 
^olglich  auch  /,AZH=   55<'52'  (als  Scheitelwinkel), 

=  111°44'  wie  ^jB  =  360^  20 

6AH  =  111H4']         .      ^    ...^       „.««  Hei400 

,&ZH  = 
sAH  = 

67^20  . 

3P34'  wie  exhmAA  =  60"^,  (S.  231,84)  25 
2^57'  und  ZH  =  2P0'. 
AH*  =  AH^  Ha  274 


mithin 


also 


1,1 


,sZH  = 

Setzt  man  vbl  A  Z  = 

so  wird         A  H  = 

Nun  ist       AA*- 


es'^ie'j 

^'1   wie  7iAZ  =  120P. 
)'J 


mithin 


A  H  =    59^  56'  in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 
ZH  =  H0 


E0  =  -2AH 


(Eukl.  VI.  2.  4) 


mithin   {AO  =  AH  +  H0  =  61P56'|   (^ieAA  =  60P). 
mitnm   i  ^^    (=  ^  AH)    =    5^54'}   ^  ^ 


30 


234  Elftes  Buch.    Fünftes  Kapitel. 

(Nun  ist       A0«  +  E0*  =  AE2) 
mithin      hAE=   62^13'  in  demselben  Maße. 
Setzt  man      hAE  =  120^, 

so  wird       sE0=    11^21'  in  diesem  Maße, 
5  also       6E0=    10°51'  wie  ©  E0A  =  36O°, 

folglich  /,EA0=    10^51'  wie  2B  =  S60\ 

Hei  401      3.  Setzt  man  nun  (wie  oben  in  dem  Maße  von  AA  =  ZE 
nachgewiesen) 

E0  =  5P54'  wie  exhmZE.=^QO^, 

''         so  wird  (||j=^|^>,:,J)  in  diese:.  Maße. 

(Nun  ist       E02  +  E02  =  EE=*) 
mithin      h=.E=    64^16'  in  demselben  Maße. 
Setzt  man      h=.E  =  120^, 
15  so  wird      sE0=    11^  2'  in  diesem  Maße, 

also       6E0=   10° 33'  wie  0E0E  =  36O', 
mithin  /,EE0=    10°33'  wie  .22^  =  360^ 
Nun  war  /.EA0=    10*^51'  wie  ^J2  =  360^ 
folglich  /,AEE=      ons'  als  Differenz, 
20  =      0°   9'  wie  4B  =  S60^. 

Das  ist  der  Winkel  der  gesuchten  Differenz.  Nun  hatte 
der  Planet  bei  der  ersten  Opposition  auf  der  Geraden  EA 
als  scheinbaren  Ort  ^  1^13'  inne.  Hieraus  ergibt  sich  fol- 
gendes. Wenn  sich  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  nicht  auf 
Ha  275  dem  Exzenter  AA,  sondern  auf  dem  Exzenter  NE  bewegte, 

26  so  würde  er  sich  in  dem  Punkt  Z  des  letzteren  befinden, 
und  der  scheinbare  Ort  des  Planeten  würde  auf  der  Geraden 
EE  (nicht  in  =±^  1^13',  sondern)  um  0^9'  gegen  die  Richtung 
der  Zeichen  weiter  rückwärts  der  Stellung  in  Punkt  A  in 

30  ^  iH'  liegen. 

B«  Es  sei  wieder  auch  die  Figur  der  zweiten  Opposition 
für  denselben  Beweisgang  vorgelegt,  und  zwar  soll  sie  die 
Stellung  nach  Passierung  des  Apogeums  zeigen. 
Hei  4Ö2      1.  Nachgewiesen  wurde  (s.  S.  232,24  hBA)  als  Bogen  des 
35  Exzenters  (des  gleichförmigen  Laufs) 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Saturn. 


6EN=    19«51', 
mithin  /.EZN=    19° 51' 

wie  4i?  =  360^ 
folglich  auch  /,AZH=   19*>5l' 

als  Scheitelwinkel, 
=    39U2' 
wie  ^i2  =  360°, 

I  6AH=    39U2' 
1,6ZH  =  140018' 
wie  ©  AHZ  =  360^ 

sAH=    40^45'] 
,sZH  =  112P52'j 
wie  /iAZ  =  120P. 


235 


mithin 


also 


Setzt  man  AZ=     3^34'  wie  exhni  AB  ==>  60^, 

so   wird  AH=      1^13'  und  ZH  =  3^21'. 

Nun  ist  AB2-AH*  =  BH*, 

mithin  BH=   59^59'  in  demselben  Maße. 


10 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 

ZH  =  H0 

E0-^AH 

B0  =  BH  +  H0  =  63P2O 

E0(=    ^AH)     =    2^26 
B0«  +  E0'  =  BE2) 
ÄBE=    63^23'  in  demselben  Maße, 
7iBE  =  120P, 

sE0=      4^36'  in  diesem  Maße, 
&E0=      4°24'  wie  0  E0B  =  36a", 


mithin 

(Nun  ist 

mithin 

Setzt  man 

so  wird 

also 


(Eukl.  VI.  2.  4) 

'I   (wie  AB  =  60P). 


15 


Hei  403 
20 
Ha  276 


folglich  ^  EB0=      4^24'  wie  2E  =  S60^ 

3.  Setzt  man,  wie  oben   (in  dem  Maße  von  AB  =  ZZ) 
lachorewiesen,  25 


E0  =  2^26'  wie  €xhmZE==GO^, 

in  diesem  Maße. 


.   ,    ,Z0(=      5ZH)   =    6^'42'l 
so  wird   ^H0  =  ZH  +  Z0  =  66^^42'J 


(Nun  ist    Z02-f  E0'''  =  EE2) 
mithin  /iEE  =  66^45'  in  demselben  Maße. 


30 


236 


Elftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 


Setzt  man 

hEE  = 

120P, 

so  wird 

sE0  = 

4P  23' 

in  diesem  Maße, 

also 

6E0  = 

4012' 

wie  ©E0Z  =  36O«, 

mithin 

LEEQ^ 

4«12' 

wie  ^i2  =  360». 

Nun  war 

Z.EB0  = 

4°  24' 

wie  3M  =  360», 

folglich 

iBEE  = 

0^2' 

als  Differenz, 

= 

0»    6' 

wie  4JR  =  360". 

Der  Planet  hatte  bei  der  zweiten  Opposition  auf  der  Ge- 
raden EB  als  scheinbaren  Ort  f  9^4:0'  inne.    Wenn   sein 
10  scheinbarer  Ort  wieder  auf  der  Geraden  EZ  läge,  so  ist 
Hei4C4  auch  hier  klar,  daß  er  (weiter  vorwärts)  in  .;^  9^46'  stehen 
würde. 

Nun  war  (S.  234,  so)  nachgewiesen,  daß  der  Planet  bei 

der  ersten  Opposition  unter  der  gleichen  Voraussetzung  in 

15  ^1®4'  gestanden  haben  würde.    Hieraus  geht  hervor,  daß 

das  scheinbare  Intervall  von  der 
ersten  bis  zur  zweiten  Opposition, 
wenn  es  theoretisch  auf  den  Ex- 
zenter NE  bezogen  würde,  in  der 
Ekliptik  (von  ^  1«4'  bis  ^9^46') 
68^42'  (statt  68^27')  betragen 
müßte. 

C.  Ebenso  sei  auch  die  Figur  der 
dritten  Opposition  in  derselben  Stel- 
lung, wie  sie  für  die  zweite  Oppo- 
sition (d.h.  nach  Passierung  des 
Apogeums)  angesetzt  war, vorgelegt. 

1.  Es  wurde  nachgewiesen  (s.  S. 
232, 16  b  TA),  daß 

6N==    57^3', 

mithin  /.EZN=    57° 43'  wie  4E  =  360^ 

folglich  auch  /.AZH=   57 H3'  (als  Scheitelwinkel), 

=  1150  26'  wie5E  =  360°, 


30 


35 


mithin 


^^1   ,6ZH 


=  115°26'[ 
=    64^34'! 


wie  ©AHZ  =  360«, 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Saturn. 


237 


also 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


sAH  =  101^27' 
,sZH=    64P   6' 

AZ=      3P34' 
AH=     -SP   1' 


wie  ÄAZ  =  120P. 

wie  exhm  A  r=  60^, 
und  ZH  =  lP54'. 


Hei  405 


Ar«-AH«=rH2, 

PH  =  59^56'  in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 

ZH  =  H0 

E0  =  2AH 

r0  =  rH  + HO  =  61^50' 
E0(=2AH)       =    6P   2' 

r0HE0*  =  rE*) 
Ä  TE  =    62P  8'     in  demselben  Maße. 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 


(Eukl.  VI.  2.  4) 

(wie  Ar= 


6OP). 


Setzt  man  h  FE  =  120"^^ 

so  wird  sE0=    ll'^SQ'  in  diesem  Maße, 

also  6E0=    11«   9'  wie©E0r=36O^ 

folglich  /,Er0=    11°   9'  wie  5J2  =  360^ 

2.  Setzt  man  (wie  oben  in  dem  Maße  von  Ar=ZZ  nach- 
gewiesen) 

E0  =  6^2'     wie  ea:/iw  Z E  =  60^, 

'       Z0(=2ZH)        =    ^y\  in  diesem  U.&e. 
E0  =  ZE  +  Z0  =  63^48'! 


so 


wird 


10 


15 


20 
Ha  278 


(Nun  ist 

E0HE0'=^ 

E2) 

mithin 

hEE=    64P  5' 

in  demselben  Maße. 

Setzt  man 

7iEE  =  120P, 

Hei  406 

so  wird 

sE0=    11^18' 

in  diesem  Maße, 

26 

also 

&EQ=    10H9' 

wie  ©E0E  =  36O^ 

mithin 

/.E£0=    10U9' 

wie  5E  =  360^ 

Nun  war 

/.Er0=    11<>    9' 

wie  5i^  =  360^ 

folglich 

Z.rE5=      0°20' 

als  Differenz, 

30 

=      0°10' 

wie  4E=360^ 

Da  der  scheinbare  Ort  des  Planeten  bei  der  dritten  Op- 
position (S.  228,  19)  auf  der  Geraden  ET  in  /g  14^14'  lag, 


238  Elftes  Bucli.     Fünftes  Kapitel. 

so  geht  hieraus  hervor,  daß  er,  wenn  er  sich  auf  der  Ge- 
raden EZ  befände,  (0°10'  weiter  vorwärts)  in  /g  14^24' 
liegen  müßte.  Es  betrug  somit  wieder,  theoretisch  auf  den 
Exzenter  N  E  bezogen,  das  scheinbare  Intervall  von  der  zwei- 
5  ten  bis  zur  dritten  Opposition  (d.  i.  von  ^  9^46'  bis  ^  14^24') 
34038'  (statt  34034'). 

m.  Wiederaufnahme  des  Beweisverfahrens. 
Unter  Einsetzung    der    (S.  231  f.    und)    vorstehend  für 
diese  Intervalle  gewonnenen  Werte  fanden  wir  bei  (noch- 
10  maliger)  Durchführung  desselben  Beweisverfahrens  (1) 

1 .  die  Verbindungslinie  zwischen  den  Zentren  der  Eklip- 
tik und  des  Exzenters,  welcher  die  gleichförmige  Bewegung 
des  Epizykels  bewirkt,  d.  i.  die  EZ  gleiche  Strecke*^ 
(AK)  =  6^50'  wie  ca:-c?m  =  120^  (statt  7^8'  S.  231,34); 

15       2.  die  Bogen  desselben  Exzenters 

a)  von  dem  Ort  der  ersten  Opposition  bis  zum  Apo- 

geum 

(6AA)  =  57'»5'  (statt  56"  52'  S.  232,29); 

b)  von  dem  Apogeum  bis  zu  dem  Ort  der  zweiten  Op- 

90  Position 

(5BA)  =  18''38'  (statt  19°51'  S.  232,24); 

c)  von  dem  Apogeum  bis  zu  dem  Ort  der  dritten  Op- 
position 

(&  TA)  =  56^30'  (statt  57H3'  S.  232,16). 

25  IV.  Probe  der  Endergebnisse. 

Hei  407)     Auf  diesem  Wege  sind  die  vorstehenden  zahlenmäßigen 
Beträge  wieder  genau  ermittelt.^^    Denn  erstens    ergeben 

a)  EZ  bezieht  sich  auf  die  bisherige  Figur  S.  236,  die  fol- 
genden in  Parenthese  beigefügten  Buchstaben  auf  die  Figur 
S   231. 

b)  Daher  fehlen  auch  bei  dem  Saturn  die  Abschnitte  B  und 
C  des  Absatzes  III  S.  189  f.  Die  Unterschiede  in  den  Entfer- 
nungen der  drei  Oppositionen  vom  Apogeum  gegen  die  vorher 
ermittelten  betragen  nur  je  1°13'. 


Exze^trizität  und  Apogeum  des  Saturn. 


239 


{ sich  vermittelst  dieser  Beträge  die  Differenzen  der  Ekliptik- 
j  bogen  ohne  wesentlichen  Fehler  als  dieselben  wie  die  vor- 
1  her  (S  236,21;  238,6)  gewonnenen,  zweitens  lassen   sich 
'  ans  ihnen  die  scheinbaren  Intervalle   des  Planeten  be- 
rechnen  und   werden   in  Überein-         a 
Stimmung    gefunden    mit   den    (S. 
228, 24.  25)  durch  die  Beobachtung 
festgestellten.     Dies  wird  uns  auf 
,  dem  ähnlichen  Wege  klar  werden. 

A.  Vorgelegt  sei  die  Figur  der    " 
ersten  Opposition  mit  der  Beschrän- 
kung auf  den  Exzenter,  welcher  den 
Mittelpunkt  des  Epizykels  trägt. 

J.  Als  Zentriwinkel  des  Exzen- 
ters (des  gleichförmigen  Laufs)  ist 

^AZA=   57°   5'     wie  4i^  =  360^ 
=  114^0'     wie  5E  =  360^ 
folglich  auch  /.  AZH  =  114«10'     als  Scheitelwinkel, 


mithin!  ^  ^^  =  ^^^'^^' 1  wie  ©AHZ  =  3600, 

mitnm|  ^^^H^   65050')  ^ 

,      (  SAH  =  100^44']  _.     , 
al<5o  {  ^       {  wie  n 

^^^1  ,sZH=    65^13'/ 


s  AH  =  100^44 
ZH=    65^13 

Setzt  man   vUAZ=     3^25 
so  wird  AH=      2^52 

Nun  ist      AA2-AH«  =  AH2, 
mithin         AH  =  59^56'     in  demselben  Maße, 


AZ  =  120P. 


wie  exJim  A  A  =  60^, 
und  ZH  =  lP51'. 


10 


15 


20 


Hei  408 


25 


2.  Es  ist  ferner  (weil  Z  A  =  A  E) 

ZH  =  H0 

E0  =  2AH 

A0  =  AH  +  H0  =  6lP57' 

E0(=2AH) 

A02  +  E02  =  AE^ 

h  t\E=    62^   3'     in  demselben  Maße 


mithin  • 

(Nun  ist 
mithin 


(Eukl.  VI.  2.  4) 

„     , ,    (wie  AA 
=    5P44'      ^ 


60^). 


30 


Ha  280 


240  Elftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 

Setzt  man  7jAE  =  120P, 

so  wird  sE0=    11^  5'  in  diesem  Maße, 

also  6E0=    10<>36'  wie©E0A  =  36O^ 

mithin  LEAZ=    10^36'  wie  ;2i2  =  360°. 

Nun  war  /_  AZA  =  114'^10'    wie  5E  =  360^ 
folglich    /.AEA  =  103*^34'     als  Diiferenz, 

=    51°47'     wie  4i?  =  360". 

So  viel  Grade  stand  demnach  der  Planet  bei  der  ersten 
Opposition  vor  dem  Apogeum. 

10  ^^^-^  B.  Es  sei  ferner  entsprechender- 

weise die  Figur  der  zweiten  Oppo- 
sition vorgelegt. 

1.  Es  wurde  nachgewiesen  (s.  S. 
238,21  6BA),  daß 

15    /  \\l/\  /.BZA  =  18<>38'     wie  4i?  =  360«, 

=  37^6'     wie  2B  =  3eO''; 
folglich  auch 

Hei 409  E  ^AZH  =  37n6'  als  Scheitelwinkel, 

mithin!    ^^^^    ^^°^®'|wie  ©AHZ  =  360», 
20  mitmuß    ^5ZH  =  142°44'J 

alsof    '^^^   '^y.]wiehAZ  =  120^. 


\    ,sZH  =  113^43' 

Setzt  man         AZ=      3^25'     wie  eo-T^w  A B  =  60^, 
so  wird         AH=      1^  5'     und  ZH  =  3P14'. 

Ha28i  Nun  ist        AB«-AH2  =  BH^ 

26  mithin  BH  =  59^69'  in  demselben  Maße. 

2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 
ZH  =  H0 


30 


(Eukl.  VI.  2.  4) 
E0  =  2AHJ 

mithin!        B0  =  BH4-H0  =  63P13'}       .^  ab  =  60P). 
mithmj       E0(=2AH)        =    2^10')  ^ 


Exzentrizität  und  Apogeum  des  Saturn. 


241 


(Nun  ist        B0='  +  E0'  =  BE2) 
mithin       hBE=   63^15'     in  demselben  Maße. 


Setzt  man 

hBE  = 

120P, 

so  wird 

sE0  = 

4P  r 

in  diesem  Maße, 

also 

6E0  = 

3<>56' 

wie  eE0B  =  36O», 

mithin 

/.EB0  = 

3»  56' 

wie  2B  =  360^ 

Nun  war 

/.BZA  = 

37°16' 

wie  ^i^  =  360^ 

folglich 

L  BEA  = 

33«  20' 

als  Differenz, 

= 

16U0' 

wie  4i^=360o. 

Hoi  410 
5 


Bei  der  zweiten  Opposition  lag  demnach  der  scheinbare  10 
Ort  des  Planeten  16^40'  hinter  dem  Apogeum.  Nun  war 
(S.  240, 7)  nachgewiesen,  daß  bei  der  ersten  Opposition 
der  Planet  51^47'  vor  demselben  Apogeum  gestanden  hatte. 
Folglich  beläuft  sich  in  Übereinstimmung  mit  den  (S.  228,24) 
aus  den  Beobachtungen  gewonnenen  Graden  das  scheinbare  15 
Intervall  von  der  ersten  Opposition  bis  zur  zweiten  in  Summa 
auf  68^27'. 

C.  Es  sei  nun  auch  die  Figur 
der   dritten   Opposition   vorgelegt. 

1.  Es  war  nachgewiesen  (s.  S. 
238, 24  h  TA),  daß 

/,  rZA=   56*' 30' 

wie  4jB  =  360«, 
=  1130 
wie  ^J2  =  360^ 
folglich  auch  /,AZH  =  1130 

als  Scheitelwinkel, 
6AH  =  113» 
,bZH=    eT'^ 


20 


mithin 


wie  eAHZ  =  360«, 


also 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


sAH  =  100P  4' 

,sZH=    66^14' 

AZ=      3P25' 

AH=      2^51' 


25 

Ha  28i 
Hei  411 


wie  7iAZ  =  120P. 


wie  exhm  A  r=  60^, 
und  ZH  =  lP53'. 
AP-AH'=^H^ 
rH=    59^56'     in  demselben  Maße. 


30 


Ptolemäus,  übera.  v.  ManitiuB.  II. 


16 


242 


Elftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 


10 


Hei  412 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  = 

=  AE) 

ZH=H0    1 

E0  =  2Ah}   (Eukl.VL2.4) 

mithin  | 

r0  =  rH-f  H0 

E0(=2AH) 

:-:-;j(wieAr=eo,, 

(Nun  ist 

r0HEö'  =  rE') 

mithin 

hrE=    62P   5' 

in  demselben  Maße. 

Setzt  man 

ÄrE=120P, 

so  wird 

sE0=    11^10' 

in  diesem  Maße, 

also 

6E0=    100  32' 

wie  eE0r  =  36OO, 

mithin 

/.Er0=    10°32' 

wie  2B  =  Z&0\ 

Nun  war 

i  rZA  =  113" 

wie  ^12  =  3600, 

folglich 

/.rEA  =  102^28' 

als  Differenz, 

=  5m4' 

wie  4i^  =  360^ 

15  So  viel  Grade  lag  demnach  bei  der  dritten  Opposition  der 
scheinbare  Ort  des  Planeten  hinter  dem  Apogeum.  Nun 
war  nachgewiesen,  daß  er  auch  bei  der  zweiten  Opposition 
dasselbe  Apogeum  16^40'  hinter  sich  hatte.  Folglich  be- 
läuft sich,  wieder  in  Übereinstimmung  mit  den  (S.  228,  25) 

20  aus  den  Beobachtungen  gewonnenen  Geraden,  das  scheinbare 
Intervall  von  der  zweiten  bis  zur  dritten  Opposition  als  Dif- 
ferenz (von  5m4'-16H0')  auf  34034'. 

V.  Lage  des  Apogeums. 

Ha  283       Der  Planet  hatte  bei  der  dritten  Opposition  in  ^14^14' 
26  das  Apogeum,  wie  feben)  nachgewiesen  wurde,  51^14'  hin- 
ter sich.    Folglich  ist  ohne  weiteres  klar,   daß  damals  das 
Apogeum  der  Exzentrizität  (51^14'  rückwärts)  in   11)  23^ 
lag  und  das  Perigeum  diametral  gegenüber  in  \j  23°. 


VI.  Nachweis  der  mittleren  Länge  und  der  Anomalie. 

30       Wenn  wir  um  den  Mittelpunkt  T  den  Epizykel   HK  be- 
schreiben, werden  wir  ohne  weiteres  erhalten 


Elftes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 


243 


1.  von  dem  Apogeum  des  Exzenters  ab  den  mittleren  Ort 
des  Epizykels  in  Länge  mit  den  (S.  238,  23)  nachgewiesenen 


56^30'; 


2.  den  Epizykelbogen  0K  (von 
dem  Perigeum  K  bis  zu  dem  Pla- 
neten in  0)  mit  5'' 16'  (wie  eps 
=  360«),  weil  (S.  242, ll)  nach- 
gewiesen worden  ist,  daß  L  EfZ 
=  10^32'  wie  ^22  =  360^  Es 
bleibt  somit  für  den  Bogen  H  0 
von  dem  Apogeum  des  Epizykels 
bis  zu  dem  Planeten  (180^  — 
5^16'  =)  174^44'  übrig. 

Zur  Zeit  der  dritten  Opposi- 
tion, d.  i.  im  20*®^  Jahre  Hadrians  am  24.  ägyptischen  Me- 
sore  mittags  (8.  Juli  136  n.  Chr.  12^  mittags),  stand  dem- 
nach der  Planet  Saturn,  theoretisch  auf  die  mittleren  Örter 
bezogen,  in  Länge  von  dem  Apogeum  (iT\  23^)  des  Ex- 
zenters 56^30'  entfernt,  d.h.  sein  mittlerer  Ort*)  war  (^  14^14' 
-f  /.  Erz  =)  ^  19° 30',  während  er  in  Anomalie  von  dem 
Apogeum  des  Epizykels  174^44'  entfernt  war.  Dies  zu  fin- 
den war  als  Aufgabe  gestellt. 


15 


20 


Sechstes  Kapitel. 

Nachweis  der  zahlenmäßigen  Größe  des  Epizykels 

des  Saturn. 

Weiter  wählten  wir  wieder,  um  die  zahlenmäßige  Größej^ei  ^ä 
des  Epizykels  nachzuweisen,  eine  Beobachtung,  welche  wir 
im  2*®^  Jahre  Antonius  am  6/7.  ägyptischen  Mechir  4  Aqui-  25 
noktialstunden  vor  Mitternacht  (22.  Dezember  138  n.  Chr. 
8^  abends)  angestellt  hatten.  Am  Astrolab  kulminierte  T  30^, 
während  die  mittlere  Sonne  in  f  28*^41'  stand.^)  Damals 
hatte  der  Planet  Saturn,  mit  Bezug  auf  den  glänzenden  Stern 


a)  D.  i.  der  auf  der  Leitlinie  Z  f  liegende  Ort. 

b)  Für  885*155^8^  ergibt  die  Nachprüfung  /  28Ul'14". 


16^ 


244  Elftes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 

(Aldebaran)  der  Hyaden  anvisiert,  als  scheinbaren  Ort  :^  9^4' 
inne  und  blieb  hinter  dem  Zentrum  des  Mondes  ungefähr 
einen  halben  Grad  (östlich)  zurück;  denn  so  weit  stand  er 
von  dem  nördlichen  Hörn  des  Mondes*^  entfernt.  Nun  war 
5  für  jene  Stunde^^  (nach  den  Mondtafeln  berechnet) 

der  mittlere  Ort  des  Mondes  :rc  8^55' 

die  Entfernung  von  dem  Apogeum  des  Epizykels 

in  Anomalie  ,  174^15' 

daher  der  genaue  Ort^^  =^    9^40' 

Hei  415  der  scheinbare  Ort  für  Alexandria^^  ^c   8°  34'. 

11  So  mußte  also  der  Planet  Saturn,  da  er  ungefähr  einen 
halben  Grad  hinter  dem  Zentrum  des  Mondes  (östlich)  zu- 
rückblieb ,  in  cc  9^  4'  stehen ,  war  demnach  von  demselben 
Apogeum  des  Exzenters  (d.  i.  von    1T\  23°),  weil  dieses  auf 

15  eine  so  kurze  Zeit  keinen  nennenswerten  Fortschritt  in  Be- 
wegung zeigt,  76^4'  entfernt. 

Da   ferner  die  von  der  dritten  Opposition  bis  zu  dieser 

Beobachtung  (vom  24.  Mesore  mittags  883  Nab.  bis  zum 

Ha  285  6.Mechir  8^  abends  886  Nab.)  verflossene  Zeit  2  ägyptische 

20  Jahre,  (7 +  5  +  1 50 +  5=)  167  Tage  und  8  Stunden  be- 
trägt, und  da  sich  der  Saturn  in  dieser  Zeit  rund*^^  30^3' 
in  Länge  und  134^24'  in  Anomalie  bewegt,  so  werden  wir, 
wenn  wir  diese  Grade  zu  den  für  die  dritte  Opposition  (S.  243, 
19. 2l)  festgestellten  Örtern  addieren,  zur  Zeit  der  vorliegen- 

25  den  Beobachtung  in  Länge  von  dem  Apogeum  des  Exzen- 
ters (56^30'  +  30^3'=)  86<^33'  erhalten,  in  Anomalie 
von  dem  Apogeum  des  Epizykels  (174^44' +  134^24' ==) 
309*8'. 


a)  Der  Mond  stand  in  Sichelform  etwa  5*^  vor  dem  ersten 
Oktanten  und  hatte  1^36'  südliche  Breite.     S.  Anm.  22. i. 

b)  Die  Nachprüfung  ergibt  t^v*  8"57'43"  und  174n9'53"  in 
Anomalie.  Da  der  Mond  40''  mittlere  Elongation  hatte,  so  machte 
sich  die  zweite  Anomalie  geltend.     Hierzu  s.  Anm.  8. 

c)  Da  der  Mond  westlich  des  Meridians  stand,  so  wirkte  die 
Längenparallaxe  gegen  die  Richtung  der  Zeichen. 

d)  Die  Nachprüfung  ergibt  30<^2'59"  in  Länge  und  134» 23' 33" 
in  Anomalie. 


Epizykel  des  Saturn. 


245 


Es  sei  wieder  die  Fi- 


Diese  Zahlen  sollen  gegeben  sein. 
gur(S.  22l)fürden 
ähnlichen  Beweis 
vorgelegt.  Nur  muß 
sie  (hier)  den  zu- 
grunde gelegten  Ör- 
tern  entsprechend 
die  Lage  des  Epi- 
zykels  nach  Passie- 
rung des  Apo- 
geums  des  Exzen- 
ters und  den  Pla- 
neten in  derStellung 
vor  Passierung  des 
Apogeums  des  Epizykels  zeigen. 

1.  Als  gegeben  ist  zugrunde  gelegt 

/_AZB=    86*» 33'     wie  4J2  =  360°, 
=  1730    6'     ^ie  2B  =  SeO\ 
folglich  auch  /.AZM-1730   6'     (als  Scheitelwinkel), 

f    6  AM  =  173«   6')      .^        ^^2  =  3600, 
,6ZM=      6«54'|  ^ 

sAM  =  119P47' 


mithin 


also  ] 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist 
mithin 


ZM 


7^13 


:| 


vhl  AZ=      3^25' 
AM=      3^25' 


wie  /iAZ  =  120P. 

wie  exhmAB  =  60^, 
und  ZM  =  0Pl2'. 


AB2-AM-  =  BM*, 
BM  =  59^54'     in  demselben  Maße. 


2.  Es  ist  ferner  (weil  ZA  =  AE) 

EA  =  2AmI    (E^^kl- 

BA  =  BM-|-MA  =  60i^   6' 

EA(=2AM)         =    6^50'. 

BAHEA2  =  EB*) 
hEB=    60^29'     in  demselben  Maße 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 


VI.  2.  4) 

(wie  AB 


10 


16 


30 


GQP). 


*^ 


246 


Elftes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 


jetzt  man 

/^EB  =  120P, 

so  wird 

sEA=    13P33' 

in  diesem  Maße, 

also 

feEA=    12»58' 

wie  ©EAB  =  360^ 

mithin 

/_EBZ=    12»58' 

wie  2B  =  SQ0\ 

Nun  war 

/.AZB=173°   6' 

wie  ^E  =  360», 

folglich 

/  AEB  =  160«   8' 

als  Differenz. 

3.  Nach  Annahme  (S.  244, 16)  war  gegeben  als  der  Win- 
kel, welcher  die  scheinbare  Entfernung  des  Planeten  vom 
Apogeum  mißt, 

10  /,AEK=    76''   4'     wie  4B  =  U0\ 

=  152''    8'     wie  512  =  360». 

(Nun  war  /,AEB  =  160«  8'  wie  2R  =  SQ0'^) 

folglich  /1KEB=     8°  als  Differenz, 

mithin  6  B  N  =     8*^  wie  ©  B  N  E  =  360«, 

also  sBN=      8^22'  wieÄEB  =  120P. 


Hei  418 
16 


Setzt  man  EB=    60^29'     wie  «a;Äm  =  60^,     (S.  245,34) 

so  wird  BN=     4^' 13'     in  diesem  Maße. 


4.  Da  die  Entfernung   des  Planeten  von  dem  Apogeum 
des  Epizykels  (S.  244,28)  309^8'  betrug,  so  ist  als  Supple- 
20  mentbogen 

5HK=    50^52', 
Ha  287  mithin   /_HBK=    50<>52'     wie  ^E  =  360«, 

=  101«  44'     wie  5JR  =  360«. 


25 


30 


Nun  war 

Z.EBZ  = 

12«58' 

wie  2B  =  S60\ 

mithin  auch 

/  HB0  = 

12«  58' 

(als  Scheitelwinkel), 

folglich    /.0BK  = 

88«  46' 

als  Differenz. 

Nun  war 

/  KEB  = 

8« 

wie  ^i2  =  360«, 

folglich   /,  BKN  = 

80«  46' 

als  Differenz, 

mithin 

6BN  = 

80  «46' 

wie  eBNK  =  360«, 

also 

sBN  = 

79P45' 

wie  /iBK=120P. 

Setzt  man 

BN  = 

4^13' 

wie  exhm  =  60^, 

so  wird 

BK  = 

6^30' 

als  ephm. 

Elftes  Buch.     Siebentes  Kapitel.  247 

Somit  sind  wir  zu  dem  Ergebnis  gelangt,  daß  erstens 
(S.  242,  27)  zur  Zeit  des  Eegierungsantrittes  Antonius  das 
Apogeum  des  Saturn  in  1T\  23*^  lag,  daß  zweitens  (S.  238,14)  Hei  4i9 
die  Verbindungslinie  zwischen  den  Zentren  der  Ekliptik  und 
des  Exzenters,  welcher  die  gleichförmige  Bewegung  bewirkt,  5 
6^50'  in  dem  Maße  beträgt,  in  welchem  der  Halbmesser 
des  den  Epizykel  tragenden  Exzenters  gleich  60^  ist,  daß 
endlich  in  demselben  Maße  der  Halbmesser  des  Epizykels 
6^30'  beträgt,  was  zu  finden  als  Aufgabe  gestellt  war. 

Siebentes  Kapitel. 
Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  des  Saturn. 

Da  noch  die  Korrektion  der  periodischen  Bewegungen  10 
nachzuweisen  bleibt,  so  wählten  wir  auch  für  diesen  Zweck 
wieder  eine  von  den  mit  zweifelloser  Sicherheit  aufgezeich-  Ha  288 
neten  alten  Beobachtungen,  nach  welcher  mit  Bestimmtheit 
angegeben  wird,  daß  im  82*®^  Jahre  der  Zeitrechnung  der 
Chaldäer  am  5.  Xanthikos  abends  der  Planet  Saturn  zwei  16 
Zoll  unterhalb  der  südlichen  Schulter  (y)  der  Jungfrau  ge- 
standen habe. 

Der  Zeitpunkt  fällt  in  das  519*®  Jahr  seit  Nabonassar  auf 
den  14.  ägyptischen   Tybi  abends   (1.  März  229  v.  Chr.  6^ 
abends).   Für  diese  Stunde^^  fanden  wir  die  mittlere  Sonne  20 
in  )(6^10'.    Nun   stand   der  Fixstern  (y)  an  der  südlichen 
Schulter  der  Jungfrau^^  zur  Zeit  uns  er  er  Beobachtung*'^  (885  Hei  420 
Nah.)  in  11])  13*^10',  zur  Zeit  der  vorgelegten  Beobachtung, 
weil  auf  die  Zwischenzeit  von  366  Jahren  ohne  wesentlichen 
Fehler  3^40'  Bewegung  der  Fixsterne   entfallen,   natürlich  26 
in  iTp  9^30',  wo  auch  der  Planet  Saturn  stehen  mußte,  weil 

a)  Für  518*133*6^  ergibt  die  Nachprüfung  X  6<'8'50",  ge- 
nauer für  7^*  X  6°  11' 17".    Vgl.  jedoch  S.  251, 10 

b)  Im  Sternkatalog  wird  dieser  Stern  (Nr.  7)  bezeichnet  als 
„von  den  vier  Sternen  im  linken  Flügel  der  dem  vorangehen- 
den (tj)  nachfolgende". 

c)  Gemeint  ist  das  Jahr  137  n.  Chr.  des  Regierungsantrittes 
Antonius,  wie  aus  der  Zwischenzeit  von  366  Jahren  (519  bis 
885  Nah.)  hervorgeht.     Vgl.  S.  15,5;  167,30;  199, 15.20. 


1 


248 


Elftes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 


er  ja  zwei  Zoll  südlicher  als  der  Fixstern  stand.  Aus  dem- 
selben Grunde  mußte  sein  Apogeum,  da  es  zu  unserer  Zeit 
(S.  242, 27)  in  1T\  23^  nachgewiesen  wurde,  zur  Zeit  der  vor- 
gelegten Beobachtung  in  1T\  19^20'  liegen.  Hieraus  ergibt 
sich,  daß  zu  dem  vorliegenden  Zeitpunkt  der  scheinbare  Pla- 
net von  dem  damaligen  Apogeum  (von  1T\  1 9^  20'  bis  11])  9^30') 
in  der  Ekliptik  290^10'  entfernt  stand,  während  die  mittlere 
Sonne  von  demselben  Apogeum  (von  n\  19*^20'  bis  )(6*10') 

106^50' entfernt  war. 
DieseZahlen  sollen 
gegeben  sein.  Vorge- 
legt sei  wieder  die 
(S.  224, 18)  bei  dem 
ähnlichen  Nachweis 
angewendete  Figur. 
Sie  zeigt  hier  den  Epi- 
zykel  (gleichfalls)  in 
der  Lage  vor  Passie- 
rung des  Apogeums, 
aber  den  Ort  der  Son- 
ne vor  Passierung  des 
Perigeums.  Parallel  zu  letzterem  (d.h.  zu  EA)  ziehe  man 
Ha  289  die  Gerade  (B0)  von  dem  Mittelpunkte  des  Epizykels  zum 
Planeten. 
25  1.  Da  der  scheinbare  Ort  des  Saturn  die  (zu  290^10') 
an  einem  Kreise  fehlenden  69^50'  vor  dem  Apogeum  stand, 
so  ist  als  Zentriwinkel  der  Ekliptik 

Hei42i  /.AE0-    eg^öO'    wie  4B  =  3G0\ 

=  139*40'     wie  <2i?  =  360*'. 

30        Ferner  ist    /.  AEA  =  lOeHO'     wie  4JÜ  =  360«  als  Abstand 

der  Sonne, 
=  213»  40'     wie  2It  =  S60^, 
mithin    ^  AEG  =  353*20'     als  Summe. 

Nun  ist  /.  AE0  =  /.  B0E,     weil  B0||EA,     (Eukl.  I.  29) 
folglicb  auch    /,  B0 E  =  353^  20'     wie  2R  =  360», 
35  sowie  /.B0N=      6 HO'     als  Nebenwinkel, 


10 


15 


20 


Korrektion  der  Bewegungen  des  Saturn. 


249 


mithin       6  B  N  = 
also       s  B  N  = 

Setzt  m2inephmBQ  = 
so  wird  B  N  = 


6» 40'  wie  ©BN0  =  36O^ 

6^58'  wie  7iB0  =  12OP. 

6^30', 

0^'23'  in  demselben  Maße, 


2.  Es  ist  ferner  (wie  oben) 

^  AEG^lSgUO'  wie  5E  =  360<>, 

folglich   /,MAE=    40*20'  als  Komplementwinkel, 

mithin      &  AM  =  139^0'  wie  ©AME  =  360o, 

also      sAM  =  112P39'  wie  7?  AE  =  120^. 


Setzt  man    vfeZAE 
so  wird        A  M 


3^25'     wie  exhm  AB  =  60^, 
3^^  12'     in  demselben  Maße. 


Setzt  man 

so  wird 

mithin 

also 


Nun  ist         A  M  =  £  N ,     (Eukl.  I.  34) 
mithin  BE  =  BN +  EN  =  3^35'     wie  hAB  =  60^. 

/?AB  =  120P, 

sBE=      7^10'  in  diesem  Maße, 

6B==      6»52'  wie  ©BEA  =  360«, 

/,BAE=      60  52'  wie  ^i?  =  360^ 

/.BAM  ==  173"   8'  als  Komplementwinkel. 

(Nun  war  /,MAE=    40" 20'     wie  -8^  =  3600, 
folglich    /,BAE  =  213 "28'     als  Summe, 
endlich  /.  B  A  A  =  146"  32'     als  Nebenwinkel, 
5ZK  =  146"32' 
,6AK=    33"  28' 
sZK=  114^55' 
,sAK=    3 

Setzt  man    vblAZ=     3^' 25'     wie  exhm  A B  =  60^, 
so  wird  ZK=      3^17'     und  AK  =  0^59', 

KB  =  AB-AK  =  59Pl'     wie  ZK  =  3P17' 


mithin 
also 


wie 


,|  wi 


ZKA  =  360", 
wie  /iAZ  =  120P. 


mithin 

(Nun  ist 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 


KB'  +  ZK2  =  ZB*) 
hZB=    59P   6'     in  demselben  Maße. 

/iZB  =  120P, 
sZK=      6^40'     in  diesem  Maße, 


10 


20 


30 


250  Elftes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

also        6ZK=      6022'     wie  ©  ZKB  =  360", 
mithin  LZBK=      6'>22'     wie^i2  =  360". 

Nun  war  /_BAA  =  146^32'     wie  2B  =  B60\ 
folglich    LAZB  =  152<'54'     als  Summe, 
ß  =    76<>27'     wie  4^  =  3600. 

Hiermit  ist  der  Winkel  gefunden,  welcher  den  (an  einem 

Umlauf  fehlenden)  gleichförmigen  Lauf  in  Länge  mißt. 

Es  stand  demnach  der  Saturn  zur  Zeit  der  vorgelegten 

Ha  291  Beobachtung  in  mittlerem  Lauf  in  Länge  (360°—  76^27'  =) 

10  283033'  von  dem  Apogeum  (iTl  19*^20')  entfernt,  d.h.  sein 

(mittlerer)  Ort  war  11p  2^53'.    Da   aber   auch   der  mittlere 

Ort  der  Sonne  mit  106^50'  gegeben  ist,  so  werden  wir,  wenn 

wir  die  360''  eines  Kreises  dazu  addieren  und  von  der  er- 

Hei 424  haltenen  Summe  466^50'  die  283^33'  der  Länge  abziehen, 

15  auch   die  Anomalie  (d.i.  den  /.HB0)  von   dem  Apogeum 

des  Epizykels  ab  mit  183^17'  erhalten.*) 

Es  ist  also  nachgewiesen,  daß  der  Planet  zur  Zeit  der 
vorgelegten  Beobachtung,  welche  in  das  519*®  Jahr  seit  Na- 
bonassar  auf  den  14.  Tybi  abends  (6^)  fällt,  von  dem  Apo- 
20  geum  des  Epizykels  183^17'  entfernt  war;  es  ist  ferner 
(S.  243, 21)  nachgewiesen,  daß  diese  Entfernung  zur  Zeit  der 
dritten  Opposition,  welche  in  das  883*®  Jahr  seit  Nabonas- 
sar  auf  den  24.Mesore  mittags  fällt,  174" 44'  betrug.  Hier- 
aus geht  hervor,  daß  sich  der  Planet  Saturn  in  der  zwischen 
26  den  Beobachtungen  verflossenen  Zeit,  welche  364  ägyptische 
Jahre  und  (16**  +  180^  +  23'^  +  18^=)  219^4  Tage  um- 
faßt, nach  Abzug  von  351  ganzen  Kreisen^^)  351^27'  in  Ano- 
malie^) bewegt  hat.  Das  ist  wieder  rund*^)  der  Überschuß 
an  Graden  (der  Anomalie),  welcher   aus   den   von  uns  be- 

a)  Weil  Länge  -f  Anomalie  des  Planeten  =  mittlerer  Sonne. 
Vgl.  S.  173,  31.  Die  Anomalie  berechnet  sich  also  nach  der  For- 
mel: o;  +  283^33'  =  360«  -f  106^50'  mit  x  -  466«50'  -  U83°33'  = 
183n7'. 

b)  Zum  ganzen  Kreise  fehlen  dem  früheren  Orte  360°  — 
183n7'  =  176<>43';  hierzu  kommen  174^44'. 

c)  Die  Nachprüfung  ergibt  für  364*219*18''  in  Anomalie 
351«26'57". 


Elftes  Buch.     Achtes  Kapitel.  251 

arbeiteten  (Tafeln  der)  mittleren  Bewegungen  gewonnen  wird, 
weil  die  Feststellung  des  mittleren  täglichen  Laufs  direkt 
auf  Grund  des  hier  vorliegenden  Materials  dadurch  erzielt 
worden  ist,  daß  in  die  aus  der  Zahl  der  Kreise  und  dem 
Überschuß  gewonnenen  Grade  dividiert  wurde  mit  der  An-  Hei  425 
zahl  der  aus  der  Zeit  gewonnenen  Tage.  6. 


Achtes  Kapitel. 
Epoche  der  periodischen  Bewegungen  des  Saturn. 

Die  seit  dem  Mittag  des  1.  ägyptischen  Thoth  des  ersten  iia  292 
Jahres  Nabonassars  bis  zu  der  vorgelegten  alten  Beobach- 
tung (14.  Tybi  6^  abends  519  Nah»)  verflossene  Zeit  beträgt 
518  ägyptische  Jahre  und  (120^  +  IS^^^  6^=)  133V4Tage.  10 
Diese   Zeit  umfaßt   an   Überschuß    216^9'   in   Länge   und 
149^15'  in  Anomalie.^^   Daher  werden  wir,  wenn  wir  diese 
Grade  von  den  nach  der  Beobachtung   (S.  250, 10. 16)  fest- 
gestellten Örtern  (283^33'  in  Länge  und  183^17'  in  Ano- 
malie)  abziehen,   wieder  für  dieselbe  Zeit  der  Epoche  als  15 
mittleren  Ort  für  den  Saturn  erhalten 

1.  in  Länge  (216^9'  rückwärts  von  n])2®53')       /^  26^44'^ 

2.  von  dem  Apogeum  des  Epizykels  in  Anomalie        34^    2' 

3.  für  das  Apogeum  der  Exzentrizität  111  14°  10'. 

An   dieser  Stelle  wird  letzteres  aus  demselben  Grunde ^^  20 
(5^10'  rückwärts  von  ^\\  19^'20'j  gelegen  sein.   Dies  zu  fin- 
den war  als  Aufgabe  gestellt. 


a)  Die   Nachprüfung   ergibt   für  518*133^6^  in  Länge  216" 
8' 25",  in  AnomaHe  149«  15' 24". 

b)  Aus  dem  bei  dem  Mars  S.  204, 1  angegebenen  Grunde. 


252 


Elftes  Buch.     Neuntes  Kapitel. 


10 


15 


25 


30 


Neuntes  Kapitel. 

Gewinnung  der  genauen  Örter  aus  den  periodischen 

Bewegungen  auf  dem  Wege  geometrischer  Konstruktion. 

Daß  umgekehrt  auch  die  scheinbaren  Örter  der  Pla- 
neten sich  auf  dem  Wege  geometrischer  Konstruktion  be- 
quem gewinnen  lassen,  wenn  die  periodischen  Bogen  des  die 
gleichförmige  Bewegung  bewirkenden  Exzenters  und  des 
Epizykeis^'  gegeben  sind,  wird  uns  auf  Grund  derselben  Vor- 
aussetzungen klar  werden. 

Wenn  wir  an  der  einfachen 
Figur  von  Exzenter  und  Epi- 
zykel  die  Verbindungslinien 
ZB0  und  EBH   ziehen,   so 
wird,    wenn    der    mittlere 
Ort  in  Länge,  d.  i.  /.AZB 
en    ist,    nach    beiden 
Hypothesen    auf  Grund  der 
früher    (I  173f.  und   175f.) 
geführten    Beweise     erstens 
/.AEB  und  /.EBZ  sich  be- 
stimmen lassen, 
und  somit  auch 
/LHB0,  zweitens 
das     Verhältnis 
der  Geraden  E  B 
zu    dem    Halb- 
messer (BH)  des 
Epizykels.^) 

Weiter      sei 
auch  der  Planet 
beispielshalber 
in  Punkt  K  des 
Epizykels  ange- 


a)  D.  h.  die  Zahlen  der  mittleren  Länge  und  der  mittleren 
Anomalie.  b)  S.  folgende  Seite. 


Elftes  Buch.     Zehntes  Kapitel.  253 

nommen.  Man  ziehe  die  Verbindungslinien  EK  und  BK; 
der  Bogen  0  K  (d.  i.  der  mittlere  Ort  in  Anomalie)  soll  ge- 
geben sein.  Nun  werden  wir  nicht  mehr,  wie  (Fig.  S.  245) 
bei  dem  umgekehrten  Beweisgange,  von  dem  Mittelpunkt  B 
des  Epizykels  auf  die  Gerade  EK  ein  Lot  fällen,  sondern  5 
von  dem  Planeten  in  K  auf  die  Gerade  EB,  wie  hier  das 
Lot  KA.  Alsdann  wird  der  ganze  Z.HBK  (als  Summe  von 
/,0BK4-Z.HB0)  gegeben  sein,  deshalb  auch  das  Verhält- 
nis von  (den  Katheten)  KA  und  AB  zu  (der  Hypotenuse) 
B  K  (nach  Eukl.  Data  40)  und  natürlich  (nach  Eukl.  Data  8)  10 
auch  zu  EB;  demzufolge  auch  das  Verhältnis  der  ganzen 
Strecke  EA(=EB  +  BA)  zu  AK  (nach  Eukl.  Data  6.8). 
Folglich  erhalten  wir,  nachdem  (nach  Eukl.  Data  41)  auch 
Z.  AEK  gegeben  ist,  auch  den  ganzen  /.AEK  (=/-AEB4- 
/.  AEK),  welcher  die  scheinbare  Entfernung  des  Planeten  15 
von  dem  (derzeitigen)  Apogeum  mißt. 

Zehntes  Kapitel. 

Praktische  Anleitung  zur  Aufstellung  von  Tabellen 

der  Anomalien. 

Um  nicht  jedesmal   auf  dem  Wege   geometrischer  Kon- 
struktion   die   scheinbaren  Örter  berechnen   zu  müssen  — 
dieses  Verfahren  ist  zwar  einzig  und  allein  maßgebend  für  Ha  294 
die  absolut  genaue  Lösung  der  gestellten  Aufgabe,  aber  doch  Hei  428 
etwas  zu  kompliziert  zur  raschen  Erledigung  der  Ortsbestim-  21 
mungen  —  so  haben  wir  so  praktisch  wie  möglich  und  zu- 
gleich mit  größter  Annäherung  an  die  absolute  Genauigkeit 
für  jeden  der  fünf  Planeten  eine  Tabelle  bearbeitet,  welche 
ihre  von  Fall  zu  Fall  in  Rechnung  zu  ziehenden  Anomalien  25 
enthält,  damit  wir,  wenn  die  periodischen  Bewegungen  von 
den  betreffenden  Apogeen  aus  gegeben  sind,  vermittelst  dieser 
Anomalien   ohne   weitere   Mühe  jedesmal  auch   die  schein- 
baren Örter  berechnen  können. 


b)  Wie  dieses  Verhältnis  sich  bestimmen  läßt,  wenn  /,  AZB 
gegeben  ist,  wurde  für  jeden  Planeten  gehörigen  Ortes  (z.  B. 
Buch  X.  Kap   2  u.  Kap.  8)  nachgewiesen. 


254  Elftes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 

Jede  Tabelle  ist  wieder  aus  Rücksicht  auf  die  Symme- 
trie der  Anordnung  zu  je  45  Zeilen  angelegt  und  enthält 
8  Spalten. 

Die  ersten  beiden  Spalten  werden,  wie  bei  der  Sonne  und 
5  dem  Monde,  die  Argumentzahlen  des  mittleren  Laufs  ent- 
halten.   Und  zwar  stehen  in  der  ersten  Spalte  von  oben  nach 
unten  die  180  Grade  von  dem  Apogeum  ab,  in  der  zweiten 
von  unten  nach  oben  die  übrigen  180  Grade  des  Halbkrei- 
ses, so  daß  die  Argumentzahl  180"  in  beiden  Spalten  in  der 
10  letzten  Zeile  steht.    Die  Zunahme  der  Grade  geht  in  den 
ersten  15  Zeilen  von  oben  nach  unten  von  6  zu  6  Grad  vor 
sich,  in  den  übrigen  30  darunter  befindlichen  Zeilen  dagegen 
von   3  zu  3  Grad,   weil   die   Unterschiede   der   Anomalie- 
abschnitte zu  beiden  Seiten  der  Apogeen  auf  eine  größere 
Hei  429  Strecke  hin  ganz  unwesentlich  voneinander  abweichen,  wäh- 
16  rend  sie  zu  beiden   Seiten   der   Perigeen  einem   rascheren 
Wechsel  unterliegen. 

Von  den  folgenden  zwei  Spalten  wird  die  dritte  die  Prosth- 

aphäresisbeträge  enthalten,  welche  sich  zu  den  in  den  zu- 

20  gehörigen  Zeilen  stehenden  Argumentzahlen  des  mittleren 

Laufs  infolge  der  größeren  Exzentrizität  ergeben;  indessen 

Ha  295  sind  sie  schlechthin  gewonnen,  als  ob  sich  der  Mittelpunkt 

des  Epizykels  direkt  auf  dem  Exzenter  bewegte,  welcher  die 

gleichförmige  Bewegung  bewirkt. 

25       Die  vierte  Spalte  enthält  die  Differenzen  der  Prosthaphä- 

resisbeträge ,   welche    sich   infolge   des  Umstandes   ergeben 

müssen,  daß  sich  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  nicht  auf  dem 

vorbenannten  Kreise,  sondern  auf  einem  anderen  bewegt. ^^^ 

Die  Methode,  nach   welcher  jede  Art  dieser  beiden  Be- 

30  träge,  sowohl  zusammen  als  auch  getrennt  für  sich,  auf  dem 

Wege  geometrischer  Konstruktion  gewonnen  wird,  ist  durch 

zahlreiche,  vorher  von  uns  ausführlich  mitgeteilte  Beweis- 

gs,üge  dem  Verständnis  zugänglich  gemacht  worden.*^   Hier 

a)  1).  h.  sowohl  in  den  Berechnungen,  denen  die  Figur  mit 
beiden  Exzentern  beigegeben  war  (wie  z.  B.  S.  209  —  214),  als 
auch  in  denjenigen  mit  der  Figur,  welche  nur  den  ein|en  Ex- 
zenter zeigt,  auf  dem  sich  der  Epizykel  bewegt  (S.  216—219). 


Erklärung  der  Tabellen.  255 

nun  war  es,  wie  es  sich  für  ein  Lehrbuch  gehört,  geboten, 
dieses  wichtige  Berechnungsmaterial  der  auf  die  Ekliptik 
bezogenen  Anomalie  vor  Augen  zu  stellen  und  deshalb  in 
zwei  Spalten  anzuordnen.  Für  die  Praxis  selbst  wird  je- 
doch eine  Spalte  genügen,  welche  aus  der  Prosthaphäresis  5 
dieser  beiden  Spalten  kombiniert  sein  würde. 

Jede  der  drei  nächsten  Spalten  wird  die  Prosthaphäresis- 
beträge  enthalten,  welche  sich  infolge  der  Bewegung  auf 
dem  Epizykel  ergeben,  wieder  schlechthin  gewonnen,  als  ob 
die  Apogeen  und  Perigeen  der  Epizyklen  theoretisch  nach  10 
der  Entfernung  von  unserem  Auge  betrachtet  würden.*^ 
Außerdem  setzen  wir  voraus,  daß  die  Methode  dieser  Art  Hei 430 
des  Nachweises  durch  die  früher  (1 175  f.  und  179 f.)  aus- 
führlich mitgeteilten  Beweisgänge  dem  Verständnis  zugäng- 
lich gemacht  worden  ist.  15 

Die  mittelste  von  diesen  drei  Spalten,  die  sechste  von  der  , 
ersten  ab,  wird  die  Prosthaphäresisbe träge  enthalten,  w^elche 
sich  nach  den  Verhältnissen  der  mittleren  Entfernungen 
ergeben,  die  fünfte  die  Differenzen,  welche  sich  \für  diesel- 
ben Gradabschnitte  zwischen  den  Prosthaphäresisbeträgen  20 
bei  größter  und  den  Beträgen  bei  mittlerer  Entfernung  er- 
geben, die  siebente  die  Differenzen,  welche  sich  zwi-chen 
den  Prosthaphäresisbeträgen  bei  kleinster  und  den  Be- 
trägen bei  mittlerer  Entfernung  ergeben.  Nach  den  von  uns 
geführten  Beweisen  beträgt  nämlich  25 

1.  die  mittlere  Entfernung  (vgl.  Fig.  S.  252),  d.  i.  die 
theoretisch  nach  dem  Halbmesser  (AA)   des   den  Epizykel  Ha  296 
tragenden  Exzenters  bemessene,  bei  allen  Planeten  60^  in 
dem  Maße,  in  welchem  bei  jedem  Planeten  —  es  empfiehlt 
sich  mit  den  obersten  anzufangen  —  30 

bei  dem  Saturn  der  Halbmesser  des  Epizykels  =    6^30' 
bei  dem  Jupiter    „  „  „  „  =11^30' 

bei  dem  Mars       „  „  „  „  =39^30' 


a)  D.  h.  der  Lauf  auf  dem  Epizykel  wird  nicht  von  dem 
mittleren,  sondern  von  dem  genauen  Apogeum  aus  gerech- 
net.    S.  Anm.  13.2. 


256  Elftes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 

bei  der  Venus     der  Halbmesser  des  Epizykels  =43^10' 
bei  dem  Merkur  „  „  „  „  =22^30'. 

2.  Die  größte  Entfernung,  d.i.  die  auf  den  Mittelpunkt 
der  Ekliptik  bezogene  (AA  +  AE),  beträgt  dagegen 

6  bei  dem  Saturn  (60^  +  3^' 25' =)  63^26' 

bei  dem  Jupiter  (60^  +  2^45' =)  62i'45' 

bei  dem  Mars  (60^  +  6^  0'  =)  66^  0' 

Hei  431  bei  der  Venus  (60^  +  1^  15'  =)  61^  15' 

bei  dem  Merkur  (60^-}- 3x3^=)  69^  0'; 

10       3.  die  kleinste  in  demselben  Sinne  (AA  — AE) 

bei  dem  Saturn  (60^- 3^25' =)  56^35' 

bei  dem  Jupiter  (60^  -  2^45' =)  57^15' 

bei  dem  Mars  (60^  -  6^  0'  =)  64^  0' 

bei  der  Venus  (60^- 1^15' =)  58i'45' 

16  bei  dem  Merkur  (60^-4^26' =)  55^34'.») 

Die  achte  und  letzte  Spalte  ist  von  uns  aufgestellt  wor- 
den zur  Gewinnung  der  Bruchteile  der  angesetzten  Diffe- 
renzen, welche  fällig  werden,  wenn  die  Epizyklen  der  Pla- 
neten nicht  direkt  in  der  mittleren,  größten  oder  kleinsten 

20  Entfernung  stehen,  sondern  in  den  zwischenliegenden 
Örtem.  Die  Berechnung  der  diesfalls  erforderlichen  Kor- 
rektion ist  von  uns  ausschließlich  mit  Rücksicht  auf  die- 
jenigen Maxim a  der  Prosthaphäresisbeträge  angestellt  wor- 
den, welche  in  jeder  Zwischenentfernung  an  den  (Berüh- 

25  rungspunkten  der)  Tangenten  eintreten,  die  von  unserem 
Auge  (d.  i.  von  f)  aus  an  den  Epizykel  gezogen  werden, 
wobei  wir  von  der  Annahme  ausgehen,  daß  für  die  Einzel- 
abschnitte des  Epizykels  der  Zuschlag  der  Differenzen 
von  den  Zuschlägen,  die  für  die  Maxima  der  Prosthaphä- 

30  resisbeträge  gelten,  nur  ganz  unwesentlich  verschieden  ist.^^ 


a)  Diese  Entfernungsstrecke  ist  S.  146,12  für  die  beiden  Erd- 
nähen des  Merkur  nachgewiesen  worden. 

b)  Die  angedeutete  Erleichterung  der  Berechnung  ist  nach 
dem  vorliegenden  Wortlaut  nicht  recht  verständlich. 


Erklärung  der  Tabellen. 


257 


Hei  432 


Damit  das  Gesagte  deutlicher  werde  und  zugleich  der  Ha  297 
methodische  Weg;  auf  dem  wir  die  Zuschläge  gewinnen,  sich 
erkennen  lasse,  sei  AB  TA  als 
die  Gerade  vorgelegt,  welche 
durch  die  beiden  Zentren  der 
Ekliptik  und  des  die  gleichför- 
mige Bewegung  des  Epizjkels 
bewirkenden  Exzenters  geht.  Als 
der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  sei 
r  angenommen,  als  Zentrum  der 
gleichförmigen  Bewegung  des 
Epizykels  B.  Nachdem  man  die 
Verbindungslinie  B  E  Z  gezogen, 

beschreibe  man  um   den  Mittelpunkt  E  den  Epizykel  ZH, 
ziehe  von  f  aus  an  denselben  die  Tangente  PH,  verbinde  f  15 
mit  E  und  ziehe  endlich  die  (zu  PH  nach  Eukl.  III.  18)  senk- 
rechte Verbindungslinie  EH.*^ 

Beispielshalber  sei  angenommen,  daß  bei  jedem  der  fünf 
Planeten  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  von  dem  Apogeum 
der  Exzentrizität  in  gleichförmiger  Bewegung  30^  entfernt  20 
sei.    Durch  Wiederholung  derselben  Beweisgänge  würde  die 
Berechnung  einen  zu  großen  Eaum  beanspruchen;  wir  be- 
schränken uns  daher  auf  die  Mitteilung  der  Ergebnisse.   In 
den  vorangehenden  Kapiteln  ist  sowohl  bei  der  Hypothese 
des  Merkur  (S.  143  f.)  als  auch  bei  der  Hypothese  der  übrigen  25 
Planeten  (Buch  X,  Kap.  2  u.  8;  Buch  XI,  Kap.  2  u.  6)  ausführ- 
lich  bewiesen  worden ,  daß,  wenn  der  ^  A  B  E  gegeben  ist, 
auch  das  Verhältnis  von  FE  zu  dem  Halbmesser   des  Epi- 
zykels, d.  i.  zu  H  E,  sich  bestimmen  läßt.    Die  für  jeden  Pla- 
neten einzeln  angestellte  Berechnung  führt  bei  Annahme  des  30 
/.ABE  =  30^   wie    4R  =  360^  zu  folgenden  Ergebnissen. 
Es  verhält  sich 


a)  Nach  welcher  Seite  des  Epizykels  die  Tangente  gezogen 
wird,  bleibt  sich  für  die  Größe  des  bei  f  gebildeten  Winkels 
gleich,  da  die  rechtwinkligen  Dreiecke  THE  und  POE  kongru- 
ent sind. 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.   II. 


17 


258 


Elftes  Buch. 

Zehntes  Kapitel. 

bei  dem  Saturn 

TE 

:HE  =  63P    2' 

:    6^30' 

bei  dem  Jupiter 

11 

„    =62^26' 

:  llP  30' 

bei  dem  Mars 

11 

„    =65P24' 

:  39P  30' 

bei  der  Venus *> 

„    =6lP    6' 

:  43P  10' 

bei  dem  Merkur 

11 

„    =66^35' 

:  22P  30'. 

Hei  433 


Demnach  werden  wir  auch  den  (der  Kathete  H  E  gegen- 

Ha  298  überliegenden)  Z.  EPH  erhalten ^^,  welcher  in  der  vorliegenden 

Entfernung  (FE)  das  Maximum  der  infolge  der  Bewegung 

auf  dem  Epizykel   eintretenden  Prosthaphäresis  mißt.     Es 

10  beträgt 

bei  dem  Saturn  LETH  =    5°55'30"  wie  4i?  =  360" 

bei  dem  Jupiter  „       =10<'36'30"             „ 

bei  dem  Mars  „      =37<'  9'   0" 

bei  der    Venus  „       =44"56'30" 

15            bei  dem  Merkur  „       =  19^45'   0"             „         „      . 

Es  betragen  ferner  die  Maxima  der  Prosthaphäresisbeträge 
(wenn  der  Planet  im  Berührungspunkte  der  Tangente  an  den 
Epizykel  steht)  unter  den  kurz  vorher  (S.  255  f.)  mitgeteil- 
ten (drei  Entfernungs-)  Verhältnissen '^^  —  wir  behalten  die 
20  bisher  angesetzte  Reihenfolge  bei,  um  die  Namen  der  Plane- 
ten nicht  immer  wiederholen  zu  müssen  —  in  den 


mittleren  Entfern.  6^3'    ll'^  3' 
größten  „  5°53'    10"  34' 

kleinsten        „  6*'36'    11<^35' 


4m0'  1  46»  0'  I  22<'  2' 
36*45'  i  44*^48'  I  IQ''  2' 
470    l'UTn?'    23<^53'. 


25       Hieraus  ergeben   sich  folgende   Differenzen   der   Prosth- 
aphäresisbeträge : 


a)  Da  die  Entfernungen  abnehmen,  so  kann  61^26'  (vgl. 
S.  256,8)  unmöglich  richtig  sein;  ich  habe  daher  die  Lesart  des 
Cod.  D  61^6'  wiedergegeben. 

b)  Setzt  man  z.  B.  für  den  Saturn  ;irE=120P  statt  63^2', 
so  wird  ep/im  HE  =  12^23'  in  diesem  Maße.  Zu  dieser  Sehne 
geben  die  Sehnentafeln  den  Bogen  mit  11"51',  wovon  auf  L  EPH 
als  Hälfte  5°55'30"  entfallen. 

c)  Z.  B.  für  den  Saturn  bei  dem  Verhältnis  60^:6^30'  in 
etwa  93**  Entfernung  von  dem  Apogeum  des  Exzenters  6*^13',  bei 
63^25' :  6^30'  im  Apogeum  des  Exzenters  5"53',  bei  56^35' :  6^30' 
im  Perigeum  des  Exzenters  6° 36'. 


Erklärung  der  Tabellen.  259 

a)  in  den  mittleren  und  den  größten  Entfernungen  Hei  434 

0^20'  0<>29'  4<'25'  l'^12'  3^0'; 

b)  in  den  mittleren  und  den  kleinsten  Entfernungen 

0'>23'  0»32'  5«51'  I^IT'   1^51'. 

Nun  sind  die  (S.  258, 11—15  festgesetzten)  Prosthaphäresis-  » 
betrage  in  den  in  Frage   stehenden  Entfernungen  (bei  30^ 
mittlerer  Länge)  kleiner  als  die  (ebenda  Z.  22  mitgeteilten) 
in  den  mittleren  Entfernungen,  und  ibre  Differenzen  (mit 
den  letzteren)  betragen  **) 

0*^17'30"  0^26'30"  4<^1'   1<>3'30"  2^17'.  10 

Diese  Differenzen  lassen  sieb  im  Verhältnis  zu  den  (oben 
Z.  2)  angesetzten  ganzen  Differenzen  zwischen  den  (Beträgen 
der)  mittleren  und  größten  Entfernungen  als  Bruchteile  in 
Sechzigsteln  ausdrücken  und  betragen^) 

bei  dem  Saturn     (1050"  :  1200"  =)  52' 30"  15 

bei  dem  Jupiter    (1590"  :  1740"  =)  54' 50" 

bei  dem  Mars        (  241'  :    265'  =)  54' 34"  Ha  299 

beider    Venus     (3810"  :  4320"  =)  52' 55" 

bei  dem  Merkur  (  137'  :    180'  =)  45' 40". 

Diese  Sechzigstel  haben  wir  in  jeder  Tabelle  in  der  ach-  20 
ten  Spalte  in  die  Zeile  gesetzt,  welche  die  Argumentzahl  30^ 
der  periodischen  Länge  enthält.'') 


a)  Für  den  Saturn  6^3'  -  5 "55'  30"  =  0^7'  30",  für  den  Jupiter 
11"3'-10"36'30"  =  0<'26'30"  usw, 

b)  Die  in  Parenthese  beigefügten  Verhältnisse  von  Sekunden 
ergeben  sich  bei  dem  Saturn  aus  0"17'30" :  0<'20',  bei  dem 
Jupiter  aus  0026'30"  :  0°29'  usw. 

c)  Diese  Sechzigstel  der  ganzen  Differenz  (der  5.  Spalte), 
welche  bei  den  Längengraden  des  er  d  fernen  Halbkreises  stehen, 
sind  demnach  von  den  Beträgen  für  die  mittlere  Entfernung 
(der  6.  Spalte)  abzuziehen  und  werden  deshalb  im  Original  in 
der  Überschrift  der  8.  Spalte  aller  Tabellen  als  Sechzigstel  des 
Ab  zugs  bezeichnet,  während  die  Sechzigstel  der  ganzen  Differenz 
(der  7.  Spalte),  welche  zu  den  Längengraden  des  erdnahen 
Halbkreises  gesetzt  sind,  zu  den  Beträgen  der  6.  Spalte  zu  ad- 
dieren sind  und  deshalb  als  Sechzigstel  des  Zusatzes  be- 
zeichnet werden.  In  der  Übersetzung  ist  aus  räumlichen  Rück- 
sichten dieser  Unterschied  durch  die  Zeichen  —  und  -f  angedeutet. 


260  Elftes  Buch.     Elftes  und  zwölftes  Kapitel. 

Hei  435  Desgleichen  haben  wir  bei  den  Entfernungen,  welche  ge- 
gen die  Prosthaphäresisbeträge  der  mittleren  Entfernungen 
(S.  258,22)  die  größeren  Beträge  zeigen,  die  sich  ergebenden 
Differenzen  wieder  in  Sechzigstel  verwandelt,  jedoch  im 
5  Verhältnis  zu  den  (S.  259, 4  angesetzten)  ganzen  Differenzen 
der  Beträge  in  den  kleinsten,  nicht  der  Beträge  in  den 
größten  Entfernungen. 

Auf  dieselbe  Weise  (wie  vorstehend  zu  der  mittleren 
Länge  von  30^)  haben  wir  auch  zu  den  anderen  Örtern  von 

10  6  zu  6  Grad  den  Betrag  der  Sechzigstel  der  ganzen  Differen- 
zen berechnet  und  zu  den  betreffenden  Argumentzahlen  ge- 
setzt. Für  die  sinnliche  Wahrnehmung  bleibt,  wie  (S.  256,27) 
gesagt,  der  Zuschlag  der  Differenzen  derselbe,  auch  wenn  die 
Örter  der  Planeten  nicht  direkt  an  den  Stellen  des  Epizykels 

15  mit  dem  Maximum  der  Prosthaphäresis  liegen,  sondern  auch 
in  anderen  Teilen  desselben.*^ 

Elftes  Kapitel. 

Die  Tabellen  zur  Berechnung 

der  genauen  Länge  der  fünf  Planeten 

Hei S gestalten  sich  folgendermaßen  (s.  S.  261—265). 

Zwölftes  Kapitel. 

Berechnung  der  Länge  der  fünf  Planeten 

nach  den  Tabellen. 

^^  ^A?.l     Wenn  wir  mit  Hilfe  des  vorstehenden  Tabellenmaterials 

Hei  446)  ,  T   •       A 

aus  den  periodischen  Bewegungen  m  Länge  und  m  Ano- 
20  malie  zur  Kenntnis  der  scheinbaren  Orter  eines  jeden  der 
Planeten  gelangen  wollen,  so  werden  wir  die  Berechnung 
nach  den  Tabellen,  welche  für  die  fünf  Planeten  ein  und 
dieselbe  ist,  folgendermaßen  anstellen. 

a)  Mit  der  Annäherung  an  die  kleinste  Entfernung  vergrößert 
sich  der  von  den  Tangenten  am  Auge  gebildete  Winkel  und 
die  Berührungspunkte  fallen  an  andere  ^Stellen  des  Epizykels, 
ohne  daß  diese  Verschiebung  den  Zuschlag  der  Differenzen 
wesentlich  beeinflußt. 


Anomalietabellen.     I.  Saturn. 


261 


Apogeum  IIX  14° IC 

'. 

1     2 
Gemeinsame 
Argument- 
zahlen 

3 

Prosth- 
aphäresis 
der  Länge 

4 

Differenz 
der  Prosth- 
aphäresis 

5 
Differenz 
der  Ab- 
nahme 

6 

Prosth- 
aphäresis 
derAnomalie 

1    '^ 
Differenz 

der 

Zunahme 

8 
Sechzigstel 

6<» 
12 

18 

354 
348 
342 

0037' 
1  13 
1  49 

+  0°  2' 
+  0  4 
+  0  6 

00   2' 
0  4 
0  5 

0°36' 
1  11 
1  45 

00  2' 
0  4 

0  7 

—  60'  0" 

—  58  30 

—  57  0 

24 
30 
36 

336 
330 
324 

2  23 

2  57 

3  29 

+  0  8 
+  0  9 
+  0  10 

0  7 
0  8 
0  10 

2  18 

2  50 

3  20 

0  9 
0  11 
0  13 

—  55  30 
-52  30 

—  49  30 

42 

48 
54 

318 
312 
306 

3  59 

4  28 
4  55 

+  0  11 
+  0  11 
+  0  10 

0  11 
0  12 
0  14 

3  49 

4  17 
4  42 

0  15 
0  17 
0  19 

—  46  30 

—  43  30 

—  39  0 

60 
66 

72 

300 

294 

288 

5  20 

5  42 

6  0 

+  0  9 
+  0  8 
+  0  7 

0  15 
0  17 
0  18 

5  4 
5  25 
5  42 

0  20 
0  20 
0  21 

—  34  30 

—  30  0 

—  24  0 

78 
84 
90 

282 
276 
270 

6  14 
6  24 
6  30 

+  0  5 
+  0  3 
+  0  1 

0  18 
0  19 
0  19 

5  55 

6  5 
6  12 

0  21 
0  22 
0  22 

—  18  0 

—  12  0 

—  4  30 

93 
96 
99 

267 
264 
261 

6  31 
6  32 
6  31 

0  0 
—  0  2 
-0  3 

O2O 

0  20 

0  20 

6  12 
6  13 
6  12 

0  23 
0  23 
0  24 

-  0  45 
+  2  32 
+  5  51 

102 
105 
108 

258 
255 
252 

6  30 
6  27 
6  23 

—  0  4 

—  0  5 
-0  6 

0  21 
0  21 
0  20 

6  12 
6  9 
6  5 

0  24 
0  24 
0  25 

+  98 
+  11  45 
+  14  21 

111 
114 
117 

249 
246 
243 

6  19 
6  14 

6  7 

—  0  7 

—  0  8 

—  0  9 

0  20 
0  20 
0  19 

6  0 
5  55 

5  48 

0  25 
0  24 
0  24 

+  16  58 
+  19  31 
+  22  11 

120 
123 
126 

240 
237 
234 

5  59 
5  50 
5  39 

—  0  10 
-0  10 

—  011 

0  19 
0  19 

0  18 

5  40 
5  31 
5  21 

0  23 
0  23 
0  22 

+  24  47 
+  27  24 
+  30  0 

129 
132 
135 

231 

228 
225 

5  27 
5  14 
5  0 

—  0  11 

—  0  12 

—  0  12 

0  18 
0  17 
0  17 

5  10 
4  58 
4  45 

0  22 
0  21 
0  20 

+  32  37 
+  35  13 
+  37  50 

138 
141 
144 

222 
219 
216 

4  45 
4  29 
4  12 

—  0  12 

—  0  12 

—  0  12 

0  16 
0  15 
0  14 

4  31 
4  16 
4  0 

0  19 
0  18 
0  17 

+  40  26 
+  43  3 
+  45  39 

+  47  37 
+  49  34 
+  51  32 

147 
150 
153 

213 
210 
207 

3  54 
3  35 
3  16 

—  0  12 

—  0  11 

—  0  11 

0  14 
0  12 
0  11 

3  43 
3  25 

3  7 

0  15 
0  14 
0  13 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

2  56 
2  36 
2  15 

—  0  10 

—  0  9 

—  0  8 

0  10 
0  9 

0  7 

2  48 
2  29 
2  9 

0  12 
0  11 
0  10 

+  53  29 
+  54  49 
+  56  6 

165 
168 
171 

195 
192 
189 

1  53 
1  31 
1  9 

—  0  7 
-0  6 

—  0  5 

0  6 
0  5 
0  5 

1  48 
1  27 
1  6 

0  8 
0  7 
0  5 

+  57  24 
+  58  42 
+  59  21 

174 

177 
180 

186 
183 
180 

0  47 
0  24 
0  0 

-0  3 

—  0  2 

0  0 

0  4 
0  2 
0  0 

0  45 
0  23 
0  0 

0  4 
0  2 
0  0 

+  60  0 
+  60  0 
+  60  0 

262 


Anomalietabellen.     II.  Jupiter. 


Apogeum  H))  2°  9' 


1             2      13 
Gemeinsame      Prosth- 
Argument-    '  aphäreais 
zahlen        der  Länge 

4 

1  'ifferenz 
der  Prosth- 
aphäresis 

5         i        6 
Differenz     Prosth- 
der  Ab-     aphäresis 
nähme     (ieiinomalie 

7 
Differenz 

der 
Zunahme 

''''  '8         1 

1 

Sechzigstel 

6» 
12 

18 

354° 
348 
342 

0°30 
1     0 
1  30 

+  0°  1' 
+  0    2 
+  0    3 

Oo   2' 
0     5 

0     7 

0°58' 

1  56 

2  52 

0°   2' 
0     5 

0     7 

—  60'   0" 

—  58  58 

—  57  56 

24 
30 
36 

336 
330 
324 

1  58 

2  26 

2  52 

4-0    4 
+  0    5 
+  0    6 

0     9 
0  11 
0  13 

3  48 

4  42 

5  34 

0     9 
0  11 
0  13 

—  56  54 
-54  50 

—  51  43 

42 

48 
54 

318 
312 
306 

3  17 

3  40 

4  1 

+  0    7 
+  0    7 
+  0    7 

0  15 
0  17 
0  19 

6  25 

7  12 
7  57 

0  15 
0  18 
0  20 

—  47  35 

—  43  27 

—  39  19 

60 
66 

.    72 

300 

294 

288 

4  20 
4  37 
4  51 

+  0    6 
+  0    5 
+  0    4 

0  21 
0  23 
0  24 

8  37 

9  14 
9  46 

0  22 
0  24 
0  26 

—  35     8 

—  28  58 

—  22  45 

78 
84 
90 

282 
276 
270 

5     2 
5     9 
5  14 

+  0    3 
+  0    2 
+  0    1 

0  25 
0  26 
0  26 

10  13 
10  35 
10  51 

0  28 
0  30 
0  31 

—  17  35 

—  11  23 

—  4  40 

93 
96 
99 

267 
264 
261 

5  15 
5  16 
5  15 

0    0 
-0    1 
-  0    1 

0  27 
0  27 
0  27 

10  57 

11  0 
11     2 

0  31 
0  32 
0  32 

—   1     8 
+    1  52 
+    5     9 

102 
105 
108 

258 
255 
252 

5  14 
5  12 
5     9 

—  0    2 

—  0    2 
-0    3 

0  28 

0  28 

'  0  29 

11     3 
11     1 
10  59 

0  32 
0  33 
0  33 

+    8  26 
+  11  43 
+  15     0 

111 
114 
117 

249 
246 
243 

5     5 
5     0 
4  54 

—  0    4 

—  0    5 

—  0    5 

0  29 
0  30 
0  30 

10  53 
10  45 
10  35 

0  33 
0  34 
0  34 

+  17  49 
+  20  37 
+  23  26 

120 
123 
126 

240 
237 
234 

4  47 
4  39 
4  30 

—  0    6 

—  0    6 

—  0    7 

0  30 
0  29 
0  29 

10  24 

10  10 

9  54 

0  34 
0  33 
0  33 

+  26  15 
+  29     4 
+  31  52 

129 
132 
135 

231 
228 
225 

4  20 
4     9 

3  58 

-0    7 
—  0    8 
~0    8 

0  28 
0  28 
0  27 

9  36 
9  16 
8  54 

0  32 
0  32 
0  31 

+  34  41 
+  37  30 
+  40  19 

138 
141 
144 

222 
219 
216 

3  46 
3  33 
3  20 

—  0    8 
-0    8 

—  0    7 

0  26 
0  25 
0  23 

8  30. 
8    4 
7  36 

0  30 

0  28 
0  26 

+  43     7 
+  45  28 

+  47  49 

147 
150 
153 

213 
210 
207 

3     6 
2  51 
2  36 

—  0    7 

—  0    6 
-0    6 

0  22 
0  21 
0  19 

7     6 
6  34 
6     0 

0  25 
0  23 
0  21 

+  49  42 
+  51  31 

+  52  58 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

2  20 
2     4 
1  47 

—  0    5 

—  0    5 

—  0    4 

0  17 
0  15 
0  13 

5  24 
4  47 
4    9 

0  19 
0  17 
0  15 

+  54  22 
+  55  47 
+  57  11 

165 
168 
171 

195 
192 
189 

1  30 
1  13 
0  55 

—  0    3 

—  0    2 
—0    2 

0  11 
0     9 

0     7 

3  29 

2  49 
2     7 

0  13 
0  10 
0     8 

+  57  40 
+  58  13 
+  58  40 

174 

177 
180 

186 
183 
180 

0  37 
0  18 
0     0 

-0    1 

—  0    1 

0    0 

0    5 
0    3 
0    0 

1  25 
0  43 
0     0 

0     5 
0     3 
0     0 

+  59    4 
+  59  32 
+  60     0 

Anomalietabellen.     III.  Mars. 


263 


Apogeum  Q  16° 40 

1     2 
GemeinBame 
Argument- 
zahlen 

3 

Prosth- 
aphäresis 
der  Länge 

4 

Differenz 

der  ProBth- 

aphäresis 

5 
Differenz 
der  Ab- 
nahme 

6   j    7   1 
Prosth-  Differenz 
aphäresis  1   der 
derlnomaliel  Zunahme 

8 
Sechzigste! 

6° 
12 

18 

3540 
348 
342 

1°  0 
2  0 
2  58 

+  0°  5' 
+  0  10 
+  0  15 

Qo   8' 
0  16 
0  24 

20  24' 
4  46 

7  8 

0°  9' 
0  18 
0  28 

—  59' 53" 

—  58  59 

—  57  51 

24 
30 
3« 

336 
330 
324 

3  56 

4  52 

5  46 

+  0  20 
+  0  24 
+  0  27 

0  33 
0  42 
0  51 

9  30 
11  51 
14  11 

0  37 
0  46 
0  56 

-56  36 

—  54  34 

—  52  11 

42 

48 
54 

318 
312 
306 

6  39 

7  28 

8  14 

+  0  28 
+  0  29 
+  0  28 

1  0 

1  9 
1  18 

16  29 
18  46 
21  0 

1  6 
1  16 

1  28 

—49  28 

—  46  17 

—  42  38 

60 
66 

72 

300 
294 

288 

8  57 

9  36 
10  9 

+  0  27 
+  0  24 
+  0  20 

1  27 
1  37 
1  49 

23  13 

25  22 
27  29 

1  40 

1  53 

2  6 

—  38  8 

—  33  26 

—  28  20 

78 
84 
90 

282 
276 
270 

10  38 

11  2 
11  19 

+  0  15 
+  0  10 
+  0  4 

2  1 
2  14 

2  28 

29  32 
31  30 
33  22 

2  19 
2  33 

2  45 

—  22  47 

—  16  33 

—  10  5 

93 
96 
99 

267 
264 
261 

11  25 
11  29 
11  32 

0  0 

—  0  4 

—  0  8 

2  35 
2  42 
2  49 

34  15 

35  6 
35  56 

2  57 

3  6 
3  15 

—  6  34 

—  3  3 
+  05 

102 
105 
108 

258 
255 
252 

11  32 
11  31 
11  28 

-0  12 

—  0  16 

—  0  19 

2  56 

3  4 
3  13 

36  43 

37  27 

38  9 

3  25 
3  36 
3  47 

+  3  13 
+  61 
+  8  49 

111 
114 
117 

249 
246 
243 

11  22 
11  14 
11  5 

—  0  22 

—  0  25 

-0  28 

3  22 
3  32 
3  43 

38  48 

39  24 
39  56 

3  58 

4  9 
4  21 

+  11  44 
+  14  38 
+  17  33 

120 
123 

126 

240 
237 
234 

10  53 
10  39 
10  23 

—  0  31 
-0  33 

—  0  35 

3  54 

4  4 
4  14 

40  23 
40  44 
40  59 

4  35 

4  50 

5  5 

+  20  27 
+  23  35 
+  26  42 

129 
132 
135 

231 
228 
225 

10  4 
9  44 
9  21 

—  0  37 
-0  39 

—  0  40 

4  24 
4  35 
4  45 

41  7 
41  9 
41  2 

5  21 
5  37 
5  55 

+  29  31 
+  32  20 
+  35  9 

138 
141 
144 

222 
219 
216 

8  55 

8  27 
7  59 

—  0  41 
-0  41  ■ 
-0  41 

4  56 

5  7 
5  18 

40  45 
40  16 
39  37 

6  14 
6  34 
6  53 

+  37  58 
+  40  35 
+  43  12 

147 
150 
153 

213 
210 
207 

7  27 
6  54 
6  19 

—  0  41 

—  0  38 

—  0  36 

5  28 
5  34 
5  38 

38  40 
37  25 
35  52 

7  12 
7  30 
7  45 

+  45  26 
+  47  39 
+  49  50 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

5  41 
5  3 
4  22 

—  0  33 

—  0  30 

—  0  27 

5  38 
5  34 
5  18 

33  53 
31  30 
28  35 

7  58 

8  3 
7  58 

+  52  1 
+  53  47 
+  55  32 

165 
168 
171 

195 
192 

189 

3  41 

2  58 
2  14 

—  0  23 

—  0  19 

—  0  15 

4  52 
4  18 
3  32 

25  3 
21  0 
16  25 

7  47 
7  6 
5  59 

+  56  44 
+  57  55 
+  58  49 

174 
177 
180 

186 
183 
180 

1  30 
0  45 
0  0 

—  0  10 

—  0  5 
0  0 

2  27 
1  16 
0  0 

11  19 
5  45 
0  0 

4  26 
2  20 
0  0 

+  59  43 
+  59  52 
+  60  0 

264 


Anomalietab eilen.     IV.  Venus. 


Apogeum  ^  16°  10'. 


1     2 
Gemeinsame 
Argument- 
zahlen 

3 

Prosth- 

aphäresis 

der  Länge 

4 

Differenz 

der  Prosth- 

aphäresis 

5 
Differenz 
der  Ab- 
nahme 

6       7 
Prosth-  Differenz 
apharesis   der  Zu- 
derinomalie  nähme 

8 
Sechzigstel 

60 
12 

18 

354" 
348 
342 

0O14' 
0  28 
0  42 

+  0°1' 
+  0  1 
+  0  1 

0»  1' 
0  3 
0  5 

2»  31' 
5  1 
7  31 

0"  2' 
0  4 
0  6 

—  59' 10" 

—  57  55 

—  56  40 

24 
30 
36 

336 
330 
324 

0  56 

1  9 
1  21 

+  0  2 
-1-0  2 
+  0  2 

0  7 
0  9 
0  11 

10  1 
12  30 
14  58 

0  8 
0  10 
0  12 

-55  0 

—  52  55 

—  49  35 

42 
48 
54 

318 
312 
306 

1  32 
1  43 
1  53 

+  0  3 
+  0   3 
-1-0  3 

0  13 
0  15 
0  18 

17  25 
19  51 
22  15 

0  14 
0  16 
0  18 

—  45  50 
-42  5 

—  37  5 

60 
66 

72 

300 

294 

288 

2  1 
2  8 
2  14 

+  0  2 
+  0  2 
+  0  2 

0  20 
0  22 
0  24 

24  38 
26  37 
29  14 

0  20 
0  23 
0  25 

—  31  40 

—  26  15 

—  20  25 

78    282 
84    276 
90    270 

2  18 
2  21 
2  23 

+  0  1 
+  0  1 
+  0  1 

0  27 
0  29 
0  31 

31  27 
33  38 
35  44 

0  28 
0  30 
0  33 

—  14  35 

—  8  20 

—  1  40 

93 
96 

99 

267 
264 
261 

2  23 
2  23 
2  22 

0  0 
—0  1 
—  0  1 

0  33 
0  35 
0  38 

36  40 

37  43 

38  40 

0  36 
0  38 
0  40 

+  1  31 
+  4  42 
+  7  39 

102 
105 

108 

258 
255 
252 

2  21 
2  20 
2  18 

—  0  1 
-0  1 

—  0  1 

0  40 
0  42 
0  45 

39  35 

40  29 

41  20 

0  43 
0  45 

0  47 

+  10  35 
+  13  32 

+  16  28 

111 
114 
117 

249 
246 
243 

2  16 
2  13 
2  10 

-0  1 
—  0  2 
-0  2 

0  47 
0  49 
0  52 

42  9 

42  54 

43  35 

0  50 
0  52 
0  55 

+  19  25 

+  22  21 
+  25  18 

120 
123 
126 

240 
237 
234 

2  6 
2  2 
1  58 

-0  2 

—  0  2 

—  0  2 

0  54 

0  57 

1  0 

44  12 

44  45 

45  14 

0  58 

1  1 
1  4 

+  28  14 
+  31  0 
+  33  44 

129 
132 
135 

231 
228 
225 

1  54 
1  49 
1  44 

—  0  2 
-0  3 

—  0  3 

1  3 
1  6 
1  10 

45  36 
45  51 
45  55 

1  8 
1  11 
1  14 

+  36  18 
+  38  50 
+  41  11 

188 
141 
144 

222 
219 
216 

1  39 
1  33 

1  27 

—  0  3 

—  0  3 

—  0  2 

1  14 
1  19 
1  24 

45  57 
45  45 
45  20 

1  18 
1  22 
1  27 

+  43  32 
+  45  42 
+  47  51 

147 
150 
153 

213 
210 

207 

1  21 
1  14 

1  7 

—  0  2 

—  0  2 

—  0  2 

1  29 
1  33 
1  37 

44  40 
43  39 
42  18 

1  32 
1  38 
1  43 

+  49  37 
+  51  23 
+  52  46 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

1  0 
0  53 
0  46 

—  0  2 

—  0  2 

—  0  1 

1  39  . 
1  41 
1  42 

40  28 
38  7 
35  7 

1  48 
1  51 
1  52 

+  54  8 
+  55  18 
+  56  26 

165 
168 
171 

195 
192 

189 

0  39 
0  32 
0  24 

-0  1 

—  0  1 

—  0  1 

1  38 
1  31 
1  19 

31  24 
26  46 
21  15 

1  50 
1  43 
127 

+  57  28 
+  58  26 
+  59  1 

174 

177 
180 

186 
183 
180 

0  16   1—0  1 
0  8      —Ol 
0  0        0  0 

0  58 
0  31 
0  0 

17  47 
7  38 
0  0 

1  5   1 
0  35 
0  0 

+  59  36 
+  59  58 
+  60  0 

Anomalietabellen,     V.  Merkur. 


265 


Apogeum  ^  1"  10' 


1     2 
Gemeinsame 
Argument- 
zahlen 

3 

Prosth- 
aphäresis 
der  Länge 

4 

Differenz 

der  Prosth- 

aphäresis 

5 
Differenz 
der  Ab- 
nahme 

6 

Prosih- 

aphäresis 

derAnomalie 

7 
Differenz 
der  Zu- 
nahme 

8 
Sechzigstel 

6° 
12 
18 

354° 
348 
S42 

0O18' 
0  34 
0  51 

-Oo  1' 

—  0  2 

—  0  4 

0°10' 
0  20 
0  24 

1°38' 

3  16 

4  53 

OO  5' 
0  11 
0  17 

-59' 20" 
—  57  20 
-54  40 

24 
30 
36 

336 
330 
324 

1  7 
1  22 
1  37 

—  0  5 

—  0  5 

—  0  4 

0  39 
0  49 
0  59 

6  29 

8  4 

9  36 

0  23 
0  28 
0  34 

—  50  40 

—  45  40 

—  39  40 

42 

48 
54 

318 
312 
306 

1  51 

2  4 
2  15 

—  0  4 
-0  3 
-0  1 

1  8 
1  18 

1  28 

11  6 

12  33 

13  58 

0  40 
0  45 
0  50 

-33  0 

—  25  40 

—  18  0 

60 
66 

72 

300 
294 

288 

2  25 
2  34 
2  41 

0  0 
+  0  2 
+  0  4 

1  39 
1  49 
1  59 

15  18 

16  33 

17  43 

0  56 

1  4 
1  11 

—  10  20 

—  2  20 
+  9  14 

78 
84 
90 

282 
276 
270 

2  46 
2  50 
2  52 

+  0  6 
+  0  7 
+  0  9 

2  9 
2  19 
2  29 

18  47 

19  44 

20  33 

1  17 
1  23 
1  29 

+  20  0 
+  29  44 
+  39  28 

93 
96 
99 

267 
264 
261 

2  52 
2  52 
2  51 

-1-0  10 
+  0  10 
-i-  0  11 

2  34 
2  39 
2  44 

20  54 

21  14 
21  29 

1  32 
1  35 
1  38 

+  43  31 
+  47  34 
+  50  0 

102 
105 
108 

258 
255 
252 

2  50 
2  48 
2  46 

+  0  10 
+  0  10 
+  0  10 

2  48 
2  53 
2  58 

21  42 
21  52 
21  59 

1  41 
1  44 
1  46 

+  52  26 
+  54  52 

+  57  18 

111 
114 
117 

249 
246 
243 

2  44 

2  41 
2  37 

+  0  9 
+  0  9 
+  0  9 

3  2 
3  4 
3  6 

22  2 
22  1 
21  56 

1  49 
1  52 
1  55 

+  58  23 
+  59  28 
+  59  44 

120 
123 
126 

240 
237 
234 

2  33 

2  28 
2  23 

+  0  8 
+  0  7 

+  0  7 

3  8 
3  9 
3  10 

21  47 
21  33 
21  15 

1  57 

1  59 

2  0 

+  60  0 
+  59  44 
+  59  23 

129 
132 
135 

231 
228 
225 

2  18 
2  12 
2  6 

+  0  6 
+  0  6 
+  0  5 

3  12 
3  12 
3  9 

20  53 
20  25 
19  50 

2  0 
2  1 
2  1 

+  58  39 
+  57  50 
+  56  46 

138 
141 
144 

222 
219 
216 

2  0 
1  53 
1  46 

+  0  4 
+  0  4 
+  0  3 

3  6 
3  2 

2  57 

19  10 
18  24 
17  32 

2  0 
2  0 
1  58 

+  55  41 
+  54  3 
+  52  26  1 

147 
150 
153 

213 
210 
207 

1  38 
1  30 

1  22 

+  0  3 
+  0  2 
+  0  2 

2  51 
2  42 
2  32 

16  35 
15  31 
14  20 

1  53 
1  47 
1  41 

+  50  48 
+  49  11 
+  47  34 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

1  13 
1  5 
0  56 

+  0  2 
+  0  1 
+  0  1 

2  21 
2  9 
1  55 

13  3 
11  41 
10  13 

1  34 
1  26 

1  17 

+  45  57 
+  44  36 
+  43  15 

165 
168 
171 

195 
192 
189 

0  46 
0  38 
0  28 

+  0  1 
0  0 
0  0 

1  38 
1  19 
1  1 

8  40 
7  1 
5  19 

1  7 
0  56 
0  43 

+  42  26 
+  41  37 
+  40  48 

174 
177 
180 

186 
183 
180 

0  19 
0  9 
0  0 

0  0 
0  0 
0  0 

0  42 
0  21 
0  0 

3  35 

1  48 
0  0 

0  28 
0  14 
0  0 

+  40  0 
+  39  44 
+  39  28 

266  Elftes  Buch.     Zwölftes  Kapitel. 

Aus  den  Tafeln  der  mittleren  Bewegung  (S.  104  ff.)  ge- 
winnen wir  zunächst  für  den  in  Frage  stehenden  Zeitpunkt 
durch  Summierung  (der  einzelnen  Posten)  nach  Abzug  ganzer 
Kreise  die  gleichförmigen  Orter  in  Länge  und  Anomalie 
5  und  zählen  die  Grade  (des  Überschusses  der  Länge)  von 
dem  derzeitigen  Apogeum  des  Exzenters  bis  zu  dem  mitt- 
leren Ort  in  Länge  ab. 

1.  Mit  diesen  Graden  (der  gleichförmigen  Länge)  gehen 
wir  in  die   Anomalietabelle  des  betreffenden  Planeten  ein 

10  und  entnehmen  den  bei  der  Argumentzahl  in  der  dritten 
Spalte  für  die  genaue  Berechnung  der  Länge  angesetzten 
Betrag  unter  Anrechnung^)  der  aus  Minuten  bestehenden 
Prosthaphäresis  der  vierten  Spalte.  Den  erhaltenen  Betrag 
werden  wir,  wenn  die  festgestellte  Argumentzahl  der  (gleich- 

15  förmigen)  Länge  in  der  ersten  Spalte  steht,  von  den  Graden 
der  Länge  abziehen  undzuden  Graden  der  Anomalie  a  d  d  i  e  - 
Hei  447  ren,  steht  die  Argumentzahl  aber  in  der  zweiten  Spalte,  um- 
gekehrt zu  den  Graden  der  Länge  a^ddieren  und  von  den 
Graden  der  Anomalie  abziehen^^^,  um  beide  Örter  in  ge- 

20  nauer  Berechnung  zu  erhalten. 

2.  Hierauf  gehen  wir  mit  der  von  dem  (genauen)  Apo- 
geum (des  Epizykels)  genauberechneten  Zahl  der  Anomalie 
wieder  in  die  beiden  ersten  Spalten  ein  und  notieren  uns 

Ha  311  die  bei  ihr  in  der  sechsten  Spalte  angesetzte  Prosthaphäresis 
25  (der  Anomalie)  der  mittleren  Entfernung.  Desgleichen 
gehen  wir  mit  der  Zahl  der  gleichförmigen  Länge,  mit  wel- 
cher gleich  von  vornherein  schon  eingegangen  worden  war, 
in  dieselben  Argumentzahlen  ein.  Steht  sie  in  den  ersten 
Zeilen,  welche  dem  Apogeum  (des  Exzenters)  näher  liegen, 
30  d.  i.  über  der  Zeile  für  die  mittlere  Entfernung,  was  aus 
den  in  der  achten  Spalte  stehenden  Sechzigsteln  klar  hervor- 
geht^',  so    nehmen  wir  die  bei   ihr    in    ebendieser   achten 


a)  D.  h.  unter  Abzug  oder  Zusatz,  je  nachdem  diese  Prosth- 
aphäresis als  negativ  oder  positiv  bezeichnet  ist. 

b)  Insofern  diese  Sechzigstel  von  oben  nach  unten  abnehmen, 
in  der  Zeile  der  mittleren  Entfernung  gleich  Null  werden  und 
dann  wieder  zunehmen. 


Zwölftes  Buch.     Erstes  Kapitel.  267 

Spalte  stehenden  Sechzigstel,  so  viel  dort  angegeben  sind,  von 
der  Differenz,  welche  in  der  fünften  Spalte   der  größten 
Entfernung   in    der   Zeile    der    notierten   mittleren  Prosth- 
aphäresis  (der  Anomalie)  steht,   und  subtrahieren    das 
Ergebnis  von  diesem  notierten  Betrage.    Steht  aber  die  Zahl  5 
der  besagten  Länge  in  den  tieferen  Zeilen,  welche  dem  Peri- 
gäum (des  Exzeuters)  näher  liegen,  d.  i.  unter  der  Zeile  für 
die  mittlere  Entfernung,  so  nehmen  wir  gleicherweise  die 
in  der  achten  Spalte  bei  ihr  stehenden  Sechzigstel,   so  viel 
dort  angegeben  sind,  von  der  Differenz,  welche  in  der  sieben-  10 
ten  Spalte  der  kleinsten  Entfernung  neben   der  notierten 
mittleren  Prosthaphäresis  steht,  und  addieren  das  Ergebnis  Hei  ms 
zu  dem  notierten  Betrage. •'^^^ 

3.  H at  die  genauberechnete  Zahl  der  Anomalie  in  der  ersten 
Spalte  gestanden,  so  werden  wir  den  hiermit  erhaltenen  15 
Gradbetrag  der  genauberechneten  Prosthaphäresis  (der  Ano- 
malie) zu  den  Graden  der  genauberechneten  Länge  addie- 
ren, hat  sie  in  der  zweiten  Spalte  gestanden,  davon  ab- 
ziehen.^^^  Zählen  wir  dann  die  als  Ergebnis  erhaltene  Zahl 
von  dem  derzeitigen  Apogeum  des  Planeten  aus  ab,  so  werden  20 
wir  auf  seinen  scheinbaren  Ort  stoßen.-*^) 


Zwölftes  Buch. 

Erstes  Kapitel. 
Vorbemerkungen  zur  Rückläuügkeit. 

Nach  Erledigung  vorstehender  Beweisführungen  dürftej^ei  450 
es  die  nächstliegende  Aufgabe  sein,  unser  Augenmerk  auf 
die  bei  jedem  der  fünf  Wandelsterne  eintretenden  kleinsten 
und  größten  Rück  lauf  igkeits  strecken  zu  richten  und  25 
nachzuweisen,  daß  auch  die  zahlenmäßigen  Beträge  dieser 
Bewegungen  sich  aus  den  erklärten  Hypothesen  in  denkbar 
bester  Übereinstimmung  mit  den  Beobachtungsergebnissen 
ableiten  lassen. 

Ehe  sie  an  die  Untersuchung  dieser  Erscheinung  heran-  30 
treten,  schicken  sowohl  die  anderen  Mathematiker  als  auch 


268  Zwölftes  Buch.    Erstes  Kapitel. 

Apollonius  von  Perga  einen  Lehrsatz  voraus,  welcher 
verschieden  lautet,  je  nachdem  die  Anomalie  zur  Sonne,  die 
hierbei  allein  für  maßgebend  gehalten  wird*\  nach  der  epi- 
zyklischen oder  nach  der  exzentrischen  Hypothese  zum  Aus- 
5  druck  gelangt. 

A.  Nach  der  epizyklischen  Hypothese. 
Der  Epizykel  bewerkstelligt  den  Lauf  in  Länge  auf  dem 
mit  der  Ekliptik  konzentrischen  Kreise  in  der  Richtung  der 
Zeichen,  während  der  Planet  auf  dem  Epizykel  um  dessen 
Ha  313  Mittelpunkt  den  Lauf  in  Anomalie  auf  dem  erdfernen  Bogen 
10  in  der  Richtung  der  Zeichen  vollzieht.^)    Unter  dieser  Voraus- 
setzung lautet  (vgl.  S.  271,8)  der 

Lehrsatz.    Wenn  von  unserem  Auge  aus  eine  Gerade  (ZA) 

gezogen  wird,  die  den  Epizykel  so  schneidet,  daß  die  Hälfte 

(0  0)  ihres  innerhalb  des  Epizykels  liegenden  Teiles  sich  zu 

15  der  Geraden  (Z0)  von  unserem  Auge  bis  zu  dem  am  Peri- 

Hei  451  geum  des  Epizykels  liegenden  Schnittpunkt  (0)  verhält  wie 

die  Geschwindigkeit  des  Epizykels  zu  der  Geschwindigkeit  des 

Planeten,  so  bezeichnet  der  von  der  also  gezogenen  Geraden 

auf  dem  erdnahen  Bogen  des  Epizykels  erzeugte  Punkt  (0) 

20  die  Grenze  zwischen  Rechtläufigkeit  und  Rückläufigkeit,  d.  h. 

der  Planet  wird,  in  diesem  Punkte  angelangt,  den  Eindruck 

eines  scheinbaren  Stillstandes  machen. 

B.  Nach  der  exzentrischen  Hypothese. 
Dieselbe  kann  mit  Erfolg  nur  bei  den  drei  Planeten  an- 
gewendet werden^  welche  in  Opposition  zur  Sonne  gelangen. 
25  Das  Zentrum  des  Exzenters  bewegt  sich  um  den  Mittelpunkt 
der  Ekliptik  in  der  Richtung  der  Zeichen  mit  der  gleichen 

a)  Insofern  auf  die  Anomalie  infolge  der  Bewegung  auf  einem 
Exzenter  keine  Rücksicht  genommen  wird,  weil  die  Erdentfernung 
während  der  Rückläufigkeitsperiode  sich  nicht  wesentlich  ändert. 
Daher  wird  einerseits  (A)  die  einfache  epizyklische  Hypothese 
zugrunde  gelegt,  wie  bei  dem  Mond  in  den  Syzygien,  ander- 
seits (B)  ein  Exzenter,  dessen  Zentrum  sich  um  den  Mittel- 
punkt der  Ekliptik  bewegt,  wodurch  die  Folge  der  Exzentri- 
zität für  den  Lauf  des  Planeten  aufgehoben  wird. 

b)  In  Übereinstimmung  mit  der  bisherigen  Annahme  S.  123,18. 


Vorbemerkungen  zur  Rückläufigkeit. 


269 


Geschwindigkeit  wie  die  Sonne,  während  sich  der  Planet 
auf  dem  Exzenter  um  dessen  Zentrum  gegen  die  Richtung 
der  Zeichen  mit  der  dem  Lauf  in  Anomalie  entsprechenden 
Geschwindigkeit  bewegt.  Unter  dieser  Voraussetzung  lau- 
tet (vgl.  S.  271,6)  derselbe  5 

Lehrsatz.  Wenn  mau  in  dem  exzentrischen  Kreise  durch 
den  Mittelpunkt  (K)  der  Ekliptik,  d.  i.  durch  das  Auge,  eine 
Gerade  (B0)  zieht,  die  so  verläuft,  daß  die  Hälfte  (TT0)  der 
ganzen  Geraden  sich  zu  (K0)  dem  kleineren  der  am  Auge 
gebildeten  Abschnitte  verhält  wie  die  Geschwindigkeit  des  10 
Exzenters  zur  Geschwindigkeit  des  Planeten,  so  «wird  der 
Planet,  in  dem  Punkte  (0)  angelangt,  in  welchem  die  Gerade 
den  erdnahen  Bogen  des  Exzenters  schneidet,  den  Eindruck 
eines  scheinbaren  Stillstandes  machen. 


Auch  wir  werden  trotz  aller  Kürze  nicht  minder  praktisch^  ^*  ^^* 


die  vorliegende  Aufgabe  lösen,  wenn 
wir  nach  beiden  Hypothesen  einen  ge- 
meinsamen, d.  i.  gemischten  Beweis 
führen,  um  auch  unter  diesen  Verhält- 
nissen die  Übereinstimmung  und  die 
Gleichartigkeit  beider  zu  zeigen. 

Der  Kreis  AB  TA  sei  ein  Epizykel 
um  den  Mittelpunkt  E.  Sein  Durch- 
messer A  E  r  sei  verlängert  bis  zu  dem 
Mittelpunkt  Z  der  Ekliptik,  d.  h.  bis 
zu  unserem  Auge.  Nachdem  man 
beiderseits  des  Perigeums  f  die  gleich- 
großen Bogen  r  H  und  f  0  abgetragen, 
ziehe  man  von  Z  durch  die  Punkte 
H  und  0  die  Geraden  Z  H  B  und  Z  0  A, 
sowie  die  Verbindungslinien  AH 
und  B0,  welche  einander  in  dem 
Punkte  K  schneiden,  der  (nach  Eukl. 
I.  4;  III.  7)  selbstverständlich  auf 
den  Durchmesser  A  f  zu  liegen  kommen  wird 
ten  zunächst,  daß 


Hei  452 
16 


20 


25 


30 


Wir  behaup-  35 


270 


Zwölftes  Bucli.     Erstes  Kapitel. 


Da 

^rAH  =  /.rA0, 

(Eukl.  III.  27) 

so  ist 

rA  =  rM; 

(Eukl.      1. 26) 

glich  ist 

AAiTA  =AA:rM. 

Nun  ist   { 

AA:rM  =  AZ:Zr 
AA:rA  =AK:Kr 

(Eukl.  VI.  2.  4 

folglich 

AZ:Zr  =  AK:Kr. 

I.    AZ:Zr  =  AK:Kr. 
A.  Beweis  nach  der  epizyklischen  Hypothese. 
Man  ziehe  die  Verbindungslinien  AA  und  AT  und  durch 
r  parallel  zu  AA  die  Gerade  ATM,  welche  (nach  Eukl.I.  29) 
Hei  453  Selbstverständlich  mit  A  f  rechte  Winkel  bildet,  weil  (nach 
6  Eukl.  III.  31)  auch  /.AAP  ein  Rechter  ist. 


10 


B.  Ableitung  für  die  exzentrische  Hypothese. 
Ha  315       Wenn  wir  uns  den  Epizykel  A  B  f  A  als  den  Exzenter  selbst 
15  denken,  so  wird  der  Punkt  K  der  Mittelpunkt  der  Ekliptik 
sein.    In  diesem  Punkte  wird  der  Durchmesser  A  f  in  dem- 
selben Verhältnis  geteilt  werden,  wie  bei  der  epizyklischen 
Hypothese  (die  Gerade  AZ  in  Punkt  f).     Denn  wir  haben 
ja  (vorstehend  nichts  anderes)  bewiesen,  (als)  daß  bei  dem 
20  Epizykel  die   größte   Entfernung   AZ  sich  zur  klein- 
sten Entfernung  ZT  verhält,  wie  bei  dem  Exzenter  die 
größte  Entfernung  AK  zur  kleinsten  Entfernung  KT. 

IL  AZ:Z0  =  BK:K0. 
A.  Beweis  nach  der  epizyklischen 

Hypothese. 
Man  ziehe  an  der  ähnlichen  Figur 
die  Verbindungslinie  BNA,  welche 
(nach  Eukl.  I.  4)  selbstverständlich  den 
Durchmesser  Af  unter  rechten  Winkeln 
schneidet,  und  von  0  aus  zu  ihr  paral- 
lel die  Gerade  0E. 
Da  BN  =  NA, 

so  ist      B  N  :  E0  =  NA  :  E0. 
Nun  ist   (NA:H0  =  AZ:Z0  j   (Eukl. 
JNuniSt    1BN:E0  =  BK:K0  1VL2.4) 
folglich     AZ:Z0  =  BK:K9. 


25 


Hei  454 
30 


35 


Jt 

4 

E         1 

^^^^0 

V' 

z 

Vorbemerkungen  zur  Rückläufigkeit.  271 

B.  Ableitung  für  die  exzentrische  Hypothese. 

Man  fälle  die  Lote  EO  und  ETT. 
Bei  Verbindung  ist  AZ+    Z0  :  Z0  =  B  K  +  K0  :  K0. 

(Eukl.  V.  15) 
(AZ  -f  [AZ  -  2  AO]  :  Z0  =  B0  :  K0,     (Eukl.  III.  3) 
2[AZ-    AO]:Z0  =  2n0:K0.)  5 

Bei  Trennung  (demnach)         OZ  :  Z0  =  TT0  :  K0.   (Eukl.  V.  17) 
Bei  nochm.  Trennung  (OZ  -  Z0  :  Z0  =  TT0  -  K0  :  K0) 

00:Z0  =  nK:K0.    (Eukl.  V.  17) 

Das  heißt:    Wenn   bei   der  epizjklischen   Hypothese   die 
Gerade  AZ  so  durchgezogen  ist,  daß  00  zu  Z0  sich  ver-  10 
hält  wie  die  Geschwindigkeit  des  Epizykels  zur  Geschwindig- 
keit des  Planeten,  so  wird  bei  der  exzentrischen  Hypothese{ijei455 
TTK  zu  K0  in  demselben  Verhältnis  stehen. 

Daß  aber  nicht  auch  hier  (wie  bei  der  epizyklischen  Hypo- 
these 00  :  Z0,  d.  i.  OZ  -  20  :  Z0)  dieses  durch  Trennung  15 
erzielte  Verhältnis,  d.  i.  das  Verhältnis  TT  K  :  K  0  (oder  TT  0  — 
K0 :  K0),  mit  Bezug  auf  die  Stillstände  zur  Anwendung  gelangt, 
sondern  das  ungetrennte,  d  i.  TT0  :  K0  (oder  TTK  -4-  K0  :  K0) 
hat  seinen  Grund  in  folgendem.  Die  Geschwindigkeit  des  E  p  i  - 
zykels  (0  0)  steht  zu  der  Geschwindigkeit  des  Planeten  (Z0)  20 
in  dem  (einfachen)  Verhältnis  wie  lediglich  der  Lauf  in  Länge 
zu  dem  Lauf  in  Anomalie,  während  die  Geschwindigkeit  des 
Exzenters  (TTK  +  KO)  zur  Geschwindigkeit  des  Planeten 
(K0)  in  dem  (komplizierten)  Verhältnis  steht  wie  (S.  173,3l) 
der  mittlere  Lauf  der  Sonne,  d.  i.  die  Summe  des  mittleren  25 
Laufs  des  Planeten  in  Länge  und  in  Anomalie,  zu  dem  Lauf 
in  Anomalie.    So  steht  z.  B.  bei  dem  Mars  die  Geschwindig- 
keit des  Epizykels  (00)  zu  der  Geschwindigkeit  des  Plane- 
ten (Z0)  ungefähr  in  dem  Verhältnis   42:37    —   das  ist 
ja  ohne  wesentlichen  Fehler  der  zahlenmäßige  Betrag,  wie  30 
er  von  uns  (S.  100,14)  für  das  Verhältnis  des  Laufs  in  Länge 
zu  dem  Lauf  in  Anomalie  mitgeteilt  wurde  ^^  —   und  des- 

a)  D.  h. :  42  Umläufe  des  Epizykels  in  Länge  auf  dem  Exzen- 
ter, die  sich  von  Wende  zu  Wende  in  79  Jahren  vollenden, 
fallen  mit  37  Umläufen  des  Planeten  auf  dem  Epizykel  in  Ano- 
malie ohne  wesentlichen  Fehler  zusammen. 


272  Zwölftes  Buch,     Erstes  Kapitel. 

halb  steht  auch  00  zu  Z0  in  diesem  Verhältnis  (42:37). 
Dagegen  steht  die  Geschwindigkeit  des  Exzenters  (TTK  +  K0) 
zu  der  Geschwindigkeit  des  Planeten  (K0)  in  dem  Verhält- 
nis der  Summe  79  (d.  i.  42  4  37)  :  37,  mithin  in  dem  durch 
5  Verbindung  erzielten  Verhältnis  von  TT0  (d.  i.  TTK-I-  K0) 
:K0,  indem  ja  das  durch  Trennung  erzielte  Verhältnis 
TTK  (d.  i.  TT0  -  K0)  :  K0  (S.  271,8)  identisch  war  mit 
Hei  456  00  :  Z0,  d,  i.  mit  42  :  37  (also  für  die  exzentrische  Hypo- 
these nicht  anwendbar). 

10  Diese  theoretischen  Vorbemerkungen  seien  von  uns  bis 
zu  diesem  Punkte  geführt.  Nun  bleibt  noch  der  Beweis 
Ha 317  übrig,  daß  in  den  Punkten  H  und  0,  mögen  die  in  dem  be- 
sprochenen Verhältnis  geteilten  Geraden  nach  dieser  oder 
nach  jener  Hypothese  genommen  werden,  der  Eindruck  des 

15  scheinbaren  Stillstandes  eintreten  wird,  d.  h.  daß  der  Bogen 
H  r 0  die  Strecke  der  Rückläufigkeit  werden  muß,  während 
der  übrige  Teil  der  Peripherie  für  die  Rechtläufigkeit 
verbleibt.  Ehe  Apollonius  zum  Beweis  schreitet,  behandelt 
er  folgenden 

20  Hilfssatz.  Wenn  in  dem  A  ABT,  in  welchem  Br>  Af, 
die  (auf  Bf)  abgetragene  Strecke  TA  nicht  kleiner  ist  als 

^'"'=°^"*       rA:AB>LABr:LArB. 

Beweis.    Man  zeichne 

—  lautet  seine  Angabe 

—  das  Parallelogramm 
AATE  fertig  und  ver- 
längere die  Seiten  BA 
und  FE,  bis  sie  sich  in 
Punkt  Z  schneiden.  Da 
AE  nicht  kleiner  als  Af 
ist*\    so    wird    der   um 

-^^  das  Zentrum  A  mit  dem 
Abstand    AE    beschrie - 


a)  Weil  AE  =  TA  und  PA  nicht  <<  AT,  d.  i.  mindestens  =  AT, 
wie  an  vorliegender  Figur.  Zu  diesem  Satz  ist  I  33  f.  zu  ver- 
gleichen. 


Vorbemerkungen  zur  Rückläufigkeit. 


273 


bene  Kreis  entweder  durch  f  oder  über  f  hinausgehen, 
sei  denn  der  Kreis  HEf  durch  f  gezogen. 


So 


Dann  ist 

folglich 

Nun  ist 

folglich 
Femer  ist 
(mithin  auch 

Nun  ist 


A  kEZ>sMAEH, 
A  A  E  r  <  sÄ;^  A  E  r, 
A  AEZ:  A  AEr>s/ttAEH:sÄ'^AEr. 
(sMAEH'.sktAEr  =  i  EKZ:  i  EAT, 
1  A  AEZ:  A  AEr  =  prZZE:</HEr,     (Eukl.  VI.  1) 
ZE:  Er>/.EAZ:/.EAr. 
ZE:  Er=  rA:AB,b) 
rA:AB>/,  EAZ:  /,  EAP.) 
/  EAZ=  /ABT  I 

folglich  TA  :  AB>  /,  ABT  :  /,  ATB. 


II 


10 


Ha  318 


Es  ist  klar,  daß  das  Verhältnis  noch  viel  größer  sein  wird,  Hei  458 
wenn  TA  =  AE  nicht  gleich  AT,  sondern   größer  an-  16 
genommen  wird. 

Dieser  Hilfssatz  mußte  vorausgeschickt  werden. 

Der  Kreis  um  den  Mittel- 
punkt E  und  den  Durchmesser 
AEf  sei  ein  Epizykel.  Man 
verlängere  diesen  Durchmesser 
bis  zu  dem  Punkt  Z,  wo  sich 
unser  Auge  befindet,  derart, 
daß  das  Verhältnis  ET:  FZ 
größer  sei  als  das  Verhältnis 
der  Geschwindigkeit  des  Epi- 
zykels  zu  der  Geschwindigkeit 
des  Planeten.  Es  ist  mithin 
(nach  Eukl.  III.  8)  möglich,  die 
Gerade  Z  H  B  in  der  Lage  durch 
den  Epizykel  zu  ziehen,  daß 
Vs  B  H  :  H  Z  in  dem  Verhältnis 


20 


25 


30 


a)  Letzteres  in  dem  Fall,  daß  A  E  >>  A  f. 

b)  Zunächst    ist   ZE:Er  =  ZA:AB   und   ZA  :  AB  =  TA:  AB 
nach  Eukl.  VI.  2. 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II. 


18 


274  Zwölftes  Buch     Erstes  Kapitel. 

stellt  wie  die  Gescliwindigkeit  des  Epizykels  zu  der  Geschwin- 
digkeit des  Planeten.  Wenn  wir  nun  nach  dem  oben  (S.  272,24) 
geführten  Beweis  einen  dem  Bogen  AB  gleichen  Bo^en  AA 
(von  A  aus)  abtragen  und  die  Verbindungslinie  A0H  ziehen, 
5  so  wird  nach  der  exzentrischen  Hypothese  Punkt  0  als 
unser  Auge  anzunehmen  sein,  und  es  wird  72^^^'^^  ^^ 
dem  Verhältnis  stehen^)  wie  die  Geschwindigkeit  des  Ex- 
zenters zu  der  Geschwindigkeit  des  Planeten. 
Hei  459       Wir  behaupten  also,  daß  der  Planet,  in  Punkt  H  angelangt, 

10  nach  beiden  Hypothesen  den  Eindruck  eines  scheinbaren 
Stillstandes  machen  wird,  und  daß  wir,  wenn  wir  beiderseits 
des  Punktes  H  einen  beliebig  großen  Bogen  abtragen,  den 
nach  dem  Apogeum  (d.  i.  nach  K)  zu  als  Bogen  der  Recht- 
läufigkeit   und  den  nach  dem  Perigeum    (d.  i.  nach  f)  zu 

15  als  Bogen  der  Rückläufigkeit  finden  werden. 

Beweis.     A.  Nach  der  epizyklischen  Hypothese. 
Man  trage  zunächst  nach  dem  Apogeum  zu  den  beliebig 
großen  Bogen  HK  ab  und  ziehe  die  durchgehenden  Geraden 
ZKA,   K0M,   sowie   die  Verbindungslinien   BK,  AK  und 
Ha  319  EK,  EH. 

21        Dann  ist  (nach  Eukl.  III.  15)  in  dem  A  B  KZ 


BH>BK, 

mithin 

BH:HZ>/.HZK:/LHBK,  (S.  272,  23; 

also  auch 

V,BH:HZ>^HZK:2/_HBK. 

Nun  ist 

/.HEK-27.HBK,     (Eukl.  III.  20) 

mithin 

V2BH:HZ>/.HZK:/.HEK. 

Es  ist  aber 

'/^BH:HZ  =GEp:GPl^\ 

folglich 

/.  HZK  : /.  H  EK  <  GJ^i? :  G^PZ.c) 

a)  Es  ist  das  oben  (S.  271,6)  mit  TT0:K0  bezeichnete  Ver- 
hältnis.    Hierzu  vgl.  den  Lehrsatz  S.  269,  6. 

b)  Die  Bezeichnung  GEp  und  GEx,  sowie  GPl  wird  von  hier 
ab  in  den  Beweisgängen  für  die  Geschwindigkeit  des  Epizykels, 
des  Exzenters  und  des  Planeten  angewendet  werden. 

c)  Das  Zeichen  <]  tritt  ein  wegen  Umstellung  der  Verhält- 
nisse: das  Verhältnis  der  Winkel  stand  vorher  (Z.  26)  an  zweiter 
Stelle. 


Vorbemerkungen  zur  Rückläufigkeit.  275 

Mithin  muß  derjenige  Winkel,  welcher  zu  /.HEK  das- 
selbe Verhältnis  hat  wie  die  Geschwindigkeit  des  EpizykelsHei  460 
zu  der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  größer  als  /.HZK 
sein.     Dieser  Winkel  sei  also  der  /.HZN. 

In  derselben   Zeit,  in  welcher  der  Planet  den  Epizykel-    5 
bogen  K  H  zurücklegt,  hat  sich  der  Mittelpunkt  des  Epizykels 
nach   der   entgegengesetzten  Richtung   die  Laufstrecke  be- 
wegt, welche  dem  Intervall  von  ZH  zu  ZN  gleich  ist.     So- 
mit ist  klar,  daß  der  Epizykelbogen  KH   den  Planeten  um 
einen  kleineren  an  unserem  Auge  gebildeten  Winkel  —  es  10 
ist  der  Z.  HZK  —  in  der  gleichen  Zeit  gegen  die  Richtung 
der  Zeichen  weitergetragen  hat,  als  der  Winkel  beträgt  — 
es  ist  der  ^  H  Z  N  —  welchen  der  Epizykel  selbst  den  Planeten 
in  der  Richtung   der  Zeichen  weitergeführt  hat.     Folglich 
ist  der  Planet  um  den   /.KZN   zurückgeblieben  (d.  h.  noch  15 
rechtläufig)  *) 

B.  Nach  der  exzentrischen  Hypothese. 

Es  ist  BH:HZ>/.HZK  :  /.HBK.  (S.  272,23) 

Bei  Verbindung  (BH  +  HZ:HZ>/LHZK4-/.HBK:/.HBK) 

BZ:HZ>/.BKA   :  /.  HB  K.(Eukl.I.32)  20 
Nun  ist  BZ:HZ  =  A0:0H.     (S.  270,23)  Ha  320 

(mithin  auch  A0:0H>/.BKA:/.HB K.) 

Ferner  ist  {^hBK^^IhAkI   (Eukl.  III.  27) 

folglich  A0:0H>/,  AKM: /L  HAK.  Hei  461 

Bei  Verbindung  (A0-J-0H  :  0h'>  ^  AKM-j- ^  HAK:  /,  HAK)  26 

AH:0H>^  H0K:/.  H AK;(Eukl.I.32) 
mithin  bei  Trennung  %AH:0H>/,H0K:2/.HAK, 

oder         %AH:0H>^H0K:/,H  EK.(Eukl.III.20) 
Es  ist  aber         %  A  H  :  0  H  =  GEx :  GPl,  30 

folglich  /.H0K:/.HEK<  GEx  :  GPl. 
Mithin  muß^  derjenige  Winkel,  welcher  zu  /.HEK  das- 
selbe Verhältnis  hat  wie  die  Geschwindigkeit  des  Exzen- 

a)  ^TitoXsiTtsöd'ccL  bezeichnet  das  Zurückbleiben  in  östlicher 
Richtung  hinter  der  Bewegung  des  täglichen  Umschwungs,  wo- 
durch die  „Rechtläufigkeit"  des  Planeten  zum  Ausdruck  kommt. 


276 


Zwölftes  Buch.     Erstes  Kapitel. 


ters  zu  der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  größer  alsLHGK 
sein.     Dieser  Winkel  sei  also  wieder  der  Z.  H  0  N. 

In  der  gleichen  Zeit  ist  der  Planet  selbst  nach  Zurück- 
legung des  Bogens  H  K  um  den  /.HEK  gegen  die  Richtung 

5  der  Zeichen  (S.  269, 2)  fortgeschritten,  während  er  von  der 
Bewegung  des  Exzenters  selbst  in  der  Richtung  der  Zeichen 
um  den  /.  HON  weitergeführt  w^orden ist,  welcher  größer  ist 
als  der  /.H0K.  Es  ist  demnach  klar,  daß  auch  so  (d.i. 
vom  Mittelpunkt   0    aus)  betrachtet,    der  Planet  um    den 

10  /.  K0N  scheinbar  zurückgeblieben  (d.h.  noch  rechtläufig)  ist. 


Hei  452 


Ha  321 


Es  ist  leicht  einzusehen,  daß  sich  mit  denselben  Mitteln 
auch  das  Gegenteil  beweisen  lassen 
wird,  wenn  wir  an  derselben  Figur 
annehmen,  daß 

bzw.    V,  MK:0K  =  G^£'a;:G^PZ. 

Wir  haben  uns  nunmehr  den 
Bogen  KH  von  der  Geraden  AZ 
aus  nach  dem  Perigeum  (f)  zu 
abgetragen  zu  denken.  Man  ziehe 
die  Verbindungslinie  AH  und  mache 
dadurch  das  A  AZH  fertig,  in  wel- 
chem die  abgetragene  Strecke  ZK 
(nach  Eukl.  III.  8)  größer  ist  als  die 
Seite  ZH.    Es  ist  demnach*^ 

AK:ZK<^HZK:/.HAK, 
mithin    %  AK  :  ZK<Z  HZK  :  2 /.HAK. 
Nun  ist  ^  H  E  K  =  2  /.  H  A  K,     (Eukl.  III.  20) 

folglich     Vg  AK:ZK</,  HZK:  /.  HEK. 

30       Hiermit  ist  also  das  umgekehrte  Ergebnis  erzielt  worden 
wie  oben  (S.  274,26).  Und  schließlich  wird  man  auf  demselben 


16 


20 


25 


a)  Weil  A  K  als  die  kleinere  Strecke  der  größeren  Z  K  voran- 
steht, so  ist  das  Größenverhältnis  das  umgekehrte  wie  im  Hilfs- 
satz S.  272,  23. 


Vorbemerkungen  zur  Rückläufigkeit.  277 

Wege^^^  zu  dem  umgekehrten  Verhältnis  (wie  S.  274, 28   u. 
275, 3 1)  gelangen: 

iHEK:  i^HZK<iGPl:GEp,  Hei 463 

i  bzw.     /.  HEK:/,  H0K<GPZ:G^Ji'a;. 

Hieraus  ergibt  sich  die  Schlußfolgerung:  V^enn  derjenige  5 
Winkel,  welcher  (in  beiden  Fällen)  in  demselben  Verhältnis 
steht   (d.  i.   /-HZK,  bzw.   /.H0K),    größer  wird   als   der 
Winkel  HEK,  dann  wird  die  rückläufige  Bewegung  größer 
als  die  rechtläufige. 

Noch  ein  Punkt  ist  zu  beachten.     In  den  Entfernungen,  10 
in  welchen  das  Verhältnis  von  ET  zu  TZ  nicht  größer  (d.i. 
mindestens  ebensogroß)  ist  als  das  Verhältnis,  welches  die  Ge- 
schwindigkeit des   Epizykels   zu   der   Geschwindigkeit   des 
Planeten  hat,  wird  es  erstens  nicht  möglich  sein,  eine  andere 
Gerade  in  dem  gleichen  Verhältnis  durch  den  Epizykel  zu  15 
ziehen,  und  zweitens  wird  der  Planet  weder  scheinbar  stationär 
noch  rückläufig  werden.     Da  nämlich  in  dem  ^  EKZ  die 
abgetragene  Gerade  E  f  nicht  kleiner  (sondern  ebensogroß)  Ha  322 
als  die  Seite  EK  ist,  so  wird  das  Verhältnis 

/.rzK:^rEK<Er:rz.   (S.  272,23)  20 

Nun  ist  Er  :  rz  nicht  >  GEp  :  GPl, 

folglich  /.rZK:^rEK<  GEp  :  GFl 

Da  von  uns  (S.  275,15)  nachgewiesen  worden  ist,  daß  dort, 
wo  dieses  Verhältnis  stattfindet,  der  Planet  (östlich)  zurück-  Hei  464 
geblieben  (d.  i.  noch  rechtläufig)  ist,  so  werden  wir  also  (in  25 
diesem  Fall)  keinen  Bogen  des  Epizykels  und  des  Exzenters 
finden,  auf  welchem  er  scheinbar  rückläufig  werden  wird.  ^^ 


a)  Deshalb  werden  bei  den  übrigen  Planeten  außer  bei  dem 
Merkur  (vgl.  S.  311,  i5— is)  die  Rückläufigkeitsstrecken  mit  der 
Annäherung  an  die  Erde  immer  kürzer  und  fallen  bei  dem 
Monde,  wenn  er  sich  im  Apogeum  des  Epizykels  gegen  die 
Richtung  der  Zeichen  bewegt,  ganz  weg. 


278 


Zwölftes  Buch.     Zweites  Kapitel. 


10 


15 

Ha  223 


20 


25 


Zweites  Kapitel. 
Nachweis  der  Rückläufigkeitsstrecken  des  Saturn. 

Mit  Kücksicht  auf  diese  Verhältnisse  werden  wir  schließ- 
lich für  jeden  Planeten  den  dargelegten  Hypothesen  gemäß 
die  Berechnung  der  Rückläufigkeitsstrecken  auseinandersetzen 
und  hierbei  mit  dem  Saturn  den  Anfang  auf  folgende  Weise 
machen. 

Der  Kreis,  welcher  den  Mittelpunkt  des  Epizjkels  trägt, 
sei  A  B  um  den  Durchmesser  A  rB*\  auf  welchem  der  Mittel- 
punkt der  Ekliptik,  d.  h. 
unser   Auge,   in    f  ange- 
nommen   sei.      Nachdem 
man  um  den  Mittelpunkt 
A  den   Epizykel   AEZH 
beschrieben ,    ziehe    man 
durch  ihn  die  Gerade  TZE 
und  fälle   auf  sie  von  A 
aus  das  Lot  A0.    Diese 
Gerade   soll   derartig  ge- 
zogen sein,  daß  die  Hälfte 
derselben,  d.i.  Z0,  zu  ZT 
in  dem  Verhältnis  stehe, 
welches  die  Geschwindig- 
keit des  Epizykels  zu  der 
Geschwindigkeit  des  Pla- 
neten hat. 
I.  Zunächst  sei  der  Epizykel  in  der  mittleren  Entfernung 
in   der  Stellung  angenommen,  daß  die  periodischen  Bewe- 
gungen in  Länge  und  in  Anomalie  nahezu  dieselben  sind, 
wie   die   theoretisch   auf  den  Mittelpunkt   der  Ekliptik  be- 
zogenen.^) 


a)  Der  Buchstabe  B  fehlt  an  der  Figur,  weil  die  drei  Ent- 
fernungen zu  einer  Figur  von  mir  vereinigt  worden  sind.  Die 
Gründe,  welche  zu  dieser  Veränderung  geführt  haben,  werden 
in  der  Anm.  16  erörtert. 

b)  Auf  der  Strecke  des  mittleren  Laufs  (d.i.  in  der  Mitte 
zwischen  Erdferne  und  Erdnähe)  ist  der  ungleichförmige  oder 


Rückläufigkeit  des  Saturn.  279 

Bei  dem  Saturn  hatten  wir  (S.  255, 3l)  den  Halbmesser 
AA  des  Epizykels  zu  6^30'  in  dem  Maße  nachgewiesen,  in  Hei  465 
welchem  der  Halbmesser  TA  der  mittleren  Entfernung  60^ 
beträgt; 

mithm  ist       {  rH  =  rA-AA  =  53P30'l  -  demselben  Maße, 

demnach  TH  •  TA  =  3557^'  45'. 

Nun  ist  PH  •  TA  =  E  r  •  TZ,     (Eukl.  III.  35) 

folglich  auch  Er-rZ  =  3557P'45'     wie  TA  =  60^. 

Setzt  man  die  Geschwindigkeit  des  Epizykels,  d.  i.  die  10 
Strecke  Z0  gleich  l'',   so  ist  nach  Maßgabe  des  mittleren 
Laufs*^  die  Geschwindigkeit  des  Planeten,  d.  i.  die  Strecke 
rZ,  gleich  28^^25' 46".     In  diesem  Maße  ist  demnach 

ET  =  2Z0  +  rZ  =  30''25'46", 

ErrZ  =  865^'5'32".  15 

Wenn  wir  nun^^  den  oben  (für  E  f  •  FZ)  gewonnenen  Wert 
durch  letztere  Zahl  dividieren,  so  ist 

3557^' 45'  :  865''' 5' 32"  =  4P'6'45",  Hei  466 

)/4P'6'45"  =  2Pl'40". 
Multiplizieren  wir  alsdann  mit  diesem  Werte  sowohl  die  20 
Verhältniszahl  1^  der  Strecke  Z0  als  auch  die  Verhältnis - 
zahl  28^^25' 46"  der  Strecke  VZ,  so  werden  wir  erhalten 

genauberechnete  Lauf  des  Epizykels  (in  der  Ekliptik)  unwesent- 
üch  verschieden  von  dem  periodischen  (auf  dem  Exzenter  der 
größeren  Exzentrizität),  weil  dort  die  Anomaliedifferenz  nahezu 
von  derselben  Größe  bleibt,  so  daß  sie  auf  den  Unterschied  des 
scheinbaren  Laufs  des  Epizykels  von  dem  mittleren  auf  dieser 
Strecke  keinen  wesentlichen  Einfluß  äußert. 

a)  Das  Verhältnis  der  Wiederkehren  in  Anomalie  zu  den  Um- 
läufen des  Epizykels  ist  (nach  S.  99,  24)  57"^ :  2''-f- lU3',  d.i. 
20  520°  :  721»/^«  =  28''25'51"  :  1^  Genau  in  demselben  Verhält- 
nis stehen  die  jährlichen  Beträge  in  Anomalie  und  Länge  347^32' 
:  12^8' 24"  (s.  Tafel  IIa  S.  105). 

b)  Um  die  Strecken  Z  0  und  TZ  auf  das  Maß  TA  =  60^  zu 
reduzieren.  Die  Division  ergibt  zunächst  das  Verhältnis  der 
beiden  Maße  mit  l'^' :  4P'6'45". 


280 


Zwölftes  Buch.    Zweites  Kapitel. 


wie  ErrZ  =  3557P'45'. 


Ha  324 
5 


Z0=    2^    1'40' 
rZ  =  57^38' 55' 

Nun  ziehe  man  die  Verbindungslinie  AZ.    Dann  ist 

Z0==      2P   1'40"     wie  AZ  =  &^SO'. 
Setzt  man       h^Z  =  120^, 

so  wird       sZ0=    37^26'    9" 

also       6Z0=    36"  21' 15" 

mithin  /,ZAÖ=    36'^ 21' 15" 

=    18M0'38" 


in  diesem  Maße, 
wie  ©Z0A  =  36O°, 
wie  ^i?=360^ 
wie  4i?  =  360». 


r0  =  rZ  +  Z0  =  69P4O'35" 

hrA  =  120P, 

sr0  =  119^21' 10" 

6r0  =  168°   5' 39" 

/.rA0==168''    5' 39" 

=    84»    2' 50" 

iAre=    5»  57' 10" 

(Nun  war  /.ZA0=    18U0'38" 
folglich  /.ZAH=    66« 52' 12' 


10 

Ferner  ist 

Setzt  man 

so  wird 

also 

mithin 

15 

ii467 

daher 

wie  h  TA  =  60^. 


in  diesem  Maße, 

wie  ©  r0A  =  36O°, 

wie  2R  =  'i&0\ 

wie  4R  =  S60\ 

als  Komplementwinkel. 

wie  4B  =  d60') 
als  Differenz. 

(/.rA0-^ZA0) 

Zur  Zeit  des  ersten  Stillstandes  liegt  der  scheinbare  Ort 
20  des  l^laneten  auf  der  Geraden  FZ,  zur  Zeit  der  Opposition 
dagegen  auf  der  Geraden  FH.  Hätte  der  Mittelpunkt  des 
Epizykels  keine  Bewegung  in  der  Richtung  der  Zeichen, 
so  ist  klar,  daß  die  65^52'l2"  des  Epizykelbogens  ZH  die 
5^57'  10"  Rückläufigkeit  des  LAVZ  [s.  Z.lß  L  ATO)  (dau- 
25  ernd)  messen  würden.*^  Nun  entfallen  aber  bei  dem  vor- 
liegenden Verhältnis  (l  :  28V12)  <^^^  Geschwindigkeit  des  Epi- 
zykels zu  der  Geschwindigkeit  des  Planeten  auf  die  oben 
festgestellten  65^52' 12"  in  Anomalie  ohne  wesentlichen 
Fehler  2^19'  in  Länge^^;  mithin  werden  wir  die  Rückläufig- 


a)  D.h.  die  65^52' 12"  der  Anomalie  würden  in  diesem  Fall 
maßgebend  sein  zur  tabellengemäßen  Berechnung  der  Zeit,  in 
welcher  der  Planet  die  Strecke  von  5".'i7'10"  zurücklegt. 

b)  Das  Verhältnis  1 :  28%2=^  ^  ß^y^  liefert  für  x  ungefähr  2  y,  *', 
die  (vgl.  S.  281,14)  für  mittlere  Länge  gelten. 


Rücklänfigkeit  des  Saturn.  281 

keit   von  dem  ersten  Stillstand  bis  zur  Opposition  in  dem 
Rest    (5^57'lO"  — 2^9'=)  3<>38'10"    erhalten    oder    mit  Ha  325 
69  Tagen,  in   welchen   der  Planet  sich  ohne  wesentlichen 
Fehler  die    2^  1 9'    der   periodischen   Länge  weiterbewegt.*^ 
Folsrlich  erhalten  wir  die  ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit  5 
mitVl6'20"  oder  138  Tagen. 

IT.  Weiter  werden  wir  auf  demselben  Wege  die  zahlen- 
mäßigen Beträge  in  der  größten  Entfernung   ermitteln, 
d.  h.   wenn  die  in  der  Mitte  zwischen  den  Stillständen   ein- 
tretende Opposition  den  Mittelpunkt  des  Epizykels  genau  10 
in  das  Apogeum  des  Exzenters  verlegt,  jeden  der  beiden  Still- 
stände dagegen  selbstverständlich  annähernd  in  denjenigen 
Abstand  von   der   Stelle   der   Opposition ,   welcher   für  das  Hei  468 
mittlere  Verhältnis  mit  2^19'  (mittlerer  Länge)  nachge- 
wiesen worden  ist,  d.  h.  (jetzt)  in  den  Abstand  der  genau-  15 
berechneten   Länge   vom  Apogeum.    Für  diese   Stellung 
wird  die  Strecke  TA  der  alsdann  stattfindenden  Entfernung 
als  unwesentlich  verschieden  gewonnen  von  der  Strecke  der 
größten  Entfernung,  welche  auf  dem  von  uns  früher  (S.  256, 
5)  erörterten  theoretischen  Wege  (mit  63^25')  festgestellt  20 
wurde,  während  die  auf  einen  Grad  in  Länge  entfallende 
Prosthaphäresis  ohne  wesentlichen  Fehler  0^6' 30"  beträgt.^) 
Mithin  steht  die  genauberechnete  Länge  (Z0)  zu  der  genau- 
berechneten Anomalie  (HZ),  d.  i.  die  zurzeit  (des  ersten  Still- 
standes) vor  sich  gehende  scheinbare  Geschwindigkeit  des  25 
Epizykels   zu  der  scheinbaren  Geschwindigkeit   des  Pla- 
neten, in  dem  Verhältnis  von  (1^— 6'30''=)  0^53'30"  zu 
(28^25'46"-f  6'30"==)  28^32'l6". 

Es  sei  dieselbe  Figur  vorgelegt.^^^   Als  unwesentlich  ver- 
schieden von  der  größten  Entfernung  ist  30 


a)  Die  Berechnung  nach  der  Tafel  für  Saturn  (S.  106)  lie- 
fert für  69'!  in  Länge  2<'18'38",  in  Anomalie  65Ul'62". 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  261)  entfällt  auf  6°  Ent- 
fernung vom  Apogeum  des  Exzenters  die  Prosthaphäresis  0^39', 
also  auf  1*^  genau  0^6'30".  Warum  dieser  Wert  einerseits  ab- 
zuziehen, anderseits  zu  addieren  ist,  wird  Anm.  16  erklärt. 


282 


Zwölftes  Buch.     Zweites  Kapitel. 


mithin 

Nun  ist 
6  folglich  auch 


rA  =  63i'25'     wie  ep/iwi  A  A  =  6^30'; 

m  =  TA -AA  =  66^55'. 

TA  TH  =  E  r  ■  rZ,     (Eukl.  III.  35) 

ErrZ  =  3979P'25'25". 


Ha  326 

Hei  469 


10 


Ferner  ist 

mithin 
folglich 

Ferner  ist 
mithin 


|Z0=    0''53'30" 
1  rZ  =  28''32'l6" 


als  GEp, 
als  GPl, 

Er  =  2Z0  +  rz  « so^'ie'ie", 

Er- rZ  =  865''' 17' 50". 


3979P'25'25"  :  Söö'"'  17^50"  =  4P'35'56" 


|/4P'35'56"==2P8'40". 

Multiplizieren  wir  alsdann  mit  diesem  Werte  sowohl  die 
Verhältniszahl  O'^öS'SO"  der  Strecke  Z0  als  auch  die  Ver- 
hältniszahl 28^*32' 16"  der  Strecke  VZ,  so  werden  wir  er- 
15  halten 

Z0=    lP64'44"]      .     (AZ=    6^30' 

(  wie  { 
rZ  =  6lPll'52")  1  TA  =  63^25', 

r0  =  63P   6 '36"     als  Summe. 


20 


Hei  470 


mithin 

Setzt  man 
so  wird 

also 
mithin 


ÄAZ  und  ÄrA  =  120^ 
«Z0=    35^18'    9"  und  sr0  =  119P25'll", 
Z)Z0=    34«  13'  4"     wie  ©Z0A  =  36O^ 
6  r0  =  168*'  43'  38' '     wie  ©  r0  A  =  360«; 
/.ZA0=    34«13'    4"     wie^JB  =  360«, 
/,  TA 0  =  168« 43' 38"     wie  <8iJ!  =  360«; 


25 


(/.ZA0=    17«    6'32"     wie  4jB  =  360«, 
tolglichj  ^|-^Q_    84«21'49"     wie4E  =  360«. 


Endlich  ist 


^  A  r0  =      5  «  38 '  1 1 "     als  Komplementwinkel, 
/,ZAH=    67«  15' 17"     als  Differenz. 

(Z.rA0-/.ZA0) 

Wenn  der  Epizjkel  keine  rechtläufige  Bewegung  hätte,  so 

30  hätten  wir  in  /.  A  TG  den  Winkel  der  Rückläufigkeit  von 

dem  einen  Stillstand  bis  zur  Opposition  und  in  /-ZAH  den 

Hft  327  Winkel  des  scheinbaren  Laufs  (in  Anomalie)  auf  dem  Epi- 

zykel  bei  demselben  Abstand  (von  5*38' ll").     Nun  ent- 


Rückläufigkeit  des  Saturn.  283 

fallen  auf  die  vorliegenden  6 7^  15' 17"  (der  scheinbaren  Ano- 
malie) nach  den  in  dem  Apogenm  eintretenden  Verhältnissen 
(28V2  :  7io)  ^^^  Geschwindigkeiten  2^  6' 6"  genauberechneter 
Länge;  mithin  werden  wir  die  Hälfte  der  ganzen  Rück- 
läufigkeit in  dem  Rest  (ö^SB'll"  -  2<>6'6"  =)  3« 32' 5"  er-  5 
halten  oder  mit  7073  Tagen;  denn  in  so  viel  Tagen  bewegt 
sich  der  Planet  ohne  wesentlichen  Fehler  die  2^21' 25"  in 
periodischer  Länge  weiter^^,  welche  (unter  Zusatz  der  Prosth- 
aphäresis  0^1 5' 19")  auf  die  obengenannten  2® 6' 6"  der  ge- 
nauberechneten Länge  entfallen.  Folglich  erhalten  wir  die  10 
ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit  mit  7^4' 10"  oder  I4073 
Tagen. 

HL  Auf  dem  ähnlichen  Wege  werden  wir  an  derselben 
Figur  auch  die  Beträge  in  der  kleinsten  Entfernung  er- 
mitteln, wenn  die  in  der  Mitte   zwischen  den  Stillständen  15 
eintretende  Opposition  genau  in  dem  Perigeum  des  Exzen-  Hei  471 
ters  und  jeder  der  beiden  Stillstände  in  dem  (für  die  mitt- 
lere Entfernung  mit  2^19')  vorliegenden  Abstand  in  Länge 
von  dem  Ort  der  Opposition,  d.  i.  von  dem  Perigeum,  statt- 
findet.  Für  diese  Stellung  wird  die  Strecke  TA  der  alsdann  20 
eintretenden   Entfernung   als  unwesentlich  verschieden  von 
der  Strecke  (56^35'  S.  256,  ll)  der  kleinsten  Entfernung  ge- 
wonnen, während  die  auf  einen  Grad  in  Länge  entfallende 
Prosthaphäresis  ohne  wesentlichen  Fehler  0^7' 20"  beträgt.^) 
Mithin  steht  in  diesem  Fall  die  scheinbare  Geschwindigkeit  25 
des  Epizykels  zu  der  scheinbaren  Geschwindigkeit  des  Pla- 
neten in  dem  Verhältnis  von  (1^-f  7'20"=)  l'^7'20"  zu 
(28'^25'46"-7'20"  =)  28'^18'26". 

Ist  also  rZ  =  28^^18' 26"  und  20=1'^ 7' 20", 

so  wird  Er  =  2Z0-f  rZ  =  30^33'6'',  SO 

folglich  Er.rZ  =  864'''49'50". 


a)  Für  70  V/  gibt  die  Tafel  (S.  106)  in  Länge  2^21' 18",  in 
Anomalie  66° 58 '3". 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  261)  entfällt  auf  3"  Ab- 
stand von  dem  Perigeum  die  Prosthaphäresis  0*^22',  also  auf  l'' 
genau  0°7'20". 


284  Zwölftes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

Ha  328       Ferner  ist  als  unwesentlich  verschieden  von  der  kleinsten 
Entfernung 

TA  =  56^35'     wie  epJi7n  A  A  =  6^30'; 
rA  =  rA-[-AA  =  63i^5', 
rH  =  rA-AA  =  50P5'. 


mithin 


(Nun  ist  TA  •  TH  =  E T-  TZ)     (Eukl.  IIL  35 ) 

Hei  472  folglich  E T- TZ  =  3159^' 25'25". 

Ferner  ist  3169P'25'25"  :  864'''49'60"=3P'39'12", 

mithin  y3P'39'12"  =  iP54'42". 

jQ  Multiplizieren  wir  alsdann  mit  diesem  Werte  sowohl  die 
Verhältniszahl  1^7' 20"  der  Strecke  Z0  als  auch  die  Ver- 
hältniszahl 2 S'^  18' 2 6"  der  Strecke  FZ,  so  werden  wir  er- 
halten 

Z0=    2P8'43"t      .     fAZ=    6^30' 

wie  < 
rZ  =  54P6'22"|  \  TA  =  56^35', 

mithin  r0  =  56Pl5'5"     als  Summe. 


15 


Setzt  man    h  AZ  und  ä  TA  =  120^ 

so  wird       sZ0=    39P36'18"  und  s  r0  =  119P17'46", 
(     5Z0=    38°32'34"     wie  ©Z0A, 
20  \      6r0  =  167»34'54"     wie©r0A; 

|/,ZA0=    38032'34"     wie  ^i2  =  360<^, 

UjrA0  =  167''34'54"     wie  ^i2=360»; 

.       f/,ZA0=    19016'17"     wie4i^=360^ 

^^         l/.rA0=    83°47'27"     wie4jR  =  360". 

^*  ^^^l    T^    JT  1    •  xfZ.Ar0=      6M2'33"     als  Komplementwinkel, 
Hei473}    Endlich  ist    7"  ^.L,         ^.oo.'.n'/        1     j^-sr 

1/  ZAH=    64*^31  10       als  Differenz. 

26  ~  (/.rA0-/.ZA0) 

Wir  werden  also  in  L  AVQ  den  Winkel  der  Rückläufig- 
keit von  dem  einen  Stillstand  bis  zur  Opposition  gemäß  der 
Geschwindigkeit  des  Planeten  haben  und  in  Z.  ZAH  den 
30  Winkel  des  scheinbaren  Laufs  (in  Anomalie)  auf  dem  Epi- 
zykel  bei  demselben  Intervall  (A0).  Nun  entfallen  auf  die 
64^31' 10"  des  letzteren  nach  dem  im  Perigeum  eintreten- 
den Verhältnis (28 Vgi^Vso)  der  Geschwindigkeiten  2^33'28" 


Zwölftes  Buch.     Drittes  Kapitel.  285 

genauberechneter  Länge.  Mithin  werden  wir  die  Hälfte  der 
ganzen  Rückläufigkeit  in  dem  Rest  (6012' 33"  -  2^33' 28"=) 
3^39' 5"  erhalten  oder  mit  68  Tagen;  denn  in  so  viel  Ta- 
gen legt  der  Planet  in  mittlerer  Bewegung  ohne  wesentlichen 
Fehler  die  2^1 6' 4  5"  periodischer  Länge  zurück^),  welche  5 
(unter  Abzug  der  Prosthaphäresis  0^1 6' 43")  auf  die  oben 
ermittelten  2^33' 28"  der  genauberechneten  Länge  entfallen. 
Folglich  erhalten  wir  die  ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit 
mit  7<'18'10"  oder  136  Tagen. 

Drittes  Kapitel. 
Nachweis  der  Bückläufigkeitsstrecken  des  Jupiter. 

I.  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  mittleren  Entfer-  10 
nung  erhält  man  bei  dem  Jupiter  folgende  Proportionen:^^ 

Z0:rZ=      l'':10''51'29", 
mithin  Er:rZ=    12''51'29"  :  10''51'29"; 

folglich  ErrZ  =  139'''37'39". 

Ferner  ist  TA  :  A  A  =    60^  :  11^30',  Hei  474 

mithin  TA :  TH  =    71^30' :  48^30';  ^^ 

folglich  TA  •  PH  =  3467P'  45'. 

Wird  die  Wurzel  4^59^1"  des  aus  der  Division  hervor- 
gegangenen Quotienten  24^' 50'  9"  mit  den  oben  (Z.  12)  gege-  Ha  330 
benen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  TZ  multipli-  20 
ziert,  so  wird 

Z0=   4P59'  1"\     .    f  AZ  =  llP30' 

,  >  wie  { 
rZ  =  54P   6'44")  1  rA  =  60P, 

mithin  TO  =  59^   5'45"     als  Summe. 

Setzt  man  h  AZ  und  /i  TA  =  120^,  25 

so  wird  sZ0  =  52^'  O'IO"     und  s  TO  =  118Pi1'30", 


a)  Für  68d  gibt  die  Tafel  (S.  106)  2°  16' 37"  in  Länge,  in 
Anomalie  64®44'44". 

b)  Das  Verhältnis  der  Wiederkehren  in  Anomalie  zu  den  Um- 
läufen des  Epizykels  ist  (nach  S.  100,9)  65"^ :  6""- 4<>50',  d.i. 
234000:2155V6"=10''61'28":  1^  Zu  dem  Entfernungsverhält- 
nis TA:  AA  s.  S.  255,32. 


286 


Zwölftes  Buch.     Drittes  Kapitel. 


mithin       6  Z0  =  51"21'4l"     und  &  TO  =  160U'55"; 


Hei  475 


Endlich  ist 


I^ZA0  =  25''4O'5O" 
^^^l^rA0  =  8O«  2'28" 


wie  4R 
wie  iB  ^ 


360^ 
360<>. 


ArZ=    9<*57'32"     als  Komplementwinkel, 
ZAH  =  54^21'38"     als  Differenz. 

a  TAG -^  ZAG) 


10 


15 


20 


Somit  ist  Lf^VZ.  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten  und  /,  Z  A  H  der  AVinkel 

der  scheinbaren  Ano- 
malie. Auf  die  54^21' 
38"  des  letzteren  ent- 
fallen nach  den  (mit 
10%  •  l)  vorliegenden 
Verhältnissen  5M'24" 
(diesfalls  mittlerer)  Lauf 
in  Länge.  Mithin  be- 
trägt die  Hälfte  der 
Rückläufigkeit  (9^57' 
32"-  50  1'  24"=)  40 
5 6' 8"  oder  rund  eOYg 
Tage'^^  (der  periodischen 
Länge  entsprechend) 
und  die  ganze  Strecke 
der  Rückläufigkeit  9® 
52' 16"  oder  121  Tage. 


25  Die  Entfernung  (FA)  ist  bei  5^  Abstand  (der  Stillstände) 
von  dem  Apogeum  (des  Exzenters)  unbeträchtlich  klei- 
ner als  die  größte  Entfernung  (62^4  5'),  und  die  Entfer- 
nung bei  demselben  Abstand  von  dem  Perige  um  (des  Ex- 
zenters) ist  nur  unbeträchtlich  größer  als  die  kleinste  Ent- 

30  fernung  (57^15'). 

a)  Für  6OV2''  gibt  die  Tafel  (S.  109)  5«1'43"  in  Länge  und 
54*^ 36' 6"  in  Anomalie. 


Rückläufigkeit  des  Jupiter.  287 

IL  Nach  den  Zahlen  Verhältnissen  bei  der  größten  Ent- 
fernung (62^45'  S.  256,6)  findet  man  die  Prosthaphäresis 
der  genauen  Berechnung*)  mit  0^5' 10".    Daher  ist 

Z0  :  rZ  =      0''54'50"  :  10^^56' 39", 
mithin  Er:rZ=    12^^46' 19"  :  lO^'öe' 39";  Ha  33i 

folglich  Er- rZ  =  139^^46' 42".  6 

Ferner  ist  rA:AA=    62^45' :  11^30', 

mithin  TA  :  TH  =    74^15' :  61^  1 5'; 

folglich  rATH  =  3805P'l8'45". 

Wird  die  Wurzel  5^1 3' 4"  des  aus  der  Division   hervor- H*i  476 
gegangenen  Quotienten  27^'lo'26"  mit  den  oben  (Z.  4)  ge-  11 
gebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  TZ  multi- 
pliziert, so  wird 

Z0=   4P46'   6'1      .^  fAZ  =  llP30' 

?  wie  \ 
rZ  =  57P    6'  19' )  1  TA  =  62^45',  15 

mithin  TG  =  61^52' 25"     als  Summe. 

Setzt  man    h  AZ  und  7i  TA  =  120^, 

so  wird       sZ0  =  49i'45'23"     und  s  TO  =  118^19'27", 
mithin       ö  Z0  -  48<'59'34"     und  6  r0  =  160U9'86", 

|/^ZA0  =  24»29'47"     wie  4i2  =  360»,  20 

lz.rA0  =  8O«24'48"     wie  4i2=360°. 

XI   ji-  1.   •  xf/.ArZ=    9<>35'12"     als  Komplementwinkel, 
Endlich  ist|^_,^^^^^,^^,    1"     als  Differenz. 

(/.rA0-/.ZA0) 

Somit  ist  L  ATZ  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  /.ZAH  der  Winkel  der  26 
scheinbaren  Anomalie.  Auf  die  55^55' l"  des  letzteren  ent- 
fallen nach  den  in  dem  Apogeum  eintretenden  Verhältnissen 
(ll:^Yi2)  4® 40' 35"  genauberechneter  Länge,  während  die 
periodische  Länge  (unter  Zusatz  der  Prosthaphäresis  0^26') 
5<^6'35"  beträgt.   Mithin  beläuft  sich  die  Hälfte  der  Rück-  30 


a)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  262)  entiällt  auf  6"  Ent- 
fernung vom  Apogeum  die  Prosthaphäresis  0^31',  also  auf  1® 
genau  0<>5'10". 


288  Zwölftes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

läufigkeit  auf  (9035'  12"—  4^0'  35"  =)  4^54'  37"  oder  rund 
6 172  Tage*)  (der  periodischen  Länge  entsprechend)  und  die 
ganze  Strecke  der  Eückläufigkeit  9U9'l4"  oder  123  Tage. 
Hei  477}  III'  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  kleinsten 
ß  Entfernung  (57^15'  S.  256,12)  findet  man  die  Prosthaphä- 
resis  der  genauen  Berechnung^)  zu  0^5' 40".    Daher  ist 

Z0:rZ=      l''   5'40":10''45'49", 
mithin  Er:rZ=    12^^57'   9"  :  10'^45'49", 

folglich  E  r  •  rZ  =  139'''  24'  56". 

10       Ferner  ist         TA  :  AA  =   57^15' :  11^30', 
mithin  TA  :  TH  =    68^45' :  45^45'; 

folglich  rArH  =  3145P'l8'45". 

Wird  die  Wurzel  4^45'   des   aus   der   Division   hervor- 
gegangenen   Quotienten   22P'33'39"  mit    den    oben  (Z.  7) 
15  gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  fZ  mul- 
tipliziert, so  wird 

Z0=    5Pll'o5"l     •^|AZ  =  llP30' 


rZ  =  5lP   7' 38'')  "^^^  I  TA  =  57^15', 
mithin  TG  =  56^19' 33"     als  Summe. 

20       Setzt  man    7i  AZ  und  /^TA  =  120^ 

so  wird       sZ0  =  54^14' 47"     und  sr0  =  118P    3' 46", 
also       6Z0  =  53»45'   4"     und  &r0  =  159<>22'4O": 
ZA0  =  26<'52'32"     wie  4E  =  3600, 


"ii 


Hei478  ^^*^^°i^rA0  =  79'>41'2O"     wie  4E  =  360». 

25      T.    JT  1    .  ^f/  ATZ  =  10°  18' 40"     als  Komplementwinkel, 
Endlich  ist|^2AH  =  52U8'48"     als  Differenz. 

(/.rA0-/.ZA0) 

Somit  ist  i  A  fZ  der  Winkel  der  Eückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  iZAH  der  Winkel  der 
scheinbaren  Anomalie.   Auf  die  52*^48' 48"  des  letzteren  ent- 


a)  Für  6lV2<i  gibt  die  Tafel  (S.  109)  5°6'42"  in  Länge  und 
55°30'15"  in  Anomalie. 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  262)  entfällt  auf  '6^  Ent- 
fernung vom  Perigeum  die  Prosthaphäresis  0°17',  also  auf  1° 
genau  00  5'40". 


Zwölftes  Buch.    Viertes  Kapitel.  289 

fallen  nach  den  in  dem  Perigeum  eintretenden  Verhält- 
nissen (10%:  iVio)  5*^21' 20"  genauberechneter  Länge,  wäh-  Ha  333 
rend  die  periodische  Länge  (unter  Abzug  der  Prosthaphä- 
resis  0^27')  4^54'  20"  beträgt.  Mithin  beläuft  sich  die  Hälfte 
der  Rückläufigkeit  auf  (10*^18' 40"— 5«2l'20"=)  4«57'20"  5 
oder  rund  59  Tage*)  (der  periodischen  Länge  entsprechend) 
und  die  ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit  auf  9° 54' 40" 
oder  118  Tage. 

Viertes  Kapitel. 
Nachweis  der  Rücklauf igkeitsstrecken  des  Mars. 

I.  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  mittleren  Ent- 
fernung erhält  man  bei  dem  Mars   folgende  Proportionen  :^)  10 

Z0:rZ=    l'':0''52'5l", 
mithin         Er:rZ=    2'^52'51"  :  0''52'51"; 
folglich  ErrZ=    2''' 32' 15". 

Ferner  ist         TA :  A A  =  60^  :  39^  30',  c) 

mithin         TA  :  TH  =  99^  30 ' :  20^  30' ;  16 

folglich  TA  •  TH  =  2039^'  45'. 

Wird  die  Wurzel  28^  21' 8"  des  aus  der  Division  hervor-  Hei  479 
gegangenen  Quotienten  803P''50'50"  mit  den  oben  (Z.  11) 
gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  FZ  mul- 
tipliziert, so  wird  20 

Ze  =  28^21'   8")      .     (AZ  =  39^30' 

>  wie  < 
rZ  =  24P58'25")  1  rA  =  60P, 

mithin  r0  =  53Pl9'33"     als  Summe. 


a)  Für  59d  gibt  die  Tafel  (S.  109)  in  Länge  4054'14"  und 
53^4' 63"  in  Anomalie. 

b)  Das  Verhältnis  der  Wiederkehren  in  Anomalie  zu  den  Um- 
läufen des  Epizykels  ist  (nach  S.  100  u)  37"^ :  42""  + 3^10',  d.  i. 
13  320M5  12376®  =  0'^52'51"  :  1^  Zu  dem  Entfernungsverhält- 
nis TA  :  AA  s.  S.  255,  38. 

c)  Den  bisher  mit  AA. bezeichneten  Halbmesser  habe  ich  bei- 
behalten an  Stelle  des  fortan  im  griechischen  Text  erscheinen- 
den Halbmessers  AH. 

Ptolemäus,  übers.  V.  Manitius.  II.  -.         IQ 


290 


Zwölftes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


Ha  334 


Setzt  man 

so  wird 

also 


mithin 


Endlich 


ÄAZ  und  h  VA  =  120^, 

sZ0  =  86P   8'    0" 

&Z0  =  91O44'34" 

ZA0  =  45<'52'17" 

rA0  =  62H3'   5" 

ArZ  =  27°16'55", 
ZAH  =  160  50'48'' 


und   sr0  =  106^39' 6", 
und  &r0  =  125^26'lO"; 
wie  4E=360«, 
wie  4JB  =  3600. 


10 


als  Differenz. 

(t  rA0-/.ZA0) 

Somit   ist  L  A  FZ  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  /.  Z  A  H  der  Winkel  der 

(scheinbaren)  Anomalie. 
Auf  die  16^50' 48"  des 
letzteren  entfallen  nach 
dem  (mit  ^^gQ :  l)  vor- 
liegenden Verhältnis  19® 
7' 33"  (diesfalls  mittle- 
rer) Lauf  in  Länge;  mit- 
hin beträgt  die  Hälfte 
der  Rückläufigkeit  (21^ 
16'55"-  19"7'33"=) 
8^  9' 22"  oder  rund  36  V2 
Tage*)  (der  periodischen 
Länge  entsprechend) 
und  die  ganze  Strecke 
der  Rückläufigkeit  16® 
18' 44"  oder  73  Tage. 
Die  Entfernung  (TA) 
ist  bei  dem  (20®58'2l" 
betragenden)  Abstand  der  Stillstände  von  dem  Apogeum 
(s.  S.  292,3)  ohne  merklichen  Fehler  um  0^20'  im  Maße 
30  der  mittleren  Entfernung  kleiner  als  die  größte  Entfernung 
(66P)  und  die  Entfernung  bei  dem  (16®52'52"  betragenden) 
Abstand  von  dem  Perigeum  (s.  S.  293,  9)  um  ebensoviel 
größer  als  die  kleinste  Entfernung  (54^). 

a)  Für  36V/  gibt  die  Tafel  (S.  112)  1907'40"  in  Länge  und 
16*50' 50"  in  Anomalie. 


Rückläufigkeit  des  Mars.  291 

II.  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  größten  Ent- 
fernung (66^  S  256,  7)  findet  man  die  Prosthaphäresis  der 
genauen  Berechnung^\  soweit  sie  auf  einen  Grad  entfällt, 
zu  Ono'20".    Daher  ist 

Z0:rZ=      0''49'40":1''3'11",  6 

mithÄi         Er:rZ=      2''42'31"  :  l'^S'll", 
folglich  ErrZ=      2''  51' 8". 

Ferner  ist        TA  :  AA  =    65^40'  :  39^30',     (S.  290,  26) 
mithin         TA  :  TH  =  105^  10'  :  26^'  10', 
folglich  TA  •  TH  =  2751^'  51'  40'^.  10 

Wird  die  Wurzel  3 1^3' 41"  des  aus  der  Division  hervor- 
gegangenen Quotienten  964^^48' 47"  mit  den  oben  (Z.  5) 
gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  FZ  multi- 
pliziert, so  wird 

Z0  =  25^42' 43"!      .     |AZ  =  39^30'  Ha  335 

I  wie  \ 
rZ  =  32P42'  34"  J  I  TA  =  65P4O',  16 

mithin  TG  =  58^25' 17"     als  Summe.  Hei  481 

Setzt  man    /^  AZ  und  /i  rA  =  120^; 

so  wird       sZ0  =  78P   6' 44"     und  s  TG  =  106^45' 36", 

also       6ZG  =  81<>13'   8"     und  6  TG  =  125« 39' 46"  ;        20 
I  Z.  ZAG  =  400  36' 34"     wie4i?=360^ 
mitüm  j  ^  py^Q  ^  62»49'53"     wie  4E  =  360°. 


Endlich  ist 


/.ArZ  =  27°10'    7"     als  Komplementwinkel, 
Z.ZAH  =  22«13'19"     als  Differenz. 

a  TAG -^  ZAG) 

Somit  ist  /.  A  rZ  der  Winkel   der  Rückläufigkeit  gemäß  25 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  /.ZAH   der  Winkel  der 
scheinbaren  Anomalie,    Auf  die  22^13' 19"  des  letzteren  ent- 


a)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  263)  beträgt  bei  18°  Ent- 
fernung vom  Apogeum  die  Prosthaphäresis  3°  13',  bei  24°  Ent- 
fernung 4°  16';  mithin  entfällt  auf  einen  Grad  y^  der  Diffe- 
renz 1^3'  mit  0°10'30".  Wie  Ptolemäus  zu  dem  noch  kleine- 
ren Wert  gelangt,  vermag  ich  nicht  zu  erklären,  zumal  da  auf 
Grund  desselben  die  Prosthaphäresis  für  20^58' 21"  (S.  292,  3)  mit 
3°37'  um  0«8'  zu  klein  ausfällt. 


292  Zwölftes  Buch.     Viertes  Kapitel. 

fallen  nach  den  im  Apogeum  eintretenden  Verhältnissen  (9:7) 
17^  13' 21"  genauberechneter  Länge,  während  die  periodische 
Länge  (unter  Zusatz  der  Prosthaphäresis  3^45')  20<^58'2l" 
beträgt.  Mithin  beläuft  sich  die  Hälfte  der  Rückläufigkeit 
5  auf  (27ölO'7"-17n3'2l"  =)  9<>56'46"  oder  rund  40 
Tage*^  (der  periodischen  Länge  entsprechend)  und  die  ganze 
Strecke  der  Rückläufigkeit  auf  19^53' 32"  oder  80  Tage. 

IILNach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  kleinsten  Ent- 
fernung (54p  S.  256, 13)  findet  man  die  Prosthaphäresis  der 
10  genauen  Berechnung^)  zu  0*^1 2' 40".    Daher  ist 

Z0:rZ=    1''12'40":0''40'11", 
mithin  Er:rZ=    S""   5' 31"  :  0"^ 40' 11", 

folglich  Er-rZ=    2'"' 4' 14". 

Hei  482I      Ferner  ist        TA  :  A  A  =  54^  20'  :  39^  30',     (S.  290, 3i) 
15  mithin         TA  :  TH  =  93^50' :  14^50', 

folglich  TA  •  TH  =  1391^'  51'  40". 

Wird  die  Wurzel  25^55' 38"  des  aus  der  Division  hervor- 
gegangenen Quotienten  672^^13'  mit  den  oben  (Z.  11)  ge- 
gebenen Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  FZ  multi- 
20  pliziert,  so  wird 

Z0  =  31^24'   ^"\      .     (AZ  =  39^30' 

„     .      .  i  wie  { 
rZ  =  17^21' 51'!  [TA  =  54^20', 

mithin  TG  =  48^45' 54"     als  Summe. 

Setzt  man    7i  AZ  und  /^  TA  =  120^ 
25  so  wird        5Z0=    95^23^42"     und  s  TG  =  107^42'   7", 

also       6ZG==105''18'10"    und  6  TG  =  127U0'22"; 

.         |/,ZAG=    52«39'  5"     wie4i2  =  360», 
mithmj^j.^Q_    63«50'11"     wie4i2=3600. 


a)  Für  40*  gibt  die  Tafel  (S.  112)  20067'44"  in  Länge  und 
18® 27' 46"  in  Anomalie. 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  263)  beträgt  bei  18"  Ent- 
fernung vom  Perigeum  die  Prosthaphäresis  3 "65',  bei  12®  Ent- 
fernung 2®  39'.  Nur  so  erhält  man  auf  einen  Grad  Yg  der  Diffe- 
renz me'  mit  on2'40". 


Zwölftes  Buch.     Fünftes  Kapitel.  293 

,/.ArZ=    26"   9' 49"     als  Komplementwinkel, 
Endlich  ist |^^^_    11011-6"     als  Differenz. 

(LrA0-^ZA0) 

Somit  ist  LPkVZ  der  Winkel  der  Kückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten  und  /.ZAH   der  Winkel 
der  scheinbaren  Anomalie.    Auf  die  ll^ll'ß"  des  letzteren  5 
entfallen  nach  den  im  Perigeum  eintretenden  Verhältnissen 
(40:73)  20"33'42"  genauberechneter  Länge,  während  die 
periodische    (unter   Abzug   der   Prosthaphäresis    3^40' 50'') 
16<^52'52"  beträgt.  Mithinbeläuft  sich  die  Hälfte  der  Rück-  Hei  488 
läufigkeit  auf  (26^  9' 49"  -  20'^  33' 42"=)  5«  36' 7"  oder  rund  10 
3274  Tage''^  (der  periodischen  Länge  entsprechend)  und  die 
ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit  auf  11^12' 14"  oder  64V2 
Tage. 

Fünftes  Kapitel. 
Nachweis  der  Rüekläuiigkeitsstrecken  der  Venus. 

L  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  mittleren  Eut-  Ha  337 
fernung  erhält  man  bei  der  Venus  die  Proportionen:^^  iö 


Z0:rZ=      l'':0''37'31", 

mithin 

Er:rZ=      2''37'31":0''37'3r 

folglich 

ErrZ=      1^'38'30". 

B'erner  ist 

rA:AA=    60^:43^10', 

mithin 

rA:rH  =  103PlOM6P50', 

folglich 

rArH  =  1736P'38'20". 

20 


Wird  die  Wurzel  32^31' 29"  des  aus  der  Division  hervor- 
gegangenen Quotienten  1057^^50' 6"  mit  den  oben  (Z.  16) 
gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  fZ  mul- 
tipliziert, so  wird  25 

a)  Für  32  V/  gibt  die  Tafel  (S.  112)  16^54' 2"  in  Länge  und 
14053' 8"  in  Anomalie. 

b)  Das  Verhältnis  der  Wiederkehren  in  Anomalie  zu  den  Um- 
läufen des  Epizykels  ist  (nach  S.  100,19)  5"^ :  8''- 2^5',  d.  i. 
1800*  :  28777/ =  0''37' 31"  :  1"^.  ^^  ^^^  Entfernungsverhältnis 
TA  :  AA  s.  S.  256,  1. 


294 


Zwölftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 


Hei  484 


mithin 

Setzt  man 

so  wird 

also 

mithin 


20  =  32^31' 29"!      .     |AZ  =  43^10' 

wie  { 
rZ  =  20^20'  11"  J  1  rA  =  60P, 

r0  =  52^51' 40"     als  Summe. 

/lAZ  und  hrk  =  120^, 
sZ0  =  9OP24'58"     und  sr0  =  105i'43'20", 
und  6r0  =  123<>31'49"; 
wie  4jR=360^ 
wie  4B=dQ0\ 


Ha  338 
10 


Endlich  ist 


&Z0  =  97H7'  0" 
/,ZA0  =  48«53'3O" 
i  rA0  =  61<'45'64" 

ATZ  =  28'^  14'   6" 
ZAH  =  12<'52'24" 


\i 


15 


20 


25 


30 


als  Komplementwinkel, 
als  Diiferenz. 

{i^^e-  LZ^Q) 

Somit  ist  /.ATZ   der  Winkel  der  Rückläufigkeit   gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  Z.ZAH  der  Winkel  der 

Anomalie.  Auf  die  12" 
52' 24"  des  letzteren 
entfallen  nach  dem  (mit 
^  Veo  •  1 )  vorliegenden 
mittleren  Verhältnis 
20^35' 19"  Lauf  in 
Länge.  Mithin  beträgt 
die  Hälfte  der  Rück- 
läufigkeit (28^4' 6" 
-  20*^35' 19"  =)  7<> 
38' 47"  oder  rund  20% 
Tage"^)  (dem  periodi- 
schen Lauf  entspre- 
chend) und  die  ganze 
Strecke  der  Rückläufig- 
keit 1 5^17' 34"  oder 
41V3  Tage. 

Die  Entfernung  (FA) 
ist  bei  dem  (21^9' 3" 
betragenden)  Abstand  der  Stillstände  von   dem  Apogeum 

a)  Für  20Y/  gibt  die  Tafel  (S.  115)  20*'32'0"  in  Länge  und 
12'» 50' 38"  in  Anomalie. 


ßückläufigkeit  der  Venus.  295 

(s.  S.  296,4)  ohne  merklichen  Fehler  0^5'  in  dem  Maße  der    . 
mittleren   Entfernung  kleiner   als  die  größte  Entfernung 
(61P 15')  und  die  Entfernung  bei  dem  (20H'  30"  betragenden) 
Abstand  von  dem  Perigeum  (s.  S.  297,8)  um  ebensoviel 
größer  als  die  kleinste  Entfernung  (58^45').  5 

IL  Nach  den  Zahlen  Verhältnissen  bei  der  größten  Ent-  Hei  485 
fernung  findet  man  die  Prosthaphäresis  der  genauen  Berech- 
nung^) zu  0  2' 20".    Daher  ist 

Z0:rZ=      O'^öT'iO"  :0'^39'51", 
mithin         Er:rZ=     2'^35'11" :  O'^SS'öl",  10 

folglich  E  r-  rZ  =      i^\^'4/'. 

Ferner  ist        rA:AA=    61^10' :  43^10',  (s.  oben  Z.l) 
mithin         TA  :  PH  =  104^20' :  18^  0', 
folglich  TA  •  TH  =  1878P'o'. 

Wird  die  Wurzel  33^3' 53"  des  aus  der  Division  hervor-  15 
gegangenen  Quotienten  1 09 3^"  16' 23"  mit  den  oben  (Z.  9) 
gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  fZ  mul- 
tipliziert, so  wird 

Z0  =  3lP46'44"|  ^.^  fAZ  =  43^10' 
rZ  =  21^57' 38"  1^    lrA  =  6lPlO',  20 

mithin  TG  =  53^44^22"     als  Summe. 

Setzt  man     h KZ  und  ArA  =  120P,  Ha  339 

so  wird        sZ0  =  88i'2O'34"     und  sTO  =  106^25' 44", 
also        6Z0  =  94<>48'54"     und  fc  r0  =  122<>56'27"; 

f/,ZA0  =  47^^24' 27"     wie4jR  =  360o,  Hei  486 

\l 


mithin,  ,  rA0_6iO28'i4"     wie  4i(!=3600. 


■n    JT  -1    .  ,  f /,  ArZ  =  28®31'46"     als  Komplementwinkel, 
Endlich  ist    7  _.^      ^^„   ^,^_      i    r»-«- 

\  i  ZAH  =  14"   3  47       als  Dilfeienz. 

(LrA0-LZA0) 

Somit  ist  LkVZ  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,   /-ZAH  der  Winkel  der  30 

a)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  264)  entfällt  auf  6''  Ent- 
fernung vom  Apogeum  die  Prosthaphäresis  0**14'  ohne  Zusatz, 
mithin  nur  so  auf  1?  genau  0*2 '20". 


296  Zwölftes  Buch.     Fünftes  Kapitel. 

.  scheinbaren  Anomalie.  Auf  die  14° 3' 47"  des  letzteren  ent- 
fallen nach  den  im  Apogeum  eintretenden  Verhältnissen 
(20:29)  20^19' 3"  genauberechneter  Länge,  während  die 
periodische  (unter  Zusatz  der  Prosthaphäresis  0^50')  21° 9'  3" 

5  beträgt.  Mithin  beläuft  sich  die  Hälfte  der  Rückläufigkeit 
auf  (28°31'46"-20°19'3"=)  8°12'43"  oder  rund  21V2 
Tage*^  (der  periodischen  Länge  entsprechend)  und  die  ganze 
Strecke   der  Rückläufigkeit  auf  16°25'26"   oder  43  Tage. 

III.  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  kleinsten  Ent- 
10  fernung  findet  man  die  Prosthaphäresis  der  genauen  Berech- 
nung^) zu  0°  2' 20".    Daher  ist 

Z0:rZ=      1"*   2' 20":  O'' 35' 11", 
mithin         Er:rZ=      2''39'51":  O'^SÖ'll", 
folglich  E  r  •  rZ  =      l""'  33'  44". 

15        Ferner  ist        rA:AA=    58^50' :  43^10',     (S.  295,  3) 
mithin        TA  :  TH  =  102^  OM5P4O', 
folglich  TA  •  TH  =  1598^'  0 '. 

Hei  487       Wird  die  Wurzel  31^58' 58"  des  aus  der  Division  her- 
vorgegangenen Quotienten  1022P'54'7"  mit  den  oben(Z.  12) 
20  gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  FZ  mul- 
tipliziert, so  wird 

Z0  =  33Pl3'36"l  ^.g  |AZ  =  43^10' 
Ha340  rZ  =  18P45'16"J  ^^    |rA  =  58P50', 

mithin  r0  =  5lP58'52"     als  Summe. 

25       Setzt  man    Z^AZ  und  h^^  =  120^, 

so  wird       sZ0=    92^22'   3"     undsr0  =  lO6P   1'23", 
also       &Z0  =  1OO<^39'34"     und5r0  =  124''    8' 22", 
.         J/,ZA0-    50°19'47"     wie41?=360^ 
mithmj^^^Q^    620   4'xi"     wie4J2  =  3600. 


gibt. die  Tafel  (S.  115)  2im'28"  in  Länge  und 
13<'15'17"  in  Anomalie. 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  2t>4)  entfällt  auf  3^  Entfernung 
vom  Perigeum  die  Prosthaphäresis  0"7'  nach  Abzug,  mithin 
nur  so   auf  1"  genau  0^2' 20". 


Zwölftes  Buch.     Sechstes  Kapitel.  297 

n   JT  i_   •i.(/-ArZ=    27*'55'49"     als  Komplementwinkel, 
Endlich  ist  ^  2^^  _    11044-24"     als  Differenz. 

(LPAO-^ZAe) 

Somit  ist  /.ATZ  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  geniäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  ^ZAH  dei  Winkel  der 
scheinbaren  Anomalie.  Auf  die  11^44' 24"  des  letzteren  ent-  5 
fallen  nach  den  im  Perigeum  eintretenden  Verhältnissen 
(5  :  9)  20^53' 30''  genauberechneter  Länge,  während  die  pe- 
riodische (unter  Abzug  der  Prosthaphäresis  0^49')  20H'30" 
beträgt.  Mithin  beläuft  sich  die  Hälfte  der  ßückläufigkeit  auf 
(27<^55'49"-20«53'30"=)  7" 2' 19"  oder  rund  2OV3  Tage*)  10 
(der  periodischen  Länge  entsprechend)  und  die  ganze  Strecke 
der  Rückläufigkeit  auf  14^' 38"  oder  4OV3  Tage. 

Sechstes  Kapitel. 
Nachweis  der  Rückläufigkeitsstrecken  des  Merkur. 

L  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  der  mittleren  Ent-  iiei 
fernung  erhält  man  bei  dem  Merkur  die  Proportionen  :^) 

Z0:rZ=    l^^rS'^g'S",  15 

mithin         E  T  :  TZ  =    5"^  9' 8"  :  3"* 9'  8", 
folglich  ErrZ  =  16'''24'27". 

Ferner  ist        TA  :  AA  =  60^  :  22^30',  Ha 

mithin         TA  :  TH  =  82^30' :  37^30', 
folglich  TA .  TH  =  3093^"  45 '.  20 

Wird  die  Wurzel  13^48'?"  des  aus  der  Division  hervor- 
gegangenen Quotienten  190^^29' 31"  mit  den  oben  (Z.  15) 
gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z9  und  TZ  mul- 
tipliziert, so  wird 


a)  Für  207/  gibt  die  Tafel  (S.  115)  20*' 2 '28"  in  Länge  und 
12'>32'8"  in  Anomalie. 

b)  Das  Verhältnis  der  Wiederkehren  in  Anomalie  zu  den  Um- 
läufen des  Epizykels  ist  (nach  S.  100,24)  145^ :  46"^-!- 1**,  d.i. 
52  200*" :  16  561°  =  S'^g'  7"8'" :  l"^.  Zu  dem  Entfernungsverhältnis 
TA  :  AA  vgl.  S.  256,  2. 


298 


Zwölftes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 


mithin 
Setzt  man 

Hei  489  so   wird 

6  also 

mithin 


20  =  13^48'  r'\ 
rZ  =  43^30 '24") 
r0  =  57Pl8'31" 


.     |AZ  =  22^30' 
wie 

]  rA  =  60P, 

als  Summe. 


10 


15 


20 


25 


Endlich  ist 


hAZ  und  äTA  =  120P, 
«20  =  73^36' 37"     und 
&Z0  =  75'>4O'28" 

/.ZA0  =  37"5O'14" 

i  rA0  =  72U6'26" 

ArZ  =  17M3'34" 
ZAH  =  340  56'12" 


r0=  114^37'    2' 
und  6r0  =  145^32' 52' 
wie  47^  =  360", 
wie  4E  =  360«. 


\i 


als  Komplementwinkel, 
als  Differenz. 

(LrA0-LZA0) 

Somit  ist  /-  A  rZ  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  /-  ZAH  der  Winkel  der 
Anomalie.  Auf  die  34<' 5  6' 12"  des  letz- 
teren entfallen  nach  dem  (mit  3%q  :  l) 
vorliegenden  Verhältnis  11^4'59"  Lauf 
in  Länge;  mithin  verbleiben  als  Rest 
(170 13' 34"-  1104' 59"=)  6«  8' 35" 
für  die  Hälfte  der  Rückläufigkeit  oder 
rund  1 1  y^  Tage*)  (der  periodischen 
Länge  entsprechend),  während  die 
ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit  12^ 
17' 10"  oder  22V2  Tage  beträgt. 

IL  Nach  den  Zahlenverhältnissen 
bei  der  größten  Entfernung,  d.  h. 
wenn  der  Abstand  (des  Epizykels)  von 
dem  Apogeum  (des  Exzenters)  rund 
11"  genauberechneter  Länge  beträgt,  aufweiche  (unter  Zu- 
satz der  Prosthaphäresis  0"30')  rund  1172*^  gleichförmiger 
Länge  entfallen,  findet  man  die  Prosthaphäresis  der  genauen 
30  Berechnung^\  soweit  sie  auf  einen  Grad  entfällt,  ohne  merk- 
lichen Fehler  zu  0^2' 20".    Daher  ist 


a)  Für  liy^d  gibt  die  Tafel  (S.  118)  ll«ö'l8"  in  Länge  und 
34°57'1"  in  Anomalie. 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  265)  beträgt  bei   12*^  Ent- 
fernung vom  Apogeum  die  Prosthaphäresis  0^32',  bei  6**  Ent- 


Rückläufigkeit  des  Merkur.  299 

Z0:rZ=    0'*57'40"  :3''ll'28",  Ha  342 

mithin  Er:rZ=    ö'^  6'48" :  3''ll'28",  Hei490 

folglich       E  r .  rz  =  1  e'"'  1 9 '  2 ". 

Ferner  ist        TA  :  A  A  =  68^ 36' :  22^ 30>) 

mithin         TA  :  TH  =  91^    6' :  46^   6',  5 

folglich  rATH  =  4199P'42'36". 

Wird  die  Wurzel  16^2' 35"  des  aus  der  Division  hervor- 
gegangenen Quotienten  257P''22'44"  mit  den  oben  (Z.  l) 
gegebenen  Verhältniszahlen  der  Strecken  Z0  und  fZ  mul- 
tipliziert, so  wird  10 

Z0  =  15P25'    9"l  ^g  fAZ  =  22^30' 
rZ  =  5lPll'43"|  ^     irA  =  68P36'. 
mithin  r0  =  66^36'52"     als  Summe. 

Setzt  man    h  AZ  und  /irA  =  120^ 

so  wird        sZ0  =  82Pl4'  8"     und  sr0  =  116P31'36",         15 
also       6Z0  =  86°31'  4"     und  6r0  =  152«27'56"; 
/,  ZA0  =  430 15' 32"     wie  4B  =  360", 
/,  rA0  =  76"13'58"     wie  4E  =  3600.  Hei49i 


mithin 
Endlich  ist 


/.ATZ  =  130 46'  2"     als  Komplementwinkel, 
/,  ZAH  =  32<>52'26"     als  Differenz»  20 

(/.rA0-/.ZA0) 


Somit  ist  /.  A  rZ  der  Winkel  der  Rückläufigkeit  gemäß 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  /-ZAH  der  Winkel  der 
scheinbaren  Anomalie.  Auf  die  32^52' 26"  des  letzteren 
entfallen  nach  den  im  Apogeum  eintretenden  Verhält- 
nissen (96  :  29)  9^48' 51"  genauberechneter  Länge,  während  25 
die  periodische  (unter  Zusatz  der  Prosthaphäresis  0^28') 
10"16'51"  beträgt.    Mithin  verbleiben  als  Rest  (43^46' 2" 

fernung  0^17'.  Somit  entfällt  auf  einen  Grad  Ve  ^^^  Diffe- 
renz 0^15'  mit  0*2' 30".  Für  den  kleineren  Betrag  finde  ich 
auch  hier  (vgl.  S.  291,  3)  keine  Erklärung. 

a)  Die  Entfernung  ist  bei  11**  Abstand  von  dem  Apogeum  um 
0P24'  kleiner  als   die   größte   Entfernung  69p.     Vgl.  S.  300,16. 

b)  Der  Subtraktionsfehler  52'   statt  58'  wird  auch   S.  308,16 
aufrecht  erhalten. 


300  Zwölftes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 

—  9<^48'51"=)  3^57' 11"  für  die  Hälfte   der  ßückläufig- 
keit  oder  rund   IOY2  Tage*)   (der  periodischen  Länge  ent- 
Ha  343  sprechend),  während  die  ganze  Strecke  der  ßückläufigkeit 
7^54' 22"  oder  21  Tage  beträgt. 

5  III.  Nach  den  Zahlenverhältnissen  bei  den  kleinsten 
Entfernungen,  welche  in  den  Intervallen  von  120*'  periodi- 
schen Laufs  (beiderseits)  von  dem  Apogeum  eintreten,  fin- 
det man  die  Prosthaphäresis  der  genauen  Berechnung^\  die 
sich  aus  dem  (auf  1^  entfallenden)  Betrag  bei  dem  (nach 
10  S.  298,27)  11^  betragenden  Abstand  (des  Epizykels)  beider- 
seits der  beiden  Erdnähen  ergibt,  ohne  merklichen  Fehler 
zu  0<^1'30".    Daher  ist 

Z0:rZ=    l""   1'30":3''7'38", 
mithin  ET:  TZ-    ö'^lO'SS"  :  S'^T'SS"; 

15  folglich  Er.rZ  =  16^^11' 25". 

Ferner  ist        TA  :  A  A  =  55^42' :  22^  30'  c), 
Hei  492  mithin  TA  :  TH  =  78^  12'  :  33^  12' ; 

folglich  TA  •  TH  =  2596^'  14'  24". 

Wird  die  Wurzel  12^39' 48"  des  aus  der  Division  hervor- 
20  gegangenen  Quotienten  160^21' 29"  mit  den  oben(Z.  13)  ge- 
gebenen Yerhältniszahlen  der  Strecken  Z  0  und  TZ  multipli- 
ziert, so  wird 

Z0  =  12^58' 47"!      .     (AZ  =  22^30' 

i  wie  < 
rZ  =  39P  36'    4"  )  1  TA  =  55P  42', 

25  mithin  r0  =  52P34'51"     als  Summe. 

Setzt  man    h  AZ  und  ä  TA  =  120^, 

so  wird        sZ0  =  69Pl3'31"     and  sr0  =  113^16' 48", 
also        6Z0  =  7O"27'44"     und  &r0  =  141<'28'14"; 


a)  Für  loy^d  gibt  die  Tafel  (S.  118)  10°20'56"  in  Länge  und 
32^37' 13"  in  Anomalie. 

b)  Nach  der  Anomalietabelle  (S.  265)  beträgt  bei  1140  Ent- 
fernung vom  Apogeum,  d  i.  6*^  vor  der  Erdnähe  120°,  die  Prosth- 
aphäresis 2050',  bei  120*^  aber  2041'.  Nur  dann  entfällt  auf 
einen  Grad  %  der  Differenz  0«9'  mit  on'30". 

c)  Die  Entfernung  ist  bei  11®  Abstand  von  der  Erdnähe  um 
OP  8'  größer  als  die  kleinste  Entfernung  55v  34'  (S.  256,  15). 


Nachtrag.  301 

)  ^  ZA0  =  35''13'52"     wie4i^  =  360^ 
mithin  |^j.^Q_  ^^044'   7rr     wie4i?  =  360«. 

T^    -.1.  i    •  J  /.  ArZ  =  19®15'53"     als  Komplementwinkel, 

Endlich    ist        ,     _,.,,  oeOo/^f.r/'  1        T^-ü 

i  /.  ZAH  =  Sb^  30'  15'      als  Differenz. 

(/.rA0-/.ZA0) 

Somit  ist  /.ATZ  der  Winkel  der  Eückläufigkeit  gemäß    ö 
der  Geschwindigkeit  des  Planeten,  /-ZAH  der  Winkel  der 
scheinbaren  Anomalie.      Auf  die  35^30' 15"  des  letzteren  Ha  344 
entfallen  nach  den  (mit  3V8  •  l)  vorliegenden  Verhältnissen 
11^  39' 30"  genauberechneter  Länge,  während  die  periodische 
(unter  Abzug  der  Prosthaphäresis  0^8')  11<^21'30"  beträgt.  10 
Mithin  verbleiben    als    Rest    (19n5'53"  —  11^39' 30"  =) 
7®  36' 23"  für  die  Hälfte  der  Rückläufigkeit  oder  rund  11  Vg  Hei 493 
Tage^^  (der  periodischen  Länge  entsprechend),  während  die 
ganze  Strecke  der  Rückläufigkeit  15*^12' 46"  oder  23  Tage 
beträgt.  15 

Die  nachgewiesenen  zahlenmäßigen  Beträge  sind  ohne 
wesentliche  Fehler  in  Übereinstimmung  mit  den  Beträgen, 
welche  aus  den  Erscheinungen  gewonnen  werden,  die  jeder 
einzelne  der  Planeten  darbietet.^^ 

Die  Beträge,  welche  in  den  größten  und  in  den  kleinsten  20 
Entfernungen  auf  den  (periodischen)  Lauf  in  Länge  entfal- 
len, haben  wir  auf  folgendem  Wege  festgestellt.  So  hatten 
wir  z.B.  (S.  291,24)  bei  Erörterung  der  Verhältnisse  in  der 
größten  Entfernung  des  Mars  den  scheinbaren  Epizykelbogen 
(ZH)  von  dem  einen  Stillstand  bis  zur  Opposition,  d  h.  den  25 
theoretisch  auf  den  Mittelpunkt  der  Ekliptik  bezogenen  Bo- 
gen^), mit  2 2^  13' 19"  nachgewiesen.  Die  auf  diese  Grade 
nach  dem  Verhältnis  von  l'^tl'^S'll"  ohne  wesentlichen 
Fehler  entfallenden  21^10'  periodischer  Länge  entsprechen 

a)  Für  liy^d  gibt  die  Tafel  (S.  118)  11°20'5"  in  Länge  und 
35<>43'37"  in  Anomalie. 

b)  D.  h.  mit  den  aus  den  Beobachtungen  abgeleiteten  Beträ- 
gen, wie  sie  die  Tafeln  S.  114—118  bieten. 

c)  D.  i.  den  auf  das  scheinbare  oder  genaue  Perigeum  des 
Epizykels  bezogenen  Bogen. 


302  Zwölftes  Buch.     Sechstes  Kapitel. 

insofern  nicht  ganz  der  absoluten  Genauigkeit,  als  die  für 
die  (Dauer  der)  Stillstände  angegebenen  Verhältnisse  der 
Geschwindigkeiten  (des  Epizykels  und  des  Planeten  selbst) 
während  des  ganzen  Verlaufs  der  Rückläufigkeit  nicht  un- 
5  verändert  bleiben.  Indessen  weichen  diese  21^10'  von 
dem  absolut  genauen  Werte  nicht  so  stark  ab,  daß  auch  die 
auf  sie  entfallende  Prosthaphäresis ,  die  nahezu  3^45'  be- 
trägf^^  mit  einer  wesentlichen  Differenz  behaftet  sein  könnte. 
Hei 494  Daher  haben  wir  diesen  Betrag,   weil  in  der  größten  Ent- 

10  fernung  der  scheinbare  Lauf  auf  dem  Epizykel  größer  ist 
als  der  periodische^^  von  den  22^*13' 19"  des  Epizykels  ab- 
gezogen und  erhielten  den  auf  diese  Grade  entfallenden  pe- 
Ha  345  riodischen  Lauf  in  Anomalie  von  dem  einen  Stillstand  bis 
zur  Opposition  mit  (22^1 3' 1 9"  -  3H5'=)  18" 28' 19".  Weil 

15  nun  auf  diesen  Betrag  infolge  des  (S.  289,11  vorgelegten) 
Verhältnisses  ("Veo*  ^)  ^^^  mittleren  Bewegungen  20^58' 
21"  periodischer  Länge  entfallen,  so  haben  wir  von  diesen 
Graden,  weil  sie  den  genauen  Wert  darstellen,  anstatt  der 
21^10'  Gebrauch  gemacht  und  die  3^45'  betragende  Prosth- 

20  aphäresis,  die  auch  in  diesem  Falle  nahezu  dieselbe  bleibt, 
davon  abgezogen,  weil  in  den  größten  Entfernungen  der 
scheinbare  Lauf  in  Länge  kleiner  ist  als  der  periodische.*'^ 
Somit  haben  wir  (S.  292, 2)  für  den  scheinbaren  (oder  genau- 
berechneten) Lauf  in  Länge  bei  dem  vorliegenden  Abstand 

25  (20^58' 21"  — 3H5'=)  17<^13'21"  erhalten. 


a)  Nach  der  Anomalietabelle  beträgt  bei  21"  Entfernung  vom 
Apogeum  die  Prosthaphäresis  als  Mittel  zwischen  4*^16'  und 
S^IS'  ziemlich  genau  3°45'. 

b)  Insofern  die  vod  dem  scheinbaren  Perigeum  des  Epizykels 
aus  gerechnete  Anomaliezahl  größer  ist  als  die  von  dem  mittle- 
ren ab  gerechnete,  weil  letzteres  vor  dem  Apogeum  des  Ex- 
zenters dem  scheinbaren  vorangeht.    S.  Fig.  1  zu  Anm.  16 

c)  Insofern  der  scheinbare  oder  genaue  Lauf  von  dem  Apo- 
geum des  Exzenters  aus  gemessen  hinter  dem  mittleren,  der 
von  der  Leitlinie  der  größeren  Exzentrizität  bestimmt  wird,  zu- 
rückbleibt.   S.  Fig.  zu  Anm.  13.  i. 


Zwölftes  Buch.     Siebentes  Kapitel.  303 


Siebentes  Kapitel. 

Praktische  Anleitung  zur  Aufstellung 

einer  Tabelle  für  die  Stillstände. 

Um  wieder  auch  bei  denjenigen  Entfernungen,  welche 
einerseits  zwischen  der  mittleren  und  der  größten,  anderseits 
zwischen  der  mittleren  und  der  kleinsten  liegen,  bequem 
die  Zahl  der  Grade  ermitteln  zu  können,  an  denen  auf  dem 
Epizykel  angelangt,  jeder  Planet  den  Eindruck  des  schein-  5 
baren  Stillstandes  machen  wird,  entwerfen  wir  auch  für 
diesen  Zweck  auf  methodischem  Wege  eine  Tabelle  von 
31  Zeilen  und  12  Spalten.  Hei  495 

Die  ersten  beiden  Spalten  werden  entsprechend  der  An- 
ordnung der  übrigen  Tabellen  von  6  zu  6  Graden  die  Ar-  10 
gumentzahlen  der  periodischen  Länge  enthalten,  die 
zehn  weiteren    die   für  jeden    der  fünf  Planeten    geltenden 
Abstände    in    genauberechneter    Anomalie    von    den 
scheinbaren  Apogeen  der  Epizyklen,  und  zwar,  Planet 
für  Planet,  die  erste  Spalte  die  Abstände  des  ersten   Still-  15 
Standes,  die  zweite  die  des  zweiten  Stillstandes.    Festgestellt 
haben  wir  die  zahlenmäßigen  Beträge  auch  dieser  Abstände 
(von  den  Apogeen)  sowohl  (I)  nach  den  vorstehend  nach- 
gewiesenen Beträgen  für  die  mittleren,  die  größten  und  die  Ha  346 
kleinsten    Entfernungen,    als    auch    (II)    nach   den    in   den  20 
Zwischenentfernungen  eintretenden  Differenzen,  über  welche 
wir  früher  (S.  259 f.)  gelegentlich  des  Ansatzes  der  Sechzig- 
stel  in  der  achten  Spalte  der  Anomalietabellen  die  nötigen 
Erklärungen  abgegeben  haben.    Es  lassen  sich  eben  für  jeden 
Ort  periodischer  Länge  zugleich  mit  dem  zahlenmäßigen  Be-  26 
trag  der  größten  Differenz  der  (scheinbaren)  Anomalie  auch 
diejenigen  Entfernungen  der  Epizyklen  nachweisen,  für  welche 
gerade  auch  der  Unterschied  der  Stillstände  auf  theoretischem 
Wege  ermittelt  wird. 

I.  Da  die  in  den  Erdfernen  und  in  den  Erdnähen  nach-  30 
gewiesenen  Rückläufigkeitsstrecken  sich  nicht  nach  dem  Ein- 
tritt der  Stillstände  bemessen,   wenn  die   Mittelpunkte  der  Hei  496 


304  Zwölftes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

Epizyklen  genau  in  den  Apogeen  und  den  Perigeen  (der 
Exzenter)  stehen,  sondern  wenn  sie  von  diesen  Punkten  einen 
an  gewisse  Grenzen  gebundenen  Abstand  (in  Länge)  einhalten, 
so  haben  wir  aus  diesen  Abständen  für  jeden  Planeten  die 
5  direkt  auf  die  Apogeen  und  Perigeen  (der  Exzenter)  entfallen- 
den zahlenmäßigen  Beträge  (der  scheinbaren  Anomalie,  d.  i. 
die  Größe  des  /.  ZAH)  auf  folgendem  Wege  abgeleitet. 

1.  Bei  dem  Saturn  und  dem  Jupiter  gibt  es  zwischen 
den  Entfernungen  (TA)  der  Epizyklen,  welche  direkt  in  den 

10  Apogeen  und  den  Perigeen  (des  Exzenters)  stattfinden,  keinen 
wesentlichen  Unterschied^^  von  den  Entfernungen,  welche  in 
den  von  diesen  Punkten  ab  festgestellten  Abständen  eintreten. 
Deshalb  haben  wir  die  für  d  i  e  s  e  Planeten  gewonnenen  Zahlen 
der  Anomalie,  welche  (jetzt)  von  den  scheinbaren  Apo- 

15  geen^^  der  Epizyklen  ab  gerechnet  sind,  (unverändert)  in 
die  entsprechenden  Zeilen  gesetzt,  d.  h.  die  für  die  Erd- 
fernen geltenden  Zahlen  in  die  (erste)  Zeile  mit  der  Ar- 
gumentzahl 360,  die  für  die  Erdnähen  geltenden  Zahlen 
in  die  (letzte)  Zeile  mit  der  Argumentzahl  180. 

20       Nachgewiesen  wurde  (S.  282,28)   für   den   Saturn  der 

Abstand  (des  Planeten)  von  dem  Perigeum  des  Epizykels  im 

Ha  347  Apogeum  der  Exzentrizität  (d.  i.  /,ZAH)  mit  67^15'  und 

der  Abstand  im  Perigeum  (S.  284,26)  mit  64^31';  für  den 

Jupiter  der  Abstand  im  Apogeum  (S.  287,23)  mit  55"55' 

25  und  der  Abstand  im  Perigeum   (S.  288,26)    mit   52^49'. 

Die  auf  diese  Abstände  entfallenden  (Grad-)  Zahlen,  welche 

aus  Gründen  der  Zweckmäßigkeit  von  den  Apogeen  der 

Hei  497  Epizyklen  ab  gerechnet  sind,  haben  wir  in  den  der  Länge 

nach   folgenden  vier  Spalten  in  die  entsprechenden  Zeilen 

30  gesetzt,  d.  h.  in  der  (ersten)  Zeile  mit  der  Argumentzahl  360, 
welche  für  das  Apogeum  (der  Exzentrizität)  gilt,  stehen  in 


a)  Dieser  Umstand  wurde  für  den  Satuni  S.  281,  iß  undS.283,  20 
erörtert,  für  den  Jupiter  S.  286,  25.  Der  für  den  Jupiter  mit  5" 
festgestellte  Abstand  vom  Apogeum  wurde  dort  für  eine  Änderung 
der  Entfernung  als  belanglos  bezeichnet. 

b)  Bisher  waren  die  Gradzahlen  des  /,  ZAH  von  den  schein- 
baren Perigeen  der  Epizyklen  aus  angegeben  worden. 


I 


Erklärung  der  Tabelle.  305 

der  dritten  Spalte  die  (ISO^  -  6IH6'  =)  n2Hb'  des 
ersten  Stillstandes  des  Saturn,  in  der  vierten  Spalte  die 
(180^  +  67^15'  =)  247^15'  des  zweiten  Stillstandes;  gleicher- 
weise in  der  fünften  Spalte  die  (180<>-  55"55'=)  124^5' 
des  ersten  Stillstandes  des  Jupiter,  in  der  sechsten  Spalte  die  5 
(180^  +  55^55'  ==)  235^^55'  des  zweiten  Stillstandes.  Schließ- 
lich stehen  in  der  (letzten)  Zeile  mit  der  Argumentzahl  180, 
welche  für  das  Perigeum  (der  Exzentrizität)  gilt,  in  derselben 
Reihenfolge  (für  den  Saturn)  die  Beträge  (180^—  64<^3l' 
=)  115^29'  und  (180^  +  64^31'  =)  244*^31',  desgleichen  10 
(für  den  Jupiter)  die  Beträge  (180<^  -  52<^49'  =)  1 27^11' 
und  (180«  +  52H9'  =)  232<'49'. 

2.  Für  den  Mars  hatten  wir  (S.  292,3;  302,16)  nach- 
gewiesen,  daß   der  Planet  seine  Stillstände  bewirkt,  wenn 
der  Mittelpunkt  des  Epizjkels  von  dem  Apogeum  des  Ex-  15 
zenters  einen  Abstand  von  20 '58'  periodischen  Laufs  hat, 
während  der  Planet  selbst  (S.  291,24)  von  dem  scheinbaren 
Perigeum  des  Epizykels  22^13'  (d.  i.  den  /.ZAH)  entfernt 
steht.    Da  in  der  mittleren  Entfernung  (S.  290,  7)  der  Lauf 
(d.  i.  /.  Z  A  H)  nur  1 6*^51 '  beträgt,  so  ergibt  sich  eine  Differenz  20 
von  (22^3'—  16^51'=)  5^22'.   Nun  beträgt  in  dem  Maße, 
in  welchem  die  mittlere  Entfernung  gleich  60^  ist,  die  größte 
66^,  somit  die  Differenz  gegen  die  mittlere  Entfernung  6^, 
während  bei  dem  (mit  20^58')  vorliegenden  Abstand  vom 
Apogeum  die  Entfernung  (FAS.  291,8)  65^40',  mithin  die  25 
Differenz  gegen  die  mittlere  Entfernung  5^  40'  beträgt.   Folg- 
lich haben  wir  6^  mit  5^22'  multipliziert  und  das  Produkt  Hei  498 
durch  5^40'  dividiert:  dadurch  fanden  wir*^  die  Differenz 
(zwischen  den  Gradzahlen  der  genauberechneten  Anomalie), 
welche  im   Apogeum   selbst   (d.  i.  bei  66^  Entfernung)  30 
gegen   die  mittlere   Entfernung  eintritt,  ohne  wesentlichen  Ha  318 
Fehler  zu  5^41'.    Mithin  ergeben  sich  (für  den  iZfKH  bei 
Zunahme    der   Entfernung   um    6^)    von    dem    scheinbaren 
Perigeum  des  Epizykels  ab  (l6«5l'+  5^1'=)  22<^32',  d.s. 
vom  Apogeum  (des  Epizykels)  ab  gerechnet  (l  80«—  22«32'  =)  36 

a)  Nach  der  Proportion  5^40' :  6^  =  5<'22'  :  5*^41'. 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II.  20 


306  Zwölftes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

157^28'  des  ersten  Stillstandes.  Diesen  Betrag  werden  wir 
in  der  siebenten  Spalte  in  die  (erste)  Zeile  mit  der  Argument- 
zahl 360  setzen,  während  wir  den  Betrag  (180^  +  22^32'  =) 
202*^32'  (des  zweiten  Stillstandes)  in  dieselbe  Zeile  in  der 

5  achten  Spalte  setzen  werden. 

Gleicherweise  bewirkt  der  Mars  seine  Stillstände,  wenn 
der  Mittelpunkt  des  Epizykels  (S.  293,9)  von  dem  Peri- 
geum  (des  Exzenters)  einen  Abstand  von  16^53'  periodischen 
Laufs  hat,  während  der  Planet  selbst  von  dem  scheinbaren 

10  Perigeum  des  Epizykels  (S.  293,2:  den  /.  ZAH  =)  ll^l' 
entfernt  steht.  Hier  ist  somit  die  Differenz  gegen  (den 
/.ZAH  für)  die  mittlere  Entfernung  (S.  290, 7)  gleich 
(16<*51'  —  imi'  =)  5H0'.  Nun  beträgt  54^  die  kleinste 
Entfernung  mit   der  Differenz    von    6^  gegen    die   mittlere 

15  (von  60^),  während  bei  dem  (mit  16^53'  periodischen 
Laufs)  vorliegenden  Abstand  von  dem  Perigeum  des  Exzen- 
ters dieEntfernung  (TA  S.  292,  u)  54^20',  somit  die  Differenz 
gegen  die  mittlere  Entfernung  5^40'  beträgt.  Wir  werden 
demnach*^  die  ganze  Differenz  (zwischen  den  Gradzahlen  der 

20  genauberechneten  Anomalie)  im  Perigeum  selbst  mit  6®  und 
deshalb  den  Lauf  von  dem  scheinbaren  Perigeum  des  Epi- 
zykels ab  (d.i.  den  /.ZAH  bei  Abnahme  der  Entfernung 
um  5P40')  mit  (16^51'  —  6^  =)  10^51'  erhalten.  Mithin 
ergeben  sich  von  dem  Apogeum  (des  Epizykels)  ab  gerechnet 

25  (180<^— 10^51'=)  169^9' des erstenStillstandesund(180^  + 

Hei499  10^51'=)  1 90^51'  des  zweiten.    Diese  Beträge  werden  wir 

wieder  in  den  betreffenden   Spalten  (d.  i.  in  der  siebenten 

und  der  achten)  in  die  (letzte)  Zeile  mit  der  Argumentzahl 

180  setzen. 

30  3.  Für  die  Venus  hatten  wir  (S.  296,4)  nachgewiesen, 
daß  der  Planet  seine  Stillstände  bewirkt,  wenn  der  Mittel- 
punkt des  Epizykels^'  von  dem  Apogeum  (des  Exzenters) 
in  Länge  einen  Abstand  von  21^9'  periodischen  Laufs  hat, 
während  der  Planet  selbst  von  dem  scheinbaren  Perigeum 

a)  Nach  der  Proportion  5^40'  :  6^  -  5H0' :  6". 

b)  Diese  beiden  Worte  fehlen  im  griechischen  Text;  ich  habe 
sie  aus  der  gleichlautenden  Stelle  oben  Z.  7  ergänzt. 


Erklärung  der  Tabelle.  307 

desEpizykelsl4^4'(S.295,28:  den  LZ  AH)  entfernt  steht.  Da 
in  der  mittleren  Entfernung  (S.  294, 10)  der  Lauf  (d.i.  L  Z  A  H) 
nur  12^52'  beträgt,  so  ergibt  sich  eine  Differenz  von  1^12'. 
Nun  beträgt  in  dem  Maße,  in  welchem  die  mittlere  Ent- 
fernung gleich  60^  ist,  die  größte  Entfernung  61^15',  somit  Ha  349 
die  Differenz  gegen  die  mittlere  1^15',  während  bei  dem  (mit  6 
21^9'  periodischen  Laufs)  vorliegenden  Abstand  vom  Apogeum 
die  Entfernung  (FA  S.  295, 12)  61^10',  mithin  die  Differenz 
gegen  die  mittlere  Entfernung  1^  10'  beträgt.  Folglich  haben 
wir  wieder  1^1 5'  mit  1^1 2'  multipliziert  und  das  Produkt  durch  1 0 
1^  10' dividiert:  dadurch  fanden  wir*)  die  Differenz  (der  Grad- 
zahlen der  genauberechneten  Anomalie)  im  Apogeum  selbst  ge- 
gen die  mittlere  Entfernung  mit  1^17'.    Mithin  ergeben  sich 
(für  L  ZAH  bei  Zunahme  der  Entfernung  um  1^15')  von  dem 
scheinbarenPerigeumdesEpizjkelsab(l2052'+1^17'=)14^9',  15 
d.  s  von  dem  Apogeum  (des  Epizykels)  ab  gerechnet  (180^  — 
1409'=)  165*^51'  des  ersten  Stillstandes,  welche  wir  in  der 
neunten  Spalte   in   die  (erste)  Zeile   mit  der  Argumentzahl 
360  setzen  werden,  und  (180<^  +  14<*9'  =)  194^9'  des  zwei- 
ten Stillstandes,  welche  wir  in  der  zehnten  Spalte  in  dieselbe  20 
Zeile  setzen  werden. 

Gleicherweise  bewirkt  die  Venus  ihre  Stillstände,  wenn  der  Hei  500 
Epizjkel  (S.  297,8)   in  gleichförmigem  Lauf  in  Länge  von 
demPerigeum  desExzenterseinen  Abstand  von  rund  20^  hat, 
während  der  Planet  selbst  von  dem  scheinbaren  Perigeum  des  25 
Epizykels  (S.  297,2:  den  ^ZAH  =)  11^44'  entfernt  steht. 
Hier  ist  somit  die  Differenz  gegen  (den  L  ZAH  für)  die  mittlere 
Entfernung  (^ vgl.  oben  Z.  3)  gleich  (12"52'-  ll"44'=)  l^S'. 
Nun  beträgt  58^45'  die  kleinste  Entfernung  in  dem  Maße,  in 
welchem  die  mittlere  Entfernung  gleich  60^  ist,  mithin  die  30 
Differenz  zwischen  beiden  Entfernungen  1^15',  während  bei 
dem  (mit  20^  periodischen  Laufs)  vorliegenden  Abstand  von 
dem  Perigeum  die  Entfernung  (FA  S.  296, 15)  58^50',  somitdie 
Differenz  gegen  die  mittlere  Entfernung  l^lO'  beträgt.   Folg- 
lich haben  wir  wieder  1^15'  mit  1^8'  multipliziert  und  das  35 


a)  Nach  der  Proportion  1^10' :  1^15'  -  1®12' :  l^iT. 

90* 


308  Zwölftes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

Produkt  durch  I^IO'  dividiert:  dadurch  fanden  wir^^^  die 
Diflerenz  (der  Gradzahlen  der  genauberechneten  Anomalie) 
im  Perigeum  selbst  gegen  die  mittlere  Entfernung  mit  1^13' 
und  deshalb  den  Lauf  von  dem  scheinbaren  Perigeum  des 
5  Epizykels  ab  (d.  i.  den  /.  ZAH  bei  Abnahme  der  Entfernung 
um  1P15')  mit  (12^52'—  ms'  =)  ll^Se'.  Mithin  ergeben 
Ha  350  sich  von  dem  Apogeum  (des  Epizykels)  ab  gerechnet  (180^  — 
11<^39' ==)  168<*21'  des  ersten  Stillstandes  und  (180^  -f 
11^39'  =)  191^39'  des  zweiten.   Diese  Beträge  werden  wir 

10  in  den  nämlichen  Spalten  (d.  i.  in  der  neunten  und  der  zehn- 
ten) in  die  (letzte)  Zeile  mit  der  Argumentzahl  180  setzen. 
4.  Für  den  Merkur  hatten  wir  (S.  299,  27)  nachgewiesen, 
daß  der  Planet  seine  Stillstände  bewirkt,  wenn  der  Epizykel 
von  dem  Apogeum  des  Exzenters  einen  Abstand  von  10*^17' 

15  periodischen  Laufs  in  Länge  hat,  während  der  Planet  selbst 

von  dem  scheinbarenPerigeum  des  Epiz  jkels  32^o2'(S.299,20: 

Hei  501  den  /.ZAH)  entfernt  steht.    Da  in  der  mittleren  Entfernung 

(S.  298,  lo)  der  Lauf  (d.  i.  /.ZAH)  34^56'  beträgt,  so  ergibt 

sich  eine  Differenz  von  (34^56' —  32^52'=)  2H',   Nun  be- 

20  trägt  in  dem  Maße,  in  welchem  die  mittlere  Entfernung 
gleich  60^  ist,  die  größte  Entfernung  69^,  somit  die  Differenz 
zwischen  beiden  Entfernungen  9^,  während  bei  dem  (mit 
10^17'  periodischen  Laufs)  vorliegenden  Abstand  von  dem 
Apogeum  die  Entfernung  (fA  S.  299,4)  68^36',  mithin  die 

25  Differenz  gegen  die  mittlere  Entfernung  8^36' beträgt.  Folg- 
lich haben  wir  ebenso  wie  vorher  9^  mit  2^4'  multipliziert 
und  das  Produkt  durch  8^36'  dividiert:  dadurch  fanden 
wir^^  die  Differenz  (der  Gradzahlen  der  genauberechneten 
Anomalie)  im  Apogeum  selbst  gegen  die  mittlere  Entfernung 

30  mit  2^0'.  Mithin  ergeben  sich  (für  den  /.ZAH  bei  Zu- 
nahme der  Entfernung  um  9^)  von  dem  scheinbaren  Peri- 
geum des  Epizykels  ab  (34^56'  -  2' 10'  =)  32^6'«),  d.  s. 

a)  Nach  der  Proportion  1^10' :  1^15' =  l'^S' :  ms'. 

b)  Nach  der  Proportion  8^36' :  9^  =  2''4' :  2n0'. 

c)  Daß  bei  dem  Merkur  der  /LZAH  bei  Zunahme  der  Ent- 
fernung, umgekehrt  wie  bei  den  übrigen  Planeten,  kleiner  wird, 
erklärt  sich  aus  der  großen  Exzentrizität  der  Bahn.  Vgl.  S.  311, 18. 


Erklärung  der  Tabelle.  309 

voü  dem  Apogeum  (des  Epizykels)  ab  gerecbnet  (180^  — 
32^46'  ==)  147^14'  des  ersten  Stillstandes,  welche  wir  in  der 
elften  Spalte  (in  die  erste  Zeile)  zu  der  Argumentzahl  360 
setzen  werden,  und  (l80^  +  32^46'  =)  212^46'  des  zweiten 
Stillstandes,  welche  wir  in  der  zwölften  Spalte  in  dieselbe  5 
Zeile  setzen  werden. 

Gleicherweise  bewirkt  der  Merkur  seine  Stillstände,  wenn 
der  Epizykel(S.  301,10)  von  dem  Perigeum  (des  Exzenters) 
einen  Abstand  von  11^22'  periodischen  Laufs  hat,  während 
der  Planet  selbst  von  dem  scheinbaren  Perigeum  des  Epi-  10 
zykels   (S.  301,4:    den    iL  ZAH  ==)  3o'^30'    entfernt   steht. 
Hier  ist  somit  die  Differenz  gegen  (den  Z.Z AH  für)  die  mitt- 
lereEntfernung(S.  298, 10)  gleich (35«30'-34056'=)0<^34'.  Ha  351 
Nun  beträgt  (S.  256, 15)  55^34'  die  kleinste  Entfernung  in  nei  502 
dem  Maße,  in  welchem  die  mittlere  Entfernung  gleich  60^^  15 
ist,  mithin  die  Differenz  zwischen  beiden  Entfernungen  4^26', 
während  bei  dem  (mit  11^22'  periodischen  Laufs)   vorlie- 
genden   Abstand   von   dem  Perigeum   die   Entfernung  (TA 
S.  300,16)  ungefähr  55^42',  mithin  die  Differenz  gegen  die 
mittlere   Entfernung   4^18'    beträgt.      Folglich   haben    wir  20 
wieder  4^26'  mit  0^34'  multipliziert  und  das  Produkt  durch 
4^18'    dividiert:  dadurch  fanden    wir*^    die    Differenz  (der 
Gradzahlen  der  genauberechneten  Anomalie)  im  Perigeum 
selbst  gegen  die  mittlere  Entfernung  mit  0^35'  und  deshalb 
den  Lauf  von  dem  scheinbaren  Perigeum  des  Epizykels  ab  '25 
(d.  i.  den  /_ZAH  bei  Abnahme  der  Entfernung  um  4^26') 
mit  (34^56'  -f  0^35'  =)  35^31'.  Mithin  ergeben  sich  von  dem 
Apogeum  (des  Epizykels)  ab  gerechnet  (180^—35^31'  =) 
144°29'    des    ersten    Stillstandes    und    (180<^+ 35^^31' =) 
215*^31'  des  zweiten.    Diese  Beträge  werden  wir  in  dieselben  30 
Spalten  (d.  i.  in  die  elfte  und  die  zwölfte)  setzen,  jedoch  nicht 
mehr  zu  der  Argumentzahl  der  Länge  180,  sondern  zu  den 
Argumentzahlen  120  und  240,  weil  in   diesen  Graden  die 
größten    Erdnähen    der    exzentrischen    Bahn    des    Merkur 
(S.  144, 19 ff.;  vgl.  S.  300,5)  nachgewiesen  worden  sind.       35 

a)  Nach  der  Proportion  4^'18' :  4^26' =  0°34' :  0<>35'. 


310  Zwölftes  Buch.    Siebentes  Kapitel. 

n.  Nach  dieser  Auseinandersetzung,  welche  an  erster  Stelle 
vorgenommen  werden  mußte,  lassen  sich  nach  denselben 
Methoden  auch  die  Unterschiede  feststellen,  welche  in  den 
Zwischenstellungen  eintreten. 
5  Es  sei  beispielshalber  die  Aufgabe  gestellt,  die  Ansätze 
der  scheinbaren  Anomalie  für  die  ersten  Stillstände  zu  finden, 
wenn  der  mittlere  Ort  in  Länge  30^  von  dem  Apogeum  (des 
Exzenters)  entfernt  ist. 

In  dieser  Stellung  beträgt,  wie  gesagt,  nach  den  früher 
10  (S.  258, 1— ö)  angewendeten  Methoden  die  Entfernung  desEpi- 
Hei  503  zjkcls  in  dem  Maße,  in  welchem  auf  die  mittlere  Entfernung 
volle  60^  entfallen,  für 

Saturn  Jupiter         Mars  Venus  Merkur 

63^2'  62^26'  65^24'  61^6'  66^35'. 

^^       Mithin  ergeben  sich  Planet  für  Planet  —  in   derselben 
Ha  352  Reihenfolge,  um  lästige  Wiederholungen  zu  vermeiden  — 
gegen  die  mittlere  Entfernung  folgende  Differenzen: 
3^2'  2^26'  6^24'  1^6'  6^35'. 

Nun  betragen,    weil  bei   allen  Planeten   die  angesetzten 
20  Entfernungszahlen  größer  sind  als  die  mittlere  Entfernung, 
die  Differenzen  zwischen  den   mittleren  Entfernungen  (vgl. 
S.  256)  und  den  Entfernungen  in  den  Apogeen  selbst 
3^25'  2^45'  6^0'  1^15'  9^. 

Es  betragen  ferner  die  ganzen  Differenzen  zwischen  den 
25  Graden  der  scheinbaren  (oder  genauberechneten)  Anomalie  (d.i. 
zwischen  /,ZAH)  bei  den  Entfernungen  in  den  Apogeen  und 
bei   den   mittleren  Entfernungen  in    derselben   Reihenfolge 
'S.  282,28;  280,18    S.  287,23;  286,5     S.  305,32   S.  307,13    S.  308,80\ 
.67^5' -65*^52'    öö^öö' —  54<>22'  / 

30  1°23'  1^33'  6Hl'  IHT         2°10'. 

Wenn  wir  nun  jede  dieser  Differenzen  —  z.  B.  (für  den 
Saturn)  1^23'  —  Planet  für  Planet  in  zugehöriger  Weise 
mit  der  Differenz  zwischen  der  vorliegend  (mit  63^2') 
angenommenen  Entfernung  und  der  mittleren  (60^)  —  z.B. 
35  mit  3^2'  — multiplizieren  und  das  Produkt  durch  die  Diffe- 
renz bei  der  größten  Entfernung  —  z.  B.  durch  3^25'  — 


(; 


l 


Erklärung  der  Tabelle  311 

dividieren,  so  werden  wir*)  Planet  für  Planet  die  für  den  Hei  504 
(mit  30*^)  vorliegenden  Lauf  in  Länge  geltende  Differenz  der 
Grade  der  ( genauberechneten)  Anomalie  (d.  i.  den  Unterschied 
des  Z.Z AH)  gegen  die  Grade  der  Anomalie  bei  der  mitt- 
leren Entfernung  erhalten  mit  5 
m4'              1^22'             5«7'              1<>8'              1^35'. 

Nun  betragen  die  Gradzahlen  (der  ersten  Stillstände), 
von  dem  scheinbaren  Apogeum  des  Epizykels  ab  gerechnet, 
in  den  mittleren  Entfernungen 

/  S.  280, 18         S.  286,  5         S.  290,  7         S.  294, 10         S.  298, 10  \   10 
\180<*-65<'52'  180<>-54»22'  180^-16^51'  180<'-12^62'  180"-34°567 
lU^'S'  125"38'  163°9'  167°8'  145H'. 

Es  sind  aber  die  Gradzahlen  (der  ersten  Stillstände),  welche 
bei   den   größten   Entfernungen   (in   der  ersten  Zeile  der 
Tabelle   bereits)    angesetzt  sind,   für   die  übrigen  Planeten  15 
kleiner  als   die  vorstehenden  (d.h.  der  /.ZAH   wird  mit 
Zunahme    der  Entfernung  größer),   während  sie  für   den 
Merkur  grö  ßer  sind  (d.  h.  der  /.ZAH  wird  bei  Zunahme  der 
Entfernung  kleiner).  Wenn  wir  daher  die  Differenzen,  welche 
bei  der  (mit  63^2')  angenommenen  Entfernung  (oben  Z.  6)  20 
gefunden  worden  sind,  bei  den  übrigen  Planeten  von  den  bei  der 
mittleren  Entfernung  (oben  Z.  12)  angesetzten  Graden  abzie- 
hen, während  wir  sie  bei  dem  Merkur  dazu  addieren,  werden 
wir  die  Grade  der  scheinbaren  Anomalie,  von  dem  Apogeum  na  353 
des  Epizykels  ab  gerechnet,  mit  folgenden  Beträgen  erhalten:  26 

(114«8'-1«U'125<>38'-1<^22'163"9'-5»7'167°8'-1»8'145<'4'-|-1«35') 
112<>54'  124*^16'  158^2'  166*^0'  146<'39'. 

Diese  Beträge  sind  in  die  Spalten  des  ersten  Stillstandes 
zu  30  *  periodischer  Länge  zu  setzen. 

Auch  die  Spalten  der  zweiten  Stillstände  werden  wir  30 
nun  ohne  weiteres  ausfüllen,  indem  wir  Planet  für  Plan  et  zu  den 
Zahlen  der  ersten  Stillstände  in  die  Spalten  der  zweiten  Still-  Hei  505 
stände  in  denselben  Zeilen  die  an  3  60  fehlenden  Grade  dazuset- 
zen,  also  bei  der  (^mit  30^)  vorliegenden  (periodischen)  Länge 

(360»-112*'54'  36i'«-124°16'  360<'-158<>2'  360''-166<>360°-I46°39')  35 
24706'  235"44'  201<'58'  194^0'  213^21'. 

a)  Nach  der  Proportion  S^  26' :  3^  2' =  V ^B' :  m^' .'  '^'C?"al 


312        Zwölftes  Buch.     Achtes  und  neuntes  Kapitel. 

Sollten  wir  es  aus  Gründen  größerer  Zweckmäßigkeit  vor- 
ziehen, nicht  die  theoretisch  auf  das  scheinbare  Apogeum 
des  Epizykels  bezogenen  Grade  der  Anomalie  in  Ansatz  zu 
bringen,  sondern  die  auf  das  periodische  Apogeum  be- 
5  zogenen,  d.  h  die  noch  nicht  genauberechneten  (oder  mitt- 
leren) Grade,  so  ist  leicht  zu  begreifen,  daß  auch  dieser  An- 
forderung von  uns  ohne  weiteres  entsprochen  werden  kann. 
Steht  doch  in  den  Tabellen  der  Anomalie  (in  der  dritten 
Spalte)  bei  jeder  Argumentzahl  der  periodischen  Länge  die 
10  dazugehörige  Prosthaphäresis ,  welche  von  den  gefundenen 
Graden  der  scheinbaren  Anomalie  bei  den  von  dem  Apo- 
geum des  Exzenters  ab  gerechneten  Graden  bis  180  ab- 
gezogen werden  muß,  während  sie  bei  den  über  180  hinaus- 
gehenden Graden  zu  addieren  ist.*"^ 

Achtes  Kapitel. 
Zahlen  der  genauberechneten  Anomalie. 

liei  öoß)     Die  Tabelle  (der  Stillstände)  gestaltet  sich  folgendermaßen . 
16  (S.  314—315.) 

Neuntes  Kapitel. 

Nachweis  der  größten  Elongationen  der  Venus 

und  des  Merkur. 

Ha  356 1  Nachdem  die  theoretischen  Erörterungen  der  Rückläufig- 
keit erledigt  sind,  dürfte  es  am  Orte  sein,  im  Anschluß 
daran  die  größten  Elongationen  der  Venus  und  des  Merkur 
20  von  der  Sonne  nachzuweisen,  welche  in  jedem  einzelnen 
Zeichen  nach  den  vorgetragenen  Hypothesen  zustande  kom- 
men. Die  Darlegung  dieser  Erscheinungen  haben  wir  erstens 
mit  Bezug  auf  den  scheinbaren  Ort  der  Sonne  gemacht, 
zweitens  unter  der  Annahme,  daß  die  Planeten  selbst  in  den 


Hei  508 


a)  Weil  zwischen  Apogeum  und  Perigeum  das  mittlere  oder 
periodische  Apogeum  des  Epizykels  dem  scheinbaren  voran- 
geht, während  es  zwischen  Perigeum  und  Apogeum  dem  öchein- 
baren  nachfolgt.    Vgl.  Anm.  13.  i. 


Größte  Elongationen  der  Venue. 


313 


Anfängen  der  Zeichen  stehen,  drittens  unter  der  Voraus- 
setzung, daß  die  Apogeen  die  für  unsere  Zeit  geltende  Lage 
zu  den  Wende-  und  den  Nachtgleichenpunkten  innehaben, 
d.  h.  daß  das  Apogeum  der  Venus  in  \j  25",  das  des  Merkur 
in  =^10^  liege.  Die  Verschiebung  der  größten  Elongatio-  5 
nen",  welche  infolge  des  Fortschritts  der  Apogeen  eintreten 
muß,  wird  von  den  Forschern  der  Nachwelt  bei  Anw^endung 
derselben  Methode  durch  -eine  leichte  Korrektion  zu  ernait- 
teln  sein,  und  übrigens  bleibt  auf  lange  Zeit  hinaus  der 
Unterschied  ganz  unwesentlich.  10 

1.  Damit  aber  auch  die  Methode  des  Verfahrens  dem  Ver- 
ständnis  zugänglich   gemacht  werde,   sollen   zuerst  an    der 
Venus  die  oben  näher  bezeichneten  größten  morgendlichen 
und  abendlichen  Elongationen  nachgewiesen  werden,  wenn  Hei  509 
der  Planet  beispielshalber  im  Frühlingsnachtgleichenpunkte,  15 
d.  i.  im  Anfang  des  Widders  steht. 

A.  Es  sei  A  B  TAE  die  durch  das 
Apogeum  A  der  Exzentrizität  ge- 
hende Gerade,  auf  welcher  B  als 
das  Zentrum  der  gleichförmigen 
Bewegung,  f  als  das  Zentrum  des 
den  Epizykel  tragenden  Exzenters 
und  A  als  der  Mittelpunkt  der 
Ekliptik  angenommen  sei.  Nach- 
dem man  aus  dem  Zentrum  des  Ex-  26 
zenters  die  Gerade  fZ  gezogen,  be- 
schreibe man  um  Z  den  Epizykel 

H  0  und  ziehe  von  A  aus  an  die  Morgenseite,  d.  i.  an   die 
(infolge   des   täglichen  Umschwungs)   vorangehende   Seite^' 
des   Epizykels,   die  Tangente  A0.    Endlich  ziehe  man  die  30 
Verbindungslinien  BZH,  Z0,  und  fälle  die  Lote  PK,  TA 
und  BM. 


Ha  357 


20 


a)  Der  tägliche  Umschwung  vollzieht  sich  gegen  die  Rich- 
tung der  Zeichen,  d.  i.  von  A  aus  gesehen,  von  links  nach 
rechts.  Daher  erscheinen  in  der  vorangehenden  Morgenseite 
die  beiden  Planeten  als  Morgensterne,  in  der  nachfolgenden 
Abendseite  als  Abendsterne. 


314 


Tabelle  der  Stillstände. 


Gemeinsame 
Argumentzahlen 

Saturn 

1.  stillstand  |  2.  Stillstand 

Jupiter 

1.  Stillstand  1  2.  Stillstand 

0 

6 

12 

360 
354 
348 

ll-2«45' 
112  45 
112  46 

247^5' 
247  15 
247  14 

124»  5' 
124  6 
124  7 

235055' 
235  54 
235  53 

18 
24 
30 

342 
336 
330 

112  48 
112  51 
112  54 

247  12 
247  9 
247  6 

124  9 
124  12 
124  16 

235  51 
235  48 
235  44 

36 
42 
48 

324 
318 
312 

112  58 

113  3 
113  8 

247  2 
246  57 
246  52 

124  21 
124  26 
124  32 

235  39 
235  34 

235  28 

54 
60 

306 
300 

113  15 
113  22 

246  45 
246  38 

124  39 
124  47 

235  21 
235  13 

66 

72 

294 

288 

113  29 
113  36 

246  31 
246  24 

124  55 

125  3 

235  5 

234  57 

78 
84 

282 
276 

113  44 
113  53 

246  16 
246  7 

125  12 
125  22 

234  48 
234  38 

90 
96 

270 
264 

114  1 
114  10 

245  59 
245  50 

125  32 
125  41 

234  28 
234  19 

102 
108 

258 
252 

114  18 

114  27 

245  42 
245  33 

125  51 

126  0 

234  9 
234  0 

114 

120 

246 

240 

114  35 
114  43 

245  25 
245  17 

126  10 
126  19 

233  50 
233  41 

126 
132 

234 

228 

114  51 
114  58 

245  9 

245  2 

126  28 
126  36 

233  32 
233  24 

138 
144 

222 
216 

115  5 
115  11 

244  55 
244  49 

126  44 
126  51 

233  16 
233  9 

150 
156 

210 
204 

115  16 
115  21 

244  44 
244  39 

126  57 

127  2 

233  3 

232  58 

162 
168 

198 
192 

115  25 
115  27 

244  35 
244  33 

127  6 
127  8 

232  54 

232  52 

174 
180 

186 
180 

115  29 
115  29 

244  31 
244  31 

127  10 
127  11 

232  50 
232  49 

Tabelle  der  Stillstände. 


315 


Mars 

l.Stillstand|2.  Stillstand 

Venus 

1.  Stillstand  2.  Stillstand 

Mer 

I.Stillstand  1 

1 
kur 

2.  Stillstand 

157«28' 
157  29 
157  34 

202^32' 
202  31 
202  26 

165^51' 
165  52 
165  53 

194»  9' 
194  8 
194  7 

147°14' 
147  13 
147  8 

212H6' 
212  47 
212  52 

157  41 

157  50 

158  2 

202  19 
202  10 
201  58 

165  55 

165  57 

166  0 

194  5 
194  3 
194  0 

147  1 
146  51 
146  39 

212  59 

213  9 
213  21 

158  18 
158  34 
158  55 

201  42 
201  26 
201  5 

166  4 
166  9 
166  15 

193  56 
193  51 
193  45 

146  25 
146  11 
145  55 

213  35 

213  49 

214  5 

159  17 
159  42 

200  43 
200  18 

166  22 
166  29 

193  38 
193  31 

145  39 
145  23 

214  21 
214  37 

160  10 
160  39 

199  50 
199  21 

166  35 
166  42 

193  25 
193  18 

145  8 
144  58 

214  52 

215  2 

161  10 
161  44 

198  50 
198  16 

166  50 
166  58 

193  10 
193  2 

144  52 
144  46 

216  8 
215  14 

162  18 
162  54 

197  42 
197  6 

167  7 
167  14 

192  53 
192  46 

144  40 
144  36 

215  20 
215  24 

163  31 

164  9 

196  29 
195  51 

167  21 
167  28 

192  39 
192  32 

144  33 
1  144  30 

215  27 

216  30 

164  47 

165  25 

195  13 
194  35 

167  35 
167  43 

192  25 
192  17 

144  30 
144  29 

215  30 
215  31 

166  3 
166  37 

193  57 
193  23 

167  50 
167  56 

192  10 
192  4 

144  29 
144  30 

215  31 
215  30 

167  8 
167  39 

192  52 
192  21 

168  1 
168  6 

191  59 
191  54 

144  31 
144  33 

215  29 

215  27 

168  4 
168  28 

191  56 
191  32 

168  10 
168  14 

191  50 
191  46 

144  35 
144  37 

215  25 
215  23 

168  46 
168  59 

191  14 
191  1 

168  17 
168  19 

191  43 
191  41 

144  38 
144  39 

215  22 
215  21 

169  8 
169  9 

190  52 
190  51 

168  20 
168  21 

191  40 
191  39 

144  40 
144  40 

216  20 
215  20 

316 


Zwölftes  Buch.    Neuntes  Kapitel. 


Da  die  Gerade  AA 
in  der  Richtung  nach 


in  der  Richtung  nach  \j  26^  und  AG 
T  0°  liegt,  so  ist 


Hei  510 

/.  AA0  = 

55» 

wie  472  =  360», 

= 

HO» 

wie  5i2  =  360o, 

6 

/,  ArK  = 

70« 

als  Komplementwinkel 

(im  rw.  Dreieck  TKA); 

mithin 

6rK  = 

1100 

wie  ©rKA  =  360», 

also 

srK  = 

98^18' 

wie  ÄrA  =  120P. 

Setzt  man 

rA  = 

1^15' 

wie  ephmZQ  =  4.3^^10', 

so  wird 

rK  = 

IP    i' 

in  demselben  Maße. 

10 

Nun  ist 

rK  = 

0A, 

(Eukl.  I.  34) 

folglich  auch 

0A  = 

iPjr 

wie  ep/imZ0  =  43^10', 

mithin 

ZA  = 

Z0-0A  =  42P9'     wie  exhtn  fZ  ==  QO^ - 

Setzt  man 

hrz  = 

120^, 

so  wird 

sZA  = 

84^18' 

in  diesem  Maße, 

15 

mithin 

&ZA  = 

89"  16' 

wie  eZAr  =  360», 

Ha  358 

also 

/.zrA  = 

89"  16' 

wie  ^E  =  360». 

Nun  istj 

/,ArK  = 
./.ArK  = 

70» 
180» 

wie  <2E=360», 
wie  ^i2  =  360», 

folglich 

/.zrA  = 

339»  16' 

als  Summe  (verst.  3  Winkel), 

20 

hierzu 

/,  Arz  = 

20»  44' 

als  Nebenwinkel, 

mithin 

[    6BM  = 

200  44'  \ 
159»  16' 1 

wie  ©BMr  =  360", 

Hei  511 

also 

(    sBM  = 

i  ,srN\  = 

21^35') 
118P   2') 

'  wie  hBr  =  120^' 

25 

Setzt  man 

Br  = 

:            1^'15' 

wie  exhm  TZ  =  60^, 

so  wird 

BM  = 

■■      0^13' 

und  TM  =  1^14', 

mithin 

MZ  = 

rz  -  TM 

=  58^46'     in  demselben  Maße, 

folglich  auch 

ÄBZ- 

:    58^46' 

wie  BM  =  0P13' 

(weil  unbetr.  >MZ). 

Setzt  man 

ÄBZ  = 

:  120P, 

30 

so  wird 

sBM  = 

0^27' 

in  diesem  Maße, 

also 

6BM  = 

:      0»26' 

wie  e  BMZ  =  560», 

' 

mithin 

/.Bzr  = 

=      0»26' 

wie  i;J2  =  360». 

Größte  Elongationen  der  Venus. 


317 


Nun  war     /,ArZ=    20H4:'     wie^i^  =  360^ 
folglich  /,  ABZ=    2mo'     als  Summe,  (Eukl.  I.  32) 
=    10°  35'     wie  4JS  =  360«. 

Das  ist  der  Winkel  des  gleichförmigen  Laufs  in  Länge 
(bis    zum   Apogeum  ^  25^).     Es   wird    demnach   auch    der  5 
mittlere  Ort  der  Sonne  von  dem  Apogeum  A  gegen  die 
Richtung  der  Zeichen  10^35'  entfernt  sein*\  somit  natürlich 
in  (\^  25^—10^35',  d.  i.)  \j  14"25'  liegen,  während  der  ge- 
naue Ort^)  ^15^14'  sein  wird.    Folglich  wird  der  Planet,  Ha  359 
wenn  er  in  y  0"  steht,   seine   größte   Elongation  nach  der  10 
Morgenseite  (des  Epizykels)  von  dem  genauen  Ort  der  Sonne 
mit  (15^14'  -f-  30<>=)  45"  14'  erreichen. 

B.  Es  sei  die  entspre- 
chende Figur  vorgelegt,  an 
welcher  die  Tangente  an 
die  Abendseite,  d.i.  an 
die  (infolge  des  täglichen 
Umschwungs)  nachfolgen- 
de Seite  des  Epizjkels  ge- 
zogen sein  muß.  Der  Pla- 
net soll  gleichfalls  in  dem 
Anfang  des  Widders  an- 
genommen sein. 

Wie  im  voranstehenden 
Beweisgang  ist,  weil  der  L  AA0  derselbe  bleibt, 

/.  AfK  =  TO*»         wie  2R  =  360<>, 


15 


20 


Hei  512 


26 


ferner 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 


PK} 
ZA 


{  eph 


Z0  +  0A 
120^, 


hrz 

sZA=    88^22' 


mZ0  =  43^10', 
44^.11'  in  demselben  Maße. 

in  diesem  Maße, 


a)  Weil  der  mittlere  Ort  der  Sonne  mit  dem  Mittelpunkt 
des  Epizykels  der  Venus  zusammenfällt. 

b)Weil  für  die  Sonne  die  Anomaliedifferenz  bei  338^55'  Ent- 
fernung von  dem  Apogeum  TT  6^30'  genau  -j- 0*^49'  beträgt. 


318 


Zwölftes  Buch.     Neuntes  Kapitel. 


Hei  513 


10 


mithin  5ZA=    94°  51' 

also  /,ZrA=    94«  51' 

folglich  /,ZrK=    85"   9' 

(Nun  war  /,ArK=    70*  0' 

folglich  /,ZrA-155«    9' 

mithin  auch  /,BrM  =  155<'   9' 

6BM  =  155*'   9' 


demnach 
also 


,&fM=    24«  51' 
sBM  =  117Pll' 

,srM=  25P49' 

1^15',  (s.  S.  316,25) 


wie  ©ZAr-360», 

wie  2M  =  S60\ 

als  Komplementwinkel. 

wie  ^E  =  360«) 

als  Summe, 

(als  Scheitelwinkel), 

wie  ©  B  M  r  =  360», 
wie  h  Bf  =  120^. 


Setzt  man  Br  = 

Ha  360  so  wird         BM=      1^13'  und  rM  =  0Pl6'(wierZ  =  60P); 

mithin         MZ  =  TZ  +  TM  =  60^  16'  in  demselben  Maße. 

(Nun  ist        rZ2  -f-  B  M2  =  B  Z^) 
15  folglich      hBZ=    60^17'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man      7iBZ  =  120^, 

so  wird       sBM=      2^25'     in  diesem  Maße, 
also       &BM=      2''19'     wie  ©BMZ  =  360°, 
mithin  /,BZM-      2°19'     wie5E  =  360^ 

20         Nun  war    /.Z TA  =  155"  9'     wie  <2i?  =  360«, 

also    /,  B  rZ  =  2040  51'     (als  Nebenwinkel), 
folglich  /,  ABZ  =  207«10'     als  Summe,  (Eukl.  I.  32) 
=  103« 35'     wie  4B  =  3Q0^. 
Das  ist  der  Winkel  des  gleichförmigen  Laufs  in  Länge 
25  (bis  zum   Apogeum   \j  25").     Es  wird  demnach   auch   der 
mittlere  Ort  der  Sonne  in  ^z  11^25'  liegen*^,  während  der 
genaue  Ort^^  :rcr  13*^38'  sein  wird.   Folglich  wird  der  Pla- 
net, wenn  er  gleicherweise  in  X  0^  steht,  seine  größte  Elon- 
gation  nach  der  Abendseite  (des  Epizykels)  von  dem  genauen 
30  Ort  der  Sonne  mit  (16^22' -|-  30«=)  46^22'  erreichen. 

a)  Dahin  führen  103® 35'  von  dem  Apogeum  ^  25«  rückwärts 
gezählt:  es  sind  25«  des  Stiers,  60«  des  Widders  und  der  Fische, 
18«35'  des  Wassermanns. 

b)  Weil  die  AnomaliedifFerenz  der  Sonne  bei  246«  Entfernung 
vom  Apogeum  -f-2«13'  beträgt. 


Größte  Elongationen  des  Merkur.  319 

II.  Für  den  Merkur  wollen  wir  uns  die  Aufgabe  stellen,  Hei  5U 
den  Betrag  der  größten  Elongation  des  Planeten  von  dem 
genauen  Ort  der  Sonne  zu  finden,  wenn  er  als  Abendstern 
im  Anfang  des  Skorpions,  als  Morgenstern  im  Anfang  des 
Stiers  steht.  Diese  Annahme  wird  für  die  weiterhin  (Buch  ö 
XIII,  Kap.  8)  zu  führenden  Nachweise  seiner  ausbleibenden 
heliakischen  Aufgänge  eine  Erleichterung  bieten. 

Nach  der  Hypothese  des  Merkur  kann  der  mittlere  Ort 
in  Länge  nicht  gewonnen  werden,  wenn  der  scheinbare 
Ort  des  Planeten  gegeben  ist,  weil  die  Strecke  TZ  (s.  Figur  10 
S.  317)  keineswegs  immer  dieselbe,  d.  h.  gleichgroß  wie  der 
Halbmesser  des  Exzenters  bleibt *\  wie  dies  bei  der  Hypo-  iia  sei 
these  der  übrigen  Planeten  der  Fall   ist.    Wohl  aber  kann 
(umgekehrt),  wenn  der  mittlere  Ort  in  Länge  gegeben  ist, 
auch  der  scheinbare  Ort  gewonnen  werden.    Nur  müssen  15 
für  jedes  Zeichen  zwei  (mittlere)  Örter  in  Länge  zugrunde 
gelegt  werden,  welche  geeignet  sind,  den  Lauf  des  Planeten 
in  den  Anfang  des  betreffenden  Zeichens  gelangen  zu  lassen, 
und  zwar  muß  der  eine  Ort  rückwärts,  der  andere  vorwärts 
(des    betreffenden    Zeichenanfangs)   liegen.     Berechnen   wir  20 
dann  weiter  die  in  den  (beiden)  gefundenen  (scheinbaren) 
Örtern  eintretenden  größten  Elongationen,  so  finden  wir  mit 
Hilfe  derselben  auch  die  größte  Elongation^  welche  direkt 
im  Anfang   des  Zeichens  zustande  kommt.     Dies  auf  dem 
vorstehend  erörterten  Wege  zu  finden,  wird  dem  Verstand-  25 
nis  leicht  zugänglich  zu  machen  sein, 

A.  Zuerst  soll  die  größte  abendliche  Elongation  im  An- 
fang des  Skorpions  nachgewiesen  werden. 

Es  sei  die  Gerade  A  B  TA  der  durch  das  Apogeum  A  ge-  uei  5t5 
hende  Durchmesser,  auf  welchem  f  als  der  Mittelpunkt  der  HO 
Ekliptik  und  B  als  das  Zentrum  der  gleichförmigen  Bewe- 
gung des  Epizykels  angenommen  sei. 


a)  Weil  das  Zentrum  des  beweglichen  Exzenters,  der  den 
Epizykel  trägt,  infolge  der  Kreisbewegung  um  den  S.  121,34 
näher  bezeichneten  Mittelpunkt  beiderseits  der  Linie  A  E  zu  liegen 
kommen  kann.    Vgl.  die  Figuren  S.  145  u.  148. 


320 


Zwölftes  Buch.     Neuntes  Kapitel. 


10 


15 


Ha  362 


1.  Nun  denke  man  sich  zunächst 
den  Mittelpunkt  des  Epizykels  direkt 
im  Apogeum  (d!ri  10®),  damit  aucli 
der  mittlere  Ort  der  Sonne  in  d!;^10® 
und  der  genaue  Ort*^  in  ^  8'*  zu 
liegen  komme.  Nachdem  man  um  A 
den  Epizjkel  ZH  beschrieben,  ziehe 
man  von  f  aus  an  die  Abendseite  des- 
selben die  Tangente  PH  und  schließ- 
lich die  (nach  Eukl.  III.  18)  senk- 
recht zu  ihr  stehende  Verbindungs- 
linie AH. 

An  der  Hand  früher  entwickelter 
Beweismethoden  ist  (S.  144,17)  der 
Nachweis  geführt  worden,  daß  in  der 
größten  Entfernung  (TA) 

ephm^H=    22^^30'     wie  TA  =  69^. 


Setzt  man 

Ä  TA  =  120P, 

so  wird 

sAH=    39^  8' 

in  diesem  Maße, 

also 

6AH=    38"   4' 

wie  eAHr  =  360V 

folglich 

^ArH=    38»   4' 

wie  -i?i?  =  360°, 

=    19«   2' 

wie  4i?  =  360'>. 

20 


Hei  516       Die  Gerade  TA  liegt  in  der  Richtung  nach  d^  10®:  folg- 
lich  wird   der   Planet   (auf  der  Geraden  TH)  in   ^29"  2' 
25  stehen,  mithin  wird  seine  größte  Elongation  von   dem  ge- 
nauen Ort  (^8*^)  der  Sonne  21®  2'  betragen. 

2.  Es  sei  ferner  von  dem  Apogeum  (A)   ab   die  mittlere 
Länge  (d.  i.  ^  ABE)  mit  3®  angenommen,  so  daß  der  mitt- 
lere Ort  (E)  der  Sonne  :=:^  13®,  der   genaue  Ort^)  ^11®4' 
30  sei.  Nachdem  man  die  Gerade  B  E  gezogen,  beschreibe  man 
um  E  als  Mittelpunkt  den  Epizykel  ZH,  ziehe  wieder  die 


a)  Weil  die  AnomaliedifiFerenz   der  Sonne  bei    124*^30'   Ent- 
fernung von  dem  Apogeum  TT  5^30'  gerade  —2"  beträgt. 

b)  Weil  die  Anomaliedifferenz   der   Sonne  bei  127*^30'    Ent- 
fernung von  dem  Apogeum  TT  5^30'  genau  —l^b6'  beträgt. 


Grrößte  Elongationen  des  Merkur. 


321 


30 


Tangente  PH  und  die  Verbindungslinien 
ET,  EH. 

In  der  gegebenen  Stellung,  d.h.  wenn 
/- ABE  =  3^  wie  4E=360^  angenom- 
men wird,  ergibt  sich  nach  den  früher 
(S.  257  f.)  mitgeteilten  Beweisgängen 
als  Differenz  infolge  der  Exzentrizität*^ 
Z.  ArE=2052'  wie  472  =  360^  und  als 
derzeitige  Entfernung  des  Epizykels 

rE=    68^58' 

wie  ephm  EH  =  22^ ^0' . 

Setzt  man        ä  TE  =  120^, 
so  wird       sEH=    39^  9' 

in  diesem  Maße, 

also       &EH=    38»   5'     wie©EHr  =  360^ 
mithin     /.ErH=    38''   5'     wie  3B  =  360'', 
-=    19«    3'     wie  4i2  =  360^ 

(Nun  war    /.ArE=     2^52'    wie  4B^zeO^) 
folglich    /_ArH=    21'^  6b'     als  Summe. 

Demnach  wird  der  Planet,  wenn  er  in  11^  1°55'  (d.i.  21** 
55'  vorwärts  von  ^  10^)  steht,  seine  größte  Elongation  von 
dem  genauen  Ort  (^  11<^4')  der  Sonne  mit  (21^55' —  iH'  20 
=)   20*^51'  erreichen. 

3.  Nun  wurde  (an  erster  Stelle)  nachgewiesen,  daß,  wenn 
der  Planet  in  dj±29°2'  steht,  seine  größte  Elongation  von 
dem  genauen  Ort  der  Sonne  21"  2'  betragen  werde.  Die 
Differenz  der  Örter  (zwischen  :^29°2'  und  ir^  1^55')  be-  2.5 
trägt  2^53',  die  Differenz  der  größten  Elongationen  (21^2' 
—  20»5l'=)0m',  so  daß  auf  die  Differenz  0^58'  zwischen 
dem   ersten   Ort   (=^29^2')   und  11\  0^'  ohne  wesentlichen 


Hei  517 
Ha  363 

16 


a)  Insofern  /,ArE=/.ABE-/,rEB.  Letzterer  Winkel  ist 
die  Prosthaphäresis  der  Länge  und  beträgt  bei  6*  Entfernung 
des  Epizykelmittelpunktes  vom  Apogeum  nach  der  Anomalie- 
tabelle (S.  265)  0n7',  also  bei  3*^  genau  00  8'30". 


rtolemäus,  ttbors.  t,  Manitius.   IT. 


91 


322 


Zwölftes  Buch.     Neuntes  Kapitel. 


Fehler  0^4'  entfallen.*^  Wenn  wir  also  diesen  Betrag  von 
21^2'  abziehen,  so  werden  wir  die  größte  abendliche Elon- 
gation  von  dem  genauen  Ort  der  Sonne  im  Anfang  des 
Skorpions  mit  20^58'  erhalten. 

B.  Zur  Bestimmung  der  größten  morgendlichen  Elon- 
gation  im  Anfang  des  Stiers  sei  zunächst  der  mittlere  Ort 

in  Länge  bei  der  Ent- 
fernung von  39*^  von 
demPerigeum(TlO^) 
in  der  Richtung  der 
Zeichen       angenom- 
men, so  daß  auch  der 
mittlere  Ort  der  Son- 
ne \j  19^,  der  genaue 
Ort^)    t^  19^38'    sei. 
Vorgelegt   sei  die 
ähnliche  Figur;    nur 
muß    der     Epizykel 
Hei  518 nach  Passierung  des  Perigeums  gezeichnet  und  die  Tan- 
20  gente  an  die  Morgenseite  des  Epizykels  gezogen  sein. 

1.  In  der  gegebenen  Stellung,  d.  h.  wenn  /-  ABZ  =  39® 
wie  4B=  360^  angenommen  wird,  ergibt  sich  nach  den 
früher   mitgeteilten   Beweisgängen''^    /.ATE  =  40^57'    wie 


10 


15 


JI^ — 


4i?  =  360"  und  als  derzeitige  Entfernung 


Ifa  364 

2G       Setzt  man 

so  wird 

also 

Hei  519  mithin 

30 


rE=    55P59'     wie  ep7?m  EH  =  22^30'. 


sEH=  48^14' 

&EH=  47^24' 

/.ErH=  47024' 

=  23U2' 


in  diesem  Maße, 
wie  eEHr=»360«, 
wie  ^i?=360", 
wie  4R  =  3%0'>. 


a)  Nach  dem  Verhältnis  2''53' :  0^58'  =  0«11'  :  0"4'.  Vgl.  die 
nämliche  Berechnungs weise  S.  134,  6 — 26. 

b)  Weil  die  Anomaliedifferenz  der  Sonne  bei  343° 30'  Entfer- 
nung Yon  dem  Apogeum  genau  -\-  0°38'  beträgt. 

c)  ^  ATE  =  /,  ABZ  -f  /.  TEB.  Letzterer  beträgt  nach  der  Ano- 
malietabelle (S.  265)  bei  (180«-^  39^*=)  219°  Entfernung  vom 
Apogeum  genau  1°57'. 


Größte  Elongationen  des  Merkur. 


323 


(Nun  war     ^ArE  =  40°57'     wie4E  =  360«) 
folglich   /,  AfH  =17 M5'     als  Differenz. 

Demnach  wird  der  Planet  Merkur,  wenn  er  in  (y  10^  + 
17^15',  d.  i.)T27"15'  steht,  seine  größte  morgendliche 
Elongation  von  dem  genauen  Ort  (\j  19^' 3  8')  der  Sonne  mit 
(2^45'+  19" 38'=)  22^23'  erreichen. 

2.  Der  Planet  soll  wieder  nach  derselben  Seite  von  dem 
Perigeum  (y  10°)  ab  bei  der  Entfernung  von  42°  mittlerer 
Länge  angenommen  sein,  so  daß  der  mittlere  Ort  der  Sonne 
tf22°,  der  genaue  Ort*)  ^22^31'  sei. 

In  dieser  Position,  d.h.  wenn  /-ABZ  =  42°  wie  411  = 
360°  angenommen  wird,  ergibt  sich^^  /-ATE  =  44^4'  wie 
472=360°  und  als  derzeitige  Entfernung 

rE=    55^50'     wie  e^/m  EH  =  22^30'. 


10 


Setzt  man 

//.  TE  = 

120P, 

Hei  620 

so  wird 

sEH  = 

48^19' 

in  diesem  Maße, 

16 

also 

[ÖEH  = 

47''30' 

wie  ©EHr  =  360", 

mithin 

/.ErH  = 

47<^30' 

wie  5i^  =  360^ 

= 

23<>45' 

wie  4R  =  U0\ 

(Nun  war 

/,  ArE  = 

44«   4' 

wie  4i2  =  360') 

20 

folglich 

/.  ArH  = 

20^19' 

als  Differenz. 

Demnach  wird  der  Planet  Merkur,  wenn  er  in  (y  10° -f  "^^a  865 
20^19',  d.i.)  \^0°19'  steht,   seine   größte  Elongation  nach 
der  Morgenseite    (des    Epizykels)    von   dem   genauen   Ort 
(tf22°3l')  der  Sonne  mit  (22^31' -  0°19' =)  22°12'   er-  25 
reichen. 

3.  Nun  wurde  (an  erster  Stelle)  nachgewiesen,  daß,  wenn 
der  Planet  in  y  27°15'  tteht,   seine  größte  Elongation  im 
gleichen  Sinne   2z°23'  betragen  werde.    Die  Differenz  der 
Örter  (zwischen  y27°15'  und  tfO°19')  beträgt  3° 4',  die  SO 
Differenz   der   größten    Elongationen   (22^23' —  22°12' =) 

a)  Weil  die  Anomaliedifferenz  der  Sonne  bei  346° 30'  Entfer- 
nung von  dem  Apogeum  -f  O^Sl'  beträgt. 

b)  Weil  die  Prosthaphäresis   (d.i.   /,  TEB)    bei   222<'  Entfer- 
nung von  dem  Apogeum  -f  2^4'  beträgt. 

91* 


324 


Zwölftes  Bucli.     Zehntes  Kapitel. 


O^ll',  so  daß  auf  die  Differenz  2^45'  zwischen  dem  ersten 
Orte  (Y  27^15')  und  \jO^  ohne  wesentlichen  Fehler  OHO' 
entfallen.*)  Wenn  wir  also  diesen  Betrag  von  22^23'  ab- 
ziehen, so  werden  wir  die  größte  morgendliche  Elongation 
5  von  dem  genauen  Ort  der  Sonne  im  Anfang  des  Stiers  mit 
22^13'  erhalten. 

Dies  zu  finden  war  als  Aufgabe  gestellt. 

Nachdem  wir  auf  dieselbe  Weise  auch  die  in  den  anderen 

Zeichen    zustandekommenden   größten   morgendlichen    und 

Hei  521  abendlichen  Elongationen  beider  Planeten  berechnet  hatten, 

11  haben  wir  eine  Tabelle  der  Elongationen  von  je  12  Zeilen 
(für  jeden  Planeten)  in  5  Spalten  aufgestellt.  In  die  erste 
Spalte  haben  wir  vom  Widder  ab  die  Zeichenanfänge  vor- 
angestellt und  in  den  vier  weiteren  Spalten  die  durch  Rech- 

15  nung  gefundenen  größten  Elongationen  von  dem  genauen 
Ort  der  Sonne  dazugesetzt;  und  zwar  enthält  die  zweite 
Spalte  die  morgendliehen  und  die  dritte  die  abendlichen 
Elongationen  der  Venus,  dann  weiter  die  vierte  Spalte  die 
morgendlichen  und  die  fünfte  die  abendlichen  des  Merkur. 


Ha  366] 
Hei  5221 


Zehntes  Kapitel. 
Größte  Elongationen  von  der  genauen  Sonne. 


Anfänge 
der  Zeichea 

Vei 

morgens 

lUS 
abends 

Anfänge 
der  Zeichen 

Mer 

morgens 

kur 
abends 

i  Widder 

1  Stier 

i  Zwillinge 

45°  14' 
45   17 
45   34 

46°  22' 
45   31 
44  49 

Widder 

Stier 

Zwillinge 

240  14' 
22    13 
20   18 

19»  36' 
21     7 
23  41 

Krebs 
Löwe 
Jungfrau 

45  56 

46  20 
46   38 

44   25 
44   31 
44  55 

Krebs 
Löwe 
Jungfrau 

18   17 
16   35 
16     8 

26  16 

27  37 
26   17 

Wage 

Skorpion 

Schütze 

46   45 
46   47 
46   30 

45  41 

46  30 

47  13 

Wage 

Skjrpion 
Schütze 

17   46 
21   32 
26     9 

23   31 
20   58 
19   28 

Steinbook 

Wassermann 

Fische 

46     7 
45   41 
45   20 

47   35 
47   34 
47      7 

Steinbock 

Wassermann 

Fische 

28   37 
28   17 
26   24 

19   14 

18  51 

19  0 

a)  Nach  dem  Verhältnis    3*^4' :  2''45' =  OHl' :  OUO'.     Genau 
beträgt  die  gesuchte  Zahl  nur  0**9'28". 


Dreizehntes  Buch.    Erstes  Kapitel.  325 


Dreizehntes  Buch. 

Erstes  Kapitel. 

Die  Hypothesen  zur  Erklärung  des  Laufs  in  Breite 

der  fünf  Planeten. 

An  der  Darstellung  einer  Theorie  der  fünf  Planeten  sindJHei  524 
noch   zwei   Punkte  mckständig:  der  Lauf  in  Breite,  wel- 
cher sich  mit  Bezug  auf  die  Ekliptik  vollzieht,  und  das  Ka- 
pitel  von   den   Sehungsbogen  bei  den  heliakischen  Auf- 
und  Untergängen  der  Planeten.   Da  aber  diesem  Kapitel  die  5 
Besprechung  der  Breitenabstände  eines  jeden  Planeten  vor- 
ausgegangen sein  muß,  weil  deswegen   einige   wesentliche 
Unterschiede  bei   den  heliakischen  Auf-   und  Untergängen 
eintreten,   so  werden  wir  zuerst  wieder  vorher  die  Hypo- 
thesen mitteilen,  welche  wir  (für  alle  fünf  Planeten)  unter  10 
einem  gemeinsamen  Gesichtspunkt  hinsichtlich  der  Neigung 
ihrer  Kreise  zugrunde  legen  müssen. 

Mit  Rücksicht  darauf,  daß  alle  Planeten  auch  in  Breite 
scheinbar  eine  zwiefache  DiflPerenz  bewirken,  wie  sie  auch 
eine  zwiefache  Anomalie  in  Länge  zeigten,  die  eine  mit  Ha  368 
Bezug  auf  die  Teile  der  Ekliptik  infolge  des  Exzenters,  die  16 
andere  mit  Bezug  auf  die  Sonne  infolge  des  Epizykels,  le- 
gen wir  bei  allen  Planeten  die  Annahme  zugrunde,  daß  so-  iiei  525 
wohl  der  Exzenter  gegen  die  Ebene  der  Ekliptik  geneigt 
sei,  als  auch  der  Epizykel  gegen  die  Ebene  des  Exzenters,  20 
ohne  daß  deshalb,  wie  (S.  123,7)  gesagt,  irgendwelche  be- 
merkenswerte Verschiebung  hinsichtlich  des  Laufs  in  Länge 
oder  hinsichtlich   des  Nachweises   der  Anomalien  eintritt, 
wie  wir  weiterhin  darlegen  werden,  wenigstens  nicht  bei  so 
kleinen  Neigungswinkeln.  25 

Ferner  haben  wir  mit  Rücksicht  auf  spezielle  Beobach- 
tungsergebnisse, die  für  jeden  Planeten  einzeln  erzielt  wor- 
den sind,  folgende  Voraussetzungen  zu  machen. 


326  Dreizehntes  Buch.     Erstes  Kapitel. 

1.  Wenn  die  Zahl  der  genauberechneten  Länge  ebenso 
wie  die  Zahl  der  genauberechneten  Anomalie  gleichzeitig  die 
Entfernung  mit  rund  90^  angibt,  d.  h.  die  Zahl  der  Länge 
von  dem  nördlichen   oder   dem   südlichen    Grenzpunkt  des 

5  Exzenters  ab,  die  Zahl  der  Anomalie  von  dem  betreffenden 
(d.  h.  derzeitigen  scheinbaren)  Apogeum  (des  Epizykels)  ab, 
liegen  die  scheinbaren  Örter  der  Planeten  direkt  in  der  Ebene 
der  Ekliptik. 

2.  Die  Neigungswinkel  der  Exzenter  werden,   wie  schon 
10  bei  dem  Monde,  in  dem  Mittelpunkt  der  Ekliptik  gebildet, 

und  zwar  mit  Bezug  auf  die  Durchmesser,  welche  durch  die 
nördlichen  oder  südlichen  Grenzpunkte  gehen. 

3.  Die  Neigungswinkel  der  Epizyklen  werden  mit  Bezug 
auf  die  nach  dem  Mittelpunkt  der  Ekliptik  gerichteten  Epi- 

15  zykeldurchmesser  gebildet,  auf  denen  der  Theorie  nach  die 
scheinbaren  Apogeen  und  Perigeen  liegen. 

L  Bei  den  drei  Planeten,  dem  Saturn,  dem  Jupiter  und 
dem  Mars,  haben  wir  folgende  Beobachtungen  gemacht: 
1.  Wenn  ihre  Örter  in  Länge  auf  dem   erdfernen  Ab- 
20  schnitt  des  Exzenters  liegen,  erreichen   sie  stets  scheinbar 
Hei 526  ein  Maximum  des  nördlichen  Abstandes  von  der  Eklip- 
tik, und  zwar  ist  alsdann  das  Maximum  der  nördlichen 
Ha  369  Breite  größer  bei  dem  Stand  (der  Planeten  selbst)  in  den 
Perigeen  der  Epizyklen  als  bei  dem  Stand  in  den  Apogeen. 
25       2.  Wenn  dagegen  ihre  örter  auf  dem  erdnäheren  Ab- 
schnitt  des   Exzenters  liegen,   erreichen  sie   scheinbar  eine 
südliche  Breite  in  entgegengesetzter  Folge  (d.  h.  das  Maxi- 
mum der  südlichen  Breite  ist  in  den  Apogeen  der  Epi- 
zyklen kleiner  als  ia  den  Perigeen). 
30       3.  Die  nördlichsten  Grenzpunkte  der  Exzenter  liegen  bei 
dem   Saturn   und   dem  Jupiter  im  Anfang  des  Zeichens 
der  Scheren,  bei  dem  Mars  am.  Ende  des  Krebses,  und  zwar 
(bei  letzterem)  ziemlich  nahe  am  Apogeum.*^ 


a)  Bei  dem  Mars  liegt  der  nördliche   Grenzpunkt  in  O  30^ 
rand  ö"  nach  seinem  Apogeum  O25''30'.     Vgl.  Anm.  21. 


Breite  der  Planeten.  327 

Hieraus  ist  der  Schluß  zu  ziehen,  daß  an  den  genannten 
Stellen  der  Ekliptik  die  einen  Abschnitte  der  Exzenter  die- 
ser Planeten  nach  Norden  geneigt  sind,  die  diametral  gegen- 
überliegenden um  den  gleichen  Betrag  nach  Süden,  wäh- 
rend die  Perigeen  der  Epizjklen  stets  nach  derselben  5 
Seite  geneigt  sind,  nach  der  die  Neigung  der  Exzenter  ge- 
richtet ist^^,  wobei  diejenigen  (Epizykel-)  Durchmesser,  wel- 
che die  durch  die  Apogeen  gezogenen  unter  rechten  Winkeln 
schneiden,  zu  der  Ebene  der  Ekliptik  jederzeit  parallel  blei- 
ben. 10 

IL  Bei  der  Venus  und  dem  Merkur  haben  wir  dagegen 
folgende  Beobachtungen  gemacht: 

1.  Wenn  ihre  Örter  in  Länge  in  den  Apogeen  oder  den 
Perigeen  des  Exzenters  liegen,  alsdann  zeigen  die  Bewe- 
gungen in   den  Perigeen  der  Epizyklen  keinerlei  Unter-  15 
schied  in  Breite  gegen  die  Bewegungen   in   den  Apogeen,  Hoi  527 
sondern  verlaufen  entweder  gleichweit  nördlich  oder  gleich- 
weit südlich  der  Ekliptik,  d.  h.  stets  nördlich  bei  der  Venus, 
bei  dem  Merkur  im  Gegenteil  stets  südlich.   Dagegen  unter- 
scheiden sich  ihre  Orter  bei  den  größten  Elongationen  von-  20 
einander  durch  ein  Maximum  (der  Differenz  von  5*^  nach 
S.  335,21),  d.  h.  die   morgendlichen  Örter  von  den  abend- 
lichen, während  sie  von  den  Ortern  in  den  Apogeen  oder 
den  Perigeen  der  Epizyklen,   d,  h.  von  dem  Unterschied  Ha  370 
(in  Breite),  welchen   (die  Neigung)  der  Exzenter  verleiht,  25 
wieder   um   den   gleichgroßen    Betrag    (von    2^1^^    nach 
S.  335,31)  nach  den   entgegengesetzten  Seiten   hin  abwei- 
chen: die  größte  östliche,  d.  i.  abendliche  Elongation   liegt 
bei  der  Venus  im  Apogeum  des  Exzenters  (um  SYg^)  nörd- 
licher (als  die  Örter  in  den  Apogeen  oder  Perigeen  der  Epi-  30 
Zyklen)   und    im  Perigeum  (ebensoviel)  südlicher,    bei  dem 
Merkur  umgekehrt  im  Apogeum  südlicher  und  im  Perigeum 
nördlicher. 

a)  Das  Perigeum  des  Epizykels  hat  auf  dem  nördlichen  Teile 
des  Exzenters  die  Neigung  nach  Norden,  auf  dem  südlichen 
die  Neigung  nach  Süden. 


328  Dreizehntes  Buch.     Erstes  Kapitel. 

2.  Wenn  ihre  genauberechneten  Örter  in  Länge  sich  in 
den  Knotenpunkten  (des  Exzenters  mit  der  Ekliptik)  be- 
finden, dann  liegen  die  auf  beiden  Seiten  (d.  i.  auf  der  Mor- 
gen- und  auf  der  Abendseite)  der  Epizyklen  von  den  Apo- 
5  geen  oder  den  Perigeen  den  Abstand  von  90°  einhaltenden 
(Epizykel-)  Örter  beiderseits  in  der  Ebene  der  Ekliptik, 
während  die  in  den  Perigeen  (der  Epizyklen)  liegenden  Örter 
von  den  in  den  Apogeen  liegenden  ein  Maximum  des  Unter- 
schieds (in  Breite)  zeigen:  bei  der  Venus  haben   die  Peri- 

10  geen  in  dem  Knoten*^  welcher  auf  dem  mit  der  Aphäresis 
behafteten  Halbkreis  (des  Exzenters  vom  Apogeum  zum  Pe- 
rigeum)  liegt,  die  Neigung  nach  Süden  und  in  dem  Kno- 
ten, welcher  auf  dem  mit  der  Prosthesis  behafteten  Halb- 
kreis (vom  Perigeum  zum  Apogeum)  liegt,  die  Neigung  nach 
Hei  528  N Orden,  bei  dem  Merkur  dagegen  wieder  umgekehrt  in  dem 

16  Knoten,  welcher  auf  dem  mit  der  Aphäresis  behafteten  Halb- 
kreis liegt,  die  Neigung  nach  Norden  und  in  dem  Kno- 
ten, welcher  auf  dem  entgegengesetzten  Halbkreis  liegt,  die 
Neigung  nach  Süden. 

20       Hieraus  sind  wieder  folgende  Schlüsse  zu  ziehen: 

1.  Die  Neigungswinkel  der  Exzenter  haben  gleichfalls  eine 
Bewegung  und  bewerkstelligen  eine  Wiederkehr,  welche  mit 
den  Umläufen  der  Epizyklen  zusammenfällt.  Stehen  letztere 
in  den  Knotenpunkten,  so  fallen  diese  Winkel  (der  Exzen- 

25  ter)  in  die  Ebene  der  Ekliptik  (sind  gleich  Null);  stehen 
aber  die  Epizyklen  in  den  Perigeen  oder  den  Apogeen  (der 
Exzenter),  so  verursachen  jene  Winkel  bei  der  Venus  ein 
Maximum  nördlicher  Breite  des  Epizykels^\  bei  dem  Mer- 
kur ein  Maximum  südlicher  Breite. 


a)  Vorliegende  Bezeichnung  der  Knoten  ist  hier  und  ebenso 
S.  332,1  erforderlich,  weil  die  Bahn  der  Venus  keinen  nieder- 
steigenden, die  Bahn  des  Merkur  keinen  aufsteigenden  Knoten 
hat.  Vom  Apogeum  zum  Perigeum  ist  die  mittlere  Bewegung 
der  genauen  voraus,  bedarf  also  zur  Bestimmung  der  genauen 
des  Abzugs,  vom  Perigeum  zum  Apogeum  bleibt  sie  hinter  der 
genauen  zurück,  bedarf  also  zur  Bestimmung  der  letzteren  des 
Zusatzes.    Vgl.  I  Anh.  Anm.  24. 

b)  D.  h.  der  Epizykelmittelpunkt  erreicht  bei  der  Venus,  mag 


Dreizehntes  Buch.     Zweites  Kapitel.  329 

2.  Die  Epizyklen  verursachen  zwei  Unterschiede  (in  Breite): 
einmal  dadurch,  daß  sie  in  den  Knotenpunkten  der  Ex-  na  37i 
zenter  ihren  durch  die  scheinbaren  Apogeen  gezogenen  Durch- 
messern ein  Maximum  der  Neigung  verleihen,  zweitens  da- 
durch,  daß   sie   in  den  Apogeen  und  den  Perigeen  der    5 
Exzenter  den  Durchmessern,  welche  die  vorgenannten  unter 
rechten  Winkeln  schneiden,  ein  Maximum  des  Schief  stan- 
des verleihen  —  durch  diese  Bezeichnung  soll  der  in  die- 
sem Fall  gebildete  Neigungswinkel  unterschieden  werden. 
Umgekehrt  verlegen  sie  in  den  Apogeen  und  den  Perigeen  10 
der  Exzenter  die  erstgenannten  (durch  die  scheinbaren  Apo- 
geen gezogenen)  Durchmesser  in  die  Ebene  des  Exzen- 
ters, während  sie  in  den  bezeichneten  Knotenpunkten   die 
letztgenannten  (jene  unter  rechten  Winkeln  schneidenden) 
Durchmesser  in  die  Ebene  der  Ekliptik  verlegen.*^  15 

Zweites  Kapitel. 
Art  der  Bewegung  der  nach  den  Hypothesen 
eintretenden  Neigungswinkel  und  Schiefstände. 

Der  Inhalt  unserer  Hypothesen  läßt  sich  zu  folgendem  Hei  52& 
Gesamtbild  zusammenfassen. 

1.  Die  Exzenter  der  fünf  Planeten  bilden  gegen  die  Ebene 
der  Ekliptik  Neigungswinkel  im  Mittelpunkte  der  Eklip- 
tik. Bei  den  drei  Planeten,  dem  Saturn,  dem  Jupiter  und  20 
dem  Mars,  bleiben  diese  Winkel  unverändert,  so  daß  die 
einander  diametral  gegenüberliegenden  Epizykelörter  ent- 
gegengesetzte Breite  haben.  Bei  der  Venus  und  dem 
Merkur  bewerkstelligen  c^gegen  diese  Neigungswinkel  der 
Exzenter  gleichzeitig  mit  den  Epizyklen  eine  Wiederkehr  zu  25 


er  im  Perigäum  oder  im  Apogeum  des  Exzenters  stehen,  ein 
Maximum  nördlicher  Breite,  bei  dem  Merkur  in  beiden  Fällen 
ein  Maximum  südlicher  Breite. 

a)  Infolgedessen  ist  das  Maximum  der  Breite  im  Apogeum 
oder  Perigeum  des  Exzenters  lediglich  von  der  Neigung  des  Ex- 
zenters abhängig,  in  den  Knotenpunkten  dagegen  lediglich 
von  der  Neigung  des  Epizykels. 


330  Dreizelintes  Bacli.     Zweites  Kapitel. 

derselben   Breite^',   welche   bei   der  Venus  immer  nörd- 
lich, bei  dem  Merkur  immer  südlich  ist. 

2.  Die  durch  die  scheinbaren  Apogeen  gehenden  Durch- 
messer der  Epizjklen  liegen  von  einem  gewissen  Anfangs- 
5  punkt  (des  Epizykellaufs)  an  in  der  Ebene  des  Exzenters 
und  werden  von  kleinen  Kreisen  (aus  dieser  Lage)  auf-  und 
niederbewegt.  Diese  kleinen  Kreise  liegen,  nehmen  wir  ein- 
mal an,  bei  den  erdnahen  Endpunkten  dieser  Durchmesser 
IIa  s    und  stehen  in  genauem  Verhältnis  zu  der  Abweichung  in 

10  Breite^^,  so  groß  diese  eben  (bei  jedem  Planeten)  ist.  Sie 
stehen  senkrecht  zu  den  Ebenen  der  Exzenter  und  haben  ihre 
Zentren  in  diesen  Ebenen;  sie  drehen  sich  gleichförmig  und 
dem  Lauf  in  Länge  entsprechend  von  dem  einen  ihrer  bei- 
den Anfangspunkte  an,  welche  auf  den  Schnittlinien  ihrer 
Hei  530  eigenen  Ebenen  mit  denen  der  Epizjklen  liegen,  der  Hypo- 

16  these  gemäß  nach  Norden.  Hierdurch  heben  sie  die  Ebenen 
der  Epizjklen  im  Verlauf  der  Drehung  bis  zum  ersten  Qua- 
dranten (ihres  Umlaufs)  natürlich  empor  bis  zum  nördlich- 
sten Grenzpuakt  (der  erreichbaren  Breite),  senken  sie  im 

20  Verlauf  der  weiteren  Drehung  wieder  bis  zur  Ebene  des 
Exzenters  und  im  Verlauf  der  Drehung  bis  zum  dritten  Qua- 
dranten weiter  bis  zum  südlichsten  Grenzpunkt,  um  sie  auf 
dem  Wege  der  Wiederkehr  zum  letzten  Quadranten  wieder 
emporzuheben  zur  Ebene  der  Anfangslage. 

26  Der  Ausgangs-  und  Wiederkehrpunkt  des  vorstehend  be- 
schriebenen Auslaufs  liegt  bei  dem  Saturn,  dem  Jupiter  und 
dem  Mars  an  dem  im  aufsteigenden  Knoten  (von  Ex- 
zenter und  Ekliptik)  gebildeten  Schnittpunkt,  bei  der  Venus 

a)  Dadurch,  daß  die  Ebene  des  Exzenters  während  des  Laufs 
des  Epizjkels  vom  Apogeum  zum  Knoten  bei  der  Venus  zur 
Ebene  der  Ekliptik  herabsinkt  und  während  des  Laufs  des 
Epizjkels  vom  Knoten  zum  Perigeum  wieder  zu  der  gleichen 
Höhe  über  die  Ebene  der  Ekliptik  emporsteigt.  Bei  dem 
Merkur  vollzieht  sich  dagegen  diese  Bewegung  der  Exzenter- 
hälften entsprechend  unterhalb,  d.i.  südlich  der  Ekliptikebene. 

b)  D.  h  der  Halbmesser  dieser  kleinen  Kreise  ist  genau  so 
srroß  wie  das  Maximum  der  Breite. 


Neigungswinkel  und  Scliiefstände.  331 

im  Perigäum   des   Exzenters,  bei  dem  Merkur  im  Apo- 
geum  des  Exzenters. 

3.  Die  Durchmesser,  welche  die  obengenannten  (durch  die 
scheinbaren   Apogeen   gezogenen)    unter    rechten    Winkeln 
schneiden,  bleiben  bei  den  drei  erstgenannten  Planeten,  wie  6 
(S.  327,  7)  gesagt,  immer  parallel  zu  der  Ebene  der  Eklip- 
tik oder  sind  wenigstens  nur  ganz  unbeträchtlich  gegen  die- 
selbe schiefgestellt.    Bei  dem  Merkur  und  der  Venus  liegen 
sie  gleichfalls  wieder  von  einem  gewissen  Anfangspunkt  (des 
Epizykellaufs)   an  in   der  Ebene  der  Ekliptik  und  werden  10 
von  kleinen  Kreisen  auf-  und  niederbewegt.  Letztere  liegen, 
nehmen  wir  einmal  an, beiden  nachfolgenden  (östlichen) 
Endpunkten*)  dieser  Durchmesser  und  stehen  wieder  in  ge- 
nauem Verhältnis  zu  der  Abweichung  in  Breite,  so  groß  sie 
eben  (bei  diesen  beiden  Planeten)  ist.    Sie  stehen  senkrecht  15 
zur  Ebene  der  Ekliptik  und  haben  ihre  Zentren  auf  den  zur 
Ebene  der  Ekliptik  parallelen  Durchmessern.^)    Sie  drehen  Ha  373 
sich  mit  der  gleichen  Geschwindigkeit  wie  die  anderen  Kreise 
von  dem  einen  ihrer  beiden  Anfangspunkte  an,  welche  auf 
den  Schnittlinien  ihrer  eigenen  Ebenen  mit  denen  der  Epi-  Hei  531 
zjklen  liegen,  der  Hypothese  gemäß  nach  Norden,  wodurch  21 
sie   gleichzeitig  die   nach  Abend   zu  liegenden  (westlichen) 
Endpunkte*')  der  betreffenden  Durchmesser  mit  in  Bewegung 
versetzen,  was  natürlich  in  derselben  Reihenfolge  geschieht, 
wie  wir  sie  oben  beschrieben  haben.  25 

Bei  diesen  Durchmessern  liegt  der  Ausgangs-  und  Wie- 
derkehrpunkt des  entsprechenden  Auslaufs  bei  der  Venus  in 

a)  Es  sind  die  an  der  Abendseite  des  Epizykels  liegenden 
Endpunkte,  die  bei  dem  täglichen  Umschwung  den  vorangehen- 
den Endpunkten  folgen.    Vgl.  S.  313  Anm.  a) 

b)  Unter  diesen  Durchmessern  sind  die  Normallagen  zu 
verstehen,  mit  welchen  die  beweglichen  Durchmesser  die  Win- 
kel des  S.  327,28  erwähnten  Schiefstandes  bilden,  während 
der  Epizykel  die  Quadranten  der  Ekliptik  vom  Knoten  zuin 
Perigeun,  vom  Perigeum  zum  gegenüberliegenden  Knoten  usw. 
durchläuft. 

c)  Es  sind  die  an  der  Morgenseite  des  Epizykels  liegenden 
Endpunkte.  Indem  die  Morgenseite  bei  dem  täglichen  Umschwung 
vorangeht,  hält  sie  die  Richtung  nach  Abend  zu  ein. 


332  Dreizehntes  Buch.     Zweites  Kapitel. 

dem  Knoten,  welcher  auf  dem  mit  der  Prosthesis  behafteten 
Halbkreis  (des  Exzenters  vom  Perigeum  zum  Apogeum)  liegt, 
bei  dem  Merkur  in  dem  Knoten,  welcher  auf  dem  mit  der 
Aphäresis  behafteten  Halbkreis  liegt. 
6  4.  Hinsichtlich  der  beschriebenen  kleinen  Kreise,  von  denen 
die  Veränderungen  (der  Lage)  der  Epizyklen  geregelt  wer- 
den, muß  indessen  noch  folgende  Bemerkung  vorausgeschickt 
werden.  Sie  werden  zwar  gleichfalls  (wie  die  Ekliptik)  von 
den  Ebenen  (der  Exzenter)  halbiert,  zu  deren  beiden  Seiten 

10  wir  die  Veränderungen  der  Neigungswinkel  (der  Epizyklen) 
vor  sich  gehen  lassen  —  denn  nur  so  ist  es  möglich,  daß 
die  beiderseits  (der  Exzenterebenen)  von  diesen  (kleinen 
Kreisen)  verliehenen  Breiten  (nördlich  wie  südlich)  gleich- 
groß  ausfallen  —  indessen  vollziehen   sich  bei  ihnen   die 

15  mit  gleichförmiger  Bewegung  vor  sich  gehenden  Umläufe 
nicht  um  das  eigene  Zentrum,  sondern  um  ein  anderes, 
welches  mit  Bezug  auf  den  kleinen  Kreis  dieselbe  Exzen- 
trizität bewirken  soll,  wie  sie  für  den  Planeten  (bei  dem 
Lauf)  in  Länge  mit  Bezug  auf  die  Ekliptik  gilt.    Denn  da 

20  in  der  Ekliptik  und  auf  dem  kleinen  Kreise  Wiederkehren 

von  gleicher  Zeitdauer  angenommen  werden,   da  ferner  die 

in  jedem  der  beiden  Kreise  je  einen  Quadranten  betragen- 

Hei532den  Läufe,  wie  die  Himmels erscheinung  lehrt,   miteinander 

zusammenfallen,  so  würde  die  vorliegende  Aufgabe  nimmer- 

25  mehr  eine  Lösung  finden,  wenn  der  Umlauf  des  kleinen  Krei- 
ses um  sein  eigenes  Zentrum  vor  sich  ginge.    Dann  wür- 
Ea  374  den  die  Läufe  auf  dem  kleinen  Kreise  jeden  Quadranten  in 
gleichen  Zeiten  durchmessen,  was  aber  bei  den  theoretisch 
auf  die  Ekliptik  bezogenen  Läufen  der  Epizyklen  infolge 

30  der  von  Quadrant  zu  Quadrant  (mit  verschiedener  Wirkung) 
zugrundeliegenden  Exzentrizität  nicht  der  Fall  ist.  Erfolgt 
aber  der  Umlauf  um  ein  Zentrum,  welches  seiner  Lage  nach 
dem  Zentrum  des  Exzenters  und  seiner  Quadranten  entspricht, 
so   werden    die  Wiederkehren    der  Neigungswinkel  die  zu- 

35  sammenfallenden  Quadranten  der  Ekliptik  und  des  kleinen 
Kreises  in  gleichen  Zeiten  durchlauf en.*) 

a)  D.  h.  die   den  Neigungswinkel  der  bezeichneten  Durch- 


Neigungswinkel  und  Schiefstände.  333 

Es  wird  sich  wohl  niemand  im  Hinblick  auf  die  Dürftig- 
keit menschlicher  Machwerke  der  Technik  Gedanken  machen, 
daß  die  hier  vorgetragenen  Hypothesen  zu  künstlich  seien. 
Darf  man  doch  Menschliches  nicht  mit  Göttlichem  verglei- 
chen und  ebensowenig  die  Beweisgründe  für  so  gewaltige  5 
Vorgänge  den  ungleichartigsten  Beispielen  entnehmen.  Denn 
was  könnte  es  Ungleichartigeres  geben  als  Wesen,  die  sich 
ewig  gleichmäßig  verhalten,  gegenüber  Geschöpfen,  die  sich 
niemals  so  verhalten,  oder  Ungleichartigeres  als  Geschöpfe, 
die  von  jeder  Kleinigkeit  aus  ihrem  Gleise  gebracht  werden  10 
können,  gegenüber  Wesen,  die  nicht  einmal  durch  sich  selbst 
Störungen  erleiden?   Versuchen  freilich  soll  man,  soweit  es 
möglich  ist,  die  einfacheren  Hypothesen  den  am  Himmel 
verlaufenden  Bewegungen  anzupassen;  wenn  dies  aber  durch- 
aus nicht  gelingen  will,  so   soll  man  zu  den  Hypothesen  15 
schreiten,  welche  diese  Möglichkeit  bieten.   Denn  lassen  sich 
einmal  alle  Himmels erscheinungen  auf  Grund  der  Hypothe- 
sen genügend  erklären,  wie  könnte  dann  noch  jemand  die  Hei  533 
Möglichkeit  wunderbar  erscheinen,  daß  den  Bewegungen  der 
himmlischen  Körper  ein  so  kompliziertes  Ineinandergreifen  20 
eigen  sei,  wo  doch  bei  ihnen  keinerlei  in  ihrer  Natur  be- 
gründeter Zwang  herrscht,  sondern  die  angemessene   Kraft 
obwaltet,  den  allen  himmlischen  Körpern  je  nach  ihrer  Be- 
schaffenheit eigenen  Bewegungen  auszuweichen  und  nach- 
zugeben, auch  wenn  diese  Bewegungen  in  entgegengesetzter  25 
Richtung  verlaufen.     So  kommen  denn  alle   diese  Wesen 
durch  alle  nur  denkbaren  Ströme  der  Materie  glücklich  hin- 
durch und  können  sie  mit  ihrem  Lichte   durchdringen,  ja 
ein  mit  so  wunderbarer  Kraft  begabtes  Wesen  findet  seinen 
Weg  nicht  nur  auf  den  ihm  speziell  vorgeschriebenen  Krei-  Ha  375 
sen,  sondern  auch  um  die  Sphären  selbst  und  um  die  Achsen  31 
der  Umschwünge.    Gerade  in  dem  bei  der  Verschiedenartig- 
keit der  Bewegungen  so  überaus  komplizierten  Ineinander- 

messer  des  Epizykels  verursachende  Bewegung  der  kleinen 
Kreise  wird  sich  Quadrant  für  Quadrant  dieser  Kreise  in 
derselben  Zeit  vollziehen,  in  welcher  der  Epizykel  auf  dem  Ex- 
zenter die  entsprechenden  Quadranten  der  Ekliptik  durchläuft. 


334  Dreizehntes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

greifen  dieser  Umschwünge  erblicken  wir  bei  der  Konstruk- 
tion der  bei  uns  üblichen  Himmelsgloben^^  ein  höchst  müh- 
sames und  schwerzubewältigendes  Stück  Arbeit,  wenn  es  gilt, 
den  ungehemmten  Verlauf  der  Bewegungen  zu  erzielen,  wäb- 
5  rend  wir  am  Himmel  dieses  Ineinandergreifen  nirgends  auch 
nur  im  geringsten  von  (der  Schwierigkeit)  einer  derartigen 
Vermischung  (der  Bewegungen)  nachteilig  beeinflußt  sehen. 
Hierzu  kommt  noch  eine  Erwägung.  Die  „Einfachheit" 
der  Vorgänge  am  Himmel  darf  man  nicht  nach  dem  beur- 

10  teilen,  was  uns  Menschen  als  einfach  gilt,  zumal  man  auf 
Erden  über  den  Begriff  „einfach"  keineswegs  einig  ist.  Denn 
wenn  jemand  von  diesem  menschlichen  Standpunkt  aus  seine 
Betrachtungen  anstellt,  dem  dürfte  nichts  von  allem,  was  am 
Himmel  vor  sich  geht,  einfach  erscheinen,  nicht  einmal  die 

15  TJnveränderlichkeit  des  ersten  (d.  i.  täglichen)  Umschwungs; 

denn  gerade  dieses  in  alle  Ewigkeitsich  gleichbleibende 

Verhalten  ist  bei  uns  Menschen,  nicht  schwer  durchführbar, 

Hei  534  nein,   überhaupt   ganz  unmöglich.     Man   muß  vielmehr   in 

seinem  Urteil  von  der  Unwandelbarkeit  der  am  Himmel  selbst 

20  kreisenden  Geschöpfe  und  ihrer  Bewegungen  ausgehen;  nur 
unter  diesem  Gesichtspunkt  können  sie  alle  „einfach"  er- 
scheinen, ja  noch  in  höherem  Grade  einfach  als  die  Dinge, 
welche  auf  Erden  als  einfach  gelten,  weil  kein  Mühsal,  kein 
Notzustand  bei  den  Umläufen  dieser  Wesen  denkbar  ist. 


^[Drittes  Kapitel."'; 

Zahlenmäßiger  Betrag  der  Neigungswinkel 

und  der  Schiefstände  von  Fall  zu  Fall. 

25       Von  Lage  und  Verlauf  der  Neigung  der  Kreise  im  all- 
gemeinen wird  man  sich  nach  den  gebotenen  Erörterungen  wohl 
eine  Vorstellung  machen  können. -^^^    Was  aber  die  speziell 
Ha  376  für  jeden   Planeten  geltenden   zahlenmäßigen  Beträge   der 
Bogen  anbelangt,  welche  die  Neigungswinkel  auf  dem  größten 

a)  D.  h.  der  Himmelsgloben,  welche  zugleich  den  Yorgang 
der  Präzession  der  Nachtgleichen  darstellen,  wie  dies  S.  75, 
4 — 23  beschrieben  worden  ist. 


Breite  der  Venus  und  des  Merki^r.  335 

Kreise  abschneiden,  der  durch  die  Pole  des  geneigten  Kreises 
(sei  es  der  Exzenter  oder  der  Epizykel)  gezogen  wird  und  senk- 
recht zur  Ebene  der  Ekliptik  steht  —  das  ist  nämlich  der 
Kreis,  auf  welchen  die  Örter  in  Breite  theoretisch  bezogen 
werden  —  so  gewähren  bei  der  Venus  und  dem  Merkur  die  5 
scheinbaren  Örter  in  Breite  in  den  (S.  327 f.)  besprochenen 
Lagen  für  die  Gewinnung  der  zahlenmäßigen  Beträge  einen 
Anhalt. 

I.  1 .  Wenn  (bei  diesen  Planeten)  die  Bewegungen  in  Länge 
in  den  Apogeen  und  den  Perigeen  der  Exzenter  verlaufen,  10 
liegen   ihre    scheinbaren    Örter,    während    die  Planeten   inneisss 
den  Perigeen  und  den  Apogeen  der  Epizyklen  stehen, 
wie  wir  (S.  327, 17)  nach  den  näheren  Beobachtungen  des 
uns  gewordenen  Zusatzbetrags  (in  Breite)  mitteilten,  gleich- 
weit nördlich  oder  südlich  der  Ekliptik,  und  zwar  steht  die  15 
Venus  etwa  Vg*^   ^^^^^  nördlich  (der  Ekliptik),  der  Merkur 
stets  ^1^  südlich,  woraus  zu  schließen  ist,  daß  dieser  Betrag 
(lediglich)  auf  die  Neigungswinkel  ihrer  Exzenter  entfällt.*^ 
Dagegen  liegen  (vgl.  S.  327,28)  die  scheinbaren  Örter  dieser 
beiden  Planeten  bei  den  größten  Elongationen  von  der  20 
Sonne  um  etwa  5^  nach  dem  mittleren  (Entfernungs-)  Ver- 
hältnis nördlicher  oder  südlicher  als  bei  den  Elongationen 
nach  der  entgegengesetzten  Seite.     Nämlich  die  Venus  be- 
werkstelligt die  hiermit  bezeichnete  entgegengesetzte  Stellung 
in  scheinbarer  Breite  mit  unbeträchtlich  weniger  als  5^  im  25 
Apogeum  des  Exzenters,  mit  unbeträchtlich  mehr  im  Peri- 
gäum, während  bei  dem  Merkur  dieses  weniger  oder  mehr 
rund  ^1^  beträgt.^^    Demnach  unterspannen  die  Schiefstände 
des  Epizykels  oberhalb  oder  unterhalb  der  Ebenen,  in  wel- 
chen die  Exzenter  liegen,  auf  dem  zur  Ekliptik  (nach  Z.  3)  30 
senkrechten  Kreise  nach  dem  mittleren  Verhältnis  etwa  ^^l<^.^^ 

a)  Weil  die  Epizyklen  in  den  Ebenen   der  Exzenter  liegen. 

b)  D.  h.  bei  dem  Merkur  beträgt  der  Unterschied  in  Breite 
bei  den  entgegengesetzten  Elongationen  im  Apogeum  des  Ex- 
zenters 4^2",  im  Perigeum  sy,". 

c)  Indem  der  vom  beweglichen  Quermesser  des  Epizykels  ge- 
bildete Winkel  des  Schiefstandes  im  Betrage  von  5°  durch  die 
zur  Ekliptik  parallele  Normallage  des  Quermessers  halbiert  wirri . 


336  Dreizehntes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

Ha  377  Aus  diesen  Winkeln  werden  auch  die  zahlenmäßigen  Beträge 
derjenigen  Winkel  abgeleitet,  welche  von  dem  Schiefstande 
der  Epizykten  mit  den  Ebenen  der  Exzenter  gebildet  werden, 
wie  bei  den  später  (S.  367  ff.)  hierüber  zu  führenden  Nach- 
Hei  536  weiseu  klar  werden  wird,  um  nicht  an  dieser  Stelle  die  für 
6  die  fünf  Planeten  allgemeingültig  gehaltene  Besprechung  der 
Neigungswinkel  zu  unterbrechen. 

2.  Wenn  die  genauberechneten  Bewegungen  in  Länge  in 
den  Knotenpunkten,  d.  i.  nahezu  in  den  mittleren  Ent- 

10  fernungen  verlaufen *\  dann  liegt 

a)  der  scheinbare  Ort  der  Venus  bei  dem  Stande  im 
Apogeum  des  Epizykels  1^  nördlich  und  (im  gegenüber- 
liegenden Knoten  ebensoviel)  südlich  der  Ekliptik,  bei  dem 
Stande  im  Perigeum  dagegen  ßYg^  (südlich  oder   gegen- 

15  über  nördlich).  Hieraus  läßt  sich  der  Schluß  ziehen,  daß 
der  Neigungswinkel  des  Epizykels,  auf  dem  Kreise  gemessen, 
welcher  in  der  (S.  335,  l)  angegebenen  Weise  durch  die 
Pole  des  Epizykels  gezogen  wird,  2'^!^  beträgt.  Denn  wir 
finden  aus  der  auf  dem  Epizykel  eintretenden  Anomalie^^^ 

20  daß  in  den  mittleren  Entfernungen  (d.  i.  in  den  Knoten) 
soviel  (d.  h.  2V2)  Grade  am  Apogeum  des  Epizykels  am 
Auge  (d.  i.  im  Mittelpunkt  der  Ekliptik)  einen  Winkel  von 
1*^2',  am  Perigeum  aber  einen  solchen  von  6^22'  (auf  dem 
oben  bezeichneten  Kreise)  unterspannen.^^ 

25  b)  Der  Merkur  kommt  bei  dem  Stande  im  Apogeum 
des  Epizykels,  wie  man  aus  seinen  ziemlich  sicher  festzu- 
stellenden heliakischen  Aufgängen '^^  berechnen  kann,  1^4*^ 
südlich  und  (im  gegenüberliegenden  Knoten  ebensoviel)  nörd- 


a)  D.  h.  wenn  in  genauberechneter  Länge  vom  Apogeum  des 
Exzenters  ab  der  Epizykelmittelpunkt  direkt  in  einem  der  Kno- 
ten anzunehmen  ist. 

b)  D.  h.  ein  Bogen  von  2yg*  am  Apogeum  des  Epizykels  er- 
scheint dem  Auge  auf  genanntem  Kreise  unter  einem  Winkel 
von  1°2',  ein  ebensogroßer  Bogen  am  Perigeum  aber  unter 
einem  Winkel  von  6" 22'.     Zar  Berechnung  8.  Anm.  18. 

c)  Eine  Andeutung  der  Berechnung,  welche  bei  18 "  Entfer- 
nung vom  zweiten  Knoten  zu  1^40'  nördlicher  Breite  führt,  wird 
gehörigen  Ortes  (s.  Anm.  23,  2)  mitgeteilt. 


Breite  der  Yenus  und  des  Merkur.  337 

lieh  der  Ekliptik  zu  stehen,  bei  dem  Stande  im  Perigeum 
dagegen  rund  4^  (nördlich  oder  gegenüber  südlich).   Hieraus 
ist  zu  schließen,  daß  der  Neigungswinkel  des  Epizykels  67/ 
beträgt.    Denn  wir  finden  wieder  aus  der  auf  dem  Epizykel  Hei  537 
eintretenden  Anomalie^^),  daß  in  den  Entfernungen,  in  welchen  0 
die  größten  Neigungswinkel  (des  Epizykels)  eintreten,  d.  h.  Ha  373 
wenn  die  genauberechnete  Länge  90^  Abstand  von  dem  Apo- 
geum  (des  Exzenters)  anzeigt,  so  viel  (d.h.  674)  Grade  am 
Apogeum  des  Epizykels  am  Auge  einen  Winkel  von  1^46', 
am  Perigeum  aber  einen  solchen  von  4®  5'  (auf  dem  Breiten-  10 
kreis)  unterspannen. 

II.  Bei  den  übrigen  Planeten,  dem  Saturn,  dem  Jupiter 
und  dem  Mars,  kann  man  nicht  ohne  weiteres  zu  den  zahlen- 
mäßigen Beträgen  der  Neigungswinkel  gelangen,  weil  beide, 
sowohl  der  am  Exzenter  als  der  am  Epizykel  gebildete,  stets  15 
miteinander  vermischt  sind.  Aber  aus  den  Örtern  in  Breite, 
welche  in  den  Perigeen  und  in  den  Apogeen  der  Exzenter 
und  der  Epizyklen  beobachtet  werden,  scheiden  wir  die 
beiden  Neigungswinkel  auf  folgende  Weise  aus. 

In  der  senkrecht  zur  Ebene  der  Ekliptik  stehenden  Ebene  20 
(in  welcher  die  Neigungswinkel  des  Exzenters  und  der  Epi- 
zyklen liegen)  sei 
AB    die    gemein-      Z, 

same  Schnittlinie     //l_ZI\v£^ 1^ 

mit  der  Ebene  der       V  ^^^"""^^^^^^X  25 

Ekliptik  und  TA 
die  gemeinsame 
Schnittlinie  mit 
der  Ebene  des  Ex- 
zenters; E  sei  der  \  ^A  30 
Mittelpunkt  der 
Ekliptik.^)     Auf   der   gemeinsamen    Schnittlinie    (PA)    der 

a)  Die  falsche  Lage  der  Figur  im  griechischen  Text  erschwert 
ungemein  das  Verständnis.  Bei  Richtigstellung  der  Figur  liegen 
die  Kreise  durch  die  Pole  der  Epizyklen  in  der  Ebene  des 
Papiers  und  die  Ebenen  der  Ekliptik,  des  Exzenters  und  der 
Epizyklen  in  der  Blickrichtung,  so  daß  sie  als  die  Linien  AB, 
TA,  HK  und  EM  erscheinen. 

Ptolemäus.  übers,  v.  Manitiua.  II.  oo 


338  Dreizelintes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

Ebenen  beschreibe  man  um  das  Apogeum  f  des  Exzenters 
und  das  Perigeum  A  in  der  (zur  Ekliptik  senkrecht)  ange- 
nommenen   Ebene    die    gleichgroßen    Kreise    ZH0K    und 
A  M  N  £.  Das  sind  die  durch  die  Pole  der  Epizyklen  gehenden 
Hei  538  Kreise,  auf  denen  die  Neigung  der  Ebenen  der  Epizjklen  (zu  der 
6  Ebene  des  Exzenters),  d.  h.  die  auf  den  Durchmessern  HfK 
und  EAM  bei  f  und  A  gebildeten,  natürlich  gleichgroßen 
Winkel  (HPZ  und  AAM)  gemessen  werden.     Nun  ziehe 
man  von  dem  Mittelpunkt   E  der  Ekliptik,   wo  sich  unser 
Ha  379  Auge   befindet,   Verbindungslinien  nach   den  Apogeen  und 
11  den  Perigeen  der  Epizyklen,  nach  den  (in  H   unterhalb  und 
in  M  oberhalb   der  Exzenterebene   liegenden)  Apogeen  die 
Geraden  EH  und  EM,  nach  den  (in  K  oberhalb  und  in  E 
unterhalb  der  Exzenterebene  liegenden)  Perigeen  die  Geraden 
15  EK  und  EH.    Alsdann  fallen  (S.  173,25)  die  Punkte  K  und 
£  auf  die  Örter  der  Oppositionen,  und  die  Punkte  H  und 
M  auf  die  Örter  der  Konjunktionen. 

1.  Für  den  Mars  haben  wir  diejenigen  Örter  in  Breite 

gewählt,   welche    sich   einerseits   bei  den   Oppositionen  im 

20  Apogeum  des  Exzenters  ergeben,  d.  i.  in  Punkt  K  des  Epi- 

zykels,  anderseits  bei  den  Oppositionen   im  Perigeum  des 

Hei  539  Exzeuters,  d.  i.   in  Punkt  Z  des  Epizykels,    weil   bei  ihnen 

der  Unterschied  (in  Breite)  sehr  wahrnehmbar  ist.    Bei  den 

Oppositionen  im  Apogeum  hat  der  Planet  (in  K)  eine  nörd- 

25  liehe  Breite  von  4Y3^,  bei  denen  im  Perigeum  (in  Z)  eine 

südliche  Breite  von  rund  7^    Demnach  stellt  sich 

/.  A  E  K  =  4  Vj °  wie24  i2  =  360^ 
/.  B E=  =  7^       wie  4  Ä  =  360". 

Sind  diese  Beträge  gegeben,  so  finden  wir  den  Neigungs- 
80  Winkel  des  Exzenters,  d.  i.  den  /.  AEF,  und  den  Neigungs- 
winkel des  Epizykels,  d.  i.  den  Z.  H  PZ,  auf  folgendem  Wege. 
Aus  den  Anomalien  des  Mars,  welche  wir  nachgewiesen 
haben,  ist  leicht  ersichtlich  *\  daß  von  den  am  Auge  gebil- 


a)  "Weil  die  Breitenkreise  ZH0K  und  AM  NE  gleichgroß 
sind  wie  der  Epizykel,  so  entsprechen  die  Winkel  am  Auge 
der  Prosthaphäresis  der  Anomalie  in  der  5 — 7.  Spalte  (S.  263). 


Breite  des  Mars.  -  339 

d  ten  Winkeln,  welche  an  den  Apogeen*^  und  den  Perigeen 
des  Epizykels  von  den  gleichgroßen  Bogen  (des  Breiten- 
kreises) überspannt  werden,  die  bei  dem  Stande  (des  Epi- 
zykels) im  Apogeum  des  Exzenters  (am  Auge)  gebildeten 
AVinkel  sich  zu  den  bei  dem  Stande  im  Perigeum  gebildeten  5 
verhalten  wie  5:9.  Nun  ist  der  Bogen  0  K  gleich  dem  Bogen  Ha  sso 
NE:  folglich  verhält  sich 

/.rEK:/,AEE  =  5:9. 

Gegeben  sind  demnach  /.  AEK  und  /.  BEZ,  gegeben  ist  Hei 540 
ferner  das  Verhältnis  von  L  FEK  :  Z.  AEE  (=  5:9),  endlich  10 
sind    (die    beiderseitigen    Neigungswinkel    des    Exzenters) 
/.  AEf  und  i  BEA  einander  gleich.    Nun  gibt  ein  arith- 
metischer Hilfssatz ^)  folgendes  Verfahren  an  die  Hand: 

„Wenn  wir  von  jeder  der  Verhältniszahlen  (5  und  9) 
denjenigen  Bruchteil  (^3)  nehmen,  welcher  herauskommt,  15 
wenn  man  die  Differenz  (2^3)  der  ungetrennten  zahlenmäßigen 
Beträge  (7  und  4^3)  durch  die  Differenz  (4)  der  Verhältnis- 
zahlen (5  und  9)  dividiert,  so  werden  wir  den  auf  das  be- 
treffende Verhältnis  (^rEK:/-AEE)  entfallenden  zahlen- 
mäßigen Betrag  erhalten."  20 

Die  (un getrennten)  zahlenmäßigen  Beträge  (der  Breiten- 
abstände) sind  4Y3  und  7,  ihre  Differenz  beträgt  2^3;  das 
Verhältnis  (der  ungetrennten  Winkel)  ist  5  :  9,  die  Differenz 
dieser  Zahlen  beträgt  4,  endlich  gibt  273 : 4  (d.  i.  3T4)  den 
Bruchteil  Yg.  Nehmen  wir  also  ^3  '^on  5  und  von  9,  so  25 
erhalten  wir 

^rEK  =  3<'20'  und  /.AEE  =  6^ 

Weiter  erhalten  wir  als  die  Differenzen  die  beiderseitigen 
Neigungswinkel  des  Exzenters: 

Bei  rund  3 "Entfernung  vom  Perigeum  des  Epizykels  (d.  i.  zu  183*^) 
erhält  man  bei  dem  Stand  im  Apogeum  des  Exzenters  5°45'—  1*'16' 
=  4»30',  bei  dem  Stand  im  Perigeum  5" 45' -|- 2^20' =  8^  Das 
Yerhältnis  472  :  8  entspricht  also  annähernd  dem  Verhältnia  5  :  9. 

a)  Hier  war  eine  Lücke  des  griechischen  Textes  nach  der  ähn- 
lichen Stelle  S.  340,  29  auBzufüllen. 

b)  Zu  vergleichen  ist  der  Satz  (V.  17)  des  Euklid:  Sind  ver- 
bundene Größen  proportioniert,  so  sind  auch  die  getrennten  pro- 
portioniert. 

22* 


340  Dreizehntes  Buch.     Drittes  Kapitel. 

^  AEr  =  (/.AEK-/.rEK  d.i.  4^20' -  302O' =)  l^ 
t  BEA  =  (/.;BEH-/.AEE  d.i.  7">-6«=)l^ 

Endlich  erhalten  wir  aus  diesen  Winkelgrößen  (3^20'  und 
6^)  auch  den  Bogen  0K  (=  NE)  des  Neigungswinkels 
5  des  Epizykels  mit  2 '^15',  weil  nach  den  Tabellen  der 
Anomalie^^^  ungefähr  so  viel  Grade  (am  Perigeum  des  Epi- 
zykels) die  gefundenen  zahlenmäßigen  Beträge  der  (am  Auge 
gebildeten)  Winkel  TEK  und  AEE  umfassen.*^ 

2.  Für  den  Saturn  und  den  Jupiter  haben  wir  zwischen 
10  den  Ortern  (bei  den  Oppositionen)  in  den  erdfernen  Teilen 
der  Exzenter  und  den  Örtern  in  den  diametral  gegenüber- 
liegenden,  d.  i.   erdnahen  Teilen,   keine   Unterschiede   (in 
Hei  541  Breite)  für  die  sinnliche  Wahrnehmung  gefunden.    Deshalb 
haben  wir  für  diese  Planeten   die  vorliegende  Aufgabe  auf 
Ha  381  einem   anderen  Wege   gelöst,  nämlich  durch  Vergleichung 
16  der  Örter  in  den  Apogeen  der  Epizyklen  mit  den  Örtern 
in  den  Perigeen  derselben. 

Wie  uns   aus  den  von  Fall  zu  Fall   angestellten  Beob- 
achtungen gut  ersichtlich  geworden  ist,  zeigt  der  Saturn  in 
20  den  Örtern,  welche  er  zur  Zeit  seiner  heliakischen  Auf-  und 
Untergänge  (d.  i.  nahe  der  Konjunktion  in  H  oder  M)  ein- 
nimmt,   ein    Maximum    nördlicher    oder    südlicher    Breite 
(=  /.  AEH  oder  Z-  BEM)  von  rund  2^,  der  Jupiter  ein  sol- 
ches von  1°.    Dagegen  zeigt  in  den  zur  Zeit  der  Oppositio- 
25  nen  eingenommenen  Örtern  (K  oder  E)  der  Saturn  ein  solches 
Maximum  (==  /-  AEK  oder  L  BEE.')  von  etwa  3^,  der  Jupiter 
von   etwa  2^.    Nun   geht  aus   den  Anomalien   auch  dieser 
Planeten  deutlich  hervor,  daß  von  den  am  Auge  gebildeten 
Winkeln,  welche  an  den  Apogeen  und  an  den  Perigeen  des 
30  Epizykels  von  gleichgroßen  Bogen  (des  Breitenkreises)  über- 
spannt werden,  die  an  den  Apogeen  gebildeten  Winkel  zu  den 

a)  D.  h.  ein  Bogen  von  2°  15'  am  Perigeum  des  Epizykels 
erscheint  dem  Auge  auf  dem  Breitenkreis  in  der  größten  Ent- 
fernung, d.  i,  wenn  der  Epizykel  im  Apogeum  des  Exzenters 
steht,  unter  einem  Winkel  von  3*20',  in  kleinster,  d.  i.  bei  dem 
Stande  im  Perigeum  des  Exzenters,  unter  einem  Winkel  von  6''. 
Zur  Berechnung  s.  Anm.  19. 


Breite  des  Saturn  und  des  Jupiter.  341 

an  den  Perigeen  gebildeten  sich  bei  dem  Saturn  wie  18  :  23 
und  bei  dem  Jupiter  wie  29  :  43  verhalten.^)  Die  Bogen 
des  Epizykels  ZH  und  0K  sind  gleichgroß:  folglich  ver- 
hält sich 

bei  dem  Saturn     /.ZEH  :  /.ZEK=»  18  :  23,  6 

bei  dem  Jupiter    /,  Z  E  H  :J^  Z  E  K;  =  29  :  43. 

Nun  bleibt  für  den  L  HEK  als  Differenz  (Z.  AEK  — Z.  AEH) 
der  beiden  Örter  in  Breite  (bei  Opposition  und  heliakischem 
Aufgang)  bei  beiden  Planeten  3"  —  2^  bzw.  2^  -  1«  =)  1<^ 
übrig.    Wird  dieser  eine  Grad  (als  Summe  der  Winkel  Hei  545 
ZEH   und  ZEK)  nach  den  vorstehend  festgestellten   Ver-  ii 
hältnissen  geteilt^),  so  werden  wir  erhalten 

bei  dem  Saturn     ^ZEH  =  0»26'  und  /,ZEK  =  0«34', 
bei  dem  Jupiter  ■/,ZEH  =  0"24'  und  /,ZE.K  =  0^36'. 

Demnach  wird  als  Differenz  auch  der  Neigungswinkel  15 
des  Exzenters  übrigbleiben: 

bei  dem  Saturn      ^  AET  =  (3*- 0°34' =)  2<>26',  Ha  38S 

bei  dem  Jupiter     /.  AEr  =  (2»- O^'Se' =)  1<>24'. 
Anstatt  dieser  Beträge  werden  wir  wegen  des  kommen- 
surableren Maßes  von  den  nach  oben  abgerundeten  Werten  20 
2V/  und  iVa®  Gebrauch  machen. 

Ohne  weiteres  erhalten  wir  endlich  auch  den  Bogen 
(HZ  =  OK)  des  Neigungswinkels  (ZTH  =  KTO)  der 
Epizyklen 

bei  dem  Saturn   mit  QK  =  4.^/^^^  26 

bei  dem  Jupiter  mit  0K  =  2y2®. 


a)  Die  Tabelle  des  Saturn  (S.  261)  gibt  in  der  6.  Spalte  der 
Prosthaphäresis  der  Anomalie  zur  Argumentzahl  6  den  Winkel 
mit  0^36',  zu  3  also  mit  0"18',  zur  Argumentzahl  183  mit 
0°23'.  —  Die  Tabelle  des  Jupiter  (S.  262)  liefert  zu  denselben 
Argumentzahlen  (3  und  183)  am  Apogeum  des  Epizykels  0**29', 
am  Perigeum  0*^43'. 

•  b)  Bei  dem  Saturn  erhält  man  aus  der  Proportion  x :  (60'—  a;) 
=  18  :  23  die  beiden  Winkel  mit  26  ^Vn  Minuten  und  33  "/^^  Minu- 
ten, d.  s.  26' 20"  30'"  und  33' 39"  30"',  bei  dem  Jupiter  aus  der 
Proportion  x  :  (60'  -  ic)  =  29  :  43  mit  24^%^  und  35^7-,  Minuten, 
d.  s.  24' 10"  und  35' 50". 


342  Dreizehntes  Bucli.     Viertes  Kapitel. 

Denn  rund  so  viel  Grade  überspannen  beiderseits  (d.  i.  am 
Apogeum  den  5  H  Z  und  am  Perigeum  den  &  0  K)  wieder 
nach  den  Tabellen  der  Anomalie^^^  die  (S.341, 13. 14)  gefun- 
denen zahlenmäßigen  Beträge  der  (am  Auge  gebildeten) 
5  Winkel  ZEH  und  ZEK.*) 

Dies  zu  finden  war  als  Aufgabe  gestellt. 

Viertes  Kapitel. 

Praktische  Anleitung  zur  Aufstellung 

von  Tabellen  für  die  Einzelörter  in  Breite. 

Aus  dem  vorstehend  vorgelegten  Material  wurden  von 
uns  die  zahlenmäßigen  Normalbeträge  der  größten  Neigungs- 
winkel der  Exzenter  und  der  Epizyklen  abgeleitet.    Um  aber 

10  auch  bei  den   gradweise   fortschreitenden   Abständen   (von 
den  Aj)ogeen,  sei  es  des  Planeten  auf  dem  Epizykel  oder 
des  Epizykels  auf  dem  Exzenter)  die  Örter  in  Breite  jedes- 
mal  nach   einer   bequemen   Methode    ermitteln  zu  können, 
l3ei543  haben  wir  für  die  fünf  Planeten  fünf  Tabellen  aufgestellt. 

15  Jede  enthält  ebensoviel  (d.  s.  45)  Zeilen  wie  die  Tabellen 
der  Anomalie,  aber  nur  fünf  Spalten. 

Von  letzteren  enthalten  die  beiden  ersten  Spalten,  wie 
dort,  die  Argumentzahlen.  Die  dritte  Spalte  enthält  die 
Abstände  von  der  Ekliptik  in  Breite,  welche  auf  die  Einzel- 

20  abschnitte  der  Epizyklen  bei  ihren  größten  Neigungswinkeln 
entfallen,  d.  h.  die  Spalte  (der  Tabelle)  für  die  Venus  und 
die  (der  Tabelle)  für  den  Merkur  die  Breitenabstände  bei 
den  (größten)  Neigungswinkeln  (der  Epizyklen)  in  den 
Knotenpunkten  der  Exzenter,  die  Spalte  (der  Tabellen) 

25  für  die  drei  übrigen  Planeten  die  Breitenabstände  bei  den 

(größten)   Neigungswinkeln   in    den   nördlichen   Grenz- 

Ha  383  punkten  der  Exzenter.    Die  entsprechenden  Beträge  in  den 


a)  D.  h.  für  den  Saturn:  ein  Winkel  am  Auge  von  26'  (d.i. 
/.ZEH)  schneidet  am  Apogeum  H  des  Epizykels  den  Bogen 
HZ  von  4y2  Graden  des  Kreises  ZH0K  ab,  ein  Winkel  am 
Auge  von  34'  (/  ZEK)  den  ebensogroßen  Bogen  0K  am  Peri- 
geum K  des  Epizykels.     Zur  Berechnung  s.  Anm.  20. 


Erklärung  der  Tabellen. 


343 


südlichen  Grenzpunkten  der  Exzenter  wird  für  diese 
drei  Planeten  die  vierte  Spalte  enthalten.  Bei  diesen  Plane- 
ten ist  das  Maximum  der  Abweichung  der  Exzenter  selbst 
nach  Norden  und  nach  Süden  miteingeschlossen  in  Rechnung 
gezogen  worden.  5 

Zur  Erklärung  der  dritten  Spalte  der  Tabellen  der  Venus 
und  des  Merkur. 

I,  Für  die  Venus  und  den  Merkur  ist  die  Gewinnung 
dieser  Gradbeträge  (der  Breite)  wieder  durch  ein  (für  beide 
anwendbares)  theoretisches  Verfahren   auf  folgende  Weise  lo 
von  uns  gehandhabt  worden. 

In  der  senkrecht  zur  Ebene  der  Ekliptik  stehenden  Ebene 
(in  welcher  die  Neigungswinkel  liegen)  sei  ABT  die  gemein- 
same Schnittlinie  mit  der  Ebene 
der  Ekliptik  selbst  und  A  B  E  die 
gemeinsame  Schnittlinie  mit  der 
Ebene  des  Epizykels;  A  sei  der 
Mittelpunkt  der  Ekliptik,  B  der 
des  Epizykels  und  AB  die  (mitt- 
lere) Entfernung  bei  den  größten 
Neigungswinkeln  der  Epizyklen 
(d.  i.  in  den  Knotenpunkten). 
Nachdem  man  um  B  den  Epizykel 
AZEH  beschrieben,  ziehe  man 
rechtwinklig  zu  AE  den  Durch- 
messer Z  B  H.  Es  soll  aber  auch 
die  Ebene  des  Epizykels  recht- 
winklig zu  der  (senkrecht  zur 
Ekliptik)  angenommenen  Ebene 
gestellt  sein^\  wovon  die  Folge 
sein  muß,  daß  von  den  in  ihr 
(d.  i.  der  Ebene  des  Epizykels)  rechtwinklig  zu  A  E  gezogenen 


15 


Hei  544 


20 


25 


30 


a)  Dann  liegt  der  Durchmesser  A  E  in  der  auf  A  B  senkrecht 
stehenden  Ebene  des  Neigungswinkels  A  B  E,  während  der  Durch- 
messer Z  H  mit  der  Schnittlinie  A  B  in  Punkt  B  rechte  Winkel 
bildet. 


344  Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 

Geraden  (wie  Z  H  und  K  0)  nur  der  Durchmesser  Z  H  in  der 
Ebene  der  Ekliptik  liegt,  während  alle  übrigen  (wie  K0)  zu 
ihr  (d.  i.  zur  Ebene  der  Ekliptik)  parallel  sind. 

Es  soll  die  Aufgabe  gestellt  sein,  wenn  das  Verhältnis 
5  A  B  :  B  E  und  der  zahlenmäßige  Betrag  des  Neigungswinkels 
(des  Epizykels),  d.  i.  des  Z.  ABE,  gegeben  ist,  die  Örter  der 
(beiden)  Planeten  in  Breite  zu  finden,  wenn  sie  von  dem 
Perigeum  E  des  Epizykels  beispielshalber  45^,  d.  s.  solche 
Grade,  wie  der  Epizykel  360  hat,  entfernt  stehen.   Wir  be- 

10  absichtigen  nämlich,  gleichzeitig  auch  die  Unterschiede  mit- 
Ha  384  nachzuweisen,  welche  infolge  derartiger  (d.  i.  größter)  Nei- 
Hei  545  guugswinkel  für  die  Orter  in  Länge  eintreten;  diese  Unter- 
schiede müssen  nämlich  in  den  Örtern,  die  etwa  in  der  Mitte 
zwischen  dem  Perigeum  E  und  den  Punkten  Z  oder  H  lie- 

15  gen,  ihr  Maximum  erreichen,  weil  in  den  genannten  Punk- 
ten (E,  Z  und  H)  die  Örter  (des  Planeten  in  Länge)  unter- 
schiedslos dieselben  sind  wie  diejenigen,  welche  abgesehen 
von  den  Neigungswinkeln  (des  Epizykels)  eintreten.*^ 
So  sei  denn  E0  als  ein  Bogen  von  wie  gesagt  45^  ab- 

20  getragen.  Man  fälle  auf  BE  das  Lot  0K,  auf  die  Ebene 
der  Ekliptik  die  Lote  KA  und  0M  und  ziehe  die  Verbin- 
dungslinien 0B,  AM,  AM,  A0.  Daß  AK0M  ein  Paralle- 
logramm, und  zwar  ein  rechtwinkliges  ist,  dürfte  ohne  wei- 
teres klar  sein,  weil  K0  (nach  Zeile  2)  parallel  zur  Ebene 

25  der  Ekliptik  ist,  ebenso  klar,  daß  ^  AAM  die  Prosthaphä- 
resis   in   Länge^)   und   /.0AM  den  Ort   in  Breite  mißt, 


a)  Weil,  wenn  der  Epizykel  in  den  Knotenpunkten  steht,  die 
örter  des  Planeten  an  den  Endpunkten  des  Durchmessers  ZH 
direkt  in  der  Ebene  der  Ekliptik  liegen,  während  die  Projektion 
des  im  Perigeum  E  in  der  Ebene  des  Neigungswinkels  liegenden 
Ortes  auf  die  Schnittlinie  ABT  fällt. 

b)  Der  auf  die  Ebene  der  Ekliptik  projizierte  Ort  M  des 
Planeten  in  0  muß,  in  Länge  in  der  Ekliptik  gemessen,  vor 
dem  Epizykelmittelpunkt,  d.  i.  vor  dem  Knoten  liegen,  wogegen 
er,  wenn  0  auf  dem  Quadranten  EZ  angenommen  wird,  nach 
dem  Knoten  liegt.  Ein  Bedenken  gegen  die  Wahl  des  Punktes  0 
auf  dem  Epizykelquadranten  EH  wird  zu  S.  346,  26   geäußert. 


Erklärung  der  Tabellen.  345 

während  Z.AAM  und   Z.  AM0  ebenfalls  Becbte  sind,  weil 
auch  die  Gerade  AM  in  der  Ekliptik  liegen  muß.*) 

Nun  soll  der  Nachweis  geführt  werden,  auf  welchen  zah- 
lenmäßigen Betrag  die  in  Frage  stehenden  Örter  (in  Breite 
und  in  Länge)  für  jeden  der  obengenannten  Planeten   sich  5 
belaufen,  und  zwar  zuerst  für 

A«  Die  Venus. 
1.  Da  der  Bogen  E0  45°  mißt,  wie  der  Epizykel  360 
Grade  hat,  so  ist  als  Zentriwinkel  des  Epizykels  Hei  546 

/.EB0  =  45<>     wie"4E  =  3600,  10 

=  90"     wie  ^22  =  360"; 

mithin!     J^I^^Uo"    wie.eBK0  =  36O«,  Ha  385 

[    ,oKt)  =  j 


*i^°|  ,Ik0=1 


84''62'     vieÄ  60  =  120". 

15 

Setzt  man  den  Epizykelhalbmesser  B0  gleich  43^10'  in 
dem  Maße,  in  welchem  die  mittlere  Entfernung  AB  60^  be- 
trägt, weil  in  dieser  Entfernung  (im  Knoten)  gerade  der 
größte  Neigungswinkel  des  Epizykels  eintritt, 

so  wird     BK  und   K0  =  30^32'     in  diesem  Maße.  20 

Ferner  ist,  weil  (S.  336, 18)  als  Neigungswinkel  (des  Epi- 
zykels) gegeben, 

/.ABE=     2''30'      wie  4jR  =  360^ 
=      6<>0'     wie  3R  =  S&0'^; 

a)  Weil  sie  von  dem  Mittelpunkt  der  Ekliptik  nach"  dem 
(nach  S  344,2i)  in  der  Ebene  der  Ekliptik  liegenden  Punkt  M  ge- 
zogen ist.  Zur  Unterstützung  der  Vorstellung  der  Figur  ist 
schon  bemerkt,  daß  man  sich  den  Durchmesser  Z  H  rechtwinklig 
zur  Schnittlinie  AB  (s.  S.  344,  i)  zu  denken  hat;  daher  [_  AAM 
=  1B.  Der  Endpunkt  P  der  Schnittlinie  AB  liegt  natürlich 
über  oder  unter  der  Ebene  des  Epizykels,  je  nachdem  man  sich 
das  Perigeum  E  unter  oder  über  der  Ebene  der  Ekliptik  vor- 
stellt, was  für  den  Verlauf  des  Beweisgangs  gleichgültig  ist. 


346 


Dreizehntes  Bucli.     Viertes  Kapitel. 


5 

Hei  547 


10 


also 

Setzt  man 
so  wird 

mithin 

(Nun  ist 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 


wie;iBK  =  120P. 


sAK=      5^14' 
,sBA  =  119^53' 

BK=    30^32'     wie  AB  =  60^ 
AK=      1^20'     und  BA=30i'30 
AA  =  AB-BA  =  29P30' 
AM=K0  =30^32' 


in  demselben  Maße. 


AA2-f  AM*  =  AM2) 
hAM=    42^27'     in  demselben  Maße. 

7iAM  =  120P, 
sAM=    86^19' 


in  diesem  Maße, 

folglich  /.A AM  =    92"    0'     wie^i?  =  360^ 

=    46°    0'     wie  iE  =  360°. 

Hiermit  ist  der  Winkel   der  im  vorliegenden  Falle  ein- 
tretenden Prosthaphäresis  in  Länge  gefunden. 

2.  Es  ist,  weil  0M  (im  Parallelogramm)  gleich  AK,  auch 

0M  =  lP2O'     wie  AM -42^27'.      (s.  Z.  4.  8) 

Nun  ist       AM2-f0M^  =  A0S 
mithin       7iA0=   42^^29'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man       hAQ  =  120^, 

so  wird      s0M=      3^46'  in  diesem  Maße, 

folglich  ^0AM=      3°  36'  wie5i?  =  360°, 

=      1H8'  wie  4E  =  360°. 

Hiermit   ist   der  Winkel   der  Abweichung  in   Breite 
gefunden.    Diesen  Betrag  werden  wir  in  der  dritten  Spalte 
25  der  Tabelle  der  Venus  in  die  Zeile  mit  der  Argumentzahl 
1 350  (d.  i.  1 80^  -  45<^)  setzen.^) 

3.  Um  den  Unterschied  kenntlich  zu  machen,  welcher  bei 
der  Prosthaphäresis  in  Länge  eintritt,  sei  die  ähnliche  Figur 


15 


Hä  386 


20 


a)  Weil  die  Entfernung  45°  von  dem  Perigeum  E  ab  gerech- 
net war.  Genau  genommen  gehört  der  Betrag  zu  der  Argu- 
mentzahl (180° -f  45°=)  225,  weil  der  Planet  vom  Apogeum  A 
über  Z  nach  0  gelaufen  ist,  daher  bereits  45°  über  das  Peri- 
geum des  Epizykels  hinaus  ist. 


Erklärung  der  Tabellen. 


347 


vorgelegt,  nur  daß  sie  den  Epi- 
zykel  ohne  Neigungswinkel  zeigt. 
Es  ist,  wie  oben  (S.  345, 20)  nach- 
gewiesen, 

BK  und  KG  =  30^32' 
wie  AB  =  60P, 
mithin     AK  =  AB  -  BK  =  29^28' 
in  demselben  Maße. 
Nun  ist  AKHK0*  =  A02, 
mithin     äA0  =  42^26' 

in  demselben  Maße. 

Setzt  man      hkQ  =  120^, 
so  wird       sK0=    86^21', 
folglich  /,  0AK  =  92O3' 

wie  2B  =  SeO\ 

=  46<'2' 
wie  4i2  =  360«. 


Hei  548 


10 


Das  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Länge,  welcher 
oben  bei  der  (Annahme  größter)  Neigung  (des  Epizykels) 
in  demselben  Maße  mit  46°  nachgewiesen  worden  war.  Folg-  15 
lieh  ist  die  Prosthaphäresis  in  Länge  infolge  der  Neigung 
des  Epizykels  nur  um  0^2'  kleiner  ausgefallen.  Dies  sollte 
gefunden  werden.  t' 


B.  Der  Merkur. 
Um  auch  die  für  den  Merkur  sich 
ergebenden  Örter  (in  Länge  und  in 
Breite)  nachzuweisen,  sei  die  ähn- 
liche Figur  wie  die  vorletzte  vor- 
gelegt, an  welcher  der  Bogen  E0 
wieder  zu  45^  in  demselben  Maße 
(wie  oben  S.  345,  8)  angenommen 
sein  soll.  Mithin  ist  wieder  (wie 
S.  345,14.15) 

BK  und  K0  =  84^52' 

wie  7iB0  =  12OP. 


Ha  387 


348  Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 

Hei  549      Setzt  man  den  Epizykelhalbmesser  B0  gleich  22^30'  in 
dem  Maße,  in  welchem  A  B,  d.  i.  die  Entfernung,  in  welcher 
(in  den  Knotenpunkten)   die   größten  Neigungswinkel  ein- 
treten, 56^40'  beträgt  —  dies  alles  ist  früher  (vgl.  S.  328, 7) 
5  von  uns  bewiesen*)  — 

so  wird     BK  und  K0  =  15^55'    in  diesem  Maße. 

Ferner  ist,  weil  (S.  337,  3)  als  Neigungswinkel  des  Epi- 
zykels  gegeben, 

/_ABE=      6"15'     wie  4JR  =  360^ 
10  =    12^30'     wie  ^JS  =  360°; 

15       Setzt  man  BK=    16^55'     wie  AB  =  56^40', 

so  wird  AK=      1^44'     und  BA  =  15^49'; 

(  AA  =  AB -BA  =  40^51', 

^^*^^^|  AM  =  KO  =15^55'.     (s.Z.  6) 

Hei  550  Nun  ist        AA»-f  AM2  =  AM2, 

20  mithin      äAIV\=    43^50'     wie  AM  =  15^55'. 

Setzt  man      äAM  =  120^, 

so  wird      sAM=    43^34'  in  diesem  Maße, 

folglich  /_AAM=    42*34'  wie<0i2  =  36O^ 

=    21"  17'  wie  4E  =  360^ 

25       Hiermit  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Länge 
gefunden. 
Ha  388       2.  Es  ist,  wcil  0M  (im  Parallelogramm)  gleich  AK,  auch 

GM  =  1^44'     wie  AM  =  43^50'.     (b.  Z.  16.  20) 

a)  Die  Entfernung  in  den  Knotenpunkten  ist  für  den  Mer- 
kur nirgends  direkt  nachgewiesen.  Die  Methode  der  Berech- 
nung ergibt  sich  aus  dem  Nachweis  der  Entfernung  in  größter 
Erdnähe,  die  (nach  S.  146,12)  bei  120°  Entfernung  vom  Apogeum, 
das  mit  dem  südlichen  Grenzpunkt  zusammenfällt,  55^34'  be- 
trägt.   Die  Größe  des  Halbmessers  B0  ist  S.  144,  i5  nachgewiesen. 


Erklärung  der  Tabellen. 


349 


Nun  ist       AMH0'^^  =  A0', 
mithin       h^Q=   43^52'     in  demselben  Maße. 


Setzt  man      /iA0  =  12OP, 
so  wird      s0M=     4^44' 
folglich  ^0AM=     4"' 32' 
==      2*>16' 


in  diesem  Maße, 
wie  2B==S60\ 
wie  4J?  =  360°. 


Hiermit  ist  der  Winkel  der  Ab- 
weichung in  Breite  gefunden. 
Diesen  Betrag  werden  wir  in  der 
dritten  Spalte  der  Tabelle  des  Mer- 
kur in  dieselbe  Zeile  (wie  bei  der 
Venus),  d.  h.  in  die  Zeile  mit  der  ^ 
Argumentzahl  135^  setzen. 

3.  Um  wieder  die  Vergleichung 
der  Prosthaphäresis  (in  Länge)  zu 
ermöglichen,  sei  wieder  die  Figur 
ohne  den  Neigungswinkel  (des 
Epizykels)  vorgelegt.  Wie  oben 
(S.  348, 6)  nachgewiesen,  ist 

BK  und  K0  =  15^55' 
wie  AB  =  56^40', 
mithin  A  K  =  A  B  -  B  K  =  40^ 45'  in  demselben  Maße. 

Nun  ist        AKHK0'  =  A0«, 
mithin       hkQ=   43^45'     wie   K0  =  15^55'. 

Setzt  man       /^  A  0  =  120^, 

so  wird       sK0=    43^39'  in  diesem  Maße, 

folglich   /.0AK=    42H0'  wie  5jR"=  360°, 

=    210  20'  wie  4i2  =  360«. 

Das  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Länge,  wel- 
cher oben   bei  der  (Annahme  größter)   Neigung  (des  Epi- 
zykels) in  demselben  Maße  mit  21^17'  nachgewiesen   wor-  30 
den  war.   Folglich  ist  auch  hier  die  Prosthaphäresis  in  Länge 
infolge  der  Neigung  des  Epizykels  nur  um  0°3'  kleiner  Ha  389 
ausgefallen.    Dies  sollte  gefunden  werden. 


26 


350 


Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


Somit  hätten  wir  bei  diesen  beiden  Planeten  auf  dem  vor- 
stehend beschriebenen  Wege  die  bei  den  größten  Neigungs- 
winkeln eintretenden  Örter  in  Breite  ermittelt,  weil  diese 
(Neigungswinkel)  zustande  kommen,  wenn  der  Exzenter  in 
derselben  Ebene  wie  die  Ekliptik  liegt.*^ 


sZur  Erklärung  der  dritten  und  vierten  Spalte  der  Tabellen 
des  Saturn,  Jupiter  und  Mars. 
Hei  552       Bei  den  drei  übrigen  Planeten  ermitteln  wir  dagegen  diese 
Örter  mit  Hilfe  eines  theoretischen  Beweisverfahrens,  wel- 
10  ches  einer  anderen  Figur  bedarf,  weil  bei  den  größten  Nei- 
gungswinkeln der  Exzenter  zugleich  auch  (S.  326,  19)  die 
größten  Neigungswinkel  der  Epizjklen  eintreten  und  es  sich 
empfehlen  dürfte,  die  aus  beiden  Neigungswinkeln  zusam- 
men sich  ergebenden  Örter  in  Breite  in  die  Berechnung  mit- 
15  eingeschlossen  zu  erhalten. 

Es  sei  wieder  in  der  zur  Ebene 
der  Ekliptik  senkrecht  stehenden 
Ebene  (in  welcher  die  Neigungswin- 
kel liegen)  AB  die  gemeinsameSchnitt- 
linie  mit  der  Ebene  der  Ekliptik  und 
ATE  die  gemeinsame  Schnittlinie 
mit  der  Ebene  des  Epizykels;  A  sei 
als  der  Mittelpunkt  der  Ekliptik  an- 
genommen und  r  als  der  des  Epi- 
zykels. Um  r  sei  der  Epizykel  AZEH 
wieder  so  beschrieben,  daß  von  den 
rechtwinklig  zu  AE  gezogenen  Ge- 
raden (wie  ZH  und  K0)  nur  der 
Durchmesser  Z  PH  in  der  Ebene  des 
Exzenters  liege  und  parallel  sei 
zu  der  Ebene  der  Ekliptik,  während 
die  übrigen  Geraden  (wie  K0)  zu  beiden  genannten 
Ebenen  parallel  sind. 


20 


25 


30 


a)  Infolgedessen  hängt  die  Größe  der  Breite  lediglich  von 
der  Neigung  des  Epizykels  ab. 


Erklärung  der  Tabellen.  351 

Es  sei  in  gleicher  Weise  (wie  bisher,  von  dem  Perigeum 
E  aus)  der  Bogen  E0  abgetragen,  welcher  in  demselben 
Maße  (wie  S.  345,  8)  zu  45^  angenommen  sein  soll.  Man 
fälle  von  Punkt  0  aus,  wo  der  Planet  steht,  (auf  den  Durch- 
messer A  E)  das  Lot  0  K,  ferner  von  den  Punkten  0  und  K  Hei  553 
auf  die  Ebene  der  Ekliptik  die  Lote  KB,  0A  und  ziehe  die  Ha  39o 
Verbindungslinien  BA,  AA.  7 

Es  sei  die  Aufgabe  gestellt,  sowohl  die  durch  den  Win- 
kel BAA  gemessene  Prosthaphäresis  in  Länge  zu  fin- 
den, als  auch  den  durch  den  Winkel  0AA  gemessenen  Ort  10 
in  Breite.   Man  fälle  nun  noch  von  K  auf  AT  das  Lot  KM 
und  ziehe  die  Verbindungslinien  r0,  AK,  A0.*) 

A-  Der  Saturn. 
Es  ist  (S.  246,32)  nachgewiesen  worden,  daß  der  Halb- 
messer (r0)  des  Epizykels  gleich  6^30'  in  dem  Maße  ist,  15 
in  welchem  die  mittlere  Entfernung  (d.  i.  der  Halbmesser 
des  Exzenters)  60^  beträgt.  Es  soll  zunächst  wieder  davon 
ausgegangen  werden,  daß,  wie  oben  (S.  345, 14. 15  in  dem  ent- 
sprechenden Dreieck)  nachgewiesen, 

TK  und  K0  =  84^52'     wie  /i  TG  =  120^.  20 

Setzt  man     TG  =  6^30'     als  ephm, 

so  wird     TK  und  KG  =  4^36'     in  diesem  Maße. 

Ferner  ist,  weil  (S.  341,25)  als  Neigungswinkel  des  Epi- 
zykels gegeben, 

/,ArE=      4*30'     wie4JS  =  360^  25 

=      9^0'      wie  ^22  =  360^ 

f      sKM=        9^25'!        .      .rw        ioaP 

alsoi  «       }  wie  nrK  =  120^. 

^'^^\     ,s  TM  =  119^38'!  30 

Setzt  man  TK  =      4^36',         (s.  Z.  22)  Hei  554 

so  wird         KM=      0^22'     und  TM  =  4^ 36'. 


a)  Der  hier  im  griechischen  Text  folgende  Satz  ist  Z.  17—20 
eingeschoben  worden. 


352 


Dreizelintes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


Ha  391 


10 


1.  Beweis  für  den  erdferneren  Halbkreis  (Spalte  3).  Bei 
dem  größten  Neigungswinkel  auf  dem  erdferneren  Halb- 
kreise beläuft  sich  die  Strecke  AT,  d.  i.  die  Entfernung  am 
Anfang  der  Scheren'^^  nach  den  früher  (S.  257,18)  bei  den 
5  Anomalien  durchgeführten  theoretischen  Beweismethoden  auf 
62^10'.    Demnach  ist 

AM  =  Ar-rM  =  57P35'     wie  KfA  =  6^22\ 
mithin  auch       hkK=   57^35'  (weil  unbetr.  >  AM). 

ÄAK  =  120P, 

sKM=     0^46'     in  diesem  Maße, 
0'»44'     wie  3B  =  SQ0\ 


16 


Hei  555 
21 


25 


Setzt  man 

so  wird 

mithin 


/.KAM 
Ferner  ist    /.BAT 


folglich 
mithin 

also 


/.BAK  = 

6KB  = 

,&AB  =  174n6' 

sKB=      6^0 
.sAB  =  119P51 


2^30'     wie  4E  =  360<>  als  Neigungs- 
winkel des  Exzenters,  (S.  341, 21) 
5°0'      wie  5jR  =  360^ 
5*^44'     als  Summe  beider; 
5«  44' 


360* 


wie  ©  KBA 
'.1  wie  ÄAK  =  120P. 


Setzt  man 
so  wird 

Da  nun 
so  ist  auch 

Nun  ist 
mithin 

Da  ebenso 
so  ist  auch 

Nun  ist 
mithin 


AK=   57P35',     (s.  Z.  8) 

KB=      2^53'     und  AB  =  57^31'. 

K0  =  B  A,     (im  Parallelogramm) 
BA=      4^36'     in  demselben  Maße. 

AB«-^-BA»  =  AA^ 
hk^=   57^42'     in  demselben  Maße. 

G  A  =  K  B,     (im  Parallelogramm) 
0A  =  2P53'     (wie  AA  =  57^42'). 

AA2  +  0A2  =  A0', 
h^e=   57P46'     in  demselben  Maße. 


a)  Das  Apogeum  des  Saturn  lag  zur  Zeit  des  Ptolemäus 
(S.  242, 27:  136  n.Chr.)  in  itl  23^  wo  die  größte  Entfernung 
(S.  256,  5)  63P  25'  beträgt,  während  der  nördliche  Grenzpunkt, 
der  hier  in  Betracht  kommt,  genau 53"  rückwärts  (nach  S.  326,si) 
am  Anfang  der  Scheren  lag.    Vgl.  Anm.  21. 


Erklärung  der  Tabellen. 


353 


Setzt  man       hAQ  =  120^, 
so  wird       s0A=     5^59' 
folglich  /.0AA=     5U4' 
=      2«  52' 


in  diesem  Maße, 
wie  2Il  =  360\ 
wie  4R  =  S60\ 


Hiermit  ist  der  Winkel  der  Abweichung  in  Breite    5 
gefunden.    Diesen  Betrag  werden  wir  in  die  dritte  Spalte 
der  Tabelle  des  Saturn  zu  135^  setzen.  Ha  392 

2.  Beweis  für  den  erdnäheren  Halbkreis  (Spalte  4).  Bei 
dem  größten  Neigungswinkel  auf  dem  erdnäheren  Halbkreis 
beläuft  sich  die  Strecke  A  f,  d.  i.  die  Entfernung  am  Anfang  10 
des  Widders,  auf  57^40'  (vgl.  S.  352,3)  in  dem  Maße,  in 
welchem  oben  (S.351,  32)  KM  mit  0^22'  und  TM  mit  4^35' 
nachgewiesen  worden  ist.    Demnach  ist 

A  M  =  A  r  -  TM  =  53P  5'     in  demselben  Maße, 
mithin  auch       h^K=    53^  5',    weil  unbetr.  >  AM. 

/iAK  =  120P, 


15 


Setzt  man 

so  wird 

mithin 


sKM  = 
/.KAM  = 

Nun  war   ^  B  A  f  = 
folglich   /,BAK  = 
6KB  = 


0^50' 
0»48' 


mithin 


,.( 


:i 


also^ 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  war 

ferner  ist 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 
folglich 


50   0' 

5°48' 

5<'48' 

,&  AB  =  174^2 

sKB=      6P   4' 

,s  AB  =  119^51' 

AK=    53P  5', 
KB=      2^41' 

BA=      4P36' 


in  diesem  Maße, 
wie^i2  =  360«. 

wie5E  =  360^ 
als  Summe: 


(S.  352, 13) 


Hei  556 


20 


wie  ©KBA  =  360«, 


wie  /iAK  =  120P. 


und  A  B  =  53P 1' 


25 


in  demselben  Maße 

nachgewiesen,  (S.  352, 22) 
AB24-BA«  =  AA', 
hAA=   53^13'     in  demselben  Maße. 


ÄAA  =  120P, 
sBA=    10^23' 
/.BAA=      9«56' 
=      4^58' 
Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II. 


30 


in  diesem  Maße, 
wie  2B  =  3Q0\ 
wie  422  =  360^ 


Ha  393 


23 


354 


Dreizehntes  Buch.    Viertes  Kapitel. 


Hiermit  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Länge 
gefunden.*^ 


Da  ferner 
so  ist  auch 


Hei  557 


10 


Nun  ist 

mithin 

Setzt  man 

so  wird 


15 


20 


25 


0  A  =  K  B,     (im  Parallelogramm) 

0A  =  2P41'     wie  AA  =  53Pl3'.   (S.  353,  26.  29) 

AAHÖ^^  =  A0^ 

hAQ=    53^17'     in  demselben  Maße. 
7iA0  =  12OP, 

s  0  A  =      6^   3'     in  diesem  Maße, 
folglich   /.  0AA=      5°46'     wie5E  =  360^ 
=      2^53'     wie  472  =  360^ 


Hiermit  ist  der  Winkel  der  Ab- 
weichung in  Breite  gefunden. 
Diesen  Betrag  werden  wir  in  die 
vierte  Spalte  der  Tabelle  zu  135^ 
setzen. 

3.  Um  nun  auch  die  Vergleichung 
der  Prosthaphäresisbeträge  in  Länge 
bei  dem  Neigungswinkel  in  größe- 
rer Erdnähe  zu  ermöglichen,  sei 
wieder  die  Figur  ohne  den  Neigungs- 
winkel gezeichnet.  In  dem  Maße, 
in  welchem  die  Strecke  A  f  der  dies- 
falls geltenden  Entfernung  57^40' 
beträgt,  ist  TK  und  K0  (nach  S. 
351,22)  mit  4^36' gegeben.  Dem- 
nach ist 


AK  =  Ar-rK  =  53P4'. 

AK*-1-K0*  =  A0M 

'iA0=    53^16'     in  demselben  Maße. 


Nun  ist 
mithin 


a)  Die  Prosthaphäresis  in  Länge  wird  nur  für  die  größere 
Erdnähe  nachgewiesen,  weil  das  Maximum  des  Unterschieds 
gegen  die  Prosthaphäresis  in  Länge  bei  Fehlen  des  Neigungs- 
winkels festgestellt  werden  soll. 


Erklärung  der  Tabellen. 


355 


Setzt  man       äA0  =  12OP, 

so  wird        sK0=    10^22'     in  diesem  Maße, 
folglich    L0AK=      9054'     wie<2i2  =  360^ 
=      4"  57'     wie4i^  =  360». 
Das  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis   in  Länge, 
welcher  (oben  S.  353,33)  bei  den  Neigungswinkeln  in  dem- 
selben Maße  mit  4^58'  nachgewiesen  worden  war.   Folglich 
ist  infolge  der  beiden  Neigungswin- 
kel (des  Exzenters  und  des  Epizjkels) 
zusammen    die    Prosthaphäresis    in 
Länge  nur  um  O^l'  größer  ausge- 
fallen.  Dies  sollte  gefunden  werden. 

B.  Der  Jupiter. 
Es  sei  die  Figur  mit  den  Neigungs- 
winkeln in  den  für  den  Jupiter  (S. 
255,  32)  nachgewiesenen  Verhältnis- 
sen vorgelegt.  Demnach  beträgt  in 
dem  Maße,  in  welchem  der  Halb- 
messer r0  des  Epizykels  gleich  ll'^ 
30'  ist,  PK  und  K0  SPS'.*^)  Nun  ist 
(S.  341,26)  als  der  Neigungswinkel 
des  Epizykels 

LArE=     2«30' 

=     ö'^   0' 

'    6KM=      5«    0' 

,6  TM  =  175«    0' 

sKM=      5^14' 

,sriV\-159P53' 

1.  Beweis  für  den  erdferneren   Halbkreis.     Hier  beträgt 
(bei  dem  größten  Neigungswinkel)  die  Strecke  Af,  d.  i.  die  30 
Entfernung  am  Anfang  der  Scheren^),  62^30'. 

a)  Im  Verhältnis  zum  Saturn  (S.  351,  22)  nach  der  Proportion 
6P30':llP30'  =  4P36':iC. 

b)  Das  Apogeum  liegt  bei  dem  Jupiter  in  11p  11*^  (S.  219,  21), 
wo  die  größte  Entfernung  (S.  256,6)  62^45'  beträgt,  während 
der  nördliche  Grenzpunkt  (nach  S.  326,  31)  19**  weiter  vorwärts 
am  Anfang  der  Scheren  liegt. 

23* 


Hei  558 


Ha  394 


mithin 
also 


wie  4i2  =  360", 
wie  5i?  =  360^ 

wie  ©KMr=360", 
wie  ÄrK  =  120P. 


Hei  559 


356 


Dreizehntes  Bucli.     Viertes  Kapitel. 


395 
11 


15 


Setzt  man  rK  =  8P  8'     in  diesem  Maße, 

so  wird  KM  =  0^21'     und  TM  =  8^8', 

mithin  A  M  =  A  T  —  TM  =  54^  22'  in  demselben  Maße, 

mithin  auch  7i  AK  =   54^ 22',    weil  unbetr.  >  A M. 

Setzt  man       hkK  =  120^, 

so  wird      s  K  M  =     0^  46'     in  diesem  Maße, 
mithin/,  KAM  =     0^4.'    wie5E  =  360<>. 

Nun  ist,  weil  (S.  341, 2l)  als  Neigungswinkel  des  Exzen- 
ters gegeben, 

/.BAr=      1»30'     wie  4B  =  ZQO\ 
=      3"    0'    wie  ^-R  =  360^ 
folglich   /,BAK=     3<'44'     als  Summe, 


also 

Setzt  man 
so  wird 

Da  nun 

Hei  560     SO  ist  aUch 


21 


25 


30 


3^54'! 
19^56') 


wieÄAK  =  120P. 


sKB  = 

,s  AB  =  119^56' 

54^22', 
1^46'     und  AB  =  54^20'. 


AK 
KB 


Ferner  ist 
mithin 

Ebenso  ist 


Nun  ist 
mithin 


BA  =  K0,     (im  Parallelogramm) 

B  A  =     8^8'     in  demselben  Maße.  (S.  355,  20) 

ABHBA»  =  AA2, 
/iAA  =  54^56'     in  demselben  Maße. 

0  A  (=  K  B     im  Parallelogramm) 
=  1^46'     (wie  AA  =  54^56'). 

AA2-f  0A2  =  A0^ 
/iA0-54P58'     in  demselben  Maße. 


Setzt  man      hkQ  =  120^, 

so  wird       s0A=      3^52'  in  diesem  Maße, 

folglich  /,0AA=      3H2'  wie  <2 22  =  360«, 

=      1051'  wie  4B  =  360\ 

Hiermit  ist  der  Winkel  der  Abweichung  in  Breite 
gefunden.  Diesen  Betrag  werden  wir  in  die  dritte  Spalte 
der  Tabelle  des  Jupiter  zu  135"  setzen. 


Erklärung  der  Tabellen.  357 

2.  Beweis  für  den  erdnaheren  Halbkreis.  Es  beträgt  (bei 
dem  größten  Neigungswinkel)  die  Strecke  A  f,  d.  i.  die  Ent- 
fernung am  Anfang  des  Widders,  57^30'  in  dem  Maße,  in 
welchem  wir  (S.356,2)  KM  =  0^21'  und  TM  =  8^8'  nach- 
gewiesen haben.    Demnach  ist  5 

AM  =  Ar-rM  =  49P22', 
mithin  auch       h'AK=   49^22',    weil  unbetr.  >  AM.  Ha  396 

Setzt  man       h  AK  =  120^, 

so  wird       sKM=     0^51'     in  diesem  Maße, 
mithin    /_KAM=     0U9'     wie  2B  =  360''.  10 

(Nun  war    /,BAr=     3«   0'    wie  <8i?  =  360<») 
folglich    /,BAK=      3^49'     als  Summe; 

mithin!     f"^^^      ^"^^'1  wie  eKBA  =  360^ 
i    ,6  AB  =  176"  11'] 

also f     *  I^ ^  ^     ^y[]wiehAK  =  120^.  ^^' 56i 

[     ,s  AB  =  119^56']  16 

Setzt  man  AK=    49^22', 

so  wird  KB=      1^39'     und  AB  =  49^20'. 

Nun  ist  auch        BA(=K0    im  Parallelogramm) 

=  8^8'     (wie  AB  =  49^20').  20 

Ferner  ist        A  E^  -f-  B  A^  =  A  A^, 

mithin       7iAA=   50^      in  demselben  Maße. 

Setzt  man       /iAA  =  120P, 

so  wird       sBA=    19^31'  in  diesem  Maße, 

folglich   /.BAA=    18*44'  wie^i2  =  360»,  25 

=      9<^22'  wie  4i2  =  360r 

Hiermit  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Länge 
gefunden. 

Es  ist  ferner         0A(=KB     im  Parallelogramm) 

=  1^39'     wie  AA  =  50P.  ^0 

Nun  ist        AA2-f0A2  =  A02, 
mithin      hAQ=    50^  2'     in  demselben  Maße. 


358 


Dreizehntes  Buch.    Viertes  Kapitel. 


Setzt  man       hAQ  =  120^\ 
so  wird       s0A=     3^57' 
folglich   /.0AA=     3U5' 


Ha  397 
10 


Hei  56i 


15 


20 


in  diesem  Maße, 
wie  <8J^  =  360°, 
wie  4/2  =  360». 


1 

r         \ 

V          K 

\j 

E        / 

Hiermit  ist  der  Winkel  des  Ab- 
standes  in  Breite  gefunden.  Die- 
sen Betrag  werden  wir  in  die  vierte 
Spalte  der  Tabelle  zu  135^  setzen. 

3.  Zur  Vergleichung  der  Prosth- 
aphäresisbeträge  in  Länge  sei  die 
Figur  ohne  die  Neigungswinkel  vor- 
gelegt. Bei  der  (zuletzt)  vorgeleg- 
ten Entfernung  ist  (S.  357,2) 

Ar  =  57^30'  wie  PK  und 
K0  =  8P8',(S.356,2O) 
mithin     AK  =  AT- rK  =  49^22'. 

Nun  ist    AK«-f-K02  =  A02, 
mithin  7jA0  =  50^2' 

in  demselben  Maße. 


so  wird       sK0 

folglich    L0AK  =  18°42' 

=    9<'21' 


Setztman  /» A0  =  120^, 
19^30'     in  diesem  Maße, 


wie  2B  =  3f^0^ 
wie  4i?  =  360^ 


Das  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Läage, 
welcher  oben  (S.  357, 26)  bei  den  Neigungswinkeln  in  dem- 
selben Maße  mit  9^22'  nachgewiesen  worden  war.  Folglich 
25  ist  wieder  infolge  der  beiden  Neigungswinkel  (des  Exzen- 
ters und  des  Epizykels)  zusammen  die  Prosthaphäresis  in 
Länge  nur  um  O^l'  größer  ausgefallen.  Dies  zu  finden 
war  als  Aufgabe  gestellt. 

C.  Der  Mars. 
30       Es   sei  zuerst  die  Figur  mit  den  Neigungswinkeln  vor- 
gelegt.   Es  läßt  sich  wieder  berechnen,  daß  in  dem  Maße, 


Erklärung  der  Tabellen. 


359 


in  welchem  (S.  255, 83)  der  Halb- 
messer r0  des  Epizykels  39^30' 
beträgt,  jede  der  beiden  Geraden 
TK  und  K0  gleich  27^56'  ist.*^ 
Als  der  Neigungswinkel  des  Epi- 
zykels  ist  (S.  340,  ö)  gegeben 

i^^E  =  2nb' 

wie  4J?  =  360^ 
=  40  30' 

wie  2E  =  S60'>; 
6KM=      4«30'| 
,&rM  =  175°30'| 

wie  ©KMr  =  360», 

sKM=      4^43'! 
,s  TM  =  119^54') 

wie  hrK  =  I20P. 


mithin 


also 


1.  Beweis  für  den  erdferne- 
ren Halbkreis.  Hier  beträgt  A  f 
als  die  Strecke  der  größten  Entfernung^)  66^. 

Setzt  man  rK  =  27^56'     in  diesem  Maße, 

so  wird  KM=    1^   6'     und  TM  =  27^54', 

mithin         A  M  =  A  T  -  TM  =  38^  6'. 

(Nun  ist       A MH  K M2  =  A  K2) 
mithin       hAK=    38^   7'     in  demselben  Maße. 


Setzt  man 
so  wird 
mithin  ^KAM 

Nun  war    /_  BAT 


/iAK  =  120^ 
sKM=      3P28' 


3^9' 
1^    0' 


in  diesem  Maße, 
wie  5E  =  360*>. 


15 


20 


=      2° 


wie  4E  =  360®  als  Neigungs-  Hei  564 
Winkel  des  Exzenters,   (S.  340, 1) 
0'    wie  2B  =  d60\  25 


a)  Im  Verhältnis  zum  Jupiter  (S.  355, 19)  nach  der  Proportion 
11P30':  39P30' =8P8' :flJ. 

b)  Das  Apogeum  liegt  bei  dem  Mars  in  Q  25*^30',  der  nörd- 
liche Grenzpunkt  (S.  326,  32)  am  Ende  des  Krebses,  so  daß  die 
größte  Entfernung  (S.  256,  7)  nicht  wesentlich  verändert  wird. 


360 


Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


10 


15 


Ha  399 


folglich 
mithin  j 

also) 

Setzt  man 
so  wird 

Nun  ist  auch 

Ferner  ist 
mithin 

Ebenso  ist 

Ferner  ist 
mithin 


Z.BAK=  5»19' 
feKB=  5^9' 
,&AB  =  174U1' 

sKB=      5P34 
,s  AB  =  119^52 

AK=    38^   7', 

KB=      1^46'     und  AB 


si 


als  Summe  beider, 
wie  ©KBA  =  360^ 

wie  /iAK  =  120P. 


38^] 


BA(=K0     im  Parallelogramm) 
=  27^56'     (wie  AB  =  38^5'). 

AB2-{-BA2=AA2, 
7iAA  =  47^14'     in  demselben  Maße. 

0  A  (=  K  B     im  Parallelogramm) 
=  1^46'    (wie  AA  =  47^14'). 
AA«  +  ÖA2  =  A0«, 
hAQ=   47^16'     in  demselben  Maße. 


Setzt  man       /i  A  0  =  120^ 

so  wird        s0A==      4^29'  in  diesem  Maße, 

folglich    £.  0  A  A  =      4°  18'  wie  2R  =  360«, 

=      2°   9'  wie  4E  =  360<>. 


20 


Hiermit  ist  der  Winkel  des  Abstandes  in  Breite  ge- 
funden. Diesen  Betrag  werden  wir  in  die  dritte  Spalte  der 
Tabelle  des  Mars  zu  135®  setzen. 

2.  Beweis  für  den   erdnäheren  Halbkreis.    Hier  beträgt 
bei  den  in  der  kleinsten  Entfernung  eintretenden  Neigungs- 
25  winkeln  die  Strecke  AT  (S.  256, 13)  54^  in  dem  Maße,  in 
Hei565  welchem  (S. 359, 17)  KM  mit  1^6'  und  TM  mit  27^54'  nach- 
gewiesen wurde.    Demnach  ist 

AM  =  Ar-rM  =  26P6'. 


30 


(Nun  ist 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 


AM2+KM2  =  AK2) 
/iAK=    26^   7'     in  demselben  Maße. 


7iAK  =  120P, 
sKM=      5P   3' 
mithin  ilKAM=      4U9' 


in  diesem  Maße, 
wie  5J?  =  360^ 


Erklärung  der  Tabellen. 


361 


(Nun  war    , 

/.BAr=      2°    0'    wie  ^i^  =  360°) 

folglich    ^ 

/,  BAK=      6° 49'     als  Summe, 

mithin 

,feAB  =  173ni'J           ^ 

also 

sKB=     7P  8'    ^.^  ;,AK  =  120P. 
,s  AB  =  119^47'] 

6 

Setzt  man 

AK=    26P   7', 

so  wird 

KB=      1^33'     und  AB  =  26^4'. 

im  ist  wieder 

B  A  (=  K  0     im  Parallelogramm) 

=  27^56'     (wie  AB  =  26^4'). 

10 

Ferner  ist 

ABHBA2  =  AA2, 

mithin 

/iAA=    38^12'     in  demselben  Maße. 

Setzt  man 

h^^  =  120^, 

so  wird 

sBA=    87^45'     in  diesem  Maße, 

folglich  /.BAA=    94°   0'    wie^JJ  =  360», 

Ha  400 

=    47°    0'    wie  4B  =  3&0\ 

16 

Hiermit  ist  der  Winkel  der  Prosthaphäresis  in  Länge 
gefunden. 


Es  ist  ferner 

Nun  ist 
mithin 


0A(=KB     im  Parallelogramm) 
=  1^33'     wie  AA==  38^12'. 

AAH0A2  =  A0^ 
7iA0=    38^14'     (wie  0A  =  1^33'). 


Setzt  man       hAQ  =  120^, 

so  wird       s0A=     4^52'  in  diesem  Maße, 

folglich   /_  0  A  A  =      4°  40'  wie  ^  JK  =  360°, 

=      2°  20'  wie  4jR  =  360°. 


20 


Hei  566 


25 


Hiermit  ist  der  Winkel  des  Abstandes  in  Breite  ge- 
funden. Diesen  Betrag  werden  wir  in  die  vierte  Spalte  der 
Tabelle  zu  135^  setzen. 

3.  Zur  Vergleichung  der  Prosthaphäresis  in  Länge  30 
legen  wir  wieder  die  Figur  ohne  die  Neigungswinkel  vor. 
In  der  kleinsten  Entfernung,  in  welcher  der  Unterschied  am 


362 


Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


stärksten    wahrnehmbar    werden   muß, 
verhält  sich*^  die  Strecke  AT  zu  jeder 
der  beiden  Strecken   PK  und   K0  wie 
^54^:27^56'.    Demnach  ist 

AK  =  Ar-rK  =  26P4'. 


(Nun  ist 
mithin 

/iA0  =  38^12' 

(wie  K0  =  27^56'). 

Setzt  man 

/iA0  =  12OP, 

so  wird 

sK0=    87^45' 

in  diesem  Maße, 

folglich   i 

0AK  =  94«O' 

wie  512  =  360°, 

=  4700' 

wie  4E  =  360^ 

Das  ist  der  Winkel  der   Prosthaphäresis  in  Länge. 

Hei 567  Von  genau  derselben  Größe  war  er  (S.  361, 16)  auch  aus  der 

Berechnung  bei  den  Neigungswinkeln  hervorgegangen.    Es 

15  hat  sich  also  bei  dem  Mars  für  die  Prosthaphäresis  in  Länge 

infolge  der  Neigungswinkel  der  Kreise  gar  kein  Unterschied 

herausgestellt.    Dies  sollte  gefunden  werden. 


Zur  Erklärung  der  vierten  Spalte  der  beiden  Tabellen 

der  Venus  und  des  Merkur. 

Ha  401       Die  vierte  Spalte  dieser  Tabellen  wird  die  Örter  in  Breite 

21  enthalten,  die  von  den  größten  Schief  ständen  der  Epi- 

zyklen  der  Venus  und  des  Merkur  verursacht  werden,  welche 

(S.  327, 19)  in  den  Apogeen  und  den  Perigeen  der  Exzenter 

eintreten.    Ermittelt   worden   sind  indes    die    (durch  diese 

25  Schiefstände  verursachten)  Örter  von  uns  nur  an  sich,  d.h. 

ohne  Berücksichtigung  des  Unterschieds,  welcher  infolge  der 

Neigungswinkel  der  Exzenter  hinzutritt.    Denn  es   hätten 


a)  Der  sonst  üblichen  Ansdrucksweise  entspricht:  TK  und 
K  0  =  27p  56' wie  Ar=  54p .  Zur  Feststellung  der  Größe  von  TK 
und  K0  ist  S.  359,  4  zu  vergleichen. 


Erklärung-  der  Tabellen. 


363 


sich  alsdann  noch  mehr  Tabellen  nötig  gemacht,  und  die 
Berechnung  (nach  diesen  Tabellen)  wäre  nur  noch  kompli- 
zierter geworden,  weil  die  (Breiten  der)  Örter  auf  der  Abend- 
seite und  der  Morgenseite  (der  Epizyklen)  ungleich  groß 
ausfallen  und  sich  durchaus  nicht  (in  allen  Fällen)  nach 
derselben  Seite  (d.  i.  beiderseits  nördlich  oder  beiderseits 
südlich)  der  Ekliptik  erstrecken  müssen.  Übrigens  könnten 
auch,  da  der  Neigungswinkel  der  Exzenter  nicht  unverän- 
dert bleibt,  die  Differenzen  der  Verminderungen,  welche  bei 
den  größten  Neigungswinkeln  (in  den  Knotenpunkten)  ein- 
treten, nicht  im  Einklang  mit  den  Differenzen  derjenigen 
Verminderungen  stehen,  welche  infolge  der  größten  Schief- 
stände (in  den  Apogeen  und  Pe- 
rigeen  der  Exzenter)  eintreten. 
Wird  jedoch  der  Unterschied  ge- 
trennt behandelt,  so  werden  sich 
die  einzelnen  Fälle  von  uns  nach 
einer  bequemeren  Methode  dar- 
stellen lassen,  wie  aus  den  Nach- 
weisen selbst,  die  hier  unmittel- 
bar folgen,  ersichtlich  sein  wird. 
Es  sei  AB  die  gemeinsame 
Schnittlinie  der  Ebenen  der  Eklip- 
tik und  des  Epizykels;  A  sei  an- 
genommen als  der  Mittelpunkt  der 
Ekliptik,  B  als  der  Mittelpunkt 
des  Epizykels.*)  Um  letzteren  be- 
schreibe man  den  Epizykel  TAEZH 
schiefgestellt  zur  Ebene  der  Eklip- 
tik, d.  h.  es  sollen  die  in  den  (bei- 
den) Ebenen  rechtwinklig  zu  der 
gemeinsamen  Schnittlinie  PH  ge- 


10 


15 


25 


30 


a)  Demnach  werden  die  Winkel  des  Schiefstandes,  unabhän- 
gig von  den  Entfernungen,  in  denen  sie  der  Hypothese  nach 
wirklich  eintreten,  nach  dem  Verhältnis  der  mittleren  Ent- 
fernung {v.axä  xbv  IIS60V  Xoyov)  betrachtet,  nach  welchem  schon 
bisher  (S.335,2i.3i)  der  Gesichtswinkel  EAN  =  2%^  aufgefaßt  wurde. 


364  Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 

zogenen   Geraden   alle   (Neigungs-)  Winkel,   welche  in  den 

Punkten  der  Schnittlinie  selbst  gebildet  werden,  gleichgroß 

Ha  402  machen.    Alsdann  ziehe  man  die  Tangente  AE  an  den  Epi- 

zykel  und  die  ihn  schneidende   Gerade  AZA   in  beliebiger 

5  Lage,  fälle  (in  der  Ebene  des  Epizykels)   von  den  Punkten 

A,  E,  Z  die  Lote  A0,  E  K,  ZA  auf  die  Schnittlinie  FH,  auf 

Hei  569  die  Ebene  der  Ekliptik  aber  die  Lote  AM,  EN,  ZZ  und 

ziehe  die  Verbindungslinien   0M,  KN,  AE   und   außerdem 

AN  und  AHM.    Eine  Gerade  ist  AEM   deshalb,   weil  die 

10  drei  Punkte  in  zwei  Ebenen   liegen,   sowohl  in  der  Ebene 

der  Ekliptik,  als  auch  in  der  durch  AZA  gelegten,  welche 

zu  der  Ebene  der  Ekliptik  senkrecht  steht. 

Daß    bei   dem   angenommenen    Schiefstand    die  Winkel 
0AM  und  KAN  die  Prosthaphäresis  des  Planeten  in  Länge*) 
15  und   die   Winkel  AAM  und  EAN   die   Prosthaphäresis   in 
Breite^^  messen,  ist  klar. 

Es   soll   zuerst  der  Beweis  geführt  werden,  daß  der  im 
Berührungspunkte  (E)  gebildete  Winkel  EAN  des  Ortes  in 
Breite  größer  ist  als  alle  anderen,  gerade  wie  auch  die  Prosth- 
20  aphäresis  in  Länge  (d.  i.  /.KAN). 

A.  Da  /,  EAK  größer  ist  als  alle  anderen,  so  ist 
f  0A:AA. 

2^  Nun  ist  KE  :  EN  =  {  ^2  .'zZ    }   '^^^^^^  ^^-  ^^ 

Denn  die  auf  die  beschriebene  Weise  gebildeten  Dreiecke 
sind  alle,  wie  (Z.  l)  angedeutet,  gleichwinklig  und  die  Win- 
kel AM0,  ENK  und  ZEA  Rechte.    Folglich  ist 

a)  Der  in  der  Ebene  der  Ekliptik  liegende  /.KAN  mißt  die 
Entfernung  des  in  N  auf  die  Ekliptik  projizierten  Planeten- 
ortes E.     Siehe  die  von  mir  beigegebene  Figur. 

b)  Der  in  der  zur  Ekliptik  senkrechten  Ebene  liegende  /.  EAN 
mißt  je  nach  dem  Schiefstand  des  Epizykels  die  Breite  des 
Planetenortes  E  über  oder  unter  der  Ekliptik,  d.  i,  den  Schief- 
stand an  und  für  sich  (S.  362,  25).  Prosthaphäresis  wird  er  ge- 
nannt, weil  er  die  Breite,  die  eventuell  durch  die  Neigung  des 
Exzenters  verursacht  wird,  vermehrt  oder  vermindert. 


Erklärung  der  Tabellen. 


365 


EN:EA> 


AM:AA. 
Z=  :ZA. 


Nun  sind  ferner  die  Winkel  AMA,  E  NA  und  Z  ZA  Rechte ;  Hei  570 
folglich  ist/.EAN>Z.AAM  und  selbstverständlich  auch  Ha  403 
größer  als  alle  auf  dieselbeWeise  Zustandekommen  den  Winkel.    5 

B.  Ohne  weiteres  ist  klar,  daß  auch  von  den  Unterschie- 
den, welche  bei  den  Prosthaphäresisbeträgen  in  Länge  in- 
folge des  Schiefstandes  entstehen,  derjenige  der  größte  ist, 
welcher  bei  den  in  E  liegenden  Ortern  größter  Breite  zum 
Ausdruck    kommt;    denn    gemessen         ^  10 

werden  diese  Unterschiede  von  den 
Winkeln,  welche  die  Differenzen  zwi- 
schen den  Geraden  0A  und  0M,  KE 
und  KN,  AZ  und  AZ  unterspannen.*) 
Da  aber  für  alle  diese  Geraden  zu 
ihren  Differenzen  dasselbe  Verhältnis 
bestehen  bleibt,  so  folgt  daraus,  daß 
auch  die  Differenz  zwischen  KE  und 
KN  zu  EA  in  einem   größeren  Ver- 
hältnis steht  als  die  Differenzen  zwi- 
schen den  übrigen  (wie  zwischen  0A  und  0M)  zu  den  AA 
entsprechenden  Geraden.    Ferner  ist  ohne  weiteres  klar,  daß 
in  demselben  Verhältnis,  in  welchem  die  größte  Prosthaphä- 
resis  in  Länge  zum  Ort  der  größten  Breite   steht,   auch    in 
allen  Abschnitten  des  Epizykels  die  jeweiligen  Prosthaphä-  25 
resisbeträge  in  Länge  zu  den  Örtern  in  Breite  stehen;  denn 
wie  sich  K  E  zu  K  N  verhält,  so  verhalten  sich  auch  alle  die 


15 


20 


a)  Die  von  mir  beigegebene  Figur  zeigt,  daß  die  Prosthaphä- 
resis  in  Länge  bei  normaler  Lage  des  Quermessers  des  Epi- 
zykels K  E'  ist,  d.  i.  die  in  der  Ebene  des  Epizykels  zum  Quer- 
messer durch  den  Berührungspunkt  der  Tangente  gezogene 
Parallele,  bei  Schiefstand  desselben  aber  KN.  Der  infolge  des 
Schiefstandes  eintretende  Unterschied  ist  also  E'N,  gemessen 
von  dem  /.  E'AN,  welcher  =  /,  E'AK  —  ^  N AK.  Da  aber  der  in- 
folge der  Schiefstellung  des  Quermessers  um  den  Schenkel  A  K 
gedrehte  Gesichtswinkel  gleichgroß  bleibt,  so  ist  der  LFnterschied 
der  Prosthaphäresis  in  Länge  =  /.^AK  — /,  NAK. 


366 


Dreizehntes  Buch.    Viertes  Kapitel. 


AZ  und  0A  entsprechenden  Geraden  zu  den  2.=.  und  AM 
entsprechenden.    Dies  zu  beweisen  war  als  Aufgabe  gestellt. 
Hei  571       Nachdem  diese  Erörterungen  der  Methode  vorausgeschickt 
sind,  wollen  wir  zuerst  sehen,  wie  hoch  sich  für  jeden  der 
5  beiden  Planeten  der  zahlenmäßige  Betrag  des  Winkels  stellt, 
welcher  von  dem  Schiefstand  der  Ebenen  gebildet  wird.  Wir 
legen  hierbei  nach  den   eingangs  (S.  335, 19)  besprochenen 
Verhältnissen  die  Annahme  zugrunde,  daß  an  den  Stellen, 
die  in  der  Mitte   zwischen   der  größten  und  der  kleinsten 
10  Entfernung  liegen*^  jeder  dieser  beiden  Planeten  im  Maxi- 
mum 5®  nördlicher  oder  südlicher  zu  stehen  kommt  als  in 
den  gegenüberliegenden   Örtern   auf  dem  Epizjkel.    Denn 
die  Venus  bewerkstelligt  (S.  335,  23) 
die  im  Perigeum  und  im  Apogeum  des 
Exzenters  eintretende  Abweichung  (von 
der  Normalen)  mit  unbeträchtlich  mehr 
(im  Perigeum)  oder  weniger  (im  Apo- 
geum) als  diese  5^,  während  bei  dem 
Merkur  dieses  mehr  oder  weniger  rund 
Yg^  ausmacht. 

Es  sei  wieder  ABT  die  gemeinsame 
Schnittlinie  der  Ekliptik  und  des  Epi- 
zykels.  Nachdem  man  um  Punkt  B  den 
Epizykel  TAE  in  der  oben  (S.  363,27) 
näher  angegebenen  Weise  zur  Ebene 
der  Ekliptik  schiefgestellt  beschrieben, 
ziehe  man  von  dem  Mittelpunkt  A  der 
Ekliptik  an  den  Epizykel  die  Tan- 
gente AA,  fälle  von  A  aus  auf  den 


a)  Das  würde  für  beide  Planeten  in  den  Knotenpunkten 
sein,  wo  der  Hypothese  gemäß  (s.  die  Figur  zu  Anm.  17)  dieser 
Schiefstand  gerade  nicht  eintritt.  Die  gegen  die  Hypothese 
gemachte  Annahme,  daß  der  Epizykelmittelpunkt  B  bei  dem 
Schiefstande  in  der  Ebene  der  Ekliptik  liege,  dient  lediglich  da- 
zu, den  größten  Winkel  des  Schiefstandes  nur  an  si  eh  (S.  362, 25), 
d.  h.  als  reine  Breite  zur  Ekliptik  bei  der  mittleren  Entfernung 
(d.  i.  im  Mittel)  festzustellen. 


Erklärung  der  Tabellen.  367 

Durchmesser  TBE  das  Lot  AZ,  auf  die  Ebene  der  Eklip- 
tik aber  das  Lot  AH  und  ziehe  die  Verbindungslinien  BA, 
ZH,  AH.  Angenommen  sei,  daß  /.  AAH  von  der  mitgeteil- 
ten Abweichung  in  Breite  die  Hälfte^^  messe,  welche  für 
jeden  der  beiden  Planeten  2^/^  wie  4i2  =  360®  beträgt.      Hei  572 

Es  soll  die  Aufgabe  gestellt  sein,  den  Größenbetrag  des  ^ 
Schiefstandes  der  beiden  Ebenen  zu  finden,  d.  i.  den  zahlen- 
mäßigen Betrag  des  L  AZ  H. 

A.  Für  die  Venus 
beträgt  (S.256,8)  die  größte  Entfernung  61^15',  (S.  256,14)  10 
die  kleinste  58^45',  die  mittlere  60^  in  dem  Maße,  in  wel- 
chem  der   Halbmesser   ihres   Epizykels  gleich   43^10'   ist. 

Demnach  ist 

« 
1.         AB:BA  =  60P:43PlO'.b) 

Nun  ist       AB2-BA2  =  AA^     mithin  AA  =  41^40'.  15 

Femer  ist      AB  :  A  A  =  B  A  :  AZ,    (Eukl.  VI,  4)  Ha  405 

mithin  AZ  =  29^58'     in  demselben  Maße. 

Der  Annahme  nach  ist  weiter 

/.AAH=  2<'30'  wieii^  =  360«, 

=  5<>    0'  wie  522  =  360°,                             20 

mithin      ft  A  H  =  5«]  0'  wie  e  A  H  A  =  360«,                  Hei  573 

also       sAH=  5^14'  wie /iAA  =  120P. 

Setzt  man         AA=   41^40',    (Z.  15) 

so  wird  AH=      1^50'     wie  AZ  =  29^58'. 

Setzt  man      /iAZ  =  120^,  25 

so  wird       s  A  H  =      7^  20'  in  diesem  Maße, 

folglich  /,  AZH=      7°    0'  wie5i^  =  360^ 

=      3<>30'  wie4i2=360^ 

Hiermit  ist  der  Winkel  des  Schiefstandes  gefunden. 


a)  Zur  Halbierung  des  Winkels  von  5®  s.  S.  335,  si. 

b)  Die  bisher  übliche  Ausdrucksweise  würde  sein :  BA  =  43p  10' 
wie  AB  =  60P. 


368  Dreizehntes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

2.  Da  die  Differenz  der  Winkel  AAZ  und  ZAH  den  Unter- 
schied der  Prosthaphäresis  in  Länge  mißt,  welcher  (infolge 
des  Schiefstandes)  eintritt*^,  so  kann  auch  dieser  (Unter- 
schied) aus  dem  zu  ermittelnden  zahlenmäßigen  Betrag  die- 
5  ser  (beiden  Winkel)  ohne  weiteres  mitberechnet  werden. 
Nachgewiesen  wurde  (S.  367,24) 

AZ  =  29^58') 

Nun  ist        AA2-AH2  =  AH2    und  AZ'- AH»  =  HZ«, 
10  mithin  AH=    41^37'     und  HZ  =  29^51'. 

Setzt  man      h  AH  =  120^, 

so  wird       sHZ=   86^16'  in  diesem  Maße, 

folglich  /,  Z  A  H  =    91  <>  56'  wie  3B  =  360^ 

=    45° 58'  wie  4E  =  360». 

15       Setzt  man  aber  gleicherweise 

(nachdem     AZ=   29^58'  wie  AA  =  41^40'  gefunden  ist) 

Heit?!!  /iAA  =  120P, 

;        so  wird  sAZ=   86^18'  in  diesem  Maße, 

folglich  ^  A A Z  =    91  ° 58'  wie  3E  =  360«, 

20  =    45°  59'  wie4E  =  360°. 

Es  ist  also  infolge  des  Schiefstandes  die  Prosthaphäresis 
in  Länge  nur  um  O^l'  kleiner  geworden. 

B.  Für  den  Merkur 
wurde  (S.  256,  9)  in  dem  Maße,  in  welchem  der  Halbmesser 
25  des  Epizykels  gleich  22^30'  ist,  die  größte  Entfernung  mit 
69^  nachgewiesen,  während  die  diametral  gegenübergelegene 
Entfernung  (60^  —  3^=)  57^  beträgt,  woraus  sich  das  Mit- 
tel zwischen  diesen  beiden  Entfernungen  mit  63^  ergibt. 
Demnach  ist 


a)  Zu    der  Differenz    /,  AAZ  —  /,  ZAH    als  Unterschied  der 
Prosthaphäresis  s.  S.  365  Anm.  ») 


Erklärung^  der  Tabellen. 


369 


1. 

AB  :BA  =  63^:22^30'. 

Nun  ist 
mithin 

AB*-BA2  =  AA^ 
AA  =  58^51'. 

Ferner  ist 
mithin 

AB:  AA  =  BA:AZ, 

(Eukl.  VI.  4) 
AZ  =  2lPl' 

in  demselben  Maße. 

Der  Annahme  nach  ist  weiter 

mithin 

also 

i  AAH  =      5»  0' 

wie5E  =  360«, 
6AH  =  5°  0' 

wie  e  AHA  =  360«, 
SAH  =  5^14' 

wie  /jAA  =  120P. 

Setzt  man         AA  =  58^51', 
so  wird         AH  =    2^34' 

wie  AZ  =  2lPl'. 

Setzt  man      äAZ  =  120P, 

so  wird       5AH=    14^40'  in  diesem  Maße,  ^ 

folglich  /,AZH=    14°  0'  wie  ^E  =  360^ 

=      7°  0'  wie  4Ä  =  360". 

Hiermit  ist  der  Winkel  des  Schiefstandes  gefunden. 


Hei  575 


10 


15 


2.  Um  wieder  die  Vergleichung  der  Winkel  der  Prosth-  Ha  407 
aphäresis  zu  ermöglichen,  hat  man  auszugehen  von 


AH=   2^34' 
AZ  =  2lP   1' 


wie  /iAA  =  58^51'. 


20 


AA2-AH2  =  AH2    und  AZ«-AH«=HZ«, 
AH=    58^47'     und  HZ  =  20^53'. 


Nun  ist 
mithin 

Setzt  man 
so  wird 
folglich   ^ZAH=    41  "38' 

=    20» 49'     wie  4J?  =  360'>. 

Ptolemäus,  übers.  V.  Manitius.    II. 


/iAH  =  120P, 
sHZ=    42^38' 


in  diesem  Maße, 
wie  ^i?  =  360*, 


25 


24 


370 


Dreizehntes  Buch.   Viertes  Kapitel. 


Hei  576 
6 


10 


Setzt  man  aber  gleicherweise 

(nachdem     AZ=    21^1'  wieAA  =  58P51'  gefunden  ist) 
7iAA  =  120P, 
so  wird      sAZ=   42^50'     in  diesem  Maße, 
folglich  /.  AAZ=    41<>50'     wie  ^jR  =  360^ 
=    20« 55'     wie  4E  =  360<». 

Es  ist  also  auch  bei  dem  Merkur  infolge  des  Schiefstan- 
des die  Prosthaphäresis  in  Länge  nur  um  0^6'  kleiner  ge- 
worden. 

Probe  der  Ergebnisse.  Des  weite- 
ren wollen  wir  nun  sehen,  ob  wir  un- 
ter Zugrundelegung  der  gewonnenen 
zahlenmäßigen  Beträge  der  Schiefstän- 
de die  in  den  größten  und  den  klein- 
sten Entfernungen*)  sich  ergebenden 
Örter  der  größten  Breite  mit  den  aus 
der  Beobachtung  (S.  327, 19)  gewonne- 
nen Beträgen  in  Einklang  finden. 

A.  Für  die  Venus  sei  wieder  dieselbe 
Figur  vorgelegt. 

1.  In  der  größten  Entfernung  (S. 
367,  lO)  verhält  sich 

AB  :BA  =  61^15':  43^10'. 


Nun  ist 
mithin 

Ferner  ist 


AB2-BA»  =  AA2, 
AA  =  43^27'. 


mithin 


AB:AA  =  BA:AZ, 

(Eukl.  VI.  4) 

AZ  =  30^37'     in  demselben  Maße. 


Weiter  ist,  da  der  Winkel  des  Schiefstandes  (S.  367,  27) 
als  gegeben  angenommen  wird. 


a)  D,  h.  bei  dem  Stande  des  Epizykels  in  dem  Apogeum  und 
dem  Perigeum  des  Exzenters,  wo  die  Schiefstände  der  Hypo- 
these gemäß  eintreten. 


Erklärung  der  Tabellen. 


371 


/,AZH=      7^0' 

also       sAH=      7^20' 

Setzt  man         AZ=    30^37' 


so  wird 


AH 


1^52' 


Setzt  man      ä  A  A  =  120^, 
so  wird       sAH=     5^   9' 
folglich    /.AAH=      4«  54' 
=      2«27' 


wie  ^J^  =  360^ 
wie  ÄAZ  =  120P. 
wie  AA  =  43^27', 
in  demselben  Maße. 

in  diesem  Maße, 
wie  2B  =  S60\ 
wie  4i2  =  360«. 


Hei  577 


Hiermit  ist  der  Winkel  des  Maximums  der  Abweichung 

in  Breite  gefunden.  10 

2.  In  der  kleinsten  Entfernung  (S.  367,  ll)  verhält  sich 

AB  :BA  =  58^45':  43^10'. 

Nun  ist  AB2-BA2  =  AA2,    mithin  AA  =  39^51'. 

Ferner  ist         AB  :  AA  =  BA  :  AZ, 

mithin  AZ  =  29^17'     in  demselben  Maße. 


15 


Der  Annahme  nach  ist  weiter 

AZ:  AH  =  120^:7^20'.*) 


Setzt  man 

A7=    29^17' 

wie  AA  =  39^51', 

so  wird 

AH=      1^47' 

in  demselben  Maße. 

Setzt  man 

ÄAA  =  120P, 

so  wird 

sAH=      5^22' 

in|diesem  Maße, 

folglich 

/.AAH-      5«   8' 

wie  2R  =  SQ0\ 

=      2^34' 

wie4jR  =  360«. 

20 


Da  im  Mittel  (S.  335, 3l)  die  Abweichung  in  Breite  mit  Hei  578 
272°  zugrunde  gelegt  ist,  so  ist  demnach  die  Abweichung  25 
um  einen  für  die  sinnliche  Wahrnehmung  nicht  in  Frage 
kommenden   Betrag   im   Apogeum    (des  Exzenters)  kleiner 
und  im  Perigeum  größer  geworden.    Denn  in  der  größten  Ha  409 
Entfernung  ist  die  Breite  nur  um  0°3'  kleiner  und  in  der 
kleinsten   um  0°4'   größer  geworden.    So  kleine  Beträge  30 
beobachtungsgemäß   sicherzustellen,  wäre   ganz  unmöglich. 

a)  Die  übliche  Ausdrucks  weise  ist  die  oben  Z.  2  angewen- 
dete Nebeneinanderstellung. 

24* 


372 


Dreizehntes  Buch.     Viertes  Kapitel. 


B    Für  den  Merkur  sei  wieder 
1.  die  größte  Entfernung  (S.  368,25) 
angenommen,  d.  h.  es  sei 

AB  :BA  =  69^:22^30', 

AA  =  65^  14'     und  AZ  =  21^  16'. 

Die  Berechnung  letzterer  Strecken 
erfolgt  auf  demselben  Wege  wie  oben 
(bei  der  Venus).  Weiter  haben  wir 
auch  hier  den  Winkel  des  Schiefstan- 
des (S.  369,14)  der  Annahme  nach  als 
gegeben  mit 

/.AZH 


mithin 


Setzt  man 


14"  0' 

wie^JS  =  360», 

s  AH  =  14^40' 

wie  /iAZ  =  120P. 


15 


so  wird 

Setzt  man 

so  wird 


AH 
ÄAA  =  120P, 
sAH=     4P47 


AZ  =  21^16' 

wie  AA  =  65^14', 
2^36'     in  demselben  Maße. 


Hei  579  folglich    /,  AAH  = 


4'»  34' 
20  17' 


in  diesem  Maße, 
wie  2B  =  d60\ 
wie  4E  =  360». 


20  Hiermit  ist  der  Winkel  des  Maximums  der  Abweichung 
in  Breite  gefunden. 

2.  In  der  kleinsten  Entfernung**^  ist  wieder  gegeben 

AB  :BA  =  57^:22^30', 

A  A  =  52^  22'     und  A  Z  =  20^  40', 

berechnet  wie  oben. 

25  Weil  der  Schiefstand  derselbe  ist  (d.  h.  wieder  14^  wie 
3B  =  360°  beträgt),  so  erhält  man  als  gegeben  wieder  (vgl. 
oben  Z.  13)  die  Proportion 

a)  Es  handelt  sich  nicht  um  die  Entfernun?  bei  der  größten 
Erdnähe,  welche  (nach  S.  146,12)  55p 34'  beträgt,  sondern  um 
die  der  größten  Entfernung  im  Apogeum  diametral  gegenüber- 
liegende im  Perigeum.    Vgl.  S.  368,  27. 


Erklärung  der  Tabellen.  373 


AZ:  AH  =  120^:14^40'. 

tzt  man 
so  wird 

AZ=    20^20'     wie  AA  =  52^22', 
AH=     2^32'     in  demselben  Maße. 

tzt  man 
so  wird 
folglich 

sAH=     5P48'     in  diesem  Maße, 
/.AAH=      5»  32'     wie^i2  =  360«, 
=      2»46'     wie4JB  =  360«. 

5 

Ha  410 

Es  hat  sich  demnach  auch  hier  von  der  nach  dem  mitt- 
leren  Verhältnis    mit    2'^/^^   festgestellten   Abweichung    in 
Breite  für  die  Breite  im  Apogeum  des  Exzenters  als  Unter-  10 
schied  ein  Fehlbetrag  von  (2<*30'  —  2^7'  =)  0^3'  und  für 
die  Breite  im  Perigeum  ein  Mehrbetrag  von  (2^46'  —  2^  30'  =) 
0^16'  herausgestellt.    An  Stelle  dieser  Differenzen  werden 
wir  zu  der   Korrektion,   welche  bei  der  tabellarischen  Be- 
rechnung im  Gegensatz  zum  mittleren  Verhältnis  auzubrin-  16 
gen  ist*),   von   dem  Werte  Y/  Gebrauch  machen,   welcher  Hei 580 
dem  Unterschied  entspricht,  der  sich  bei  dem  Beobachtungs- 
geschäft (S.  335,28)  für  die  sinnliche  Wahrnehmung  geltend 
macht. 

Mit  Hilfe   der  vorstehend  geführten  Nachweise  und  mit  20 
Rücksicht  darauf,  daß  auch  in  den  übrigen  Abschnitten  des 
Epizykels  die  Teilbeträge  der  Prosthaphäresis  in  Länge  zu 
den  Einzelörtern  in  Breite  in  demselben  Verhältnis  stehen 
wie   die   größten  Beträge  der  Prosthaphäresis  in  Länge  zu 
den  Örtern  der  größten  Breite,  ist  uns  der  Ansatz  der  Örter  25 
in  Breite  infolge  des  Schiefstandes  in  den  hierfür  angeleg- 
ten vierten  Spalten  der  Tabellen  der  Venus  und  des  Merkur 
leicht  von  der  Hand  gegangen.    Indessen  sind  dies  nur  die 
Örter,  welche  sich  lediglich  infolge   des  Schiefstandes  der 
Epizyklen  ableiten  lassen,  sowie  aus  dem  Betrag  (von  ^^j^^  ^0 
welcher,   wie  gesagt,   auf  das  Mittel   entfällt.    Der  Unter- 
schied, welcher  sich  infolge  des  (Hinzutritts  des)  Neigungs- 
winkels der  Exzenter  einstellt,  wozu  bei  dem  Merkur  noch 
der  Unterschied  (von  Y^^)  bei  seiner  Stellung  im  Apogeum 

a)  Die  hierauf  bezügliche  Korrektion  ist  S.  378,26  angedeutet. 


374  Dreizehntes  Buch.    Viertes  Kapitel. 

und  im  Perigeum  hinzukommt,  wird  die  nötige  Korrektion, 
weil  es  sich  dabei  leicht  machen  läßt,  gelegentlich  der  als- 
bald mitzuteilenden  tabellarischen  Berechnung  (S.  378,26; 
380,  2)  erhalten.  (Zur  Gewinnung  der  Beträge  der  vierten 
5  Spalte  aus  dem  bisher  im  Mittel  gefundenen  Betrag  von 
2Y2^  ist  weiter  folgendes  zu  bemerken.)  Bei  den  vorliegen- 
den mittleren  Verhältnissen  wurde  für  beide  Planeten  die 
größte  Breite  infolge  des  Schiefstandes  (der  Epizyklen)  bei- 
derseits der  Ekliptik  (S.  371   u.  372 f.)   mit   2^2^  nachge- 

Ha-411  wiesen,  die  größte  Prosthaphäresis  in  Länge  (S.  368, 14)  für 
11  die  Venus  mit  rund  46*^  und  für  den  Merkur  mit  rund  22^.*^ 

Hei  581  Nun  finden  wir  die  auf  die  einzelnen  Gradabschnitte  der 
Epizyklen  entfallenden  (mittleren)  Prosthaphäresisbeträge  in 
den  (sechsten  Spalten  der)-  Tabellen  ihrer  Anomalie  ange- 
15  setzt.  Da  nehmen  wir  denn  für  jeden  der  beiden  Planeten 
in  zugehöriger  Weise  den  ebensogroßen  Teil,  welchen  diese 
Beträge  von  den  ganzen  größten  Prosthaphäresisbeträgen 
in  Länge  ausmachen,  von  '2}/^  und  setzen  das  Ergebnis  in 
die  vierte  Spalte  der  Tabellen  der  Breite  zu  denselben  Ar- 
20  gumentzahlen.^) 

Die  fünfte  Spalte 
haben  wir  hinzugefügt,  um  auch  die  in  den  anderen  Posi- 
tionen der  Exzenter  zustande  kommenden  Abweichungen 
in  Breite  auf  dem  methodischen  Wege  des  Ansatzes  der 
25  Sechzigstel  in  genauer  Berechnung  feststellen  zu  können. 
Die  Neigungswinkel  und  Schiefstände  der  Epizyklen  bewerk- 
stelligen nämlich  die  Wiederkehr  ihrer  Ab-  und  Zunahme 
vermittels  Anbringung  der  kleinen  Kreise  in  genauer  Ent- 
sprechung, wie  (S.  332,  5)   gesagt,   zu  der  Wiederkehr  mit 

a)  Nach  S.  370,  6  beträgt  sie  nur  20^55',  während  in  der  Ta- 
belle des  Merkur  (S.  265)  zur  Argumentzahl  111  die  Prosth- 
aphäresis der  mittleren  Anomalie  mit  22*^2'  angesetzt  ist. 

b)  So  beträgt  z.B.  zum  24.Epizykelgrad  der  Venus  das  Ver- 
hältnis der  mittleren  Prosthaphäresis  zum  Maximum  10 :  46. 
Es  sind  also  ^%g  von  l^j^  zu  nehmen,  weil  angenommen  wird, 
daß  10  :  46  =  a;:  273.  Das  Ergebnis  0°33'  steht  demgemäß  in  der 
vierten  Spalte  bei  der  Argumentzahl  24. 


Dreizehntes  Buch.     Fünftes  und  sechstes  Kapitel.     375 

Bezug  auf  den  Exzenter.  Ferner  sind  die  zahlenmäßigen 
Beträge  der  Neigungswinkel  und  Schiefstände  insgesamt 
nicht  weit  entfernt  von  dem  Betrag  (von  5^),  der  bei  dem 
schiefen  Kreis  des  Mondes  in  Betracht  kommt,  und  auch  die 
Einzelbeträge  der  unter  so  kleinen  Neigungswinkeln  ein-  5 
tretenden  Abweichungen  (in  Breite)  stehen  nahezu  wieder 
in  entsprechendem  Verhältnis  (zu  den  wechselnden  Breiten 
des  Mondes).  Da  uns  nun  die  für  den  Mond  auf  dem  Wege 
geometrischer  Konstruktion  ermittelten  Beträge  (in  der  sie- 
benten Spalte  der  Gesamtanomalie  des  Mondes  I  286)  10 
zur  Verfügung  stehen,  so  haben  wir  jeden  der  dort  gemach- 
ten Ansätze  (der  Breite)  mit  12  multipliziert*^  —  weil  dort 
das  Maximum  rund  5^  beträgt,  während  wir  es  hier  mit  60 
ansetzen  —  und  die  Ergebnisse  zu  den  betreffenden  Argu- 
mentzahlen in  die  fünften  Spalten  der  Tabellen  für  jeden  15 
Planeten  gesetzt. 

Fünftes  Kapitel. 
Die  Tabellen  zur  Bestimmung  der  Breite 

gestalten  sich  folgendermaßen  (S.  376—377).  {neissl 

Sechstes  Kapitel. 

Berechnung  der  Abweichung  der  fünf  Planeten 

in  Breite  nach  den  Tabellen. 

Nach  den  umstehend  vorgelegten  Tabellen  werden  wir  diejaeiss? 
Berechnung  der  Breite  der  fünf  Planeten  auf  folgende  Weise 
in  Angriff  nehmen. 


20 


a)  D.  h.  die  dort  für  die  Breite  des  Mondes  angesetzten 
Fünftel  des  Maximums  von  5^  sind  für  die  Tabellen  sämt- 
licher Planeten  in  Sechzigstel  eines  mit  60  angenommenen 
Maximums  verwandelt  worden.  So  wird  z.B.  der  zur  Argument- 
zahl 30  gesetzte  Bruchteil  iy^  von  5°  der  Breite  des  Mondes 
für  die  Planetentabellen  nach  dem  Verhältnis  4yj:5  =  x:60 
mit  a;  =  473X12,  d.i.  mit  52'  gefanden.  Ein  bei  dieser  Um- 
rechnung wiederkehrender  Fehler  wird  Anm.  21.  2  a.  E.  nach- 
gewiesen. 


376 


Breitentabellen. 


Argument- 
Zahlen 
vom 
Apogeum 

Saturn 

Jupiter 

Mars      ll 

Neigungs- 
winkel vom 

Sechzig- 
ste! 

Neigungs- 
winkel vom 

Sechzig- 
stel 

Neigungs- 
winkel vom 

Sechzig- 

nörcU.| südl. 
Grenzpunkt 

nördl.|  südl, 
Grenzpunkt 

nördl.l  südl. 
Grenz punkt 

ste 

6» 
12 
18 

354° 
348 
342 

2»  4' 
2  5 
2  6 

2°  2' 
2  3 
2  3 

59' 36" 
58  36 
57  0 

1»  7' 
1  8 
1  8 

1«  5' 
1  6 
1  6 

59' 36" 

58  36 
57  0 

0»  8' 
0  9 
0  11 

0°  4' 
0  4 
0  5 

59' 36" 
58  36 
57  0 

24 
30 
36 

336 
330 
324 

2  7 
2  8 
2  10 

2  4 

2  5 
2  7 

54  36 
52  0 
48  24 

1  9 
1  10 
1  11 

1  7 
1  8 
1  9 

54  36 
52  0 
48  24 

0  13 
0  14 
0  15 

0  6 
0  7 
0  9 

54  36 
52  0 
48  24 

42 
48 
54 

818 
312 
306 

2  11 

2  12 
2  14 

2  8 
2  10 
2  12 

44  24 
40  0 
35  12 

1  12 
1  13 
l  14 

1  10 
1  11 
1  13 

44  24 
40  0 
35  12 

0  18 
0  21 
0  24 

0  12 
0  15 

0  18 

44  24 
40  0 
35  12 

60 
66 

72 

300 

294 
288 

2  16 
2  18 
2  21 

2  15 
2  18 
2  21 

30  0 
24  24 
18  24 

1  16 
1  18 
1  21 

1  16 
1  18 
1  21 

30  0 
24  24 
18  24 

0  28 
0  32 
0  36 

0  22 
0  26 
0  30 

30  0 
24  24 
18  24 

78 
84 
90 

282 
276 
270 

2  24 
2  27 
2  30 

2  24 
2  27 
2  30 

12  24 
6  24 
0  0 

1  24 
1  27 
1  80 

1  24 
1  27 
1  30 

12  24 
6  24 
0  0 

0  41 
0  46 
0  52 

0  36 
0  42 
0  49 

12  24 
6  24 
0  0 

93 
96 
99 

267 
264 
261 

2  31 
2  a3 
2  34 

2  31 
2  33 
2  84 

3  12 
6  24 
9  24 

1  31 
1  83 
1  34 

1  31 
1  33 
1  34 

3  12 

6  24 
9  24 

0  55 

0  59 

1  3 

0  52 

0  56 

1  0 

3  12 
6  24 

9  24 

102 
105 
108 

258 
255 
252 

2  36 
2  37 
2  39 

2  36 
2  37 
2  39 

12  24 
15  24 
18  24 

1  36 
1  37 
1  39 

1  36 
1  37 
1  39 

12  24 
15  24 
18  24 

1  6 
1  10 
1  14 

1  4 
1  8 
1  13 

12  24 
15  24 
18  24 

111 
114 
117 

249 
246 
243 

2  40 
2  42 
2  43 

2  40 
2  42 
2  43 

21  24 
24  24 
27  12 

1  40 
1  42 
143 

1  40 
1  42 
1  43 

21  24 
24  24 
27  12 

1  18 
1  23 

1  28 

1  18 
1  24 
1  30 

21  24 
24  24 

27  12 

120 
123 
126 

240 

237 
234 

2  45 
2  46 

2  47 

2  45 
2  46 
2  48 

30  0 
32  36 
85  12 

1  45 
1  46 

1  47 

1  45 
1  46 
1  48 

30  0 
32  36 
35  12 

1  34 
1  41 

1  48 

1  37 
1  44 
1  51 

30  0 
82  36 

35  12 

129 
132 
135 

231 

228 
225 

2  49 
2  50 
2  52 

2  49 
2  51 
2  58 

37  36 
40  0 

42  12 

1  49 
1  50 
1  51 

1  49 
1  51 
1  53 

37  36 
40  0 
42  12 

1  54 

2  1 
2  9 

2  0 
2  10 
2  20 

37  36 
40  0 
42  12 

138 
141 
144 

222 
219 
216 

2  53 
2  54 
2  55 

2  54 
2  55 
2  56 

44  24 
46  36 
48  24 

1  52 
1  53 
1  55 

1  54 
1  55 
1  57 

44  24 
46  36 
48  24 

2  16 
2  25 
2  34 

2  32 
2  44 
2  56 

44  24 
46  36 
48  24 

147 
150 
153 

213 
210 

207 

2  56 
2  57 
2  58 

2  57 
2  58 
2  59 

50  12 

52  0 

53  12 

1  56 
1  58 
1  59 

1  59 

2  0 
2  1 

50  12 

52  0 

53  12 

2  44 

2  54 

3  5 

3  12 
3  29 
3  46 

50  12 

52  0 

53  12 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

2  59 

2  59 

3  0 

3  0 
3  1 
3  2 

54  36 

56  0 

57  0 

2  0 
2  1 
2  2 

2  3 
2  4 
2  5 

54  36 

56  0 

57  0 

3  16 
3  27 
3  38 

4  9 
4  32- 
4  55 

54  36 

56  0 

57  0 

165 
168 
171 

195 
192 
189 

3  0 
3  1 
3  1 

3  2 
3  3 
3  3 

57  48 

58  36 

59  12 

2  2 
2  3 
2  3 

2  6 
2  6 
2  7 

57  48 

58  36 

59  12 

3  49 

4  0 
4  10 

5  24 

5  53 

6  21 

57  48 

58  36 

59  12 

174 
177 
180 

186 
183 
180 

3  2 
3  2 
3  2 

3  4 
3  4 
3  5 

59  36 

59  48 

60  0 

2  4 
2  4 
2  4 

2  7 
2  8 
2  8 

59  36 

59  48 

60  0 

4  14 
4  18 
4  21 

6  36 

6  51 

7  7 

59  36 

59  48 

60  0 

Breitentabellen. 


377 


Argument- 

Venus 

Merkur 

zahlen 

vom 

Apogeum 

Nei- 
gungs- 
winkel 

Schief- 
ßtände 

Sechzig- 
ste! 

Nei- 
gungs- 
winkel 

Schief- 
stände 

Sechzig- 
ste! 

60 
12 
18 

354° 
348 
342 

10  2' 
1  1 
1  0 

Oo  8' 
0  1« 
0  25 

59' 36" 
58  86 
57  0 

1045' 
1  44 
1  43 

O^ll' 
0  22 
0  33 

59' 36" 
58  36 
57  0 

24 
30 
36 

336 
330 
324 

0  59 
0  57 
0  55 

0  33 
0  41 
0  49 

54  36 
52  0 
48  24 

1  40 
1  36 
1  30 

0  44 

0  55 

1  6 

54  36 
52  0 
48  24 

42 
48 
54 

318 
812 
306 

0  51 
0  46 
0  41 

0  57 

1  5 
1  13 

44  24 
40  0 
35  12 

1  23 
1  16 

1  8 

1  16 
1  26 
1  35 

44  24 
40  0 
35  12 

60 

66 

72 

300 

294 

288 

0  35 
0  29 
0  23 

1  20 
1  28 
1  35 

30  0 
24  24 
18  24 

0  59 
0-49 
0  38 

1  44 

1  52 

2  0 

30  0 

24  24 
18  24 

78 
84 
90 

282 
276 
270 

0  16 
0  8 
0  0 

1  42 
1  50 
1  57 

12  24 

6  24 
0  0 

0  26 
0  16 
0  0 

2  7 
2  14 
2  20 

12  24 
6  24 
0  0 

93 
96 
99 

267 
264 
261 

0  5 
0  10 
0  15 

2  0 
2  3 
2  6 

3  12 
6  24 
9  24 

0  8 
0  15 
0  23 

2  23 
2  25 
2  27 

3  12 
6  24 
9  24 

3  02 
105 
108 

258 
255 
252 

0  20 
0  2!6 
0  32 

2  9 
2  12 
2  15 

12  24 

15  24 
18  24 

0  31 
0  40 
0  48 

2  28 
2  29 
2  29 

12  24 

15  24 
18  24 

111 
114 

117 

249 
246 
243 

0  88 
0  44 
0  50 

2  17 
2  20 
2  22 

21  24 
24  24 
27  12 

0  57 

1  6 
1  16 

2  30 
2  30 
2  30 

21  24 
24  24 
27  12 

120 
123 
126 

240 
237 
234 

0  59 

1  8 
1  18 

2  24 
2  26 

2  27 

30  0 
32  36 
35  12 

1  25 
1  35 
1  45 

2  29 
2  28 
2  26 

30  0 
32  36 
35  12 

129 
132 
135 

231 
228 
225 

1  28 
1  38 

1  48 

2  29 
2  30 
2  30 

37  36 
40  0 
42  12 

1  55 

2  6 
2  16 

2  23 
2  20 
2  16 

37  36 
40  0 
42  12 

138 
141 
144 

222 
219 
216 

1  59 

2  11 
2  23 

2  30 
2  29 

2  28 

44  24 
46  36 
48  24 

2  27 
2  37 
2  47 

2  11 
2  6 
2  0 

44  24 
46  36 
48  24 

147 
150 
153 

213 

210 
207 

2  43 

3  3 
3  23 

2  26 
2  22 
2  18 

50  12 
62  0 
53  12 

2  57 

3  7 
3  17 

1  53 
1  46 
1  38 

50  12 

52  0 

53  12 

156 
159 
162 

204 
201 
198 

8  44 

4  5 
4  26 

2  12 
2  4 
1  55 

54  36 

56  0 

57  0 

3  26 
3  34 
3  42 

1  29 
1  80 
1  10 

54  36 

56  0 

57  0 

165 

168 
171 

195 
192 
189 

4  49 

5  13 
5  36 

1  42 

1  27 
1  9 

57  48 

58  36 

59  12 

3  48 
3  54 
3  58 

0  59 
0  48 
0  36 

57  48 

58  36 

59  12 

174 

177 
180 

186 
183 
180 

5  52 

6  7 
6  22 

0  48 
0  25 
0  0 

59  36 

59  48 

60  0 

4  2 
4  4 
4  5 

0  24 
0  12 
0  0 

59  36 

59  48 

60  0 

378  Dreizehntes  Bncli.    Sechstes  Kapitel. 

I.  Für  den  Saturn,  den  Jupiter  und  den  Mars. 
Nachdem  wir  mit  der  genauberechneten  Länge  in  die  Ar- 
gumentzahlen der  betreffenden  Tabelle  eingegangen  sind, 
mit  der  Länge  des  Mars  ohne  weiteres,  mit  der  des  Jupiter 
5  nach  Abzug  von  20^,  mit  der  des  Saturn  unter  Zusatz  von 
50^,  werden  wir  uns  die  in  der  fünften  Spalte  bei  ihr  ste- 
henden Sechzigstel  der  Breite  notieren.^^)  Desgleichen  gehen 
wir  mit  der  genauberechneten  Zahl  der  Anomalie  in  diesel- 
ben Argumentzahlen   ein  und  entnehmen  den  zu  ihr  ange- 

10  setzten  Unterschied  in  Breite:  wenn  die  genauberechnete 
Länge  in  den  ersten  15  Zeilen  steht,  den  in  der  dritten 
Spalte,  wenn  sie  in  den  folgenden  Zeilen  steht,  den  in  der 
vierten  Spalte  angesetzten.  Diesen  Betrag  multiplizieren 
wir  mit  den  (der  fünften  Spalte)  entnommenen  Sechzigsteln 

15  und  werden  den  Planeten  um  die  erhaltene  Zahl  nördlich 
der  Ekliptik  finden,  wenn  wir  den  Unterschied  in  Breite  aus 
der  dritten  Spalte  genommen  haben,  südlich,  wenn  aus 
der  vierten.^^^ 

IL  Für  die  Venus  und  den  Merkur. 

20        1.  Zuerst  gehen  wir  mit  der  genauberechneten  Zahl   der 

Anomalie  in  die  Argumentzahlen  der  betreffenden  Tabelle 

Hei  588  ein  und  notieren  uns    die  in   der   dritten  und  der  vierten 

Spalte  der  Breite  bei  ihr  stehenden  Beträge  getrennt,  und 

Ha  415  zwar   die   aus   den   dritten   Spalten  ohne  weiteres,  dagegen 

25  den  Betrag  aus  der  vierten  Spalte  des  Merkur  (vgl.  S.  373, 16) 

mit  Abzug  von  Y^^  des  Betrags,  wenn  die  genauberechnete 

Länge  in  den  ersten  15  Zeilen  steht,  und  mit  Zusatz  von 

i/jQ,  wenn  in  den  darunterstehenden  Zeilen.^) 


a)  Im  Apogeum  (S.  372, 19)  bleibt  das  Maximum  des  Schief- 
standes 2*^17'  um  13',  d.i.  um  ^/^^  des  ganzen  Betrags,  hinter 
dem  mit  2^/j°  angenommenen  Mittel  zurück,  im  Perigeum 
{S.  373,  7)  überschreitet  das  Maximum  2^46'  dieses  Mittel  um 
16',  also  auch  wieder  um  y^ß  des  ganzen  Betrags.  Zwischen 
größter  und  mittlerer  Entfernung  ist  daher  das  Mittel  um  V^ß 
zu  verkleinern,  zwischen  mittlerer  und  kleinster  Entfernung  um 
Yjq  zu  vergrößern. 


Berechnung  der  Breite.  379 

2.  Alsdann  addieren  wir  zu  der  genauberechneten  Länge 
jedesmal  bei  der  Venus  90*^,  bei  dem  Merkur  270*^,  ziehen, 
wenn  es  geht,  einen  Kreis  (d.  s.  360°)  ab  und  gehen  mit 
dem  Ergebnis^^)  in  dieselben  Argumentzahlen  ein.  So  viel 
Sechzigstel,  als  in  der  fünften  Spalte  bei  der  Argumentzahl  5 
stehen,  nehmen  wir  nun  von  den  aus  der  dritten  Spalte  no- 
tierten Beträgen  und  stellen  das  Ergebnis  fest.  Dasselbe 
gibt  an: 

A.  wenn  die  mit  dem  angegebenen  Zusatz  versehene 
Länge  in  den  ersten  15  Zeilen  steht,  10 

a)  südliche  Breite,  wenn  die  Zahl  der  genauberech- 
neten Anomalie  in  den  ersten  15  Zeilen  steht; 

b)  nördliche  Breite,  wenn  in  den  folgenden; 

B.  wenn  die  besagte  Zahl  der  Länge  unter  die  ersten 
15  Zeilen  fällt:  15 

a)  nördliche  Breite,  wenn  die  Zahl  der  genauberech- 
neten Anomalie  in  den  ersten  15  Zeilen  steht; 

b)  südliche  Breite,  wenn  in  den  folgenden. 

3.  Ferner  gehen  wir  wieder  mit   der  genauberechneten 
Länge  bei  der  Venus  ohne  weiteres,  bei  dem  Merkur  unter  20 
Zusatz  von  180°  in  dieselben  Argumentzahlen  ein^^\  neh-Hai589 
men   so   viel   Sechzigstel,   als  in  der  fünften  Spalte  dabei- 
stehen, von  den  aus  der  vierten  Spalte  notierten  Beträgen 

und  stellen  das  Ergebnis  fest.    Dasselbe  gibt  an: 

A.  wenn  die  Länge,  mit  der  wir  nach  Vorschrift  ein-  25 
gegangen  sind,  in  die  ersten  15  Zeilen  fällt, 

a)  nördliche  Breite,  wenn  die  genauberechnete  Zahl  Ha  4i6 
der  Anomalie  bis  180°  geht; 

b)  südliche  Breite,  wenn  über  180°; 

B.  wenn  die  besagte  Zahl  der  Länge  unter  die  ersten  30 
15   Zeilen  fällt, 

a)  südliche  Breite,  wenn  die  Zahl  der  Anomalie  bis 
180°  geht; 

b)  nördliche  Breite,  wenn  über  180°. 

Schließlich  nehmen  wir  von  ebendiesen  Sechzigsteln,  die  35 
bei  dem  zweiten  (zu  3  bewirkten)  Eingehen  mit  der  Länge 


380  Dreizehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

gefunden  worden  waren,  denselben  Bruchteil,  der  sie  selbst 
von  60  waren,  und  werden  von  dem  Ergebnis  bei  der  Venus 
Yß,  was  stets  auf  nördliche,  und  bei  dem  Merkur  V4  davon, 
was  stets  auf  südliche  Breite  entfällt*^,  noch  in  Ansatz 
5  bringen. 

So  werden  wir  bei  diesen  Planeten  aus  der  Vereinigung 
der  drei  Ansätze  zur  Kenntnis  des  scheinbaren  Ortes  in  Breite 
zur  Ekliptik  gelangen  .^^) 

Siebentes  Kapitel. 
Heliakische  Auf-  und  Untergänge  der  fünf  Planeten. 

Hei  590      Nachdem  vorher  auch  die  Abweichung  der  fünf  Planeten 
10  in  Breite  eingehend  behandelt  worden  ist,  bleiben  zur  Er- 
füllung unserer  Aufgabe  nur  noch  die  theoretischen  Erörte- 
rungen übrig,  welche  über  ihre  heliakischen  Auf-  und  Unter- 
gänge angestellt  werden  müssen. 

Wie  wir  schon  bei  dem  Kapitel  von  den  Fixsternen  (S.  87) 
15  besprochen  haben,  müssen  (auch)  die  Abstände  der  Planeten 
von  der  Sonne,  in  der  Ekliptik  gemessen,  bei  ihren  helia- 
kischen  Auf-  und  Untergängen  aus  vielen  Gründen  mannig- 
fach ungleich  werden.    Der  erste   Grund  liegt  in  der  Un- 
gleichheit ihrer  Größen,  der  zweite  in  der  Ungleichförmig- 
Ha  417  keit  der  Neigungswinkel,  welche  die  Ekliptik  mit  dem  Hori- 
21  zont   bildet,   der   dritte   in  den  Positionen  der  Planeten  in 
Breite. 

Denken  wir  uns  wieder  Abschnitte   größter  Kreise,  AB 

als  einen  des  Horizonts,  TA  als  solchen  der  Ekliptik,  und 

25  nehmen  wir  den  Punkt  E  als  gemeinsamen  östlichen  oder 

auch   westlichen    Schnittpunkt   dieser   Abschnitte    an,    die 

Punkte  r  und  A  mit  der  Neigung  nach  Süden^^  Punkt  A 

a)  Insofern  bei  der  Venus  ^/g"  das  Maximum  des  Neigungs- 
winkels des  Exzenters  ist,  der  stets  nördlich  dfer  Ekliptik  liegt, 
während  bei  dem  Merkur  das  Maximum  des  stets  südlich  der 
Ekliptik  liegenden  Neigungswinkels  %"  beträgt.  Zur  Begrün- 
dung des  Verfahrens  s.  Anm.  22.  2  a.  E. 

b)  So  daß  beide  Punkte  auf  denselben  Höhenkreis  zu  liegen 
kommen. 


Heliakische  Auf-  und  Untergänge.  381 

als  das  Zentrum  der  Sonne.  Durch 
letzteren  und  den  Pol   des  Hori- 
zonts beschreiben  wir  wieder  den 
Abschnitt    ABZ    eines    größten 
(Höhen-)  Kreises  und  wollen  an- 
nehmen, daß  der  Planet  im  Hori- 
zont AE  B,  wenn  er  in  der  Eklip- 
tik steht,  natürlich  in   Punkt  E 
auf-  oder  untergehe,  wenn  nörd- 
lich der  Ekliptik,  in  H,  wenn  südlich,   in  0.    Fällen  wir  10 
auf  die  Ekliptik  von  den  Punkten  H  und  0  aus  die  Lote 
HK  und  0A,  so  werden  wir  in  BA  wieder   den  (Sehungs-) 
Bogen  erhalten,  welcher  den  jederzeit  gleichgroßen  Abstand 
der  Sonne  unter  dem  Horizont  mißt,  wenn  derselbe  Planet 
(bei  dem  Aufgang)  erstmalig  sichtbar  oder  (bei  dem  Unter-  15 
gang)   erstmalig  unsichtbar   wird.    Denn   auf  den  so  (d.  i. 
senkrecht)  zum  Horizont  gezogenen  größten  Kreis  bezogen, 
ist  der  lichte  Schein,   den   die  Sonnenstrahlen  bei  gleich- 
großen unter  den  Horizont  sich  erstreckenden   Abständen 
(wie  BA)  verbreiten,  gleichstark.  20 

1.  Da  dieser  Bogen  (BA)  für  die  Planeten  je   nach  Un- 
gleichheit ihrer  Größe  natürlicherweise  ungleich  groß  aus- 
fällt, so  müssen  unbedingt,  auch  wenn  die  übrigen  Verhält-  Hei  592 
nisse   (wie   Neigung   der  Ekliptik,  Klarheit  der  Luft)  alle 
dieselben  sind,  auch  die  den  rechten  Winkel  (EBA)  über-  25 
spannenden  Ekliptikbogen,  d.  h.  die   dem  Bogen  EA  ent- 
sprechenden Abstände  (der  Sonne),  verschieden  groß  sein, 
kleiner  natürlich  bei  den  größeren  Planeten  und  größer  Ha  4i8 
bei  den  kleineren.*^ 

2.  Desgleichen  muß,   auch  wenn    der   (Sehungs-)  Bogen  30 
BA  bei  dem  nämlichen  Planeten  derselbe  ist,  aber  der  Nei- 
gungswinkel BEA  der  Ekliptik,   sei  es  infolge  des  Unter- 
schieds der  Zeichen  oder  der  Wohnorte,  ungleich  wird,  auch 
der  (Ekliptik-)  Bogen  EA  des  Abstandes  (der  Sonne)  sich 


a)  D.  h.  je  größer  der  Sehungsbogen  BA,  um  so  größer  wird 
der  Abstand  EA  bei  gleichem  /,  BEA. 


382  Dreizehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

ändern,  d.h.  größer  werden,  wenn  besagter  Winkel  kleiner 
wird,  kleiner,  wenn  er  größer  wird.*) 

3.  Auch  wenn  zu  dem  an  erster  Stelle  besprochenen  Fall 
noch  der  Umstand  hinzutritt,  daß  der  Neigungswinkel  (der 

5  Ekliptik)  derselbe  ist,  aber  der  Planet  nicht  in  der  Eklip- 
tik, sondern  entweder  nördlicher  in  H  oder  südlicher  in  0 
steht,  so  wird  er  nicht  mehr  im  Abstand  des  (Ekliptik-) 
Bogens  EA  erstmalig  sichtbar  oder  unsichtbar  werden,  son- 
dern, wenn  nördlich  der  Ekliptik,  im  Abstand  des  kl  eine - 

10  ren  Bogens  KA,  wenn  südlich,  im  Abstand  des  größeren 
Bogens  AEA.^) 

Es  ist  mithin  für   die  Betrachtung  der  Einzelfälle  not- 
wendig, daß  zuerst  für  jeden  der  fünf  Planeten  die  Normal- 
Hei  593  betrage    der    (Sehungs-)  Bogen    BA  nach   den   mit   einiger 

15  Sicherheit  beobachteten  heliakischen  Aufgängen  gegeben 
seien.  Das  dürften  die  Sommerbogen  sein,  d.  h.  die  am  Krebs 
liegenden,  weil  erstens  in  dieser  Jahreszeit  die  Atmosphäre 
dünn  und  durchsichtig  ist,  und  weil  zweitens  die  Neigungs- 
winkel (wie  B  E A),  welche  die  Ekliptik  mit  den  Horizonten 

20  bildet,  von  angemessener  Größe  sind.     So  fanden  wir  denn, 

als  wir  die  unter  diesen  Verhältnissen  angestellten  Beob- 

Ha  419  achtungen  der  Aufgänge  prüften,  daß  am  Anfang  des  Krebses 

der  Saturn  in  einem  Abstand  von  der  genauen  Sonne  von 

rund  14®  (heliakisch)  aufgeht,  der  Jupiter  in  einem  Abstand 

25  von  127/,  der  Mars  in  einem  solchen  von  1472^  die  Venus 
als  Abendstern  in  einer  Elongation  von  ö^/g,  der  Merkur  als 
Abendstern  in  einer  solchen  von  llV2^-°^ 

Diese  Abstände  (von  der  Sonne)  sollen  gegeben  sein.  Die 
Eigur  kann  weiter  in   derselben   Gestalt  (d.  h.  geradlinig) 

a)  D.  h.  je  größer  der  /,  BEA,  um  so  kleiner  wird  der  Ab- 
stand EA  bei  gleichem  Sehungsbogen  BA. 

b)  D.h.  je  größer  die  nördliche  Breite  des  Planeten,  um  so 
kleiner  wird  sein  in  der  Ekliptik  gemessener  Abstand  AK  von 
der  Sonne,  je  größer  die  südliche,  um  so  größer  sein  Abstand 
AA,  wenn  der  Sehungsbogen  BA  und  /,  B  EA  gleichgroß  bleiben. 

c)  Während  die  in  der  Tabelle  (S.  394)  zum  Krebs  angegebe- 
nen Abstände  für  die  übrigen  Planeten  annähernd  stimmen, 
beträgt  dort  der  Abstand  für  den  Merkur  12^22'. 


Heliakische  Aufgänge.  383 

gezeichnet  sein,  wie  oben,  weil  es  bei  so 
kleinen  Bogen  nichts  ausmachen  wird, 
wenn  wir  aus  praktischen  Rücksichten 
die  Verhältnisse  unter  der  Annahme  fest- 
stellen, daß  die  unterspannenden  Sehnen 
für  die  sinnliche  Wahrnehmung  unter- 
schiedslos (von  den  sie  überspannenden 
Bogen)  seien.  Der  Punkt  E  soll  als  ge- 
meinsamer Schnittpunkt  der  Ekliptik  und 
des  Horizonts  bei  den  vorliegenden  helia-  10 

kischen  Aufgängen  am  Anfang   des   Krebses  liegen,  und 
zwar  als  Aufgangspunkt  für  die  drei  am  Morgen  erstmalig 
sichtbar  werdenden  Planeten,  für  den  Saturn,  den  Jupiter 
und   den   Mars,   als  Untergangspunkt  natürlich  (s.  nächste 
Figur)   für  die  am  Abend  heliakisch  aufgehenden,  für  die  15 
Venus  und  den  Merkur.    Als  geographische  Breite   soll  die 
von  Phönizien  zugrunde  gelegt  sein,  wo  der  längste  TagHei594 
14y^  Äquinoktialstunden  hat,  weil  auf  diesem  Parallel  oder 
beiderseits  desselben  die  meisten  zuverlässigen  Beobachtun- 
gen gemacht  worden  sind,   nahezu   auf  ihm  die  chaldäi-  20 
sehen,  beiderseits  desselben  die  in  Griechenland  und 
in  Ägypten  angestellten. 

I  A.  Die  drei  oberen  Planeten. 

Nach    der    von    uns    früher  (I  110  f.)    mitgeteilten   Be- 
rechnung der   (von   der  Ekliptik  am  Horizont  gebildeten)  25 
Winkel  finden  wir,  wenn   der  Anfang   des  Krebses   in   der 
zugrunde  gelegten  Breite  aufgeht,  daß 

/.  B E A  =  103«    wie  2B  =  360V) 
demnach      B  A  :  B  E  =  94^  :  75^    wie  hEA  =  120^, 
desgleichen       K  H  :  K  E  =  94^  :  75^    wie  Ä  E  H  =  120^.  Ha  420 

Weiter  finden  wir  nach  der  Darstellung  der  Verhältnisse  31 
in  Breite  den  Saturn  und  den  Jupiter  unterschiedslos  für 
die  sinnliche  Wahrnehmung  nahezu  in  der  Ekliptik  selbst, 

a)  Als  Peripherie  Winkel  des  um  A  EBA  beschriebenen  Krei- 
ses, wozu  der  Komplementwinkel  BAE  =  77°  wie  ^J?  =  360". 


384  Dreizehntes  Buch.     Siebentes  Kapitel. 

Hei 595  den  Mars  dagegen  etwa  Ys^  nördlich  der  Ekliptik,  wenn 
diese  drei  Planeten,  und  zwar  nur  diese,  ihren  Aufgang  am 
Anfang  des  Krebses  bewerkstelligen,  d.  h.  wenn  ihr  Ort  auf 
dem  erdfernen  Bogen  des  Epizykels  in  einer  beliebigen  Ent- 
5  fernung  von  dem  Apogeum  liegt,  die  jedoch  30^  nicht  über- 
schreiten darf.*'  Deshalb  wird  AE  der  Bogen  sein,  welcher 
in  der  Ekliptik  den  Abstand  des  Saturn  und  des  Jupiter 
von  der  Sonne  messen  wird,  und  AK  der  Bogen,  welcher 
den  Abstand  des  Mars  von  der  Sonne  messen  wird,  weil  er 
10  um  den  Bogen  KH,  welcher  0'*12'  beträgt,  nördlich  der 
Ekliptik  steht. 

Da  aber    KH  :  KE  =  94^:  75^ 
(0<>12':rc=94P:75P) 
SO  wird  KE=    0°10'. 

15  Nun  ist  für  den  Mars  (S.  382, 25)  der  Bogen  AK  mit  I4V2® 
gegeben,  folglich  ist  der  ganze  Bogen  EA=  14^40'. 

Für  den  Saturn  beträgt  (a.  a.  0.)  dieser  Bogen  EA  14**, 
für  den  Jupiter  12^^.   Da  wir  wieder  das  Verhältnis  haben 

EA:AB  =  120P:94P, 

20  so  werden  wir  auch  den  Bogen  AB  des  durch  die  Pole  des 
Horizonts  gezogenen  größten  Kreises  (d.  i.  den  Sehungsbogen) 
erhalten 

für  den  Saturn      mit  (14     x  94:  120  =  rund)  11^ 
für  den  Jupiter     mit  (127^x  94  :  120  =  rund)  10^ 


für  den  Mars         mit  (142/3  x  94 :  120  =  rund)  llV; 


a)  Daß  die  drei  Planeten  in  dieser  Entfernung  von  den  Apo- 
geen  ihrer  Epizyklen  sich  in  Konjunktion  mit  der  mittleren 
Sonne  befinden,  ist  S.  173,  25  erklärt.  Nahezu  in  der  Ekliptik 
selbst  stehen  der  Saturn  und  der  Jupiter,  weil  ihre  Epizyklen 
am  Anfang  des  Krebses  90*^  vom  nördlichen  Grenzpunkt  ihrer 
Exzenter,  der  am  Anfang  der  Scheren  liegt,  entfernt  sind.  Ihre 
Epizyklen  stehen  somit  in  den  Knotenpunkten  (vgl.  S.  326, 1),  wäh- 
rend der  Epizykel  des  Mars  ein  Zeichen  vor  dem  nördlichen 
Grenzpunkt  des  Exzenters  steht,  wo  bei  etwa  30*^  Entfernung 
vom  Apogeum  des  Epizykels  (nach  der  Tabelle  S.  376)  die  nörd- 
liche Breite  0»12'8"  beträgt. 


Heliakisclie  Aufgänge. 


385 


B.  Die  Venus  und  der  Merkur. 
Wenn    der    Anfang    des    Krebses   untergeht,    bildet   er 
im  Horizont  (s.  I  107,  12)  denselben   Neigungswinkel  wie 
oben.  Als  Voraussetzung  gilt  (S. 382, 26),  daß  an  dieser  Stelle 
der  Ekliptik  die  Venus  am  Abend  (beobachtungsgemäß)  mit  Ha  421 
öYs^  Elongation  von  der  genauen  Sonne  heliakisch  aufgellt,  6 
der  Merkur  mit  llV2^  Elongation.    Folglich  wird  bei  den 
(heliakischen)  Aufgängen  die   genaue  Sonne  für  die  Venus 
in  17  24^20'  und  für  den  Merkur  in  TTlS'^SO'  stehen,  die  Hei  596 
mittlere   für   die  Venus   in  TT  25^,   für  den  Merkur  rund  in  10 
TT  19^.*)    In   diesen   Graden  stand  also  die  mittlere  Bewe- 
gung  der  Planeten   in   Länge  (d.  h.  der  Mittelpunkt  ihrer 
Epizyklen).  Wenn  aber  bei  dieser  Länge  die  Planeten  selbst 
ihren  scheinbaren  Ort  am  Anfang  des  Krebses  haben,  so  wird 
die  Venus   in  etwa  14®  Entfernung  von  dem  Apogeum  des  15 
Epizykels  gefunden,  der  Merkur  in  etwa 
32®  Entfernung.     Der   Beweis    hierfür 
läßt  sich  an  der  Hand  der  theoretischen 
Sätze  liefern,  welche  wir  früher(S. 2 5  7, 18) 
zum  Nachweis  ihrer  Anomalie  mitgeteilt 
haben.^^^    Demgemäß  wird  in  diesen  Po- 
sitionen (nach  den  Tabellen  der  Breite 
berechnet)    die  Venus  1®  und   der  Mer- 
kur 1^3^  nördlich  der  Ekliptik   gefun- 
den, was  natürlich  der  Betrag  des  Bogens 
KH  ist.    Mithin  erhalten  wir  den  Bogen  KE  wegen  Identi- 
tät des  Verhältnisses 


20 


25 


mit 


KH 

10 


KE  = 


94P  :  75P 
:  94P  :  75P 


30 


s,  0 

U  1 


für  die  Venus      mit  ('%4  =  rund) 

für  den  Merkur  mit  (l^'x  75  :  94  =)  ly/. 


a)  Die  Anomalie  der  Sonne  (1 182)  bedingt  zum  genauen 
Ort  TT  24^20'  (d.  i.  bei  18*^50'  Entfernung  vom  Apogeum  n5"30') 
für  den  mittleren  Ort  einen  Zusatz  von  0*^44',  zum  genauen 
Ort  TT18'*30'  (d.i.  bei  13"  Entfernung)  für  den  mittleren  Ort 
einen  Zusatz  von  0°30'.    Vgl.  I  Anh.  Anm.  24. 


Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II. 


25 


386  Dreizehntes  Buch.     Achtes  Kapitel. 

Nun  liegt  in   demselben  Maße  der  Bogen  AK,  d.i.  die 
scheinbare  Elongation  beider  Planeten  von  der  Sonne,  für 
die  Venus  mit  h'^j^  und  für  den  Merkur  mit  llV2^  ^Is  ge- 
Hei597  geben  vor;  mithin  werden  wir  den  ganzen  Bogen  AKE  für 
5  die  Venus  mit   675*^  und  für  den  Merkur  mit  12^6^  er- 
halten. 

Schließlich  erhalten  wir  wieder  den  zahlenmäßigen  Be- 
trag des  Normalabstandes  (d.  i.  des  Sehungsbogens)  AB 
wegen  Identität  des  Verhältnisses 

Ha  422  EA:  AB  =  120^' :94p 

für  die  Venus      mit  (  ey^  x  94  :  120  =)    5°, 
für  den  Merkur  mit  (12%  x  94  :  120  =)  10<>. 

15       Dies  zu  finden  war  als  Aufgabe  gestellt. 


Achtes  Kapitel. 

Nachweis,  daß  das  eigenartige  Verhalten  der  Venus 

und  des  Merkur  mit  den  Hypothesen  in  Einklang  steht. 

Das  befremdende  Verhalten  der  Venus  und  des  Merkur 
bei  den  heliakischen  Auf-  und  Untergängen  besteht  bei  der 
Venus  darin,  daß  sie  am  Anfang  der  Fische  vom  heliakischen 
Spätuntergang  bis  zum  heliakischen  Frühaufgang  höchstens 

20  etwa  zwei  Tage   braucht,  während  diese  Zeit  am  Anfang 

der  Jungfrau  sich  auf  16  Tage  beläuft,  bei   dem  Merkur 

darin,  daß  die  heliakischen  Spätaufgänge  ausbleiben,  wenn 

er  am  Anfang  des  Skorpions  sichtbar  werden  müßte,   und 

Hei  598  ebenso  die  heliakischen  Frühaufgänge,  wenn  er  am  Anfang 

25  des  Stiers  steht.  Daß  dieses  eigenartige  Verhalten  im  Ein- 
klang mit  den  vorgelegten  Hypothesen  steht,  werden  wir 
auf  folgendem  Wege  begreifen  lernen. 


a)  5 Vs  "+///=  6 7,2»  oder  6<*25',  während  6y/  =  6<'24'  eine 
Minute  weniger  beträgt. 


Heliakischer  Auf-  und  Untergang  der  Venus.         387 


A.  Die  Venus 

I.  Es  sei  die  entsprechende  Figur 
der  heliakischen  Aufgänge  vorge- 
legt wie  vorher.'*)  Zuerst  sei  der 
Punkt  E  der  Ekliptik  am  Anfang  A 
der  Fische  angenommen,  wo  die 
Venus,  wenn  sie  im  Perigeum  des 
Epizykels  steht,  etwa  673^  nörd- 
liche Breite  hat.^) 

1.  Die   Lage   an   der  Figur  soll 
die  des  heliakischen   Spätunter- 
gangs sein,  bei  welchem  inder(S.  383, 16)  zugrunde  gelegten 
geographischen  Breite 

/.BEA  =  154«    wie  5-B  =  360V) 
mithin         BA  :  BE  =  117P  :  27^     wie  /i  EA  =  120^.  15 

Setzt  man        BA'=5°     als  den  Normalabstand, 
so  wird        EA  =  5^8'. 

Ferner  ist,  weil  der  Planet  ßVs^  nördlich  der  Ekliptik 
steht,  was  die  Größe  des  Bogens  KH  ist,  wegen  der  Iden-  Hei  599 
tität  der  Verhältnisse  20 


=  117^:27^ 


KH:KE 
6y3<^:l«30' 
mithin     KE  =  1<'30', 
folglich     KA=EA-KE  =  3"38'. 


a)  Die  zum  Teil  fehlerhaften  Figuren  des  Originals  sind  durch 
Figuren  ersetzt  worden,  welche  annähernd  die  richtigen  Ver- 
hältnisse zeigen.  Ob  eine  Figur  die  Sonne  in  Punkt  A  unter 
dem  östlichen  oder  dem  westlichen  Horizont  zeigt,  ist  an  der 
Richtung  des  aufsteigenden  oder  niedersteigenden  Ekliptik- 
bogens  EA  zu  erkennen. 

b)  Am  Anfang  der  Fische  beträgt  die  genauberechnete  Länge 
277*^22',  die  genauberechnete  Anomalie  177*^38'.  Geht  man  mit 
diesen  Grundzahlen  in  die  Tabelle  der  Breite  nach  Vorschrift 
ein,  so  erhält  man  die  gesuchte  nördliche  Breite  mit  rund  6  "20'. 
Vgl.  die  Figur  zu  Anm.  17. 

c)  Zu  berechnen  als  der  mit  dem  Horizont  gebildete  Win- 
kel,  wenn  der  Anfang  der  Fische  untergeht,  nach   IllOf 

25* 


388  Dreizehntes  Buch.     Achtes  Kapitel. 

Das  ist  der  Bogen,  welcher  die  Elongation  des  Planeten 
bei  dem  heliakischen  Spätuntergang  in  der  Richtung  der 
Zeichen  von  der  Sonne  ab  (nach  Osten  zu)  mißt. 

2.  An  der  ähnlichen  Figur 
ist  wieder  bei  dem  heliaki- 
schen Frühaufgang 

i  BEA  =  69" 

wie  ^E  =  360», 
mithin      B  A  :  B  E  =  68^' :  99^ 
wie  /i  E  A  =  120P. 

Ferner  ist  wegen  Identi- 


K 
10  tat  der  Verhältnisse 


einerseits!  j^^gf;^,j  =  68^:  120", 

15  mithin     EA  =  8U9'  und  KE  =  9«13', 

folglich     AK  =  KE-EA  =  0»24'. 

Hiermit  erhalten  wir  K  E  als  den  Bogen  des  Unterschieds 
infolge  der  Breite^)  und  in  der  Differenz  AK  einen   Bogen, 
welcher  selbstverständlich  von  der   Sonne  ab  in  der  Rich- 
20  tung  der  Zeichen  (d.  i.  ostwärts)  verläuft. 

Nun  betrug  bei  dem  heliakischen  Spätuntergang  die  Elon- 
Hei  600  gation  (von   der   Sonne  in   der  Ekliptik  gemessen)  gleich- 
falls in  der  Richtung  der  Zeichen  3^38'.    Folglich  hat  die 
Ha  424  Venus  in  der  Zeit  vom  Spätuntergang  bis  zum  Frühaufgang 
25  infolge  der  auf  dem  Epizykel  vor  sich  gehenden  Rückläufig- 
keit (in  der  Ekliptik)  eine  Strecke  zurückgelegt,  welche  um 
3^14'  kleiner  ist   als   die   (mittlere)  Bewegung   der  Sonne, 

a)  In  A  EBA  handelt  es  sich  um  das  Verhältnis  der  dem 
/.BEA  =  69^  wie  5jB  =  360<^  gegenüberliegenden  Kathete  zur 
Hypotenuse,  in  A  E  K  H  um  das  Verhältnis  der  demselben  Win- 
kel gegenüberliegenden  Kathete  zu  der  dem  Komplementwin- 
kel EHK  =  111<>  wie  ^i?=360'^  gegenüberliegenden  Kathete. 

b)  Hätte  die  Venus  keine  Breite,  so  würde  ihr  Aufgangs- 
punkt E,  d.  i.  X  0*^,  mit  dem  Sonnenabstand  EA  sein. 


Heliakischer  Auf-  und  Untergang  der  Venus.        389 

d.  i.  als  ihre  eigene  (mittlere)  Bewegung  in  Länge.  Gerade 
um  diesen  Betrag  ist  der  Planet  rückläufig,  wenn  er  im  Pe- 
rigeum  des  Epizykels  1^15'  zurückgelegt  hat,  wie  aus  der 
Anomalietabelle  leicht  zu  ersehen  ist.^*^  Da  er  aber  diese 
Strecke  (nach  der  Tafel  IIP  S.  115:  l^lS'öS")  in  mittlerer 
Bewegung  in  rund  2  Tagen  durchläuft,  so  ist  klar,  daß  die 
Zeit,  in  welcher  die  Elongation  von  der  gefundenen  Größe 
(d.  i.  von  0^24')  erreicht  wird,  mit  den  Erscheinungen  in 
Einklang  steht. 

Z 

II.  An  der  ähnlichen  Figur  ^  10 

sei  der  Punkt  E  am  Anfang  der 
Jungfrau  angenommen,  wo  der 
Planet  Venus,  wenn  er  im  Peri-  % 
geum  des  Epizykels  steht,  un- 
gefähr die  nämliche  südliche  \.         15 
Breite  von  öVs^  hat.*)  ^^ 
1.  Es  soll  zunächst  der  heliakische  Spätuntergang  be- 
trachtet werden,  wenn 

/.  B  E A  =  69"    wie  2n  =  360«, 
mithin      B  A  :  B  E  =  68^  :  99^    wie  Tj  E  A  ==  120^".  20 

Da  dieselben  Verhältnisse  vorliegen  wie  bei  dem  helia-  Hei  60i 
kischen  Prühaufgang  der  Fische^),  auch  der  Abstand  in  Breite 
derselbe  ist,  so  werden  wir  wieder  (wie  S.  388,15)  erhalten 

EA  =  8'>49'  und  AE  =  9''13', 
folglich     AA  =  E  A  4-  A  E  =  18»  2'.  Ha  425 


a)  Bei  95"  Entfernung  in  Länge  vom  Apogeum  ^25"  und 
bei  dem  Stande  des  Planeten  im  180.  Grad  des  Epizykels,  d.  i. 
m  der  unteren  Konjunktion.    Vgl.  die  Figur  zu  Anm.  17. 

b)  Der  südlich  der  Ekliptik  (d.  i.  unter  dem  Horizont)  ge- 
egene  üntergangswinkel  des  Anfangs  der  Jungfrau  ist  gleich 
iem  nördlich  der  Ekliptik  (d.  i.  gleichfalls  unter  dem  Horizont) 
gelegenen  Aufgangswinkel  des  Anfangs  der  Fische  (S.  388, 7), 
veil  in  diametral  gegenüberliegenden  Punkten  der  (unter  dem 
lorizont  gelegene)  Aufgangswinkel  (der  Fische)  und  der  (über 
lern  Horizont  gelegene)  Untergangswinkel  (der  Jungfrau)  in 
Jumma  gleich  2B,  ist.     Siehe  I  108,9. 


390 


Dreizehntes  Buch.    Achtes  Kapitel. 


Hiermit  erhalten  wir  AE  als  den  Bogen  des  Unterschieds 
infolge  der  Breite*)  und  AA  als  den  Bogen,  welcher  die 
Elongation  des  Planeten  von  der  Sonne  ab  in  der  Richtung 
der  Zeichen  (nach  Osten)  mißt.  Nach  der  Anomalietabelle, 
5  wie  (S.  389,3)  gesagt,  entfallen  auf  so  viel  Grade  der  Rück- 
läufigkeit gegen  die  mittlere  Bewegung  der  Sonne  und  des 
Planeten  in  Länge  ungefähr  T^l^  von  dem  Perigeum  des 
Epizykels  ab.2*> 

2.  Bei  dem  heliakischen  Früh  auf  gang  am  Anfang   der 
10  Jungfrau  ist  wieder  (wie  S.  387,  14  bei  dem  Spätuntergang 
des  Anfangs  der  Fische) 

/^BEA  =  154<'    wie<8E  =  360^ 
mithin      BA  :  BE  =  117^:  27^    wie  /iEA  =  120^. 

Da  sich  wieder  dieselben  Ver- 
hältnisse herausstellen  wie  die  bei 
dem  heliakischen  Spätuntergang 
der  Fische  dargelegten,  so  werden 
0  wir  wieder  (wie  S.  387,  17.  23)  er- 
halten 

EA  =  5<>8'  und  AE  =  1°30', 
folglich    AA  =  EA  +  AE  =  6<'38'. 

Hiermit  erhalten  wir  AE  als  den 
Bogen  des  Unterschieds  infolge  der 
Breite  und  AA  als  den  Bogen,  wel- 
25  eher  die  Elongation  des  Planeten  von  der  Sonne  ab  gegen 
die  Richtung  der  Zeichen  (nach  Westen)  mißt.    Auf  diese 
Hei  602  6^38'  entfallen  gleicherweise  von   dem  Perigeum  des  Epi- 
zykels ab  ungefähr  2^1^^?^) 

Folglich  wird  sich  der  Planet  Venus  vom  heliakischen 

30  Spätuntergang  bis  zum   Frühaufgang  im  ganzen   (772^4" 

2Y2^=)  10^  auf  dem  Epizjkel  bewegt  haben,  d.i.  eine  Strecke, 

welche  er  in  den  rund  16  Tagen,  um  die   es  sich  handelt, 

im  Einklang  mit  den  Erscheinungen  durchwandert. 

a)  Ohne  Breite  würde  die  Venus  in  E,  d.  i.  in  np  O*',  mit  dem 
Sonnenabstand  EA  stehen. 


Heliakischer  Aufgang  des  Merkur.  391 

B.  Der  Merkur. 

Nachdem  diese  Nachweise  geführt  sind,  müssen  auch  die 
theoretischen  Erörterungen  der  Verhältnisse  angestellt  wer- 
den, welche  bei  den  ausbleibenden  heliakischen  Aufgängen 
des  Merkur  maßgebend  sind. 

1.  Am  Anfang  des  Skorpions  kann 
er,  auch  wenn  er  die  größte  östliche 
Elongation  von  der  Sonne  hat,  als 
Abendstern  nicht  sichtbar  werden. 

Es  sei  die  für  die  heliakischen  Auf- 
gänge (des  Merkur  am  Abend)  maß- 
gebende Figur  vorgelegt,   an  welcher 
der  Punkt  E  der  Ekliptik  am  Anfang  des  Skorpions  ange- 
nommen sein  soll,  wo  in  dem  westlichen  Horizont 


I 


/,BEA  =  69«     wie5J?  =  360V)  15 

mithin      B  A  :  B  E  =  68^  :  99^    wie  hEA  =  120^. 

Setzt  man      BA  =  10"  als  den  Normalabstand,    (S.  386,  14)  Hei  603 
so  wird      EA=17®39'.b) 


Nun  hat  der  Planet  in  der  vorliegenden  Position^)  rund 
3^  südliche  Breite.    Setzt  man  bei  den  gegebenen  Verhält-  20 
nissen  (A0  :  AE  =  68^:  99^  wie  /iE0  =  12OP)  A0  gleich 
3^  als  südliche  Breite,  so  wird 

AE  =  4°22'  und  AA  =^EA-}- AE  =  22«. 

So  große  (östliche)  Elongation  muß  der  Planet  von  der 
genauen  Sonne  haben,  um  erstmalig  (am  Abend)   sichtbar  25 
werden   zu  können.    Da  er  nun  am  Anfang  des  Skorpions 
als  Maximum   eine   (östliche)  Elongation   von  nur  20^58' 

a)  Weil  die  Untergangswinkel,  welche  in  den  von  demsel- 
ben Nachtgleichenpunkt  gleichweit  entfernten  ersten  Graden 
des  Skorpions  und  der  Jungfrau  (S.  389, 19)  gebildet  werden,  ein- 
ander gleich  sind.     Siehe  1 107, 12. 

b)  Zunächst  erhält  man  B E  =  14% °,  sodann  EA  =  j/BÄ^+BE^. 

c)  D.  i.  bei  20"  Entfernung  vom  Apogeum  ^  10°  und  bei  der 
größten  östlichen  Elongation,  die  ungefähr  im  108.  Grad  des 
Epizykels  eintritt. 


392  Dreizehntes  Buch.     Achtes  Kapitel. 

von  der  genauen  Sonne  erreicht  —  das  ist  von  uns  früher 
(S.  322,4)  bei  Ermittelung  der  größten  Elongationen  nach- 
gewiesen worden  — ,  so  ist  klar,  daß  die  heliakischen  Aufgänge 
dieser  Art  (bei  so  unzureichender  Elongation)  naturgemäß 
ausbleiben. 

Z  2.  Es  sei  wieder  die  ähnliche  Fi- 

gur der  heliakischen  Aufgänge  vor- 
gelegt, an  der  wir  nun  den  Punkt  E 
^y^     \    am  Anfang  des  Stiers  zur  Zeit  des 
0   Frühaufgangs  annehmen  wollen,wenn 
der  Planet  der  gegebenen  Position*^ 
entsprechend  eine  südliche  Breite  von 
3^10'  hat.    Da  die  Verhältnisse  der 
um  den  rechten  Winkel  liegenden  Bogen  dieselben  sind'') 
15  wie  oben  (S.  391,  16),  so  erhalten  wir 

EA  =  17039'. 

Setzt  man    A0=   3°  10'    als  Breite, 

so  wird     A E  =    4«37',    (weil  A0  :  A E:=  68^  :  99^) 
folglich    AA  =  EA  +  AE  =  22n6'. 

20       Demnach  wird  auch  hier  der  Planet  eine  so  große  (west- 
liche) Elongation  von  der  genauen  Sonne  erreichen  müssen, 
Hei  604  um  erstmalig  (am  Morgen)  sichtbar  zu  werden.   Da  er  aber 
eine  größere  (westliche)  Elongation  als  die  früher  (S.  324,  6) 
im  Maximum  mit  22^13'  nachgewiesene  nicht  erreicht,  so 

25  werden  naturgemäß  auch  die  heliakischen  Aufgänge  dieser 
Art  (bei  so  unzureichender  Elongation)  ausbleiben. 

Hiermit  sind   die  vorgelegten  Verhältnisse  von  uns   als 
mit  den  Erscheinungen  und   den  aufgestellten  Hypothese 
im  Einklang  stehend  nachgewiesen. 

a)  D.  i.  bei  200 ^^  Entfernung  von  dem  Apogeum  ^a  10°  undj 
bei  größter  westlicher  Elongation,  die  ungeiähr  im  252.  Grade 
des  Epizykels  eintritt. 

b)  Weil  der  Anfang   des  Stiers  dem  Anfang  des  Skorpione 
diametral  gegenüberliegt.    Vgl.  S.  389  Anm.^^ 


s 

i 


Dreizehntes  Buch.     Neuntes  Kapitel.  393 

Neuntes  Kapitel. 

Schlüssel  zur  Bestimmung  der  Elongationen 

von  der  Sonne   bei  den    heliakischen  Auf- 

und  Untergängen  von  Fall  zu  Fall. 

Wenn  die  Normalbogen  BA  für  alle  Planeten  festgestellt 
sind,  wenn  ferner  der  im  Schnittpunkt  E  stehende  Anfang 
der  Zeichen  und  somit  auch  L  B  E A  gegeben  ist,  so  ist  ohne 
weiteres  klar,  daß  auch  der  (Eklip- 
tik-) Bogen  EA  und  der  bei  die- 
sem Abstand   dem  Planeten    zu- 
kommende Ort  in  Breite,  d.  i.  der 
Bogen    KH    oder  A0,   hierdurch 
wieder  der  Bogen  KE  oder  EA 
(alsünterschied  infolge  der  Breite) 
gegeben   sein   wird,   und  endlich 
mit  dem  Bogen  AK  oder  AA  (als 
Differenz  oder  Summe)  die  scheinbare  Elongation. 

Nachdem  wir  auf  diesem  Wege  wieder  die  Berechnung 
für  alle  Zeichen  durchgeführt  haben,  jedoch,  um  unserem  Ha  428 
Handbuch  keine   zu  große  Ausdehnung  zu  verleihen,   für  16 
jeden  der  fünf  Planeten,  weil  dies  vollständig  genügt,  ledig- 
lich für  die  oben  (S.383, 16)  zugrunde  gelegte  geographische 
Breite,  haben  wir  die  scheinbaren  Elongationen  von  der  ge-  Hei  605 
nauen   Sonne   bei  den  heliakischen  Auf-  und  Untergängen  20 
unter   der  Annahme   angesetzt,   daß  die  Planeten  selbst  an 
den  Anfängen   (d.  i.  im  ersten  Grade)   der  Zeichen  stehen. 
Auch  diese  Elongationen  haben  wir  zur  Bequemlichkeit  beim 
Gebrauch  für  die  fünf  Planeten  in  fünf  Tabellen   angeord- 
net, so  daß  auf  jeden  12  Zeilen  entfallen.  25 

Die  drei  ersten  Tabellen,  die  für  den  Saturn,  den  Jupiter 
und  den  Mars,  haben  wir  zu  je  drei  Spalten  aufgestellt:  die 
erste  Spalte  enthält  die  Anfänge  der  Zeichen,  die  zweite  die 
Elongationen  bei  den  Frühaufgängen,  die  dritte  die  Elon- 
gationen bei  den  Spätuntergängen.  30 

Dagegen  haben  wir  die  weiteren  beiden  Tabellen,  die  für 
die  Venus  und  den  Merkur,  zu  je  fünf  Spalten  aufgestellt: 


394 


Dreizehntes  Buch.     Zehntes  Kapitel. 


Ba  4301 
Sei  606 1 


die  erste  Spalte  enthält  wieder  die  Anfänge  der  Zeichen, 
die  zweite  die  Elongationen  bei  den  Spätaufgängen,  die  dritte 
die  bei  den  Spätuntergängen,  hierauf  die  vierte  die  Elon- 
gationen bei  den  Frühaufgängen,  die  fünfte  die  bei  den  Früh- 
5  Untergängen. 

Zehntes  Kapitel. 

Tabellen  der  heliakischen  Auf-  und  Untergänge 

der  fünf  Planeten. 


Anfänge 
der  Zsiclien 

Sat 

urn 

Jupiter 

Mars 

Früh- 

Spät- 

Früh- 

Spät- 

Fiüh- 

Spät- 

aufg. 

unterg. 

aufg. 

unterg 

aufg. 

unterg. 

Widder 

»23<>   1' 

11^28' 

20°10' 

10»19' 

21^12' 

IIHO' 

Stier 

21  57 

11  41 

19     6 

10  29 

20     8 

11  48 

Zwillinge 

17  62 

12  26 

15  51 

11  10 

17  21 

12  30 

Krebs 

14     2 

14     2 

12  46 

12  46 

14  33 

14  33 

Löwe 

11  34 

15  34 

10  40 

14  31 

12  28 

17   19 

Jungfrau 

10  53 

16  53 

10     1 

16  12 

11  46 

20     6 

Wage 

10  48 

17     6 

9  57 

16  34 

11  38 

21     1 

Skorpion 

10  53 

16  53 

10     1 

16  12 

11  48 

20  19 

Schütze 

11  34 

15  34 

10  40 

14  31 

12  34 

17  32 

Steinbock 

14     2 

14     2 

12  46 

12  46 

14  45 

14  45 

Wassermann 

17  52 

12  26 

15  51 

11  10 

17  35 

12  36 

Fische 

21  57 

11  41 

19     6 

10  29 

20  26 

11  49 

Anfänge 
der  Zeichen 

Yenus 

Merkur 

Spät- 

S] 

pät- 

Früh- 

Früh- 

Spät- 

Sp 

ät- 

Früh-  1    Früh- 

aufg. 

iin 

terg. 

aufg. 

unterg. 

aufg. 

unt 

erg. 

aufg. 

unterg. 

Widder 

5»10' 

4 

»   9' 

3«    0 

'  10^28' 

9«58' 

9 

»43' 

23«58' 

23^38 

Stier 

5     8 

4 

16 

6  16 

9  40 

10     4 

10 

15 

22  15 

22  15 

Zwillinge 

5  12 

5 

7 

9  15 

7  36 

10  18 

11 

47 

18     0 

16  44 

Krebs 

5  36 

8 

23 

9  50 

5  59 

12  22 

15 

34 

14     4 

12  30 

Löwe 

6  16 

13 

3 

8     2 

5     5 

13  43 

19 

59 

11  25 

10  21 

Jungfrau 

7  22 

18 

2 

6  38 

4  54 

18     1 

23 

13 

10  21 

9  59 

Wage 

7  53 

17 

43 

5  41 

4  54 

22  49 

23 

16 

9  51 

10     0 

Skorpion 

8  20 

13 

47 

5  28 

4  55 

20     1 

22 

1 

9  44 

10  19 

Schütze 

7  49 

8 

1 

4  39 

5  16 

18  11 

17 

25 

9  25 

11   19 

Steinbock 

6  52 

4 

8 

2  43 

6  35 

13  54 

12 

10 

9  36 

14     5 

Wassermann 

5  51 

3 

16 

0  30 

8  33 

11  10 

9 

50 

12  27 

17  50 

Fische 

5  22 

3 

38 

0  24 

10   16 

10  11 

9 

43 

19  16 

21  46 

Dreizehntes  Buch.     Elftes  Kapitel.  395 

Elftes  Kapitel. 
Schlußwort. 

Nachdem  hiermit  die  letzte  Hand  an  das  Werk  gelegtl^gigos 
worden  ist,  lieber  Syrus,  dürfte  meines  Erachtens  so  ziem- 
lich alles  zur  Sprache  gekommen  sein,  was  in  einem  der- 
artigen Handbuch  erörtert  werden  mußte,  insoweit  die  bis 
auf  unsere  Tage  verflossene  Zeit  zur  Aufstellung  neuer  Ge-  5 
Sichtspunkte  oder  Erzielung  größerer  Genauigkeit  eine  Hand- 
habe bot  und  der  rein  zu  Nutz  und  Frommen  der  Wissen- 
schaft, nicht  zu  eitlem  Schaugepränge  gebotene  Erklärungs- 
beitrag Anlaß  gab.  Somit  hat  das  vorliegende  Lehrbuch 
den  geeigneten  und  angemessenen  Abschluß  gefunden.  10 


Anhang. 

Erläuternde  Anmerkungen. 

1)  S.  5.  In  der  Abhandlung  über  „Fixsternbeobachtungendes 
Altertums",  Weltall  Jahrg.  5,  Heft  1  u.  2,  habe  ich  die  Aligne- 
ments  des  Hipparch  und  des  Ptolemäus  besprochen.  Heutzu- 
tage wahrnehmbare  Abweichungen  werden  im  vorliegenden  Text 
durch  ein  Fragezeichen  angedeutet. 

Zu  den  in  Parenthese  beigefügten  Sternbezeichnungen  ist  fol- 
gendes zu  bemerken.  Die  Sterne  des  direkt  besprochenen  Stern- 
bildes werden  nur  durch  die  Bayer  sehen  Buchstaben  oder 
die  Zahlen  von  Flamsteed  und  Heis  bezeichnet,  nebenbei 
erwähnte  Sterne  anderer  Konstellationen  aber  unter  Benennung 
des  betreffenden  Sternbildes.  Sterne,  die  einen  besonderen  Na- 
men haben,  werden  mit  demselben  ohne  weiteren  Zusatz  be- 
nannt, wo  sich  das  Sternbild  von  selbst  versteht. 

2)  S.  5.  6. 132. 135.  Die  Elle  (Ttfixvg)  entspricht  als  astrono- 
misches Maß  zwei  Graden,  so  daß  auf  einen  der  24  Zolle 
(dccTCTvXoL),  die  sie  enthält,  5  Bogenminuten  entfallen,  mithin 
doppelt  so  viel  als  auf  einen  der  12  Zolle,  in  welche  der  rund 
einen  halben  Grad  betragende  Durchmesser  von  Sonne  und 
Mond  eingeteilt  wird. 

Werden  Abstände  nach  Mondbreiten  {ösXrjvccL)  geschätzt,] 
so  wird  die  Mondbreite  mit  rund  0^30'  angenommen,  wie  aus 
einer  Mehrzahl  von  Beobachtungen  (S.  132,18;  133,9.  28;  151,2. 16) 
hervorgeht;  überdies  wird  (S.  157,  i)  die  „halbe  Vollmondbreite" 
(esXrivrig  ^Liäg  dLxo{i7]vov  xo  rjiLVGv)  ausdrücklich  auf  0^15'  ge- 
schätzt. Allerdings  beläuft  sich  bei  einer  anderen  Beobachtung 
(S.  158,  4)  die  Schätzung  von  „Yg  von  der  Breite  des  YoUmondes' 
ißvo  ii^QTi  GsXrivjjg  dL%o^7ivov)  auf  0°24',  womit  das  Maximum 
0<'35'20"  (vgl.  I  352,  24)  auf  0^36'  abgerundet  wird.  Doch  selbst 
wenn  der  Mond  als  sichtbares  Objekt  in  Betracht  gezogen  wird, 
überwiegt  (S.  23, 12;  25, 15;  26,9;  28,13)  die  Schätzung  des  Halb- 
messers (vom  Zentrum  ab)  mit  0''15'.  Vereinzelt  steht  (S.  24,8) 
der  auf  0''20'  geschätzte  Abstand  des  südlichen  Horns  vom  Zen- 
trum, was  wohl  damit  zu  erklären  ist,  daß  das  Hörn  —  wenn- 
im  dritten  Oktanten  überhaupt  von  einem  solchen  die  Rede  sein 
kann  —  den  dunkeln  Mondkörper  merklich  überragt. 


X    0^40' 

+    2<>23' 

X    3<>   3' 

8  21H2' 

276«   3' 

212<'23' 

870   2'. 

Anhang.  397 

3)  S.  14.  Am  9.  Pharmuthi  (23.  Februar)  139  n.Chr.  5^30«^ 
nachm.  (vgl.  die  am  8.  Februar  desselben  Jahres  6%^  früh  an- 
gestellte Beobachtung  I  265,  9)  betrug  die  Zwischenzeit  seit  der 
Epoche  885*218* 5 Vgh.  Für  diese  Stunde  ist,  nach  den  Tafeln 
berechnet, 

mittlerer  Ort  der  Sonne 
Anomaliedifferenz 
genauer  Ort  der  Sonne 
mittlerer  Ort  des  Mondes 
in  Länge 
in  Anomalie 
in  Breite 
in  Elongation 

Zur  Bestimmung  des  genauen  Ortes  des  kurz  vor  der  ersten 
Quadratur  stehenden  Mondes  bedarf  es  der  Berechnung  der 
Differenz  seiner  Gesamtanomalie  (vgl.  I  Anh.  Anm.  35).  Man 
geht  mit  der  verdoppelten  mittleren  Elongation,  d.  i.  mit  174*^4' 
in  die  Tabelle  der  Gesamtanomalie  (I  286)  ein  und  addiert, 
weil  die  verdoppelte  Zahl  auf  den  Halbkreis  des  Exzenters  zwi- 
schen Apogeum  und  Perigeum  entfällt,  den  der  dritten  Spalte 
mit  2^11'  zu  entnehmenden  Unterschied  des  genauen  Apogeums 
zu  den  mittleren  Graden  der  Anomalie.  Zur  genauen  Anomalie- 
zahl (276''3'-|- 2m' =)  278^4'  erhält  man  als  Differenz  der 
ersten  Anomalie  4*53',  als  Überschuß  der  zweiten  2^29'.  Yon 
letzterem  sind,  wie  die  Sechzigstel  der  sechsten  Spalte  zu  der 
verdoppelten  Elongation  174  an  die  Hand  geben,  ^%^,  d.s. 2^26' 
zu  der  Differenz  der  ersten  Anomalie  zu  addieren.  Hiermit 
ist  die  Differenz  der  Gesamtanomalie  mit  7^19'  gefunden.  Die- 
ser Betrag  ist  zu  den  mittleren  Zahlen  zu  addieren,  weil  die 
genaue  Zahl  der  Anomalie  auf  den  Halbkreis  des  Epizykels 
zwischen  Perigeum  und  Apogeum  entfällt  (I  Anh.  Anm.  32).  So- 
mit sind  die  genauen  Zahlen  für 

die  Länge  (,S  27U2' +  7«19' =)  H  ö^»  1' 

die  Breite  (212<'23'    -|-7H9'=)  219^2' 

die  südl.  Breite  (s.  7.  Spalte  I  286)  d%0' 

die  Elongation  j  [^//_^! ^B'^^ of,,  ^)a)  }        91^58'. 

An  der  von  Ptolemäus  mit  92^7' 30"  angegebenen  schein- 
baren Elongation  fehlen  demnach  noch  0'^9'30",  welche  auf 
die  in  der  Richtung  der  Zeichen  wirkende  Längenparallaxe  ent- 

a)  Die  mittlere  Elongation  87 "2'  erstreckt  sich  von  dem 
mittleren  Sonnenort  X  0"40'  bis  zum  mittleren  Mondort  H  27^42'; 
die  genaue,  von  dem  genauen  Sonnenort  X  3*^3'  aus  gemessen 
muß  um  die  Anomaliedifferenz  der  Sonne  gekürzt  werden. 


398  Anhang. 

fallen,  weil  der  Mond,  als  TTO*^  kulminierte,  5°  östlich  des 
Meridians  stand.  Infolge  dieser  Wirkung  der  Parallaxe  lag  der 
scheinbare  Ort  des  Mondes  genau  in  TT  5*^10' 30",  was  Pto- 
lemäus  (S.  14, 9)  „ohne  wesentlichen  Fehler"  zu  TT  5*^10'  ab- 
rundet. 

Hiermit  war  der  erste  Teil  der  Aufgabe,  die  Bestimmung 
des  Mondortes  von  der  Sonne  aus,  erledigt.  Nun  mußte  ge- 
wartet werden,  bis  der  Regulus  sichtbar  wurde.  Als  nach  Ver- 
lauf einer  halben  Stunde,  d.i.  um  6^,  diese  Möglichkeit  sich 
bot,  war  der  Astrolab  wieder  einzustellen:  durch  Drehung  des 
Kolurkreises  (vgl.  I  257,  27)  wurde  der  Ekliptikring  so  weit  west- 
wärts verschoben,  bis  der  auf  TT  5*^  10'  eingestellt  bleibende  in- 
nere Astrolabring  wieder  durch  das  Zentrum  des  Mondes  ging. 
Hierauf  wurde  der  äußere  Astrolabring,  der  bisher  auf  den 
Grad  der  Sonne  eingestellt  war,  auf  den  Regulus  gedreht.  Die 
Ablesung  .auf  dem  Ekliptikring  ergab  jetzt  den  Abstand  vom 
Monde  mit  57"  10'.  Dieser  Abstand  war  aber  an  der  Einteilung 
des  Ekliptikringes  nicht  von  dem  eingestellten  ersten  Mond- 
ort TT  5*^10'  aus  abzuzählen,  sondern  von  dem  scheinbaren 
Ort,  den  der  Mond  neuerdings,  d.i.  nach  Verlauf  der  halben 
Stunde,  infolge  seiner  Eigenbewegung  in  der  Richtung  der  Zei- 
chen unter  Berücksichtigung  der  neuen  Parallaxe  einnahm.  Da 
er,  wie  die  Anomaliezahl  278  anzeigt  (vgl.  I  Anh.  Anm.  43), 
nahezu  in  der  mittleren  Bewegung  in  Länge  begriffen  war,  so 
mußte  in  der  Zwischenzeit  sein  mittlerer  Ort  um  0"16'28" 
von  ^  27<'42'  nach  ^  27*'58'28"  gerückt  sein.  Von  einer  Ver- 
minderung der  Differenz  der  Gesamtanomalie  dürfte  abzusehen 
sein,  weil  eine  so  geringe  Vermehrung  der  mittleren  Elongation 
und  der  genauen  Anomaliezahl  eine  wesentliche  Veränderung 
der  genauen  Länge  nicht  herbeiführen  kann.  Es  war  somit 
nach  Verlauf  der  halben  Stunde  der  genaue  Ort  ^27*^ 
58'  28"  -|-  7<*  19'  =  TT  5*'  17'28'^,  woraus  sich  unter  Abzug  der  gegen 
die  Richtung  der  Zeichen  wirkenden  Längenparallaxe,  die 
Ptolemäus  (S.  14, 12)  mit  0®5'  in  Rechnung  zieht,  als  schein- 
barer Ort  TT  5°  12 '28"  ergibt. 

In  Widerspruch  mit  diesem  Ergebnis  steht  der  scheinbare 
Ort  TT5°20',  den  Ptolemäus  zum  Ausgangspunkt  seiner  Messung 
macht.  Gelangt  ist  er  zu  demselben  offenbar  dadurch,  daß  er 
zu  dem  scheinbaren  Ort  TT5<'10'  die  Eigenbewegung  des 
Mondes  mit  rund  0^15'  addiert  und  die  nunmehr  westlich 
des  Meridians  rückwärts  wirkende  Längenparallaxe  mit  0®5' 
abgezogen  hat.  Hierbei  hat  er  jedoch  die  vorher  östlich 
des  Meridians  vorwärts  wirkende  Parallaxe,  die  den  Ort 
TT  5**  auf  TT  5"  10'  brachte,  aber  durch  Heranrücken  an  den 
Meridian  verschwunden  ist,  offenbar  außer  acht  gelassen.*^ 
Das  ist  um  so  mehr  zu  verwundern,  als   sich  Ptolemäus  über 


Anhang.  399 

den  Schein  einer  rückläufigen  Bewegung,  der  bei  dem  schein- 
baren Lauf  des  Mondes  infolge  der  Parallaxen  entsteht  —  „als 
ob  an  ihm  keine  Eigenbewegung  in  der  Richtung  der  Zeichen 
wahrgenommen  würde"  —  (I  400,  23)  mit  großer  Klarheit  äußert. 
Demnach  hätte  sich  ihm  der  neue  scheinbare  Ort  bei  der  be- 
liebten abrundenden  Rechnungsweise  als  unverändert  heraus- 
stellen müssen,  so  daß  von  TT  5"  10'  (bzw.  von  TT  5°  12' 28")  aus 
der  Abstand  des  Regulus,  wenn  mit  57*^10'  richtig  gemessen, 
zu  Q  20  20'  (bzw.  Q  2 "22'  28")  führen  mußte,  was  gegen  Hipparchs 
Zeit,  d.i.  265  Jahre  vorher,  wo  der  Regulus  in  ö  29^50'  stand, 
eine  Differenz  von  nur  2*^30'  (oder  2^32 '28"  nach  der  genauen 
Rechnung)  ergibt. 

Richtiger  wird  dadurch  das  Ergebnis  des  Ptolemäus  nicht. 
Der  von  ihm  mit  2^40'  festgestellte  Betrag  der  Präzession  seit 
Hipparch  entspricht  zwar  genau  der  Hypothese  der  Alten,  nach 
welcher  auf  das  Jahrhundert  ein  G-rad  entfällt,  bleibt  aber 
mehr  als  einen  Grad  hinter  dem  Betrag  3^41'  zurück,  der  sich 
für  265  Jahre  ergibt,  wenn  man  den  heutzutage  geltenden  Wert 
der  Präzession  mit  50"  jährlich  zugrunde  legt.  Der  Fehler,  durch 
welchen  Ptolemäus  zu  seinem  Ergebnis  gelangte,  liegt  —  ab- 
gesehen von  der  Irrung  im  scheinbaren  Ort  des  Mondes  —  ver- 
mutlich in  dem  zu  kurz  bemessenen  Abstand  des  Regulus.  Gibt 
er  ja  selbst  (S.  96,3)  ganz  offen  zu,  daß  solche  Messungen  bei 
beträchtlichen  Abständen  „bald  größer,  bald  kleiner  ausfallen 
können,  als  der  vorliegende  Abstand  wirklich  beträgt",  scheut 
sich  auch  nicht  (I  138,  27)  anzudeuten,  daß  er  bei  Beobachtungen 
Hipparchs  derartige  Irrungen  vermute,  wiewohl  er  anderseits 
(S.  136,28)  geneigt  ist,  den  Abmessungen  am  Astrolab  einen 
hohen  Wert  beizulegen. 

Das  ihm  so  trefflich  passende  Ergebnis  mag  wohl  auch  auf 
die  Schätzung  anderer  Sternabstände  bestimmend  eingewirkt 
haben;  denn  Abrundungen,  die  ihn  zu  einem  gewünschten  Ziele 
führen,  nimmt  Ptolemäus  auch  sonst  nur  zu  gern  vor. 

a)  Die  beiden  Längenparallaxen,  -|-  10'  bei  5^  östlich  und  —  5' 
bei  2 "20'  Abstand  westlich  des  Meridians,  stehen  nicht  nur  zu 
einander  in  richtigem  Verhältnis,  sondern  auch  zu  der  Höhen- 
parallaxe, welche  der  Mond  in  der  gegebenen  Position  bei 
etwa  150  Zenitabstand  —  der  sich  für  die  Polhöhe  von  Alex- 
andria am  Globus  leicht  feststellen  läßt  —  haben  muß.  Diese 
Höhenparallaxe  (AH)  berechnet  sich  ohne  wesentlichen  Unter- 
schied für  die  Abstände  beiderseits  des  Meridians  (nach  der 
Parallaxentafel  I  323)  zu  00  26',  was  (nach  der  Formel  AH^  -  HO* 
=  A0^  8.  Fig.  I  ^5)  bei  10'  Längenparallaxe  (HO)  zu  einer 
Breitenparallaxe  (JO)  von  (676  — 100  =  576  d.  i.)  24',  bei  5'  Längen- 
parallaxe zu  einer  solchen  von  (676  —  25  =  651  d.  i.)  25' 30"  führt. 


400  Anhang. 

4)  S.  32.  Anmerkungen  zum  Sternkatalog.  Von  den 
beiden  neu  hinzugefügten  Spalten  enthält  die  erste  die  Num- 
mern des  Sternverzeichnisses  für  das  Jahr  1900,  herausgegeben 
von  Dr.  L  Ambronn,  Berlin  1907,  die  zweite,  der  Kürze  hal- 
ber nur  mit  „Bayer*'  überschrieben,  die  Bay ersehen  Buch- 
staben und  die  Flamsteedschen  Zahlen,  soweit  letztere  vor- 
handen sind;  ein  H  ist  der  Zahl  hinzugefügt,  wenn  sie  dem 
Sternverzeichnis  von  Heis  zum  Neuen  Himmelsatlas,  Cöln  1872, 
entnommen  ist.  Wo  außerdem  die  Bezeichnung  des  Sternbildes 
nötig  war,  gebot  der  beschränkte  Raum  die  möglichste  Knapp- 
heit; so  steht  C.ven.  für  Canum  venaticorum,  L.min.  für  Leo- 
nis  minoris,  Cam.  für  Gatnelopardi,  Gr.  für  Crucis  u.  a.  m.  Die 
Heranziehung  der  Sternkarte  wird  das  Verständnis  leicht  ver- 
mitteln. —  In  der  letzten  Spalte  mit  den  Größenangaben  sind 
die  Zusätze  iisi^av  und  iXdaöav  (von  Heiberg  40,  9  irrtümlich 
i%K%i6xov  gedeutet),  die  im  Original  bei  gewissen  Größenziffern 
stehen,  durch  zwei  Ziffern  wiedergegeben:  4.5  z.B.  heißt 
„kleiner  als  vierter,  aber  größer  als  fünfter  Größe",  dagegen 
4.  3  „größer  als  vierter,  aber  kleiner  als  dritter  Größe".  Bei 
Summierung  der  Sterne  einer  Größenklasse  gilt  die  voran- 
ßtehende  Ziffer. 

Zur  Bestimmung  der  Sterne  ist  außer  dem  genannten  Atlas 
von  Heis  der  Himmelsatlas  von  Richard  Schur  ig,  Leipzig- 
Neustadt  1886,  benutzt  worden,  der  sich  für  diesen  Zweck  noch 
besser  eignet  als  ersterer,  weil  er  auch  die  Zahlen  von  Flam- 
steed  und  Heis  angibt  und  auf  den  Karten  die  Ekliptik  ein- 
getragen zeigt.  Teilt  man  letztere  für  die  Zeit  des  Ptolemäus 
durch  Markierung  der  Zeichen  anfange  ein,  was  mit  Hilfe  ge- 
wisser Sterne  des  Katalogs  leicht  zu  erzielen  ist,  so  bietet  diese 
Teilung,  die  auch  noch  weiter  durchgeführt  werden  kann,  ein 
vorzügliches  Hilfsmittel  zur  Schätzung  der  Längen  und  Breiten 
der  Sterne.     Hierzu  eignen  sich  beispieishalber  die  Sterne: 

o  Piscium     Y  0"30'  -  1°40'        e  Tauri     Y29U0'-9"30' 
132  Tauri  TTl"   0'  -fl'*20'       ^l  Cancri    G    2°40'  -f  l*'  0' 

V  Leon.maj.i?  0^  0'  — O^lö'       jr  Virg.      irp    0^30'  ^b^ZO' 
usw.  von  Zeichen  zu  Zeichen. 

Zum  Vergleich  der  gewonnenen  Ergebnisse  ist  die  Übertra- 
gung von  Joh.  Eiert  Bode,  Claudius  Ptolemäus,  Beobachtung 
und  Beschreibung  der  Gestirne,  Berlin  und  Stettin  1795,  selbst- 
verständlich herangezogen  worden.  Indessen  werden  Abwei- 
chungen von  den  Bestimmungen  Bodes,  der  auf  die  von  Irr- 
tümern und  Druckfehlern  wimmelnde  Übersetzung  von  Mon- 
tignot  (Straßburg  1787)  angewiesen  war,  nur  hier  und  da  her- 
vorgehoben. Auch  habe  ich  die  Bestimmung  einer  Anzahl  süd- 
licher Sterne  der  Argo  und  des  Zentauren  lieber  offen  gelassen, 


Anhang.  401 

als  sie  dem  Büchlein  Bodes  ungeprüft  zu  entnehmen.  Was  ich 
mit  Hilfe  von  Schurigs  Karte  des  südlichen  Himmels  und  einem 
Globus  von  SS««^  Durchmesser  (Sternkarte  von  C.  Adami,  Berlin 
1906)  habe  erreichen  können,  ist  mit  oft  nicht  sonderlicher  Zu- 
verlässigkeit in  den  Katalog  aufgenommen  worden. 

Drache  17.  Die  Lesart  ^porjyotSftsi'os  des  Cod.  D  ist  unbe- 
dingt die  richtige.  —  23.  Da  die  Sterne  ^hg  auf  einer  am  west- 
lichen Ende  (g)  südwärts  geneigten  Geraden  stehen,  so  habe 
ich  für  den  mittelsten  (h)  die  Breite,  einen  Schreibfehler  im  Ur- 
text vermutend,  von  807s°  (^  y')  auf  SS**  (ity)  erhöht.  Schon 
Bode  hat  hier  83°  18'  korrigiert. 

Bootes  8.  ft  ist  nicht  nördlicher  als  d  und  ß,  sondern  nur 
nördlicher  als  (5';  daher  ist  avtov  statt  avt&v  zu  schreiben.  — 
11.  Nur  einen  Grad  südlich  unter  %  steht  kein  etwa  einen 
Grad  nachfolgender  Stern. 

Herkules  12.  Da  s  ein  Stern  dritter  Größe  ist,  so  scheint 
die  Lesart  ^  {lü^av  des  Cod. D  vor  s',  d.i.  fünfter  Größe,  viel 
für  sich  zu  haben.  Indessen  habe  ich  von  der  Änderung  ab- 
gesehen, weil  auch  die  Summenzahlen  zweier  Größenklassen  des 
Sternbildes  entsprechend  korrigiert  werden  müßten,  was  grund- 
sätzlich zu  vermeiden  ist,  da  dies  auch  eine  Abänderung  in  den 
Gesamtsummen  der  Größenklassen  am  Schluß  des  Katalogs  (S.  64) 
zur  Folge  haben  würde. 

Leier  10.  Der  dicht  unter  y  stehende  Begleiter  X  muß  min- 
destens dieselbe  Länge  wie  y  haben.  Daher  ist  die  Länge  24'' 10' 
des  Cod.  D  vorzuziehen. 

Schlangenträger  13.  Da  der  Ort  von  |  in  der  Ekliptik 
zwischen  denen  von  A  und  ^  liegen  muß,  so  ist  die  Länge  23*^40' 
des  Cod.  D  die  richtige.  Bode  vermutet  an  dieser  Stelle  den 
neuen  Stern  von  1604. 

Adler  14.  y,  paßt  trotz  der  gut  übereinstimmenden  Breite 
insofern  nicht  recht  zu  dem  Stern  t,  als  %  letzterem  heutzutage 
in  der  Ekliptik  nachfolgt;  Bode  hat  daher  die  Länge  entspre- 
chend zurückgerechnet.  Der  vorangehende  Stern  57  kann  nicht 
gemeint  sein,  weil  er  eine  zu  geringe  Breite  hat. 

Andromeda  13.  Die  Lage  der  drei  Gürtelsterne  ßiiv  er- 
fordert die  Umstellung  der  Längen  für  die  beiden  letzteren. 

Widder  5.  i  steht  in  der  Ekliptik  dem  Stern  y  voran;  da- 
her habe  ich  die  Länge  mit  6**  50'  statt  6^30'  angesetzt.  — 
13.  Zu  dem  Stern  38  ist  die  Konstellation  S.  159  zu  verglei- 
chen. Bode  nimmt  hier  fi  Ceti  sicher  falsch  an;  erstens  ist  die 
Breite  zu  groß,  zweitens  wird  dieser  Stern  an  sechster  Stelle 
im  Walfisch  verzeichnet. 

Stier  10.  d  muß  genau  dieselbe  Länge  wie  d  haben:  die 
Änderung  von  ty  zu  i  y'  ist  möglichst  einfach.  —  20.  t  hat 
nicht  südliche,  sondern  nördliche  Breite,  wie  schon  Bode  fest- 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius,  II.  9ß 


402  Anhang. 

gestellt  hat.  Indessen  habe  ich  es  bei  der  Geringfügigkeit  der 
Schwankung  bei  dem  Ansatz  des  Originals  belassen.  —  27.  In 
Schurigs  Atlas  ist  der  größere  Stern  41  mit  tp  zu  bezeichnen, 
nicht  der  höher  stehende  kleinere  (vgl.  Heis).  Da  dem  Stern  i|> 
unbedingt  die  kleinere,  p  die  größere  Länge  zukommt,  so  habe 
ich  die  Umstellung  der  Längen  8^30'  und  8^  vorgenommen.  — 
32.  Es  muß  auffallen,  daß  Ptolemäus  S.  24, 6  für  den  nach- 
folgenden Teil  der  Pleias  die  stets  sich  gleichbleibende  nörd- 
liche Breite  mit  3*^40'  feststellt,  während  er  hier  diesem  Teile 
eine  Breite  von  nur  3°  20'  zuschreibt.  Dies  erklärt  sich  wohl 
daraus,  daß  er  a.  a.  0.  mehr  die  Mitte,  d.  i.  den  an  das  süd- 
liche Ende  der  votangehenden  Seite  (31)  anschließenden 
Anfang  des  nachfolgenden  Teiles  im  Auge  hat,  dem  die 
Breite  3*^40'  zukommt;  denn  die  Mitteilung  des  Timocharis  läßt 
(S.  22, 18)  die  Wahl  zwischen  dem  nachfolgenden  Drittel  oder 
der  Hälfte.  Richtig  angesetzt  ist  die  Breite  3°-20'  für  das 
nachfolgende  dichteste  Ende  sicherlich;  denn  die  Pleias  neigt 
sich  in  ihrer  Längsrichtung  gegen  die  Ekliptik  sichtlich  von 
Norden  nach  Süden.  Dio  Länge  der  Pleias  geht  aus  der  Diffe- 
renz der  Längen  b)  3^40'  und  H  2^10'  genau  mit  1"30'  hervor^ 
wie  sie  S.  157, 18  geschätzt  wird.  —  33.  Es  handelt  sich  nicht 
um  den  sechsten  Stern  der  Pleias,  sondern  um  einen  außer- 
halb stehenden.  Daher  ist  statt  sxto?  mit  Cod.  D  iyirog  zu 
schreiben.  Dieses  ^i-ngoe  genannte  Sternchen  ist  sechster,  nicht 
vierter  Größe,  _  wie  der  griechische  Text  besagt.  Indessen  habe 
ich  von  einer  Änderung  der  Größenziffer  aus  dem  zu  Herkules  12 
bemerkten  Grunde  abgesehen.  —  Die  Summe  32  ist  nicht  falsch, 
wie  Heiberg  (S.  90  unten)  vermutet:  pro  Xß  fuisse  videtur  ly, 
sed  y  evanuit.  Weil  als  elfter  Stern  (y)  des  Fuhrmanns  dort  in 
der  Summe  inbegriffen,  darf  ß  Tauri  hier  nicht  noch  einmal 
mitgezählt  werden.  Ganz  richtig  ist  er  deshalb  in  der  Summe  6 
der  Sterne  dritter  Größe  des  Stiers  nicht  inbegriffen:  mit  ihm 
würden  es  sieben  sein.  Man  vergleiche  die  Sternsumme  des 
Südlichen  Fisches,  welche  ohne  Fomalhaut  elf  beträgt;  denn 
Fomalhaut  ist  bereits  als  42*^^*  Stern  des  Wassermanns  gezählt. 
Wenn  aus  demselben  Grunde  v  ßootis  von  der  Summe  der  Sterne 
des  Herkules  (S.  36  a.  E.)  ausgeschlossen  wird,  so  scheint  mir  aus 
der  ungewöhnlichen  Art,  wie  dies  geschieht,  hervorzugehen,  daß 
der  diesen  Stern  betreffende  Zusatz  eine  Glosse  ist.  —  36.  Bode 
nimmt  hier  das  Sternchen  sechster  Größe  105  an,  zu  welchem 
die  Länge  21**  des  griechischen  Textes  paßt.  Mir  scheint  die 
Bezeichnung  als  „mittelster"  zutreffender  für  den  etwas  grö- 
ßeren Stern  n,  zumal  da  für  ihn  nicht  nur  die  fünfte  Größe^ 
sondern  auch  die  im  Cod.  D  mit  24"  angegebene  Länge  stimmt. 
Zwillinge  25.  Infolge  der  fehlerhaften  Länge  oUO'  läßt  Bode 
diesen  Stern  unbestimmt.    Die  Länge  3^,  wie  sie  Cod.  D  bietet, 


Anhang.  403 

führt  mit  absoluter  Sicherheit  zu  ^  Cancri  (Tegmine).  Man  ver- 
gleiche das  Alignement  S.  8,  22  und  die  Konstellation  S.  133  unten. 

Löwe  26.  Statt  3*12'  ist  die  Breite  3M0',  wie  sie  Cod.  D 
bietet,  unbedingt  vorzuziehen  (Heiberg:  fortasse  recte)-,  denn  s' 
( Veo)  ^i^^  i™  Katalog  nirgends  als  Sexagesimalbruch  angewendet. 

Jungfrau  2.  ^  muß  vor  v  liegen.  Da  die  Länge  26''20'  von 
V  durch  die  v  und  a  Crateris  verbindende  Gerade  zweifellos 
feststeht,  so  war  für  |  die  Länge  27"  mindestens  in  26"  zu  korri- 
gieren. Bode  hat  26"  13'  durch  Rechnung  festgestellt.  —  17.  li 
steht  nicht  nördlich,  sondern  südlich  der  Ekliptik,  wie  auch 
Bode  bemerkt.  Indessen  hat)e  ich  es  aus  demselben  Grunde  wie 
bei  T  (Stier  20)  auch  hier  bei  dem  Ansatz  des  Originals  belassen. 
—  19.  Die  Lage  von  i  ist  zwar  durch  den  Vergleich  mit  der 
Spika  gesichert,  doch  bildet  i  mit  den  vorgenannten  Sternen 
schwerlich  ein  Viereck.  —  31.  Die  drei  Sterne  53,  61,  89  stehen 
auch  nach  den  Breitenangaben  des  Ptolemäus  nicht  genau  auf 
einer  Geraden.  Daß  53  bei  der  Länge  27"  10'  der  Spika  y^» 
östlich  vorangeht,  stimmt  nicht  zu  der  heutigen  Länge,  die  Bode 
mit  25"39',  d.  i.  1"  westlich  der  Spika,  zurückgerechnet  hat.  Als 
Doppelstern  kann  der  Stern  61  mit  63  heutzutage  kaum  gelten. 

Scheren  14.  Südlich  von  l  und  41  findet  Bode  deshalb 
keinen  Stern,  der  in  Länge  zwischen  ihnen  steht,  weil  er  x  als 
vorangehenden  nördlichen  ansetzt.  Die  Zwischenlage  kommt 
%  zu,  auch  die  überwiegende  Größe;  aber  während  die  geringe 
nördliche  Breite  für  %  und  41  stimmt,  hat  x  nicht  lYg"  süd- 
liche Breite,  sondern  steht  heutzutage  gleichfalls,  wenn  auch  nur 
ganz  unbeträchtlich  —  nach  Bode  0"1'  —  nördlich  der  Ek- 
liptik. Der  südliche  Abstand  des  Sterns  %  von  41,  der  nach 
Ptolemäus  1"50'  beträgt,  muß  sich  demnach  mindestens  um  die 
ganze  damalige  südliche  Breite  von  x  verringert  haben. 

Skorpion  14.  Die  Bezeichnung  der  Bestandteile  des  Doppel- 
stems  ist  verschieden:  nach  Ambronn  ist  ^^  der  größere  (3,8), 
^^  der  kleinere  (4,8),  während  Schurig  den  größeren  mit  ^*  be- 
zeichnet und  Bode  l)eide  unter  dem  Buchstaben  ^  zusammenfaßt. 
Ich  habe  die  Bezeichnung  Ambronns  angenommen.  Auf  jeden 
Fall  war  die  Angabe  der  Breite  für  beide  Sterne  umzustellen: 
der  südlichere  muß  natürlich  die  größere  Breite  haben. 
Wahrscheinlich  sind  auch  die  Längen  umzustellen,  weil  der 
Widerspruch  in  Breite  vermutlich  nur  durch  Vertauschung  der 
Beiwörter  „der  nördliche"  und  „der  südliche"  in  der  Beschr  ei- 
bung  der  Sterne  entstanden  ist.  Tatsächlich  geht  der  Be- 
gleiter (^^)  dem  Hauptstern  (^^)  mit  einem  kaum  bemerkbaren 
Unterschied  in  Breite  westlich  voran«');  es  kommt  ihm  daher 

a)  Das  ist  der  Grund,  weshalb  der  Begleiter  bei  Ambronn 
(als  zuerst  kulminierender  Stern)  die  Bezeichnung  ^^  erhalten  hat. 

26* 


404  Anhang. 

eigentlich  die  kleinere  Länge  (20°)  zu.  Ob  der  Wechsel  in 
Länge  durch  die  Annahme  erklärt  werden  kann,  daß  der  Be- 
gleiter in  der  Zwischenzeit  nahezu  einen  halben  Umlauf  um 
den  Hauptstern  gemacht  hat,  muß  ich  dem  Urteil  der  Astronomen 
überlassen.  —  22.  Nebeiförmig  ist  G  allerdings  nicht,  entspricht 
aber  in  Länge  und  Breite  ziemlich  genau.  —  24.  Daß  von  den 
zwei  Sternen  d  und  43  bei  gleicher  Länge  d  der  vorangehende 
genannt  wird,  ist  auffallend.  Gerade  dieser,  <Z  =  45  Ophiuchi, 
ist  heutzutage  der  nachfolgende  und  43  (bei  Schurig  falsch  mit 
45  bezeichnet)  der  vorangehende»  was  Bode  durch  Angabe  der 
entsprechenden  modernen  Längen  richtigstellt. 

Steinbock  9,  x  steht  (nach  Schurig)  in  der  Ekliptik  in 
Länge  vor  v,  ist  aber  als  der  hellste  der  kleinen  Sterne  dieser 
Gegend  sicher  gemeint.  —  21.  Für  votim  vermute  ich,  da  es 
keine  nördliche  Entsprechung  hat,  variaia  (vgl.  S.  54  Fische  29; 
S.  63  Südl.  Fisch  5)  und  habe  dementsprechend  übersetzt. 

Wassermann  14.  q  steht  mit  Fomalhaut  genau  auf  dem- 
selben Breitenkreis;  dadurch  ist  die  Länge  gesichert.  Die  Breite 
ist  sichtlich  geringer  als  die  von  -9-;  deshalb  habe  ich  die  Minuten- 
zahl (10')  zu  der  Breite  (3°)  von  %•  gesetzt.  —  17.  e  steht,  wie 
nur  (^od.  D  richtig  bietet,  um  die  angegebene  Breite  (nach 
Bode  0^14')  südlich  der  Ekliptik,  nicht  nördlich.  —  23.  x  steht 
mindestens  4**  (statt  2*^)  nördlich  der  Ekliptik  bei  wesentlich 
geringerer  Länge  als  der  mit  15"  angegebenen,  da  sie  zwischen 
die  Längen  13^20'  und  12"  von  rj  und  ^  fallen  muß.  Deshalb 
hat  Bode  den  Stern  %  mit  der  zurückgerechneten  Länge  12" 20' 
nur  vermutungsweise  hier  angesetzt,  _ obgleich  kein  anderer  in 
dieser  Gegend  augenfälliger  ist.  Eine  Änderung  der  Koordinaten 
habe  ich  nicht  vorgenommen,  wiewohl  gegen  die  Länge  15" 
auch  noch  folgendes  spricht.  —  24.  Da  %  der  vorangehende 
genannt  wird,  so  dürfte  l  mit  der  Länge  14"50''  ursprünglich 
als  iTroVevos,  nicht  als  ixoiiBvog  bezeichnet  gewesen  sein,  woraus 
zu  schließen  wäre,  daß  v,  mit  geringerer  Länge  als  %  angesetzt] 
war.  Zu  l  sei  noch  bemerkt,  daß  die  geringe  Breite  heutzutage] 
(nach  Bode  0"22')  südlich. ist.  —  29.  Mit  i|;  sind  in  den  Karten 
drei  dicht  nebeneinander  stehende  Sterne  vierter  bis  fünfter 
Größe  bezeichnet,  davon  o/j^  als  ein  im  Teleskop  auflösbarer 
Doppelstern  (vgl.  S.  158,  5).  —  32.  Der  nachfolgende  Stern  ca^ 
hat  heutzutage  die  größere  Breite,  wie  auch  Bode  angibt.  — 
35.  Die  Bestimmung  des  „nachfolgenden"  ist  nach  der  Karte 
von  Schurig  getroffen,  wo  es  der  Stern  t^  (107  Flamst.)  ist,  den 
Heia  unbezeichnet  läßt.  Diese  Gruppe  zeigt  vier  Sterne:  104A 
(nach  Ambronn  und  Schurig  in  103 A^  und  104  A^  zerfallend). 
106 1\  107  (auch  bei  Ambronn  i%  108 1^  (bei  Ambronn  wohl 
Fehler  statt  i^).  Wenn  Ptolemäus  einen  dieser  Sterne  wegläßt 
so  ist  es  vermutlich  der  vierte  (108)  etwas   abseits  stehende 


Anhang.  405 

(bei  Heis  t^  bei  Schurig  l^).  Gerade  auf  diesen  trifft  allerdings 
die  Bodesche  Bezeichnung  A^  zu.  Gegen  diesen  Stern  scheint 
mir  die  gegen  A  zu  große  Differenz  in  Breite  zu  sprechen.  — 
39,  Da  c^  unbedingt  am  tiefsten  steht,  so  waren  die  Breiten- 
angaben für  c^  und  c^  umzustellen. 

Walfisch  17.  Ein  Viereck,  dessen  vorangehende  und  nach- 
folgende Seite  genau  je  einen  Grad  betragen  soll,  läßt  sich  aus 
den  heutzutage  nahezu  auf  einer  Geraden  stehenden  Sternen 
qp\  qp2,  qp*  und  qp^  (17,  19,  22,  23  Flamst.)  nur  unter  der  Voraus- 
setzung gestalten,  daß  seinerzeit  g?^  1*^  südlicher  als  g?*,  und 
qp*  1"  nördlicher  als  qp"'  gestanden  hat.  Bode  nimmt  den  etwa 
3"  nördlich  von  qp^  stehenden  Stern  21  zu  Hilfe  und  bestimmt 
als  nachfolgende  Seite  21,  19,  als  vorangehende  17  und  einen 
nördlich  fehlenden  Stern. 

Orion  7.  Unterhalb  §  stehen  zwei  kleine  Sterne;  doch  dürfte 
heutzutage  |  mit  Bezug  auf  keinen  derselben  als  Doppelstern 
zu  bezeichnen  sein.  —  36.  t  steht  nur  nördlicher  als  |3;  daher 
ist  unbedingt  mit  Cod.  B  avtov  statt  avt&v  zu  lesen. 

Großer  Hund  5.  Daß  l  größere  Länge  als  y  haben  soll,  ist 
unbedingt  falsch.  Es  liegt  vermutlich  in  jcs  y'  ein  Druckfehler 
vor;  denn  Halma  überliefert  20*^20'  und  Bode  gibt  zweifellos 
korrekt  21*^20'  an,  was  ich  angesetzt  habe.  —  22.  d  Col.  wird 
zur  Zahl  Ambronns  falsch  8  Canis  majoris  benannt;  denn  dieser 
Stern  des  Hundes  steht  unter  2339.  —  24.  Statt  tolg  reaaccQöi 
ist  r«v  rsöcdgav  zu  schreiben:  westlich  von  den  genannten 
vier  Sternen  stehen  drei  auf  einer  Geraden,  keineswegs  aber 
auf  einer  Geraden  mit  jenen  vier. 

Argo  5.  Die  nördlicheren  Sterne  des  Hinterteils  sind  nach 
der  Karte  von  Heis  bestimmt,  die  südlicheren  nach  der  Karte 
von  Schurig.  Die  von  Heis  gebrauchten  Buchstaben  stimmen 
entweder  mit  den  Ambronnschen  überein  oder  sind  bei  Am- 
bronn  zu  abweichenden  Buchstaben  in  Parenthese  hinzugefügt. 
Unterlassen  ist  dieser  Zusatz  bei  m  Ambronn  =  7t  Heis.  Ich 
habe  den  Buchstaben  m  gewählt,  weil  bei  Ambronn  tc  Puppis 
=  2408.  Ohne  jede  Bezeichnung  ist  bei  Ambronn  der  Stern  %. 
—  11.  Der  nach  dem  Katalog  von  Heis  angesetzte  Stern  v  ge- 
hört nach  Ambronn  (ohne  Buchst.)  und  Schurig  zu  dem  Stern- 
bild des  Großen  Hundes.  —  45.  t  stimmt  vortrefflich  zu  Ka- 
nobus,  wenn  die  Länge  29"  zu  19*^  korrigiert  wird. 

Wasserschlange  25.  tc  hat  unbedingt  dieselbe  Breite  wie 
der  vorletzte  (y)  im  Schwänze.  Daher  habe  ich  die  von  Bode 
nach  seiner  eigenen  Konjektur  festgestellte  Breite  18^40'  der 
viel  zu  großen  Zahl  17*^40'  des  griechischen  Textes  ohne  Be- 
denken vorgezogen. 

Zentaur  31.33.36.  Die  nähere  Bezeichnung  des  Fußes  ist 
bei    diesen    drei   Sternen    der    Beschreibung    der    Milchstraße 


406  Anhang. 

S.  65,  24.  26.  28  entnommen.  —  34.  Für  diesen  Stern  findet  sich 
a.  a.  0.  S.  65,30  die  Bezeichnung:  „der  am  Knöchel  desselben 
Fußes".  Obgleich  zweiter  Grröße,  ist  er  nach  dem  mir  vorlie- 
genden Material  nicht  bestimmbar. 

Wolf  19.  Zu  der  Ambronnschen  Zahl  4828  ist  statt  /  offen- 
bar falsch  d  Lupi  gesetzt:  erstens  stimmt  Rektaszension  und 
Deklination  genau  für  den  bei  Schiirig  und  auf  dem  Globus  mit 
f  bezeichneten  Stern,  zweitens  ist  d  Lupi  wenige  Zeilen  weiter 
richtig  unter  4836  aufgeführt. 

Südlicher  Fisch  14.  Die  vier  ersten  Sterne  des  Mikroskops 
konnten  mit  Sicherheit  nach  der  Karte  von  Schurig  bestimmt 
werden;  nur  mußte  dem  nachfolgenden  Stern  s  statt  11" 
die  Länge  14°  gegeben  werden,  wie  sie  von  zweiter  Hand  korri- 
giert in  Cod.  A  steht,  zweifellos  richtig,  wie  die  Länge  12*^  des 
diesem  vorangehenden  Sterns  d  beweist.  Die  Sterne  y  und 
£  sind  in  Ambronns  Verzeichnis  nicht  zu  finden. 

5)  S.  87.  Soll  der  mit  einem  im  Horizont  stehenden  Stern 
gleichzeitig  aufgehende  Ekliptikgrad  gefunden  werden,  so  ist 
zunächst  nach  Feststellung  der  Mitkulmination  des  betreffenden 
Sterns  mit  der  wahren  Sonne  (S.  85,14)  der  Ekliptikgrad 
der  Sonne  und  mit  diesem  der  Kalendertag  der  Kulmi- 
nation als  gegeben  anzunehmen.  Aus  dem  Grad  der  Sonne  be- 
rechnet man  (I  93,  21)  für  die  zugrunde  gelegte  geographische 

Breite  die  Länge  der  bürgerlichen 
Tagstunde  des  gegebenen  Tages. 
Der  (nach  S.  86, 14)  zu  bestimmen- 
de Äquatorbogen  0  E  drückt  die 
seit  Sonnenaufgang  verstrichene 
\j  Zeit  aus,  zu  welcher  der  mit  der 
Sonne  auf  demselben  Deklinations- 
kreis (Z0)  stehende  Stern  (H)  in 
den  Horizont  tritt.  Nachdem  man 
diese  Zeitgrade  in  bürgerliche 
Stunden  von  der  gegebenen  Länge 
(I  98,  82)  verwandelt  hat,  berechnet 
man  (199,5)  für  diese  seit  Sonnenaufgang  verstrichenen  bürger- 
lichen Stunden  den  zurzeit  aufgehenden  Grad  der  Ekliptik. 
Nimmt  man  schließlich  in  dem  aufgehenden  Grad  die  Sonne 
an,  so  ist  damit  auch  der  Kalendertag  des  wahren  Mit- 
aufgangs mit  der  Sonne  gefunden. 

Die  entsprechende  Berechnung  führt  zu  dem  mit  einem  Stern 
gleichzeitig  untergehenden  Ekliptikgrad  und  damit  zur  Be- 
stimmung des  Kalendertags  des  wahren  Mituntergangs 
mit  der  Sonne. 

6)  S.  132.  Die  Epoche  der  Zeitrechnung  des  Dionysius  ist 
die   Sommerwende   am   26.  Juni  285  v.   Chr.  =  27.  Pharmuthi 


Anhang.  407 

463  Nab.  In  das  erste  Dionysische  Jahr  (vgl.  S.  167, 2i)  fällt  die 
Thronbesteigung  des  Ptolemäus  II.  Philadelphus  (285 — 247  v.  Chr.), 
dem  Ptolemäus  Soter  schon  zwei  Jahre  vor  seinem  Tode  unter 
Hintansetzung  des  erstgeborenen  Sohnes  die  Regierung  abtrat 
und  zur  Thronweihe  ein  Prachtfest  anordnete,  desgleichen  noch 
nicht  erlebt  worden  war.  Somit  liegt  der  Schluß  nahe,  daß 
Dionysius  dem  Philadelphus  zu  Ehren  oder  um  ihm  zu  schmei- 
cheln die  neue  Ära  eingeführt  habe.  Ebenso  natürlich  ist  die 
Voraussetzung,  daß  die  Daten  der  von  Ptolemäus  mitgeteilten 
Beobachtungen  von  Dionysius  selbst  als  Beobachter  herrühren. 
Die  zwischen  dem  13*«^  und  45*^^  Jahre  der  Ära  liegende  Zeit 
läßt  unstreitig  die  Möglichkeit  zu,  daß  die  letzte  Beobachtung 
(241  V.  Chr.)  in  sein  65*«^  Lebensjahr  fällt,  wenn  er  als  Dreißig- 
jähriger etwa  im  10*^^  Jahre  der  Regierung  des  Philadelphus 
(d.  i.  275  V.  Chr.)  zur  Ausführung  seiner  Idee  schritt.  Daß  er 
in  Alexandria  beobachtet  hat,  geht  daraus  hervor,  daß  Ptolemäus 
€S  nicht  für  nötig  hält,  die  Beobachtungszeiten  auf  den  Meridian 
von  Alexandria  zu  reduzieren.  Entnommen  hat  er  dieses  Material 
zweifellos  der  Sammlung  des  Hipparch,  dessen  Name  mit  einer 
dieser  Beobachtungen  (S.  134,  29)  in  Verbindung  gebracht  wird. 
Die  Monate  dieser  Zeitrechnung  sind  in  der  Weise  nach  den 
Zeichen  des  Tierkreises  benannt,  daß  die  betonte  Endsilbe  -mv 
■der  griechischen  Monatsnamen  an  den  Stamm  der  Zeichennamen 
angehängt  wird.  Ihre  Reihenfolge  ist  mit  Ergänzung  der  nicht 
überlieferten  Namen:  (Karkinon)  Leonton,  Parthenon,  (Chelon) 
Skorpion,  (Toxon)  Ägön,  Hydron,  (Ichthyon,  Kriön)  Tauron, 
Didymon.  Daß  die  Sommerwende  am  1.  Karkinon  die  Grenz- 
echeide  der  Jahre  ist,  beweisen  die  im  Tauron  (S.  133,  7)  und  im 
Leonton  (S.  134, 28)  angestellten  Beobachtungen,  welche  in  auf- 
einander folgende  Dionysische  Jahre,  aber  in  dasselbe  Nabo- 
nassarische  fallen.  Die  vielumstrittene  Frage,  ob  das  Jahr  des 
Dionysius  ein  Epagomenenjahr  oder  ein  Zodiakaljahr 
sei,  ist  von  Böckh  in  der  Abhandlung  über  „die  Zeitrech- 
nung des  Astronomen  Dionysios"  (Sonnenkreise  der  Alten, 
Berlin  1863,  S.  286—340)  endgültig  entschieden  worden.  Nimmt 
man  ein  aller  vier  Jahre  um  einen  Schalttag  zu  vermehrendes 
Zodiakaljahr  von  7  Monaten  zu  30  und  5  Monaten  zu  31  Tagen 
an,  die  auf  die  Jahresviertel  so  zu  verteilen  sind,  daß  der  Ano- 
malie der  Sonne  Rechnung  getragen  wird,  so  muß  man  von 
den  sieben  überlieferten  Daten  nicht  weniger  als  drei  korri- 
gieren, um  sie  mit  den  gegebenen  Sonnenörtern,  welche  die 
Nachprüfung  als  richtig  erweist,  in  Einklang  zu  bringen.  Wird 
dagegen  das  Jahr  als  Epagomenenjahr  aufgefaßt,  d.  h.  als  Jahr 
von  12  Monaten  zu  30  Tagen  und  5  Zusatztagen,  denen  im 
dritten  Jahr  jeder  vierjährigen  Periode  ein  sechster  hinzu- 
gefügt wird,   so  macht  sich   nur  eine  Änderung  nötig:    nicht 


408  Anhang. 

der  25.,  sondern  der  26.  Ägon  trifft  auf  den  18.  Januar  272  v.  Chr. 
zu,  weil  bei  30  tägigen  Monaten,  jom  26.  Juni  (1.  Karkinon) 
des  Jahres  273  ab  gezählt,  der  1.  Ägon  auf  den  23.  Dezember 
dieses  Jahres  fallen  muß. 

Im  Laufe  eines  Epagomenenjahres  werden  die  Monatsersten 
allmählich  hinter  den  Zeichenanfängen  zurückbleiben,  was  na- 
türlich am  stärksten  in  den  letzten  Monaten,  dem  Tauron  und 
dem  Didymon,  zum  Ausdruck  gelangen  muß.  Es  wird  genügen 
dieses  Verhältnis  für  den  7.  Didymon  des  28.  Dionysischen  Jahres 
(258/57  V.  Chr.)  zu  erläutern,  an  dem  der  mittlere  Sonnenort 
TT  2*^50'  für  den  Abend  gilt.  Weil  die  mittleren  Sonnenörter 
sich  auf  Daten  aus  verschiedenen  Jahren  (272  bis  241  v.  Chr.) 
und  auf  verschiedene  Tageszeiten  (früh  oder  abends)  beziehen, 
so  hat  Böckh  (vgl.  die  Tabelle  a.  a.  0.  S.  328)  die  Örter  auf 
das  betreffende  Jahr  und  für  6^  früh  desjenigen  Tages  berechnet, 
an  dessen  Morgen  der  Dionysische  Tag  (vgl.  I  Anh.  Anm.  27) 
beginnen  kann.  Zieht  man  von  dem  mittleren  Sonnenort  TT  2°  50' 
am  Abend  des  7.  Didymon  einen  halben  Grrad  mittlere  Sonnen- 
bewegung ab,  um  den  Ort  für  6''  früh  zu  erhalten,  und  addiert 
man  zu  TT  2®  20'  für  die  23  Tage  bis  zum  letzten  des  Monats 
22° 40'  mittlere  Sonnenbewegung,  so  erhält  man  für  den  30.  Di- 
dymon früh  den  Sonnenort  TT  25°.  Somit  entfallen  auf  diesen 
Tag  und  die  5  Epagomenen  rund  6°  Sonnenbewegung,  so  daß 
im  Laufe  des  1.  Karkinon  der  mittlere  Sonnenort  wieder  in  den 
ersten  Grad  des  Krebses  zu  liegen  kommt. 

7)  S.  142.  163.     Daß  bei  90°  mittlerer  Entfernung   des  Epi- 

zykels  von  dem  Apogeum  des  Exzenters  die  Differenz  zwischen 

den  entgegengesetzten  größten  Elongationen  dem  Doppelten 

„,o  des  Maximums  der  auf  die  Ekliptik 

bezogenen    Anomalie     gleichkommt, 

soll    mit  Rücksicht  auf  die  weniger 

komplizierte  Figur  für  die  Venus 

nachgewiesen  werden. 

Der  Kreis  um  B  sei  der  mit  der 
Ekliptik  konzentrische  Kreis,  der 
Kreis  um  0  der  den  Epizykel  tra- 
gende Exzenter.  Die  den  Epizykel 
herumführende  Leitlinie  AE  soll  bis 
zum  Apogeum  8  25°  noch  einen  Qua- 
dranten zurückzulegen  haben,  d.  h. 
der  mittlere  Ort  des  Epizykels,  welcher 
mit  dem  mittleren  Ort  der  Sonne  zu- 
sammenfällt, wird  in  a^  25°  liegen. 
Daß  dieser  Punkt  der  Ekliptik  für  ein  Auge  in  B  und  A  unter- 
schiedslos ist,  wird  durch  die  große  Entfernung  der  Ekliptik 
im  Verhältnis  zu  der  geringen  Exzentrizität  BA  augenschein- 


Anhang.  409 

lieh :  die  Parallelen  durch  B  und  A  schneiden  sich  in  der  Un- 
endlichkeit in  xü  25°.  Die  entgegengesetzten  größten  Elon- 
gationen  von  der  mittleren  Sonne  in  den  Punkten  Z  und  H  seien 
auf  dem  Konzenter  mit  ©(stlich)  und  w  (estlich)  markiert.  Für 
das  Auge  in  B  liegt  der  Mittelpunkt  des  Epizykels  in  genau- 
berechneter Länge  um  den  Scheitelwinkel  des  Z.  BEA,  d.i.  um 
das  Maximum  der  Anomaliedifferenz,  wie  bei  der  Sonne  (s.  I  Anh. 
Anm.  24),  in  der  Ekliptik  weiter  vorwärts  (auf  der  Geraden  B  E). 
Ebendort  liegt  scheinbar  (Punkt  g)  das  genaue  Apogeum  des 
Epizykels,  von  dem  aus  gemessen  die  beiden  Elongationen 
gleichgroß  sind.  Nun  erhält  von  dem  mittleren  Apogeum  (m) 
oder  dem  mittleren  Sonnenort  ai*  25°  aus  gemessen,  die  öst- 
liche Elongation  (auf  der  Abendseite  des  Epizykels)  einen  den 
l,BEA(=bmg)  betragenden  Zusatz,  während  die  westliche 
Elongation  (auf  der  Morgenseite)  einen  ebensogroßen  Abzug  er- 
leidet. Mithin  wird  die  östliche  Elongation  um  das  Doppelte 
dieses  Winkels  (oder  ^6  mg),  d.  i.  um  das  Doppelte  der  Anomalie- 
differenz größer  als  die  westliche  (vgl.  1159, 17);  folglich  be- 
trägt das  Maximum  der  Anomaliedifferenz  (d.i.  /.BEA)  die 
Hälfte  (d.  i.  bgm)  der  zwischen  den  beiden  Elongationen  fest- 
gestellten Differenz. 

8)  S.  147.  221.  244.  Die  östliche  mittlere  Elongation  der 
Mondsichel  am  2/3.  Epiphi  TVa^  abends  beträgt  (von  «  22° 34' 
bis  ni2°14')  19°40',  die  mittlere  Anomalie  (S.  147,  20)  281°20'. 
Nach  der  ausführlichen  Berechnung  der  Differenz  der  Gesamt- 
anomalie in  Anm.  3  wird  folgendes  Schema  verständlich  sein. 

1.  Yerdopp.  Elong.  39°20':  Untersch.  des  gen.  Apog.  -|-5"40' 

2.  Genauber.  An.  287°    0':  1.  Anomalie  •4°40',  Übersch.  2°19' 

3.  Verdopp.  Elong.  39°20':  %„  x  2°19' =  0°14' 

Diff.  der  Ges.-Anom.:  4°40' -[- 0"14' =  4°54' 

Genauer  Ort:  H  12°14' +  4°54' =  n  17°8'. 

Hiermit  wird  der  von  Ptolemäus  mit  TT17°10'  angegebene 
genaue  Ort  ziemlich  erreicht. 

Im  zweiten  Fall  (S.  221)  hatte  der  Mond  am  26/27.  Mesore  5^ 
früh  den  letzten  Oktanten  hinter  sich;  denn  er  stand  etwa  37® 
westlich  der  Sonne.  Seine  östliche  mittlere  Elongation,  d.  i. 
die  von  der  mittleren  Sonne  in  der  Richtung  der  Zeichen  ge- 
messene, beträgt  (von  G  16°11'  bis  TT  9°)  322°49',  die  verdoppelte 
Elongation  (645°38' —  360°=)  285°38',  die  mittlere  Anomalie 
(S.  221,3)  272°5'. 

1.  Verdopp.  Elong.  285°38':  Untersch.  des  gen.  Apog.  -  11° 27' 

2.  Genauber.  An.     2600  38':  1.  Anomalie  5°,  Übersch.  2°39' 

3.  Verdopp.  Elong.  285°38':   ^^eo  x  2°39' =  0°50'2ü" 

Üiff.  der  Ges.-Anom.:  5°-l- 0°50'20" 

Genauer  Ort:  H  9°-j- 5°50'20"  =  n  14°50'20". 


410  Kl 


Anhang. 


F' Im"  dritten  Fall  (S.  244)  stand  der  Mond  am  6.  MecMr  8^ 
abends  kurz  vor  dem  ersten  Oktanten.  Seine  östliche  mittlere 
Elongation  beträgt  (von  /  28*^41'  bis  a^*  8<>55')  40*^14',  die  mitt- 
lere Anomalie  (S.  244,8)  174*'15'. 

1.  Verdopp.  Elong.  80^28':  Unterscb.  des  gen.  Apog.  -f  11*^ 

2.  Genauber.  An.     185^15':    I.Anomalie  0^31',  Überscb.  0^8' 

3.  Verdopp.  Elong.   80«28':  "/^^  x  on8' =  0<^7' 

Diif.  der  Ges.-Anom.:  0<>31' -|- 0"?' =  0°38' 

Genauer  Ort:  «^  8*>55'  +  0*^38'  =  ^  9^33'. 
Das  Ergebnis  bleibt  hinter  dem  von  Ptolemäus  mit  «*  9^40' 
angegebenen  genauen  Ort  demnach  um  0"7'  zurück. 

9)  S.  152.  201.  Die  Sehnentafeln  enthalten  die  Sehnen  bis  zu 
der  Sehne  des  Bogens  von  ISO**,  d.  i.  bis  zum  Durchmesser,  der 
den  Halbkreis  unterspannt.  Überschreitet  ein  Bogen  180**  des 
Kreises,  d.  h.  wird  der  ihn  unterspannende 
Peripheriewinkel  (/,  PBH)  größer  als  ein 
Rechter,  so  ist  den  Tafeln  die  gleichgroße 
f  Sehne  zu  entnehmen,  welche  den  Supplement- 
bogen oder  den  Supplementwinkel  (/,  TAH) 
unterspannt.  In  dem  umschriebenen  gleich- 
schenkligen Dreieck  TBH  ist  daher  die 
Sehne  PH  den  Sehnentafeln  zu  dem  Supple- 
mentwinkel des  /,  PBH  zu  entnehmen.  Es 
ist  also,  weil  /,  TB  H  =  270^^20'  wie  2B  =  360«, 
mit  /,  TAH  =  89^40'  desselben  Maßes  in  die 
Tafeln  einzugehen. 

Aus  demselben  Grunde  kann  S.  201, 3  die  den  gegebenen 
/,  B0E  überspannende  Sehne  (AT)  als  gleichgroß  wie  die  den 
Nebenwinkel  B0N  überspannende  Sehne  BN  den  Sehnentafeln 
zum  kleineren  Winkel  entnommen  werden,  vorausgesetzt,  daß 
beide  Sehnen  in  gleichgroßen  Kreisen 
liegen.  Man  halbiere  /,  B0E,  mache 
die  Halbierungslinie  0A  gleich  B0  und 
beschreibe  um  0  A  als  Durchmesser  einen 
Kreis.  Wird  die  Sehne  A  f  gezogen  und 
das  Sehnenviereck  0  A  A  f  fertig  ge- 
zeichnet, so  werden  die  Sehnen  B  N  und 
Ar  von  gleichgroßen  Winkeln  unter- 
spannt; denn  /,  B0N  ist  Nebenwinkel 
und  /.AAP  Supplementwinkel  des  gegebenen  /^  B0E. 

Diese  Erörterung  machte  sich  nötig,  um  den  Beweisgang 
(S.  201,  i)  mit  der  den  Verhältnissen  nicht  genau  entsprechen- 
den Figur  halbwegs  in  Einklang  zu  bringen,  ohne  den  Neben- 
winkel BON  =  98*^21'  einzuschieben,  der  in  dem  rechtwinkligen 
Dreieck  B  N  0  überhaupt  nicht  liegen  kann.  Dieses  Mißverhält- 
nis   wird    durch    den    an    der   Figur   (S.  200)    mehr   als    einen 


Anhang. 


411 


Eechten  betragenden  /^  0  E  A  vernrsaclit.  Eine  dem  Verhältnis 
ZE  :  AA  =  12p  :  60p  entsprechende  Figur  mit  den  genauen  Win- 
keln würde   fünf-  „ 

mal  größer  sein  als  ^ —  i  A 

die  (S.  200)  vor- 
gelegte. Deshalb 
wird  beistehend 
■der  Ausschnitt  ei- 
ner in  den  genauen 
Verhältnissen  ent- 
worfenen Figur 
mitgeteilt,  an  wel- 
cher der  Halbmes- 
ser B  0 1 1  E  A  auf  die 
andere  Seite  des  • 
Lotes  B  N  zu  liegen 
kommt,  so  daß 
/.BON  =  LGEA 
als  Winkel  von 
81° 39'  in  dem  rechtwinkligen  Dreieck  BN0  liegen  kann. 

10)  S.  154. 170.  250.  1.  In  46  Sonnenjahren  und  einem  Tage, 
d.  i.  in  16802  72  Tagen,  vollendet  (S.  100, 24)  der  Merkur  145  Wie- 
derkehren der  Anomalie,  Die  auf  20  ägyptische  Jahre  oder  7300 
Tage  entfallenden  Umläufe  erhält  man  daher  nach  der  Proportion 


168027,  :7300 


145  :a:     mit  o.  =  62  {f|||. 


Folglich  fehlen  an  63  Umläufen  auf  dem  Epizykel 

Nahezu  dasselbe  Ergebnis  erhältmanbei  Anstellung  der  Berech- 
nung nach  der  Tafel  der  gleichförmigen  Bewegungen  des  Merkur 
(S.  117).  Da  der  Merkur  in  einem  ägyptischen  Jahre  über  drei 
volle  Umläufe  der  Anomalie  noch  53°56'  zurücklegt,  so  beträgt  in 
20  ägyptischen  Jahren  über  (3  x  20  =)  60  Umläufe  der  Überschuß 
(53»56'x20=)1078<'40',  d.  h.  am  63*«'»  Umlauf  fehlt  iVg^ 

2.  Die  Venus  legt(S.  100,19)  5  volle  Umläufe  auf  dem  Epi- 
zykel in  8  Sonnenjahren  weniger  2  %  Tagen  oder  in  2919^/3  Tagen 
zurück.  Nun  sind  8  ägyptische  Jahre,  d.  s.  2920  Tage,  um  Yg  Tag 
länger;  es  entfällt  also  in  8  ägyptischen  Jahren  auf  5  Umläufe 
ein  Überschuß  von  0*^12' 19";  denn  so  viel  beträgt  in  8  Stunden 
die  Bewegung  der  Venus  in  Anomalie  nach  der  Tafel  (S.  114). 

3.  Um  festzustellen,  daß  der  Saturn  (S.  250, 27)  in  der 
Zwischenzeit  von  364  ägyptischen  Jahren  und  219 7^  Tagen  in 
der  Tat  351  volle  Umläufe  in  Anomalie  und  darüber  351*27' 
zurückgelegt  hat,  multiplizieren  wir  den  jährlichen  Betrag 
in  Anomalie  mit  364  und  addieren  dazu  den  auf  21974  Tage 


412  Anhang. 

entfallenden  Überschuß.     Ziehen  wir  alsdann  von  der  Summe 

351   ganze  Kreise   ab,    so  erhalten   wir  die  oben   angegebene 

Anomaliezahl.     Die  Rechnung  gestaltet  sich   folgendermaßen: 

347'' 32'    0"48'"x364 

126  5020  12'  51"  12'" 

209°  14'    3"  16'"      in  219y/ 

126  711°  26' 54"  28'" 

126  360°  0'  0"  0'"  d.  i.  351  x  360° 
351°  26' 54"  28'". 
11)  S.  156.  Die  Jahreszahl  14,  welche  der  griechische  Text 
bietet,  ist  unbedingt  falsch.  Das  Richtige  hat  hier  ursprüng- 
lich Cod.  D  geboten:  d'  ist  erst  von  der  zweiten  Hand  in  id' 
korrigiert.  Abgesehen  davon,  daß  in  der  Syntaxis  keine  von 
Ptolemäus  angestellte  Beobachtung  über  das  vierte  Jahr  Antonius 
hinausfällt,  lehrt  die  Berechnung  des  mittleren  Sonnenortes, 
daß  das  14*^  Jahr  ausgeschlossen  ist.  Das  vierte  Jahr  Antonius 
(vgl.  I  Anh.  Anm.  30)  ist  das  888*«  seit  Nabonassar  und  läuft 
vom  19.  Juli  140  bis  18.  Juli  141  n.  Chr.  Seit  dem  Mittag  des 
1.  Thoth  (19.  Juli)  bis  zum  Mittag  des  11.  Thoth  (29.  Juli)  sind 
10  Tage  verflossen,  hierüber  bis  zur  Morgendämmerung  des 
12.  Thoth  %b^  früh  16 Vg  Stunden.  Ein  späterer  Termin  der 
Beobachtung  kann  mit  Rücksicht  auf  die  Jahreszeit  kaum  an- 
genommen werden;  auch  würde  eine  halbe  Stunde  später  nur 
1'14"  mehr  ausmachen.  Für  887*10*16  72^  ergibt  die  Nachprü- 
fung den  mittleren  Sonnenort  zwar  nur  mit  v  5°37'58"  statt 
mit  Q  5°45' ;  allein  bei  der  Vorliebe  des  Ptolemäus  für  günstige 
Abrundung  fällt  dieser  Minderbetrag  weniger  ins  Gewicht  als  der 
Umstand,  daß  die  Berechnung  für  10  Jahre  später  (27.  Juli  150 
n.  Chr.  7^5^^  früh)  den  mittleren  Sonnenort  mit  V  3°  26' 41"  liefert. 
Als  Ergänzung  des  zum  ersten  Bande  (Anh.  Anm.  30)  auf- 
gestellten Kanons  der  Regierungsjahre  Hadrians  und  Anto- 
nius seien  hier  die  im  zweiten  Bande  dazukommenden  Jahre 
Hadrians  zur  leichteren  Prüfung  der  modernen  Datenhinzugefügt. 
11*««  Jahr  Hadrians,  das874t«seitNab.,vom23.  Juli  126— 22.  Julil27 
12*««    „  „  „   875*«   „       „         „    23  Juli  127— 21  Julil28 

13*««    „  „  ,,    876*«   „       „         „   2 2. Juli  128— 2 I.Juli  12? 

14*««    „  „  „   877*«   „       „         „   22.Julil29— 21.Julil30 

15*««    „  „  „   878*«   „       „         „   22.Julil30— 21.Julil31 

16*««    „  „  „   879*«   .,       „         „    22. Juli  131— 20. Juli  132 

18*««    „  „  „   881*«   „       „         „    21.Julil33— 20  Julil34. 

Die  Stellen  des  Textes,  in  denen  die  einzelnen  Jahre  genannt 
werden,  gibt  das  Namenverzeichnis  unter  Hadrian  und  Antonin 
an  die  Hand. 


Anhang. 


413 


12)  S.  254.  Der  Exzenter  der  gleichförmigen  Bewegung  sei 
der  Kreis  um  das  Zentrum  Z,  der  den  Epizykel  tragende  Ex- 
zenter sei  der  Kreis  um  das  Zentrum  A,  Mittelpunkt  der  Ekliptik 
sei  E  (vgl.  die  Fig  S.  209).  Die  Prosthaphäresis  infolge  der 
größeren  Exzentrizität  wird  durch  die  Winkel  E-Z  gemessen, 
die  infolge  des  Laufs  auf  dem  Exzent'r  mit  der  kleineren  Ex- 
zentrizität durch  die  Winkel  EAZ,  ETZ,  EPZ,  EA'Z.  Maß- 
gebend für  die  genauberechnete  Länge  des  Epizykelmittelpunktes 
ist  die  zahlenmäßige  Größe  dieser  letzteren  Winkel,  zu  deren 
Ermittelung  die  in  der  dritten  und  vierten  Spalte  der  Tabellen 
angesetzten  Zahlen  dienen.  Die  dritte  Spalte  enthält  die  den 
Winkeln  EEZ  entsprechenden Prosthaphäresisbeträge,  die  vierte 
die  nur  Minuten  betragende  Größe 
der  Winkel  AEE,  TEE  usw., 
welche  die  Differenz  der  beiden 
Arten  der  Prosthaphäresis  aus- 
drücken. Gleich  Null  wird  diese 
Differenz  in  den  mittleren  Ent- 
fernungen, d.  i.  in  den  Knoten-  \jo 
punkten  der  beiden  Exzenter,  die  "^ 
bei  den  übrigen  Planeten  in  die 
Längen  93 '^  und  -267®,  bei  dem 
Merkur  infolge  der  größeren  Ex- 
zentrizität in  die  Längen  60 "  und 
300 ''  fallen.  Bei  ersteren  gewinnt 
man  oberhalb  der  Knotenlinie, 
d.  i.  auf  dem  erdfernen  Halb- 
kreis, die  Prosthaphäresis  infolge  des  Laufs  auf  dem  zweiten 
Exzenter  durch  Addition  der  Differenz  zu  den  Beträgen  der 
dritten  Spalte  (Außenwinkel  EAZ=  ^  EEZ-[-  /,  AEE),  auf  dem 
erdnahen  Halbkreis  durch  Subtraktion  der  Differenz 
(Dreieckwinkel  E FZ  =  Außenwinkel  EEZ —  Dreieckwinkel  TEE). 
Das  entgegengesetzte  Verfahren  für  den  Merkur  (vgl.  die  Tabelle 
S.  265)  erklärt  sich  aus  der  rückläufigen  Bewegung  des  den 
Epizykel  tragenden  Exzenters,  infolge  welcher  der  Planet  zwei- 
mal in  die  Erdnähe  gelangt.  < 

Die  Berechnung  dieser  drei  Winkel  für  eine  gegebene  gleich- 
förmige Länge  ist  in  den  Beweisen  der  Exzentrizität  der  Pla- 
neten zahlenmäßig  durchgeführt  worden.  Nachdem  z.  B.  für  den 
Jupiter  die  gleichförmige  Länge  NE  mit  79"30'  ermittelt  war, 
wurde  von  dem  /,  NZE  ausgehend,  (S.  211,18)  die  Differenz^) 
/,  EAZ  —  /,  EEZ  =  /,  AEE  mit  0°3'  nachgewiesen;  demnacü  ist 

2b)  Die  Einführung  des  Buchstaben  Z  für  an  der  zitierten 
Stelle  gebrauchtes  O  wird  nicht  irre  führen,  da  auch  dort  das 
Zentrum  des  ersten  Exzenters  mit  Z  bezeichnet  ist. 


414 


Anhang. 


L  EAZ  =  /.EEZ  +  003',  d.  h.  zur  Größe  des  4EEZ,  die  zur  ge- 
gebenen Länge  in  der  dritten  Spalte  steht,  müssen  die  3  Minuten 
aus  der  vierten  Spalte  addiert  sverden,  um  den  gesuchten 
/_  EAZ  zu  erhalten.  Desgleichen  wurde  von  dem  mit  32^51' 
ermittelten  Perigeumabstand  ZN  ausgehend^),  (S.  214,  le)  die 
Differenz  /.  EEZ  —  /.  ET'Z  =  /,  TEE  mit  0^7'  nachgewiesen, 
also  /,  EEZ-On'  =  LErZ,  d.h.  von  der  Größe  des  L  EEZ 
müssen  7  Minuten  abgezogen  werden,  um  den  /_Er'Z  zu 
erhalten. 

13)  S.  266.  267  zweimal.  1.  Genaue  Berechnung  der  Länge 
und  der  Anomalie.  Die  Prosthaphäresis  der  Länge,  d.  i.  /_  BEM- 
oder  vielmehr  dessen  Scheitelwinkel,  entspricht  der  Anomalie- 
differenz bei  der  Sonne  (1171,22)  und  zugleich  dem  Unterschied 
des  genauen  Apogeums  des  Epizykels  von  dem  mittleren, 
ähnlich  wie  bei  dem  Monde  (I  269, 20).  Zwischen  Apogeum  und 
Perigeum  des  Exzenters  (d.  i.  bei  den  Argumentzahlen  der  ersten 
Spalte)  bleibt  der  Endpunkt  der  Leitlinie  ME  in  der  Ekliptik 
hinter  dem  Endpunkt  der  Leitlinie  BE  der  gleichförmigen  Be- 
wegung um  den  /_BEM  zurück:  man  hat  die  Prosthaphä- 
resis von  den  Graden  der  gleichförmigen  Länge  abzuziehen, 

um  die  genauberechnete 
.9^  zu  erhalten.    Um  densel- 

ben Winkel  geht  auf  dem- 
selben Halbkreis  des  Ex- 
zenters das  mittlere  Apo- 
geum (w)  des  Epizykels 
dem  genauen  {g)  voraus: 
man  hat  die  Prosthaphä- 
resis zu  den  Graden  der 
mittleren  Anomaliezahl 
zu  addieren,  um  die  auf 
das  genaue  Apogeum  re- 
duzierte Zahl  zu  erhalten. 
Daß  auf  dem  Halbkreis  des 
Exzenters  vom  Perigeum 
zum  ^pogeum  (d.  i.  bei  den  Argumentzahlen  der  zweiten  Spalte) 
das  umgekehrte  Verfahren  eintreten  muß,  ist  aus  dem  Ver- 
hältnis der  Leitlinien  an  der  Figur  deutlich  zu  erkennen. 

2.  Berechnung  der  Prosthaphäresis  der  Anomalie.  Die  Prosth- 
aphäresis in  diesem  Sinne  entspricht  der  Anomaliedifferenz  bei 
der  epizyklischen  Hypothese  (1  172,28).  Sie  mißt  den  Winkel 
(EM TT),  unter  welchem  einem  Auge  im  Mittelpunkt  (M)  der 
Ekliptik  der  Abstand  des  Planeten  (TT)  von  dem  genauen  Apogeum 
{g\  in  der  Ekliptik  gemessen,  erscheint.    Wie  bei  dem  Monde  er- 


b)  An  der  vorliegenden  Figur  entspricht  -M. 


Anhang.  415 

reicht  dieser  Winkel  sein  Maximum,  wenn  der  Mond  in  den  Be- 
rührungspunkten (Z  und  H)  der  Tangente  an  den  Epizykel  steht. 
Zur  Berechnung  dieses  Winkels  bedarf  es 
zweier  Argumentzahlen,  der  gleichför- 
migen Länge  des  Epizykels  und  der 
genauberechnetenAnomaliezahldes 
Planeten. 

Es  sei  z.  B.  für  den  Saturn  die  gleich- 
förmige Länge  mit  30°  und  die  genaube- 
rechnete Anomaliezahl  mit  45°  gegeben. 
Zu  letzterer  bietet  die  sechste  Spalte  der 
Tabelle  (S.261)  den  i  EMH  für  die  mitt- 
lere Entfernung  mit  4**  3'  (als  Mittel  zwi- 
schen 3049'  und  4^7').  Für  die  größte 
Entfernung,  d  i.  bei  der  Länge  0®,  würde 
derselbe  Winkel  durch  Abzug  der  der  fünften  Spalte  zu 
entnehmenden  g anz e n Differenz  O'^  11' 30"  mit  (4 <^3'-0"  11 '30"=) 
3^  51' 30"  gewonnen  werden.  Nun  handelt  es  sich  aber  um 
die  unwesentlich  kleinere  Entfernung,  welche  bei  30*^  gleich- 
förmiger Länge  eintritt:  es  sind  die  zu  dieser  gegebenen 
Länge  in  der  achten  Spalte  angesetzten  52  y^  Sechzigstel 
oder  Ys  der  Differenz  00  11'30",  d.  s.  0<>10',  von  der  Prosth- 
aphäresis  4^3'  der  mittleren  Entfernung  abzuziehen,  weil 
die  Länge  SO**,  als  in  den  ersten  15  Zeilen  stehend,  auf  den 
erdfernen  Halbkreis  des  Exzenters  entfällt.  Somit  ist 
/.  EMTT  für  die  beiden  gegebenen  Argumentzahlen  mit  dem  um 
ein  geringes  größeren  Betrag   (4*'3' —  0^10' =)  3^53'  gefunden. 

3.  Anbringung  der  Prosthaphäresis  der  genauberechneten 
Anomalie.  Der  gefundene  zahlenmäßige  Betrag  des  /.EMTT  ist 
zu  der  genauberechneten  Länge  des  Epizykels  zu  addieren, 
wenn  die  gegebene  Anomaliezahl  in  der  ersten  Spalte,  d.  h. 
der  Planet  auf  der  Abendseite  (EZ)  des  Epizykels  steht;  denn 
in  diesem  Fall  geht  der  Planet  auf  beiden  Halbkreisen  des  Ex- 
zenters, sowohl  auf  dem  vom  Apogeum  zum  Perigeum  als  auch 
auf  dem  vom  Perigeum  zum  Apogeum,  dem  Epizykelmittelpunkt 
in  der  Ekliptik  v  0  r  a  n  (s.  Fig.  zu  1).  A  b  z u z i e  h  e  n  ist  der  Betrag 
des  Winkels,  wenn  die  Anomaliezahl  in  der  zweiten  Spalte, 
d.  h.  der  Planet  auf  der  Morgenseite  (EH)  des  Epizykels  steht, 
wo  er  auf  beiden  genannten  Halbkreisen  des  Exzenters  dem 
Epizykelmittelpunkt  in  der  Ekliptik  nachfolgt. 

14)  S.  267.  1.  Es  soll  der  scheinbare  Ort  in  Länge  berech- 
net werden,  welchen  der  Saturn  am  6.  Mechir  (22.  Dezember) 
138  n.  Chr.  8^  abends  einnahm  (vgl.  S.  243, 25).  Die  seit  der 
Epoche  verflossene  Zeit  beträgt  885*  155'^  8^.  Für  diese  Stunde 
geben  die  Tafeln  der  mittleren  Bewegungen  des  Satarn  (S.  104 
bis  106)  folgende  einzelne  Posten  an  die  Hand: 


416  Anhang. 


Länge 

Anomalie 

810^ 

180»53'12" 

342no'59" 

72a 

160     4  43 

182  24  58 

3* 

36  40  11 

322  36     2 

150^ 

5     1  23 

142  49  19 

5^ 

10     2 

4  45  38 

S^ 

40 

19     2 

382<^50'11" 

995«   5'58" 

Mittlere  Epoche: 

S'      26°43' 

34«   2' 

409034' 

1029«   8' 

Ganze  Kreise: 

360« 

720« 

Überschuß : 

49^34' 

309«   8'. 

Von  tri  23°  bis  S'  O'': 

37« 

Mittlere  Länge: 

86«34'. 

Mit  den  vom  damaligen  Apogeum  trj,  23«  (S.  244, 14)  ab  gerech- 
neten Grraden  86« 34'  der  gleichförmigen  Länge  gehen  wir  in  die 
erste  Spalte  der  Anomalietabelle  (S.  261)  ein,  entnehmen  der 
dritten  und  vierten  Spalte  die  Prosthaphäresis  mit  (6«  26' 30" -f- 
1'30"=)  rund  6«28'  und  subtrahieren  (Anm  13.  i)  diesen  Be- 
trag von  der  gleichförmigen  Länge  86« 34',  um  die  genaube- 
rechnete mit  80 «6'  zu  erhalten,  addieren  ihn  aber  zu  den 
Graden  der  mittleren  Anomalie,  um  die  genauberechnete  Ano- 
maliezahl mit  (309*'8'-}-6«28'=)315«36'  zu  erhalten.  Zu  letz- 
terer notieren  wir  hierauf  die  aus  der  sechsten  Spalte  sich  er- 
gebende Prosthaphäresis  4« 4'  der  Anomalie  für  die  mittlere 
Entfernung  und  die  aus  der  fünften  Spalte  hervorgehende 
Differenz  0«12'  der  größten  Entfernung.  Von  dieser  sind 
aber  nur  die  zur  gleichförmigen  Länge  86«  34'  der  achten  Spalte 
zu  entnehmenden  ^«/e^,  d.  s.  0«2',  in  Betracht  zu  ziehen,  und 
zwar  (Anm.  13.2  a.  E.)  von  der  notierten  Prosthaphäresis  4«4' 
zu  subtrahieren,  was  4«2'  gibt.  Die  hiermit  gewonnene 
Prosthaphäresis  der  genauberechneten  Anomalie  werden  wir 
nun  von  der  genauberechneten  Länge  80«6'  (Anm,  13.  3)  ab- 
ziehen, die  als  Ergebnis  erhaltenen  76«4'  (vgl.  S.  246, 10)  von 
dem  damaligen  Apogeum  ni.  23«  aus  abzählen  und  so  (vgl. 
S.  244,1)  zu  dem  scheinbaren  Ort  in  Länge  (7« -1- 60« -(- 9«4' =) 
«i*  9  «4'  gelangen  Die  Breite  des  Saturn  in  dieser  Position  wird 
Anm.  22. 1  ermittelt. 

2.  Es  soll  der  scheinbare  Ort  in  Länge  berechnet  werden, 
welchen  die  Venus  am  29/30.  Tybi  (16.  Dezember)  138  n.  Chr. 
7^5^  früh  einnahm  (vgl.  S.  164,  8).  Die  seit  der  Epoche  verflos- 
sene Zeit  beträgt  885*^28*1674^^  Für  diese  Stunde  ergibt  die 
Rechnung    nach    den   Tafeln   der    mittleren   Bewegungen   der 


Anhang.  417 

Venus  (S.  113— 115)  die  gleichförmige  Länge  mit  292° 9'  =  /  22"9', 
was  selbstverständlich  zugleich  der  mittlere  Ort  der  Sonne  ist, 
die  mittlere  Anomalie  mit  230*31',  Von  dem  damaligen  Apo- 
geum  ^  25*^  (S.  159,27)  ab  gezählt,  beträgt  die  gleichförmige 
Länge  (5»  -f  180*^  -|-  22"9'  =)  207*^9'.  Zu  dieser  Argumentzahl  gibt 
die  Anomalietabelle  (S.  264)  die  Prosthaphäresis  mit  (1*7'  — 
0^2'  =)  1*5',  so  daß  wir  (Anm.  13.  i)  die  geuauberechnete  Länge 
mit  (207*9'  -{-l'^ö'  =)  208*14',  die  genauberechnete  Anomalie  mit 
(230*31'  —  1*5'  =)  229*26'  erhalten.  Zu  letzterer  entnehmen  wir 
der  sechsten  Spalte  die  Prosthaphäresis  45*43'  der  Anomalie  für 
die  mittlere  Entfernung  und  der  siebenten  Spalte  die  dazuge- 
hörige Differenz  1*10'  der  kleinsten  Entfernung,  nehmen  aber 
von  dieser  nur  die  ^%o ,  welche  zu  der  gleichförmigen  Länge 
207*9'  in  der  achten  Spalte  angesetzt  sind,  und  addieren 
(Anm  13.2  a.  E.)  den  Bruchteil  1*1'  zu  der  notierten  Prosth- 
aphäresis 45*43'.  Die  hiermit  erhaltenen  46*44'  subtrahie- 
ren wir  (Anm.  13.3)  von  der  genauberechneten  Länge,  zählen 
den  Rest  (208*14' -  46*44' =)  161*30'  von  dem  Apogeum  H  25* 
ab  und  gelangen  so  (vgl.  S.  165,  5)  zu  dem  scheinbaren  Ort  in 
Länge  (5* -|-  150*  +  6*30'  =)  H  6*30'.  Die  Breite  der  Venus  in 
dieser  Position  wird  Anm.  22.  2  ermittelt. 

3.  Es  soll  der  scheinbare  Ort  in  Länge  berechnet  werden, 
welchen  der  Merkur  am  18/19.  Thoth  (15.  Nov.)  265  v.  Chr. 
7''  früh  einnahm.  Eine  Stunde  später  sei  angenommen  als  im 
Text  (S.  151,21),  weil  die  gleichförmige  Länge  des  Planeten  in 
besserem  Einklang  mit  dem  mittleren  Ort  der  Sonne  (iil  20*50') 
gefunden  wird  Die  seit  der  Epoche  verflossene  Zeit  beträgt 
483»17^19'\  Für  diese  Stunde  liefert  die  Rechnung  nach  den 
Tafeln  der  mittleren  Bewegungen  des  Merkur  (S.  116 — 118)  die 
gleichförmige  Länge  mit  260*51'  =  trx  20*51',  die  mittlere  Ano- 
malie mit  212*41'.  Zu  der  von  dem  damaligen  Apogeum  -a  6* 
(S.  151,23)  ab  gezählten  gleichförmigen  Länge  44*51'  gibt  die 
Anomalietabelle  (S.  265)  die  kombinierte  Prosthaphäresis  mit 
1*53'.  Es  beträgt  demnach  (Anm.  13.  i)  die  genauberechnete 
Länge  (44*51' —  1*53' =)  42*58',  die  genauberechnete  Anomalie 
(212*41' -fl"53'=)  214*34'.  Zu  letzterer  entnehmen  wir  der 
sechsten  Spalte  die  Prosthaphäresis  17*3'  der  Anomalie  für 
die  mittlere  Entfernung  und  der  fünften  Spalte  die  dazu- 
gehörige Differenz  2*54'  der  größten  Entfernung.  Hiervon 
nehmen  wir  die  zu  der  gleichförmigen  Länge  44*51'  sich  er- 
gebenden ^*4o,  d.  s.  1*25',  und  ziehen  (Anm  13.2)  diesen  Be- 
trag von  der  notierten  Prosthaphäresis  17*3'  ab.  Die  hiermit 
erhaltenen  15*38'  subtrahieren  wir  (Anm.  13.3)  von  der  genau- 
berechneten Länge  42*58'  und  erhalten  somit  (vgl.  S.  151,  ii) 
als  scheinbaren  Ort  in  Länge  (42*58'  -  15*38'  =)  27*20',  d.  i.  vom 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II.  27 


418  Anhang. 

Apogeum  ii  6^  ab  gezählt,  irj.  3*^20'.    Die  Breite  des  Merkur  in 
dieser  Position  wird  Anm.  22.  3  ermittelt. 

15)  S.  277.  Die  Weiterführung  des  Beweises  gestaltet  sich 
im  Vergleich  zu  S.  274,26  folgendermaßen: 

V2AK:ZK<LHZK:  t  HEK. 
Es  ist  aber  V,  AK  :  ZK  =  GEp  :  GFl, 

folglich  GEp:GPl<:L.  HZK:  /.  HEK, 

oder    i,HEK:  iHZK^GPl-.GEp. 

Die  letzte,  mit  dem  Schlußergebnis  (S.  277,3)  übereinstim- 
mende Zeile  ist  aus  der  hier  vorhergehenden  durch  Umstellung 
der  äußeren  und  Vertauschung  der  inneren  Glieder  hervor- 
gegangen. Viel  klarer  tritt  das  zu  beweisende  Gegenteil 
(S.  276, 12)  des  vorher  (S.  274,  28)  gewonnenen  Ergebnisses  hervor, 
wenn  man  die  hier  vorletzte  Zeile  unter  Umstellung  der  Ver- 
hältnisse als  Schlußergebnis  hinstellt.  Die  beiden  Ergebnisse 
stehen  sich  dann  in  folgender  Form  gegenüber: 

S.  277,3  :     i  HZK:^  HEK^  G Ep  :  G PI, 
S.  274,28:     /,  HZK:/,  H£Y.<CGEp  :  GPl. 

Die  Weiterführung  des  Beweises  für  die  exzentrische 
Hypothese  gestaltet  sich  in  Anknüpfung  an  S.  275,  29  entspre- 
chend. Auch  hier  führt  die  Gegenüberstellung  der  Ergebnisse 
in  geeigneterer  Form 

S.  277,4  :      i,  H0K:/,  HEK^- GEx  :  GPl, 
S.  275,81:     i  H0K:^  HEK  <iOEx:  GFl, 
zu  einem  besseren  Verständnis  des  Gegenteiles. 

16)  S.  281.  Wenn  die  Figur  dem  Zeitpunkt  entsprechen 
soll,  wo  der  Planet,  dessen  Opposition  direkt  im  Apogeum  des 
Exzenters  bevorsteht,  noch  stationär  in  Punkt  Z  steht,  kann 
der  Epizykelmittelpunkt  nicht  direkt  im  Apogeum  angenommen 
werden,  wie  dies  an  den  Figuren  des  Originals  und  an  den  von 
mir  beigegebenen  scheinbar  der  Fall  ist.  Es  bedarf  vielmehr 
einer  Figur,  welche  den  Planeten  in  Punkt  Z  stationär  zeigt, 
während  der  Epizykelmittelpunkt  A  in  einem  gewissen  Abstand 
genauberechneter  Länge  (2' 6' 6")  noch  vor  dem  Apogeum 
steht,  wie  S.  303,  30  deutlich  ausgesprochen  wird.  Dieser  Ab- 
stand wird  unter  Anrechnung  der  Prosthaphäresis  (0^6' 30" 
auf  1°)  der  periodischen  Länge  (2"21'25")  entsprechen,  die 
nach  den  Tafeln  (III»  und  IIP  S.  106)  in  die  zwischen  dem 
ersten  Stillstand  und  der  Opposition  verstreichende  Zeit  (von 
707,5  Tagen)  umzuwandeln  ist,  in  welcher  der  Epizykel  in  das 
Apogeum  des  Exzenters  und  der  Planet  rückläufig  in  das 
Perigeum  des  Epizykels  gelangt. 


Anhang.  4 1  9 

Da  für  die  Beweise  derartig  komplizierte  Figuren  nicht  an- 
gezeigt waren,  so  habe  ich  es  bei  den  Stellungen,  welche  die 
Figuren  des  Originals  zeigen,  belassen,  jedoch  diese  drei  Stel- 
lungen des  Epizykels  in  größter,  mittelster  und  kleinster  Ent- 
fernung für  jeden  Planeten  zu  einer  einheitlichen  Figur  ver- 
einigt, in  welcher  der  Unterschied  der  Entfernungen  vom 
Mittelpunkt  der  Ekliptik  zum  Ausdruck  kommt.  Das  Größen- 
verhältnis zwischen  Epizykel  und  Exzenter  konnte  natürlich 
nicht  für  jeden  Planeten  eingehalten  werden,  ist  aber  insoweit 
berücksichtigt,  daß  der  Epizykel  des  Jupiter  größer  als  der  des 
Saturn  und  die  Epizyklen  der  Venus  und  des  Merkur  größer 
als  der  des  Jupiter  gezeichnet  sind.  Außerdem  lassen  die 
neuen  Figuren  einigermaßen  erkennen,  daß  mit  der  Annäherung 
an  die  Erde  die  Rückläufigkeitsstrecke  bei  den  vier  ersten 
Planeten  kleiner,   bei  dem   Merkur  dagegen  größer  wird. 

War  die  epizyklische  Hypothese  (vgl.  S.  268  Anm.  *)),  wel- 
che die  Veränderung  der  Entfernung,  d.  i.  die  Exzentrizität  der 
Planetenbahnen,  bei  den  verhältnismäßig  kurzen  Strecken  der 
Rückläufigkeit  als  unwesentlich  außer  acht  läßt,  für  die  Erklä- 
rung der  vorausgeschickten  Lehrsätze  ausreichend,  so  kann  sie 
nicht  mehr  genügen,  sobald  die  Wirkung  der  Exzentrizität  in 
Betracht  gezogen  wird.  Dies  geschieht  erstens  (S.  281,  is)  mit 
der  Erklärung,  daß  die  Entfernung  kurz  vor  dem  Apogeum  nur 
anwesentlich  verschieden  sei  von  der  größten  Entfernung, 
md  zweitens  (S  281,22)  durch  Berücksichtigung  der  Prosth- 
iphäresis  der  Länge.  Solange  es  sich  um  die  Rückläufigkeit 
n  der  mittleren  Entfernung  handelte,  kam  die  Prosthaphäresis 
ieshalb  nicht  in  Betracht  (vgl.  S,  278,  27),  weil  dort,  wo  der 
Fortschritt  des  ungleichförmigen  oder  scheinbaren  Laufs  sich 
'On  der  mittleren  Bewegung  auf  eine  ziemliche  Strecke  nicht 
vesentlich  unterscheidet,  genauberechnete  und  periodische 
iänge  als  identisch  gelten  kann. 

Bei  der  größten  Entfernung  wird  die  zur  Bestimmung  der 
wischen  Stillstand  und  Opposition  verstreichenden  Zeit  er- 
Drderliche  periodische  Länge  auf  folgendem  Wege  gewonnen, 
fachdem  iZ/KH  der  scheinbaren,  d.i.  der  von  dem  ge- 
auen  Perigeum  H  ab  gerechneten  Anomalie  (S.  282, 28)  mit 
1^16'  gefunden  ist,  ergibt  sich  nach  dem  gegebenen  Verhältnis 
^Vj'Vio  ^i^  auf  diesen  Winkel  entfallende  genauberechnete 
änge  mit  2*^6'.  Damit  ist  die  Ekliptikstrecke  gefunden,  wel- 
|ie  der  Epizykel  in  der  bis  zur  Opposition  verstreichenden 
eit  von  A  bis  zum  Apogeum  des  Exzenters  für  das  Auge  in  f 
der  Richtung  der  Zeichen  zurücklegt.  Es  ist  aber  zugleich  mit 
)m  L  ZÄH  auch  der  LATE  (S.  282,27)  mit  5*'38'  gefunden, 
i.  die  Strecke,  welche  in  derselben  Zeit  der  Planet  in  der 
[kliptik  gegen  die  Richtung  der  Zeichen  zurücklegt;  folglich 

27* 


420 


Anhang:. 


beträgt  die  Strecke,  die  er  für  das  Auge  in  f  scheinbar  rück- 
läufig ist,   den  Unterschied  der  beiden  Winkel,   d.i.   (5^38'  — 

2<>6'=)3<>32'.  Die  Zeit,  welche  der 
P 1  a  n  e  t  zu  diesem  Rücklauf  braucht, 
ist  dieselbe,  in  welcher  der  Epizykel 
die  periodische  oder  mittlere  (von 
dem  Winkel  bei  B  gemessene)  Länge 
bis  zum  Apogeum  des  Exzenters  zu- 
rücklegt, die  um  die  Prosthaphäre- 
sis,  d.i.  um  den  /,  AAm,  größer 
ist  als  die  genauberechnete  oder 
scheinbare  (von  dem  Winkel  bei  f 
gemessene)  Länge.  Daher  addiert 
Ptolemäus  (S.  283,9)  den  auf  2^6' 
der  letzteren  entfallenden  Betrag 
mit  0"15'  und  erhält  so  mit  2*^21' 
die  periodische  Länge,  zu  welcher 
die  Tafeln  (S.  106)  der  gleichförmi- 
gen Bewegungen  des  Saturn  die 
halbe  Dauer  der  Rückläufigkeit  mit 
70 Vg  Tagen  liefern.  Die  Unzulänglichkeit  der  mit  0^6' 30" 
(S.  281,22)  zugrunde  gelegten  Prosthaphäresis  auf  einen  Grad, 
nach  welcher  das  einfache  Rechenexempel  0*'6'30"  x  2^6'  die 
gesuchte  Prosthaphäresis  mit  nur  0^13' 39"  ergibt,  veranlaßt  den 
Ptolemäus  zu  dem  Nachtrag  (S.  301f.)  am  Schluß  des  sechsten 
Kapitels. 

Bei  der  kleinsten  Entfernung  wird  auf  demselben  Wege 
zunächst  der  Abstand  vom  Peri- 
geum  des  Exzenters  nach  genau- 
berechneter Länge  (S.  284,  33)  mit 
2"33'  2>V'  festgestellt  und  (S.  283,24) 
die  am  Perigeum  auf  einen  Grad 
entfallende  Prosthaphäresis  mit  0" 
7'  20"  zugrunde  gelegt.  Auch  hier 
zeigt  sich  die  Unzulänglichkeit  die- 
ses Wertes.  Weil  die  genauberech- 
nete (von  dem  Winkel  bei  f  gemes- 
sene) Länge  mn  den  ^  AAm  grö- 
ßer ist  als  die  periodische  (von  dem 
Winkel  bei  B  gemessene),  wird  letz- 
tere (S.  285, 5)  unter  Abzug  dei 
Prosthaphäresis  mit  2"16'45"  er- 
zielt, d.  h.  die  Prosthaphäresis  isi 
zu  (2<'33'28"-20l6'45"=}00l6'43' 
angenommen,  während  die  Nachprüfung  (00  7'20"  x  2"  33'28' ; 
zu  dem  um  0*2' 2"  größeren  Betrag  0^18' 45"  führt. 


/l  m       — *--  -' 


Anhang. 


421 


17)  S.  334.  Bei  der  größeren  Kompliziertheit  der  Bahnver- 
hältnisse wird  es  genügen,  den  Lauf  der  Venus  und  des  Mer- 
kur durch  Figuren  zu  erläutern,  und  zwar  den  Lauf  des  Mer- 
kur ohne  Rücksicht  auf  die  stark  elliptische  Gestalt  seiner  Bahn. 

Die  Epizyklen  sind  in  den  Kardinalpunkten  der  Bahnen  an- 
genommen: in  den  Apogeen  (Q)  und  den  Perigeen  (TT),  die 
mit  den  Grenzpunkten  der  Breite  zusammenfallen  (vgl  S.  328, 
25),  und  in  den  Knoten  (K»  u.  K^:  vgl.  S.  328,  9).  Die  Pla- 
neten sind  in  die  Apogeen  (A)  und  die  Perigeen  (P)  ihrer  Epi- 
zyklen gesetzt,  sowie  in  die  Berührungspunkte  der  Tangenten 
an  die  Epizyklen,  in  denen  für  das  Auge  in  E  die  größten 
Elongationen  eintreten.  Die  genauberechnete  Anomalie,  welche 
auf  diese  Punkte  entfällt,  beträgt  bei  der  Venus  138**  und  222**, 
bei  dem  Merkur  111**  und  249°.  Daß  an  den  Figuren  diese 
Punkte  nicht  all-  y 

enthalben  gleich- 
weit beiderseits 
der  Perigeen  an- 
gesetzt sind,  er- 
klärt sich  aus  dem 
Schiefstand  der 
Epizyklen ,  der 
nicht  perspekti- 
visch dargestellt 
werden  konnte. 
Als  Ausgangs- 
punkt derbei  bei- 
den Planeten  zu- 
nächst nach  Nor- 
den gerichteten 
Hebung  des 
Durchmessers 
{Ä  P) ,  welcher 
durch  die  schein- 
baren Apogeen 
geht,  ist  das  be- 
treffende Peri- 
neum (P*)  des 
Epizykels  (vgl.  S.  331,  i)  durch  einen  Stern  bezeichnet.  Ebenso 
der  auf  der  Abendseite  des  Epizykels  liegende  Endpunkt  (a*) 
des  Quermessers  {am)  als  Ausgangspunkt  der  bei  beiden  Pla- 
tteten gleichfalls  zunächst  nach  Norden  gerichteten  Hebung  die- 
ses Durchmessers  über  seine  (punktierte)  Normallage  (S.  33i,26). 

Der  Neigungswinkel  (iy-Klicig)  des  Epizykels  der  Venus  im 
Ipogeum  und  Perigeum  des  Exzenters  gleich  Null,  erreicht  ein 
Maximum  von  2V2"  in  den  Knoten  (S.  336,18).    Steht  der  Pia- 


422 


Anhang. 


net  bei  diesem  Maximum  in  dem  Perigeum  des  Epizykels,  so 
erscheint  die  ihm  durch  diesen  Winkel  verliehene  größte  (in  K^) 
nördliche  und  (in  K')  südliche  Breite  dem  Auge  in  E  unter 
einem  Winkel  von  6^22'  (S  336,23).  Steht  er  aber  in  dem 
Apogeum  des  Epizykels,  so  erscheint  die  (in  K^)  nördliche 
und  (in  K^)  südliche  Breite  unter  einem  Winkel  von  1^2' 
(S.  336,  23). 

Der  Winkel  des  Schiefstandes  (lo^coaLg)^  in  den  Knoten 
gleich  Null,  erreicht  im  Mittel  ein  Maximum  von  373^  (S.  367,28). 
Wenn  der  Planet  in  den  Berührungspunkten  der  Tangente,  d.  i. 
in  der  größten  Elongation  von  der  mittleren  Sonne  steht,  so 
bewirkt  dieses  Maximum  des  Schiefstandes  für  ein  Auge  in  E 
hinsichtlich  der  Breite  des  Planeten  im  Apogeum  des  Exzen- 
ters einen  Abzug  (auf  der  Abendseite  a)  oder  Zusatz  (auf  der 
Morgenseite  m)  von  2^27'  (S.  371,8),  im  Perigeum  des  Ex- 
zenters einen  Abzug  (auf  der  Morgenseite  m)  oder  Zusatz  (auf 
der  Abendseite  a)  von  2^34'  (S.  371,  -.s). 

Endlich  verleiht  der  Neigungswinkel    des    Exzenters 
sowohl  in  der  Erdferne  als  in  der  Erdnähe  dem  im  genauen 
^  Apogeum    oder    Peri- 

geum des  Epizykels 
stehenden  Planeten 
einenördlicheBreite 
von  Ve"  (ß-  335,16). 
Während  des  Laufs  des 
Epizykels  zum  Knoten 
(vgl.  Anm.  22.  2  a.  E.) 
nimmt  dieser  Winkel 
ab,  bis  er  im  Knoten 
gleich  Null  wird,  um 
von  dort  wieder  bis 
zu  dem  Maximum  an- 
zuwachsen. 

Bei  dem  Merkur 
beträgt  das  Maximum 
des  Neigungswin- 
kels des  Epizykels 
6V4<^  (S  337,3),  der 
Winkel  am  Auge,  wenn 
der  Planet  im  Peri- 
geum des  Epizykels 
steht,  4<>5'  (S.  337,10), 
wenn  im  Apogeum, 
ine'  (S.  337,  9). 
Der  Winkel  des  Schief  Standes  erreicht  im  Mittel  (S.  369, 15) 
das  Maximum  von  7^  und  erscheint  dem  Auge  in  der  Erdferne 


Anhang.  423 

unter  einem  Winkel  von  2''17'  (S.  372,19),  in  der  Erdnähe  un- 
ter einem  solchen  von  2°46'  (S.  373,  7). 

Der  Neigungswinkel  des  Exzenters  verleiht  dem  im 
Apogeum  oder  Perigeum  des  Epizykels  stehenden  Planeten  so- 
wohl in  der  Erdferne  als  in  der  Erdnähe  eine  stets  südliche 
Breite  von  Y^"  (S.  335, 17).  Dieser  Winkel  wird  in  den  Knoten 
gleich  Null  und  nimmt  von  da  wieder  bis  zum  Maximum  zu. 

18)  S.  336.  337.  Der  durch  die  Pole  des  Epizykels  gezogene 
größte  Kreis,  auf  welchem  die  Neigungswinkel  des  Epizykels 
gemessen  werden,  ist  selbstverständlich  gleichgroß  wie  der 
Epizykel  des  betreffenden  Planeten.  Der  Winkel,  unter  welchem 
der  von  dem  Neigungswinkel  unterspannte  Bogen  dieses  Krei- 
ses dem  Auge  erscheint,  ist  daher  identisch  mit  der  Prosth- 
aphäresis  der  Anomalie  (vgl.  Anm.  13.2),  welche  einen  gleich- 
großen Abstand  des  Planeten  von  dem  genauen  Apogeum  oder 
Perigeum  des  Epizykels  mißt.  Weil  der  Epizykel,  wenn  er  das 
Maximum  der  Neigung  zeigt,  in  den  Knoten  der  Bahn  steht, 
so  kommen  für  die  Berechnung  dieses  Winkels  am  Auge  die 
Ansätze  in  Betracht,  welche  die  Anomalietabellen  der  Planeten 
in  der  sechsten  Spalte  für  die  Prosthaphäresis  der  Anomalie  in 
der  mittleren  Entfernung  bieten. 

Nach  dieser  Spalte  der  Tabelle  der  Venus  (S.  264)  erscheint 
ein  Epizykelbogen  von  6°  am  Apogeum  des  Epizykels  dem 
Auge  unter  einem  Winkel  von  273^,  so  daß  auf  einen  Grrad 
(2yj*^:6=)  0"25'  entfallen;  folglich  wird  ein  Bogen  des  durch 
die  Pole  des  Epizykels  gezogenen  größten  Kreises,  der  am 
Apogeum  des  Epizykels  den  Neigungswinkel  von  '2.'^/^'^  über- 
spannt, dem  Auge  unter  einem  Winkel  von  (0<'25'  x  2  Yg  =)  1^2'30" 
erscheinen.  Am  Perigeum  des  Epizykels  erscheint  ein  Epi- 
zykelbogen von  3^  dem  Auge  unter  einem  Winkel  von  rund 
7*^40',  so  daß  auf  einen  Grad  2*^33'  kommen;  folglich  ergibt 
sich  für  einen  Bogen  des  besagten  Kreises,  der  am  Perigeum 
des  Epizykels  den  Neigungswinkel  von  2y2*^  überspannt,  ein 
Winkel  am  Auge  von  (2<>33'  x  2  Vg  =)  6« 22'. 

Nach  der  sechsten  Spalte  der  Anomalietabelle  des  Merkur 
(S.  265)  entfällt  auf  einen  Grad  am  Apogeum  des  Epizykels 
die  Prosthaphäresis  mit  (98'  :  6=)  rund  0^17';  mithin  erscheint 
der  am  Apogeum  den  Neigungswinkel  von  ^  /^^  überspannende 
Bogen  unter  einem  Winkel  von  (0"17'x6V4=)  1''46'.  Rechnet 
man  ferner  der  Tabelle  nach  die  auf  einen  Grad  am  Peri- 
geum des  Epizykels  entfallende  Prosthaphäresis  (108': 3  =)  0*^36', 
so  erscheint  der  am  Perigeum  denselben  Neigungswinkel  über- 
spannende Bogen  unter  einem  Winkel  von  nur  (0^36' x  67^  =) 
3*^45'  statt  4"5'.  Demnach  hat  Ptolemäus,  abweichend  von  dem 
Betrag  der  Tabelle,  die  Prosthaphäresis  auf  einen  Grad  mit 
0^'39'  angrenommen. 


424  Anhang, 

19)  S.  340.  Bei  dem  Mars  wird  umgekehrt  aus  den  durch 
Berechnung  festgestellten  Winkeln  von  6*^  und  3'' 20',  unter  wel- 
chen in  der  Erdnähe  und  in  der  Erdferne  der  den  Neigungs- 
winkel des  Epizykels  überspannende  Bogen  erscheint,  die  Größe 
des  Neigungswinkels  selbst,  d.i.  der  Betrag  des  Bogens 
NE  oder  OK  des  durch  die  Pole  des  Epizykels  gezogenen  größ- 
ten Kreises  abgeleitet. 

Für  einen  Epizykelbogen  von  3*^  am  Perigeum  des  Epizykels 
liefert  die  Anomalietabelle  (S.  263)  die  Prosthaphäresis  der  Ano- 
malie in  der  kleinsten  Entfernung  mit  (5 '^ 45' -f  2^20'  =)  rund 
8^  so  daß  auf  einen  Grad  (8":  3=)  2<'40'  entfallen,  d.  h.  ein 
Winkel  des  besagten  größten  Kreises  von  einem  Grad  erscheint 
am  Perigeum  des  Epizykels  in  der  kleinsten  Entfernung  unter 
einem  Winkel  von  2''40'.  Folglich  wird  der  den  Neigungswin- 
kel überspannende  Bogen  NE,  der  unter  einem  Winkel  von  6** 
erscheint,  zu  einem  Winkel  von  2^15'  gehören.*) 

In  der  größten  Entfernung  beträgt  für  den  Epizykelbogen 
von  3°  am  Perigeum  des  Epizykels  die  Prosthaphäresis  der 
Anomalie  (5^45' —  1*^16' =)  rund  4"30',  so  daß  auf  einen  Grad 
1^30'  entfallen.  Folglich  wird  der  Neigungswinkel,  dessen  Bo- 
gen 0K  in  der  größten  Entfernung  unter  einem  Winkel  von 
3"  20'  erscheint,  wieder  rund  2"  15'  betragen.'') 

20)  S.  342.  Für  den  Saturn  und  den  Jupiter  ist  unter  et- 
was veränderten  Verhältnissen  dieselbe  Aufgabe  zu  lösen  wie 
für  den  Mars.  Bei  dem  Saturn  erscheint  der  Bogen  des  Nei- 
gungswinkels des  Epizykels  am  Apogeum  unter  einem  Winkel 
von  0*^26',  am  Perigeum  unter  einem  solchen  von  0*'34'.  Da 
für  größte  und  kleinste  Entfernung  ein  Unterschied  (S.  340,2?) 
nicht  gemacht  wird,  so  kann  mit  den  Zahlen  der  mittleren 
Prosthaphäresis  der  Anomalie  gerechnet  werden,  nach  denen 
(s.  die  Tabelle  S.  261)  auf  einen  Grad  am  Apogeum  des  Epi- 
zykels O'^e',  am  Perigeum  0"7'40"  entfallen.  Es  ergeben  die 
Verhältnisse 

am  Apogeum    1^  0<'6'        =6HZ:0^26' 
am  Perigeum    1<> :  on'40"  =  &  0K  :  0»  34' 

für  6  HZ  ^,     d.  i.    das    473  fache   eines  Grades  oder  4^20', 
für  &0K  ^r,  d.i.   das  4|5  fache  eines  Grades  oder  4«26'5". 

460     '  4n  •  1  /  n 

Beide  Ergebnisse  bleiben  hinter  dem  von  Ptolemäus  mit  47j'' 
angegebenen  Neigungswinkel  erheblich  zurück.    Diesen  Betrag 

a)  Nach  dem  Verhältnis  l'' :  2<'40'  =  x  :  6"  ist  x=^  =  2^\^, 
d.h.  der  gesuchte  Winkel  beträgt  das  2 y^ fache  eines  Grades. 

b)  Nach  dem  Verhältnis  1°  :  l^BO' =  oc:  3"20'  ist  sc=^'=  2%, 
d.i.  genau  2n3'20". 


Anhang.  425 

erzielt  man  genau  nur  dann,  wenn  man  die  Prosthaphäresis  auf 
einen  Grad  am  Apogeum  mit  0''5'49",  am  Perigeum  mit  0** 
7' 33"  ansetzt: 


.^  1560"         174 

am  Apogeum  mit  -—-—  =  4 

^  ^  349  349 

„     .  .^  2040"         228 

am  Perigeum  mit  =  4 

^  453  453 


d.  i.  rund  473«. 


Bei  dem  Jupiter  betragen  die  beiden  gegebenen  Winkel 
am  Auge  0"24'  und  0^36'.  Hier  erhält  man  mit  den  Beträgen 
der  Prosthaphäresis,  wie  sie  die  Tabelle  (S.  262)  für  einen  Grad 
am  Apogeum  und  am  Perigeum  des  Epizykels  an  die  Hand 
gibt,  ziemlich  genau  den  von  Ptolemäus  mit  2y2*'  angegebenen 
Neigungswinkel.     Es  ergeben  die  Verhältnisse 

am  Apogeum     1 »  :  O'^  9'  40"  =  6  H  Z  :  0°  24' 
am  Perigeum    1® :  0n4'20"  =  6  0K  :  O^Se' 

^"^^^^^80-  =  '58, 

f      /n,.2160"        44(^-i-^^^d^'A"- 

^^^    ^^»^   ^6^  =  ^86  1 

21)  S.  378.  379  zweimal,  1.  Die  Argumentzahlen  der  Tabel- 
len der  Breite  sind,  wie  die  Überschrift  der  beiden  ersten  Spal- 
ten besagt,  von  den  Apogeen  aus  gerechnet,  weil  in  den 
'olgenden  Spalten  die  gleichgroßen  Beträge  zu  beiderseits 
ier  Apogeen  gleichweit  entfernten  Graden  anzusetzen  waren, 
•^un  sind  für  die  Breite,  die  dem  Epizykel  infolge  der  Neigung 
les  Exzenters  erwächst,  die  Zahlen  der  genauberechneten  Länge 
naßgebend,  welche  von    den  Grenzpunkten   der  größten 

reite  ab  gezählt  werden.  Dieser  Grenzpunkt  fällt  bei  dem 
ilars  nahezu,  bei  der  Venus  und  dem  Merkur  genau  mit  dem 
apogeum  der  Exzenter  zusammen,  was  bei  den  Planeten  Saturn 
nd  Jupiter  nicht  der  Fall  ist.  Deshalb  muß  für  letztere  die 
om  Apogeum  ab  gegebene  genauberechnete  Länge  auf  diesen 
rrenzpunkt  als  Ausgang  der  Zählung  reduziert  werden.  Dies 
eschieht  für  den  Saturn  durch  Zusatz  von  rund  50"  (statt  53'^), 
eil  bei  ihm  der  nördliche  Grenzpunkt  der  Breite  (S.  326,3o)  in 
uO^  so  weit  rückwärts  des  Apogeums  "l  23*' liegt,  für  den 
apiter  durch  Abzug  von  rund  20"  (statt  19^),  weil  bei  ihm 
ieser  Grenzpunkt  in  -'^  0°  so  weit  vorwärts  des  Apogeums 
'  11"  liegt.  Für  den  Mars  wird  keine  Veränderung  der  Länge 
»geschrieben,  weil  bei  ihm  der  nördliche  Grenzpunkt  in  Q  30" 
emlich  nahe  (S.  326,32)  an  dem  Apogeum  Q  25^30'  liegt  Es 
ird  demnach  eine  Differenz  von  4^2®  für  unwesentlich  gehal- 
'.n,  weil  auf  eine  so  kleine  Strecke  die  Breite  sich  nur  ganz 


426  Anhang. 

unmerklich  ändert.  Von  diesem  Gesichtspunkt  aus  sind  wohl 
auch  die  abgerundeten  Zahlen  bei  dem  Saturn  und  dem  Jupiter 
zu  beurteilen. 

Von  einer  Rücksicht  auf  das  derzeitige  Apogeum,  d.  i,  auf 
das  Apogeum  des  Jahrhunderts,  für  welches  die  Berechnung  der 
Breite  angestellt  wird,  wie  sie  bei  Berechnung  der  scheinbaren 
Örter  in  Länge  (S.  266,6)  vorgeschrieben  wurde,  sieht  Ptolemäus 
hier  ab.  Die  Vorschrift  kann  demnach  nur  für  seine  Zeit,  oder 
wenigstens  für  nicht  viel  früher  oder  später,  Gültigkeit  haben. 
Denn  die  Apogeen  der  Epoche  —  für  den  Saturn  v\  14**  10',  für 
den  Jupiter  'P  2*^9',  für  den  Mars  Q  16^40'  —  verursachen  ge- 
gen die  nördlichen  Grenzpunkte,  die  Ptolemäus  mangels  Kennt- 
nis der  geringen  rückläufigen  Bewegung  der  Knotenlinien  für 
unverrückbar  hält,  recht  wesentliche  Differenzen  in  Länge. 
Solche  müßten  sich  auch  bei  der  Venus  und  dem  Merkur  be- 
merkbar machen,  deren  Grenzpunkte  der  Breite  für  die  Zeit 
des  Ptolemäus  direkt  in  den  Apogeen  ^  25*^  und  su  10°  ange- 
nommen werden,  während  zur  Zeit  der  Epoche  letztere  in 
^  16**  10'  und  SL  l^'iO'  lagen.  Je  schneller  sich  aber  ein  Planet 
bewegt,  um  so  merkbarer  muß  schon  in  kurzer  Zeit  seme  Ver- 
änderung in  Breite  werden  und  um  so  größer  der  Fehler  einer 
Berechnung,  welche  für  zurückliegende  Jahrhunderte  ohne 
Rücksicht  auf  das  damalige  Apogeum  des  Planeten  vorge- 
nommen wird. 

2.  Eine  andere  Bewandtnis  hat  es  mit  den  vorgeschriebenen 
Zusätzen  zur  genauberechneten  Länge  bei  der  Venus  und  dem 
Merkur.  Ist  bei  der  Venus  die  gegebene  genauberechnete  Länge 
unter  90*^,  d  h.  steht  der  Epizykel  zwischen  dem  nördlichen  Grenz- 
punkt des  erdfernen  Halbkreises  des  Exzenters  und  dem  Knoten 
am  Ende  des  ersten  Quadranten,  so  führt  der  Zusatz  von  90° 
zu  der  Reihe  der  zunehmenden  Sechi^igstel  des  zweiten  Qua- 
dranten, die  von  dem  notierten  Betrag  des  Neigungswinkels  des 
Epizykels  genommen  werden  sollen.  Denn  im  ersten  Qua- 
dranten des  Exzenters,  d  i.  vom  Apogeum  bis  zum  Knoten,  nimmt 
die  südliche  Breite  des  Planeten  (s.  Fig.  zu  Anm.  17),  welche  der 
>^ eigungswinkel  des  Epizykels  verleiht,  von  0°  bis  6^22'  zu. 
Fällt  die  genaub ersehn ete  Länge  aber  in  den  zweiten  Qua- 
dranten, in  welchem  die  südliche  Breite  des  Planeten  mit  dem 
Neigungswinkel  bis  zum  Perigeum  wieder  abnimmt,  so  führt 
der  Zusatz  von  90°  zu  der  Reihe  der  abnehmenden  Sech- 
zigstel  des  dritten  Quadranten,  die  von  dem  notierten  Betrag 
des  Neigungswinkels  genommen  werden  sollen.  Daß  durch  den- 
selben Zusatz  der  entsprechende  Erfolg  erreicht  wird,  wenn  die 
genauberechnete  Länge  in  den  dritten  und  vierten  Quadran- 
ten des  Exzenters  fällt,  ist  ohne  weiteres  klar. 


Anhang.  427 

Bei  dem  Merkur  wird  als  Zusatz  zur  genauberechneten  Länge 
ein  Halbkreis  mehr  als  bei  der  Venus,  d.  s.  270*^,  vorgesehrieben, 
weil  bei  ihm  dem  Neigungswinkel  entsprechend  die  südliche 
Breite  (s.  Figur  zu  Anm.  17)  im  dritten  Quadranten,  d.  i.  vom 
Perigeum  ab  bis  zum  Knoten  zunimmt  und  im  vierten  Qua- 
dranten bis  zum  Apogeum  wieder  abnimmt.  Fällt  z.  B.  die 
Länge  des  Epizykels  mit  183°  in  den  dritten  Quadranten,  zu 
welchem  in  der  Tabelle  abnehmende  Sechzigstel  angesetzt  sind, 
so  führt  der  Zusatz  270^  zu  der  Argumentzahl  (1^3®4- 270*^ — 
360°=)  93^,  d.i.  in  die  Keihe  der  zunehmenden  Sechzigstel, 
zu  welcher  bei  dem  entsprechenden  Stande  des  Epizykels  der 
Venus  in  dem  ersten  Quadranten  der  Zusatz  90"  führte.  Das- 
selbe Ergebnis  würde  für  den  Merkur  auch  durch  Abzug  von 
90"  erreicht  werden;  in  beiden  Fällen  wird  diß  Argument- 
zahl der  Länge  in  den  vorhergehenden  Quadranten  verlegt, 
welcher  die  der  Zunahme  oder  Abnahme  des  Neigungswinkels 
entsprechenden  Sechzigstel  enthält. 

Keines  Zusatzes  bedarf  es  bei  der  Venus  zur  genauberech- 
neten Länge,  um  die  Sechzigstel  zu  erhalten,  welche  die  durch 
den  Schiefstand  verursachte  Breite  betreffen;  denn  da  die 
nach  Norden  gehobene  Abendseite  des  Epizykels  (s.  Figur  zu 
Anm.  17)  im  ersten  Quadranten,  d.  i.  vom  Apogeum  zum 
Knoten,  sich  zur  Ebene  der  Ekliptik  herabsenkt,  worauf  sich 
im  zweiten  Quadranten  bis  zum  Perigeum  die  Morgenseite 
wieder  nach  Norden  emporhebt,  so  führen  die  gegebenen 
Grade  der  Länge  ohne  weiteres  zu  den  erforderlichen  ab- 
oder  zunehmenden  Sechzigsteln. 

Bei  dem  Merkur  vollzieht  sich  der  entsprechende  Verlauf 
des  Schiefstandes  im  dritten  und  vierten  Quadranten  des  Ex- 
zenters (s.  Figur  zu  Anm.  17),  d.  i.  vom  Perigeum  zum  Apogeum, 
mithin  gleichfalls  einen  Halbkreis  weiter  vorwärts  als  bei  der 
Venus.  Nun  stehen  aber  bei  den  genauberechneten  Längen, 
welche  in  diese  Quadranten  fallen,  d.  h.  bei  den  Argumentzah- 
len der  zweiten  Spalte  von  unten  nach  oben,  dem  Verlauf  des 
Schiefstandes  durchaus  entsprechend,  im  dritten  Quadranten 
abnehmende  und  im  vierten  Quadranten  zunehmende  Sech- 
zigstel; die  gegebene  Länge  führt  also  gerade  so  gut  wie  bei 
der  Venus  ohne  weiteres  zu  den  dem  Verlauf  des  Schiefstan- 
des entsprechenden  Sechzigsteln.  Der  Zusatz  von  180",  der  die 
Argumentzahlen  der  zweiten  Spalte  zu  den  ebenfalls  erst  ab- 
nehmenden, dann  zunehmenden  Sechzigsteln  des  ersten  und 
zweiten  Quadranten  führt,  ist  demnach  in  dieser  Hinsicht  be- 
langlos, wird  aber  maßgebend  für  die  Erzielung  derjenigen 
Länge,  von  welcher  der  Ausfall  nördlicher  oder  südlicher 
Breite  des  Schiefstandes  abhängt.  So  führt  z.  B.  (vgl.  S.  391,19) 
die    Länge   von    20"  ebensogut    wie   die    um    180"   vermehrte 


428  Anhang. 

Länge  von  200*^  zu  ^Yg«,  während  nur  letztere  bei  darunter 
180°  bleibenden  Anomaliezahl  108  nach  Absatz  3Ba)  S.  379  zn 
der  erforderlichen  südlichen  Breite  führt. 

Betrachtet  man  die  beiden  Sechzigstelreihen  näher,  die  einer- 
seits für  die  Argumentzahlen  der  ersten  Spalte  von  oben  nach 
unten,  anderseits  für  die  der  zweiten  Spalte  von  unten  nach 
oben  verlaufen,  so  besteht  der  einzige  Unterschied  darin,  daß 
auf  der  Strecke  vom  Apogeum  zum  Perigeum  (d.  i.  von  0"  bis 
180**)  die  abnehmenden  Sechzigstel  (bis  90*^)  von  6  zu  6  Grad 
und  die  (von  da  ab)  zunehmenden  von  3  zu  3  Grad  fort- 
schreiten, dagegen  auf  der  Strecke  vom  Perigeum  zum  Apogeum 
(von  180*^  bis  360"*)  die  abnehmenden  (bis  270")  von  3  zu 
3  Grad  und  die  (von  da  ab)  zunehmenden  von  6  zu  6  Grad. 
Es  lassen  sich  demnach  zu  den  um  ISO*'  vermehrten  mittleren 
Argumentzahlen  der  kürzeren  Reihe  die  entsprechenden 
Sechzigstel  aus  der  längeren  Reihe  entnehmen.  So  entfallen 
auf  27«  die  bei  (27°-}- 180«=)  207°  stehenden  53' 12''. 

Zur  Berechnung  der  Sechzigstel  für  die  Planetenbreiten 
muß  noch  folgendes  bemerkt  werden.  Sie  sind  aus  den  Zahlen 
für  die  Breite  des  Mondes  ('I'abelle  der  Gesamtanomalie  I 
286)  einfach  durch  Multiplikation  mit  12  (S.  375,12)  abgeleitet. 
Bei  der  Nachprüfung  hat  sich  für  eine  Reihe  von  Argument- 
zahlen ein  Rechnungsfehler  herausgestellt,  der  merkwürdi- 
gerweise stets  auf  ein  Minus  von  12"  hinausläuft,  eine  Diffe- 
renz, die  auf  das  schließliche  Ergebnis  der  Berechnung  der 
Breite  natürlich  keinen  wesentlichen  Einfluß  haben  kann. 

Die  Multiplikation  mit  12  ergibt  nämlich  bei  den  Argument- 
zahlen (einschließlich  ihrer  Ergänzungen  zu  360°) 

12°  u.  168°  aus  4°54'  nicht  58'36"    sondern  58' 48" 


I 


24°  u.  156° 
36°  u.  144° 
42°  u  138» 
72°  u.  108» 
78°  u.  102° 


4034'  „  54' 36"  „  54' 48" 

4°   3'  „  48' 24"  „  48' 36" 

3°43'  „  44  24"  „  44' 36" 

1°33'  „  18' 24"  „  18' 36" 

1°   3'  „  12' 24"  „  12' 36". 


Hierüber  bei  den  Argumentzahlen 

99°  aus  0°48'  nicht  9' 24"  sondern     9' 36" 

111°     „     1°48'       „  21'24"  „          21'36" 

135°     „     3°32'       „  42' 12"  „         42' 24" 

153°     „     4°27'       „  53' 12"  „          53' 24" 

165°     „     4°50'       „  57' 48"  „         58'    0". 

22)  S.  378.  380.  1.  Es  soll  die  Breite  berechnet  werden,  wel- 
che der  Saturn  am  6.  Mechir  (22.  Dezember)  138  n.  Chr.  8»» 
abends  (S.  243,  25)  hatte.  Die  genauberechnete  Länge  war  (Anm. 
14.1)  mit  80°6',  die  genauberechnete  Anomalie  mit  315° 35'  fest- 


Anhang.  429 

gestellt.  Nachdem  wir  erstere  (Anm.  21)  um  50^  vermehrt  ha- 
ben, gehen  wir  mit  130°6'  in  die  Tabelle  (S.  376)  ein  nnd  no- 
tieren aus  der  fünften  Spalte  ^76o-  ^^  ^^^  genauberechneten 
Anomaliezahl  Slb^Sb'  liefert  die  vierte  Spalte,  weil  die  ver- 
mehrte Länge,  auf  den  südlichen  Halbkreis  des  Exzenters  ent- 
fällt, die  Breite  2" 9',  von  der  obige  'Veo  ^^  nehmen  sind.  Der 
Bruchteil  1°21'  zeigt  die  südliche  Breite  an,  welche  der  Sa- 
turn zurzeit  hatte. 

Zur  Kontrolle  dieses  Ergebnisses  kann  folgendes  dienen.  Be- 
obachtiingsgemäß  stand  der  Saturn  {S.  244,4)  von  dem  nörd- 
lichen Hörn  des  südlich  der  Ekliptik  stehenden  Mondes  0*30' 
in  der  Richtung  der  Zeichen  (d.  i.  östlich)  entfernt;  das  Hörn 
lag  mithin  auch  1''21'  südlich  der  Ekliptik;  folglich  mußte  das 
Zentrum  des  Mondes  eine  um  0"15'  größere  scheinbare  süd- 
liche Breite  von  1^36'  haben.  Läßt  sich  diese  Breite  für  den 
Mond  nachweisen,  so  ist  damit  auch  die  Breite  des  Saturn  als 
zutreffend  bewiesen. 

Nach  den  Mondtafeln  berechnet  beträgt  die  Entfernung  des 
Mondes  vom  nördlichen  Grenzpunkt,  einschließlich  der  Differenz 
der  Gesamtanomalie,  100°56',  wozu  die  letzte  Spalte  der  Tabelle 
der  Uesamtanomalie  (1  286)  rund  1"  südliche  wahre  Breite  ^ibt. 
Folglich  müssen  die  noch  übrig  bleibenden  0*^36'  auf  die  süd- 
wärts wirkende  Breitenparallaxe  (vgl.  I  Anh.  Anm.  40)  ent- 
fallen. Da  sich  für  Alexandria  bei  etwa  70**  Zenitabstand  die 
Höhenparallaxe  (AH)  des  Mondes  in  Erdnähe  nach  der  Paral- 
laxentafel (I  323)  mit  1*15'  berechnet  und  (S.  244,  lo)  die  Län- 
genparallaxe (0H)  mit  l'e'  gegeben  ist,  so  steht  eine  Breiten- 
parallaxe (A0)  im  Betrag  von  0*^36'  zu  diesen  Zahlen  im  rich- 
tigen Verhältnis ;  denn  sie  muß  sich  aus  der  für  das  Parallaxen- 
dreieck (A0H)  geltenden  Formel  (AH^ -0H*  =  AG^,  d.i.) 

362  =  75a-66»     oder     1269  =  5625-4356 

als  yi269  ergeben,  was  annähernd  stimmt;    denn  36^  =  1296. 

2.  Es  soll  die  Breite  berechnet  werden,  welche  die  Venus 
am  29/30.  Tybi  (16.  Dezember)  138  n.  Chr.  %6^  früh  (S.  164,  s) 
hatte.  Die  genauberechnete  Länge  war  (Anm.  14.  2)  mit  208*14', 
die  genauberechnete  Anomalie  mit  229*26'  festgestellt  Zu 
letzterer  notieren  wir  aus  der  dritten  Spalte  der  Tabelle  (S.  377) 
mit  1*.H3'  die  Breite,  welche  der  Planet  bei  der  gegebenen  Ano- 
maliezahl durch  die  Neigung  des  Epizykels  erhält,  und  aus 
der  vierten  die  Breite,  die  ihm  der  Schief  stand  des  Epizykels 
verleiht,  mit  2^29'. 

Berechnet  ist  die  Breite  1*33'  unter  der  Annahme  (vgl.  S. 
343, 12),  daß  der  Epizykel  in  einem  der  Knoten  das  Maximum 
der  Neigung  gegen  die  Ekliptik  erreicht  habe,  während  der 
Planet  auf  dem  Epizykel  rund  50*  über  das  Perigeum  hinaus 


430  Anliang. 

ist,  mifhin  die  größte  Elongation  als  Morgenstern  bereits  einige 
Grade  hinter  sich  hat.  Bei  der  gegebenen  Länge  208*^  würde 
die  Breite  1"33'  erst  im  zweiten  Knoten,  d.  i,  bei  270°  Länge 
am  Ende  des  dritten  Quadranten  eintreten,  an  dessen  Anfang, 
d.  i.  im  Perigeum,  sie  bei  der  Länge  180*^,  ebenso  wie  der 
Neigungswinkel,  gleich  Null  ist.  Bei  dem  Fortschritt  in  Länge 
um  28*^  muß  mit  dem  Anwachsen  des  Neigungswinkels  auch  der 
Planet  in  Breite  gehoben  worden  sein,  und  zwar  nach  Maß- 
gabe der,  zunehmenden  Sechzigstel,  zu  welchen  (Anm.  21.  2) 
die  um  90*^  vermehrte  Länge  führt.  Demnach  hat  man  die  zu 
der  Länge  (208''+ 90''=)  298<>  gehörigen  ^%o  von  dem  Höchst- 
betrag 1*^33'  zu  nehmen,  welchen  der  Planet  in  dem  gegebenen 
Epizykelgrad  erst  im  Knoten  erreicht.  Mit  dem  Bruchteil  0^43' 
ist  die  Breite  gefunden,  zu  welcher  der  Planet  bei  der  Länge 
208®  infolge  der  Neigung  des  Epizykels  gelangt,  und  zwar  (nach 
S.  379,13)  als  nördliche  Breite. 

Auch  die  durch  den  Schiefstand  verliehene  Breite  2° 29' 
ist  (vgl.  S.  366,  21)  unter  der  Annahme  berechnet,  daß  der  Epi- 
zykel  in  einem  der  Knoten  stehe  und  zur  Ebene  der  Ekliptik 
schiefgestellt  sei,  während  der  Planet  auf  dem  Epizykel  den 
Berührungspunkt  der  Tangente  auf  der  nach  Norden  gehobe- 
nen Morgenseite  überschritten  hat.  Tatsächlich  ist  es  die  Breite 
(s.  Figur  zu  Anm.  17),  welche  erst  am  Ende  des  zweiten  Qua- 
dranten, d.i.  im  Perigeum  eintritt,  wenn  bei  der  Länge  180" 
der  Planet  in  der  bezeichneten  Lage  durch  das  Maximum  des 
Schiefstandes  gehoben  erscheint.  Bei  dem  Fortschritt  in  Länge 
um  28"  muß  auch  der  Winkel,  unter  welchem  der  vermin- 
derte Schiefstand  dem  Auge  erscheint,  kleiner  geworden  sein, 
und  zwar  nach  Maßgabe  der  abnehmenden  Sechzigstel,  wel- 
che die  Längen  zwischen  180°  und  270°  ohne  weiteres  an  die 
Hand  geben.  Demnach  hat  man  die  zu  der  un vermehrten  Länge 
208°  gehörigen  '"^/^^  von  2°29'  zu  nehmen,  um  mit  2°9'  die 
dem  Planeten  durch  den  Schiefstand  verliehene  Breite,  und 
zwar  (nach  S.  379,34)  ebenfalls  als  nördliche  zu  erhalten. 

Zum  Ansatz  des  dritten  und  letzten  Faktors  der  Breite  führt 
(nach  S.  379,35)  folgende  Berechnung: 

52  .^  52  -^  JL 2704  .^i A^>^i A 

60  -^  60  ^  6  3600  ^6  4-^6  s' 

Diese  nicht  ohne  weiteres  verständliche  Vorschrift  erklärt 
sich  folgendermaßen.  Der  im  Mittelpunkt  der  Ekliptik  gebil- 
dete Neigungswinkel  des  Exzenters,  welcher  im  Maximum  (S. 
335,16)  Ve^  beträgt  und  stets  auf  nördliche  Breite  entfällt, 
wird,  während  der  Epizykel  vom  nördlichen  Grenzpunkt  zum 
Knoten  läuft,  nicht  bloß  dadurch  kleiner,  daß  der  Epizykel- 
mittelpunkt  sich  von  Grad  zu  Grad  der  Ekliptik  nähert,  son- 
dern auch  dadurch,  daß  sich  gleichzeitig  die  Ebene  des  Exzen- 


Anhang.  431 

ters  zur  EV>ene  der  Ekliptik  herabsenkt,  bis  sie,  wenn  der  Epi- 
zykel  im  Knoten  angelangt  ist,  mit  ihr  zusammenfällt.  Die 
Sechzigistel,  nach  denen  man  die  Verkleinerung  oder  Vergröße- 
rung dieses  Winkels  vorzunehmen  hat,  werden  stets  dieselben 
sein,  welche  auf  die  Abnahme  oder  Zunahme  des  Schiefstandes 
entfallen:  abnehmende,  wenn  die  Länge  im  ersten  und  drit- 
ten Quadranten  liegt,  zunehmende,  wenn  im  zweiten  und 
vierten.  Im  vorliegenden  Fall  sind  also  die  zur  unvermehrten 
Länge  208'^  angesetzten  ^^eo  ^^n  dem  Maximum  Vg"  =  0<^10' 
einmal  aus  dem  ersten  Grunde,  und  von  dem  Ergebnis  0^8'40" 
zum  zweitenmal  aus  dem  zweiten  Grunde  zu  nehmen,  woraus 
der  durch  den  Neigungswinkel  des  Exzenters  verursachte  Teil- 
betrag der  nördlichen  Breite  des  Planeten  mit  yg°  =  0*'7'30" 
hervorgeht. 

Somit  beläuft  sich  die  Summe  der  drei  erhaltenen  Ansätze 
0^3' -j-2'>9'-|-0n'30"  auf  eine  nördliche  Breite  von  2<>59'30", 
welche  allerdings  den  von  Ptolemäus  (S.  165,6)  mit  2° 40'  an- 
gesetzten Betrag  erheblich  überschreitet. 

3    Es  soll  die  Breite  berechnet  werden,  welche  der  Merkur 
im  18/19.  Thoth  (15.  November)  265  v.  Chr.  7^  früh  hatte  (vgl. 
■^.  150,29  und  Anm.  14  3  zur  Zeit).    Die  genauberechnete  Länge 
>var  (Anm.  14.3)  mit  42**58',  die  genauberechnete  Anomalie  mit 
U2''4l'  festgestellt.     Zu  letzterer  liefert  die  dritte   Spalte  der 
Tabelle  (S.  377)  die  Breite,  welche  der  Neigungswinkel  des  Epi- 
•ykels  verursacht,  mit  2^57',  die  vierte  Spalte  die  vom  Schief- 
tand herrührende  Breite  mit  1*^53'.   Von  letzterer  ist,  weil  die 
'  nge  auf  den   erdfernen   Halbkreis  des  Exzenters  entfällt, 
.  d.s.  0"ll',  in  Abzug  zu  bringen.    Zu  der  (Anm.  21.2)  um 
.)"  vermehrten  Länge  (42»58' +  270®=)312°58'  gibt  die  fünfte 
l»alte  ■^Yeo,  die  von  2''57'  genommen  2"1'  ergeben,  d.i.  (^nach 
H79, 13)  einen  auf  nördliche  Breite  entfallenden  Betrag.   Zu 
nach   Vorschrift    um    180"    vermehrten   Länge    (42"  58'  -f- 
-J»=)  223"  erhalten  wir  ^%q,  die  von  (1"53'- 0"11' =)  1"42' 
enommen  1"12'   ergeben,  was   (nach  S.  379, 34)   ebenfalls  auf 
örd liehe  Breite  entfällt.     Endlich  führt  zum  dritten  Ansatz, 
er  stets  auf  südliche  Breite  hinausläuft,  die  Multiplikation 

ixixr  =  üx|^  =  r     oder     0023'. 
Das  Schlußergebnis  (2"l'-f  l"12'-0°23' =)  2"n0'  dürfte  die 
örd  liehe   Breite,   welche  dem  Merkur  in   der  beobachteten 
onstellation  (S.  151)   zukommt,    nur    um   ein  geringes  über- 
ihreiten. 

23)  S.  385.  1.  Berechnung  für  die  Venus.  Da  die  mittlere 
)nne  (auf  der  Geraden  BEw)  in  7125"  steht,  so  liegt  dort  auch 
Jr Mittelpunkt  des  Epizykels,  d.h.  die  gleichförmige  Länge 


432 


Anhanor. 


«^' 


beträgt  von  dem  Apogeum  ^  25^  ab  gerade  30^  Da  ferner 
der  scheinbare  Ort  der  Venus  (auf  der  Geraden  MTT)  O  0**  ist, 
80  beträgt  ihre  Elongation  von  der  mittleren  Sonne  ö**.  Gesucht 
ist  die  Entfernung  des  Planeten  von  dem 
Apogeum  desEpizykels.  Ob  die  Entfernung 
{mT\)  von  dem  mittleren  oder  die  Entfer- 
nung (TT^)  von  dem  genauen  Apogeum  ge- 
meint ist,  wird  von  Ptolemäus  nicht  ange- 
geben. 

Zu  der  gleichförmigen  Lange  30"  erhält 
man  aus  der  dritten  und  vierten  Spalte  der 
Tabelle  (S.  264)  die  kombinierte  Prosth- 
aphäresis  der  Länge  mit  l"!!',  die  von  30" 
abgezogen,  zu  der  genauberechneten  Länge 
28"  49'  führt.  Folglich  liegt  der  genaube- 
rechnete Ort  des  Epizykels  (auf  der  Gera- 
den ME^r  in  hJ  25"-f  28"49',  d.  i )  in  TT23" 
49',  und  der  Planet  in  G  0"  erscheint  dem  Auge  in  M  um  den 
/,  ^MTT  =  6"11'  von  diesem  Ort,  d.i.  von  dem  genauen  Apo- 
geum (^f)  des  Epizykels  entfernt.  Für  die  Erdentfernung,  wel- 
che bei  der  gleichförmigen  Länge  30"  eintritt,  berechnet  sich 
die  der  Zahl  6"  11'  am  nächsten  kommende  Prosthaphäresis  der 
Anomalie  folgendermaßen.  Aus  der  sechsten  Spalte  erhält  man 
die  Prosthaphäresis  der  Anomalie  für  die  mittlere  Entfernung 
(als  Mittel  zwischen  5"1'  und  7"31')  mit  6"16'.  Hiervon  ist  die 
Differenz  0"4'  für  die  größte  Entfernung,  der  Länge  30"  ge- 
mäß mit  ^Veoi  ^'^'  ^^  0"3'30"  in  Abzug  zu  bringen,  was  6" 
12'  30"  gibt.  Zu  dieser  Zahl  liefert  die  erste  Spalte  —  weil 
/,  ^MTT  zur  Länge  des  Epizykels  zu  addieren  ist  —  die  ge- 
nauberechnet'e  Anomaliezahl  15"  (als  Mittel  zwischen  den  Gra- 
den 12  und  18),  welche  um  die  Prosthaphäresis  1"11'  (d.i.  bgm) 
vermindert,  zu  der  mittleren  Anomaliezahl  13"49'  führt.  Dem- 
nach ist  von  Ptolemäus  mit  14"  die  vom  mittleren  Apogeum 
gerechnete  Zahl  gemeint. 

Zur  Berechnung  der  Breite  sei  die  genauberechnete  Länge 
mit  29"  und  die  genauberechnete  Anomalie  mit  15"  gegeben. 
Nach  der  ausführlichen  Darlegung  des  Verfahrens  (Anm.  22. 2) 
wird  folgendes  Schema  verständlich  sein. 

Genauberechn.  Anomalie  15":  Neigung  1",  Schiefstand  0"21' 
Gen.  Länge  29"-{- 90"  =  119":  «y^^  x  io  =  ^o"29' 

7eox0"21'  =  -f-0"18'30" 


Gen.  Länge  (ohne  Zus.)  29":  1  53,         53,    ^  1/ o_  28/    xO"10' 

/eo  ^     /eo  ^  /e    ~     '36  -^  " 


-f  0"7'47". 


Anhang. 


433 


>ZW* 


rio' 


Die  drei  Ansätze  geben  in  Summa  (0''29' -J- 0M8' 30" -fO"7' 
47"=)  0*^54' 17",  was  hinter  der  von  Ptolemäus  (S  385,23)  mit 
1^  angenommenen  nördlichen  Breite  erheblich  zurückbleibt. 

2.  Berechnung  für  den  Merkur.  Da  die  mittlere  Sonne  (auf 
der  Geraden  BEm)  in  TT  19"  steht,  so  liegt  dort  auch  der  Mit- 
telpunkt des  Epizykels,  d.h.  die  gleichförmige  Länge  be- 
trägt vom  Apogeum  si  10"  ab  249"  oder  69*^  vom  Perigeum 
Y  10"  ab.  Da  ferner  der  scheinbare  Ort  des  Planeten  (auf  der 
Geraden  MTT)  G  0"  ist,  so  beträgt  seine  Elongation  von  der 
mittleren  Sonne  11".  Gesucht  ist  die 
Entfernung  (mTT)  des  Planeten  von  dem 
(mittleren)  Apogeum  des  Epizykels. 

Zu  der  gleichförmigen  Länge  249°  ent- 
nimmt man  der  dritten  und  vierten  Spalte 
der  Tabelle  (S.  265)  die  kombinierte 
Prosthaphäresis  der  Länge  mit  -f-2"53' 
und  erhält  somit  die  genauberechnete 
Länge  mit  251  "5H'.  Folglich  liegt  der 
genauberechnete  Ort  des  Epizykels  (auf 
der  Geraden  ME^  in  T  10"-j-7l°53',  d.i.) 
in  TT21"53',  und  der  Planet  in  O  0"  er- 
scheint dem  Auge  in  M  um  den  /.^MTT 
=  8"  7'  von  dem  genauen  Apogeum  (g) 
des  Epizykels  entfernt.  Für  die  mittlere  Entfernung  entfällt 
nach  der  sechsten  Spalte  schon  ein  Winkel  von  8"  4'  auf  den 
30.  Grad  des  Epizykels.  Bei  der  durch  die  gleichförmige  Länge 
249"  bedingten  Erdnähe  entfällt  aber  auf  den  30.  Grad  des 
Epizykels  auch  noch  der  um  "Veo  ^^^  Differenz  (der  7  Spalte) 
0"28',  d.i.  um  0"27'  größere  Winkel  von  8" 31'.  Die  Zunahme 
der  Prosthaphäresis  der  Anomalie  berechnet  sich  bei  dieser  Ent- 
fernung auf  einen  Grad  aus  Ve  [8*^31' -  60  51'J  mit  0"17';  so- 
mit liegt  der  im  vorliegenden  Fall  gefundene  Winkel  von  8"7' 
um  genau  lYg  Epizykelgrade  —  weil  auf  diese  der  Zuwachs 
0"25'  (d.i.  17' +  8')  entfällt  —  rückwärts  des  30.  Grades  bei 
28" 30'.  Vermehrt  man  diese  Gradzahl  um  die  Prosthaphäresis 
der  Länge  (d.i.  bmg),  die  2" 53'  betrug,  so  wird  man  als  Epi- 
zykelgrad  von  dem  mittleren  Apogeum  ab  (28"30' -f- 2"53' =) 
31  "23'  erhalten.  Auch  dieses  ErgelDnis  weist  darauf  hin,  daß 
Ptolemäus  mit  dem  32.  Grad  die  mittlere  Anomaliezahl  ge- 
meint hat. 

Zur  Berechnung  der  Breite  sei  die  genauberechnete  Länge 
mit  252"  und  die  genauberechnete  Anomaliezahl  mit  29"  ge- 
geben. Das  Schema  der  Berechnung  gestaltet  sich  unter  Berück- 
sichtigung der  nach  S.  378,  25  vorzunehmenden  Korrektion  des 
Schiefstandes  folgendermaßen: 

Ptolemäus,  übers,  v.  Manitius.  II.  28 


434  Anhang. 

Genauber.  Anomalie  29°:  Neigung  VB1\  Schiefstand  0^53' 
Schfst.  vermehrt  nm  y^^:  0"53'+ 0«5' =  0^58' 
Gen.  L.  252«-}- 270°=  162°:  "/^o  x  1^37' =-f  1°32' 

f  i7„oxO°58'  =  +  0°17'24" 
Gen.  L.  252«+ 180«=  72».  {  £^.%„.%«=y,„.x0«45'=-0«4'. 

Die  drei  Ansätze  geben  in  Summa  (10  32'  4-  0°17'  24"  -  0°4'=) 
1°45'24",  womit  die  von  Ptolemäus  (S.  385,24)  mit  1°40'  an- 
genommene nördliche  Breite  mit  rund  b^^  Minuten  über- 
schritten Yrird. 

24)  S.  389.  390  zweimal.  Es  soll  gefunden  werden,  wie  viel 
Epizykelgrade  die  Venus  auf  dem  erdnahen  Halbkreis  des 
Epizykels  zurücklegt,  wenn  sie  in  der  Ekliptik  eine  scheinbare 
Rückläufigkeit  von  3°  14',  18°2'  und  6°38'  bewerkstelligt. 

1.  Da  die  Venus  (S  386,18)  am  Anfang  der  Fische,  d.i.  85° 
vor  dem  Apogeum  ^  25°  nahezu  in  der  mittleren  Entfernung 
steht,  so  kann  man  die  Beträge  der  sechsten  Spalte  der  Ano- 
malietabelle (S.  264)  als  maßgebend  annehmen.  Die  Prosth- 
aphäresis  der  Anomalie,  d.i.  der  Winkel  am  Auge,  unter  wel- 
chem der  zurückgelegte  Epizykelbogen  in  dieser  Entfernung 
erscheint,  beträgt  für  einen  Bogen  von  3°  am  Perigeum  des  Epi- 
zykels 7^38',  so  daß  ein  Grad  unter  einem  Winkel  von  2°33' 
erscheint.  Man  findet  demnach  für  einen  Winkel  am  Auge  von 
3°  14'  die  durchlaufenen  Epizykelgrade  nach  dem  Verhältnis 

l°:2°33'  =  a;:3014'  mit  a;  =  |||  =  l^, 

d.h.  der   gesuchte  Epizykelbogen  beträgt  rund  das   ly^ fache 
eines  Grades  oder  1°15'  (genau  1°16'5"). 

2.  Da  (S.  390,9)  am  Anfang  der  Jungfrau,  d.  i.  95°  nach 
dem  Apogeum  H  25°,  die  Venus  gleichfalls  nahezu  in  mittlerer 
Entfernung  steht,  so  kommt  dieselbe  Spalte  der  Tabelle  in  Be- 
tracht. Geht  man  mit  18°  2'  in  diese  Spalte  (von  unten  nach 
oben)  ein,  so  findet  man,  daß  die  Zahl  18°  1'  (als  Mittel  zwi- 
schen 21°  15'  und  14°47')  auf  7'/,°  vom  Perigeum  ab  gezählt 
entfällt,  d.  i.  zwischen  die  Argumentzahlen  186  und  189  der 
zweiten  Spalte. 

3.  Die  (S.  390,27)  auf  eine  Rückläufigkeitsstrecke  von  6°  38' 
entfallenden  Epizykelgrade  erhält  man,  da  die  Zahl  7°  38'  der 
sechsten  Spalte  zu  3°  Entfernung  vom  Perigeum  gehört,  nach 
dem  Verhältnis 

3°:7°38'  =  ir:6°38'  mit  ^  =  ^^  =  2|^. 

Die  hieraus  sich  ergebenden  2%°  lassen  die  von  Ptolemäus 
angegebenen  2^/^'^  als  eine  stark  nach  unten  abgerundete  Zahl 
erkennen. 


Anhangf. 


435 


Nachtrag  zu  S.  129,  ii. 

Die  beiden  nach  den  Epizykelmittelpunkten  A  und  E  ge- 
zogenen Halbmesser  KA  und  0E  liegen  an  der  (S.  128)  vor- 
gelegten Figur  nur  zufällig  auf  einer  Geraden,  weil  sie  den 
durch  das  Apogeum  gehenden  Durchmesser  des  testbleibenden 
Exzenters  um  B  unter  rechten  Winkeln  schneiden,  so  daß 
0  K  ein  gemeinsames  Stück  dieser  Halbmesser  wird  Wenn  die 
Leitlinien  fZ  und  PH  mit  diesem  Durchmesser  einen  spitze- 
ren Winkel  bilden  als  an  jener  Figur,  so  werden  sich  die  bei- 


den Halbmesser  KA  und  0E  in  dem  Punkte  Z  schneiden,  der 
(nach  Eukl.  I.  4;  HI.  7)  stets  auf  den  bezeichneten  Durchmesser 
des  festbleibenden  Exzenters  zu  liegen  kommt,  wie  vorstehende 
Figur  zeigt.  CJm  in  diesem  Falle  0A  =  K  E  nachzuweisen,  be- 
darf es  zunächst  des  Beweises,  daß  0Z==IK  (weil  in  kongru- 
enten rechtwinkligen  Dreiecken  gelegen),  worauf  sich  auch 
A  0AI^A  KEI  nachweisen  läßt,  weil  je  zwei  gleichgroße  Sei- 
ten (0I  =  IK  und  IA  =  IE  als  die  Reste  der  um  gleichgroße 
Stücke  gekürzten  Halbmesser  KA  und  0E)  den  /,AI0=/,KIE 
einschließen.  Folglich  sind  auch  die  Grundlinien  0A  und  KE 
dieser  Dreiecke  einander  gleich. 


28' 


436  Verzeiclmis  der  Abweichungen. 

Verzeichnis  der  Abweichungen  von  dem  Text  Heibergs. 

Im  ersten  Bande. 
A.  Vorgezogene  Lesarten  des  Cod.  D  (Vat  180  saec.  XII).  ^ 
Zu  den  nach  den  Seiten  des  Originals  zitierten  Lesarten  ist 
Seite  und  Zeile  der  Übersetzung  angegeben,  wo  letztere  der  ge- 
wählten Lesart  stillschweigend  entspricht.  Bei  ausdrücklicher 
Begründung  wird  auf  die  betrefiFende  Anmerkung  hingewiesen. 
Nicht  aufgeführt  werden  vorzuziehende  Lesarten,  welche  den 
griechischen  Text  ohne  Einfluß  auf  die  Übersetzung  betreffen, 
wie  z.  B.  ccsi  statt  ahl  (10,  8  u.  ö.),  ccvaQQLm^onsvoov  statt  ccva- 
QiTC.  (23,6),  TCQos  xccis  aQKtovg  statt  Ttgog  agyitovg  (105,11;  108,6), 
hsL  statt  ivLavTG)  (195,  20)  u.  a.  m. 

16,  9  ra  om]  S.  11,  30  I  35,  9  tov  IgotcXsvqov]  S.  27,  24  I  40, 15; 
42,3;  45,8  oTtSQ  Uel  dst^aL]  S.  31,2;  32,2;  34,15  I  72,2  rgly.  oq- 
d-oymvLOv]  S.  47,26  I  75,2  tcc  K  xal  Ä  cr]nsiu\  S.  50,11  I  77,11  6 
^iyiötog  -Kviilog]  s.  Berichtigung  zu  S,  52, 3  I  78, 11  rrj  pro  v%'^ 
8.  Berichtigung  zu  S.  52,19  I  95,22  Trspiqpepetmv]  S.64,  5  I  104,3.6 
xfcWpöj]  S.  71,19.22  I  105,13  t^  i.  e.  y^J  S.  72, 19  I  107,2  fisöov- 
Qavij6S6i\  S.  73,  18  I  111,  13  va  /,']  8.  Anm.  zu  S.  76, 21  I  112,3 
vd  a\  8.  Anm.  zu  S.  77,1  I  122,7  qv^  ^ß'  i.e.  11  ß]  S.Berichtigung 
zu  S.  84,23  I  159,3  0Z]  S.  111,9  I  160,18  r&v  om.]  s.  Berichti- 
gung zu  S.  112,20  I  171,6  MK]  S.  120,4  I  174, 1  in  D  tres  co- 
lumnae  sunt  cum  quaternis  sigais]  S.  122—128  I  192,2  Tcgog]  S. 
131,8  I  197,20  7}  diactQ.]  S.  136, 11  I  199,5  KdllLTtTCOv]  S.  137,19 
und  so  an  allen  weiteren  Stellen  I  206, 3  'tyyt,6Tcc  (cf.  205,  3)]  S. 
144, 1  I  208, 11  rjiisQ&v  add  ]  S.  146, 12  I  209, 17  td^o^sv  (cf.  252,9)] 
S.  147,29  I  233,1  ^stä  7td67\g  enovdfig]  S.  166,24  I  233,24  ijiiEgag 
add.]  S.  167,18  I  238,4  iTtiUXoyiö^EVOLg]  S.  171,4  I  249,21  oQd'o- 
ymviov  add.]  S.  179,  23  I  262,6  avrovg']  S.  190,8  I  266,  5  ttjs  yfig 
rovteöTi,  TOV  ^codicczov  did  tov  xevzqov  xfig  add.]  s.  Anm.  zu  ]S. 
192, 24  I  267, 4  tag  aijxdg]  S.  193, 18  I  273,  9  ycvxXovg  add.]  S.  198,19  I 
275,  2  oiTtEQydGExai]  S.  200,  8  I  280,  5  %  pro  la\  S.  205,  3  I  294,  6 
iiLug  %al  xfig  avxrjg]  S.  212,4  I  298,24  0A]  s.  Anm.  zu  S.  216,12  I 
309, 19  ogd'oy.  ^voiXog]  S.  225,8  I  315,  16  iiiX£iil)£(og  om.]  S.  228,29 
I  317,  25;  319,  4.  14  ÖQd-oychvLov]  S.  230,  22;  231,  11  19  I  318,8  6q- 
d-oyävLov  add.]  S.  230,  30  I  321,  11  xwv  AA  xal  AM]  S.  232,  27  I 
326,  18  xrjg  £jro;^i?s]  Kapitelüberschr  S.  237  I  328,  i  Ttgoxegov] 
S.  238,  3  I  335, 13  Ttul  xdg]  S.  244,  5  I  341,  8  i&ny  81%^  e  corr.  w^] 
S.  248, 21  I  345,12  v9'  primitus]  s.  Anhang  Anm.  33  zu  S.  252,  2  I 
347, 17  tj3w']  s.  Anm.  zu  S.  253,  29  I  350, 14  xfjg  6sXrjV7]g  öv^vyi&v] 
S.  254,11  I  351,13  TtSQicpsQSiaig]  S.  255,31  I  353,22  STti]  S.  258,  2  1 
390,32  33  Spalte  ^':  Xcc,  kö  pro  Xß,  xs]  S.  286,  4.  Spalte  zu  120" 
u.  123''  I  406,3  öia  xovxo  primitus]  S.  298,5  1  410,8  ygcccpoiisvov 


Verzeichnis  der  Abweichungen.  437 

^Eyiatov]  S.  301,8  I  452,2  {]  m^]  S.  330,  28  I  462,  5.  9.  16  a  pro  vso- 
ILTiv.  (cf.  195,14)]  s  Anm  zu  S.  338,24  I  4H4,  5  Tiliov]  S.  340, 14  I 
465,  10  va  pro  r/3]  s  Anm.  zu  S.  341,  14  I  473,  25  y,axa  otldtos] 
S.  347,7  I  474,  14  to  om]  S.  347,30  I  478,  16  iTti  om.]  S.  351,28  I 
488,  25  iXaxl6rr]s]  s.  Anm.  zu  S.  362,  i. 

B.  Verbesserungen  und  Ergänzungen. 

Nicht  erwähnt  werden  die  aus  praktischen  Gründen  hier  und 
da  vorgenommenen  Änderungen  der  Buchstabenfolge  bei  Be- 
zeichnung von  Geraden,  Bogen  und  Dreiecken. 

16,4 — 7]  s.  Anh.  Anm.  2  zu  S.  11,29  I  30, 16. 17]  Einschiebsel: 
s.  Anm.  zu  S.  24,10  I  54,  lO;  122,4  o  Xß  ä]  70?  32' 3"  nach  S.  27,12  ; 
Sehnentafel  S.  38  zu  72«  u.  S.  84,  2i  I  83,  2.  4  gv?  ^  cc  n.  xy  id' 
vd']  s.  Berichtigung  zu  S.  55,13  I  107,13  TtagdliriXog]  gestrichen 
(vgl.  114,  23):  S.  73,  30  I  109,  9  ^ly  l.'  y']  43p  36':  s.  Anm.  zu  S. 
75,  1  I  123,  11  iia  d-  tri]  41"0'18":  s.  Anm.  zu  S.  85,  22;  richtig 
Heib.  83,  20  I  123, 21  ME  Druckfehler  statt  MH]  S.  86,  2  I  181,  7 
Q  11^,  Xa  Xcc]  100°41',  31»37':  Winkeltabelle  S.  125  Widder,  als 
Suppl.-Winkel  der  entspr.  Winkel  der  Wage  I  183,17  Xß  0]  32<» 
30':  Winkeltab.  S.  126  Stier,  vgl.  Jungfrau  I  187,27  q  is,  (i^  /xJ] 
90n0',  47^50':  Winkeltab.  S.  128  Fische,  vgl.  Skorpion  I  188,14 
tovs  <^cc7tby  rmv  iTCO^cöv  wie  342,  5;  343,  15  u.a.m.]  S.  129,17  I 
194,  21  TLvd  fehlt]  s  Anm  zu  S.  133,  26  I  224,  14  rov  tcuqcc  xr\v 
äv(o\LaXiav  (^diacpoQOvy  wie  225,12]  S.  159,16  I  226,23  AA  Druck- 
fehler statt  AB]  S.  161,9  I  247,6;  249,20  ß  Xd  X?]  2p 34':  S.177, 
31;  179,22  I  251,24  TtQog  <^rotgy  ccnoyüoig  (steht  bei  Halma)  wie 
252,  3]  S.  181,  18  I  28u,  2  (ßXovgy  %vyiXovg\  S.  204,  36  I  343,  2  S 
coQ&v  7CoiQEXriXv%-vi&v'\  s.  Anm.  zu  S.  249,  28  I  345,  14  u.  346,  15] 
TcaQsXd'.:  S.  252,3.30  I  363,19  ö^a']  259:  s.  Anm  zu  S.  266,  8  I 
413,7  iv,ßXr]Q'sl6av'\  hinter  BE:  S.  303,4  I  419,  21  (JiXQißmgy  iit- 
ixsiv]  S.  308,  13  I  449,  16  dv  avzoxi]  dicc  rov  H,  wie  auch  Heib, 
vermutet:  S.  328,  28  I  455,7 — 17]  Glosse:  s.  Anh.  Anm.  41  zu  S. 
334,  17  I  462,  18  Tov  l&iov  <>tvx;iov>]  S.  339,  13  I  463,  15  ^7R0%f)?] 
ccTCoxfig:  S.  339,32  I  465,17  inoxfig]  iTtoveiag  wie  465, 11:  s.  Anm. 
zu  Ö.  341,  25  I  477,  10  g  d]  6"^  15':  s.  Anm.  zu  S.  350,  15  I  486, 19 
ctTtoyüov  <TOi)  ini'icvKXovy  hierher  aus  Z.*17]  S.  359, 16  I  486,20 
liicrig]  ^sylöxrig:  s.  Anm.  zu  S.  359,18  I  493,1  övvdysTca]  s.  Anm. 
zu  S.  366,  18  I  493,  i4  /xetfTjg]  iXa%i6T7\g:  s.  Anm.  zu  S.  367,16  I 
494,12  fisyiGrov]  ^iaov:  s.  Anm.  zu  S.  368,12  I  504,13  xvx^ov]  xv- 
TcXovg:  S.  378,2;  vgl.  jedoch  Heib.  504,21. 

C.  Figuren. 
1.  Beibehalten:  S.  28.  30.  31.  33.  34.  45.  46.  47  (2  Fig.).  48. 
49.  65.  67.  87.  88.  102.  104.  109.  117.  152.  153  157.  160.  162.  163. 
168  (untere  Fig).  171.  173  174.  177.  183.  214.  223  (2  Fig.,  un- 
tere S.  224wiederh).  226.  227.  230.  232.  233.261.  268.  272.275. 
279.  310  (Fig.  links).  331  (obere  Fig.).  332.  353.  377.  386. 


438  Verzeichnis  der  Abweichungen. 

2.  Mit  oder  ohne  Begründung  abgeändert:  S.  25.  29.  50.  51 
(Anm.).  55.  60.  81.  82  (Anm.  «>  S.  83).  84.  103  (2  Fig.).  105.  107. 
108.  HO  (Anm.*)).  112.  114.  115  (2  Fig.;  s.  Berichtigung  S.  462). 
116.  118.  119.  159.  164  (Anm.  *^)  S.  165).  172.  175  (Anm).  176. 
178.  179  (Anm.).  180.  216  (2  Fig.;  s.  Berichtigung  S.  462).  242. 
263  (Anm.)  283.  289.  291.  301.  302.  314.  318  (Anm.*)).  321.  326 
(wiederholt  328).  331  (untere  Fig.).  379.  381  (untere  Fig.).  404 
(wiederholt  407). 

3.  Neu  beigegeben:  S.  14  (2  Fig.).  41  (Anm.).  43  (Anm.^)). 
100.  156.  168  (2  Fig.;  zur  unteren  Anm.  i»)).  161.  168  (obere  Fig.). 
222.  229.  255  (Anm.).  296  (Anm.  S.  295).  307  (Anm.  *)  S.  308). 
309  (Anm.  ^'>).  310  (Fig.  rechts).  319.  320.  333  (Anm.V  335  (Anm.). 
352  (Anm.  *)  S.  353).  358.  360.  362.  363.  366.  369.  370.  381  (obere 
Fig.).  387.  399.  408.  409.  410  (2  Fig.).  412.  413. 

Im  zweiten  Bande. 

A.  Vorgezogene  Lesarten  des  Cod.  D  (Vat.  180  saec.  XII). 

Von  den  vorzuziehenden  Lesarten,  welche  für  die  Übersetzung 
belanglos  sind,  ist  vor  allem  hervorzuheben  dycQovvxtos  statt 
ccKQoovvxtos  (Hei  321,  i  bis  539,3  au  120  Stellen). 

9,4  ocTCoXa^ßccvsv]  S.  9,16  I  19,3  tatg  om.]  S.  18,2  I  19,  i9  xa/ 
om.]  S.  18, 19  I  29,  7  Ttß  Lß']  S.  25,  lo  I  32,  i  rod']  S.  27,  17  I  32, 18. 
33,  20  aTCEXOv]  S.  28,  7;  29,  3  I  37,  2  rfjs  iTtoxfjg  iTtl  tov]  S.  31,  20  j 
37, 4  diä  rovTcov  om.]  S.  31,  23  I  39,  4  o  S"']  S.  32  Kl.  Bär  1  I 
44,19  7tQoriyov(isvos\  s.  Anh.  Anm.  4  Drache  17  I  59,3  ad  ff'J  s. 
Anm.  4  Leier  10  I  69, 13  xy  r^']  s.  Anm.  4  Schlangentr.  13  I  90,  5 
intog]  8.  Anm.  4  Stier  33  I  91,  lo  kö]  s.  Anm.  4  Stier  36  I  95, 12 
y]  s.  Anm.  4  Zwill.  25  I  101,  ß  y  g']  s.  Anm.  4  Löwe  26  I  121,16 
vo]  s  Anm.  4  Wasserm.  17  I  179,4  vTto]  S.  71, 18  I  181,  5  tiIbv- 
Q&v]  S.  73,  3  I  181,  6  stg  xd\  S.  73,  6  I  190,  18  avatdXavtog']  S. 
81,22.1  190,22  y.atccdvvavxog]  S.  81,  26  I  197,6  EA]  S  86,  7  I  200,6 
tov]  S.  88,  25  I  200,  7  H0ZK]  s.  Anm.  zu  S.  88,  27  1  208,  17  ano] 
S.  94,27  I  219,7  vri  pro  Xt]  S.  103,7  I  297,5  r«  8"\  s.  Anm.  11 
zu  S.  156,  27  I  298, 1  ro  tfig  JI^.]  S.  157,  18  I  303,  2  B^axiQag]  s. 
Anm.  zu  S.  161, 19  i  314,  22  ävcoiiaXiag]  S.  170, 18  I  329, 17  ivtog 
TovTOv]  8.  Anm.  zu  S.  182,  11  I  379,3  rov  ccTtoyslov  (loigag]  S. 
218,  5  I  399,  15  TOV  trjv]  S.  233,  8  I  433,  4  |a  ff  pro  ^a  xff]  S.  258,4 
(vgl.  S.  310, 14)  I  443,  43  Spalte  ^':  cc^r]  pro  a  vrj]  S.  264,  7.  Spalte 
zu  1.56°  I  470,6  Tfjg  (cf.'473,  l)]  S.  282,30  I  476,  16  änb  tov  ccTto- 
ysiov,  rectius  iTtl]  S.  287,  27  I  497,  21  ärcb  tov  (cf.  499, 11)]  S. 
305,  24  I  499,  4  to  om.]  S.  306,  33  I  590,  I8  iisyictov  om.]  S.  380,24. 

B.  Verbesserungen  und  Ergänzungen. 
11,10  rov]  tovg  mit  Cod.  C:  S.  11,18  I  25,19  (^vvKtbgy  &Qccg 
wie  27,3]  S.  22, 16  I  29,17  tov   ßog.  <x^paroff>]   S.  25,22  I  32,19 


Yerzeichnis  der  Abweichungen.  439 

a  i§]  1^5':  S.  28,8  I  43,14  %§  /.'  f^']  \-(.'  mit  Codd.  BG  gestri- 
chen: S.  33  Gr.  Bär  33  I  47,  4  7t  /]  83^  s.  Anh.  Anm.  4  Drache 
23  I  48,18  avx&v]  avrov:  s.  Anm  4  Bootes  8  I  56,5 — 7]  verm. 
Glosse:  S.  36  Herk.  a.  E.  I  81, 17. 18  a  /,'  y',  ß]  2^  l^ÖO':  s  An- 
merk.  4  Andrem.  13  I  85,  7  S"  /,']  6" 50':  s.  Anm.  4  Widder  5  I 
87,16  Ly]  10^20':  s.  Anm.  4  Stier  10  I  89,16.17  7/,  7]/.']  8"  30',  8°: 
s.  Anm.  4  Stier  27  I  103,4  x^]  26<>:  s.  Anm.  4  Jungfr.  2  I  111, 
13.14  LT]  r^\  tri]  18°,  18U0':  s.  Anm.  4  Skorpion  14  I  118,8  vo- 
tio)]  vatiaioc:  s.  Anm.  4  Steinb.  21  I  121, 12. 13  y,  y  ?']  3*>10',  3^: 
s.  Anm.  4  Wasserm.  14  I  123,  17.  18  lS  /.'  ^',  is  y'J  15«  20',  14«45': 
s.  Anm.  4  Wasserm.  39  I  136,8  ccvr&v]  ccvrov  mit  Cod.  B:  s. 
Anm.  4  Orion  36  I  143,17  x£  y']  21<>20':  s.  Anm.  4  Gr.  Hund  5  I 
146,2  tEöGccQöLv]  TEöGaQcov:  s.  Anm.  4  Gr.  Hund  24  I  153,7  ■nd'] 
19^:  s.  Anm.  4  Argo  45  I  155,18  l^  f^']  13<*40':  s.  Anm.  4  Was- 
serschi. 25  I  165, 13  cc  y'  Fehler  statt  X  y',  was  auch  Heib.  als 
richtig  annimmt  und  Bode  (nach  dem  Text  von  Montignot)  an- 
gibt] 30^20':  S  63  Räucheraltar  4  I  169,12  la]  14":  s.  Anm.  4 
Südl.  Fisch  14  I  172,8.11  To^otov]  to^ov:  S.  66,15.18  I  179,15 
Two;]  rov,  wie  auch  Heib.  vermutet:  S.  71,30  I  183,19  t&v  xv- 
ytXcov]   xov   xvxylov:   s.  Anm.  zu  S.  75,21  I  214,21  t&v]  tcclg  mit 

Halma:  S.  100,  ii  I  216,  i  ^  ,^  v  Rechenfehler  statt  /*  ,yv]  23  400": 
S.  lol,  2  I  238,  3  ^  iis  Druckt,  statt  p,  o  pts]  X  0"45':  S.  113,  8  I 
258,16  tfjg  iiiarig  <7taQ6dovy  wie  257,18]  S.  127,4  I  260,8  äva- 
lialiav  (^diatpoQOvy  (steht  bei  Halma)  wie  258, 12]  S.  128,  24  I 
264, 18  'TÖQOivog  x-ö-']  'Töq.  -kcc'  mit  Cod.  G:  s.  Anm.  zu  S.  132, 16  I 
274, 10  Kapitelüberschr.]  s.  Anm.  S.  140  I  278,  8;  279,  6  ZA]  ZT: 
8.  Anm.  zu  S.  143, 18  (vgl.  S.  144, 1)  I  294,  5  iri  y'  ^yiata]  ir}  y 
iyy.'.  s.  Anm.  zu  S.  155, 17^1  300,  2  id  U  8']  id  f^'  d':  s.  Anm.  zu 
S.  159, 12  I  301,  5  6  <TO'ü>  tfjg  kcpQodltrig]  S.  160,  6  I  352,5  Alyco- 
vog  xs']  Aty&vog  xsr':  s.  Anm.  zu  S.  199,4  I  360,  1  iyixsvtgot. 
<xal  tov  UTCoysiovy  (steht  bei  Halma)  wie  321,14;  392,8]  Ka- 
pitelüberschr. S.  204  I  424,6  ^  Druckfehler  statt  id']  S.  250,19  I 
442,34  Spalte  /:  a,  vcc]  1"54':  S.  264,  3.  Spalte  zu  129"  I  475,14 
€  g]  5'  10":  S.  287,  3  I  478,  i7  AH]  AA:  S.  289, 14  I  481,  12  <^7ti> 
tov  äTtoyslov  wie  470, 12;  473,  7;  482, 19  u.  a.  m.]  S.  292, 1  I  499,4 
8tav  <tr6  xivtQOV  tov  ^jrixuxXot;)]  s.  Anm.  zu  S.  306,32  I  513,16 
xat]  gestrichen:  S.  318,24  I  539,15  i6(ov  ^ngog  tolg  änoy.y  wie 
541, 12]  S.  339, 1  I  554, 11  KAM  Druckf.  statt  KAM]  S.  352, 11. 

C.  Figuren. 

1.  Beibehalten:  S.  173.  175.  177.  197.  207.  231.  245.  248.  252 
(unten).  269.  270.  272.  273.  317.  320.  321.  322.  343.  347  (2  Fig.). 
349.  354.  363.  366.  369.  370.  372. 


440  Berichtigungen. 

2.  Mit  oder  ohne  Begründung  abgeändert:  S.  84  (Anm.  «')). 
85  87.  88.  122.  124.  120  128  (Anm.«)).  137.  141  (Anm. '^)).  143. 
145.  148  151  (unten).  160.  162  (Anm  »)  S.  163).  165  168.  179. 
182.  184.  185.  187.  190.  191.  193.  194.  200  (Anm.*)).  205.209. 
211  213.  216.  217.  218.  220.  221.  224.  229.  233.  235.  236.  239. 
240.  241.  243.  257.  276.  278  (Anm.  *)).  286.  290.  294.  298.  313. 
337  (Anm  *))  350  =  355.  358.  359.  362.  381.  383.  385.  387  (An- 
merk.  »)).  388.  389.  391. 

3.  Neu  beigegeben:  S.  6.  7.  121.  133  (2  Fig.).  151  (oben).  159. 
164.  252  (oben).  365.  390.  392.  393. 


Berichtigungen. 

Zum  ersten  Bande. 

S.  52,8  ist  statt  „der  Kreis"  nach  Cod.  D  zu  setzen  „der 
größte  Kreis". 

S.  52, 19  ist  statt  23"1,9'59"  nach  Cod.  D  zu  setzen  23«19'58". 

S.  55, 13  ist  dieselbe  Änderung  vorzunehmen,  da  Zeile  12  als 
Ergänzung  zu  180^  nach  Cod.  B»  156H0' 2"  (statt  1")  gewählt 
worden  ist. 

S.  84,  23  ist  letztere  Zahl  ebenfalls  herzustellen  und  Zeile  24, 
wie  oben,  23"  19' 58"  zu  setzen,  weil  diese  Grade  nach  Anm.  ^) 
das  Doppelte  von  ll''39'59'  sind. 

S.  112,20  ist  statt  „der  größten  Kreise"  nach  Cod.  D  zu  set- 
zen „größter  Kreise"  wie  S.  114,4.24  (Hei  162,  i3;   163,  lo). 

S.  231,24  ist  10P12'49"  in  10p  2' 49"  zu  korrigieren. 

S   253,21.23  ist  178*^  in  168'^  zu  korrigieren. 

S.  271,.'!  ist  das  Jahr  126  in  127  v.Chr.  zu  ändern.  Die  Be- 
obachtung fällt  270*  Vg'^  nach  der  S.  266,  6  mitgeteilten. 

S.  274.  29  ist  dieselbe  Änderung  vorzunehmen.  Die  Beobach- 
tung fällt  66*97  h  nach  der  S.  271,5  mitgeteilten. 

S   3(i6,  28  ist  „Nabopölassar"  nach  Cod.  D  zu  lesen. 

S.  420  Anm  11  Mitte  ist  „indem  die  von  dem  antarkti- 
schen" (statt  arktischen)  zu  lesen. 

Zum  zweiten  Bande. 

S.  90  Anm.**):  Der  noch  fehlende  Bogen  AB  ist  nicht  die 
Äquatorhöhe,  sondern  die  Höhe  des  kulminierenden  Ekliptik- 
punktes A,  dessen  Zenitabstand  S.  90,  8  als  bestimmbar  bezeich- 
net wurde.  Folglich  ist  AB  der  Komplementbogen  zu  diesem 
Zenitabstand. 

S.  168,2  ist  statt  ^  das  Zeichen  v\  zu  setzen. 

S.  281, 11  ist  statt  „jeden"  zu  lesen  „jeder"  (vulg.  k%dtsQOg). 


Namenverzeichnis. 

NicM  aufgenommen  sind  die  Namen  der  Planeten,  der  Stern- 
bilder, der  Ekliptikzeichen  und  einzelner  Sterne.  13ie  ägypti- 
schen Monate  sind  nur  ihrer  Reihenfolge  nach  unter  Ägypten 
aufgeführt. 


Adulitischer  Meerbusen  I  72,23. 

Ägon,  Zodiakalmonat  der  Zeit- 
rechnung des  Dionysius,  II 
199,4.  Vgl.  Didymon,  Hy- 
dron,  Leonton,  Parthenon, 
Skorpion,  Tauron  u.  II  Anh. 
Anm.  6. 

Ägypten  II  383,  22 ;  Unterland 
von  Ägypten  I  74,  22 ;  Unter- 
Ägypten  195,1;  124,1.  — 
Ägyptische  Jahre  zu  365  Ta- 
gen I  142, 14.  —  Ägyptische 
Monate:  Thoth,  Phaophi, 
Athyr,  Choiak,  Tybi,  Mechir, 
Phamenoth,  Pharmuthi,  Pa- 
chon,  Payni,  Epiphi,  Mesore; 
hierüber  fünf  Zusatztage 
(Epagomenen). 

Agrippa,  Beobachter  in  Bithy- 
nien,  II  23, 14. 

Alexander:  Jahre  von  der  Re- 
gierung Nabonassars  bis  zum 
Tode  Alexanders  I  184,19; 
von  da  bis  zur  Regierung  des 
Augustus  I  184,  20.  —  Jahre 
nach,  dem  Tode  Alexanders, 
d.  8.  Jahre  der  Philippischen 
Ära  (s  1142  Anm.*)):  4-4. 
Jahr  =  I  50  Kall  I  144, 10. 
52.  Jahr  =  476  Nab.  II 199, 8. 
83.  Jahr  =  45  Dion.  II  223,27. 
178.  Jahr  =  III  32  Kall.  1 142, 
7.  26.     197.  Jahr  =  621  Nab. 


I  271,2  (vgl.  Z.  17);  274,28 
(vgl.  275, 11).  4:5:3.  Jahr  =  3 
Ant.  1 142, 10;  143,  2.  24;  144, 
11;  167,20. 
Alexandria:  Meridian  von  AI. 
I  129,14;  219,  29;  266,25;  348, 
27;  349,5.8;  396,24;  II  23,23; 
27,1;  28,  28;  Parallel  von  AI. 

I  298,  35;  Ortszeit  I  185, 11 ; 
348,25.28;  392,4;  II  147, 12; 
bürgerliche  Stunde  I  253,4; 
351, 15;  Fehlen  der  Parallaxe 
in  Länge  I  265, 17 ;  wirkende 
Parallaxe  II  23,4;  165,2; 
221,5;  244,10.  —  Beobach- 
tungen, in  AI.  angestellt,  I 
265,7   (nach  Z.  17);  350,10; 

II  18,25;  22,12;  24,  20;  27,21; 
vgl.  II  Anh.  Anm.  6 ;  auf  den 
Meridian  von  AI.  reduziert, 
I  220,1.  11  27;  239,29;  241, 
21;  248,6;  251,24;  307,7; 
308,8.  —  Metallring  in  AI. 
I  134,3;  135,3;  vgl  136,9  u. 
I  Anh.  Anm.  19. 

Anthesterion,  athenischer  Mo- 
nat, II  22, 14. 

Antonin,  römischer  Kaiser  138 
— 161  n  Chr.:  Anfang  der 
Regierung  ohne  näheres  II 
31,6;  76,4;  199,20;  247,2. 
Anfang  der  Reg.  =  21  Hadr., 
d.  i.  884  Nab.,  II  167,  so  (408 


442 


Namenverzeichnis. 


äg.  Jahre  nach  476  Nab.);  = 

I  Ant.,  d.i.  885  Nab.,  II  15,6 
(265  äg.  Jahre  nach  III  50 
Kall.  =  620  Nab.  nach  Z.  9); 

II  199, 15  (409  äg.  Jahre  nach 
13  Dion.  =  476  Nab.).  —  Er- 
stes Jahr  der  Reg.  II  131,20; 
139,34;  167,28;  204,19  (vgl. 
227,1:  377  äg.  Jahre  u.  128 
Tage  nach  45  Dion.  =  507 
Nab.,  rund  378  Jahre  nach 
224,  8);  220,  5.    Zweites  Jahr 

I  265,  9  (886  Nab.  nach  Z.  20); 

II  13,24;  141,7;  147,4  (886 
Nab.);  164,7;  176,25;  195,9. 
19;  220,20;  243,25.  Drittes 
Jahr  1  142,9  (463  Phil);  II 
162,4.  Viertes  Jahr  II  131, 
28;  139,  26;  156,  27;  vgl. I  Anh. 
Anm.  30  a.  E.  und  II  Anh. 
Anm.  11. 

Apellaios,  syromakedonischer 
Monat  der  chaldäischen  Zeit- 
rechnung, II  135,  16.  Vgl. 
Dios,  Xanthikos. 

ApoIIonius  von  Perga  II  268,  i; 
272, 18. 

Apseudes,  athenischer  Archont, 
1  143,21;   144,4. 

Archimedes:  Wenden  1 133,  32; 
Kreis omfang  I  385,  5. 

Aristarch :  Sommerwenden  I 
141,18;  Sommerwende  280 
V.  Chr.  I  144,5;  145,3.    Vgl. 

I  18,  Anm.  *). 
Aristoteles  I  1,  24. 

Aristyll :  Sternverzeichnis  II  4,4; 
Deklination  von  Fixsternen 

II  18,  14.  26.  39;    19,  23. 

Athenische  Archonten:  s.  Ap- 
seudes, Euandros,  Phanostra- 
tos. 

Aualitischer  Meerbusen  I  72, 8 ; 
94,1;  365,25. 

Augustus,  römischer  Kaiser 
30   V.  Chr.    bis    14    n.  Chr.: 


erstes  Jahr    der    Regierung 

l  184,22. 

Babylon:  Meridian  von  B.  I 
219,30;  Länge  der  Nacht  I 
220,20;  307,1;  bürgerliche 
Nachtstunde  1247,23;  248, 
32;  250,2.  —  In  B.  beob- 
achtete Finsternisse  1 219,17; 
220,10;  239,2.28;  241,20.31; 
247,  11;  306,30;  307  6;  308,6. 

Bithynien  II  23, 14;  24,8. 

Borysthenes  I  76,8;  96,  i;  120, 
27;  128,1;  354,8.  14;  405,28. 

Brettania  I  76,  22;  77,  23;  Groß- 
brettania  1  77,9.16;  Klein- 
brettania  I  77, 30;  78,4.15; 
Süd-Brettania  I  97,  i. 

Brigantium  I  77,  s. 

Chaldäische  Beobachtungen  I 
196,12;  II  383,20  —  Chal- 
däische Zeitrechnung:  67. 
Jahr  II 135, 15  (504  Nab.  nach 
Z.  19).  75.  Jahr  II  135,«  (512 
Nab.  nach  Z.  11).  82.  Jahr  II 
247, 14  (519  Nab.  nach  Z.  18 
u.  250, 18). 

DariusI,,  persischer  König  621 
—485  V.  Chr. :  20.  Jahr  der 
Regierung  I  241,  25.  31.  Jahr 
I  239,2(257  Nab.  nach  Z.  31). 

Didymon,  Zodiakalmonat,  11 
133,  24.    Vgl.  Ägon. 

Dionysius, Begründer  einerZeit- 
rechnung,  s.  II  Anh.  Anm  6. 
13.  Jahr  der  Zeitr.  II  199,4 
(52  Phil.  =  476  Nab  nach  Z. 
7.  8).  21.  Jahr  II  150,27(484 
Nab.).  23.  Jahr  II  132,  15; 
133,  6  (486  Nab.  nach  132, 24; 
133, 19).  24.  Jahr  II  134,  27 
(486  Nab.  nach  Z.  32).  28. 
Jahr  II 133,  22  (491  Nab.  nach 
134,2).  45.  Jahr  II  223,24 
(83  Phil,  nach  Z.  26). 


Namenverzeichnis. 


443 


Dios,  syromakedonischer  Mo- 
nat, 11135,  7.  Vgl.  Apellaios. 

Domitian,  römischer  Kaiser  81 
—96  n.  Chr.:  12.  Jahr  der 
Regierung  II 23,  15  (840  Nah. 
nach  Z.  19) 

Ebudische  Inseln  I  78, 18. 

Elaphebolion,  athenischer  Mo- 
nat, II  24,  22. 

Eratosthenes :  Schiefe  der  Ek- 
liptik I  44,  23. 

Euandros,  athenischer  Archont, 

I  249,  24. 

Enktemon:  Sommerwenden  I 
141,17;  Sommerwende  432 
V.  Chr.  1 143, 17;  144,  14;  Jah- 
reslänge  I  145, 15. 

Griechenland  11  383,  2i. 
Großbrettania  s.  Brettania. 

Hadrian,  römischer  Kaiser  117 
—138  n.  Chr.:  9.  Jahr  der 
Regierung  1  239,  9  (872  Nab. 
nach  240,7).  11.  Jahr  11228,8. 
12.  Jahr  II  157,  i5    13.  Jahr 

II  158,27.  11  Jahr  II  140,24. 
15.  Jahr  II  176,19.  16.  Jahr 
II  130,23;  139,24;  156,15.  17. 
Jahr  I  184, 12.  25  (880  Nab. 
nach  Z.  30);  228, 10 ;  II  204, 
13;  228,10.  18.  Jahr  11131,5; 
139,31;  161,21.  19.  Jahr  I 
228,15;  235,  2;  II  137,  lO;  176, 
22.  20.  Jahr  I  228,  21 ;  299,  24 
(883  Nab.  nach  300,6);  II 
228, 15 ;  243,15  (883  Nab.  nach 
250,22).  21.  Jahr  II  158,  i; 
159,19;  204,16.  —  Vgl.  I 
Anh.  Anm.  30  und  II  Anh. 
Anm.  11  a.  E. 

Hellespont  I  75,  11 ;  96,1;  126,1. 
Hermeion  I  74, 15. 
Hipparch  gelobt  I  131,2;  201, 
20;  II  4,  11;  96,  6;  getadelt  I 


329,  21;  beobachtet  in  Ale- 
xandria I  135,  3;  350,7  (?); 
in  Rhodus  I  266,1;  271,1; 
274,  26;  35.1,  8(?)  =  394,  25; 
ungenannten  Ortes  I  137,  20. 
23;  benutzt  2  in  Babylon  be- 
obachtete Finsternissei  241, 
17.  24:8.  394,  23;  3  aus  Baby- 
lon herübergebrachte  (atti- 
8che?)Beobachtungen  I247ff.; 
drei  in  Alexandria  angestell- 
te I  251, 10;  eine  des  Diony- 
sius  II  134,29;  Sternkoordi- 
naten des  Timocharis  und 
Aristyll  II  4,  3;  12, 19;  16,28; 
17,  7  —  Schriften  des  Hip- 
parch: „Von  der  Verände- 
rung der  Wende-  und  Nacht- 
gleichenpunkte" 1  133,  21; 
II  12,18;  16,26;  wörtlich  zi- 
tiert I  133,28  bis  134,7;  II 
12,  26 — 28.  „Von  der  Lauge 
des  Jahres"  1  145,2  (in  ei- 
nem Buch  nach  Z.  25);  II 
15,13;  17,4;  wörtlich  zitiert 
I  145,  8—12;  II  15,  14—18. 
„Von  Schaltmonaten  und 
Schalttagen"  1 145, 13;  wört- 
lich zitiert  ebenda  Z.  1 7  —  22. 
Anderweitiges  wörtliches  Zi- 
tat 1 145,  24  bis  146,  2.  „Par- 
allaxenberechnungen" in 
zwei  Büchern  I  330,  4.  Stern- 
katalog II  4,  11;  13,  6;  14,23; 
15,24.25;  18,15.  —  Schiefe 
der  Ekliptik  I  44,  24;  vermu- 
tete Ungleichheit  der  Jah- 
reslänge 1  133,1  bis  134,7; 
Nachtgleichen  I  134 f.;  142, 
2.  22;  an  die  Spika  geknüpfte 
Berechnung  widerlegt  I  136 
— 139;  Länge  des  Jahres  I 
141—146;  Nachweis  der  Ex- 
zentrizität der  Sonnenbahn 
I  166,24  bis  171,4  —  Ver- 
besserte Mondperiode  1 196, 


444 


Namenverzeichnis. 


11  bis  198,3;  Ergebnisse  in 
Anomalie  und  Breite  als  un- 
zulänglich erkannt  1  202,  27; 
240,19;  241,2;  eingehender 
Nachweis  des  Fehlers  1 394,ii 
bis  396, 10.  Methode  zum 
Nachweis  der  einlachen  Ano- 
malie des  Mondes  befolgt  I 
212,24;  Differenzen  im  Be- 
trag der  Anomalie  auf  un- 
genaueBerechnung  vonlnter- 
vallen  zurückgelührt  1  245,  i 
bis  251,  9.  Eine  seiner  Mond- 
beobachtungen zum  Nach- 
weis der  doppelten  Anomalie 
verwendet  1  266 f.;  vgl.  I  255, 
15;  zwei  andere  dem  Nach- 
weis der  Neigung  des  Mond- 
epizykels  zugrunde  gelegt  I 
27 1 — 278. Versuch  seinerPar- 
allaxenbestimmung  abfällig 
beurteilt  1  294,  26 f.;  Bestim- 
mung des  Maximums  der 
Breite  des  Mondes  anerkannt 

I  285,  9.  —  Die  Hipparchi- 
sche  Dioptra  verwendet  I 
305, 17.  Methode  zum  Nach- 
weis der  Entfernung  der 
Sonne  befolgt  I  310,4  bis 
330, 12.  Seine  Korrektion  der 
Parallaxenberechnung  ver- 
worfen I  329,21  bis  330,12. 
—  Seine  Vermutung  der  Prä- 
zession der  Nachtgleichen 
gewürdigt  II  3,  24;  4,  24;  12, 
18   bis   13, 10.      Alignements 

II  5,  6  bis  8,  28;  Himmelsglo- 
bus II  11,  36;  Abweichungen 
in  der  Gestirnbeschreibung 
II  32,6;  44  Widder  14.  Die 
Bewegung  der  Fixstern  Sphä- 
re um  die  Pole  der  Ekliptik 
erkannt  11  16,24  bis  17, 12. 
Von  ihm  beobachtete  Dekli- 
nation einzelner  Sterne  II 
18, 19  bis  22,  7.  —  Seine  Stel- 


lungnahme zu  einer  Theorie 
der  Planeten  II  96,  6  bis  97, 
20 ;  von  ihm  festgestellteWie- 
derkehren  der  fünf  Planeten 
verbesserungsbedürftig  be- 
funden II  99,  6. 
Hydron,  Zodiakalmonat,!!  132, 
16.    Vgl.  Ägon. 

Ister  I  76, 1. 

Kallippus:  Jahreslänge  I  145, 
16.  21.  —  Jahre  Kallippischer 
Perioden:  der  ersten  Periode 
36.  Jahr  II  24,  21  (454  Nab. 
nach  Z.  28);  27,13.22  (454 
Nab.  nach  Z.  27).  47.  Jahr 
II  22,13  (465  Nab.  nach  Z. 
19).    48.  Jahr  11  25, 17  (466 

•  Nab.  nach  Z.23);  27,15.  50. 
Jahr  I  144,  5  (44  Phil  nach 
Z.  10);  145,  3  —  Der  zweiten 
Periode  54  Jahr  I  251, 13 
(547  Nab.  nach  Z  27);  252,2 
(548  Nab.  nach  Z  12).  55. 
Jahr  I  252,  28  (548  Nab  nach 
253,10).  —  Der  dritten  Pe- 
riode 17.  Jahr  I  134, 11.  20. 
Jahr  I  134,13.  21.  Jahr  I 
134,18.  32.  Jahr  I  134,21; 
135,1;  137,19;  138,3;  142, 
1  23  (178  Phil,  nach  Z.  7  u. 
26).  33  Jahr  I  134,26.  36. 
Jahr  I  134,29.  37.  Jahr  I 
135,8;  35\  8  (607  Nab.);  394, 
25.  43.  Jahr  I  135, 11;  137,  23; 
138,5;  145,6.  50.  Jahr  I  135, 
16;  266,5  (620  Nab.  nach  Z. 
22);  II  14,  22  (1  Ant.,  d.  i. 
885  Nab.,  265  äg.  Jahre  spä- 
ter  nach  15,!)).  —  Vgl.  I 
Anh  Anm   20  u.  33. 

Kambyses,  persischer  König 
5-^9—522  V.  Chr.,  I  241,25. 
7  Jahr  der  Regierung  I  308,3 
(225  Nab.). 


Namenverzeichnis. 


445 


Katuraktonium  I  77,  22. 
Kleinbrettania  s.  Brettania. 

Leonton,  Zodiakalmonat,  II 
134,  28.    Vgl  Ägon. 

Mäotischer  See  I  76, 15. 
Mardokempad,  König  von  Ba- 
bylon   721-709  V  Chr  :    1. 

Jahr  der  Regierung  I  219,i9. 

2.  Jahr    1  220.7.16;    234,27; 

236,7  (28  Nab.  nach  Z.  10); 

241,19;  394,24. 
Massalia  I  75, 18. 
Menelaus  der  Geometer  II  26, 

15;  28,  14. 
Meroel  73,  i;  94,  i;  122,1;  354, 

6.  13;   405,  28. 

Meton:  Sommerwenden  I  141, 
16;  Sommerwende  432. v.  Chr. 

I  143, 16;  Jahreslänge  I  145, 

14.  21. 

Metroos,   bithynischer   Monat, 

II  23,  16. 

Äabonassar,  König  von  Baby- 
lon 747—733  V.  Chr. ;  der  An- 
fang seiner  Regierung  fl. 
Thoth  =  26.  Februar)  als 
Epoche  der  PJanetenbewe- 
gungenll83,  6;  185,3;  236,1; 
338,  21;  11155,11;  171,3;  203, 
9;  227, 14;  251,  8.  —  Die  zwi- 
schen Epoche  und  Beobach- 
tung liegende  Zeit  in  ägyp- 
tischen Jahren,  in  Tagen  u. 
Stunden  mitgeteilt  bis  zu 
einem  Regierungsjahr  1)  spä- 
terer Könige  von  Baby- 
lon: unter  Angabe  des  Na- 
bonassarischen  Jahres  1 307,9; 
ohne  weiteres  I  236,  9 ;  242, 
19;  2)  persischer  Köni- 
ge: unter  Angabe  I  308, 11; 
ohne  weiteres  I  239,  30;  242, 
24;  3)  ägyptischer  Köni- 


ge: unter  Angabe  I  350,16; 
11167,29;  4)  athenischer 
Archonten:  unter  Angabe 
1  248,  lu;  249,6;  250,  13;  5) 
römischer  Kaiser:  ohne 
weiteres  1  184,  28;  240,6;  265, 
19;  300,5;  6)  bis  zum  Tode 
Alexanders:  ohne  weite- 
res I  184, 18;  7)  bis  zu  einem 
Jahre  der  Philippischen 
Ära:  ohne  weiteres  I  271, 16; 
275, 10;  8)  bis  zu  einem  Da- 
tum Kallippischer  Peri- 
oden: unter  Angabe  des 
Nabonassarischen  Jahres  I 
351, 19;  ohne  weiteres  I  251, 
27;  252,11;  253,9.  —  Siehe 
außerdem  Alexander,  Anto- 
nin, Chaldäische  Zeitrech- 
nung, Darius,  Dionysius,  Do- 
mitian,  Hadrian,  Kallippus, 
Mardokempad ,  Nabopolas- 
sar,  Philadelphus,  Philome- 
tor,  Trajan. 

Nabopolassar,  König  von  Ba- 
bylon 625  —  605  v.Chr.:  5. 
Jahr  der  Regierung  1  306, 28 
(127  Nab.). 

Napata  I  73, 15. 


Parthenon,  Zodiakalmonat,  II 
223,24.    Ygl.  Ägon. 

Perga  s.  Apollonius. 

Phanostratos,  athenischer  Ar- 
chont,  I  247,  13 ;  248,23. 

Philadelphus, d  i.Ptolemäus  IL, 
König  von  Ägypten  285 — 
247  V.  Chr. :  13.  Jahr  der  Re- 
gierung II  167,  -21  (476  Nab.). 
Siehe  11  Anh.  Anm   6 

Philometor,  d.  i.Ptolemäus  YL, 
König  von  Ägypten  181  — 
145  V.  Chr. :  7.  Jahr  der  Reg. 
I  350,7  (574  Nab). 

Phönizien  I  74,  28;  II  383,  17. 


446 


Namenverzeichnis. 


Pontus  1  75,26;    96,  i;    120,27; 

127,1. 
Poseideon,  athenisclier  Monat, 

I  247,  U;  249,24;  II  27,23. 
Ptolemais  I  74, 14. 
Pyanepsion,  athenischerMonat, 

II  25, 19. 

Rhenus  i  76,  29. 

Rhodus:  Meridian  von  Rh.  I 
266,25;  Parallel  von  Rh.  I 
60,2;  74,35;  83,29;  91,4; 
95,1;  125,1;  368,22.24;  bür- 
gerliche Stunde  I  266,15; 
271,14;  275,9;  351,14;  Feh- 
len der  Parallaxe  in  Länge 

I  275, 1.  —  In  Rh.  angestellte 
Beobachtungen  I  266,  i  (nach 
Z.  15);  271,  2;  274,  27;  351,11. 

Siehe  I  Anh.  Anm.  44, 
Rom  II  20,  15;  28,14. 

Skirophorion,  athenischer  Mo- 
nat, I  248,  23. 

Skorpion,  Zodiakalmonat,  II 
150,29;  151,15.     Vgl.  Ägon. 

Skythische    Völkerschaften    I 

78,  24 

Smyrna  I  75,  5. 

Soene  I  73,29;  95,  i;   123,1. 

Stilbon,  Beiname  des  Merkur, 

II  132, 16;  150,30. 


Süd-Brettania  s.  Brettania, 
Syrus  I  1,1;   II  3,1;  395,2. 


Tanais  I  77,  2. 

Taprobane  I  71,27. 

Tauron,  Zodiakalmonat,  II 
133,  7.    Vgl.  Ägon. 

Thebais  I  74,  i5 

Theon  der  Mathematiker  II 140, 
26;   156,13;  157,  14;   158,26. 

Thule  I  78,  21. 

Timocharis :  Sternverzeichnis 
li  4,5;  17,8.31;  18,14;  Ko- 
ordinaten der  Spika  II  12, 
22.24;  16,28;  19,19;  27,  IQ; 
Vgl  1 137,  21 ;  Deklination  an- 
derer Fixsterne  II  18,  18  bis 
20, 12.  —  Beobachtungen  von 
Sternbedeckungen  durch  den 
Mond  II  22, 12;  24,  20 ;  25,  17; 
27,21;  durch  die  Venus  11 167, 
20;  168.  6. 

Trajan,  römischer  Kaiser  98  — 
117  n.Chr.:  1.  Jahr  der  Re- 
gierung II  26, 16  (845  Nab. 
nach  Z.  23);  28,15  (s.  Z.  24). 


Xanthikos,  syromakedonischer 
Monat,  II  247, 15.  Vgl.  Apel- 
laios. 


Druck  von  B.  G.  Teubner  in  Dresden. 


,0  tLMSteV  PLACE 
TOiiU«>«iO  §.   CANADA. 

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